Ausgabe 
29.10.1913 Drittes Blatt
 
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Armen. Ihr Tod bedeutet für manche Familie einen herben Verlust. Auch das hiesige Krankenhaus, dessen Verwaltung die Verstorbene führte, verdankt derselben seine Entstehung. Die Beisetzung erfolgte auf dem Familienbegräbnis auf dem slädtifchen Friedhöfe hier.

Kreis Friedberg.

r. Butzbach, 25. Eft. Verspätet. Anwesend: Bürgermei­ster Flach, die Beigeordneten Hadermann und Heil, die Gcrneindc- ratsmitqlieder: Braubach, Heil, Heyd, Büchel, Müller, Rechtsan­walt Ohnacker, Eppenheimer, .Hermann Steinhäuser, Tr Vogt, Tröster. Entschuldigt fehlt- trauer. Bürgermeister Flach cröff«- nctc die Sitzung, begrüßte die beiden ncugewählten Mitglieder, Rechtsanwalt Karl Ehnacker und Metzgermeister Hermann 5lcin= Häuser namens des GerneinderalS ^inb der Stadt, verpflichtete sie an EideSstatt in (Gegenwart des Stadtvorstandes auf die Dienst­führung und führte sie alsdann in den Dienst ein. Hierauf wurde zur Beratung der Tagesordnung geschritten und kam Folgendes zur Verhandlung: 1. Trei Gesuche um Aufnahme in den Hes­sischen Staatsverband nachbenannter Herren: Wilhelm Würtz, Alois Stöber, Eugen Friedrich Dcckhut. Sie wurde genehmigt. 2. An­trag der Freiwilligen Feuerwehr betreffend Versetzung des Tores an der Westseite nach der Estseile. Tie Baukommission hält sic nicht für notwendig, befürwortet jedoch das Gesuch, weil der Stadt aus der Brandkasie eine austerordentliche Vergütung für Feuer- lüschzwcckc überwiesen worden sei, von der ein Teil hierfür ver- wendet werden soll. Tie Kommission beantragt dem Gesuche zu entsprechen und die Arbeiten alsbald ausflU-ren zu lassen. Ter Antrag wird genehmigt. 3. Tie notwenoigen Ausbesserungen an den Gebäuden in der Krachbaumgasse sollen, soweit dies noch nicht geschehen, baldigst ausgeführl werden. 4 Tic von Schorn- stcinfegermeistcr Brüchner sestgestellten Mängel an den Schorn­steinen städtischer Gebäude sollen baldigst beseitigt werden, 5. An­trag der Tirektion der Realschule: Neuanstrich der änsteren Wände des Rcalschulgebäudes. Tic Baukommifsion befürwortet nur den Anstrich der Fassade. Eppenhcimcr und Bürgermeister Flach be­antragen jedoch Anstrich des ganzen Okbäudes. Tem Anträge wird zugestimmt und Strastenmeistcr Metzger beauftragt, einen Kostenanschlag anzuseriigen, um die erforderlichen Mittel in den nächstjährigen Voranschlag cinzustellen. 6. Antrag des Beigeord­neten Heil: Bessere Herstellung des Lachenweges. Tie Baukommip jioit schlägt vor, den^ Weg, soweit er chauffiert ist gründlich ab- sratzen, dann mit Steinen beschütten zu lassen, und den nicht chauffierten Teil durch besseren Wasscrabilttst zu verbessern. Tem Antrag wird zugcstiiunil und die Einstellung eines Betrages von 500 Mark in den nächstjährigen Voranschlag genehmigt. 