Ausgabe 
27.12.1913 Erstes Blatt
 
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men. Bei der politischen Bedeutung der Angelegenheit wird selbstverständlich die Staatsregierung zu entscheiden haben, ob und inwieweit in dem vorliegenden Falle die freie Mei­nungsäußerung die Grenzen überschreitet, die dem politi­schen Beamten auch als Privatperson durch seine Stellung gezogen sind und nötigenfalls die erforderliche Korrektur eintreten lassen. Das ist deutlich, und Herr d. Jagow wird seine ebenso voreilige wie unhalt­bare Veröffentlichung zu bereuen haben.

DerTeutsche Handelstag richtete an den B u n- desrat eine Eingabe, in der darauf hingewiesen wird, daß nicht jeder zur Uebergabe der V e r m ö g e n s e r k l ä r u n g für ben Wehrbeitrag Verpflichtete in der Lage ist, selbst die erforderlichen Berechnungen anzustellen, wie cs sich bei­spielsweise aus den Vorschriften des Gesetzes über die Be­rechnung des Wertes von Aktien ohne Börsenkurs und Vor­schrift ergibt, die den Beitragspflichtigen berechtigt, von dem Wert der mit Dioidendenschein gehandelten Wertpapiere den Betrag abzuziehen, der für die seit der Auszahlung des letzten Gewinns abgelaufene Zeit und dem letztmalig verteilten Ge­winn entspricht. Ferner ist zu beachten, daß den Beitrags­pflichtigen bei der Abgabe der Vermögenserklärung die Höhe iLres Bankguthabens vom 31. Dezember 1913 bekannt sein muß, die Abrechnungen darüber jedoch nicht alle gleich fer- riggestellt sein können. Mit Rücksicht darauf wird der Bun-k desrat gebeten, die Frist zur Abgabe der Vermögenserklärung bis Ende Februar zu erstrecken.

Ein schönes Bild der Opferwilligkeit unserer Landsleute in Brasilien zeigen, wie von amtlicher Seite geschrieben wird, die jetzt bekannt gewor­denen Ergebnisse der Sammlungen, die zum Rcgierungs- jubiläum oes Kaisers in den deutschen Kreisen Brasiliens veranstaltet worden sind. Für deutsch-nationale Zwecke im Lande selbst, für Vereinszwecke, Schulen, Kirchen und Volks­bibliotheken wurden etwa 30 000 Mk. aufgebracht, ferner wurden etwa 3000 Mk. dem Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz überwiesen. Beide Summen ent­halten namhafte Einzelbeträge angesehener Mitglieder der Kolonie.

Der österreichischeFinanzminister Graf Z a l e s k i ist gestorben.

Militärreformen in der Türkei. Die türkische Re­gierung bereitet ein neues Militärbien st gesetz vor, das die allgem-cine Dienstpflicht vorjiebt Tip Nicktmnsel- inanen werden durch eine Loskauftaxe vom Militärdienst befreit. Der Entwurf betreffend die Reorganisation der Dienstzweige im Kriegsministerium wurde der deutschen M i l i t ä r m i s s i o n überantwortet, die unter brr Teilnahme des Kriegsministers am Dienstag leine Sitzung abhielt. Der Ministerrat beschloß, Dschavid Bey Vollmacht j;u erteilen zur Unterzeichnung des Neber- Einkommens mit einer französischen Gruppe, die durch »dieRegie generale des chemins de fcr" vertreten ist, bezüglich einer Konzession für Eisenbahn- und Hasen bauten. In iiitcr jessierten französischm Finanztechnit'erkreisen verlautet, die end- miltige Regelung der Angelegenheit werde verzögert infolge des Verlangens Rußlands, daß die ostanatolischen Eisenbahnen schmal­spurig gebaut werden sollen.

