Ausgabe 
3.12.1913 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 284

Drittes Blatt

165. Jahrgang

Gifc$etnt ktzgklch mtf flulra^mr bei Sonnte gl.

tv H«<|tier Famllieabläner" werten dem .flryeieer* eiermai wöchentlich beige! egt, das Krebhkn tir Ha Kreis «e|eeM *n>e na( wöchemlich. TieCea»vlrtf4eftll0ea Seit* trage« er|dienten nwnailid) jioennaL

Gietzener Anzeiger

Seneral-Anzerger für Gberhessen

Mittwoch, 5. Dcjember (915

Äetorwn*bnicf und Vertag der Brübl'stvea Uihdc rfuät* tbtcb- und Steindradertu

K Vang«. (Birten.

Rrbflftien. «rrr>ttien und I ntcferti:.t)u(*

ftr.iBt 7. dTTetinon und Venaa

Reda'twnI 12. Tel.-ADruA!iteigeiiS'eirw

vrittkr Dcntfdjtr Ardriler ttongrrh.

Berlin. 2. De».

dritte deutsche «rbetterfongreft de bandelte beule an erster etrtle da- Ibema: £ebenemittelt»er(orgung und i.* r de n« m i 11ei t e ue r u n q Ter Vortragende. Gfnrtalfffreiät

9 k r w a 1 d Rölni, btieidmete al# Ursachen der Preisteuerung M Teutichlond die luncbmenbe 3nbuftneohiierunq der Bevölkeruno bte Verteuerung der landwirtschaftlichen Produktion und bic Anar rtne »m Veben#mitteli>erfrbr, der gegenüber die großen Stabte und Jnbuitrieientren mit ihren gewaltigen ftonfumcntenmafirr ihre lufgaben vernachlässigt bähen Auch bic deutsche Zoll Polin k bnt tn ben lebten 3abren verschärfend atü die Prei-teuerung gewirkt Ttr Begleitencheinungen der Teuerung sind für bat ganze voll, wirtschaftliche Veben tebr bebenfitd) Ter Redner warnt vor einer Beseitigung oder bedeutenden t»eiabfe6ung der lanbroirt- f ck a f 11 i ch en « chutzzö 11 r und befürwortet eine Verbesse­rung und Vervollkommnung derInlandsvroduk- 11 o n und des VebenemittelDerfebrS verbunden mit einer Ergänzung nom Ausland Bei der Neuregelung der Handelsverträge dürfen die Zölle aui Nahrungsmittel nicht erhöbt, auch keine irei- teren Nahrungsmittel mit Zöllen belegt werden Nach weiteren Em.elvorfchlägen stellte der Redner fest, da« die gante heutige Mittelstandspolitik einem nicht gefallen könne Man habe heute förmlich einen K o n s u m v e r e i n s k o l 1 e r fei nicht wahr, da» Mittelstand-eristenzen durch die Äoniumnereine erdrosselt wer­ben Man Dürfe nicht eine Mittelstandspolitik mit machen, die dem Mittelstände Helfen wolle auf Kosten der breitesten untersten Schich­ten Turch die Behandlung dieies Themas auf dem Arbciterkonareß würden vor allem Staat, (Mefellfeftaft und öffentliche (Gewalten auf die Bedeutung de- Lebensmittelversorgungsproblcm hingewiefen werden. Ter Redner legte eine umfangreiche (Entschließung ,m .sinne seiner Ausführungen vor

