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L. Friedberg, 30. Oft. freute fand hier die Kreislonfe- tcnn der Lehrer des Greises Friedberg statt. Im Festsaale des frotel Travv waren die Mitglieder der Kreisschulkornrnission, die geladenen Gäste und 250 Lehrer und Lehrerinnen erschienen Nach schönem mehrstimmigen Gesänge der oberen Klassen der M u st er i chu l e begrünte Kreisrat Frhr. v. Schenk die Anwesenden, ssdiulrot Sus; hielt hieraus einen Vortrag über „die wahre Bildung - Gr wr- bertc qnn.Ac „Bildung", keine fralbbildung nach dem Worte Goethes: Denken und Tun. Lehrer Burk-Vilbel sprach über Deutichlands tiefste Erniedrigung, seine Befreiung vom Joche Napoleons und (ein glorreiches Werbim nach 1870. Gut Festmahl von 220 Gedecken schlon die erhabene F-cier.
* Akademikerstrerk. Aus Wien, 31. Oft. wird berichtet - In einer heute abgehaltenen Versammlung von Delegierten der Studierenden der Spezialschulen der Akademie der bildenden Künste wurde einstimmig beschlossen, die Professur Leopold Bauers abzulehnen und auf der Besetzung der Lehrkanzel Wagners durch Professor Dlecnik-Prag zu bestehen. Angesichts der Bedrohung der Autonomie her Hochschulen soll morgen der Streik der Akademien erklärt werden. Gleichzeitig wurde an die Schüler der Akademien in Prag und Krakau die Aufforderung gerichtet, sich dem Streik anzuschließen.
kf. Kinder sind in der Garderobe ab-u g eben! Vor ein paar Jahren kam eine reizende Zeitungsente über den großen Teich herübergeflattert: ein amerikanisches Warenhaus sollte die Einrichtung getroffen haben, daß Kinder in der Garderobe abgegeben werden könnten. Eine ernsthafte wiffenschattliche Zeitschrist, der in Paris erscheinende „Paris MSdical", teilt nun mit, daß aus diesem Scherz Ernst geworden ist: jetzt können wirklich Kinder in der Garderobe abgegeben werden, und zwar nicht nur in einem amerikanischen Warenhauie, sondern in vielen. Die ein-
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g lieberzahl auf 1200, Anfangs 1913 auf 1567 und jetzt beträgt sie bereits 1637. — Den Rechenschaftsbericht erstattete der Schatzmeister, Generalleutnant Nöll. Danrach betrugen die Mitglieder beitrüge aus Darmstadt 811 Mark, Friedberg 341 Mk., Gießen 935 Mk., Mainz .391 Mk, Offenbach 715 Mk., Worms 660 ML, zusammen 3512 Mk. Als Geschenke wurden abgeliefert von Darmstadt 875 Mk., Friedberg 282 Mk., Gießen 1172 Mk., Main; 2448 Mk., Offenbach 1000 Mk., Worms 700 Mk., zusammen 6478 Mark. Die Summe aller Ausgaben, darunter 3134 Mk. Mil gliedsbeitrag nach Berlin beträgt 3811 Mk., das Vermögen stellt sich auf etwas über 10000 Mk. Oberkonsistorialrat F. Merck machte interessanie Angaben, über den geplanten Georg-Ludwig- Kindergarten in Swakopmund. Der Verband hat für diesen Zweck 20000 Mk. zur Verfügung gestellt, wovon bereits 5000 Mk. nach Swakopmund abqesaiidt wurden. Bei der Wahl des geschästsführcn- hen Ausschusses wurde an Stelle des wegen Wegzugs ai^geschie- denen Frl. v. Stülpnagel die Prinzessin von Erbach-Schön- ber gewählte sämtliche übrigen Ausschußmrtglieder wurden wieder gewählt. Der Vorsitzende der Abteilung Darmstadt, General v. fr artmann, erstattete darauf einen kurzen Rechenschaftsbericht, dem zu entnehmen ist, daß die Abteilung 299 Mitglieder zählt und bei 1300 Mk. Einnahme Ende d. I. ein Vermögen von 500 Mk. besitzen wird. — Der geschäftlichen Sitzung folgte noch ein längerer interessanter Vortrag mit zahlreichen Lichtbildern Don Frau Prof. P l e h a, über ihre Erlebnisse in Kamerun, wo bic Vortragende als Gattin eines Regierungsarztes seit dem Jahre 1894 gelebt hat. Die Vortragende gab darin eine fesselnde Schilderung von Land und Leuten, die durch die späteren Lichtbilder vortrefflich illustriert wurde.