Eine innere Krisis in Serbien. Aus Belgrad wird vom 26.Dezember gemeldet: Während der heutigen Sitzung der S k n p s ch t i n a verließ die gesamte Opposition unter Protest ihrer Führer gegen das verfassungswidrige Vorgehen der Regierüng in der Budgctfrage demonstratio bett Saal. Es sollte abgestimmt werden, dockt war das Haus beschlußunfähig. Es erfolgte dir Ver­ladung bis Montag. Wie verlautet, hat das Kabinett Paschitsch im Zusammenhang mit diesen Vorgängen beschlossen, wegen dec -Obstruktion der gesamten Opposition zurückzutreten. Nach Mit­teilungen aus parlamentarischen hl'reifen liegt die unmittelbare Ursache ber Krisis in dem (Gegensätze, der bezüglich der im Januar stattfindenden Ge-neindewahlen zwischen den Jung- und Altradikalen auftrat. Die darüber abgeschlossene Einigung hat sich nämlich infolge der Haltung der Altradikalen aufgelöst. Die Jung- radikalen haben nunmehr beschlossen, auch im Parlament, wo sie bisher die Regierung unmittelbar unterstützten, in scharfe Oppo­sition zu treten.

K ä m p f e i it Tripolis. Aus Benghasi wird gemeldet: A'm 25. Dezember wurde eine italienische Proviantkolonne auf deut Marsche von Merg nach Gsur von Beduinen ange­griffen. Die Italiener zerstreuten die Angreifer. Zehn wurden getötet und zahlreiche verletzt. Auf italienischer Sei,: fielen drei Italiener darunter ein Offizier, ferner ein Askari. Ein Italiener wurde verwundet.

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itn5 entgegen, sondern das Lächeln eines, bi# weiß, was das Publikum will. Er nahm das Motiv von den Schmerzen ber sexuellen Iugendkrise, vermischte es mit abgestandenen Variete- und Operettenwitzen und braute ein Ragout daraus, über das ein Publikum, das nur zürn Lachen gekommen in, schließlich auch lachen kann. Ta wo das Stück den Komödi.mton umschlägt und rrnit wirken Will, ist des Verfassers lächerlicher Zynismus und leicht- fertige Arbeitsweise nicht genug zu verdammen: denn auch nickt eine einzige Figur ist abgeschlossen. Der Junge wird einge.führt, als wisse er trotz der eben bestandenen Matura nicht, was 1/1 ist niib ob die Legende vom Stvrch wirklich -eine Legende ist, aber er fühlt sich im Handuurdrehen rasck in die Rolle eines Don Juan ein, der mir verschiedenen Herzen bezabt ist. Tas Mädck^t ht bald ein anmutig Backfischlein, bald ein altkluger. uniusst-ü ltck)er Fratz, spricht im Anfang des ersten Aktes, als käme sie a-is dem Kloßer und läßt in dem wenige Stunden nachher spielenden dritten Akt Bemerkungen los, die vermuten machen, sie bitt- bislang nur in zweideutiger Gesellschaft gelebt Die übrigen Figuren erfreuen sick derselben Anspruchslosigkeit, was plastische Zeichnuni und dramatische Wahrheit betrifft. DaS Stück spielte mau gut und frisch, und da das Publikum sich sehr amüsierte, ja wahre Lachsalven erdröhu-n ließ, muß man registrieren, daß das Stück m dieser Hinsicht Erfolg hatte und sich vielleicht nun einer rosigen Zukunft erfreuen darf. Tr. I.

