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31.3.1913 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

M. 74

165. Jahrgang

Erscheint-ttch mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Ohertzejftn

Rußlands " Widerwillen

gegen

SonnenstrsMcä^

gänzende Aussichten. Die Berge am Aprilfluß gehör Hnnsteingebirge. lieber die Besiedelungsverhältniss

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geborene angetroffen wurden: allein am Mittellauf des Maiflusses fanden sich 96 Häuser, 28 Schutzhüllen und 7 Rundhütten mit etwa 10002000 Eingeborenen. Am Leonhard-Schultze-Fluß lag ein größeres Dorf mit etwa 200 und drei kleinere Dörfer mit je 6080 Eingeborenen. Am Aprilfluß wurden dagegen nur Schutzhütten bemerkt, während der Frieda-Fluß unbewohnt war?

Abseits der Straße stieß man überall auf Spuren von Bergbewohnern, mit denen die Expedition in freund­schaftliche Beziehungen trat. Ferner wurden U'ährend des Borstoßes meteorologische Beobachtungen angestellt und Tri­angulationen oorgenommen. Auf dem Vorstoß zum Hnn- steingebirge wurde nach dem Passieren des Sumpfes wieder ein See bei dem Eintritt ins Gebirge angctroffcn. Bei dem Aufstieg zur Spitze wurde bei 10Ö0 Meter die Moos­region ereichl, der Wald erstreckte sich bis zum Mpfel. Auf ihm blieb Behrmann fünf Tage uub genoß während dieser Zeit zweimal einen weitreichenden klaren Aus blick auf das Zentralgebirge. Nach einem wohl 1000 Meter­hohen Steilabsturz nach Süden folgt etwa eine 20 Ki­lometer breite Ebene. Erst jenseits non ihr beginnen die Vorberge des Zentralgebirges, dessen auf 3000 Meter Höhe geschätzte Gipfel sich in voller Bewaldung als eine lange Kette von Westen nach Osten 'hinziehen. Die .Haupthöhc der wohl 150 Kilometer langen Erhebungen, die Behrmann über­blicken konnte, lag südlich der Hunsteinspitze, ein breiter, steil nach Norden abfallender Gipfel mit einem kleineren Nachbar. In den südlichen Partien waren schroffe For­men in den höchsten Erhebungen nicht selten, nach Westen hin lagen breitere, massigere Berge, während sich der Zug nach Osten in einzelne Massive cruflöste und gleichzeitig die Höhe abzunehmen schien. Dann machte Dr. Behrmann einen großen Vorstoß ins Innere Nmguincas. flurf) hier konnte er über die Gebirgsanordnung Klarheit gewinnen.

Indem er den Aprilfluß nach Süden verfolgte, kamen Ge­birgstäler in Sicht, deren Landschaftsbilder' den Echarakter eines untcrgetauchten oder versinkenden (Gebirges erweckt. Weiter nach Süden setzt, von dieser Bergkette unabhängig, eine völlig andere Gebirgsanovdnung ein, es gliedert sich das Bergland in Grate, die ungefähr von Norden nach Süden laufen. Es sind sandige Tonschiefer und tonige Sandsteinschicfer, die von zahlreichen Oucrrzadcrn durch­zogen werden. Südlich des Bambusberges vereinigen sich lange Nord-Süd gerichtete Täler zum konsequenten April­flußtal. Dieses scheint an der Kulmination in 2300 bis 2400 Meter Höhe zu entspringen. Die Wasserscheide wurde von Dr. Behrmann am 13. Dezember 1912 erreicht und damit eine sehr wichtige Aufgabe gelöst. Sie besitzt eine Höhe von 1720 Bdetern. Die Bevölkerung ist hier sehr spärlich

Hunsteingebirge. lieber die Besiedelungsverhältnisse wird berichtet, daß am Mai- und Leonhard-Schultze-Fluß Ein-

DieHietzener Familienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das ..Kreisfclatt für den Kreis Sieh-ir" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seil» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schub straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

Lin neuer Bericht von der Seutichen Neuguinea- Expedition.

