tor6etertdx Drucklegung bes umfangreichen Ausi'chutzb:richtS über ore -beiolbung^vonage Wirb nun so beschleunigt roer: rt, caü D}? n<Wen ThenStag abend fertiggestel r ist und t-n Mit flUöctn oet am Mittwoch -usammentretend-nr Kammer eingeh-ändia: werden kann.
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Stadt und Land.
Dieben, 29. November 1913. Advent.
Die Adventsfeier der christlichen Kirche will die gläubige «femeinbe wieder in die $eit versetzen, die dem Kommen Jesu Christi voraufging. Längst vergangene Ztulturperioden wer- den durch Wort und Lied wieder lebendig gemacht. Man verseht sich in die Seelerrstinrmung der Besten unter dem jüdischen Volke, das zu Beginn unserer Zeitrechnung seine politische Macht und nationale Geschlossenheit verloren hatte und in enthusiastischer Frömmigkeit und phantastischer Zu kunftserwartung die Not der Zeit zu vergessen suchte. Man schildert, wie bei den großen Kulturvölkern des Altertums, den Griechen und Römern, damals ein geistiger Stillstand eingetreten war und wie die Denkenden unter diesen Völkern von ihrer Religion, aber auch von ihrem Geistesleben unbefriedigt waren. Man weist endlich auf die damals ungebrochene Kraft ber Germanen hin, die in ihren Eichenwäldern ihreNaturgötter verehrten, den Wodan,, der im Stur» mesbrausen über (Gehöfte und Wälder dahinzog, und den Thor, der die Blitze voin Himmel herunterwarf. Man denkt aber auch daran, daß unsere Vorfahren damals der Kraft noch entbehrten, die sie schließlich zu den höchsten Leistungen in Staat und Wissenschaft, Dichtuna und Kunst hinaufführte. Und dann zeigt man, wie Jesus dem Sehnen der Zeit ent-' gegenfam, wie er den Menschen „Leben und volle (Genüge" gab und ein neues Zeitalter, das Zeitalter der Liebe, herauf- -führte.
Mer Advent ist kein Fest, bei dem man nur rückwärts schaut und sich in geschichtlichen Betrachtungen ergeht, es hat dieses Fest auch eine große Gegenwartsbcdeutung. Tröstend und mahnend ruft es der Christenl/eit zu, daß Jesus immer nodj da ist und heute wie vor 1900 Jahren den gebeugten Herzen und betrübten Gewissen etwas zu geben hat. In der traurigen Zeit, die auf den dreißigjährigen Krieg folgte, hat Paul Gerhardt gesungen: „Das schreib' dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr itnb mehr: seib unverzagt, ihr habet bie Hilfe vor der Tür, der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier." Man kann, auch wenn wir nicht mehr in einer Zeit leben, in der des Krieges Wetterivolke drohend über unseren Häusern steht, doch die Menschheit noch ein hochbetrübtes Heer nennen. Noch immer gibt es Krankheit und schmerzliche Verluste, noch ist der Fluch des Altwerdcns nicht von der Welt genommen, schwere Heimsuchungen haben auch in unseren Tagen manches Herz bange gemacht. In Jesus aber findet der Fromme die Kräfte der ewigen Welt, durch ihn wird er gewiß, daß O-ott den Reumütigen in Gnaden annimmt und daß denen, die Gott lieben, alle Tinge, auch die. leidvollsten, zum Besten dienen. Cs scheint, daß diese Botschaft jetzt lvieder mehr Gehör findet als etwa vor fünfzig Jahren. Die Zahl derer, die sich an Haeckels monistischer Religion genügen lassen, ist sehr klein. Bon der Anstalt, die seit Jahrhunderten (Geschlecht um Geschlecht mit Jesus in Verbindung gebracht hat, nämlich von der Kirche, will man sich trotz aller Agitation zum Austritt aus ihr doch nicht ab» wenden. Jesus steht heute im Mittelpunkt der Gedankenwelt ernstgesinnter Menschen. Das beweisen die vielen Bücher, die den Titel tragen: Was wissen wir von Jesus? ober: Jesus im Geistesleben unserer Zeit. Wa Mathias Claudius vor 100 Jahren an einen Freund schrieb, das ist vielen unserer Zeitgenossen aus dem Herzen gesprochen: „Wer nicht an Christus glauben will, der muß sehen, wie er ohne ihn raten kann. Ich und du lönnen das nicht. Wir brauchen Jemand, der uns hebe und halte, so lange wir leben, unb uns die Hand unter den Kopf lege, wenn wir sterben sollen. Und das kann er überschtvänglich tun nach dem, was von ihm geschrieben steht, und wir wissen keinen, von dem wir es lieber hätten." Darum haben wir auch in unserer eigene tümlichen, unruhigen, in geistigen Dingen rastlos strebsamen Zeit guten Grund, uns der Ankunft des Messias zu freuen und mit unseren Vorfahren, denen ihr Glaube die Kraft gab, die zertretenen Felder neu zu pflügen und die nieder« gebrannten Häuser wieder auszurichten, zu singen: Komm, i> mein Heiland Jesus Christ, des Herzens Tür dir offen ist.
