Ausgabe 
29.11.1913 Sechstes Blatt
 
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jfT sehr nufac gewesen, obwohl mthl sI»st nrnnh T/iet verlangt, daß die Strafen abschreckend wirken sollen. (Sehr gut!) LaS Techtelmechtel hat den konservativen .Herren nichts ge- schadet. (Zuruf recht»: Es ift doch nilhtS herauSgekommen bei den löcrporiblunncH^ Es wäre also bei den konservativen ntirwciiniS em Mechtel. Große Heiterkeit.) Tann ift weiter ein Flug- blatt gegen Kopsch verbreitet worden, das unterzeichnet war »Viele sozialdemokratische Wähler". (Hört, Kört!) Zn ihm wurden die So;mldemokratcn zur Stimmenthaltung aufgefordert. Zur mevanch: wollten die rechtsstehenden Wähler in Lauban und Hirschbecg durch Stimmenthaltung dem Sozialdemokraten zum Siege verhelfen. (Hört! Hört!- Man hat nicht feststellen können, tver dieses Flugblatt verursacht hat. (Zuruf linkS: Wahlfälschung!) -vucch solch« Machinationen wird die politische Moral auf einen bedauerlichen Tiefstand gebracht. (Beifall links.)

Abg. Graf Praschma (Zentr):

Es ist für die freisinnigen Herren sehr peinlich, daß die Rreiffcn berget Zeitung ..Greif" in die freisinnigen Machenschaften bmeingelcuchtet hat. (Lachen links.) Tas har auch ^cn Ange- hörigen meiner Partei, die in unglaublicher Serbien« düng sich von sreisinniger Seite haben betören lassen, die Augen geöffnet. (Hort! Hört!) Herrn Ablaß möchte ich nur auf die freisinnigen Machenschaften im Kreise Hirschberg und in Löwen« berg Hinweisen. Wenn wir da« einmal vorbringen werden, dann wird man aus einem ganz anderen Loche pfeifen. (Unruhe links.) Herr Ablas«, hat von unS als Ultramontanen gesprochen, lieber guten Geschmack soll man nicht streiten; aber im allgemeinen nennen anständige Leute einen anderen so, toic er sich selber nennt. (Beifall im Zentr. Große Unruhe linkS.)

« Dizepräsidrnt Tove:

Sie wollen doch nicht etwa einem Mitglied des HauseS vor« Kerfen, daß eS nicht zu den anständigen Leuten gehört.

Abg. Graf Praschma (Zentr.):

Nein. (Heiterkeit.)

Abg. Graf Westarp (Kons.):'

Fälle wie der in Corocnrern mit dem Malermeister find sehr selten Wenn Zweifel ausgesprochen wurden, ob dieser Maler« meister aus eigener Initiative ober im Einvernehmen mit Ion« fctönliucn Parteiorganen gebandelt hat, so kann ich erklären, daß ein solches Emvernebmen nicht vorliegt. Gewiß hat der Abge> ordnete ?ll>faß dav Recht, unk zu kritisieren, aber die Frage, wie die Parteidisziplin gehandhabt werden soll, wann wir gegen einen einzelnen einschreiten sollen oder nicht, ob wir ein solches Einschreiten zunächst einmal grundsätzlich androhen oder gleich stattfinden lassen wollen, darf der Abycordnete Absaß ruhig uns überlassen. Wenn Sie meinen, könnte in weiteren Kreisen ftic An'icht entliehen, das; der Beschluß des engeren Vorstände! vom 8. November nicht ernst zu nehmen sei, daß vielmehr der lengcrc Vorstand auch in Zukunft in solchen Fällen Milde walten lassen werde, so ist daö ein Irrtum.

I (rv besteht der feste Entschluß, den Beschluß strikte und ohne IluSnahme durchzusühren. Im übrigen stelle ich anheim, zu be. urteilen, ob die Kritik deS Abgeordneten Ablaß so ganz angebracht jwor. Ich erlaubte mir schon in einem Zwischenruf darauf auf- merk''am zu machen, daß seine Ausführungen, unser Beschluß sei |fpot gekommen, nicht am Platze waren. Unser Beschluß ist immer poch früher gekommen, als ein solcher von der Fortschrittlichen Doli'-Partei. Tiefe hat niemals beschlossen, daß sie Mitglieder äuSschließen werde, die für die sozialdemokratische Partei eintreten. K®r. Heiterkeit!) Wenn Sic andeuten, daß ein solcher Beschluß in Kürze zu erwarten sei, so nehme ich davon mit Befriedigung Kenntnis.