Bon der weiteren Tätigkeit der deutschen Neuguinea- Expedition läßt sich aus Briefen Dr. Walter Behrmanns an Geh. Rat Penck ein Bild gewinnen. Gaben die bisherigen Berichte eine Darstellung der Ausreise bis zur Erreichung des Hauptlager's bei Malu und der Durchforschung des Hunsteingebirges, so gelten die jetzigen Mitteilungen dem ersten Vorstoß ins Innere. Sein Zweck war, die Neben­flüsse am oberen Sepik, dem mäanderartig geschlungenen Kaiserin-Augustafluß, zu erkunden und unter ihnen jenen herauszufinden, der am sichersten einen Weg bis ins Innere der Insel öffnet. Vier südliche Nebenflüsse wurden auf­wärts verfolgt und erhielten die Namen Aprilsluß, Lcon- Hard-Schultze-Fluß) Frieda-Fluß und Maifluß.

Die weiteren wichtigen geographischen Ergebnisse der Expedition sind, r c die Z e i t s ch r i f t*d er G e s e ll s ch a f t für Erdkunde initteilt, vor allem drei Feststellungen: ein Gebirge, das sich in 17002400 Meter Höhe hält, die Wasserscheide, die sich aus deutschem Boden etwa auf dem 5. Grad südlicher Breite befindet, und neben dem Zentral­gebirge (im Westen Viktor-Emanuel-Gebirge genannt, ein nur an einzelnen Stellen mit durch niederes Bergland verbundenes selbständiges Gebirge. Indem man den Sepik von Malu aufwärts verfolgte, kam man in eine Sumpf­waldebene. Erst in zehn bis zwanzig Kilometer Entfernung vom Sepik beginnen gebirgige Höhen, die im Westen 12001900 Meter erreichen dürften, mit Ausnahme der Stelle, an der der Maifluß sie verläßt. Dort finden sich nur Berge mittlerer Höhe, die zum Teil den Elwrakter der sächsischen Schweiz tragen. Es gelang, den Pfingstberg zu ersteigen. Eine geschlagene Aussicht öffnete nach Süden und Südwesten einen Blick, der von einem etwa 1800 Meter hohen Gipfel abgeschlossen wurde. Die Endpunkte am Frieda- und Leonhard-Schultze-Fluß bpten zwei sich cr-

Der BerlinerLokalanzeiger" meldet aus Belgrad: Montenegro will im Einverständnis mit den Verbün­deten nicht auf d i e E i n st e l l u n g der Feindselig­keiten vor dem Fall S k u t a r i s eingehen. Die V e r b nndete n werden daher dem Bermittlungsvorschlag nicht zustimmen. Inzwischen wird Skutari wei- 1er bombardiert.

DieFrankfurter Zeitung" meldet aus Wien vom 29. März: Nach hier angelangten Meldungen heißt es, daß die Beschießung von Skütari durch die Montenegriner inieber ausgenommen werde. Falls sich dies bestätigt, wer­den unverzüglich die von der Londoner Botschafterlönferenz beschlossener! Maßregeln ausgeführt, und Oesterreich-Ungarn würde die Blockade von Antivari und Duleiguo vornehmen.

DieNorddeutsche Llllgemeine Zeitung" schreibt in ihrer Wocheurundschau n. a. :

Wir möchten uns auch an dieser Stelle der in der bedeutungs­vollen Rede Sir Eoward Greys vonr 25. März ausgedrückten Erwartung anschließen, daß eine Fortdauer der B e st ü r m u n g Skutaris von Montenegro als ein zweckloses Gemetzel erkannt nnd baldigst eingestellt werde. Damit würde der Amvendung von Maßregeln vorgebeugt, die leine Großmacht ycrbeijührcn will, die aber bei anhaltender Auflehnung gegen den Willen Eurovas unvermeidlich werden könnten. Ueber die Festigkeit dieses Willens sollte man sich nicht täuschen. Ernste Gründe sprechen dafür, daß die einhellige Arbeit der Mächte auf der Höhe bleiben wird, wie sie sich in der Dienstagssitzung des Unterhauses

in den Ausführungen Asquiths und Greys unter der Zustimmung des britischen Parlaments gezeigt hat.

DerTanin" weist bie neuen Forderungen Bulgariens zurück und erklärt:Die Preisgabe der Linie K aragatscb- Lüke Burgas-Wisa hieße, dem Feinde freie Bahn nach Konstantinopel gewähren. Wenn wir die Hüter der Meerengen sein sollen, müssen wir den Zugang zu ihnen vollständig besitzen."

Russische Wünsche.

Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß Ruß­land, unterstützt von Frankreich, von der Pforte gewisse Privilegien verlangte, die mit den Dardanellen Zusammenhängen und von bereit Erfüllung die russische Regierung ihren Protest gegen die letzten bulgarischen For­derungen in der Friedensfrage abhängig machte. Dieser Versuch R u ß l a n d S , die D a r d a u e l l e n f r a g e wieder aufzu rollen, erkläre die Verzögerung in der Ueberreichung der Note der Großmächte an die Pforte.