V. B.
** Tageskalender für Sonntag, den 30. November: Etadttheater: Nachmittags 3'/, Uhr: „Sneewittchen"; abends 7*/, Ubr: „llilmzauber."
Gela n averein Sängerkran,: .Torobics und Peri * Unwerl lotS-'.'lula, 5 Ubr, beliessen '5"jäbr. StiÜungSlesl) 1'X Uhr.
Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.
Union-Theater: Täglich Vorstellung. (TienStagS und kamsiagS neue-; Programm.)
Ober hessische« Museum u n d 6) a i l' s ch e C a m m - langen. Am Sonntag von 11-1 Ubr ist der Zutritt nur den <l),iMl'(,''ern des Oberhcffilfhen Geschichtsverei 'S gestattet.
Museum für Völkerkunde. Gcöji-.et an Sonntagen vorinuiaaS von 11—i Ubr unentgeltlich.
Ode rbessischerü un st verein. Die Gemälde-AuSstelllma <’l täglich von 11—1 Uhr. Mittwoch« von 3 bi5 5 Uhr, imb <tn Eanntaaen von 11 — 3 Uhr geöffnet.
Tie Anlage m ufik findet bei gutem Wetter Sonntag varnnuag 11 \ Uhr statt. Spiclvlan: 1. Kuvertüre nur Cuer ,Frci Diavolo' von G\ Au brr: 2. .Jeslmarich", den 50er» 1913 qC. robn.fl von Paul Eim-wteken: 3. In der Nacht! Marlch'?nter- mecw an» .Die Niuoköuichn* von I. Gilbert: 4. Mein Regiment! Marsch von Planlenburg.
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Sch ulau gelegen heiten Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Volksschule zu DernSfeld, mit der Organisten- und Leklordienst verbunden ist. Tic mit einem evangelischen Leb rcr zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule \\i A tzen - Hain, mit der Organisten- und Lektordienst verbunden ist Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer- stelle an der Volksschule zu P a r t e n h e i m.
Die Maul - und Kla uenseuche ist im Mager viehhos zu Berlin- Friedrichsfelde ausgebrociwu Das G r o ß h e r z o g l i ch e M i n i st e r i u m des Innern er- läßt infolgcbiifen an bie Großherzoglichen KrciSämter folgende Bekannkmachung: Daö Auftreten der Maul- und Klauenseuche auf dem Magcrviebhof zu Berlin Friedrichs- selb bebeutet augenblicklich eine allgemeine Seu rti c n - gewahr Wir empfehlen Ihnen daher, die in unserem Amtsblatt vorgesehene Maßnahme alsbald vorläufig in Wirksamkeit zu setzen Sollte schon in nächster Zeit die allgemeine Seuchengefahr als beseitigt gellen können, werden wir die Aufhebung der fraglichen Vorschrift wieder veranlassen.
** BezirkSledrerlonseren» in Gießen Am Freitag sand unter dem Vorsitz des KreiSschulinsvektor.< Professor 2t. Alles die Zusammenkunft der Lehrer des Landdczui Gießen statt. Lehrer Reich« Gießen führte mit immunen des dritten
Schuljahrs eine Musterlektion im Rechnen vor, die aus den Grundsätzen des Nachrechnens eingebaut wat und beifällige Aufnahme fand Ti-? Fortsetzung erfolgte im Saale des Hotels Schutz fireiS* 'chulinspektor Tr. Alles empfahl unter anderem die Errichtung )on Sparkassen in den Fortbildungsschulen, die bereits in Gicß?n und Großen-Linden bestehen Hauotlehrct Bach-Großen» Linden meinte, daß die aemachten Erfahrungen tum SStitmtbreilen ans dem angefangenen Wege durchaus ermutigten, man dürfe allerdings die iSniorberungcn nicht zu hoch stellen. Ter für die Zukunft unseres Vaterlandes so wichtigen Jungd-utfchlandbewegung sollen sich die Lehret, so viel ihnen möglich, auch durch Werbung neuer Mitglieder annchmen. Zum Schluß hielt Lebrcr Neumann- Großen» Buseck einen von großem Fleiß zeugenden Vortrag über die Geschichte des Busecket Tals mit besonderer Berücksichtigung per Gemeinde Gtoßen-Buseck, den die Versammlung ebenfalls seht beifällig aufnahm. An die Konferenz schloß sich ein einfaches Mittagessen an.