Hessen-Nassau.
X Crumbach, 30. Oft. Die hiesige Pfarrstelle ist Herrn Adolf Schmidt aus Miehlen bei Nassau vom 1. No- •’niber ab übertragen worden.
sl Wetter, 30. DH. Eine hier abgebaltene Jnter- essentenversammlung beschloß, probeweise eine A u tomo b i l- Verbindung von hier aus durch das Dreisbachtal über Engelbach, Derbach nach Biedenkopf und zurück einzurichten.
W. Frankfurt a. M., 30. Oft. Die Polizei verhaftete gestern nachmittag fünf internationale Tasckeiidiebe, die am Vor- inittag einem jungen Kaufmann eine Brieftasche mit 1200 Mk. gestohlen hatten, die er auf dem frauptpostscheckamt erhoben hatte. Die Diebe, angeblich Italiener im Alter von 35 bis 40 Jahren, sind nach dem Signalement eines Steckbriefes dieselben Täter, die Ende September in München auf die gleiche Art 6000 Mart erbeutet hatten.
h. Cronberg, 30. DH. Am Westhange des Alt- königS wurden die Neste einer alten Gla8 h ü tte aufgesunden. Einschließlich der Altkönighütte sind jetzt sechs GlaShüttenplätze im HochtaunuS bekannt. Am bekanntesten ist der Dri Glashütten selbst, der seine Entstehung einer solchen Siedlung im 17. Jahrhundert verdankt.
tiCra§?r °&ettor der Großen Oper in Paris, Messager, ist von seinem Posten zu rückg etret e n.
Am Donnerstag sand im Reprchentatwnsraume der Internationalen Baufachausstellung in Leipzig die offizielle ^Der' Dampfer „Kaiymuus" der deutschen Levantelinie kam brennend im fräsen von framburg^an.
Das Karolinische Institut in « tockho l m beimlotz, den diesjährigen Nobelpreis für Medizin dem Professor der hlmno- logie der Universität Paris, Charles R ich e t, zu erteilen.
Infolge eines dreitägigen Regeno sind ni ganz NorditaUen die Flüsse hoch angefchwollen. Die Ueberschwemmungen haben bedeutenden Schaden angerichtet. Ter Eisenbahnverkehr ist stellenweise eingestellt worden.__ ,
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kantenden Damen geben ihre Kinder an der Garderobe ob, be kommen dafür, genau wie für ein Garderobenstück, ihre Marke und können dann ihren Einkäufen nachaeheu, denen sie sich bekanntlich in den Warenhäusern stundenlang widmen. Das abgegebene Kind wird, damit keine Verwechslungen Vorkommen, nut einer Marke versehen, so erzählt das Pariser Blatt von einem Warenhaus in New Port als Beispiel, dann in den Aufzug gebracht und nun in den 14. Stock geschafft, wo eine --.erraffe für die in der Garderobe abgegebenen Kleinen zu einem wahren Kinderparadies eingerichtet ist, das unter der Leitung geübter Kindervstegerinnen steht. Da gibt es die herrlichsten ^P'cl'a*cn' die Kinder sind vorzüglich aufgehoben, sie haben Gesellschaft und es werden ihnen mich Mahlzeiten verabfolgt. Isi die Amerikanerin mit ihrem Shopping fertig, so zeigt sie ihre Marke in der »Garde - tobe* vor, der .Kinderwart* meldet telephonisch die N> mm r nach oben, in zwei Minuten bringt der Fahrstuhl das gewin schte Kmd Herunter, und daun wird es seiner Mutter virüdgegel en.