T e r S ch n i tz a p o st e l. Schnitzavosiel! Durch die Rhein­ebene ziehen sie. die Händler infit erbaulichen Büchern. Ms Lohn tragen sie im Schultersack oft nicht viel mehr heim., als eine Hand voll getrockneten geschnitzten Obstes, und davon haben sie ihren Warnen: Schnitzapostel. Da kam einmal der Herbst mit seinen tnusend Wundern, und mit ihm zog ein Sckmitzavost-l über die Berge und Rebhügel, wo 'des Burgunders und Rieslings volle Trauben leuchteten, während im Tal schon der erste Neue getrunken wurde, frisch von der Kelter weg. Die Sonne wärmte noch wie tm Sommer, das im Vergehen duftende Laub war wie in Gold getaucht, und die Grillen zirpten ob der Herrlichkeit. Was Wun­der: auch dem Schmtzapostel wurde warm ums Herz wie den Reb- bauern bei solchem Herbst. Gleich der erste Bauer rannte diestnal nicht auf den Speicher nach Aepselschnitzen, sondern brachte dem Apostel cm Glas mit neuem süßen Wein, und der Gast trank das Gerak in Gottes Namen leer. Und bald daraus mußte er auch im Garten des WirtshausesZur Sonne" Platz nehmen, in dem schon viele beieinander saßen, desNeuen" Vorzüge zu er­proben und zu preisen. Man lobte sanft und kam zu heftigeren Empfehlungen, bis in der Abenddämmerung ein schwerer Fall die Leute erschreckte. Der Schmtzapostel küßte die gütige Mutter Erde. Mau. hob ihn auf urtb rieb ihn, bis er di' Augen auf­schlug und stumm in die Ferne blickte, wie aus Brunnentiesen der Erinnerung. Verdutzt stand der Wirt vor dem stummen Mann und redete- ein 'nßchen am ihn ein:Oha! Oha!" Ter Schmtz- avostcl sah noch ein Weilchen wortlos in die Weite, n bitte Den Kopf auf den Arm und sagte ohne aufzuschauen:ja, der Neue! Herr Wirt, noch ein Viertele!"

s. Leihgestern, 26. Dez

seine diesjährige Weihnachtsseier.

amtsgelülfe

___________ ... _________ Kerzengtanz erstrahlte. Pfarrer Adolph H elt die Festpredigt. Ein von Angestellten der Anstalt gebildeter Sängerchor trug außer den verschiedenen Weih­nachtsliedern das reckt gut cingeübte Niederländische Dankgebet vor. Am heiligen Abend wurden in den 16 Abteilungen den Pfleg­lingen unter den brennenden Deihnachtsbäumen nützliche Geschenke ausgeteil.t

In der Landes-Heil - und Pslegeanstalt wurde am Sonntag das'Weihnackcksfest von 340 Kranken durch einen Festgoltesdienst in ber Anstaltskirche einaeleitet, in welcher ein mächtiger Weihnachtsbaum in Hellem Kerzengtanz erstrahlte.

In der Provinzialsiechenanstalt hatten der Ver­walter Lerch und die Schwestern schon seit acht Tagen vor dem Feste viel Arbeit, um den 340 Veteranen der Arbeit, den Siechen und Schmacken beiderlei Geschlechts, den Gabentisch herzurichten. Venn auch ber Verwaliung keine großen Mittel für diesen Zweck zur Verfügung stehen, so sind es auch hier wieder edle Menschen, welche gtbelreubig die Verwaltung unterstützen. In dem Fest hatten sich die Herren des Vorstandes, Kreisamtmann Wolff als Vertreter des Geheimerats Tr. Ursinger, eingefnnden. Tie Be­setz erung^sand, wie üblich, in der Anstalt statt. Auch in der Pro- vinzial-Siecheuanstali toar aus Wärtern, Wärtcrinueu und An- a. stellten ein Gesangschor gebildet, dem Musikdirektor Kraußc die vorgetragencn Weihnachtslieder eingeübt hatte, so daß alles tadellos klappte. Tie 300 Pfleglinge des Hauses bekamen an den beiden Feiertagen vielsach Besuch von ihren Angehörigen. Tie 34 Pfleglinge, deren Heimac unsere Stadt Gießen ist, machten über Weihnachten Besuche in der Stadt und kehrten reichlich be­schenkt in die Anstalt zurück.

Unsere Garnison war über die Festtage nur etwa 200 Mann stark, die für den nimmer ruhenden Wacksienst erforderlich sind.. Am heiligen Abend gleich nach 5 Ubr flammte in allen Mann- schaftsstuben in den Kasernen der Weihnachtsbaum auf. Auf Tisck-en waren die Gaben ausgebreitet.