Abc,. Dr. Ablas? (Vp):

Ich furchte die Kritik deö Grafen Praschma nicht, mein Gewissen ist rein. ES ist sicher, daß in unseren Kreis eine kon­fessionelle Verhetzung hineingetragen worden ist, von per wir früher keine Ahnung hatten. (Lachen im Zentrum.) Führen Sie doch den Beweis, das; daS von unserer Seite gc- fichchen ist daS wird Ihnen nie gelingen. (Widerspruch im Zentrum.) Der Beschluß deö Vorstandes der Konservativen Partei läßt doch die Schärfe vermiffen, die nach ihrem sonstigen Auftreten notivendig wäre, um Remedur zu schaffen. Wenn Graf Westarp meint, wir würden einst ähnliche Beschlüsse faffen, so irrt er (Heiterkeit.) Er möge feine Ratschläge dem Zentrum geben, das sie brauchen kann. Wir lehnen jede Vormundschaft deS Grafen Westarp ab. (Sehr gut! linkS.)

Abg. Graf Westarp (.Qonf.): '

Der Beschluß unseres Parteivorstandes läßt, wie der Wort- loui ergibt, an Deutlichkeit und Klarheit nichts zu wünschen übrig. Wir sind gewohnt, in diesen Dingen der Ocfscntlichkeit ein ganz klares Bild zu geben. (Lachen links.) Cb die Gewohnheiten beim Abschluß gewisser Tampsungöverträge und ob der Begriff der Dämmung selbst nicht das Wesen der Unklarheit zeigt und dafür charakteristisch ist, überlasse ich dem Urteil deö Hauses. (Beifall rechts.)

Die Abstimmung findet am Dienstag statt.

ES folgt die Wahl deö Abg. Dr. Cohn-Nordhausen (Soz.). Die Koninnssion beantragt Gültigkeit.

Abg. Tr. Nenmno»-Hofcr (Vp.)c beantragt Beweiserhebungen, denn Herr Dr. Cohn.Nord« bansen muß, wenn der Wablproteit richtig ist, für die Stichwahl alv amtlicher Kandidat gelten. (Große Heiterkeit.) Nach ^er Hebung der Kommission sind dann Beweiserhebungen ohne veitercs notwendig. Die Gemeindevorsteher sind von Hau? zu HauS gegangen und haben erklärt, sei vom Landrat die Parole gekommen: Keine Stimme für Dr. Wirmer! (Lebh. Hört! Hört!) Einem Kriegerverein war das Fahnenband ent- sogen worden, weil Sozialdemokraten darin seien. Iebt erklärte der Reserveoffizier und Amtsvorslcher Rockstroh:Wenn Cohn gewühlt wird, bekomint Ihr daS Fahnenbind wieder!" (Gr. Heiter« teil!' Und der AmtSvorstelier in Tettenborn erklärte seinen Leuten: ..Ick habe heule meinen r o t e n T a g, den fömit Ihr auch haben! (Hört? Hört! und Heiterkeit.) Um zur Wabl CohnS aufzufordern, wurden un Kriegervereinölokal sogar Bilder sozial« demokratischer Abgeordneter aufgehängt. «Heiterkeit.) Der Kricgcrvcrein erhielt später ratfäcklich daS Fabnenband. Bei der Ueberreickung deö Bandes hatte Dr. Cobn dabei sein müssen, denn er hat cs dem Verein ja verschafft. (Heiterkeit.)

Abg. Stiuflcn (Soz.):

, , ist absurd, eine amtliche Kandidatur anzunehmen. ES V'bt viele K-.iegervereine mit sozialdemokratischen Mitgliedern. Jeder Kriegerverein strebt nach einem Fahnennagcl oder Fahnen« bank. Ta sollten die Änegerbercinc au» dem Cohnschcn Falle die Lehre ziehen und alle sozialdemokratisck wählen, dann ist ihnen da» Fabnenband sicher. (Heiterkeit.) Jct» weiß nicht, ob man sich boberen Orte» mit b e n Reserveoffizieren befaßt bat, bic s.ir un» agitiert haben. Tav falb allerdings noch ganz andere Falle als in Läwonberg. ?lber eine amtliche Kandidatur log nickt vor So naiv ist die Regierung mch? Ich will rnick nicht beut« lieber au »drücken, um nicht von hinten (auf bcii PräjiLcn. ten weisend) rektifiziert zu werden. (Heiterkeit.)

