mann Sammler ist mit seinen Strafen ü6er das vernünftige Maß nicht jinauägegangen. Nicht eine einzige Beschwerde ist gegen seine Strafen geltend gemacht worden. Man muß geradezu erstaunt sein, wie er mit so geringen Strafen auskommen konnte. Das Gericht hat den Eindruck, daß Hauptmann Sammler ein pflichttreuer und tüchtiger Offizier ist. Ter Vorwurf gegen den Angeklagten ist völlig zu Unrecht erhoben worden. Auch davon fann keine Rede sein, daß er sich einer Lüge schuldig gemacht hat. Tie dienstliche Meldung ist so korrekt abgefaßt, daß der Angeklagte sich an ihr hätte ein Beispiel nehmen können: dann säße er heute nicht vor uns. Die politischen Vorgänge sind für das Gericht ohne Belang. Es steht fest, daß die Meldung auf legaler vernünftiger Grundlage von Hauptmann Sammler und aus bester Ueberzeugung erstattet worden ist. In der Meldung kann keine Böswilligkeit und keine Heimtücke gefunden werden.
Noch weniger als bei .Hauptmann Sammler kann bei Oberstleutnant Vittinghof Lüge angenommen werden. Weiter ist Oberstleutnant Vittinghof der Vorwurf der Parteilichkeit gemacht worden. Er soll das Ehrengericht beeinflußt haben. Auch dafür ist der Angeklagte. jeden Beweis schuldig geblieben. Es ist im Ehrengericht so zugegangen, wie man es von einem preußischen (Bericht erwartet. Auch General v. Windheim soll sich nach der Behauptung des Angeklagten der tvissentlichen Unwahrheit schuldig gemacht haben. Das ist nicht nur nicht erwiesen, sondern aus solche Gedanken kann nur eine Phantasie kommen w i e der Angeklagte s i e sich schließlich zugelegt hat, ein vernünftiger Mensch aber nicht. Weiter hat der Ange- Aagte den Chrenrat eine Faree genannt Dieser Vorwurf ist gänzlich unbegründet. Der Angeklagte hat überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür erbracht, daß es im Ehrenrat nicht durchaus sachlich und objektiv zugegangen ist. Der Angeklagte ist so behandelt worden, wie man es ihm schuldig war und wie er es verdient hat. Daß manche Leute den Angeklagten nicht übermäßig freundlich behandeln, ist zu verstehen. Vollends lächerlich sind die Vorwürfe gegen Exz. v. d. Gäben. Der Angeklagte begründet den Vorwurf der Lüge damit, daß Exzellenz v. b. Gäben erklärt hat, seine Ueberführung zur Land- wchr sei aus dienstlichen Gründen geschehen. Der Angeklagte behauptet, es seien politische Gründe dafür maßgebend gewesen. Wenn,der Angeklagte, statt bloß zu schreiben und unsinniges Zeug in die Welt zu setzen, die Wehrordnung zur Hand genommen hätte, so hätte er gesehen, daß solche Gründe als dienstliche Gründe bezeickmet werden müssen. Alle Vorwürfe des Angeklagten sind also falsch und stellen schwere Beleidigungen vor. Das Gericht mußte mm prüfen, ob der Angeklagte die Vorwürfe wider besseres Wissen oder im guten Glauben an ihre Richtigkeit erhoben hat. Wollte man den Angeklagten als das ansehen, als was ihn der Verteidiger hinstellt, nämlich als erfahrenen korrekten Richter, als klaren Kops, der seinen ehrlichen Kampf um sein. Recht mit etwas scharfen Mitteln verficht, dann möchte man auf ihn den § 187 (Verleumdung) anwenden. Aber ein v e r n ü n f t i g e r Mensch kann auf solche Gedanken, wie sie vom Angeklagten zu Dutzenden er b o 6 e n worden sind, überhaupt nicht kommen. Das Gerickst steht auf dem Standpunkt, daß man den Angeklagten als einen verstörten Menschen nicht bezeichnen kann. Der Angeklagte hat gemeint, es sei ihm mit der Ueberführung von der Reserve zur Landwehr Unrecht geschehen, und er hat sich, schließlich in seinen lächerlichen Jdeengang so verrannt, daß er als klarer und kühler Sopf nicht mehr angesehen werden könne. Sein Zustand stellt eine gewisse Neigung zu mQuerulantent um dar, anders kann man sich, eine derartige Bewertung gleichgültiger Tatsachen, die er als Richter jeden Augenblick in vernünftiger Weise hätte würdigen müssen, überhaupt nicht erklären. Das Gericht hat also nickt angenommen, daß der Angeklagte die Vorwürfe wider bessere^ Wissen erhoben hat.
