Ausgabe 
3.12.1913 Erstes Blatt
 
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Mittwoch, 5. Dezember 1915

Lrves Blatt

165. Jahrgang

Gießener Anzeiger

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General-Anzeiger für Oberhessen

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bi* comuiina» 9 Uhr. Hotütioisbmd leb Verlag ber vrüdl'schee Ueiv.-Vich- ueb Steiibnderti B. tauge.

Nr. 284

Ter Oletzcer A»)ei-er erscheint i«6Üd>. auert 6enntaflS. - Bnlaqen: vlerinnl ipotctlid) t<bfnfr.4«mihrÄbl8rttr iweimal ipdd)<n!l.Krei*j bUnfirbte Kreis S^rtzen (limtaq und 7vreitflfi>; imnmnl mönoil £aot- »lrttchastliche Ätiilrepen 7«cni1pred} -MnIctliTe: für l»,e Redaktion 112, Verlag ti. (hrpebehen 61 Adrelle h"ir Tepelchen:

Hejfi<rr Wiebe».

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Die heutige Nummer umsaht 16 Seiten.

Wieder neue Zwischenfälle in Zabern.

ES ist die allerhöchste Zeil, daß über die Zaberner Er» eignisfe im Reichstag entscheidende Gorte gesprochen wer­den. Ta bislang noch niemand weist, wiche Absichten btc ReichSregierung in Berlin verfolgt, ob sie auf die Sjeraii?- sorderungen eines Teiles der elsässischen Bevölkerung mit militärischen t^waltmastregeln einzuwirken die Absicht hat, spitzen sich die Tinge in Zabern immer mehr zu Effcn- kundig glauben einige üble Elemente in Zabern und Um* .aegend auf Wrunb einseitiger Stimmungsmache in der Presse sich die dreistesten Herausforderungen erlauben zu können. Berichtet doch gar schon ein Berliner Blatt, es habe an kundiger Stelle erfahren, der Zaberner Eberst werde pensio­niert werden' So ist es denn kein Wunder, daß sich neue Vorfälle zugetragen haben, die ebenfalls im Reichstag zur Sprache kommen dürften. Hoffentlich wird die Antworterlei- lung des Reichskanzlers, die am heutigen Mittwoch erfol­gen sollte, nicht von neuem verschoben. Dir erhallen fol­gende Meldungen:

Zabern, 2. Dcz. Zu einem neuen Zwischenfall kam es heute in dem nahen T e t t w e i l e r Als gegen 7 Uhr morgens Leutnant von Forstner mit einem kriegs­starken Zuge der 4. Kompagnie der 99er den Ert passierte, wurde derLeutnan t vonvorüberg eh enden Ar­beitern erkannt und durch höhnende Zurufe beleidigt Forstner ließ sofort Hall machen imb vor suchte, durch ausgeschickte Patrouillen die Beleidiger festnehmen zu lassen, die nach allen Seilen flohen Tem Fahnenjunker Wiest gelang es, ein e u der Leute z u fassen, einen Schuhmacher, der sich mit alten Kräften bei Verhaftung widersetzte Bei bem baburd) entstanden Geraufe ftogLeutnantvonZ-orstnerdenSabelundhieb den Schuhmacher über den Kopf, der eine e rf) c b - 11 die Stirn wunde erhielt Leutnant v. Forstner begab sich sofort zum Bürger in eilst eramt und gab den Vorfall zu Protokoll.

Der verhaftete Schuhmacher namens Blank wurde in der Wohnung des Bürgermeisters einem Ver­hör unterzogen und dann in ärztliche Behandlung ge­geben. Er wurde für arbeitsunfähig erklärt. Erstelltjedc Beteiligung an den Beleidigungen in Abrede.

lieber den Vorfall in Dettwetlcr erhalt das Wolfs- Bureau von zuständioer Seite folgende Darstellung: Leut­nant v. IVarftnrr würbe heute morgen bei Dettwiler wah­rend einer Nebung beschimpft. Bei dem Versuch der Fest­nahme drohte ber Fabrikschuster Blank dem Gefreiten Wist, der die Schimpfenden verfolgte:Warte Junge, gleich wirst du gewetzt!" Tabei griff er in die Tasche, in der nachher ein Messer gefunden wurde Als Blank nun festgenommen werden sollte, schlug er dem Gefreiten Witz mit der Fa u st ins Gesicht und stürzte sich auf Leut- nantv. Forstner Dieser zogdenDegenundschlug B l a n k ü b e r den Kops 9hm liest dieser sich sestnehmen Er bat eine 10 Zentimeter lange Wunde am »topfe. Blank wurde dem Bürgermeister von Tettwciler übergeben.