TaS »weite Thema betraf die Bedeutung der Koalition-- frei heil und des Vereinigungsrechts für die Angestellten und Arbeiter. Ter Berichterstatter, Arbeitersekretär und Vanbtag-5- abgeorbneter Andre Stuttgart . verlangte in erster Vinie die Aufhebung des fi 168 Der Ükroerbeorbnunn al- eines gegen die Arbeiter und Angestellten gerichteten Ausnahmegesetzes Tas Äoa- lition-recht sei in bem Sinne auszubauen, daß der rechtmäßige Ge­brauch desselben gewährleistet und Vereinbarungen oder Maß­nahmen zur Verhinderung des Gebrauches des Koalition-rechtes, von roelcber Seite sie auch kommen mögen, unter Strafe gestellt werden TaS S t r e i k p o ft e n st e h e n müsse gegenüber der Poli- »eiroillfür als ein im wirtschaftlichen Kampfe erlaubtes Mittel an­gesehen werden TaS Verein-recht der Landarbeiter sei für das ganze Reich einheitlich zu geüaltenjinb au»iubauen und endlich fei die Schaffung eine- einheitlichen Staatsarbeiterrechtc- antiinreben Ter Redner betont-, daß es auch einen Terrorismus der Arbeit­geber gibt, der sich in verschiedenen formen äußere

Zn der Aussprache über Die Koalitionsfreiheit wurde von Becker 'Berlins betont, daß für keinen Stano soviel soziale Für­sorge betätigt werde, wie für den Bauernstand Ter Großindustrie stehe es am ichlechtesten an, nach verstärktem ArbeitswilUgeni'chup zu rufen. Weiter wurde auf den Widerspruch m der Behandlung der sozialdemokratischen und der christlichen Arbeiter bei Streiks hin gewiesen Zn der Aussprache über die fiebenömittelteueriing meinte freutinanu (Düsseldorf), bic l'anbnurtfcbaft solle für die Wohlfahrt de- deutschen Volkes auch einige Konzessionen machen, nachdem Die Arbeiter zu ihren Gunsten schwere Laßen auf iich ge­nommen hätten Nach weiterer Aussprache wurden die Leitsätze angenommen und sodann die Weiterberatungen auf morgen vertagt

Aus Mexiko.

31t a ret, 2 Dez Nackt einer Depesche des Generals Billa ist General Mercado mit 2000 Mann Buubes- tnippen auf dem Marsch nach £ j i na ga an der amerifani» sehen Gren.v Die Generale Salazar und Croya haben sich mit 1000 Mann in die Berge zurückgezogen Hunderte von Einwohnern,dar uiiterzahlreiche^rauen unbftinber, machten sich völlig ausgehungert auf ben Weg nach ber Grenze. Tie Zustande in Chi­huahua finb unerträglich Die spanische Wasserleitung ist yrstört worben. Die Lebensmittel finb fast erschöpft. Tie Aufständischen haben für eine halbe Million Dollar Lebens­rnittel und BeNetdiingSstücke beschlagnahmt, nachdem bic Kaufleute sich geweigert hatten, Wechsel anzunehmen. Auch

tür hunderttausend Mark bare» Gelb von der Banco Mtnrio l aben »ich die Aulstanbi.cbcn angcignrt Tie Verluste sollen durch Versicherung bei engh dien osefcilichaftcn gedeckt sein

Aus 5taN und fand,

Dießen, 3. Teiember 1913.

Aerzklicher Fortbildungskurs an der Universität Gießen im Wintersemester 1913 14 Bei dem heute abend von .>7 Uhr in der Anatomie statt- findenden vierten Vortragsabend spricht Geb. Med -Rat Vio- fessor Tr. Strahl über die Topographie der Leistenregion mit Temonfirationeii von Leistenhernien und verr Prof Tr Geppert über neuere Zodpraparate

" Sinken der S chwe> nepreife. In der Wetterau sind die fetten Schweine im Preise sehr gesunken. Während Ländler und Meyger noch anfangs voriger Woche 56 Pfennig für das Pfund Lebendgewicht bezahlten, bieten sie jetzt nur noch 50 Pfennig.