Die Südgreuzc Albaniens.

Das Reukersche Bureau erfährt über die Besprechungen der Botschafter hinsichtlich der Süd grenze Alba­niens, daß die von Griechenland vorgeschla­gene Grenze am Adriatischen Meer bei der Bai von Chimara beginnt, von dort nach Tepeleni zur Stelle des. Zusammenflusses dem Trhnvs und dem Wiosa läuft, dem Laufe des letzteren Flusses bis Klisura folgt und von dort den Kamm des Tangli-Debirges entlang durch die Täler des Devol und Schknmbi bis zum Ochrid:-See geht, wo sie mit der Südspitze an der von den Mächten bestimmten Nordostgrenze Albaniens zusammentrifft. Die Botschafter haben noch keinen Beschluß gefaßt, wie sie zu der Frage Stellung nehmen werden. Nach-den Vorschlägen, bi? einige Mächte entworfen haben, sollen jedoch etwa zwei Drittel des von Griechenland beanspruchten Gebietes Albanien zu- gesprochen werden mit 252 000 Ölriechen und 141 000 uicht- albanesischen Mohammedanern. Ueberdies "wird noch vor­geschlagen, daß das Festland gegenüber Korfu zu Albanien geschlagen werden soll.

Die Hilfe ferbischer Truppen bei der Eroberung Adrianopels.

Belgrad, 29. März. Von amtlicher serbischer Seite wird die Nachricht, daß der Gesandte Nenadowitsch und der ehemalige Ministerpräsident Novakowitsch in einer außerordentlichen Mission nach Petersburg reisen werden, als falsch bezeichnet. Bei den letzten Gefechten vor Adria- nopel errang das 1 3. serbische Jnfanterie-Regi ment einen ausschlaggebenden Erfolg bei Iut- Tepelar. Das dritte und vierte Bataillon dieses Regimentes hatte die Aufgabe, gemeinsam mit dem 52. bulgarischen Infanterie-Regiment zwischen dem 24. und 25. März die obengenannte Stellung zu stürmen. Die Türken entp- ringen b i c Stürmenden mit einem furcht­bare n Feuer, so daß sich das bulgarische Regiment zurückziehen mußte. Die serbischen Bataillone hatten den Befehl erhalten, die Stellungen zu holten, was mit großer Ausdauer aus geführt wurde Endlich gelang es beiden Bataillonen vorzurücken und Iut-Tepelar zu stürmen. Die Verluste der Serben an Toten und Verwundeten waren bedeutend. Paschitsch erhielt zum Siege der Verbündeten bei Adrianopel von dem montenegrinischen Ministerpräsi­denten Martinowitsch, dem bulgarischen Ministerpräsiden­ten Geschow und dem griechischen Ministerpräsidenten Veni- zelos herzliche Gratulationen. Ministerpräsident Geschow« sprach bei dieser Gelegenheit feinen Dank für die serbische Hilfe aus. Besonders herzlich war die Depesche des Minister­präsidenten Veuizelos. Paschitsch dankte allen telegraphisch und beglückwünschte Bulgarien zu dem großen ^iege.

Das bulgarische Oberkommando teilte dem Komman­danten der 2. serbischen Armee, General Stepanowitsch, mit, daß der Rücktransport der Serben nach Serbien am 29. des Monats beginnen werde, da ihre Anwesenheit nach Erledigung der Aufgabe bei Adrianopel nicht mehr nötig sei.

Belgrad, 29. März. Nachträglich laufen von dem General Stepanowitsch Meldungen über die Gefangen- n ahme Schükri Paschas ein, di? folgendes besagen: Als das 20. serbische Regiment nach heftigem erfolgreichen

Montag, 3h März 19(5

Rotationsdruck und Verlag der Brnhpfchen Universftäls - Buch- und Steindcuckerei.