Ter Verkehr auf der E i s e u b a h n war zwar kein ausnahms­weise reger, wie man dies fönst an Festtagen gewöhnt ist, aber die großen durchgehenden Linien erfreuten sich einer so stacken Frequenz, daß diese Eisenbahnzüge fast sämtlich mit Verspätung hier ankamen.

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Weihnachten am Kaiserlichen Hof.

Potsdam, 24. Dez. Tas Kaifervaar feiert mit den anwesenden Kindern der Maiestätm das Weihnachtsfest auch in d iesem Jahre in der hergebrachten Dc ise. - Heute vormittag 11 Uhr machte der Kaiser bei Schneegestöber seinen am Weihnachtsabend gewohnten längeren Spaziergang im Park von Sanssouci und Um-- aebung. Bei Beginn des Spazierganges erfreute der Kaiser die Gartenarbeiter über 100 durch Geldgeschenke.

Gestern nackmittdg besuchte der Kaiser die Weihnachtsbesche- rungen bei den Regimentern der Leibgarde-Huiaren und der Gard; du Eorps und heute nachmittag 3 Uhr die Bescherung her Leib- komvagnie ber 1. Garde-Regiments zu Fuß. Im Muschctsaalc des Neuen Palais waren die Geschenktafeln mit den Wcihnachtsbaumen für die Majestäten, die Damen und Herren der Umgebungen und die Kinder nnd Enk-'lkinder aufgebaui. Die Kaiserin war noch vor­mittags mit den Damen beschäftigt, die Gaben zu ordnen General b. Loewenseld nahm als Gast des Kaisers für die Festtage im Neuen Palais Wohnung.

Z Lich, 25. 4. . A. Di-'Christmette" wurde heute abend wieder tn ber altherkömmlichen Weise i;; der Marienstiftskirche gefeiert Mit der Feier war verbunden btt Weihnachtsbescherung für die Kinder, die den Gottesdienst besuchen.

kl. Lollar, 26. Dez Gestern abend veranstaltete der Gesang­verein Germania seine Weihnack. - feier imSchwanen" ju gleicher Zeit hielt int Saale ..Zur Linde" der Gesangverein Lieder­tafel sein" Feier ab. Beide waren stark besucht und nahmen einen schönen Verlaiii

£ K r i e d b e r jj, 26. Dez. Würdige Weilmachtsseiern fanden in der lotadtichule statt, wo nahezu 40 arme Kinder mit Schuh tr wurden. In der Herberge zur Heimat fand für

über 50 Wanderer eine Bescherung statt.

. 1er GesangvereinEintracht" fflegr. 1861 veranualc.'te gestern abend in feinem Vereinslokal Die Ansprache hielt Fänanz-

5fits Statt nnd Land.

Gienen, 27. Dezember 1913.

__ ** Dageskalender. etnbttbentcr: Soinstaa, den L,--s , »en ~er (3' «""rtcig): Abends 7 Uhr: ,Tn5 Mnüta tt^n- !n r* n bcn 28- Trjctnber, nachin. 3% Uhr: Kinder

Vorstellu.m: ..Rivnvelstilzckeu/ Abends 7' . Uhr: .Kilmzanber"

-le b i g 5 h öhe : Sainsiag, ten 27. Dez. (3. Feiertag) und tonnlaa, den ?8. Dezember: Mililcirkonzert. Anfang jedeSinal 4 2 11 naamnitags.

Lichtspielhaus: Täglich Vorstellu ng.

Die Weilmachtrseiern.

Gießen, 27. Dez.

Die Weihnachtstage sind friedlich und festlick verlaufen, und wenn beute ein trostloser Regen herabsäuselt, so tut das dem Feste keinen Eintrag mehr. Eg mar hübsch, daß es am heiligen Abend wieder einmal stimmungsooll weiß in der Natur war: freilich, die südlicher gelegenen Striche, fiiyon von Mainz und Frankfurt an, sahen den Schnee alsbald zerstießen, und am gestrigen zweiten Feiertag wichen nasse Winterstürme dem fro­stigen Sckneewetter. Abgesehen davon, daß in Tripolis ein blu­tiges Scharmützel zwischen Italienern und Beduinen ftattgefun- den hat, herrschte ziemliche Ruhe in der Welt; sogar die mexi­kanischen'Bürgerkrieger scheinen eine Pause gemacht zu haben.

