Mark.) Von dem Umsatz im Reichspostgebiete wurde« Über 51 v. H. barg eldlos abgewickclt. Auf ein Postscheckkonto entfielen im Jache 1912 durchschnittlich 1466 Gut und Lastschriften. Das durchschnittliche Guthaben eines Kontoinhabers betrug 2090 Mark, dasjenige aller Kontoinhaber (im Durchschnitt des Dezember) 161 Millionen Mark, Hiervon ivaren angelegt in Reichs- und Staatsanleihen verschiedener Bundesstaaten 57,3 Mill. Mark, in Darlehen an Genossenschaften 3*,5 Mill. Mark, in Wechseln 15 Mill. Mark und durch UeberWeisung an die Reichshauptkassc 64,3 Mill. Mark. Weitere 21 Mül. Mart dienten zur Verstärkung der Betriebsmittel der Postanstaltcn und als Kassenbestand der Postscheckämter. Bon dem der Rcichs- hauptkasse überwiesenen Betrage werden noch rund 103A 9*11. Mark zur Gewährung von Darlehen an Einrichtungen zur Förderung von Industrie, handel und Landwirtschast bereit gehalten, nachdem im Jahre 1913 iveiterc 3 Mill. Mark an Geuossen- sck-aften darlchnsweise abgegeben worden sind. Die der Reichs- hauptkasse aus dem Postseheckverkehr als tägliches Geld überwiesenen 64,3 Mill. Mark bringen der Reichs-Postverwaltung eine Zinseinnahme von 3 v. H. Der Postscheckverkehr des Reichs-Postgebiets ergibt für 1912 ein Mehr von 429 000 Mark. Im internationalen Postgiroverkehr mit Oesterreich, Ungarn, der Schweiz, Luxemburg und Belgien wurden über 79 Mill. Mark durch bargeldlose Ueberweisungen beglichen.
geschlossen ist allerdings, daß die Wiederan! strähnte deS Betriebes seitens kleinerer Gesellschaften eine erhv-hte Nachfrage mit sich bringen wird, die nicht voll b( 'jriebigt werden dükste. Die Umwandlung der dem Diamam ^enbergbmr cms- erlegten hohen Bruttoadgaben in eine vom Betrrebsgewmn zu zahlenden Nettosteuer ist nunmehr chtrchgeftlhrt.
Kalenderjahr 1912 trafen von Lmderrtzbucht in Europa 19 Sendungen Rohd r irm an ten im Gesamtgewicht von 81 1 255 Karat ern, die für .2 2 86 4 00 0 Mk, also zu. einem Durchsckmittspreis von 28,18 Mk. per Karat, verkauft wurden und z'war an dcustche Käufer 3.10 °o, nach Antwerpen 96.90 °/o. An der Em- lieferung waren 15 Förderer beteiligt, von denen bte sechs größten allein zusammen 96.06 o/o gefördert haben. Der Durchschnittserlös von 28.18 Mk. per Karat ist um 2.76 Mk. höher als der des Vorjahres. Die 'Steigerung ist auf die bessere Konjunktur zurüekzuführen.
Vie neue Wehrvorlage und Sie kupierten Pferde.
Etwa 40000 Kriegsrosse sind zur Verstärkung des deutschen Heeres erforderlich. Die Steuerzahler, welä-e den hohen Wehrbeitrag leisten sollen, können diesen aber nur dann mit dem Gefühl der Beruhigung geben, wenn die Reichsregierung alle kupierten Pferde vom Anlauf ausschließt oder, sallv dieses in jetziger kritischer Zeit nicht möglich ist, fti' doch um 300 biö 600 Mark geringer bezahlt. Warum? tBeil die Roche mit natürlicchm Schweif an Leistungs- und Gebrauchssahigleit den kupierten Rossen im Kriege weitaus überlggen find. Noch im Feldzug 1870/1871 mußte der Pferdeschweif gut gepflegt sein und bis zum Sprunggelenk reichen. Und nut diesem Material haben wir die großen Siege erlämpft. Der Naturschiveif ist des Pferdes natürliche Waffe gegen die Stechfliegen und Mucken: er ist auch fern natürlicher Schutz bei Wind, 'Wetter und stürm', bei Regen, Schnee into Hagel, bei Frost und ätälte, indem es mit ihm die empfindlichen Leibespfortcn bedeckt und seluitzt, sowie die Hinterhand und die Bauchgegend erwärmt. Kupierte Pferde haben diesen wichtigen Schutz nicht, sie sind wehrlos der ^sn* f^tenplage im Sommer und hilfslos den Unbiuwn und Rauheiten während des ganzen Jahres preisgegeben. folglich ermatten sie auch schneller, werden nervöser und neigen mehr zu Kranl- heiten als unlupierte Pferde. Das ist der wchentlichfte Punkt.