Abg. Dr. Reumann Hoser (Vp.):

ES handelt fick um eine sehr ernste Frage. Unser Antrag ist durckau» berechtigt.

Abg. etütflrn (Soz.):

Man sollte den Landrat darüber vernehmen, ob er gewünscht y.rk, daß Cobn gewäblt wurde.

Die Abstimmung wird auSgesevt, ebenso die Entscheidung über bie Dahlen der Abgg. Reck« Kons Laser (Statt.), Sosin »ki (Pole) und Herzog (Virtsch. Bgg.).

Da» Hau» Mriagt sich.

Sonnabend 12 ITbr: RecknungSsachen, Einschränkung des Hausierhandels. Disziplinarverfahren.

Schluß Uhr,,

Aus Stadt und Land.

Gieße n, 29. November 1913, Ter Befreiungskampf 18131815.

Zu einer nachträglichen Jahrhundertfeier hatte der All­deutsche Berband Gießen am Freitag abend nach Sic ins Garten eingeladen und hatte in jeder Hinnckt einen guten Erfolg damit zu verzeichnen. Ter BorsttzenDc, Freiherr von Liebig, begrüßte die Gekommenen, die den groyen Saal völlig füllten. Tann warf er einen kurzen Rückblick auf die große Zeit vor hundert Jahren und konnte es 'ich nicht versagen, zu beklagen, daß 1913 dem alten 1813 nach Der An- sjchl des Alldeutschen Verbandes durchaus nickt mehr gleiche, daß sich das heutige Deutschland, dem leider das völkische Bewußtsein abhanden gekommen sei, nicht mehr zu solchen Heldentaten aufraffen könne. Tamit jedoch cimt ein neues 1813 in der Stunde der Gefahr wiederkehren könne, darum wolle der Alldeutsche Perband kämpfen.

Tann begann Hofrezitator W. Neander-Hannover sei­nen Lichlbildervorlrag über Den Befreiungskampf /8131815. Große Sorgfalt war auf die Güte der Licht­bilder verwendet worden, die klar und übersichtig, farben­prächtig und, man kann sagen, wirklich kümtlerifch in ihrer Ausführung cm vorzügliches Bild jener Freiheitslage boten. Zn die Zeit des ersten Schlages, den Navoleon in Rußland erhielt, führte das erste der hundert Bilder, dem die bild­nerische Schilderung der ersten begeiferten Rüstungen in Preußen folgte Die bedeutendsten Männer jener Zeit, die wichtigsten Ereignisse glitten am Auge vorüber bis zur sieg­reichen Blücher-Schlacht an der Katzbach.

Mit der Vereinigung der drei napoleonfeindlichen Mo­narchien Oesterreich, Rußland und Preußen und seiner Mo­narchen beinnn der zweite Teil des Vortrages und führte bis zur Völierschlacht bei Leipzig. Ten Exodos des gigantischen Tramas in Der WeltgeschichteNapoleon" und den ausgehen­den Stern des zukünftigen Dnttschon Reiches schilderte der letzte Teil der Bilder.

Ten Redner, der sich auf eine fortlaufende, die Licht­bilder erläuternde Stimmungsmalerei beschränkte, unter­stützte in seinem begeisterten Vortrage ein volles sonores und modulationsfähiges Organ, das besonders im Affekt durch seine schöne Klangfarbe den Hörer gefangen nahm. Ter Vor­tragende schloß mit der feften Zuversicht, daß ganz Deutschland Mann für Mann einmütig un d frei­willig zur Fahne eilen und mit dem gleichen Mute tämpfen würde, wenn die Not einstmals wieder an den Mann treten sollte. * K. B.

Ober hessischer Kunstverein. Diese Woche sand wieder eine vollständige Acnderung der Ausstellung statt und wurden neu ausgestellt Sammlungen von Professor Adolf Beyer, Anna Beyer-Becker-Darmstadt, Georg Schäser- Düfieldorf. Ferner von Berliner Künstlern, welche dem .Block"-Bund deutscher Künstler angehören, H. Bremer, B. Clauß, B. Ehrenwcrth, W. Fritsch, I. Hänsch, 9L Horsten, K. Lcydc, W. Lategahn, H. Mcnnecken, C. Otto, E. Reichke, O. Nolofs, K. ©trüber, E. Wolfsfeld und L. Zierte. Auch unser einheimischer Künstler C. FrieS hät die Ausstellung wieder beschickt. Die äußerst reichhaltige Ausstellung hat Oelgemäldc, Aquarelle, Pastelle, Nadicrungen, Zeichnungen und Werke der Plastik aiifzuwciien.