R. Lange, Gießen.

Sturm das Fort Kadirlik-Idrim eingenommen hotte, kam den Kämpfern auf serbischer Seite erst zum Bewußtsein, daß man einen ungeheuren Sieg errungen hotte. Im Fort befand sich nämlich Schükri Pascha mit zwei an­deren Generalen, 22 hohen und 50 Subalternoffizieren. Der serbische Kommandant begrüßte ehrerbietig den helden­mütigen Verteidiger Adrianopels und «ersuchte ihn, im Fort zu bleiben. Schükri Pascha sowohl als seine Begleitung hatten sich während ihres Verbleibens in Kadirlik-Idrim der ritterlichsten Behandlung durch die serbischen Truppen zu erfreuen, da diese in dem Kommandanten Adrianopels den Repräsentanten des alten türkischen Heldenmutes und des Pflichtgefühls erblickten. Erst am folgenden Tage nach den Verhandlungen zwischen dem serbischen General Ste­panowitsch und dem bulgarischen General I w an o ff wurde Schükri Pascha an den letzteren als den bulgarischen Kom­mandanten verwiesen und übergab diesem sich und seine Armee förmlich. Die serbischeu Trnppeu mochten bisher 1 7 000 Gefangene. Die Kriegsbeute ist be­deutend, jedoch nicht festgestellt. Die Teilung wird unter den Verbündeten nach Maßgabe der Truppenzahl erfolgen.

Schükri Pascha iu Sofia.

Sofia, 29. März. Schükri Pascha traf mit sie­ben and e r c n türkischen Generale n und den Offi­zieren seines Genör'alstabes, sämtlich in Begleitung ihrer Ordonanzen und her ihnen attaebierten bulgarischen Offi­ziere, um vier Uhr früh mittelst Sonderzuges auf dem Bahnhof ein, vom Kommandanten des Bahnhofs und dem Platzlommandanten empfangen. Die Kommandanten be­grüßten die gefnn.gmen Offiziere herzlichst und drückten ihre Bewunderung für den Acut und die Tapferkeit der Ver­teidiger Adrianopels aus. Schükri Pascha und seine Be­gleiter wurden in die ihnen zugewiesenen Wohnungen gebracht.

Zwangsmaßregeln und auf die serbische Bundestreue sich den Wünschen der Mächte gegenüber ablehnend verhalten wird.

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Tie bulgarischen Verluste.

Nach den ersten vom bulgarischen Hauptquartier ein» gegangenen Informationen betragen die bulgarischen V e r l u st e b e i der Erstürmung Adrianopels vom 24. bis 26. März ungefähr 11 ()0 0 Tote und Ver­wundete; die Serben haben 1200 Tote und Verwun­dete. Die Zahl der Gefangenen beträgt ungefähr 60 000 Mann und 833 Offiziere, darunter 13 Generale. Die Kriegsbeute beträgt 650 Kanonen verschiedenen Ka­libers, 58 Maschinengewehre, zehn Föhnen, ein Fesselballon, eine große Menge Waffen, Infanterie- und Artilleriemuni­tion und eine Anzahl Fahrzeuge, wie sie im Festungsdienst gebraucht werden.

Die serbischen Verluste.

Belgrad, 31. März. Wie das Preß-Bureau mil- teilt, hatte die serbische Armee in den Kämpfen um Adrianopel 900 Tote und 3000 Verwundete.

Der letzte türkische Bericht.

K o n st a n t i n o v e l, 30. März. > Amtlicher Kriegsbericht.) Gestern wurden an einigen Punkten der T s ch a t a l d s ch a l i n i e Kanonenschüsse gewechselt, Nackns griff der Feind die vor­geschobene Stellung westlich von Büjük Ti'chekmedfchc an. Ein türkisches Bataillon, das sich dort befand, wich zurück. In­folge eines bei Tagesanbruch von dem linken türkischen Flügel mit Unterstützung der Flotte unternommenen Gegenangriffes wurde der Feind z u r ü ck g e w o r f e n. Ein feindlicher Angrist gegen den Hügel Muradtepe in der Tschataldfchalinie ist an dem Widerstände der Türken gescheitert. Bei B u l a i r hat sich nichts Meldenswertes ereignet.