Der Vorfall hat fid) also wesentlich anders zitgetragen, als die oben erwähnte Veröfsentlichung ihn darstellte.

Der gestern in Zobern eingetroffene Senegal major Kühne hatte im Laufe des Vormittags eine »ron seren- mit dem.Kreisdirekior Mahl und ist nachmittags

1 Uhr wieder nach Straßburg mrüdgemft Der SretSdirek tor erlaßt durch Amtsblatt und Anschlag neuerdings einen Aufruf, in dem ft die Zivilbevölkerung ein­dringlich ermahnt, sie möge doch Rude bewah­ren und aufhören, gegen die Offiziere Beleidigungsrufe auSzustosten. Auch mochten die besonnenen Elemente dazu beitragen, die Leute vor der Begehung von Ausschreitungen zu warnen.

Ein skandalöser Vorfall in Virtz.

M e tz, 2. Dez. Erst jefrl wird ein Vorfall bekannt, der ich Hier in der Nacht zum Sonntag an der St. Georgs* kirche abgespielt Hat und leicht üble Folgen Hätte Haben kön­nen. Dort Hatte beim Po rüber gehen einer M i - ! itärpatrouille eine am Arm ihres Mannes dahergehende Frau gelacht. Tie Frau und der Mann wurden von derPatrouillc fest genommen. Als dabei die Patrouille noch das Seitengewehr aufpflanzte, ammeüc sich, wie von sonst zuverlässiger Sei', wird, ein-' Menschenmenge an, die in noch größere En geriet, als von der Hauptwache am Paradcplatz DicrjVianii unter Führung eines Feldwebels Intt aufgepilanztem Seiten­gewehr zur Untckstützung der Patrouille erschienen Ein jun­ger Bursche, der Sohn eines Postbeamten, reizte die Patrouille noch außerdem dadurch, daß er sich dicht vor sie hinstellte und trop mehrfacher Aufforderung Nicht von der Stelle wich. Wesentlich dadurch wurde die stark ange wachsene Menge noch mehr erregt, und es hätte leicht dazu kommen können, daß sich die Loldaten veranlaßt gesehen hätten, von ihrer Waffe Gebrauch zu machen. Tas wurde jedoch glücklicherweise verhütet dadurch, daß ein Polizei- k o m m i s s a r auf dem Platze erschien, dem es schließlich durch Zureden und strenge Mahnungen gelang, wieder Ruhe und Ordnung zu schassen, und dcr die Patrouille be» wog, nachFreigabedesEhepaaresabzur ü d c n. Ter junge Bursche, den die Hauptschuld an den Vorgängen treffen soll, wurde von der Polizeipatrouille in Hast ge­nommen.

Straßburg, 2 Tcz. U n t c r ft a a t df eI r et ä r von Mandel hat sich heute nach Berlin begeben zur Teilnahme an den morgigen Reichstagsverhandlungen.

Straßburg i. E., 2 Dez. Die .Bürgermeister ber elsaß-lothringischen Mittelstädte stielten heute im Landtagsgebäude dahier eine Versammlung ab. Sie be- hinben angesichts der Vorgänge in Zabern ihre Sympa­thie für diese Stadt und ihren Bürgermeister. In der Ent­schließung wird die Befürchtung ausgesprochen, daß durch das Verhalten der Militärbehörde daS Staatsintercsfc jn unverantwortlich schwerer Weise gesdwdigt worden sei. Die Versammlung stellt feit, ba. des Garnison doS in Zabern ein schwerer Eingriff in die Polizeigewalt des Bürgermeisters hervor gerufen worden sei unter Ver­letzung der Landesgcfctze Zum Schluß spricht die Versamm- hing die Erwartung aus, daß der allen Bürgermeistern auf Olrunb der Ernennungsurkunde im Rainen des Kaisers zuge- sicherte Schutz bei Ausübung ihrer Befugnisse seitens der Militärbehörden respektiert werde.

Sfurj be$ Kabinetts varlhou.