, i Landkreis Gießen.

a. Beuern, 28. Nov. Die Gemeinde Beucjr.r besitzt in ihrem Kirchendiener Schneider einen SV ü n ft l e r beson­derer Art. Dieser bcDicnt fast 30 Jahre lang die aus Dem Anfang des vorigen Jahrhunderts stammende Kirchturnnihr. Ta­mil die schon stark abgenutzten Lager noch ein Jahrhundert halten, sucht der Künstler durch Auflage von Streichhölzchen und anderen Dingen auf die Lager die zu starke Abnutzung auszu­halten. Um die Uhr wenigstens an einigen Tagen des Jahres mit der Mitteleuropäischen Zeit übcrcinftimnieii zu lassen, hängt der Uhrkünstler einen oder zwei P f l a st e r st e i n k oder ent­sprechend der Witterung auch wieder einige solcher ab. Leute, die regelmäßig zur Bahn müssen, können sich auf diese Schneidarsch: Zeit nichl verlassen. Deshalb hat man auch schon für eine neue Uhr einen Betrag vorgesehen, aber später wieder gestrichen. Denn die Ausgabe fauu infolge der gewissenhaften Regulierung des altehrwürdigen Uhrwerkes durch den Kirchendiener noch jahre­lang erspart werden.

s. .Holzheim, 27. Nov. (Verspätet eingetrossen.) Dem SlricgcrDcrein war es vergönnt, die Geburtstagsseier des Großhcrzogs zu einer Freudenieier seines ersten Vorsitzenden. G. H. Grieb V. zu gestalten, dem das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für Verdienste verliehen worden ist Arn Mend des 25. übermittelte ihm der Kriegerverein feine Glückwünsche und hob die Verdienste des Herrn Grieb hervor, die sich dieser in 38jäl;riger Tätigkeit um die Verbreitung des Kriegervereins­wesens erworben hüt.

= Ober-Hörgern, 27. Nov. Zn der Neihe der vom Großherzog Ausgezeichneten gebärt auch die Hebamme Anna Margarethe Seivp zu Ober-Hörgern, die die silberne Verdienstmedaille des LudwigsordenS erhalten hat.

Kreis Büvingen.

§ Dauern heim, 28. Nov Auch in unserer Gemeinde wünscht ein großer Teil der Bewohnerschast elektrische Be- leuchtung. Wahrend sich ein Teil an das Wölfersheimer Elektrizitätswerk anschließen möchte, trägt sich ein anderer Teil der Bürger mit dem Gedanken, eine eigene Kraft st ation tu errichten, was jedoch mit mehr Kosten verknüpft ist.

Kreis Friedberg.

L. Fried berg, 28 Nov. Der Friedberger Be­amt en k on su m verein, welcher einige Jahre bestand, hat sich aufgelö st.

Die Eintlagunsi bint.rzogcner Kommunalsteuern ist im orDrutlifa.ii Rechtswege nicht zulässig.

Bei Streitigkeiten über Ansprüche öffentlidy-recbtlidier q?atuT, namentlich über Heranziehung zu öffentlichen Laßen und Abgaben, insbesondere auck» zu K o in m u n a l a b q a b e n ist der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten ausgeschlossen. Sie sind von den B e r w a 11 u n g s b e dörden und den Verwaltungsgerichten zu entscheiden Tas Reichsgericht har deshalb bereits in frühere.« Cntscheiduugen ausgeiprocken. daß der Rechtsweg unzulässig ist, wenn ikmano eine ülagc auf Rückzahlung angeblich zu Unrecht gcmhltcr Mcmmunalitfurrn ans dein Gesichtsvunkte des Irrtums oder cer uiuiererbtftmqtrn B^reich^ing erhebt Umgekehrt ift aber aud; eine Klane au f Zahl u n g von absichtlich hinter« * o g r n e ii Kommunalsteuern vor den ordentlichen (Meritt- T?rnilmü«nhU m ReichSyericht jetzt entschieden hat

r.S ,\tnr aur unerlaubte .Handlung -<S 823,

nffhiixl wird, ändert daran Umftünh'u bT x»2 den wnd rbaren zuüand, daß unter umuenrm -'in.erzoaen.- kommunalsteuern iriiolae n?chtAV 4ommyna!''-'--r Web ' überbaust