Richten wir den Blick dayn wieder in die nächste Nabe, so fällt er zunächst in tie Herberge zur Heimat in Gießen. Lange nicht so zahlreich wie in früheren Jahren waren diesmal die Männer von der Landstraße eingetehrt. Dank ber Sven!x eines Unbekannten, in Gestalt eines Hundertmarkscheins, war es wieder möglich, warme Strümpfe zu schenken, eine Gal>e, die dort besonders geschätzt wird. Unsere Tabakindustriellen hatten nicht gekargt und reichlich Tabak und Zigarren gespendet.. Auch sonst waren Geldgeschenke und anderes eingegangen, so daß man den mächtigen Weihnachtsrisch in ber Herberge gut Herrichten konnte. 'Gegen 6 Uhr hatten sich die Gäste aus allen Himmels­richtungen in einer Stärke von 80 Mann eingefunden. Es waren meistens ältere, wetterharte Männer. Nach einer Stunde des Wartens wurden die Leute unter den Klängen cines oicr- händic, auf dem Klavier gespielten mit $5 arm ontum hegtet hing ausgesuhrten Weihnachtsliedes in den Saal int 1. Stockwerk bef- Hauses geleitet, wo ein mächtiger Lichterbaum und die weiß gedeckten laugen Tafeln die weihnachtliche Stimmung vorbereiteten. Ein Weihuachtslied leitete die Feier ein, woraus das Eoan- gelium der frohen Botschaft verlesen wurde, an welche sich von den Kindern des Herbergsvaters sehr nett vorgetragenc Tella- ntaiionen anschlossen. Pfarrassistent Hoffmann richtete darauf eine zu Herzen gehende Ansprache an die Anwesenden. Nach der Andacht würde gegessen. Vorher aber hatte der Herbergs­vater ein vrn einem Ungenannten ihm zugegangenes Gedicht vor- geleseu, welches ber Stimmung, in der sich die Gäste ber Herberge besauben, angepaßt war. Nach bem Essen wurden die Gaben gc- nrustert, Pfeifen und Zigarren in Brand gesetzt und noch manch liebes Weihnacktslied gemeinsam gelungen, bis gleich nach 9 Uhr Zapfenstreich geblasen wurtze.

Mn ersten Feiertag eröffnete Herr Loh seinen diesmal reich ausgestatteten K l ci d e r l a d e i: für die Männer der Landstraße. Es war so ziemlich alles reichlich vertreten, bis auf Stiefel und Schuhe, von denen nur acht Paar gestiftet waren.

Am ersten Feiertag lehrten 30, am zweiten 80 Wanderer ein, welche wegen des Festes sämtlich kostenlos Logis und Verpflegung erhielten. Eine Mntter hatte das erste Paar Strümpfe, welches ihr Töchterchen gestrickt hatte, gespendet. Ein altes Mütterchen hatte vier Paar Strümpfe, die sie für die Handwerksburschen gestrickt hatte, geendet. Eine H a ndw e r ke r wi twe hat in Erinnerung an die Handwerksburfchenzeit ihres seligen Mannes dessen ganze Wäsche in die Herberge gesendet.

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Die Gemälde-Ansst, von 3 dis 5 Uhr,

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zmn 31. Dezember bei der Post umgetauscht werden. Es sind biti 1 - die Marken, die bis zum 31. Dezember 1911 gültig waren un)

Werte von 14, 20, 24, 30 unb 36 Pfg. hatten.

[ Landkreis Gießen.