Kavallerie-Patrouillen müssen zur Erkimdn.ng ufw. weit in Feindesland vorgejandt iverdcn. Um' aber imberobachtet und un- cntbeeft zu bleiben, müssen sie bei Tage möglichst viel in Waldern ünarsehieren und bei Nacht in diesen biwakieren. Einer gräßlichen Fliegcnplage sind sie in den Waldungen zur Sommerszeit ausgesetzt. Die Pferde mit bangen Naturschwcisen können sich das Geschmeiß abwehrcn, aber die Pferde mit Stutzs.chweifen können es nicht. Durch die ^techflienenylage bei Tag und bei Nacht Werden die tupierteii Pferde überreizt, nervös: sie sind matt und erschöpft, iuxd]> ehe sie an! den Feind lomimen.
Und wie ergeht es der Artillerie? Reiter und Geschütze find von den Pferden mit Einsetzung ihrer ganzen Kraft an den Feind gebracht, und es stehen die Tiere leuchend und sehweißbedeckt da. Sind mm an den Geschützen oudj Pferde mit kupiertem Schweis angespannt, so verharren diese die ganze Zeit über zitternd und frierend, ohne sich mit den Schweifbewegungen — wie ihre Pferdelameraden es tun — etwas trocknen und erwärmen ober, 'sofern sie ..gegen die Windrichtung stehen, mit dem Schweife ihre Leibesöfsnrmgen bedecken zu können. — llnb ist eine Batterie auf dem Marsch, unb es kommen Fliegen, die sich mi den Bauch ber Teere setzen unb stechen, so können die Tutnerteil Pferde diese mü ihrem Schwänzstummel nicht sort- scheuchen; sie sckckagen mit j)cn .Hinterbeinen nach ihnen, geraten dadurck) über die Taue unV können daher im Gespann nicht mehr Schritt halten. Das Geschütz ist gezwungen, stehen zu bleiben, bis das Tan wieder in Ordnung ist. Dabei kann aber das Geschütz in Feindes Hanv fallen. Und so, wie bei diesem einen Male, kann aus bem Minzen Kriegsschauplätze die Sache noch Hunoerte von Maleii mtgünftig mislausen, einzig durch das Kupiertsein der Pferde.
Darum sollte Her Staat als' größter- Käufer, der den Marktpreis für inländische unb eingestihrte Pferde in .der Hand hat, im Interesse der Landesverteidigu ng, von seiner Macht Gebrauch machen unb mich bei dem jetzigen! Ankauf zur Hceresverstärkung mindestens bestimmen, daß für ma\ dg kupierte Pferde 300 Mark weniger, unb für Pferde, deren Schweif nur noch ein Stummel ist, 600 Mark weniger bezahlt roerben. Ein solches Auftreten des Reiches würde der törichten und verderblichen Kupiermobe sofort den Boden abgraben.
Unb noch ein weiteres ist zu sägen. Hat die Kupierfrage Wirklich diese Wichtigkeit, dann darf ch'r Staat auch nicht länger untätig zuschauen, wie immer mehr u\ib mehr die Zivil-Pferbe, welche im Kriegsfälle eingezogen werden, sich in kupierte verwandeln: diese Frage der kupierten '.unb zu kurzen Schweife könnte in einem Weltkriege möglicherweise doch sehr schlimme Folgen haben. Man beuge daher dem Unheil gründlich vor und verbiete, baß fernerhin int Deutschen Reiche noch Pferde kupiert unb von außerhalb kupierte Pferde cingi'führt werden. Bisher sind alle wohlmeinenben Bitten und Verstellungen der Tierfreunde an den Pferbekäusern gescheitert, .welche mvberne Pferbe haben wollen, unb ebenso an den Pferdehändlern unb Pferde- züchtern, loeldie bic närrisch? Kupiermode unterstützen, weil sie dann höhere Preise fordern dürfen.
Schließlicl sollte das Elend der arMen Pferde auch berücksichtigt werden. Kupieren ist ja nicht etwa bloßes Haarschneiden, sondern die Abschneidung oder Abhackung eines langes Stückes der nervenreichen Schwanzwirbel. Es ist eine gräßliche Operation, bei der viele Pferd? eingclxm: eine Operation, die obendrein meistens von Schmieden und Pserbezüchtern ohne jegliche Betäubung bes Tieres Dor genommen wird. Um das Entsetzliche auf die Spitze zu treiben, wird der blutende Stumpf mit den ireigelegtcn Nerven viele Minuten lang mit einem glühenden Eisen gebrannt. Die Wundheilung ist geroötyrriid) eine sehr langwierige und schmerzensreiche, da häufig der Schnitt ober Hieb nicht genau zwischen die Wirbel geiröffen hatte. Und wenn dann eitblid) das Tier § cheilt ist, dann ist es für seine ganze fernem Lebenszeit ein ohnmäa ng s Aussaugungsobjekt für die Insekten.