T i e Frankfurter Würstchen. Um eine end­gültige Klarbcn über die Bezeichnung ,,frankfurter Würst­chen" bcrbei ui führen, hat bic frankfurter irleifdicrtnnung ihren Vorstand beauftragt, bas Gericht z u r E n t f ch e t - b u n g anzurufen. Tie Handelskammer hatte bekannt­lich auch die m einigen hessischen Crten hergestellten Würstchen al-foanffurtcr" bezeichnet

Vom ÄoniertDerein wird uns gefchrieben: Ter C r di e h e r - und Beethoven-Abend am nächsten Sonn Nfl bringt durch die Mitwirkung zweier Solisten, Joseph S z» g e 11 aus Budapest nnb fol. frcbivig S <li ö II aus München, eine gewiß dankbar begrüßte Abwechselung Ein Klavier- und ein Violinkonzert, jebcc in einem Meister- und Muster stück ber Gattung, stehen auf dem Programm Ter tunge, geniale Geiger foseph Szigeti ist in Gießen kein Unbekannter mehr Vor 2 fahren hat er sich mit Lalos Violinkonzert und BachS öiaeonne einen großen Erkolg erspielt, der schon damals dem Wunsch Worte gab, ihn bald einmal mit Orchesterbegleitung hier |u kören. Tiriem Verlangen wird der Äonzertverem am Sonntag üllung eine- vielfachen Wunsches das B e e t d o v e n - V i o l i n - .tz o n z e r t. Szigeti ein Ungar- kind hat sich trotz seiner Jugend schon einen großen Namen gemacht. Er gehört zu den beliebtesten Gagern der Neuzeit 1892 zu Budapest geboren, war er LieblingSschstler des ProfeswrS und berühmter. Violinvirtuosen 3enö frubat Schon 1906 spielte er unter Joachims Leitung Beethovens Violinkoiizert mit un­geteilter Anerkeiuiung Neuerdings bat er sich mit dem Brahms- icben Violinkonzert, mit dem er schon vor 2 Jahren in dem Konzert des frankfurter Opernhaus-Orchesters große Bewunde­rung beroorrief, allenthalben beispiellose Erfolge errungen. Schließlich ist Szigeti auch ein großer Bachinterpret. Mit Wil­helm Backhaus bat er im lebten Sinter in England große Triumphe gefeiert. Tie dortige Kritik nannte ihn einen ,,jugend­lichen Joachim", einenbrillanten Geiger" undvollüäiibigcn Meister". Seinem Spiel wird tadellose Technik, Weichheit und bestrickende Warme des Tones und eine auffällige Rene und Tiefe der Aufsasfung nadig*rühmt. S>igct( lebt zurzeit in London und gehört zu den gesuchtesten Geigern der Gegenwart. Mit dem Vortrag des E-Moll-Klavter-KonzerteS wird sich fol. Schöll aus München hier einführen. Die junge Künstlerin hat in Berlin, Frankfurt, Leipzig, München, Prag n n C mit reichem Beifall konzertiert und in einer Soiree nn Kgl. Schlosse vor der deutschen Kaiserin gespielt, ebenso wie in Stuttgart vor dem König nnb der Königin von Württemberg. Tie Künstlerin beherrscht das Instrument mit bedeutendem Können und nimmt, wie ihr die Kritik nadirühmt, durch ihren ausgeprägten Sinn für klang schöne lonbilbung und ihr irisches Spiel iur sich ein. fol. Schöll wird auch die Klavierbegleitung bei den Herden Solostücken für Violine ausiührcn.

KrciS Alsfelv.

(?) Aus dem Kreise Alsfeld, 2 Dez Durch bie häufige cmpfinbliche Kälte ber letzten Zeit hort man überall Klagen über ben (yesunbheitszustanb. Besonders viel tritt an- fdictiictib bic Lungencntzunbuug und Influenza auf

' ?) Ober-Sorg, 2. Tcz. DaS hier entbedte Kiefel- gur lager wirb gegenwärtig von einer forma auS Lub-

-- "

.^igsdafen abgebaut Hu biefem Zwecke mußte der dem lus gehörige Teich vollständig trocken gelegt und bic tvirin iid) bennbrnbeti foiche entfernt werben Die Si.'selgu'icki.ck»

etwa \ivtt Art r bick und wird von fodilcu'cn auf 100 Waggon geschützt In ber Nähe b. > Teiches behüben sich neu errichtete 7 roden ballen, worin bie Kieselgur von foucht ig­let! befreit wird. Ta i'ich können zwei Waggon nach Nenzen- borf an ber Bahn gebradit roerben.

