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beklagt, Laß er zn wenig bezahlt würde, er habe oft darüber Qlage geführt, daß er, wenn die andern mit der ?(rb it fertig wären, nochmals anfange, denn er müsse dann mit ixnt teuren t c kehren, die ihm Nachrrchlen zutragen. Tarin liege eine gcroiiie Berechtigung zu einer Mage, die Brandt nich' abgefprocben iver= den ^önne. Bezüglich der ftomwal^er habe ihm Brandt oft gesagt, die Sache koste ihn mehr, als sie einbringt.
Ter Zeuge fährt fort: Auch habe Brandt sich uichrrach dahin geäußert, daß er sich gesundheitlich und moralisch ruiniere, und» er ider Zeuge) habe die Bemerkung, daß er nich: weiter machen wolle, nicht für ernst und ehrlich gehalten, dafür hätte er u. a. auch zu sehr an seinem Haus in Rahnsdorf gehangen. Hätte man die Kornwalzer fallen gelassen, dann wäre auch Brandt von hier versetzt worden. Sein, des Zeugen, Mißtrauen gegen Brandt gründe sich vor allem auch darauf, daß Brandts Ausgaben im Verkehr mit Militärpersonen nicht zu kontrollieren waren. Es wird nunmehr eingehend die Jtalienreife des Zeugen erörtert, die schließlich zu feiner Entlassung aus den Kruppschen Diensten führte. Ter Zeuge glaubte, ein moralisches A nrecht auf den italienischen Bertretervosten zu haben, als der bisherige Vertreter gestorben war Tirektor Träger war hiermit auch einverstanden unter gewissen Bedingungen: Er sollte aus der Reihe der Kruppschen Beamten aussci-eiden, kein Fixum mehr erhalten, dafür aber ein Prozent von allen Bestellungen erhalten, womit sich der Zeuge einverstanden erfiärte.
Hierauf wurden auch die Beziehungen des Zeugen zu Herrn W i n g e n zur Sprache gebracht Ter Zeuge hatte Herrn Wingen in Berlin kennen gelernt. Er bezeichnet Liesen als ein n Mann, der die Verhältnisse der italienischen Privatinduttrie vorzüglich beherrschte und auch in Sachen, die die Firma 5trupp interessierten, sehr genau Bescheid wußte. Er habe, fuhr der Zeuge fort, ferner mit Direktor Eccius fortgesetzt in regem, auch geschäftlichem Verkehr gestanden. Er war ausfallenderiveise mit den Kruppschen Verhältnissen bekannt. Wingen erklärte sich bereit, ihm den italienischen Vertreterposten zu verschaffen, er verlangte aber da- für 2 5 Prozent des Gesamteinkommens. Ter Zeuge war jedoch hiermit nicht einverstanden, da er ihn nicht an seinem ganzen Einkommen teilnehmen laffcit wollte. Wenn der Vertrag mit Herrn Wingen den Eindruck erweckte, als wolle er den italienischen Posten an Herrn Wingen verschachern, so habe er diese Absicht nicht gehabt. Der Vertrag fei in einem Augenblick der Kopflosigkeit zustande gekommen Es werden sodann zwei von Brandt an v. Metzen nach Italien gerichtete Briese verlesen. In einem betont Brandt, er fürchte, Unannehmlichkeiten ausgesetzt zu werden, wenn er einen neuen Vorgesetzten erhalte, in einem zweiten macht er Mitteilung davon, daß es ihm gelungen sei, einen Freund in einer guten Position der Arttllerievrüsungskommission unterzubringen. Er fügte hierbei die Worte hinzu: Tics wird unseren Einfluß stärken. Brandt bemerkt, es handle sich hierbei um Hoge. Der Zeuge v. Metzen will aber auf Befragen des Vorsitzenden, was diese Worte bedeuten sollen, keine Antwort geben.
Der Verteidiger Tr. Löwenstein legt daraus dem Gericht einen vom 30. Mai datierten Brief des Herrn von M-tzeir an Brandt vor, in dem« dieser mit Bezug auf eine Bemerkung Brandts sagt, daß Brandt mit feiner Stellung zufrieden sein könne, beim er stel-e in einer unangreifbaren Position. Ter Verteidiger knüpft daran die Bemerkung, daß man derartige Worte doch nicht an einen Manu schreibe, von dem man die Ueberzeugung habe, daß er sich in.zahlreichen Fallen der Bestechung schuldig gemacht habe.