nidit ii a d» 11 ä g l i di eiugezog<u t*- r f >

dem preußischen - onmmnalsteuergrfetz lucrbcn die m 3«, munalfieuern m ,wnn txm .taidXäecn tu cxn 3taatJtcufTn hoben. Der ÄentmaqjädÄrr K. ui Paderborn bat mm wie

feststeht, während einer Reihe von Jahren von 1907 bis 1911) sich einer Hinterziehung der Staatsitcucr schuldig gemacht, indem er absichtlich fein Ern kommen zu niedrig angegeben bat infolge­dessen bat K. während dieser Jahre aurf>_emc ,u niedrige Kom­munalsten er gezahlt. Tie hinterzogenen Lraatssteuerbeträge^tlnd von M im Wege der Nachsteuer emgeforbert worden. Tie -ctabt Paderborn rersuchre .zunächst, die hinterzogenen K>ommunalsteuer- betrage in der Form von Zuschlägen zu der Nad'sreucr zu erheben. Sie hat aber diese For>erung infolge des Wio-eripruchs des M. fallen lassen müssen, weil das nach der Rechtsprechung des preu­ßischen Oberverwallunzsgerichts mdn mog^ck ilt. Im Verwal­tungszwangswege sind die hinlcrxogtmcn M'ommunalfteuent alw ton K nicht etnui^chc.i Die Stadt Paderborn bat bann gegen Ä. im ordentlichen Rechtswege auf Zahlung der burtmoaenen Steuerbeträge von etwa 2000 Mark geklagt. Sie stutzt die Klage auf § 823 B G.B.: der BeNagte Habe ein Jon üiges Recht" im Sinne dieser Gesetzesbestimmung, nämlich das Steuerrecht der Klägerin, verletzt. Ferner mackt die Stad: zur Begründung der Klage geltend: der Beklagte Habe ihr vorsätzlich in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Seife Schaden zuge- fügt «8 826 B.G.B

Landgericht Paderborn und Oberlandcsgericht Hamm haben die Klage wegen Unzulässigkeit des Rechts­weges abgcwiesen. Zur Begründun; führt das Oberlandes- geriefr aus: Es bandelt fick bei dem Klageanspruch nur inicbcr um einen der zahlreichen Fällen wo versucht wird, össcntlich-recht- lidic Ansprüche zur Entscheidung durch die ordentlichen Gerichte zu bringen Dieser Versuch ist -uruckzuweiseu. Es steht hier eine öffentlich rechtliche Verpflichtung pes Beklagten in Frage. Tas Reichsgericht hat bereits in Band 67 feiner Entscheidungen aus- aesvrodren, daß die Frage- der Abgabcpslicht nicht dadurch zum Austrag mi ordentlichen Recklstocy gebradn werden kann, daß der Steuerpslicktige wegen angeblich yi Unrecht erhobener Kvmmunal- steuern die Bereicherungsklage gegen die Stadt anstellt. Hier liegt die Sache nur umgekehrt. Wollte man den Rechtsweg für den er­hobenen Klageanipruch .zulassen, so müßte das Gericht den Be­klagten zur Kommunalsteuer neu veranlagen. Das gehört ober keinenfalls zu den Aufgaben der orde.itlichcn Gerichte. Der Rechts­weg ist deshalb unpilässig.

Das Reichsgericht, hat diese Entidieidung gebilligt und mit der Zurückweisung der von der Stadt Paderborn eingelegten Revision das Urteil des O be rl an desg e- richls bestätigt.

kirchliche Nachrichten«

Evangelische Gemeinde. .

Sonntag, den 3 0. 91 o t> e m b e r, 1. 91 b ö e n t. Kollekte für die Kirchenkafje.

Gotterbienft.

3n der Stat-tfircbe.

Vormittags 9", Uhr: Pfarrer Schwabe.

Beichte und heiliges 911'endniahl für Matthau»- und MarkuS- ncmcinbe gemeinfain. Anineldung vorher bei dein Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags 11X Uhr: Kinberkirche für die Vtarkusgemeinde.

T'farrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Montag, den 1. Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirniierten weiblichen Jugend der MattbliiiSgenieindc.

Tonnerstcg, den 4. Dezember, abends 8 Uhr, im Maikus- faah B i b e l fl un de. (Brief des Jakobus.)

Piarrer Schwabe.

Sonntag, den 7. Dezember, als am 2. Advent, findet im 9lbendiottcsdienst Beichte und heiliges 9(bcnbmabl für die SJlarfiifl* oemeinde statt; am 8. 'Advent, ebenfalls im Abendgottesdienst, für die VkatthäuSgenieinde. Zu beiden wird besonders and) die kon­firmierte Jugend eingeladen. 9lmnclbung vorher bei dem Pfanec der Gemeinde erbeten.