Kleine Tageschronil.
Der Magistrat in Magdeburg Hat in der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage betreffend den dau eurer « ü d - brücke eingebracht. Die Kosten werden auf 219oOUO Mark
Goethes §ohn ,815.
Als vor hundert Jahren der Freiheitssturm durch bte deutschen Lande brauste und die Jünglinge scharenweise zu den Waffen strömten, meldete sich im frerbst 1813 auch Goet^s einziger Sohn, der vierundzwanzigjährige „Kammer-Assessor und fronunFcr -August v. Goethe als Freiwilliger. r ,
Bekannt ist, wie teilnahmslos Goethe selbst der großen Erhebung gegenüberstand. Nicht so sein Sohn. Der war in den Zähren 1808 und 1809 bei den, Westfalen in freidelberg aktiv gewesen. — „Wir sind deutsch!" hatte er stolz in dem von ihm gedichteten „Bundeslied der Gnestphalia" ausgcrufen. Und wenn er aus feinen Reisen und Wanderungen von der Neckarstadt aus an den Rhein kam, sähe er, z. B. in .Mainz und in Straßburg, die französischen Schildwachen aus den Rheinbrücken mit starkem patrioti
schen Mißbehagen: „Manches, was ich hören und sehen Jnußte, vergällte mir den herrlichen Anblick des stolzen Stromes." So war es Tür ihn selbstverständlich, daß auch er sich zum Kampf gegen den Erbfeind stellte.
Seinem Baler war das aber gar nickst recht. Ziemlich her; drießlich teilte er dem gerade abwesenden fr erzog mit, daß August „der Pflicht und Ehre es gemäß gehalten hat, sich gleichfalls zu melden." „Nicht ohne Mut und Lust" fügte er hinzu „wie es Jüngeren wohl geziemt, die wehr vorwärts als zurück und nach der Seite sehen sollen". Und er macht seinem Landes Herrn fern frehl daraus, daß er die väterliche Einwilligung nur „widerstre bend" gegeben habe. <. L L
Das war ja schließlich auch fetn Wunder. ö.Jch stnde, fo idirieb Schillers Frau, „es natürlich, daß der Vater in seinem Alter alles tut, um ihn nicht 'Dhlitär werden zu lassen: es ist doch eigentlich die einzige Freude, die er in feinem Alter hat." ..
Heberbaupt sah man damals in den regierenden streuen die gebildete Jugend sehr ungern auf die Schlachtfelder ziehen. Es sei nicht nötig, daß gebildete Menschen marschierten, meinte Goethes Amtsgenosse, der Minister von Voigt. Dazu könne man Bauernburschen gebrauchen! Selbst die Studenten sollten nicht mitziehen, am wenigsten die aus Jena, weil dies gerade die besten seien. Es sei ein jugendliches Feuer, das man eindämmen müsse usw. „soviel sehe ich", klagte ein junger Arzt, „behält Voigt recht, so kommt keiner von uns Staatsdienern mit."
Goethe hatte keine Lust, den ^>ohn zu opfern. In die „Herr liehe Schar" der sachsen-weirnarischen Kriegsfreiwilligen einzutre ten, hatte er ihm freilich erlaubt, seinen Ausmarsch aber wußte er klug zu vereiteln. Er benutzte nämlich seine Beziehungen dazu, dem Sohne die Stellung eines dem Erbprinzen betgegebenen „Adjutanten bei der Landwehr" zu verschaffen. Das klang sehr schon — militärisch aber war August jetzt kaltgestellt. Es war cm rem
Letzte Nachrichten.
Der Abschied vom Braunschweiger Regenten.
Braunschweig, 31. Oft. (Gestern abend fand im Landschaftsgebäude zu Ehren des scheidenden fr e r z o g - R e - genten-Paares ein Essen statt, zu welchem bte Abgeordneten des Landtages und die Spitzen der Behörden erschienen waren er Präsident des Landtages, Kreisdirektor Krüger aus Wolfenbuttel hielt eine Ansprache, worauf der frerzog-Regent dankte.