7. Not- slandSarbeitcn. Bürgermeister Flach beantragt Fortsetzung des Ausbaues der Römerstrastr Tic .Baiilommisiion ist der Ansicht, dast diese Arbeiten nicht durch ungeübte Arbeiter ausgeführl wer den können und beantragt Ablehnung des Antrages: dagegen schlägt sic Kleinschlag von 150 Kubikmeter Klopf steinen und Vor fechmg eines Betrages von (>00 Mk. im nächstjährigen Voranschlag vor T.-i Vorschlag wird angenommen 8 T u- Keller unter dem städtischen Vereinshaus sollen durch Kreisstrastenmeister Metz­ger gründlich nachgesel-eu iverdcn. Neber die auszusührenden not­wendigen Arbeiten soll Metzger einen Kostenanschlag ansenigen. 9. Antrag des Bügrermeisters Flach, Herstellung eines Fußsteiges an der Hochiveifelerstraste vom Hanse des Herrn Knappe bis zum Neubau des Gemeinnützigen Bauvereins. Tie Bankommisfioll bittet, dem Anträge znzuftimmen, was geschieht. Tic erforder lichen Mittel sollen in den nächsten Voranschlag eingestellt werden. 10. Ter Antrag der Bankommission den Kanal bei der Gerberei des Herrn Sparwasser wird zur Weitcrberatung der technischen Kommission überwiesen. Tie Kommission schlägt vor, den ge­samten städtischen Kanal vierteljährlich kräftig dnrchspülcn zu lassen und empfiehlt genaue Kontrolle dieser Arbeit durch ein Mitglieo des Stadtvorstaildes ausüben zu lassen. Ter Gemeinde rat beschließt demgemäß. Tem Beigeordneten Heil wird die Aus­sicht übertragen. 11. Tie Baukommission beantragt, die Römer straße walzen zu lassen Ter Antrag wirb genehmigt. 12. ErtS I'tmplan hier. Ter Teil von Flur VIII Taunusstraße betreffend Tic kreisamtliche Verfügung vom 2. Juli 1913 wurde bekannt gegeben Oppenheimer verliest alsdann das Protokoll der Bau kommission. Hiernach hält die Kommission die Esfenhallung nicht für dringend, denn bei Baugesuänn würde doch von Fall zu Fall zu entscheiden sein, ob der Ban eine 311 projektierende Straße beeinträchtigen mürbe. Eine Festsetzung der Bauflucht war nötig wegen Erhaltung der Allee »sw. Tie Ausarbeitung des Ortsbau Plans iu diesem Gebiete soll erst begoirnen »verden nach Geneh­migung des neuen s71. baustatuts, weil dieses besondere Destim mungcn für das Villenviertel enthält. Tie Frage des Zusammen fallen- der Straßenslncht und Straßengrenze 3. B bei Parzelle 499 kann erst entschieden lveesen, wen» der Plan wieder vom ikreisamt zurück fei 13 Tic Reclmnng und der Voranschlag des Armenfonds sollen ;ukünstig nicht mehl offen gelegt werden 14. Tas Gen ich der Firma Gebrüder Vogl nm Liesernng von elektrischem 3lrom aus dem städtischen Elektrizitätswerk wurbe zurückgestellt 15 Heyd erstattete namens d > technischen Kom Mission Bericht über die Prüfung des Voranschlags für das Elek itSwerk im ^ahrt 1914 und beantragte die weitere Prü snng durch die Finanzchiumission. Tem Anträge würbe zug. stimmt in Aus Antrag der Armenlommission werben ihr jähr lieb 500 Marl für nnsi iubige Gaben zur Verfügung gestellt Ti - Armenlommission wurde um ein weibliches Mitglied ergänzt Ms solches wurbe Frau Jteili Vogt gewählt 17. Eppcnh.im.r beantragt eine Vermessung der ganzen Gemarkung ausführen und eine !! »rte üb« 1 die sladt - 1। ich zu lassen Bi. 1 1