= Raufen, 24. Dez. Auch in diesem Jahre wurde einer bedürftigen Bergwerksfamilie von dem wegen seiner-en Wohltätigkeit bekannten und verehrten frü­heren Besser des Gießener Braunstcinbergwerks Herrr C. W. B. Arnie durch dessen Bevollmächtigten Herrn Aug Pascoe in Tutenhofen ein reiches Weihnachtsgeschenk! übermittelt.

Beu ern, 26. xe.v Am 1. Feiertagabend fand im dicht-o füllten Gortestzause die Weihnacküsfeier statt. Nach Beendigung ba littzurgischen Ai'dacht fand die Bescherung der Schulkinder stack- Es wurde ihnen Heft, Federhalter, Bleistift, Griffel nnd OiebitP

r ^Rc iskir'bc u, 24. Dez. Die hohen Bodenpreise hab» sich auck in intfermCrtc immer mehr heimisch gemacht. Bei ei« am 23 Dezember ^gehaltenen Verpachtung wuroen Preise erzi^ll» welche alles bibber Gebotene weit in den Schatten stellten. W wurden für den Mm^n mittleres Ackerland 6-1 Mk., für GartM land, uneingezäumt, 250 Mk. je Morgen geboten. Ob sich M derartigen BodenpreisN nod) ein Gewinn erzielen läßt, ist wok mehr als fraglich. _ , ]

)( § ich , 26. Dez. -Heute wurde unter zahlreicher Beteiligt« Lehrer Sanbrna1.11 8ur letzten Ruhe geleitet. Der VerstW bene, der lange Jahre'n Staufenberg gewirkt hatte, IcM seit einigen Fahren hier in Pengon und erfreute sich durch fti schlichtes und einfaches Men großer Beltebtheit.

b. Li ch, 26. Dez. $er nahezu 70jährlgc Fuhrmann 3» lob Kaiser von hier snrzte in Frankfurt von seinem A» gen. Er erlitt einen Söädclbruch, dem er nach furje Zeit erlag. Nach ncuerenMittcitungen soll Kaiser von ein«. Automobil überfahren rordcn sein.

Kr«is Büdingen.

Büdingen, 26 Dez. Der böhmische Erdarbeite Kinnäcker war in eine Dachstube etngebrungen unb bat? bort einen Geldbeutel nv Inhalt und eine Anzahl Wäsch? stücke gestohlen. Am Erbicher Hof wurde er von der Pvlizc eingch'olt und verhaftet.

§ Bisses, 26. Da- Heute feierte der Kirchendieue Konrad W a g n e r und srau das ^est der goldenen HochzA' Ter Jubilar ist 78 Jahr, die Jubilarin 76 Jahre alt. Bei» erfreuen sich noch guter Gesundheit.

§ Dauern i) eint, 26. Dez. Der hiesige Gemeindet» hat den Anschluß au das Wölfersheimer Elekirt zitätswerk genehmigt W

- Bergheim, 26 Dez. Hier wurde der Beigeor» nete Johannes Hensel'- c.nstimmig zum Bürgermetsl« gewählt. Fn nächster Zeithat noch eine Beigeordnetenw«? jtattzufindeu.

KrcS Alsfeld.

a Renzendorf, L-. Dez. Zum Bürgermeister b unserer Gemeinde wurde >einrich Weitzel gewählt.

Krei; Lauterbach.

. Ilbeshausen, 6. Dez. Die von her DürersckuS in Hochwaldhausen veransalteten WeihuachtSspiele sank« so großen Beifall, daß siernehreremale wiederholt werd« mußten.

Krei'- Schotten.

R. B o b e n h a u s c n, -6- Dez. Das Fest der golden« Hochzeit feierten am 1. seihnachtsseiertag Herr Rath« Reiß und Frau Adekheit, 7eb. Baer. Der Jubilar ifM Jahre alt, die Gattin 74 Beide Ehegatten erfreuen l» Doller Rüstigkeit.

c. Wingers Hause ,26. Dez. Auch in unserer neu Gemeinde erstrahlt jöt zur Freude aller Beteilig das elektrische Licht. jM

1 r. He -Hank üc ngsgebäi R b. (y: llel und & wnj ||cj_en der Mark P<p h. yr «Len lieft öaum glau! [Qnixiben l Zeitdauer Äo.1tcnu«g NIiich'.en J|fi{ unpünk ««fit teilne

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Mr sechs -Die Wlan - -ochen.

