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.Eisenbahnunfall.
Paris, 30. April. Wie aus Rodez (Departement AvLhroni gemeldet wird, ereignete sich bei Sevckrac ein schwerer Eisenbahn- nnfall. Mehrere Reisende sollen getötet, an 20 Personen verwundet worden sein.
Vorschläge der mazedonischen Bulgaren.
Köln, 30. April. (Priv -Tel.). Die ,Mln. Ztg/' meldet aus Sofia, .daß die mazedonischen Bulgaren eine lebhafte Tätigkeit entfalten. Denrnächst soll eine große Versammlung stattfinden, in der gegen die Schreckensherrschaft der serbischen und griechischen Behörden Einspruch erhoben toerben soll. Ferner wurde die Ausarbeitung einer Denkschrift beschlossen, die der russischen Regierung überreicht werden soll. Rußland soll bei der Verteilung Mazedoniens unter die Verbündeten Schiedsrichter sein. Man will verlangen, daß der bulgarische Teil Mazedoniens auch Mazedonien zufällt.
Universitäts-Nachrichten.
bk. Der Chirurg Geheimrat Prof. Dr. Edmund Leser in Frankfurt a. M. begeht am 1. Mai feinen 60. Geburtstag. Er war von 1884 bis 1908 Mitglied des Lehrkörpers der Universität
Der streitbare Pfarrer von Corvey.
O Höxter, 29. .April.
In die unerquicklichen seelsorgerischen Verhältnisse der alten Reichsabtei Corvey leuchtete eine Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht hinein, das in einer Privatbeleidigungssache des Pfarrers Dr. Hille gegen dessen Küster Risse, verhandelte. Die Differenzen zwischen dem Pfarrer und seinen Gemeindemitgliedern haben schon verschiÄ>entlich die Gerichte beschäftigt. Dem Beklagten wird zur Last gelegt, daß er lnz einem Sühnetermin, den er mit einem gewissen Göpert hatte, gesagt haben soll, dieser solle fid; nicht so für den Pfarrer ereifern, wenn die Sache zur Verhandlung käme, würde er, Risse, noch mehr aufdecken und den Pfarrer so in ben Schmach ziehen, daß er vor aller Welt als gemeiner Gassenhauer dastände und vor der Qesfentlichkeit blamiert sei. Weiter soll der Küster Risse gesagt haben, er könne den Pfarrer wegen Unterschlagung belangen, dieser habe auch einem anderen Priester ein Paar Manschettenknöpse gestohlen. Wegen dieser Aeußerung hat Tr. Hille Klage erhoben, außerdem noch wegen tätlicher Beleidigung, da der Küster chn in der Sakristei gestoßen haben soll. Tie letztere Straftat bestreitet der Betlagte, während er für seine Aeußerungen den Wahrheitsbeweis führen will. Uebet den Umfang des Wahrheitsbeweises erklärt Rechtsanwalt Franck folgendes: Ter Kläger hat sich der Unterschlagung von Kirchengeldern in seiner früheren Stellung in Laufenhagen bei Unna schuldig gemacht. Wir stellen folgendes unter Beweis: Ter Kläger hat, als er nach Bausenhagen kam, die Pfarrwohnung als reparaturbedürftig angesehen und hat dem Kirchenvorstand davon Mitteilung gemacht. Die Reparaturen wurden nicht genehmigt, trotzdem hat sie der Kläger ausführen lassen. Er hat, nachdem er im Juli 1906 seine Stelle angetreten hatte.
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Ein deutscher Student in Frankreich verurteilt.