Welche Motive den Angeklagten zu seiner Eingabe ge leitet haben, war für das Gericht schwer zu entscheiden. Würde man annehmen, daß man es mit einem vernünftig denkenden, klaren Sopf zu tun hat, dann könnte man der Behauptung des Angeklagten, daß er seine Rehahilitierung und eine Sachprüfung des ganzen Verfahrens nicht herbeiführen wollte, nicht Glauben schenken, denn kein vernünftiger Mensch,- der seine fünf Sinne beisammen hat, könnte denken, daß er wieder Re serveofsizier werden kann, nachdem er seine Liebe zur Armee dadurch betätigt hat, daß er eine Reihe von Offizieren in der unflätigsten Weise beschimpfte. Der Zustand des Angeklagten war vielmehr ein derartig erregter, daß man ihn mit anderem Maß messen müsse. Er hat geglaubt, vom Sriegsminifterium eine Förderung seiner Angelegenheit, und zwar in legalen Grenzen zu erhalten. Es war auch zu erwägen, ob der Angeklagte einen unzulässigen Druck auf den Kriegsminister ausüber wollte. Mer das Gericht hat dem Angeklagten geglaubt, daß er in legaler Weise den .Sriegsminister für sein Verfahren interessieren wollte. Damit hat der Angeklagte Anspruch auf den Schutz des 8 193 St. G. B. Aber das Gericht hat die Absicht der Beleidigung aus der ganzen Fassung der Eingabe selbst verstäirdlich folgern müssen. Eine Beleidigung reiht sich an die andere. Auch mit Entstellungen hat er gearbeitet, doch nie wird so recht die Wahrheit gesagt. Es heißt z. B., die Militärbehörde wolle die Blamage nicht eingestehen, und verstecke sich hinter Lügen usw. usw. Jeder Satz läßt die Absicht der Beleidigung er kennen. Wir sehen hier, daß der Angeklagte eine Reihe von Offizieren in der gehässigsten Weise beleidigt hat. Dann hatten wir es mit einem preußischen Richter zu tun, der schon ganz besonders daran hätte denken müssen, daß er der Ehre anderer nicht zu nahe treten durfte.
Der Angeklagte hat weiter durch die Beleidigung großes Unglück über einzelne der beteiligten Offiziere gebracht. Man braucht nur daran zu denken, daß Hauptmann Sammler vor Jahresfrist den gleichen Saal mit dem Stigma der Geisteskrankheit verlassen mußte. Das war nur dem Umstand zu verdanken, daß es dem Angeklagten gelungen war, den Gerichtshof irre z n f ü b r c n. In öffentlicher Gerichtssitzung ist Hauptmann Kamm ler als ein geistesschwacher und heimtückischer Mann bezeichnet worden. Es ist bewundernswürdig, daß er nicht zusammengebrochen ist. Dank seinem'energischen und braven Charakter steht er heute als ganzer Mann vor uns. Was war Knittel denn überhaupt geschehen? Seine Ehre war unangetastet, und wenn er auch auf die Zugehörigkeit zu seinem alten Regiment großen Wert legte, selbst wenn er seine Ueberführung zur Landwehr als Maßregelung empfand, so durfte er dock bei dem Versuch seiner Rehabilitierung nicht über das Recht hinwegschreiten. Ein Mensch, der Gewissen hat, tut so etwas nicht. Tas Gericht hat sehr ernstlich unter Berücksichtigung des Umstandes, daß die Beleidigten Anspruch auf eine Genugtuung haben, erwogen, ob eine Gefängnisstrafe hier am Platze fei. Das Gericht hat schließlich doch noch von einer derartigen Strafe abae- felnn, weil der Gemütszustand des AngeNagten zur ;3eit der Abfassung der Eingabe von ganz besonderer Art gewesen ist Das Gericht weiß, daß ihm so ganz voll seine Tat nicht angerechne't werden kann. Hätte das Gericht die Tat voll anrechnen' können dann hätte es keinen Anstand genommen, eine empfindliche Gefängnisstrafe festzusetzen. Es stand für das Gericht außer Frage, daß die verhältnismäßig geringe Höchststrafe, für stde Beleidigung 600 Mk., angesetzt werden könne, damit den Beleidigten .gezeigt wird, daß das (Bericht ihnen eine Genugtuiiiig geben will. Aus allen diesen Gründeii hat das Gericht nur eine Gesamtstrafe von 2400 Mk. event. für je 15 Mk. einen Tag 04e- fängnis erkannt.