daß die Vermessung bereits vom Kataster amt oi' 1 sei Eppenl-eim 1 beantragt bei dem Katasteramt ansragen zu lassen, ob die ttebersichtskarie zugleich mitangeferligt werben könnte kein Anträge zvnrde zngestimmt. 18 Ti Nacht Wächter sollen angetviesen werden, znküustig morgen- die Straßen lampen länger brennen zu lassen, als wie icithcr

KreiS Wetzlar.

- kW etzlar, 2(1. EU. In Göts Garten sand heute eine mit beschickte M anin ch e 11 - u n d P r 0 d ukt e n »A 11 s- fte 11 n 11 g statt In der klaffe A l t t i e r e erhielten Preise: Ehrenpreise: Gustav Grob Wetzlar, Hermann Foneck Wetzlar, H. Hetbleck Oberbiel: 1 Preis G. Groh Wetzlar, 2. Her in. Pctschel Wetzlar nnd t" Groh: 3 Rnd kübler Wetzlar, Wil­helm Walter-Venn und Anton Koster Wetzlar: lobende An crkennunst Gustav Groh, Ersenbett Blasbach, H. Füller-Wetz lar. Ang. Bobisch-W.'tzlar. 1 3 it 11 g 11 e r r I a sse : Ehren preise: Ang Bobisch, Herm Foneck, H. Petschel, Kd. Kahn, 1. .Ang. Bobisch, Fai Berahäuser nnd Hct, Mohr, 3. Rich Gürtel, Gustav Groh, K. Psaff, Anton Koster, H Foneck, H. Petschel nnd Fak Schäser Niedergirmes. 2 Fung tierklasse : Ehrenpreis Aut Koster, R. Klüber, Aua. Bo- bisch nnd G Groh, 1 Hch. Füller, 2 Rnd klüber, Foß. Berg Häuser, Herm. Foneck, 3 G Groh, Rnd. Klüber, Hch. Fül­ler, Jak. Mignon, Ang Bobisch, Hch Mohr; Schlacht y u ch k kl a s s e : Ehrenpreis Will' Brück, I Hch. Füller, 2. Hermann Petschel nnd 3 m\h( Teißner. Adteilnn 0 Produkte: Ehrenpreis Gustav Groh und Herm. Joneck, 1. Breis H. Roth Wetzlar. Fn dieser Abteilung nxiren schöne Pelzgarnituren, Mützen, Musse. Damenhstte, Bettvorlagen, tzcrrcnkragcn nsw. aus Kaninchenfellen ausgestellt

Vie Knabcninöröcrin $rau vuschhorn vor ton Geschworenen.

'I Braunschweig, 27. Eft.

Unter großem Andrauge des Publikums begann heute vor bau lüe'igen Schwurgericht bif Verhandlung in dem ^rbprowB grgeu die 22 Fahre alte Frau Marie Buschhorn, btc beschul bi<u wird, den sechsjährigen K n a b c n K a r l der Tischler cbeleutc i'^ntev im Funi dieses Fabres vorsätzlich getötet zu haben Ebnwbl der Beginn der Sitzung erst auf 10 Uhr angr setz, war, mußte bereits eine Stunde früher das Gebäude von Schutzleuten, Gendarmen und Gerichts dienern umstellt werden.

um bie mit Gewalt andrängenbe Menschenmenge zurückzuhalren, die lärmeno und fdreienb Zutritt verlanZre. Bezeichnend ist es, daß fast ausschließlich Frauen sich an dem .sturm auf bae Gerichte gebäude beteiliAien und mit öänben und Füßen gegen btc Be­amten ankampnen. Kur; vor Beginn der Sitzung wurde die Angeklagte in einem Geiängniswagen in das Gerichts zebäude über­führt. Sie erscheint

mit einem Säugling auf dem Arm.

Sie hat das Kind im Gefängnis geboren und trug es währens bet Mordtat unter dem Herzen.. Bor dem Geachtstifch liegt bas Bettzeug, in bem die Frau ben Knaben erwürgt unb erschossen Hal, auch ber Revolver, mit bem tnc Tat geschah, ist zur Stelle.

Ten Vorsitz im Gerichtshöfe führt LanbgerictusSirektor Dam- köhler, bie Anklage vertritt ber Erste Staatsanwalt Heine. Tie Vcricibigung der Angeklagten hak Rechtsanwalt Roberts Braun schweig übernommen" Unter ben Zeugen befinben sich der Vater und die Mutter des ermordeten Knaben, bas Tiichlermcisterehepaar Gentes, ber Ehemann oer Aiigeklagtcn, ber Assistent an der Braun­schweigischen Lanbeseisenbahn Buschhorn, der ziver Wochen vor ber Tat bie Ehescheibungsklage gegen bic Angeklagte cingelcitet bat, unb verschiedene Polizei- unb Kriminalbeamte Als Sachvcrstän- bige sind geloben ber Direktor ber Irren-, Heil- unb Pslegeanstalt Mebizinalral (Verlach Königslutter, Stabtphysikus Sanitätsrat Roth, (^erichtschemiker Mehring unb Büchsenmacher Rasch.