Stuttgart, 29. April. Die „Württemberger Zeitung" meldet aus Paris: Vor der 9. Strafkammer hatte sich heute der deutsche Student Karl Haag aus Stuttgart, der an der Pariser Universität immatrikuliert ist, zu verantworten. Dem Studenten wurde zur Last gelegt, in der Rächt vom 25. auf 26. April in einem Boulevard-Cafe beleidigende Worte über Frankreich ausgesprochen und dadurch Anlaß zu einer allgemeinen Prügelei gegeben zu haben. Besonders streng wurde ihm vorgehalten, daß er gesagt haben soll: Von euch niederträchtigen Franzosen stecke ich sechs auf mein Bajonett und röste sie lebendig. Trotzdem sich Haag mit Betrunkenheit entschuldigte, eine Tatsache, die auch von Augenzeugen bestätigt wurde, hielt es das Gericht für angemessen, ihn zu zwei Monaten Gefängnis und 105 Franks Geldstrafe zu verurteilen.
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vevrnrscbter.
* Ern Kind im Müllkasten. Aus Berlin wird gemeldet: Auf dem Dose eines Hauses in der Bandel-Straße in Moabit fand man in einem Müllkasten in einer Tüte ein» gewirbelt ein neugeborenes, aber noch lebendes' Kind, das von einer yt demselben Hause wohnhaften.Schuhmacherfamilie vorläufig in Pflege genommen wurde. Rach den ärztlichen Feststellungen lag das Kind bereits feit gestern abend in dem Müllkasten. Es ist als ein Wunder zu betrachten, daß das Kind nicht erstickt oder durch die aus ihm' liegende heiße Asche verbrannt wurde.
* Zwei Kinder kurz nacheinander überfahren. Aus Soest wird gemeldet: Bei der Einfahrt in die Stadt überfuhr ein Bonner Automobil einen vierjährigen Knaben. Die Insassen wollten nun das schwerverletzte Kind ins Krankenhaus bringen, auf dem Wege dorthin überfuhr das Automobil ein sechsjähriges Mädchen. Ter Knabe ist bereits gestorben, das Mädchen sclpvebt in Lebensgefahr.
* ©in schweres Automobilunglück ereignete sich am Dienstag vormittag in Bred ach bei Saarbrücken. Erne Saarbrücker Taxameter-Auto-Droschke mit vier Arbeitern, die eine Vergnügungsfahrt machten, schlug um, da der Führer die Gewalt über die Steuerung verlor. Bon den vier Insassen wurde einer getötet, einer schwer verletzt.
* Schwerer Unfall des Orientexpreß. Aus Passau wird gemeldet: Im Orientexpreßzuge, der abends 8V2 Uhr in Nürnberg eintreffen sollte und eine zweistündige Verspätung hatte, platzte aus unaufgeklärter Ursache der Kessel der Lokomotive. Heizer schwer verbrüht, Führer erheblich verletzt.
* Er n n eu er Spr en g stoff. Professor d ' Ars onval in Paris teilte in einem Vortrag über flüssige Gase mit, daß es ihm gelungen sei, einen neuen Sprengstoff herzustellen, indem er Ruß mit flüssigem Gas durchtränkte. Die Sprengkraft dieses Stoffes, mit dem jüngst in einem Steinbruch Versuche vorgenommen seien, übertreffe die des Dynamits um das zehnfache.
* Erdbeben. Aus Ottawa, 28. April, wird gemeldet: Heute abend 7.40 Uhr wurde im westlichen Quebeck am östlichen Ontario ein Erdbeben beobachtet. Cs wurde fast in ganz Quebeck verspürt. Das Teleskop des hiesigen Observatoriums wurde zerstört. Das Gerücht, daß das Observatorium selbst zerstört worden sei, ist falsch.
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bis August 1906 aus dem Kirchenvermögen 4450 Mark abgehoben. Bis zu dieser Zeit waren aber überhaupt noch feine Zahlungen für die Reparaturen fällig. Er hat mit dem Gelde auch keine Zahlungen geleistet, sondern den größten Teil des Geldes zur Begleichung von alten Privatschulden verwandt. Der Kläger war stets verschuldet, als er von Bausenhagen fortging, waren ihm seine sämtlichen Möbel gepfändet, und zwar überwiegend für Weinsckmlden, aber auch für andere Sachen. Wir stellen ferner unter Beweis, daß der Kläger zu jener Zeit 4000 Mark nach Berlin für eigene Zwecke gesandt hat. Auch hat er einen Betrag von 500 Mark aus einem Holz verkauf nicht nachgewiesen. Ferner wird behauptet, daß der Kläger ans der Kirche Schmuckgegen- stänüe fortgenommen und nicht wieder zurückgegeben hat.