Der Oberstaatsanwalt fragt, was Herr von Metzen mit seiner Aeußerung, daß Brandt sich in unangreifbarer Poittion befinde, denn eigentlich gemeint habe. Der Zeuge schweigt hierauf und kommt dann nochmals auf die Einstellung von Beamten
der Firma Krupp bei der Artillerieprüfungskommission zurück und insee andere auf den Fall Hoge zu sprechen, wobei er erklärt, daß Direkior Träger ihm gesagt habe, sich nicht noch einmal für eine Anstellung zu verwenden, denn sonst könnte der Herr etwas merken. Gemeint ist der Vorsitzende der genannten Kommission.
Auf Befragen des Oberstaatsanwalts nach der Auslegung dieser Worte erklärt von Metzen, daß wobl damit gemeint fei, Krupp habe ein Jitterstfi'e, daß Beamte von ihm bei der Artillerievrüfungskommission tätig seien. _
Die Leiterverhandlung dreht sich um mehrere Schreiben, die zwischen Brandt und von Metzen gewechselt worden sind. Brandt hatte den Wunsch ausgedrückt, Herrn von Metzen als dessen Sekretär nach Rom folgen zu dürfen. Rechtsanwalt Dr. Löwenstein fragt den Zeugen von Metzen, vb cr Brandt, den er doch der Bestechung für schuldig berechnet hatte, abgewiesen hätte. Nachdem der Zeuge zunächst längere Zeit geschwiegen hatte, gibt er endlich Auskunft, bleibt jedoch am Berichterstattertftch unverständlich
Darauf werden 'ie Verhandlungen um 4 Uhr abgebrochen und auf morgen vormittag 9 Uhr vertagt, da Herr Direktor Eceius dem Rechtsanwalt Dr Löwenstein erklärte, den Verhandlungen nicht mehr folgen zu können.
Lttstickisfnhrt.
T. Frankfurt a. TL, 30. Cft Zwischen der Kommission für fhinfportliche Veraunaltungen in Frankl rt und dem französischen Flieger V^goud schweben Verhandlungen, um ihn für die Ausilibrungen feiner Schau finge in Frankfurt a. TL zu gewinnen.
Billige Seefische als Uahrungsmi tel.
Seefifchgerichte muffen gut schmecken, richtig nähren, voll sättigen. Das Hungergefühl soll sich nicht früher einstellen als nach dem Genuß von Fletsch. Dazu müssen auch die richtigen Fische gewählt werden Wenn die Mahlzeit in kur.zer Zeit eingenommen werden soll und wenn sie recht lange Vorhalten soll, muß darüber uachgedacht werden, wie man das erreichen kann. Man muß ein schieres Stück Fleisch dem Essenden vorsetzen, das er mühelos wie einen Rinderschmorbraten genießen kann. Die Mahlzeit soll auch Vorhalten: deshalb zum öfteren geschmorten und gebratenen Fisch geben, wobei dem Fisch das fehlende Fett gleich zugefetzt wird, den Fisch mit Hülsenfrüchten aller Art reichen, besonders mit säuerlich abgeschmeckten weißen Bolmen oder Linsen, mit Kohlgemüsen usw. Hierzu eignen sich vorzüglich Lengfisch, Kabeljau und Kölner iSee- lachs). Ten Köhler kann man in bezug auf die Zubereitungsmöglichkeiten sehr gut mit dem Rindfleisch vergleichen. Er ist ausgezeichnet zum Schmoren, zum Braten, für Gulasch, zum Bereiten von Ragouts mit verschiedenen Saucen. Beim Vergleich von Nährwert und Preis finden wir beim Köhler einen höheren Eiweißgehalt für einen sehr viel geringeren Preis (Rindfleisch 1,00—1,10 Mk. Möhler 15—25 Psg. per Pfund». Bei richtiger Zubereitung gibt dieser Seefisch ein durchaus schmackl-aftes Essen.
Kabeljau wird ohne Kopf zu 20—30 Psg. per Pfund an- geboten. Ter Fisch ist feinfaseriger und noch feinschmeckender als der Köhler. Ich glaube bestimmt, es wird nicht mehr lange dauern, bis ter Kabeljau im Preise so hoch steigen wirb, wie es nach meinen Beobachtungen mit dem Schellfisch in den letzten zwanzig Jahren gegangen ist. Kabeljau kann zu den feinsten Fischspeisen verwendet werden. Eine nur einigermaßen intelligente Köchin kann den Kabeljau dem verwöhntesten Esser so zubereitet vorsetzen, daß dieser nichts zu tadeln findet. Er eignet sich zu den ausgezeichneten gebratenen Fischkotelettes, kann gespickt und gebraten werden, je nach der Größe in Filets ober im ganzen, er ist gut für Hackbraten, zu Suppen, die kleinen Kabeljaus zu einfachen und feineren Saucen. Man kann wirklich sagen: Tiefe Gerichte tragen die Marke „billig unb gut". Es wäre im Interesse der Allgemeinheit sehr zu wün
schen, daß gerade diese Fische, deren Wert bisher nicht genügend erkannt wurde, als Nahrungsmittel überall eingeführt würden. Ich hoffe, ihre ganz besonderen Vorzüge genügend hervvrgedoben zu haben. E. Hannemanu.