In der Zohannerkirche.

Vormittags 9' . Uhr : Piarrer A uS ' eld.

Beichte und heiliges Abendmahl für die LukaS- und Johannes- gemeinde gemeinfain. Anmeldungen vorher bei dem Piarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags lt!L Uhr: Kinberkirche für die IohanneSgemeinde.

Pfarrer 91 u 8 f c I b.

Abends 5 Uhr: Pfarrer B e ch t o l S h e t m e r.

Abend? 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im JohanneSsaal.

TUlhvod), den 3. Dezember, abends 8 Uhr: Bibel stunde im JolianneSsaale. Pfarrer 9luSfel d.

Freitag, den 5. Dezember, abends */,6 Uhr: Vereinigung bei konfirmierten weiblichen Jugend der LukaS- und Joliannesgemeiiide 9lärf)urünfliqeit Sonntag, beit 7. Dezember, als am 2. Advent, wird in l eiden Lirchen die alljährliche Kollekte für die evangelischen Gemeinden in Oesterreich erhoben werben

An bemselben Doge finbct im Abendgottcsdienst Beichte unb heiliges Abendmahl kür die Joliannesgemcinbe statt, wozu besonders and) die fonfirniievte Jnaenb cingeladen wird. Anmeldungen werden vorher im Pfarrhause, Süd-'.'lnlage 8, erbeten. Die Abend- mahlS'eier für die LnraSgenicitide findet am 3. 2ldvent, cbenfalll im AbenbgotteSbienst, statt.

Wartburg", chriftlicher Jünglings unb Männer-Verein.

Dienstag, abcnbc 81/, Uhr, Bibelstunde, | <-»

Wutivod', abcitb» 8 Ubr. Ttinlstunde, >

Donnerstag, abenbS 8 Uhr, Utiterhaltungsabend. s ' rabe Ia eoiintag, abenbä8 lUjv, Vortragsabend. Diezstraße 15.

Lvanyelischer Gottes-ienst.

Mainzlar: Sonntag, den 16. November, nachmittags 1*/, Uhr. Dekan Guß in ann

katholische Gemeinde,

tfiattesbienst.

Sa in Stag, den 29. November:

Nachmittag? um 5 Uhr rmd abends um 8 Uhr: Gelegenheft zur heil. Beichte.

Sonntag, den 80. November. J. 9l d v e n t - 3 o n n t a g:

Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur Hl. Beichte.

, nm 7 Uhr: Tic erste hl. Meße.

um 8 Ubr: Austeilung der hl. Komniunion.

um 0 Uhr: Hochamt uül Predigt.

, um 11 Uhr: Hl. Melle i.nil Predigt.

NachinittagS um 5'/, Uhr: Ehrifteiiti'hre: darauf AbveutS-Anbacht.

Diaspora-Gottesdienst.

Tonn tag, den 30. ülovember

In Hungcu um 97, Uhr.

Bei

iHofeocrneker* Oho se w arZ-Hich itrovan Ille bevcx"zu^t.

Ko pf sch

UaflkartroR«« \ in seiner sich und milden Wirkung. In allen

Apotheken

Tas Kommen und Gkbcn ganzer Böl*'r, ihr gewaltiges Kämpfen und Ringen um Existenz unb .Herrschg^valt, ihr heroisches, sau titanenhaftes Trotzen, mit dem sie lieber lubr'lnd unb begeistert in bcn Tob gegangen, als dem verhaßten 2irr\'r sich zu unter­werfen, bat nie ein Dichter mit solch imposanter Kraft der An­schauung unb w hinreißender Ducht der Emv'inbi.ng vor die Seele des Leser-.» nefübrt, roic Felix Tabu in seinen weltbekannten histori­schen Romanen. Ter bisherige tcur* Preis seiner Vierte war für die meisten feiner Bewunderer ein Hindernis, dieselben v.i erwer­ben Um so mehr wirb die soeben erschienene moblier/c illustrierte Geiamto'ic gabe von F e l i x T n h n s A e r ! e n überall mit Freu­den begrüßt werden Die Buckhanblnng Marl Block >n BreSlau heien dieselben sofort komplett gegen bequeme monatlich: Teilzah­lungen. Auf bas Jtn'erat in heutiger Nummer feien die Leier besonders aufmerksam gemacht. C/n