"Die Militärverwaltung plant eine Erweiterung MilitärgencsungZheimS für daS 8. und 18. (hessische) .'lrm eekorpS in Ülofter Eberbach vorzunehmen, indem üe noch verschiedene Räumlichkeiten bc5 ehemaligen ülosterS, '■\e jetzt in anderweitigem Gebrauch sind, zu dem Heim hinzu pachtet. Im abgelousenen Sommer waren die zur Verfügung stehenden Räuine alle besetzt und haben sich die MilitärrckonoaleSzenten in dem idyllisch gelegenen ehemaligen stloster im Kisirlbachtal rasch erholt.
** G e w c r b e a u s st e l l u n g 19 14. Bei der vom Mai bis August 1914 in Gießen stattnndenden Gewerbeausstel» lung für Oberhessen wird auch eine rege Beteiligung der Handwerker des Vogelsberges und des Schlitzerlandes er» wartet. Tie Ausstellungsleitung hat bereits die nötigen schritte getan, um mit den Handwerkern, die ihr für eine eventuelle Beteiligung namhaft gemacht werden, direkt in Verbindung zu treten. Außer den verschiedenen Erzeugnissen der Web- und ßeincmnbuftrie in Schlitz, Frischborn, Herbstein, Lauterbach unb Altenschlirf ist hauptsächlich bie Lauterbacher Kunsttöpferei befonbers geeignet, bie Ausstellung mit ben Spezialitäten ihrer Erzeugnisse zu beschicken und das Gebiet ihres Absatzfeldes zu erweitern. Aus dem Schlitzerland werden sich auch die Trachtcnschneider mit ihrer wohlgefälligen bunten Schlitzerländertracht dem friedlichen Wettbewerb unterziehen. Und endlich die V o» gclsberger mit ihren Dielartigen Winterbeschäftigungen wie Verfertigen von Holzschuhen, Sens en würfen, Medien, .'Kochlöffeln, Waschklammem und bergkidyen,, wollen ihr möglichstes bazu beitragen, ein Bilb bcs gewerblichen Lebens der Vogelsberger Bevölkerung in bem Ausstellungsgebiet zu geben.
** Stadttheater. Um den ^lbonnenten möglichst ent» gegenzukommen, hat die Direktion festgesetzt, daß beim Gastspiel von Friedr. Kayßler und Helene Fehdrncr in „Nos- >n er Holm" am nächsten Mittwoch gegen Vorweis des dritten Lrmäßignngkupons nur gewöhnliche Preise zu zahlen ind. Es muß allerdings dann damit gerechnet werden, daß die Abonnenten recht zahlreich von dieser Vergünstigung Gebrauch machen, damit bie hohen Kosten des Gastspiels gedeckt werden.
* Ter verhaftete Direktor Nies. lieber ws Vermögen des Direktors Nies von der Gewerbebank Dollar, der im ganzen etwa eine Million Mark veruntreut jnt, ist der Konkurs eröffnet worden. Seine Häuser, darunter auch zwei in Rödelheim, kommen jetzt zur Versteilerung. — Wie uns aus Lollar gemeldet wird, weilt )ort fast täglich in Sachen der Gewerbebank ein Unter» > v n gsrichte r, um feftzuftelleu wie weit strafbare Hand- ungcu vorliegen. Solkn doch Bilsuanzverschlcierungen, schon schon zu Zeiten tycr Aktiengesellschaft vorgekommen sein.
* * ZuderJaad nach dem Ucbcrzicher wird und von unterrichteter Seile mitgclcUt, daß ber Flüchtling auf seiner Flucht aus dem Botanischen Garten nach der Südanlage zu weiter in bie Neuen Baue hinc.incielnusen sei und dort in dent ersten Hause auf der rechten Seite Schutz gesucht habe. Er lies bis auf den Boden und sucht' sich 'unter der dort hängenden Wäsch: tn verstecken. Er wurde aber ansgesnnben und von ein ein Schutz- in a n n sestgenommen. Auch die Papiere im Botanischen Gatten wurden von einem Schutzmann gefunden.