Zeuge Landwirt KißMar (Bausenhagen) war Mitglied des Kirck-envorstandes und betilnbet, daß der Pfarrer etwa 10 OOO Mark des Kirchenvermlögens von der Sparkasse abgehoben habe. Ter Kird-envorstand verlangte RechnungsleguM, konnte aber keine bekomm en. Der Zeuge fuhr bann mit einem anderen Mitglied des Kirchenv0rstandes zum Bischof nach Paderborn und führte Beschwerde. Der Pfarrer legte bann auch Rechnung, aber nach Ansicht des Zeugen hat nicht alles gestimmt. Ter Zeuge erklärt weiter, daß der Pfarrer zur Vornahme von Reparaturen am PfarrHause die Genehmigung der Gemeindevertretung brauchte, bie habe er,aber nicht gehabt, die Abhebung der 10 000 Mk. von der Sparkasse sei also unbereckstigt gewesen. Bert.: Sah man die Sache so an, als ob er die Gelder für sich verwandte? Zeuge: Jawohl, diese Ansicht herrscht auch heute nodj allgemein. Zeuge Zimmermann Kaufe war ebenfalls Mitglied des Kirchenvorstandes in Bausenhagen. Er erklärt, daß die vonr Pfarrer veranlaßten Reparaturen ganz geringfügig waren, so daß unmöglich nahezu 11 000 Mk. dafür gebraucht werden konnten. Bert. Rechtsanwalt Franck: £>at der Pfarrer nicht einmal aus den Waldungen der Kirche Holz schlagen lassen und für 500 Mark verkauft, die er nicht verrechnete? Zeuge: Jawohl. Zeuge Pfarrer Salm ist als Nachfolger des Privatklägers nach Bausenhagen gekommen. i$r fand mehrfach die Ansicht vertreten, daß Pfarrer Hille mehr Kosten verrechnet hatte, als wirklich vor- handen waren. Während seiner Amtszeit seien Rechnungen über große Weinbestellungen des Privatklägers bei ihm eingelaufen. Er habe auch davon gehört, daß Schmuckgegenstände aus der Kirche verschwunden sein sollen. Privatl'läger Tr. Hille erklärt hierzu, daß er die Sachen an einen Gol barbeit er in Bochum' für 12 Mark verkauft habe. Tas Geld sei zürn' Schmuck des Hochaltars verlangt worden. Bert. Rechtscknwalt Franck stellt fest, de»ß fcer Pfarrer dieses Geld nicht verrechnet habe. Dr. H i l l e^erklärt hierzu, er habe abrechnen wollen, sein Nachfolger Salm sei aber nicht zu sprechen gewesen. Zeuge Pfarrer Salm bezeichnet dies als falsch.
Zeuge Pfarrer Klugge (Hembsen) hat einmal bei Dr. Hille zwei wertvolle Manschettenknöpfe liegen lassen. Ter Zeuge mußte Dr. Hille mehrmals auffordern, ihm die Knöpfe zurückzuschicken: er hat sie erst nad} längerem Drängen zurückerhalten.
Tas Urteil des Gerichtshofes lautete gegen den Küster Risse auf eine Geldstrafe von 150 Mark. Von der Anklage der tätlichen Beleidigung mürbe er freigesprochen. — In der Nrteilsbeqrünbung wurde ausgeführt, daß der Wahrheitsbeweis, der sehr streng geführt merben müsse, nicht erbracht worben sei. Ter Schutz des § 193 habe dem Beklagten nickst zugebilligt werben können, denn in einem schiedsgerichtlichen Termin hätten sich die Parteien zu einigen und nicht brüte Personen zu beleidigen.