Mögen daher iüc Rejct>sregieruiig und der Reichstag die jetzige Gelegenheit crgrei'stu und im Interesse der Landesvertckidi gung das schändliche Kupieren, welches in Nordamerika längst unter
Strafe gestellt ist, iterfliefen. Das wäre die gründlichste Lösung, unb die deutschen Pfei Ide wären eine ihrer furchtbarsten Marter- quellcn los.
Prin cz-H«inr ich°FLug 1913.
Wie wir bereits früher nritteilten, beginnt der Flug der 12 Offizier- und 9 Zkvilflreger am 1. Pfingstfeiertag gegen 5 Uhr vormittags in Wiesbaden, berührt Gießen als Nebenetappe, um am 1. Tag in Kass »4 zu estben; der zweite Flugtag fühtt die Flieger von Kassel nach N-blanz, der dritte von Koblenz nach Karlsruhe, woran sich an' den beiden nächsten. Tagen die militärischen Aufkläruwgsübürrg»m anreihen. Auf dieser ganzen Wegstrecke werden die Fliegen von einer großen Anzahl von Auto- mvbilen begleitet. Die O rganisation dieses Autodienstes erfordert an sich schon eine unge heuere Arbeitsleistung. Sehern1 Flieger ist ein Begleitwagen zu geteilt, der mit der gleichen Nummer wie das Flugzeug verseh tn ist. In diesem Auto nehmen außer dem Fahrer ein Urpatt Mischer und zwei Monteure mit dem kleinen Ersatz- und Repa ratwrm'aterial Platze Neben diesen etwa 20 Begleitautos kommen die O r d 0 nn a n z w a g c n in Betracht. Dem Prinzen Heinrich, : ter die Gesamtleitung in der Hand hat, sind 3 bis 4 Mitglieder des Freiwilligen Automobil-Korps' zu- geteilt. Die Führer dieser Wagen werden von bem Prinzen mit besonderen Aufträgen vr wwiegend an solche Stellen entsendet, wo Notlandungen ausgefü thrt werden. Außer diesen Ordon- nanzwagen kommen die Sportwagen in Frage, die von Herrenfahrern ge führt, der Oberleitung für die ganze Dauer der Flugvenr rstaltting zur Verfügung stehen unb zwar zur Befördern! tg der Sportleiter und der übrigen beim Flug beschäftigten: Herren. Schließlich find noch die 2 <i st - wagen-Gruppenspi erwähnen, von denen zwei unter je einem Führer gebilbet werbe il Jede Gruppe besteht aus einem ober mehreren Wagen mit Anhängern und Begleitwagen und jeder Gruppe werden ein 1 Unparteiischer und rnechere Monteure zu- geteilt, deren Zahl bei den großen Ansllärungsübungen noch erholst wird. Diese Lastwag, .-ngruppen enthalten das „große Material", Fahrgestelle, Propellc r, Gestänge usw., ferner Oe! und Benzin. Ständige Fernsprechv erbinbung auf der ganzen Strecke mit La stund Bcgleitautomobil Jen sorgt dafür, daß im Falle von Notlandungen oder Unfällen/ sofort die nötige Hilfe zur Verfügung steht. Um diesen etwa 50 Autos ein glattes und ungestörtes Durchfahren auf ber ganzem Strecke zu ermöglichen, muß ein besonderer W e g d i e n st ringer#jtet werden. Der Leitung der hiesigen Neben- etappe Gießen ist nun die Aufgabe gestellt worden, diesen Wegbienst für die beiden Fluch agc auf folgender Strecke einzurichten: am 1. Pfingstfeiertag ff r die Strecke Friedberg einscchießlich Stadt über Gießen nach Marburg ausschließlich Stadt unb für~ ben 2. Pfingstfeiertaer für die Strecke Marburg ausschließlich Stadt über Gießen, We^Bar-Brannfels, Weilburg nach Limburg einschließlich Stadt. Vertreter des Oberhessischen Automvbilklubs Und des Vereins für L' rftsahrt in Gießen haben nun am vergangenen Sonntag die genannte Strecke zutzii größten Teil abgefahren, um die notwendige n Vorkehrungen zu treffen. Es, kann hier mit besonderer Bef riedigung festgestellt werden, daß in allen Orten, wo Straßenkrl mzungen durch Mitglieder ber Turn- und Radfahrervereine, church Militär ober städtische Organe besetzt werden müssen, diese n rit größter Freude^ man kann sagen mit Begeisterung für diesen Ehr endienst zur Verfügung stehen. Es haben sich weit mehr Leute fi'/r diesen Streckendienst gemeldet, als benötigt wer den, und so uarf wlohl die Hoffnung ausgesprochen werden, daß bic ber hiesigen Leitung unterstellte Strecke in mustergültiger Weife markiert werd«en wird. Bei der Schnelligkeit, mit her die Autos den Fliregern Au folgen gezwungen sind, ist es notwendig, daß bic Straßen möglichst ft:eigebälten werben, um Unfälle zu vermeiden und auch in dieser Beziehung haben bic beteiligten Kreise ihre Untersllktzung in jetar Weise zugesagt.