* * Z a h lre i che H p po t he k c n s ch w i ube le ien hat »er Kaufmann Friebrich Leh neaus Gießen in Frankfurt verübt. Jnfolgebessen erließ bie Polizei am Freitag eine Warnung vor ihm.
* * Aus bem Fenster gesprungen ist am Freitag nachmittag zu Klein-Linden die Ehefrau des Schneiders S., der sie in betrunkenem Zustande bedroht hatte. Die Frau erlitt einen Beinbruch. Man brachte sie in die Gießener Klinik. Der unerquickliche Vorfall halte einen Volksauflaus zur Folge.
** E i n Bravourstück, das alle Achtung verdient. Vollbrachte am Freitag der Monteur Fühler von der Firma H. Brink m »'n n in Gießen. An ber Wirtschaft von Schäler zu Reiskirchen war das Pferd c.ncs Landwirtes durch das Vorbinfahren des Zuges durchgcgangcn und raste in gani gefährlichem Tempo mit dem Wagen durch die Ortsstraßen nach Lmdenstruth zu. Fühler, welcher gerade vom Vespern kam, erkannte sofort die Geinhr und nahm mit einem gerade zur Hand stehenden Fahrrad die Verfolgung aus und es gelang ihm, kurz vor Lindenstruth den Ausreißer ein zu hol en, aus das sich in voller Fahtt befindlich? Geführt .',:t springen und dann das Pserd zum Stehen und zur Heimkehr zu -. ingen. Sicher wäre ein Un glück enlstanden, wenn das Micro noch weiter gerast wäre. Lauter Beifall lohnte dem Braven, als er Roß und Wagen wieder unversehrt zurückbrachte.
** Aus dem Munde eines Fremdenlegionärs. Am Donnerstag nachmittag hielt ein ehemaliger' Fremden» legwnar in der Turnhalle der Oberreal id) nie einen sehr interessanten Vortrag über die Fremdenlegion. Er schilderte die furchtbaren Greuel der Legion, bei denen er teile- Augenzeuge war und die er teils selbst erlebt bahre, in packenden und anschaulichen Worten. Zweimal Harle ihn mit fieberhaftem Drange Heimweh erfaßt. Der erste Fluchtversuch mißlang; er wurde als Deserteur zurück,icschlctwt und aus unmenschliche Weise be strait. -rcr- »weile Fluchtversuch gewaltete sich insofern günstiger, als et in dem neutralen Suezkanal sich abspielte und die Aus incrtiamfi'it der T-eckumchen durch zivei zankende Matrosen abgelenkt wurde Ter kühne Flüchtling sprang mit einem gewaltigen Satz uber Bord in die Fluten: schioinnnend erreichte er glücklich das Ufer - Ttf utncnblidrii Hörer folgten mit gespannter Aus merkicnnkeil den Worten des ExlegionürS, manches junge Her; wird hoffentlich von feinem Abenreuerdrang geheilt woroen fein
*' x er Wehrboitrag. Ansd mW hrbeitrig mr b f mit lidi eine Cumaüme von etwa 990 Millionen Mark erroartft und An>ür berechnete man, daß 880 Mül. Mk aus der Besteuerung der Vermögen, 80 Mill Mk auS der Einkommensteuer und 40 Mill
^klicngesellschasten fließen locrbcn Demnach wirc ber -a.'chrbeitrag bei Personen au-5 bem Vermögen unb .u’?LGl ?Z,omJnc n «rechnet Als Vermögen gilt, soweit Dln(6i,rrtbt Sdanuc bewegliche un? au?^ b!‘mL ^bzug der Säinwen. Es umsoßl
QUL,CT>J^ms w r n n b vermögen unb bem Betriebs vermögen
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«eteflj in «bv.m «i bringen, der für bie seit Au-»ablima abgfÜMtene d<-m le^tmahg oertrdten
knOpruht. hieraus ist M ersehen, daß tue Aufstellung des
mvgenswerres, svweü er Kapitalvermögen betriD. niÄ gan; l eickn ist, da den Besitzern con Wcrrvovieren wohl m den meisten Fällen die nötigen Unterlagen für die Wenberech. nung fehlen. Dir verweisen deshalb aus bie in bet heutigen Nummer erschienene Anzeige Der Miiletdeutschen Areditbank, die sich bereits erflärt, ben Beitragspflichtigen die für bic Veranlagung nötige Ausrechnung zu liefern.