Verhaftung eines Bürgermeisters.
Darmstadt, 31. Oft. Der Bürgermeister K o h n von Heppenheim an der Bergstraße, der seit dem 22. ds. Mts. toegen größerer Veruntreuungen verschwunden war, ist heute früh in der freinrichstsraße in Darmstadt, als er angeblich auf dem Wege zur Polizei war, um sich selbst zu stellen, fest - genommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Die Bergungsarbeiten des Panzerschiffes I e n a.
Paris, 31. OH. Nach einer Blättermeldung aus Marseille hat die Genueser Firma Eesano in dem von ihr angetauften Wrack des durch eine Explosion zerstörten Panzerschiffes „I e n a" mehrere Kanonen, einige Geschosse und 400 Gewehre gefunden. Die Arbeiten sind unterbrochen worden, da sich die Arbeiter vor einer Explosion der Geschosse fürchten.
Millionen von Hausfrauen kochen täglich Maggi's Suppen. In der Qualität sind sie aber auch unerreicht, und der feine Eigengeschmack jeder der 43 Sorten stellt Maggi's Suppen den besten Ausgemachten Suppen gleich. Dabei kostet 1 Würfel für 2—3 Teller nur 10 Pfg., so daß cs kaum öenfbar ist, für Viesen billigen Preis auf andere Art fo nahrhafte, delikate Suppen herzustellen. _________________________________________________c 31' iq
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Trotzdem aber war Goethe bemüht, feinen Sohn noch weiter vom Schuß zu bekommen. Er veranlaßte den Herzog, August in feinem Zivilberufe als Verwaltungsbeamter in dienstlichen Angelegenheiten zur „Besorgung eines sehr leidigen Geschäftes" mit dem „Kammerrat R^hlmann" nach Frankfurt zu schicken. Jetzt erst war der alte frttr beruhigt. .
August blieb vom Dezember 1813 bis Februar 1814 in Frank surt —'es wollte „ihm nicht gerade behagen wie sonst". Das gute Zc-ugnis, das ihm sein Vorgesetzter, der Kammerrat, ausstellte, mag ihn wenig darüber getröstet haben, daß er die leidigen Kame- raUa treiben mußte, während die Altersgenossen vor Paris lagen.
Von seinen soldatischen Neigungen ist hinfüro nicht mehr die Rede Aber sein vertrauter Freund froltet, der einzige, dem der spöter so scheue Mann bisweilen fein Herz öffnete hat uns bezeugt, daß der deutschgesinnte Jüngling es immer als krankende Schmack) empfunden hat, von jener großen Bewegung ausgeschlossen gewesen zu fein.
Univerntäts-NcrckrrckLen.
ffk. Studienreise. Ter außerordentliche Professor an der Universität Gießen, Dr. Werner Friedrich Bruck, hat ewen einjährigen Urlaub erhalten. Er bat eine Studienreise nach Bn- tisch-Jndien angetreten, um insbesondere über bte indische Baurn- wollproduktion Untersuchungen anzustellen. Professor Bruck hat bereits in früheren Jahren in Ostasieu und Ostasrika zum Studium des Faserbaues uni) Handels Reisen unternommen, lieber die Reise, welche im Auftrage des Reichskolonialamtes, des Koloniolwirtfchast- lichen Komitees u. a. Körperschaften ausgeführt wird, hat der Großherzog von Hessen das Protektorat übernommen.
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Spielplauforgcn. Eine Anzahl von Eingesandls, die sich mit dem Spielplan des Stadttheatcrs beschäftigen und vor allein Werke der neueren Literatur vei langen, stellen wir zurück, da un^ der Raum für die häufig allzu langen Ergüsse mangel,. Zudem sind wir der Ueberzeuguna, daß Herr Direktor Eteingoctler in diesem Winter auch noch die neuere Literatur zu Wort kommen lassen wird, nachdem wir int Laufe des Oktober alle Arten des modernen Lustspieles kennen gelernt haben.
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