Tic Angeklagte hat ben Knaben, den sie bei einem Diebstahl überraschte, ermorbel unb bann im Schranke versteckt, wo btc Leiche erst nach einigen Tagen gesunden wurde.

Nach der Tat Hal sich die Angcklagle »roch für 20 Pfennige Schundromane gekauft unb biete in einem Hotel gelesen. Es beginnt daraus

bic Zeugenvernehmung, die sich zunächst auf bie Behauptung ber Angeklagten bezieht, daß sie als achtjähriges Mäbchen von einem Turngerüst gefallen fei unb sich babei ben Mu ns blutig geschlagen habe. Der Meinung bes Verteibigers, baß bie Angeklagte babei eine Gehirnerschütte­rung bavoiigetragen habe, wibersprichl ber ärztliche Lachverstän- bige, ber bic Angeklagte seinerzeit behandelt hat, unb der sich nicht erinnern kann, daß ber Unfall ber Angeklagten mehr Schoben zu­gefügt hätte gls ben Verlust eines Zahnes. Mehrere Freunde aus dem Freundeskreise der Angeklagten stellen dieser int allge­meinen ein gutes Zeugnis anS und betonen vtor allem, baß sie ihren Mann lieb hatte. Unter großer Bewegung erfolgt bic Vernehmung bes Ehemannes

ber Angeklagten Er ist ein schlanker junger Mann von ruhigem Wesen, ber auf Vorhalt bes ^ugnisocrweigcmngsrcchtes erklärt, er wolle aussagen Er ist 32 Jahre alt unb seit 1911 mit ber Angeklagten verheiratet, er habe sich mit ihr in ihrem 17. Lebens­jahre verlobt. Nach einiger Zeit teilte ihm eine Frau mit, baß iie von ber Angeklagten bestohlen worden sei, worauf er das Ver­löbnis löste. Nach zwei Jahren sei dann sein Kind krank geworden und da sei es bann zur Eheschließung gekommen. Der Zeuge belunbct weiter, baß bic Angeklagte verschiedene Schwindeleien verübte, Enitttingssälschungen, Nachbildungen von Schlüsseln zu Kassetten usw. Nachts, wenn er schlief, habe sie ihm die Taschen revidiert. Vors.: Ihr zweites Kind soll so plötzlich verstorben sein? Zeuge. Ja Als ich frühmorgens aus der Wohnung ging, war es noch frisch und munter. Um 11 Uhr kam die Mutter meiner Frau unb sagte, das Kinb sei schon tot. Feststellcn ließ sich jedoch nichts mehr, ich habe aber den (Verdacht, daß sic es auch umgebracht bat.

Die Vertändlung wurde darauf vertagt.

D 0 S Urteil.

z; Braunschweig, ben 28. Eft.

Fn ber fortgesetzten Beweisaufnahme suchte ber Vater ber Angeklagten seine Tochter nach Möglichkeit zu entlasten. Sie sei ein fleißiges unb ordentliches Mäbchen gewesen, burch einen im achten Lebensjahr erlittenen Fall Itobc sie aber offenbar einen schaben davongetrageu. Mit dem Eisenbohnasfistenten Buschhorn sei sie bereits im 15. Lebensjahr in Verkehr getreten. Mit 17 Fah­ren wurbe sie Mutter. Später fei Buschhorn brei Tage vor ber angcsetzten Hochzeit zurückgetreten unb habe seine Tochter erst ipäler unter bem Druck ber Verhältnisse geheiratet. In bet Ebe habe es seine Tochter nicht gut gehabt.