Landkrtis Gießen.
— Lollar, 28. Nov. Bei einer Hausschlackitung am Freitag, zu ber Fleischbesckiauer 5 d)ö n zugerufen würbe, stellte bieser schwere Blutvergiftung fest. Diele Bürger unb Metzgcrincister lassen seit zwei Jahren ihre Schweine bei ber Hausschlachtung auf Trichinen untersuchen.
Starkenburg unö Rheinhessen.
rb. Tarmftabt, 28. Nvv. Ter Deutsch-cvang. Frauenbund, <0rts«7r!ipve Tarmüabt, für Blindenfürsorge hielt beute nachmittag zum Pesten der Blinden einen Vetkaufstaa ab, der iick eine- starken Besuchs zu erfreuen hatte. In den schönen, mit irischem Grün und Blumen geschmückten Räumen der Freimaurerloge waren die in ber Blindenanstalt gefertigten Arbeiten, wie Bürsten, geflochtene Äötbe, reizende Nähkörbchen, Puppenmöbel u. bgl. jnm Verkauf aus- gelegt. Auch eine Tombola wat veranstaltet worden, bereit Gewinne ans gestifteten Gegenständen bestanden und deren Lose bald vergriffen waren. Den Besuchern ivnrbc Tee verabreicht und an einem von den Tarnen des Vereins bedienten Büsett gab eS bie schönsten Torten. Gegen Uhr erfreute Frl. Ujiger, eine Volontärin unseres Hoftheaters, mit ihrer frischen Sopranstimme burch einige Gesaiigsvotträge. Ter VerkauiStag dürste auch einen schönen sinanziellen Erfolg ergeben haben.
△ Langen, 28. Nov Heute sand Die Schlußseiet des Se- minatkutsus an der H a u S h a l t u n g s s ch u l e iin Beisein ber Vertreter ber Lanbloittschaitslammer statt. Um 11 Ubr begann in der Turnhalle ber Wallschnle die öffentliche Prüfung. Ter Leiter der Anstalt, Bürgermeister M e p g e r, begrüßte die Eltern und die Festgäsrc und wies auf die Bedeutung der Schule hin Nach ber Prüfung sand bie Besichtigung der AnSstellnng ber Schülerinnen- Arbeitcn statt. Ter Borsinende ber Lanbwirtschaitskammet, Oekono- mierat Walter aus Langfeld, bankte den Lehrkräften für die guten Leistungen und beglückwünschte besonders Fräulein Sauerwein, die den 25. Kursus geleitet hat An btc Feier schloß sich ein Festessen. Oekonomicrat Walter brachte das Hoch aus den Großherzog aus, Bürgermeister Metzger toastete aus die Land- wirtschastSkammer, Lehrer M c i l Klein-Linden sprach ben_ Tanl der Eltern aus und ließ Schule unb Lehrkräfte hoch leben. Schülerinnen trugen Humoristische Gedichte vor. Mit einem Tanze sand die schöne Feiet ihren Abschluß. Ter Kwti'uS war von 24 Mädchen aus den drei hessischen Provinien besucht, besonders auch auS Ober- Hessen. Der Winterkursus beginnt am 4. Januar, er ist schon voll besetzt.
KreiS Wetzlar.
△ Hörnsheim, 28. Nov Gestern abend brannte in Hörnsheim zum ersten Male das cleltrisdic Lidft. Der Einrichter der meisten Anlagen, Friedrid) Schimmel aus Klein-Linden, hatte die Gastwirtschaft Engel mit bunten Lichtern beleuchtet, und Hunderte von Einwohnern hatten sich auf der Straße cingesuuden, um das schöne F-arbenspiel zu bewundern. Das Dorf erhält fein Licht von Wetzlar.
Hessen-Nassau.
0 Marburg, 28. Nov. Ein fremder Reisender, der gestern abend in einem Hotel abstieg, wurde heute früh als Leiche im Bett ausgefunden. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet.
B. Biedenkopf, 28. Nov. Die Hauptversammlung ber Spar- unb Darlehnskasse bewilligte aus ihrem liebet* schuß 5240 Mark für gemeinnützige Zive.kc, darunter 500 Mark zur Deckung der Bauscknild des Kaiser-Wilhelm U.-Turm aus her „Sackpfeise".