In der französischen Deputiertenkammer ist das Mini­sterium Bart Hou bei der Abstimmung über den grund­legenden Paragraphen der Anleiheoorlage hart am Rande der Versenkung vorübergestreift. Nur die Wnabc der

Rechten und der Umstand, daß so viele Minister Abgeord­nete sind und mitabstimmen dürfen über ihre eigenen Ent­würfe, verschaffte dem ftiibinett die knappe M ehrheit o o n 2 1 Stimmen Diese bat sich aber bei ber weiteren Abstimmung über die Steuerfreiheit ber neuen Rente ver­flüchtigt Am gestrigen Dienstag abend wurde die Vorlage der Regierung über die Steuerfreiheit der neuen Renten- titel mit 290 gegen 965 Stimmen ab gelehnt. Diese Ab­stimmung veranlaßte Barthon zum Rücktritt ^'adi einer Be­sprechung der politischen Lage nahm Pomcars den Rud- tritt an, wobei er den Ministern feinen lebhaften Dank für ihr Zusammenarbeiten und für ihre Anstrengungen aiUk sprach Barthou war 8 Monate am Ruder

VcrrtfcBes Ucid>.

LievoiideniAbgHerzoggestellteAnfrage ist von dem Staatssekretär Dr. öo 1 f wie folgt beantwortet worden: Tie Regierung ist darüber unterrichtet, daß der größere Teil der Shares der Louth West-Afrika Eomp Heute in deutschen, Besitz sich bchnben soll. Eb btc# tatsächlich der Fall ist, entzieht sich indessen ihrer Lenntniö. Tic Regierung teilt den Wunsch, daß der Litz des Unternehmen» nach Deutschland verlegt und feine Leitung in beutfdxm Sinn« geführt werde. Zrgendwelche Mittel, tue» zu erreichen, stehen ihr nicht zur Versügung.

Die Einführung der Verhältniswahl in Baden von der Regierung abgelehnt. Die in der badischen Thronrede angekündigte Denkschrift über die Ein­führung der Verhältniswahl bei den Wahlen zur zweiten Hammer der Ständeversammlung ist den badischen Land­ständen am Dienstag zugeganaen Die Regierung kommt in der Denkschrist zu dem Schlüsse, daß sie die gegen die Einführung der Verhältniswahl bei den Wahlen zur Zweiten Ma mm er bestehenden Bedenken zur Zeit nidit zu überwin­den vermöge und daher davon absehen müßte, den Ständen dahin gehende Vorschläge zu unterbreiten.

Sutlattd.

Keine Militärkonvention Rußland- mit den slawischen Staaten? Die Petersburger Tele- ürapbenagentur erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß die Meldung über eine im Frühjahr 1912 zwischen Rußland und den slawischen Staaten gegen Eesterrcich-llngam, bic Türkei und Rumänien abgeschlossene Militärkonvcntlon und über irgendwelche Verpflichtungen, die Rußland im Zusam­menhang damit übernommen habe, ebenso unrichtig ist. wie die vor kurzem verbreitete Nachricht, Rußland habe Ru­mänien während des Einrüdens Rumäniens in Bulgarien mit Kriegsmaterial unterstützt. Trotz verschiedenen Ur­sprungs stammen diese Nachrichten von einer und derselben übelgesinnten Seite.

lürdic und Schule.

Hamburg, 2. Dez. Tas GeistlicheMinisterium entschied auf dte Beschwerde gegen den Pfarrer Heydorn wegen dessen Mitgliedschast beim Monistenbunde ein- ftimmig, es sei nicht angängig, daß ein evangelischer Pastor Mitglied des Monistenbundes sei. Das Ministerium legte ihm auf, aus dem Monistenbunde au».vitreten und erteilte ihm wegen seines Nichterscheinens vor dem Ministerium eine Rüge.

Neue Dokumente aus Schillers Leden.