Schmerzlich gestaltete sich bic Vernehmung bes Vaters bes ermorbeten Knaben, bes Schrcinermcisters Gentes. Die Angeklagte hat bem Zeugen insgesamt 3000 Mark abgenommen. Als der Zeiige in ber Nacht die Blutflecken in dem Schlafzimmer der kleinen Tochter bei Angeklagten unb Blutipuren an bem die Leiche Lergenbcii Schrank eutbeckte, wußte er, so erklärte er mit schwanken­der Stimme, wo er seinen Fungen zu suchen hatte unb ging zur Polizei, ba er es nicht über bas Herz bringen konnte, ben Schrank selbst zu öffnen. Tie Mutter des ermordeten Knaben bekundet 11. a., daß die Angeklagte ben ganzen Tag am Fenster gesessen unb Schundromane gelesen l-obe, während sie und ihr Mann in der Werkstatt arbeiteten.

Tie medizinischen Sachverstänbigen sinb nicht der Meinung, daß die Angeklagte in einem Zustand der Bewußtlosigkeit gehandelt l abe Auch das bloße Vorhandeiiseiu der Schwangerschaft genüge nicht, um beu Verbucht einer seelischen Störung bei der Angeklagten zu begründen.

Ter Vertreter der Anklage nennt die Angeklagte in seinem Plaidoycr einegan; moderne Mörderin", die nicht, wie andere Frauen, mit dem schleichenden Gift, sondern mit dem Revolver in der Hand gearbeitet^habe und plädiert aui Mord. Im Falle die Geschworenen die Frage nach Totschlag bejahen sollten, bitte er, der Angeklagten bie niilbcriiuen Umftänbe zu versagen Der Verteidiger kommt iii seinen Ausführungen zu dem Ergebnis, baß nur Totschlag vorliege. Nach sehr langer Beratung verkündet der Etniaim ber Geschworenen deren Äahrspruch dahin, daß die Angeklagte bes Totschlags schuldig sei, mildernde Umftänbe seien ihr versagt worben. Der Vertreter ber Anklage beantragte hierauf eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren, allo die Höchst­strafe, und zehn Fahre Ehrverlust. Das Urteil lautete auf 1 I F a h r e Z 11 ch11> aus und 10 Fahre Ehrverlust. In der kurzen Begründung führte der Vor sitzende aus, daß bei der Sdieiiß- l ich keil ber Tat eigentlich fein Anlaß vorgelegen habe, unter bic Höchststrafe hcruuierzugchen. Es sei aber die bisherige Unbescholten heil der Angeklagten und ihre damalige Schwangerschaft berück­sichtigt worden Tie Verurteilte warf sich, als sie in bic Zelle zurückgeführt war, laut weineub unb fdncienb auf eine Bank, erklärte sich aber schließlich mit dem Urteil einocritonbcn.

vereinrnachrichten.

" Der Gvnii g. Arbeiterverein feierte am Soimtaa fein Stiftungsfest. Ain Vormittag fand in Gemeinschaft mit bem Wartburgvercin ein FestgotteSbieiist statt. Die Jestprcbigt hatte Pfarrer Schwabe übernommen. Abcnbs sand im Eaf6 Leib ein Familien ab end statt, der sehr gut besucht war. Nach einer kurzen Begrüßung durch Sparkasscnkontrollciir HaaS fber in Vertretung der beiden Vorüßenben bic Leitung bes AbcnbS übernommen Halle), eröffnete der Gemischte Ehor des Vereins unter Leitung fernes Dirigenten Musiklchrer Gernharbt ben Reigen ber Tarbietmigcn, worauf Eberlehre 1 Schn,oll eine begeisternde An­sprache hielt, bic mit einem Kaiserhoch ansklang. Im übrigen fntgen der mit Humor gewürzte Einakter a S L a u b h a u s an ber Heerstraße^ sowie bie Deklamationen der Herren Schnssl unb Zschnuke, nicht zuletzt aber auch bic Darbietungen beS Gemischten EborS beS VcremS wesentlich zur Verschönerung beS 'KbcnbS bei. fBefonbcun Beifall aber fauden bic von Mitgliedern ber freuoidigcn SanitätSkolounc vom Roten Rreu» gestellten leben­den Bilber.