Kreis Schotten.

ulr ich'tein. 1. Dez. Es sind heule 76 Jahre, daß unser Etadtchei, Sitz eines Amtsgerichts ist. Vorher war es :n Bodendaufen II. AuS ernsten Gründen mußte die beabsichtigte lle»ne Feier ver'choden werden.

flrri4 Frtevverg.

L Friedhera, 2 Tez. Ter bei der olieaeralteilnng in Lchlettstadt dienenk« L. Glück von hier verunglückte tödlich.

Kreis Friedberg.

( ) Bad-Nauheim. 2. Tez Im hiesigen Eleve no ren Hospi z saub unter dein V<>rfitz b.'i Fürstin Marie zu Erbacki-Schötiberg eine Versammlung beS Vereins der F r e u n b i n n c n junger M a d di e u statt OberamtS- itdttcr Tr. g u b r gab statistische Mitteilungen, bic* zetaten, wie sehr hier bie UKtbhdic Zugenb bei Saisoustetteu gefähr- bet tn Ihn ben liebelftänben abzuhelscn und ben jungen Mubckien, bic sich in ben verschiedensten Drusen ihr Brot verdienen müssen, bie erste L»ilfo zu qcivnbrnt, sei bie Schaf- fung eines Asu 1 5 nvtwenbig. Tie F tt r st i n Erba di wtes boraus hin, vor allem einstweilen eine Auskunftei ein zu- richten. Im nächsten Jahr soll in Bab-'.'.'auheim bic Mid» gliebervcesammlung beS beutfdicn Nationalvereins ber Freunbinnen lunger Mabdicn tagen Ter Vor­trag s v e re in gab heute abeub fein zweite- dieswiuter^ liches Konzert. Tie Veranstaltung, für bie crstNasfiae Kräfte wie 't-ilii und Rudolf Hindemith Bio Arthur von Ewenk Berlin aMang , Prof Tr Karl S di m t b t-Friebberg iKlavier) gewonnen iporbrn waren, bedeutete für den Verein einen großen Ersolg

L Wnmi'fld), 2. Tez Tie älteste Beroo'.jnenn, grau Grieb, stard im hx. 2ehen-iahre.

L Vilbel, 2. Tej. Ter anfangs September entwichene, wegen BetielnS perlmltet geivefene Ihiterludnin isgeiangeue lebaitn 8 di Ä I e r von Mühlhetni konnte durch die Urankuirter Krlnnnal- volizei wieder dem vaiilokal Vilbel zuge'ulut werde». Tet Ge- laihirmvärler Tebus wird sich Cc»mad)ll toegen Inl railhget Gelaihieiunbefreiunfl vor der Strafkammer i u Dießen zi, verantworten hoben 6 ben'alM wurde ter Taalöhner 1i eobor Vertel von Koilerslaiitern, der ohne sehe Veranlasst»«! ben katho­lische» Vkarrer a»>s gröbste beleidigte ii»b dadurch eine» 'l'-e»schen- auslank heroorriel, vo» bem Wachtmeister Reeg hier verhn'teL Tem Wachtmeister setzte er bei feiner (iiiiliekrnng »i bar vciflfotof Widerstand entgegen »nb beleidigte ibn «ortgeient. Io daj, ber Boll- Ürertimg<bemntc gezwimge» itmr, ihn nut Ville einiger Vasianten z» lesteln. Zn dem vahlofal lärmte er weiter und fchlng und trat gegen die Türe feiner Zelle.