Vordem Gerichtsgebäude erwarteten mehrere hundert Personen in größter Spannung das erft kurz vor Mitternacht gefällte Urteil und brachten dem Amtsrichter Knittel lebhafte Ovationen dar. Als Hauptmann Sammler auf die Straße kam, wurde er von der Menschenmenge ausgepfiffen.
als int
Aus Stadt und Land»
Gießen, 4. Oktober 1913.
Erntedankfest.
Der Glaube an die Fürsorge Gottes ist auch durch die neueste Geschichte Nicht erschüttert. Wir leben in einer schweren Zeit. Wie die Krähen auf den Pappelbäumeu, so sitzen die Sorgen auf dein First unserer Häuser, sie sitzen aus dem Dache des einzelnen, sie lasten drohend auf der Allgemeinheit. Gerade vor einem Jahre wurde in den Knauf des wiederhergestellten Stadtkirchturms zu Gießen mit den darin vorgefundenen Urkunden aus den Jahren 1699 und 1840 eure Urkunde eingelegt, die über das Jahr 1912 Sunbe gibt. Lärm ist mit vollem Recht gesagt, daß der Kampf des einzelnen um seine Existenz in unseren Tagen schwerer ist als in jenen biederen, alten Zeiten. Auch zu Beginn dieses wahres mögen Mele, die für andere zu sorgen haben, in unruhevollen Gedanken in die Zukunft geschaut und sich gefragt haben: Werde ich auf die Dauer Arbeit und Brot haben? -lad diesjährige Erntedankfest läßt viele Herzen fröhlich aufatmen. Trotz des regnerischen Sommers hat es Korn Kartoffeln und Futterkräuter die Fülle gegeben auch Obst ist genügend vorhanden. In unserer Industrie hat es keine
Der serbische Ministerpräsident in Wien.
Wien, 3. Okt. Ministerpräsident Pasit sch weilte nachmittags von zwei bis drei hUr bei dem Grafeti Berch- told und gab bei den österreichischen Ministern seine Karte ab.
Vor dem Frühstück b e s u ch t e M i n i st e r p r ä s i d e n t Pasitsch den Grafen Berchtold im Ministerium des Aeußern.
Pasitsch äußerte über seine Unterredung mit dem Grafen Berchtold einem Vertreter der „Neuen Freien Presse" gegenüber u. a.:
Meine Unterredung mit dem Grasen Berchtold trug ein freundschaftliches Gepräge. Iw hatte und habe die Ueberzeugung, daß die Kontroversen zwischen uns und Lester- reich-Ungarn nicht solcher Natur sind, daß sie nicht überbrückbar wären. Wenn beiderseits guter Wille besteht, so können sie u n schwer aus geglichen werden. Ich hatte den Eindruck, daß hier in Wien ein guter Wille herrscht und darum sehe ich hoffnungsvoll in die Zukunft. Cs wurden Fragen angeschnitten, die in naher Zukunft Gegenstand von Unterhandlungen zwischen uns und Oesterreich-Ungarn bilden sollen: Tie Frage des Handelsvertrages und die Frage der Eisenbahnen. Ich hoffe, heute noch eine Begegnung mit dem Minister der Reichsfinanzen zu haben, um mit ihm die Frage des Anschlusses unserer Bahnen an das bosnische Eisenbahnnetz erörtern zu können. Bezüglich Albaniens bemerkte der Ministerpräsident, es sei durchaus der Wunsch Serbiens, daß die Besttmmungen des Londoner Vertrages betreffend des zukünftigen Albaniens ganz ans- geftihrt werden.