Der feinsinnige thtltutphifo-'oph und -Historiker Alexander von (Gleichen Ruß wurm, der UrenLl Schillerdarf gewiß als ber berufwfte Mann ginn. uns ein Lebensbild seines großen Ahnherrn ;;i 'ckmifeii 3ft hodi der früh Verwai.le oon ^dnUer» iodner feiner («roRinutter Emüte von Glincken. m inniqikcm Mui'annnenbaua uni der Svdirc ihres Vaterimu'es au'crzogen köorbe", bat durch ihre Eriihtungen eine unrr-rphd) munMtdie Trabuion in treuer Erinnerung luwahrt und lebt noch haue aut feinem Sckloß («retfenitcin unter den itzegeniiinden und Vilbeni aus der tlaff.'cken Zen, die des Dichters letzre Nachkommen zu dem ml wichtigen Reliauien reidnm Schiller Mufeurn rernnifl£ haben So bat er mehr als ieOcr*on>:re Tcutidx umerer Zage -cknUers «uficn uns Werk erlebt und durch eine leiten reich. ;' i?ung rm bödiüen Sinne envorben, was er von feinen Vnern ererbt, um cS ru be iden DaS gibt seinem benmddvi im Verlage ror^Zulms Hoirmann Stuttgart erscheinenden Buw ..schiller ^ic <^e- fdi^te feines Leben den unrcrgletcfr'.ttat Mlana per'inhrtrr Ir.Lirmc und tienten Vergehens, und fo tvirb drei-, .(ixme den aaucn Sto"' fouver'rn beberrfc! nbe Tantellung 'elb : lumÄunu Slrt ;u c nem B-l nntnis roll innerltdvten <*enib a cr r

Effet konnte dem Werk eine Reibe u ri : e d r n 11 e r .ku imne m « feinem ^ant'l.engrchiv emhi.vn die neues Licht auf -Ellers Leben werfen und von denen nur die wichtigsten hier m.ttulat Gin Bericht über die Uraufführung der 51 i .t. berühmte Uraufführung der Räuber in Mannheim am i- Vamiar 17S2. die Tal!

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^tc Baron de Dalberg, dem ich mir in Eüc meinen 3u|pcfi

vermeldete: er schien sehr en nräcc und war überglücklich, daß bas Wagestück mu ber Tragödie gelungen Olenunmgcn vertraute mir, son crcritenrc mären ber Sache nicht «jam sicher gewesen 7,etzt ivar er ausnehmend beiter, fragte mich, was denken Sie von tiefen deutschen Erigmalni, ging aber, von einem Lakai abberufen, ohne meineAntwort tu erwarten Ta sagte ich zu Gemmingen, das neue Trama ist, dünkt mich, gerade das, was unseren Tagen fo wohl, als dem Genie unseres jungen Anflugs vorzüglich ange messen ist. . ."

29. v. Humboldt über Schiller und IS b a r I o 11 e v. Salb.

lieber die für Schülers Eniwi klung fo wichtige Beriebung ;u der genialen nrau von Salb bat sich Wilhelm von Humboldt in späterer Zeit in einem Briefe an Emilie von Gleichen Rußwurm in bedeutsamer Weise ausgesprochenDir stehen noch in ZhreS Vaters Sturm- und Drangperiode," beißr ti in dem bisher un gedruckten Schreiben,wie solche ja alle Gemüter, die das Gewöhn liche um eines vollen Scheitels Höbe überragen, burrfigemaift haben Tir rankm deS flonccntionellrn, _bc^ Geilemende, wie wir das Hergebrachte nennen, wurde von Schiller und Frau rnn Salb bur±5r_>1x-n Zhr Verhältnis gewann dadurch an L'ctbaifd attlLl/cit, so .baß nid* Form der norm, fonNrn unvec mittrlt durch d.e 7ronn Seele der Seele grimulx-rtrat ^-ftr und) cm »'olcher .instand, tme er zwischen Zhrem Vai-r und feiner Freundin derrfchte, aber ferne in sich vereinzelte Erfwemung, son dern der bödme Ausdruck jener Richntng, nxlcbe bir tn ihrer 5ni Wicklung ionichreitende iinifd'.bnt des vorigen Zahrhunderts an- nahm, indein fte nnt urfrärnger Frische darin drängte, die Noiur in ihre alten Rechte einyifetjcn."