Die NiederModauer GenoZsenschaftzkrise.
bs. Darmstadt, 29. April.'
.An dem heutigen Sitzungstage des Prozesse?' gegen Adam und Genossen beschäftigte man sich damit, die einzelnen Urkunden- fälschunglm Adams durchzugehen. Zu Bemerkungen gibt der heutige Tag feinen Anlaß, da alle Urkunden, die verlesen wurden, bereits im Laufe des Prozesses zur Sprache kamen über noch kommen werben. Adam gibt alle Fälschungen zu und ist auch sonst in allen Dingen geständig. Dem Angell. Isaak wirb hierbei mehrere Male der Vorhalt gemacht, daß er von den Sicherheiten, die Pallmann hinterlegt hatte, gewußt haben müsse, daß sie Eigentum der Meder-Mdvdauer Kasse Ivaren. Fsaak bestreitet dies.
Zeugen wurden heute nicht vernommen.
rrniVertsttäts-NachrLchten.
§ Marburg, 29. April. Die Zahl der immatrikulierten Studierenden beträgt jetzt schon m e h r als 2200. Da die Immatrikulationen erst am 5. Mai ihr Ende erreichen, dürste wieder die Frequenz des letzten Sommersemesters überholt werben.
wandern und Reisen, Bäder und Ssinmersrischen.
— Nordsee bad Büsum (Holstein). Ein Freuno des Badeortes, Nittergutsbesiher Schroeder-Harzhose, hat dem Ort eine 3 m hohe Wettersäule zum Geschenk gemacht. Tie Säule, die mit den besten und genauesten Instrumenten der Firma Lamprecht ausgestattet ist, wird auf dem Deich ausgestellt werden und zivar dort, wo das alte Leuchtfeuer gebrannt hat. Der Ban des S ch a u- 21 q u a r i-u m § in nächster Nähe des Strandes schreitet rüstig fort. Tie offizielle Eröffnung wird jedenfalls am Tage des WattendobeUestes slattsinden.
BanSeL.
* Poftscheckverkehr. Der seit 1909 bestehende Postscheck v er h r des R ei chs-P 0 st g e b i e ts hat sich nach bem jetzt erscheinenden neuesten Geschäfsbericht auch 1912 weiter günstig entwickelt. Die Zahl der Kontoinhaber, die Ende 1912 75 200 betrug, ist gegen 1911 um 20,4 v. H. gestiegen. 72 v. H. der Kontoinhaber sind gewerbliche Unternehmungen unb Kaufleute. Der Gesamtumsatz betrug 1912 rund 30 347 Mill. Mark, b. s. gegenüber bem Vorjahre 5230 Mill. Mark oder 21 v. H. mehr. (In Oesterreich, wo der Postscheckverkehr feit 1883 bestech, betrug 1912 der Umsatz 32 912 Mill. Kronen gleich 27 975 Mill.
mit" HohLmvindsfück
SalemGold
Trusffrei!
HetAMA, 'EU, Um.
ist der beste Beweis für bliite u. Wohl» wilheit einer Ware. Dies ist der Fall bei 9lauinann's „Faustring" Lanolinseife, weil sie bei hervorragender Qualität nur 95 Psg. das Patel ä 5 Stück tollet. Einzctstüä 20 Psg.
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Leipzig 1913
Internationale Baufach-Ausstellung mit Sonderausstellungen
W eit-Ausstellung
für Bau- und Wohnwesen
Mai bis Ende Oktober
Täglich große Konzerte; Besondere Sehenswürdigkeiten: Leipzig zur Zeit der Völkerschlacht, Sächsisches Dörfchen, 50000 qm großer Erholungspark mit vielen neuen Attraktionen usw.
Eröffnung am Sonnabend, den 8. Mai, in Gegenwart Sr. Maj, d. Königs Friedr. August v. Sachs.