Starkenburg und Nheinheffrtt.

b Mainz, 3. Dez. In ber gestrigen Sitzung beS Pro- vtnziglaussdntsseS kam man auf bie elektrische llebcrlanb- zentralc ber Provinz Oberhcsfeu zu fprcdictt; in brr Gcmar- lung Heegheim würbe auf einer Wtcfc bcs LanbralrS Hch. Engel ein Mast aufgerichlct. Ter Provinztalausfchust von 0)t eßen beantragte baS Stück, auf dem ber Mast steht, zu enteignen und auszufprechen, bast ber Zugang zu dem Mast jederzeit gestattet fei. Tem Antrag wurde flnttgcncbrn und ber Enkfchadigungsvertrag an Engel auf 40 Mark festgefetzt. Tte Unternehmer würben zu ben Kosten verurteilt.

Hkfscn-Nofftiu.

( ) Marburg, 2. Dez.Bei ber heutigen S tichw a hk zur Stabtvcrorbueienvcrfammlung in ber zweiten Wähler- nbtcilung fiegte ber von bem Bürgcrvereiu, ben gcfamtcit Innungen und bem Geroerbeocrein unterstützte Malermeister Bös mit 81 Stimmen gegen ben vom Kaufmänntscheu Per-

Lin men|d}lid)es Hötfel.

Gedankenleser, Wahnager und Geisterieher Ixit es schon immer gegeben Aber das marrn alles Leute, die nur den Aberglauben und die Dummheit ihrer Mitmenschen geschickt auszunuHen ver­standen, bei einer wmenfchaktliehen Nachprüfung ihrer Kunst haben iic stets versagt und konnten als Sdmnnbln entlarvt iverden. 3e,jt Aber ist das bisher Unmögliche wahr geworden, es gibt einen Menschen, der wirklich vellieben kann Eine ganze Anrahl Gut­achten von Aerzten, bic lie als oereibiflte sachverständige ob gegeben hohen, sowie streng romrnfdia!Hiebe Untersuchungen, die der vngieniker der llniveriitäi foetburg. Pro'. Dr. Max Sckiot telius angestellt Hat, 'chlleßen pden Zweii'ei aut- Ttv zuletzt genannte Gelehrte wird nach längerem Zögern jct»t im Tez-rnörr- beit desKosmos" jein uUfraiantrt Material der Oei'e.itltchkeit bekanntgeben Es ist vorauSzufeden, daß diese Abhandlung in der Wiisenschai't wie in der dreuen Oefi'entlichkeit großes Aussehen erregen wird, wir grriicn daher aus den Angaben Pros. Schotte- lius" kurz daö folgende heraus:

Es bandelt iich nm einen Men'chen. der so unglaublich ha? kl in.',en m.:g imstande ist. den ihm unbekannten Znhalk zuiammenge'altetcr beicbnelwnrr Zettel, die in cxr fest gefchlof'cnen Vant» des Beobachters gehalten werden, ohne werteres zu leien, als wenn der Znbalt o*ini vor feinem körperlichen Auge l.ige. Ludwig £>., Israelit, ist ,e»t 40 Jahre alt und bat eine recht he- weate Vergangenheit Als brntäbngc« Kind zeigte er eine cu- sallende Begabung für Rechnen, konnte nut fünfstelligen Zahlen im Kopf arbeiten Sdr?n früh kam er in eine kau'männische Lehre, maiivenc ater bald nach Amerika aus frierentdeckte" er inne Gabt", wurde Gedankenle-er und verdiente damit Di ei Gelb, das er aber tut Spiel und in lockerer Geellfdxih immer wieder sehr halb hutdibraditc

Im September 1912 kam fr nach .i cntichlanb und wohnte vom '^0 September bis zum l|-> Oktober in foeiburg t. V Tart: bot iich mir z'^tl egen beit, persönlich mit tarn bekannt ;u roerben und seine merkwürdige Eigenschatt,tone Gabe", wie er nc nennt, zu untersuchen." .