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** Stadttheater. Auf die heutige Erstaufführung M Georg Jarnos neuer OperetteD a s M u s i k a n t e n m ä weist das Zheatcrburcau nochmals hin. Tic hübsche neue Leitung des KinderniärchensRumpelstilzchen", von Bsrend, die her SonntagsnachmittagsatU'ührung zu Grunde lj^V hat überall, so auch am Stadttheater Mainz, großen Beifall M funden. Tas Märchen, illustriert durch hübsch« Musik, von AdarS bietet für Ohr unb Auge so viel, baß auch Erwachsene gW Freude an der Ausführung haben werden, umsomehr, da unf3 ersten Kräfte in den Hauvtrollen beschäftigt sind.

O b e r h L s s i j ch e r K u n st v e r e i n. Tie AusstzZ Inna ist morgen Sonntag noch geöffnet. Von Moutag^^ bleibt sie wegen votlständigeu Wechsels ber Gemälde einijl Tage gcschlojsen. Ausgestellt wird eine große Scuumlung C-J mälde, Graphik und Plastik ber Freien Vereinigung TarM städter Künstler, zu denen auch Künstler gehören, die Berlin, Tüsseldorf und München ihren Wohnsitz haben. 1

** Zwei schwere Einbrüche wurden in der NaiM Dom 1. auf 2. Feiertag morgens etwa zwischen 4 unb 5 Uijl verübt. Der erste fand in der neuen katholischen KiräM statt, war aber für die Herren Einbrecher votlstänbig cigtjJ nislos. Anders bei dem zweiten Einbruch. Tie Spttzbubkvß drangen durch ein Fenster in das Masesche -O b ßH g e schäft in der Bahnhofstraße ein, von ba durch dr« Obstgeschäft in einen Ueinen Waffen- und MunitionslabkiH wo sich die Ladenkasse befindet. Sie öffneten diese anfdmJ nend mit einem Spcrrhaten und entwendeten ein Säckchri' mit etwa 75 Mk., wie sich die. Inhaber genau zu erinnai| glauben. Tie Ladeuschubladc wurde in dem Seitenrcru»' unter dem geöffneten Fenster gefunden, durch das der M und Abstieg stctttfand. Ein' zufällig des Weges bahvl lommenbcr Wächter der Wach- und Lchließgeseltschaft he^yl seinen Hund auf die Einbrecher, dem es auch gelang, ciunj zu fassen. Er verbiß sich in dessen Ueberziehet. Tem schlau:,! Burschen gelang es aber, aus dem Ueberzieher herauszH schlüpfen und in dem Dunkel der West-Anlage zu ver schwinden, während Hund und Ueberzieher zurückbliebtti' Heute morgen nahm der Polizeihund des Schutzmanns KB die Spur der Einbrecher auf unb es gelang auch, folche zur Station Abendstern zu verfolgen, von wo aus die Da-! brecher anscheinend die Bieberlawahn benutzten. Erschwer wurde die Verfolgung dadurch, daß der vorzüglich brefiicrfc Hund im Eifer seines Suchens eines daherlommenden Fu!r- werks nicht achtete, so daß ihm bad rechte Vorderbein übe» fahren wurde. Trotzdem verfolgte das brave Tier auf die Beinen 'hinlend die Spur. Inzwischen traten Telephon uiü Telegraph in Tätigkeit und es ist begründete Aussicht üop Händen, die Verbrecher zu fassen. Es kommen Italiens in Frage, von denen der eine bereits in Haiger verhafte' wurde.

** Ihr 2 5 jähriges Dienstjubiläum feier; heute Fräulein Lina H e n ß bei Frau Julius Noll Win Die Jubilarin wurde von der Familie Noll reich beschenk:

** T i e alten I n v a l i d e n - M a r k c n können noch bb

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