Universitäts-Nachrichten.
h. Frankfurt a. M, 30 Lkr. Tre am 3. November hier zusammentretende ^eisspnode de» evangelischen KonfistorialbezirkS Frankfurt wird sich auch mit einer Vorlage beschäftigen, in der die Gründung einer evangelisch theologischen Fakultät an der im nächsten Jahr zu eröffnenden llnivcriiuäi gefordert wird.
1 Marburg, 30. Cf:. In der philosophischen Fakultät der Hiesigen Universität Habilitierte sich Professor Tr. Wilhelm Strecker mit einer Antrittsvorlesung über „Das Wesen der Elemente".
Marburg, 30. Cft. Bis heute betrug die Zahl der zum Wintersemester immatrikulierten 5tubierertf.cn bereits 2100. Tie Immatrikulationen gehen erst am 5. November zu Ende.
ffiärftc.
A Ruppertenrod, 30. Cft Unser heutiger Herbstmarkt, den das seither sommerliche Wetter beqfmfttgle, hatte eine sehr starke Auffahrt an Iuugschivemen. Jnfol ie des großen Angebots zeigte der Handel wenig Fluß. Tie Preise diel en sich auf der icitherlgen Hohe, was allerdings recht hoch genannt werden mutz. Es wurde bezahlt für das P -ar relmwöchiger Ferk-k 50—51 Mk., jüngere 45—50 Mk., ältere 55 — 60 Mk. und 60-7u TT(. Aw dem geh en: zu Homberg n. C. slattgeftmdenen Markte war bec Handel gleich- salls gedruckt ergangen. Das offenbaren die au5 der dortigen Gegend heule hier aiugefahrenen Zungschweine.
r. Crtcubcrg, 30. Cft. Von Sonntag bis gestern fand her diesjährige „R a 11 e m a r ft' Jlatt. Das Wetter war überaus schön, am Dienstag war es drückend helft, so daß der diesjährige Markt nichts weniger als ein „kalter" Markt war. Ter Pferde- markt am Montag war recht gut besucht; über 700 Pferde und Fohlen standen zum Berkans. Sie haben zum weitaus größten Teil neue Herren gefunden. Der Vieh- und Schweinemarkt am Dienstag war sehr stark mifSchweinen befahren, dagegen war der Auinieb von Vieh im Vergleich mit früheren Jahren aering. Ter ,l?iifi'marft am Mittwoch wies wie immer regen Verkehr auf.
— Herborn, 30. Cft. Ans dem heute abaebalteneu 12. diesjährigen Markte waren aufgctricben 281 Stück Rindvieh und 605 Schweine. ES wurde bezahlt für Fettvieh und zwar Cchsen i. Dualität 95—98 Mk., 2. Qualität 92—94 Mk., Hüfte und Rinder 1. Qualität 92-94 Mk., 2. Qualität 85-90 Mk. für 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 10 bi8 70 Mk., Läufer 75—95 Mk. und (finlegfcftweine 100—160 Mk. das Paar. Der närfpte Markt findet am 17. November statt.
fc. Wiesbaden, 30. Cft. Heu- unb 8 troh markt. Tngefaftren waren 32 Wagen mit Heu unb Stroh. Man notierte: Öen 6,00- 7,00 Mk. Stroh (Richt'troh) 4,00—5,20 Mk., Rrumin- itroft 3,60—3,80 Mk. — Frucht markt. Hafer 16,00-17,00 Mk. Silles je 100 Wo.
Kinder, das ist nicht mehr zu ertragen!
—1 Allemal, wenn ich Rübe haben und arbeiten will, acht das Hustenkonzerk los, u. eS schneidet einem inS Her z, wie die armen T Dinger sich analen. Morgen trüb kaufe ich Fans ächte Sodener Tiineral-Pastillen. u. die werden mir regelmäßig genommen — mild.Husten werd.wir dann bald fertig fein. Die vaar Pfennige kominen gegenüber der Wirkung gar nicht in Betracht. Die W Schachtel kostet ja nur85Pfg. u.itt uberaUzn haben Bef.Kenn
Zeichen: Der Name „Fan" u. weir,cr5lontro(litrciicu nut amtL Bescheinigung des Bürgermeisteramtes Bad Soden a.T-lss" „
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