Um 1/26 Uhr nachmittags begab sich der gemeinsame Finanzminister Ritter v. Bilinski in das Finanzministerium, wo er eine 3/» stündige Unterredung mit Pasitsch hatte. Um 3/»10 Uhr verließ Graf Berchtold den gemeinsamen Ministerrat und suchte Pa- Pasitsch im H 0 t el auf, Nach einer Viertelstunde kehrte er wieder in den Ministerrat zurück.
Ein Tagesbefehl des türkischen Generalissimus.
S 0 n st a n t i n 0 p e l, 3. Okt. Der Generalissimus hat an alle Armeekorps einen Tagesbefehl gerichtet, in welchem er von der Unterzeichnung des türkisch-hulgarischen Friedensvertrages Mitteilung macht. Er sagt:
Nach den großen militärischen Unglücksfällen und den ernsten Gefahren für den Bestand des Reiches wurde eine feste Grenze erreicht und die durch geschichtliche Traditionen mit der Türkei verknüpften Städte wurden zurückero- b er t. Die Regierung gewann die politische Situation. Diese glücklichen, alle Hoffnungen übertreffenden Ergebnisse sind die Folge ber Ausdauer, Festigkeit und Ruhe, welche die Armee bei Ausführung der Wünsche des Sultans und der Bestrebungen der leitenden Männer an den Tag legte. Der Tagesbefehl dankt der Armee und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß sie auf diesem Wege fortfahren werde, denn die Armee, die frei von persönlichem Ehrgeiz dem Dienste für das Vaterland ergeben sei, könne in naher Zukunft noch größere Erfolge erringen und Verlorenes wiedergewinnen.
Man kann die Religion des deutschen Volkes am besten eine Religion des Gottvertrauens bezeichnen. Gott sitzt Regimente und führet alles wohl. Dieses Wort Paul Gerhardts hat Jahrhunderte lang, nicht nur in den traurigen Zeiten nach dem dreißigjährigen Kriege, sondern besonders auch in der Zeit, die gerade jetzt lebendig vor uns aufsteigt, in der Zeit, die unmittelbar auf die Befreiungskriege folgte, deutschen Herzen Trost gespendet. Als Napoleon endgültig überwunden war, seufzten Staat und Gemeinden unter der Schuldenlast, die die vorausgegangenen Kriegsjahre verursacht hatten, Handel und Wandel lagen darnieder, die deutschen Städte waren, mit heutigem Maße gemessen, klein und unansehnlich. Der Landbau war bei weitem nicht imstande, die Bevölkerung zu ernähren, drohend stand das Gespenst der Uebervölkerung vor der Tür. Damals kam es vor, daß Landleute aus dem Vogelsberg den Handkarren, den sie mit einigen Pfund Butter beladen hatten, vor sich her nach Frankfurt schoben, wo sie für das erlöste Geld einige Waren einkauften, um am nächsten Tage den weiten Weg nach der Heimat auf dieselbe Weise zurückzulegen. Tas war die Zeit, da der Hunger in deutschen Landen nichts Lettenes war. Das Jahr 1816/17, in dem die Ernte durch den anhaltenden Regen in vielen deutschen Landstrichen zugrunde ging, lebt in der Geschichte als das „Hungerjahr" weiter. Zu Hunderttausenden wanderten die Menschen, von bitterer N^- getrieben, aus; Wagen und Schiffe trugen deutsche Volkskraft in die Fremde.
Es kam eine Tßendung der Dinge, die um das Jahr 1820 niemand vorausgesehen hatte. Eisenbahn und Jndu- trie haben unserem Volke ungeahnte Erwerbsmöglichkeiten eröffnet, der rationell betriebene Landbau hat den Ertrag um das Dreifache gesteigert. Als das deutsche Volk geeinigt uni) zu nationaler Macht emporgestiegen war, als atterwärts die Fabrikschornsteine aufragten, da ebbte der Strom der Auswanderer zurück, die Leute blieben unserem Volkstume erhalten. In dieser Fügung sieht der fromme Mensch die Hand des allwaltenden Gottes. Wir finden in den Psalmen wundervotte Schilderungen, die wir unter dem Zitcl „Gott in der Natur" zusammen fassen können. Daß Gott Sonne, Mond und Sterne leuchten, daß er die Berge hoch l^ervvr- gehen läßt, daß er Gras für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen schafft, daß er Brot aus der Erde bringet daß er Wein und Del spendet und die Bäche zwischen den Bergen dahinrinnen laßt, ist hier mit großer dichterischer Kraft geschildert. Aber wir können sicher sein, wenn die Psalmisten heute leben würden, so würden sie auch sagen: Ter Dampf und die Elektrizität sind des Herrn, er schasst die Steinkohle in der Tiefe der Erde und rüstet den Menschen mit der Fähigkeit aus, immer neue Maschinen zu ersinnen und da Verkehrswege zu schaffen, wo früher die Felsen in schauerlicher Bergeinsamkeit anfragten.