^er Gelcortf schildert nun wie er tn Abwesenheit des frell- rcb,r7 Zettel d.e Säpe «»neb: 1 Trüb nie den Brunnen. ber dich tränkt-, Wir' keinen Stein hinein. 2 15 Ne.'cmb-.T 1349 __ 3 Aiar ata weel afar tei'chub..

^ch faltete darauf die Zettel achtfach zuiammen uns nclm imet"in meine linke, einen in meine rechte ge.chlo« eue fr? : Tann ging t* zur Tür, öffnete ne und rr x ne n - ' i?b hie Tür hinter fick) und trat iKben meinen ö. an x:n

tdi mit den Zetteln in den gndHoifcncn founai Vc ger.jrair-i batte v sagte mir dann, ich möge emm der :r: . trger.r r-e int Zimmer dm leg en und nur einen in :e^?r de 2 tf er mir jeden Zettel für sich vorlqcn tomue. Ich legte daraus einen

der beiden in der linken fouft betinblichrn Zettel abgekehrt von fr. unter die Schreibunterlage meines Tisches Tann fragte fr.: Deichen Zettel 10N ich nun zuerst lesen? Ten in der rechten, den in ter linken front» oder den unter der Unterlage?"

Ich leihst wußte nicht, .velches der Inhalt des rechten, des linken und des Dritten Zettels war, da ich sie alle ganz gincb »usammengeialtet und p

Ich antwortete also aut seine foage:Leien Sic mir den Zettel, den ich hier in der rechten Faust halte'" und zeigte ihm Die geschlossene rechte fouft. Toba beobachtete ich fr Er sah nicht auf meine geschlossene rechte fouft, sondern starrte idirag nach oben an nur vorbei ins Leere: dabei wurde er blaß, in der rechten frand hielt er einen Bleistift, ben er von meinem Schreibtisch ge­nommen hatte und kriselte damit auf das Papier eines Notiz­blockes zitternde Striche und Punkte. Nach kaum einer Minute sprach fr.:Trüb nn--

Nein," iapte ich,ber erste Buchstabe bes Wortes ist ein n, ber letzte Buchstabe de: Wortes ist em e."

Ach so, ja," antwortete fr. und las schlank den etwas un- deutlick' mit ocufchen Lettern geschriebenen Talmudvers vor, ben ick in pvci Wortreiben in fifiner Schritt aui dem vielfach zuiammenge altcten Zettel m t<r rechten Faust hielt

Ick muß gestehen, das- mir tme Art Gäniebaut über den Rücken lief, als ich den .Zettel aus der frand auf meinen Schreib­tisch warf und ibn gco-met halte "

Trr Gelehrte teilt dann das Ge prädi mit, in dem ihm ber frellseher dnlDcrt, wie er die Schrvt sieht, er mach Angaben über weitere Vermehr und ncröürnthcbt auch die Gutachten cmiger Acrzle Tie Addon, tung wird allgemein großes Aufsehen erregen, da es das ertcmal ist, daß ein namha:er Gelehrter über Das frelliebertum spricht und damit ein Gebiet berührt, das bisher r:n der Disfenschatt fast ängstlich gemteben wurde. kos.

fretlferum gegen Klaueni'eucke ber Scka?e Zwei Mitarbeiter bei Pasteur-Inniruts in Algier. 01c To?:orcr Bribr 4 und So a u et haben einer Blüttermcldung jrolflf cm wirksames Impf- unb freit terum g c <r f n die K 1 au en eu cke de r S eba f c ent.eft. Tas Ackerbaum10.utenum . ibe angcorbTL-. daß alle aus .v.. imen nach Frankreich cingt iühnen frannnrf nr.r dreiem Serum geimpr werden.