— Königstein i. T., 28. Nov. Heute morgen gegen 6,45 Uhr stieß ber von Höch st a. M. abgegangene Personenzug auf eine im Hcniptgeleis ber Station N ie berhofheim-kberlieberbad) stehende Rangierabtei hing auf, wodurch 2 Güterwagen unb bic Maschine des Personenzuges Schaden erlitten. Nach etwa zweistündiger Betriebsstörung ging der Betrieb wieder glatt von statt n. Durch den Zusammenstoß trugen einige Passagiere geringfügige Verletzungen davon. Der Materialschaden ist un bedeutend.
— Hannu, 28. Nov. Als Anerkennung für die während der Typhusepidemic im Eisenbahn-Regiment Nr. 3 geleistete Hilfe haben die Helferinnen vom Noten Kreuz Frau Tr. Ambrosius, Fräulein Hedwig .H o s in e i st e r. Fräulein Anna Sauerwein und Fräulein Auguste Sauer je ein Jugendbildnis der verstorbenen Kaiserin Angnsta, der Gründerin des Vereins, erhalten Frau Tr. Ambrosius und Fräulein Hofmeister erhielten außerdem noch die Note Kreuzmedaille III. Klasse. Diese beiden Helferinnen waren 2Vi Monate im Garnison-Lazarett tätig.
Sport,
— Tiirngau Hessen, zweiter Bezirk Tic 2 Be- zirkSvvrturn er stunde findet am Sonntag, den 30. b. M, in bet Turnhalle des Turnvereins Grunberg statt.
Göteborg, 29. Nvv. In ber heutigen Gerichtsverhandlung gegen den unter Spionageverbacht verbaiteten ciitidicn Staatsangehörigen Baumann erklärten die beiden Belastungszeugen Hauptmann Lindberg unb Nordbank, daß bie bei Baumann gefundenen Aufzeichnungen sich aus bie Elsbotgsestiing beziehen. Baumann belwuptete dagegen, baß bic Auszeichnimgcn von einer audlänfcb'dKn Festung berrübrm. Trr Polizist Gustavscm sagte aus, er habe Baumann etiva 20 Meter vom Stacheldrahtzaun entsernt gesehen, der bie Festung umgibt Ter öffentliche Ankläger erklärte Bcmrnann ber Spionage für schulbig. Ter «i)erichtSdof schloß sich dem an. Da Baumann außerdem im Verbacht ficht, in Malmö Urkundenfälschungen vorgenommen zu haben, beschloß der Gerichtshof", Baumann dem dortigen Gericht zu übergeben, das daS endgültige Urteil fällen wird.
t>crmifd>ies
* Gasexplosion. Aus Tegel, 28. Nov wird gemeldet: Das Uhr Warengeschäft von Sturm in Tegel würbe nacht > Durch eine Gasexplosion vollständig verhört. Als der GcickiöstS- Inhaber wegen des Gasgeruchs mit seinen beiden Gehilfen bie Leitung ableuchteten, erfolgte ein beniger Knall Tic Fensterscheiben wurden zertrümmert unb die Wände eingedrückt Tie Werkstätte stand augenblicklich in Flammen. Tie Feuerwehr sand Sturm und seine beiden Gehilfen tcilroriic verkohlt tot vor Die hn Ncbenraumc befindliche Familie Sturms blieb unveriehn.
* Ter Zentralverband der Kassenärzte von Berlin erteilte seinem Vorsitzenden wegen ber befannten Verhandlungen mit ber Allgemeinem Ortskrankenkasse ein Miß- irauensvotum. ES wird mit einem WicdcrauSbrnch des Berliner AcrztcstreikeS gerechnet.
* Ueberfall au f flaffenboten. Aos Telmenhorst Olbenburg) wird gcmcldet: Als bic beiden Kassenboten ber Jutv- spinncrci gestern abend von ber Bank lurüdTcbrtnt, um da- Geld für die heutigen Lohnauszahlungcn zu überbringen, wurden sie von drei Männern m einen Hinterhalt gelockt und überfallen. Di? ^Räuber versuchten, ihnen die Geldtaschen zu entreißen Auf die Hilfeschreie der UeberfaNenen eilte der Nachtwächter der Fabrik derlei Einer der Räuber feuerte auf ben Nachtwäch.k.-r einen R?- i’olceridjuR ab, ber sofort tödlich »Air. Ta btc Räuber i:: ber Eüc bic jchweren Gcldiäcke nicht befö,.<rn konnten, nah.ilcn fie cuiac