Giehener Strafkammer.

. . Hießen, den 28. Oktober.

. , . , , ..Der frühere Tireftor

1 *cn 'n Friedberg, der ,«,ige

sleschLiAuhrer A. m Tufidbov, balle stch heute roicbcdwlt weqen Be.rugereien btc er jun. Vorteil der Houptgenoflcischast begaiiftcn haben soll, zn vcraninwcten. Berciis m einer früheren Verhandlung ist er von der Anklage, den Reich»vonü«kns fOrt- geleht burch ungenügend« Franfiernng von Stilen betrogen iu haben, freigespro-ben worden. Da« Gerichl batte damals die Er­hebung weiterer Beweise über die übrigen Anklagepiinkte ongeorb-

nel Tie heutige Hauvwerhandlung eranb, baß auch in ben übrigen Fällen eine strafbare Handlang des Angeklagten nicht lest- znstellen war. Namentlich der gravierendste Fall, wonach bei AnqeNagle einer Probe des von bem Kornhaus Hanau gelicfcrirr fdnvcfclfouren Ammoniak vor der Uiitcrsuchnng durch das Unter- fnchungsamk Darmstadt absichtlich Waffcr zngesetzt unb dadurch da» KorubauS um Mk. 76 geschädigt habe, klärte stch durchaus zu Gunsten des Anqeflaglen aui. Tenn zunächst konnte nach ärzt- stcheni Gutachkcii bas Zeugnis des Haiivlbelastuugs.cugeu nicht als mvcrlöfstg angesehen werben, dann Kalte dieser Zeuge über einen Punkt deS fraglichen Vorgang? verschiedene Angaben gemacht und schließlich konnte nach dein Gnlachlen der beiden chemischen Sach- verftändiaen eine Veriväsicruug, wie stc der Zeuge behauptet Kalle nicht ftattqehmbcn haben. In ben weileten Fällen soll brr An­geklagte den Eisenbahnstskus bei ber Verrechnung von Frachten für aelteferte Kartoffeln gc'chäbigt haben. Indcffcn auch hier nahm das Gericht aus mehrfachen Gründen an, baß ein Betrug nicht gegeben sei. Die Strafkammer erkannte daher auf Frei­sprechung beS Angeklagten unb Belastirng der Staatskasse mit ben Kosten des DersabrcnS.

EinbruchSbicbstahl.

Ter wegen Diebstahls bereits wiederholt vorbestrafte Former H. B. in Gießen hatte von seiner Wohmmg in ber Saudgasir ans bemerkt, baß die in dein gegenüberliegenden Hause wohnenden Eheleute Lubw. Zehner ihr 6'eld in bem Kleiderschrank anfbewahrten. Al« Fran Zehner einmal ihre Wohnung verlaffen, drang er, im Scvteinber l. I., in diese ein, erbrach den Kleiberschrank unb stahl Dainu« 50 Mark. Strafe: 5 Monate Gefängnis. Zwei Monate UntersuchilngShafl wirb aus die Strafe angercchuet

Unbegründete Berufung.

Wegen Bettelns, Landstreicherei nnd Diebstahls, verübt in Reinharbshain, waren ber Schlaffer E. to. von Barmen und der Bäcker E. R. von Hagen vom Schöffengrricht Gründer., mit emonnd- lidien Freiheitsstrafen und Ucberweisung an bie Landesvolizcibehörde bestraft worben. Die Anaeklagten wofleit bei Gelegenheit des Betteln« ben ihnen zur Last gelegten Diebstahl nicht begangen haben, auch sich ber Laubstreicherei nicht schulbig gemacht Hoden. Die Straifammer verwarf mdeffen auf Gründ der erneuten Beweis­aufnahme ihre Berufungen al« unbegründet.

U u t e r A u S s ch l n ß bet Oeffentlichkeit

wurde gegen den Ticnstkuechl W. N. von Heckershausen bei Kastel verhandelt, der sich in Lich nn einem 13jährigen Dtäbchen ver­gangen haste. Strafe: 10 Monate Gefängnis abzüglich eines Monat« UnterfuchimgSha't.