nennenswerte Krisis {gegeben. Auf der Ba^kanhakbinsek herrschten Krickg und wildes Blutvergießen, wir konnten ant 15. Juni dankbar bekennen, daß die 25 Reglernngssahre unseres Kaisers Friedensjahre warm. Der nachdenkliche Mensch weiß, daß alle diese Wohltaten dem zu danken sind, an dessen Seyen alles gelegen ist, und so hat der fromme, deutsche Glaube auch in dieser schwerbedrängten Zeit fein gutes Recht, im .Hinblick auf die Lage des einzelnen und im Hinblick auf die Zukunft des ganzen Volkes nicht verzagt zu sein, fonbem mit einem alten innigen Liede, dessm Verfasser wir nicht Fennen, zu sprechen: Ter mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderbar geführet und noch leit cf und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. H. B.
** Tageskalender für Sonntag, den 5. Okt.: Stadt' theater: Nachmittags 3'/, Uhr: „Ter Königsleutnant"; abends 71/, Uhr: .Sündenböcke.
B e g r ü ß u n g s a b e n d der Tagung des Allgemeinen ® e 1U f cf) eu Frauenvereins im Gcfellfchaftsverein, abends
B a k 0 f s K a m m e r - L i ch t s v i e l e: Täglich Vorstellung.
Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.
O b e r h e s f i s ch e s Museum u n d 6) a i l' s ch e S a m m - lunaen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—l Uhr unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich.
O b erhesfifcher 5k n n st v e r e i n. Tie Ausstellung ist täglich mit Ausnahme Samstags von 1 l—l und von von 3—5 Uhr geöffnet. Sonntags ununterbrochen von 11—3 Uhr.
♦
Aus un,ercr Redaktion. Unser bisheriger langjähriger Lokalredakteur, Herr Ernst Hetz, hat leider wegen schwerer Erkrankung von seinem Posten zurücktreten müssen. An seine Stelle trat mit dem ersten Oktober Herr Kurt Bendt, der bisher an der „Braunschweigischen Landes- zcitung" tätig war.
♦
** Ruhe st ands Versetzung. Ter Großherzog hat am 1. Oktober den evangelischen Pfarrer Ludwig Gohrs zu Bickenbach auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste und unter Erteilung des Charakters als Kirchenrat, mit Wirkung vom 1. November l. I., in den Ruhestand versetzt.
**^L e h r e r p e r s 0 n a l i e n. lieber tragen wurde: dem Schulamtsaspiranten Heinrich Becker aus Gau- Odernheim die erledigte Lehrerftelle an der Volksschule zu Schannenbach. In den Ruhestand versetzt wurde der Haupt- lehrer an der Volksschule zu Griesheim Heinrich Winter auf fein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, vom 1. November 1913 an.
** Erledigt ist die Stelle eines Steueraufsehers bei Großh. Hauptsteuerantt Mainz.
** Stadttheater. Nach dem schönen Erfolg der ersten Vorstellungen, der auch ein Erfolg per neuen Mit« glieber ist, kommen wieder weitere Neuänmeldungen zum Abonnement. Es sei darauf hingewiesen, daß neu hinzu, kommende Abonnenten in feiner Weise im Nachteil gegen die alten Abonnenten sind, da für verflossene Vorstellungen unentgeltlich Gutscheine gegeben werden. — Der Schwank „Sündenbörf e", der am Sonntag abend bei kleinen Preisen gegeben wird, hat in Bad-Nauheim, namentlich im 2. Llkt, wahre Heiterkeitsstürme entfesselt. Um dem Spiel- Plan möglichste Abwechslung zu sichern, ist eine Wiederholung dieses Werkes im Abonnement nicht vorgesehen.