AuS SchillersZirkel" in Jena

Ein amüfarckes und farbiges Bild von dem Gefellfchafrskrei''e ! brn Schiller alsunger Ehemann um sich versammelte, entwirrt c.ne ?>ugend^r7und,n Lottes Friederike von Gleichen ut einem unvero ien:!ichten Brief an ibren MannSchiller habe ich beiter und be'fcr aussehend angttronnt, welche- mich um so mehr erfreut als et gegen mem^ Erwartung war Es ist mrrfrrjrbig, daß rand>e £eu:e es Nicht fertig bringen, ihm bi ein G 'vrich zu kommen und dann fein Haus ungebalten verlassen Ein unger ii.n l er? ich glaube er b ber Universität sagte mir, daß er lieber eine Sette von Schiller leie, als eine Stunde sich von ihm mündlich belehren zu lasten, "ickres kurze, di.e 'f^estalt wälzte sich zu meinem Erstaunen ins Zimmer. Zch batbre, iie wären wegen der Horen auseinander gc- kommen Er iah komisch aus. daS Haar fällt ihm bis atr Sie Schultern herab, wo es glatt abaeitbnuten ist. Er sprich: gut. bat etwas Heraussorderndes an sich mit feiner großen Adlernase. Maten in der belebtesten Unterhaltung fprang er plötzlich auf.

sich noch einen Louisdor zu eridjreiben und ging. Nicht- Grelleres habe ich icben können als Fickte und SAoltrnann nebeneinander, der eine wie ein Chiffonnier, der andere in rnohistarbeuem jier- hcf.em Rock, in ber Beste von blauem Atlas nnt blühend weißer Bäsch- und fd tuanfeibenen Uuterkletdem (Htx-ihe in einem braun- roten Ueberrock saß mit Schiller auf dem Kanapee im Sckreid- ;immer Tu kannst btr denken, wie vieles da verhandelt, be- forocken und belach! wird Wer beim Whist gerade paßt, geht trotz des Tabakaualms w. ihnen hinein Zck habe bic beiden noch nte so in ihrer Assiette gesehen wie hier, Goethe weniger förmlich und steif als in Weimar, schiller schön durch den unglaublichen Reichtum feiner 3been Es war mir sehr merkwürdig an diesem Tücke ru fttzem. Aus meine fVrage, wie weit er mit fernem neuen Trauerspiel, welches ba# Thema des Gcfprächs auSmackte, ge» lammen fei, v r icherte er, daß er zur Vollendung nur die Früh- lingssonne erwartete. Humboldt uno Goethe munterten ihn auf.

Schillers Lotte über den Leipziger Triumph

Eine ber großartigsten Ehrungen, die Schüler bei seinen Leb­zeiten zuteil geworben ist, war der Empfang, den ihm das Lcip- üger Publikum bei der Aufführung der Zungirau von Erleanl lcrc;tr:e <rmc erarafeube Schilderung diele? benkwürbigen Ei> eignistos knetet Schillers Urau in einem unoeröffenthärten Brief ein ferne Sckwester Ebri'lovbine Reinwald:Ter Tag war glühend de-.ß und wir rürduetni fckon, daß n- mand ins Theater Urne iinb die Sckaufr»ieier schleckt spielen würden Aber es war mm < rbrüden voll und eine Hitze, daß mir fast schlecki wurde üaum >gnk nach dem ent en Akt ber Vorhang, da erscholl im Publikum ein tausendstimmigese- lebe Friedrich Scküler!" und in den Zuoelrui wirbelten bi: Pauken und Trompeten des Theater- rrdiefter# Scküller war ergriffen ,er häufte mit einer Scrbcugunff von der Loge aus Uns standen die bdkn Tränen m den Auqei> :? wir nach ber Vorstellung, bi? recht befriedigend war, aus dem Haufe fernen, stand ber weite Platz vom Schau f viel hau- bis zum üanüäbter Tor voll Menfcben LcbÜler trat brnaus, der ft ei ne Karl, der Angst vor den vielen Leuten hatte und vor den Fackeln, die ba und dort aufteuärteten, klammerte sich an den Mantel fernes Balers Dir Frauen hielten uns zurück, um verborgen nack inneren Paneckoi'-n zu kommen Fm Nu bildere sich eine Gaste, etnioe Männer schrieen ,L>ut ab, ba kommt er'" Alle .Häupter entblößten sich und so sckritt der Dichter wie ein üönig durck die Reiben inner BenTunderer Ick iah Leute, b-.e ihre rnder emoorhidten und auf Schiller deuteten Es war erhebend.

Zch habe im Bett noch lange vor Rührung geweint."

Reinhardts neuer Hamlet Aus Berlin wird uns gesck r eben: Ter dritte Ahm'» des großen Shakn'p are ZvkluS de- Teutfchen Theaters brache unter Rernharms Regie