Privatmeldungei: der Blätter stellen die gestrigen Kämpfe bei Tschataldscha als eine große Schlacht dar. Die Türken unter- nabmen, nachdem sie einen bulgarischen Angriff zurückgeschlagen hatten, einen Ausfall, bei dem die Flotte die Truppen des rechten und des linken Flügels unterstützte. Der- Artilleriekampf dauerte auf der ganzen Linie an, insbesondere in der Nähe des Derkos-Sees. Türkische Flugschiffe überflogen die bulgari­schen Stellungen. Gestern früh erfd)ieit ein bulgarisches Flugschiff an der Küste bei Kalikratia, mußte sich jedoch infolge des türkischen Gewehrfeuers entfernen. Heute mittag lieferte eine Uirkifche Kolonne feindlichen Abteilungen, die eine vorgeschobene Stellung auf der befeftigten Linie Büjük-Tfchekmedsche besetzten, einen Kampf. Die feindlichen Streitkräfte wurden in die Flucht gejagt und die Position von den Türken genommen. Der Feind erlitt beträchtliche Verluste. Nach den Aussagen bul- garischer Gefangener und den Uniformabzeichen gehörten die fcind-

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- s ch a f t. Der Prinzregent von Bayern genehmigte das Gesuch des Professors Soxleth um Entlassung aus allen feinen Aemtern und verlieh ihm den Mickmel-Verdienstorden 2. Klasse. Zu seinem Nachfolger wurde der Professor an der landwirtschaftlichen Aka­demie und der Brauereischule zu Weihenstephan Dr. Theodor Henkel ernannt. In München starb der Schlachtenmaler Friedrich Bodenmüller im 68. Lebensjahre. Die Inter- nativu ale Ausstellung f ür Buchgewerbe und Graphik, Leipzig 1911 wird als große Sondergruppe eine A u s st e l l u n g der Re ich s d ru tf crct bringen und zwar in einer Vollständigkeit, wie sie bisher auf einer graphischen Ausstellung noch nicht gesehen wurde. Mit der Herrichtung dieser Abteilung ist der Deutsche Buchgewerbeverein in Leipzig beauf­tragt. Aus den Beständen des Historischen Archivs der Stadt Köln ist für die AusstellungA l t - und N e u - K ö l n" eine Auswahl getroffen worden, die urkundliches Material sowie sonstige Manuskripte zur Geschichte der Stadt und ihrer Einrichtungen und außerdem Autographien hervorragender Persönlichkeiten aus jüngerer Zeit enthält.

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Die montenegrinische Herausforderung nnd der Arieg.

Stutari wird inzwischen weiter beschossen, das ist der ganze Erfolg der bisherigen Aktion der Osxoßmächte. Der König Nikolaus fürchtet sich vor ganz Europa nicht. Arn Samstng ist in Cetinje noch einmal eine gemeinsame Ocote wegen des Mzuges der Zivilbevölkerung aus Stutari über­reicht worden, und der montenegrinische Ministerrat will sich das überlegen. Die Zeit schwerfälliger und'langweiliger Noten ist anscheinend verstrichen, die Zeit des Handelns ist gekommen. Wird Oesterreich eine Flottenkundgebnng aus führen oder nicht? An dem Ernst der Forderungen Europas kann nicht gezweifelt werden, so erklärt neuerdiilgs auch dieNordd. Allg. Ztg." Rußland aber ist mit der Einigkeit der Mächte noch nicht ganz einverstanden. So ist denn die Lage noch recht ungewiß, und während bei Tschataldscha die Kanonen weiter donnern, ist die lang­ersehnte Beruhigung der Balkanvölker noch lange vicht in.Sicht.

Wir erhalten folgende Meldungen:

König Nikita gegen Europa.

Auf eine Anfrage deSDaith Expreß" an König Niko­la u s v o n Montenegro ist die Ä n t w o r t eingetroffen. daß der König niemals eine Entscheidung der Großmächte annehmen würde, durch die Montenegro verhindert werden solle, Stutari zu erobern. , Nach einer Meldung aus Belgrad ist auf Befehl des Königs Nikolaus das Bombarde­ment auf Skutari tatsächlich wiederaufgenom- m c ii worden.

Der Abzug der Zivilbevölkeruug aus Skutari.

Cetinje, 31. Mürz. Wie amtlich mitgcteilt wird, unternahmen die Vertreter der Mächte gestern nachmittag einen gemeinsamen Schritt, um der montenegrinischen Re­gierung mitzuteilen, daß die Pforte aus Intervention Oesterreich-Ungarns den Kommandanten von Skutari beauftragt habe, der Zivilbevölkerung der Stadt die Erlaubnis zum Abzug zu geben. Die Vertreter der Groß­mächte verlangten, daß den in Montenegro weilenden Mili- tärattachees gestattet werde, Essed Pascha die Mitteilung zu übermitteln. Der Minister des Aeußern erwiderte, er werde das Verlangen der Mächte dem Ministerrat unter­breiten und dann eine Antwort erteilen.

London, 31. März. Hier glaubt man, daß Mon-

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