Märkte.

FC. Wiesbaden. Diehhof-Marktbericht oom 27. Eft- Austrieb Ochsen 46, Bullen 6, Kühe und Färsen 36, Kälber 39 Schafe 30, Schweine 273.

Marktverlauf: In Großvieh bleibt bei mittlerem Geschalt Ucderstcuid, Schweine und Kleinvieh bei lebhaftem Geschäft geräumt.

Preise sür 100 Md.

Lebend- Schlacht» Ochsen. gewicht

Voststeischlge, aiiSgcmästetc, höchsten Schlacht» Alk. Mk.

werte« im Alter von 47 Jahren .... 5257 93lOi Tie noch nicht gezogen haben (ungefochte) . . 5156 91100 Junge, fleischige, nicht auSgemästete unb ältere

ansgeinästete............4650 8289

Mäßig genährte junge unb gut ge-

genährle ältere 4245 76-82

Bullen.

Vollfleischige, ausgew^ Höchsten Schlachtw. . . 6054 8592

Vollfleischige, jüngere 4649 7883

Färsen, R ü 6 e.

Vollfleischiqe auSgen,ästete Färsen Höchsten

Schlachtiverte« . . 61-66 92-100

Voll fleischige auSgemästete Kühe höchsten

Schlachtiverte« bi« zu 7 Fahren 4448 8087

Wenig gut entwickelte Färsen ...... 4650 7990

Aeltcre auSgemästete Kühe unb wenig gut ent­

wickelte jüngere Kühe 3842 697*

Mäßig genährte Kühe unb Färsen 8286 6368

Kälber.

Feinste Mastkälber 7073 117122

Mittlere Mast- unb beste Saugkälber .... 6469 10711t

Geringere Mast- unb gute Saugkälber . . . 5763 Oi10c

Geringe Saugkälber........ . 5266 8894

Schafe.

Weibemastschase:

Mastlämmer und Diasthammel .... 45,5000.00 9400

Schweine.

Vollfleischige Schweine von 80100 Irx Lebend­

gewicht .... 61-61'/, 78-80

Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 61-61'/, 7879

Vollfleischige Schweine von 100120 kg Lebend­

gewicht 62-34 7880

Feufchiveüie über 150 kg Lebendgewicht . 577,-60 7275

Vie Wirkung hätte nicht besser sein können.

Gcilbemjneine Kinder, Rosa und Alfons, die ihnen vom Arzt verordnete Scotts Emulsion regelmäßig bekommen, geht es mit ihrer Entwickelung rüstig vorwärts. Beide haben heute ein blühen des Aussehen, einen kräftigen >fnochcnbau unb finb gegen früher wie umgcwanbclt, immer munter unb lebhaft und ihr: Eßln st ist prächtig Beide treuen sich immer riesig auf ihre Scotts Emulsion Tas Mädchen ist 2>/s und der Knabe 1 Jahr alt. Letzterer hak seine Zähnchen bekommen, ohne damit zu tun zu haben, kurzum, bic Wirkung von Scotts Emulsion an meinen beiden Kindern hatte nicht besser sein können.

Viünchrn, (grz) Johann tzaulhadrr, Parkmrislcr.

«rnulfftr. ilJ/HI, 1. August 1911.

Scotts Emulsion, ein durch Zusätze von Kollund Natrvr- mittels des Scottsclten Verfahrens schmackhaft und leicht verdaulich gemachter Lebertran, ist für die Enttvicklung der Kinder von hohem Werte. Wer seine Kinder Scotts Enml« fion regelmäßig nehmen läßt, wird bald ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, daß die Wirkung nicht besser sein fönnlc

Meine billigeren Nachahmungen, nur Scott» Emulsion.

ecotii (jmulfion wird von un« aussckltehUch tm aro6<n cetfeult, und «urat nie lose nach Gewichr oder Maä, 'andern nur tn eeritegeUen QrrginalNaiche i in flarton mit unserer T<huHnigrke (sttscher mit dem Dor,ch) Scott k Lomne. i.. m. b. H, ßrentfun a. M.

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