Eine Faust- Musik von Richard Strauß?

einer Mitteilung. i-:c der ?icn» Dörfer Musical Eourrr verönent- lickt, schein: es, baj^ Richard Strauß sich verr,ts ernithaft mit dem . lar.c zu e:ner foun-Muick besckxittigi. bi' er i.ir eine neue Rein- bardische Faust-Anssühr-ung koiNDon-ercn will Tic New porter ?u:U»eittchritt schreibt: ,,3Saf Jl.-mbart: plant für Berlin eine sanst-Auttührnug in toloisalem Stil, für bic noch uns vorliegenden

Berichten Richard Strauß die Bühnenmusik schreiben wird Für den gewaltigen philosophischen und romantisch, n Stoff der fouft- Scköpier fo großer musikalischer Grm.Ub», wie desfrcldenleben" und oesZarathustra". So erweckt die Nachricht, daß er Diese Auf­gabe enblid) in Angriff nehmen wird, freudige Bc'ned,gung" AuS dem letzten Sarc scheint hervorzugehen, daß der Plan bei Strauß bercii endgültig Wurzel gefaßt hat und daß Die Gfhidjte in diesem Falle begründet finb.

fr öj b a r c ö L ick t Tic direkte Umwandlung von Licht- wellen zu Schallwellen ist eine pduiikaliiche Unmöglichkeit Wohl aber gelingt es, auf^intvireftem Wege L'ckn ;ur Erzeugung vvc Schall zu benutzen. So bet kürzlich der Proie ior E E fournier b fllbe an der Uniomitäl Biruimgdum einen imiirndten Apparat erbaut, d-r es in der Tat gestalte:, bei dem Au treiien von Licht- obi r freiIiqfeit4unlerfdneben ein Signal zu vernehmen. Das fog. Eptopbon Tas Prinzip, aui bem der .Icparat beruht, ist nicht neu unb nicht unbekannt. Aber feine praktisch- Turrfiiübrunq bat viele Schwierigkeiten verursacht, fournier D'A'he bedient sich ber Eigenschatt des chemischen Elementes Sc'en, bei Belichtung elektrischen Str.-m »u leiten. Darauf beruh auch bic deftriitic

inpbotoqrap. te Bringt man nun ein- Selenzelle, wiefrurmd und Erbe" Kirlcqt, in die aus der Elektriiitatslehre befcnr.la Wbeoiftrncfche Brücke, fo fließt, wenn die Widerftanoc abgeglichen iino. kein Strort durch bic Brücke Ein n Dieser angebra rt-4 Telephon, das bet dem T-urchslteßen eines Strome? knackende G-crauidi- oon sich geben würde, schweigt. W-.rd nun bic Selenzelle einer Belichtung ausgesetzt ober nur bie Belichtung, auf bie sie gbqest'.mmt ist. geändert, ko ändert sich auch bie elektrische Leid- ahigfat des Selens, und mit ihr der Wideritanb m ter Brücken^ Kiruna Tiek Änderung wird sofort durch cm 2lnspre<hcn deS Telephons wahrgenommen Man tört also einen Sckjall. In bicer einwchen form ist aber der Apparat nicht empfindlich ge­nug, und cs beban einer sogenannten Tifferenzialkchaltung, um ibnür die in foage kommenden fernen frelhgfntduntmchicbc oraudilar zu machen. Tod Optophon besteht allo aus einer elek- triicben Batterie von geringer elektromotorischer Kraft, einer Brückcn'chalung mit Selenzelle unb einem Telephv.i. Es wirb vermittelst eines Kopfreikens dicht an das Ohr geschnallt. In mehreren Blindenanstalten Englands wird bereits von ihm mit Erfolg Gebrauch gemacht. Völlig erblinoelc Leute, bie fönst ohne frilfe sich nicht bewegen fonntri, lcrmochten auf diese Seife sich deutlich über die Lage ber fonsterkcheib n unb Fenster­kreuze zu orientieren. Für teilweise Erblindete freilich ist die Er- finb.mg ohne Wert, da diese ohnehin noch frelligkeitsuntersckicde wahrnehmen. Dr. G. R.