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Halle. — In Erlangen ist am 27. April der ordentliche Pra- sesfor der klassischen Philologie und der Gymnasialpädagogik an der dortigen Universität, Dr. Adolf Roemer, im 70. Lebensjahre gestorben. — Prosessor Dr. jur. Hans Gmelin in Frei- durg i. Br. hat den Ruf als außerordentlicher Prosessor für ofienb liches Recht an die Universität Kiel als Nachfolger dou Prosessor E. Kaufmann angenommen. — Geheimrat Universitätsprofessor Dr. Sigmund Ritter von Riezler in ifflün eben feiert am 2. Mai seinen 70. Geburtstag. Prosessor v. Riezler ist ein geborener Münchener.
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MMnigfachen ?c erfaßt, auch fopden an sich, kunstvoll zu \ dieser scharf > das Menschen- ueden gibt, die sie die Grenzen
Glauben ba> dem Menschen- iß sie mir nach «m ist, sondern sie trachten selbst arbeiten, iiarf in Zelbft- ^undFriÄen. daß das Dies- gung gibt, sie •' prechen oft mit gen, daß ich P j 0 meine Heimei i turforschcr fein $ verweltliche Ziel ■ ist. Jesu Reich x iefer Welt; aus L rt, irie er getan k eine ewige, um E Jr her leben, das U war an Kultur, ■ en Drucke stand, n , daß der lob K trennen werde, i;: ifefaft mit ben ' I yüat xivc miv oJöci eine M Die Denkenden
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des Steigerten MLetpreises tm Betrage von 24 Mk. z-u. zahlert. Drc^ Gesuche der Lehrer Weil unb Müller wurden ab gelehnt. Das Gesuch des Gemeindeeinnehaners Ludwig Möbus, seine Dicustkaulion von 10000 auf 7.500 Mk. herabzusetzeu, wurde gegen die Stimme des L. Deibel ge- neymrgt, du auch andere Rechner kaum die Hälfte zu stellen haben. iDie von Weller ausgesprochene Beleidigung gegen den Genreindercrt soll er durch einmalige Veröffentlichung im Gießener Anzeiger und in der Oberhess. Volkszeitung als unwahr zurücknehM-en. Andernfalls soll ein gerichtliches Berprhren gegen ihn eingelertet werden. Zum Schluß verl-as der Bürgermeister nock) ein Schreiben, in dem das Kreisamt denr in den Ruhestiarrd ,getretenen Gemeindeeinnehmer H. Lang für seine 29jährige überaus zuverlässige und tüchtige Führung der GemeindeLisse seinen besten Tank zum Ausdruck bringt. Auch vom gesamten Ortsvorstand wird Herrn Langs Tätigkeit allgemein anerkannt und dem Wunsche ^Ausdruck gegeben, daß ihm ein recht ruhiger und glücklicher Lebensabend im .Kreise seiner Familie und der gefantten Gemeinde beschiedan sein möge.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 29. April. Ein Ans schreib en hat heute die Staatsanwaltschaft gegen einen Unbekannten erlassen, der ani Sonntag Abend zwischen 8 und 9 Uhr aus der Landstraße zwischen Ober-Liebersbach und Mörlenbach ein sechsjährigeSMadchen überfiel undver- gcwaltigte. Nach der Beschreibung hat der Bursche schwarzen Schmirrbart und eben solches langes Kopfhaar, eine gesetzte mittelgroße Statur, 1,60 bis 1,65 m groß, grauen zerrissenen Anzug mit schwarzen Flicken, schwarzem Filzhut mit zerrissenem Band und gernfjenen Schuhen.
Hessen-Nassau.
W. Frankfurt a. M., 29. April. Die Firma I. Adler jun. hier, Inhaber Henry, Albert und Max Rothschild, feiert morgen ihr 50jährigeS Geschäftsjubiläum. Die Firma, die sich zu einer der bedeutendsten Schrot-Firmen DecitschlandS entwickelt und außerdem eine bedeutende 2lb- teilung für Eisenbahnbaccken eingerichtet hat, besitzt Filialen in Berlin, Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Leipzig und München und hat eigene Niederlassungen in Mailand und Zürich.
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