** Die Ausstellung hessischer Künstler t n« neu im Turmhaus am Brand, die im Publikum recht lebhaftem Interesse begegnet, ist wohl der erste Versuch, die hessischen Frauen, soweit sie sich künstlerisch betätigen, zu gemeinsamem Vorgehen zusammenzuschließen. Durch dis etwas zu kurz angesctzte Melde- und Einlieferungsfrist fiabm sich zwar einige Damen nicht au der Ausstellung beteiligen können, sie ist deshalb nicht vollständig, und ein paar gut« Namen fehlen, aber unter den ausgestellten Werken fhibet sich doch manckjes, was eine besondere Aufmerksamkeit Der* dient. Am meisten au ff arten dürften die äußerst tapriziöscu Bildchen von M 0 r t e r - Darmstadt, die ihren Stift mit bemerkenswertem Temperament führt und auch über viel Humor und Phantasie verfügt, obschon ein Hang zur Sentimentalität nicht zu verkennen ist. Mit einer ganzen Anzahl guter Radierungen und Aquarellen ist K n m p a - Darmstadt vertreten. Ihre Blumenstücke und die alte Frau stechen am meisten hervor, sowohl durch ihre Auffassung, als auch durch die Malweise, bei der der Spachtel vorherrscht. Eine Anzahl Pastellbilder stellt auch Strauß-Worms aus. An. Fidus erinnert stark Rieber - Mainz mit ihrem Reigen, während sich in den Blumenstücken eine eigene Hand bekundet. Sehr gut vertreten ist Mainz mit Best, Weihri ch, I 0 e d e n, S ch 0 e d l e r, P a b ft und Gr 0 sch. Best bringt eine ganze Anzahl von Landschaften, die z. T. recht gut sind. Besonders die Landschaft mit Bitten und die Sttldie vom Grünewald ist bemerkenswert; nebenher auch ihre Blumenstücke. Neben einem Halbakt stellt Weihrich viele Pastellbilder aus Mainz aus. Joe den hat ein paar Landschaften beigefteuert, die eigene Kraft betraten. Sch 0 edler bringt eine ganze Reihe guter Studien aus Wimpfen und ein gutes Stimmungsbild aus dem Mainzer Winterhafen. Pabst ist mit einer Anzahl von Radierungen gut vertreten, ebenso Grosch. Zieglers Farbeuhölz- schnitte offenbaren gute Naturbeobachtuug und eine sichere Hand. Eine gntc Landschaft '(Schloßberg) hat S te g m a y e r- Darmstadt ausgestellt. S t a u i> i n g c r und Pabst- Tarm- tadt sind mit guten Plastiken vertreten. Eine gute Frauen- mste hat Friedländer beigesteuert. M a r g 0 l d -Tarm- tadt hat Ketten und Schmuckstücke ausgestellt. Seyd-Tarm- tadt hat sich liebevoll in die Natur versenkt; ihr blühender Apfelbaum und Teich im Frühnebel find am bemerkens* wertesten. Tie eigenartigfte Erscheinung ist 1111 m a n n - Tarmstadt, die über einen klaren, kräftigen Strich und eigene Auffassung gebietet. Ihre Bildnisse, b-ie manchen zuerst vielleicht befremden, gewinnen bei längerem Verweilen ungemein. IVon Gießenist Mit einer Reihe tüchtiger Bildnisse Dürfe n gut vertreten, darunter ein handfester Schwälmer Bauer. Eine Anzahl ninderbildnisse bringt Felchncr. Wandteppiche, die teilweise recht hervorragend int), bringt L. M e r rf. Kowarzik hat einig? Was «er- farbensttidien aus Gießen ausgestellt. Alles in allem, ciiw 'lusstellung, die einen Besuch schon lohnt.
Landkreis Gietzkn.
1. Klein»Linden, 3. Okt. Eine Geflügel- und Kaninchen-Ausstellung findet nächsten Sonntag in der Deutschen Eiche statt. Die Anmeldungen zu dec Schau sind sehr zahlreich eingcloufcn.
Kreis Schotten.
z. 'Herchenhain, 3. Okt. Dieser Tage wurde irt einem angrenzenden Dtstrikte der Herchenhaincr Höhe ein Wildschwein gesehen. Es handelt sich hier wohl um ein verlaufenes Tier, denn vor fast 15—16 Jahren sind die letzten Jagden nach Wildschweinen abgehalten worden und seit


