Ausgabe 
29.10.1913 Zweites Blatt
 
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165. Jahrgang

Zweites Blatt

A. 254

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

wendig werden.

** 2l u s dem Armeeverordungsbl a t t. Das Kriegsministerium hat bestimmt, daß: 1. Einjährig- Frei w i l l i g e am I. April 1914 nur bei bestimmten Regi­mentern eingestellt werden dürfen und zwar rm Bereich des 18. Armeekorps: beim Füsilier-Regiment von GersdorU Nr. 80 in Wiesbaden und Homburg v. d. H., beim leib» garde-Jnfanterie-Regiment Nr. 115 (nur für Studierende der Hochschule) in Darmstadt, beim Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 (nur für Studierende der Umver- versität) in Gicßeii und beim Infanterie-Regiment Prinz ! Carl Nr. 118 in Worms; 2. bis aus weiteres die Anmcidun- gen zur Laufbahn des Zeugpersonals zum 1. reden Mona statt wie bisher nur zum 1. April und 1. Oktober der Feld- zcugmeisterei einzureichcu sind; 3. die Höchstzahl der außcv- etatsmäßigen Vizefeldwebel und Vizewachtmeister für die ein­zelnen Armeekorps festgesetzt werde. Danach betragt diese Höchstzahl beim 18. Armeekorps mit durchgängig niederem Etat seiner Truppenteile 279. .

** Hilfsverein für die Geisteskranken. Der Bericht des Vorstandes des Hilfsvereins für die Geisteskran­ken in Hessen (Unterstützungskassc der hessischen Landes-Heil- und Pflegeanstalten und der Klinik für psychische und ner­vöse Krankheiten in Gießen) für das Rechnungsiahr 1912 (1. April 1912 bis Ende März 1913) ist soeben im Druck er­schienen und kann von Interessenten vom Verein bezogen werden. Die Zahl der Geber betrug im Jahre 1912 72 470; die Summe der Beiträge von Privaten 23 460 Mark, von öffentlichen Kassen 5615 Mark. Die Unterstützungssummcn betrugen 36 992 Mark; die Zahl der Unterstützungen belief sich auf 1348. Der Vermögensstand der Kasse war Ende des Rechnungsjahres 1912: 71505,02 Mark. An einigen Fällen wird erläutert, wo und wie der Hilfsverein eingreifen )oU. Es wird dann noch kurz die wirtschaftliche Lage des Warte­personals besprochen, an dem leider noch immer Mangel herr­sche. Ter Bericht schließt mit den Quittungen über die tm Rechnungsjahr eingelaufenen Beiträge, wobei die Großher­zogliche Staatskasse mit 1500 Mark an der Spitze steht. Es folgen die Beiträge aus Spar-, Kreis-, Gemeinde-, Armen-, Kirchen-, Vereins-Kassen, wobei Starkenburg mit 1928,3o Mark aus 111 Kassen an der Spitze steht. Aus Rheinheßen kamen 1341 Mark aus 63 Kassen, aus Oberhessen 886,10 Mark aus 74 Kassen. Die Uebersicht der von privaten Samm­lern eingebrachtcn Beiträge und eine Uebersicht über dw Ge­samt-Einnahmen und -Ausgaben nebst Abschluß, schließt sich an, laut dem die Gesamt-Einnahme 45 555,11 Mark und die Gesamtausgabe 45 485,50 Mark beträgt.

**ErlösausdenstaatlichenStrombrücken. Die Brücke über den Rhein zwischen Mainz und Kastel er- I brachte der amtl. Darmst. Ztg. zufolge im verflossenen Jahre 112 957 Mark, die Brücke über den Main bei Kostheim und diejenige über den Rhein bei Worms erzielten zusammen 42 000 Mark. Von der Brücke bei Offenbach bezog Heften 13 590 Mark, während die fliegende Brücke bei Oppenheim 5384 Mark und diejenige bei Gernsheim 5044 Mark er­brachten Insgesamt wurden alw aus den staatlichen Brücken 178 975 Mark erlöst. Mit der fliegenden Brücke bei Oppen­heim setzten 82 674 und mit derjenigen bei Gernsheim o9 038 Personen über.

** Warnung. DasBlatt für Patent-, Muster- und Zeichenwesen" veröffentlicht die nachstehende Warnung des Präsidenten des Kaiserl. Patentamts vom 5. September 1913: In neuerer Zeit haben sich die Fälle vermehrt, daß Patent-Agenten zu dem offensichtlichen Zweck, der Aus­schließung vom Vertretungsgeschäft gemäß § 17 des Patent­anwaltsgesetzes zu entgehen die von ihnen zur Anmeldung gebrachten Gebrauchsmuster auf ihre eigenen Namen anstatt auf den Namen ihrer Auftraggeber haben eintragen lassen. Die beteiligten Kreise werden dringend gewarnt, zu einem solchen Verfahren ihre Zustimmung zu geben, da die spätere Uebertragung des Gebrauchsmusters auf den Auftraggeber auf ernste Schwierigkeiten stoßen kann.

DieHiehtner FamtUenblätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöcheMlich beigclegt, daS Krtisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Dietandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 29. Oktober 1913.

Die Urankenkassenverbände zur Kriegserflarung der Aerzte.

** Berlin, 27. Okt.

Gegenüber den Beschlüssen des gestrigen Außerordentlichen Aerztetages haben die Vereinigten Krankenkaflenver-

Eine Anfrage im österreichischen Abgeordnetenhaus.

Wien, 28. Okt. In der heutigen Sitzung des Abgeord­netenhauses brachten die Abg. Sträucher und Genopen eine Anfrage ein, worin sie anläßlich des Kiewer Rttualnrord- prozesses an die Judenverfolgungen in Odessa und Kiew erinnern und die Gesamtregierung fragen, ob ne geneigt sei, bei dem Minister des Aeußern dahin zu wirken d-O die,er die Aufmerksamkeit der russischen Regierung auf die den xvuben Rußlands drohenden Gefahren lenke, damit ne rechtskräftig wirk­same Maßnahmen zu ihrer Abwendung.treffe. ,r,

Heber die Beratungen des Hansabundes während der Hansawoche

bom 5. bis 8. November schreibt mau uns: .... _ ,

Die Beratungen des Hansabundes werden nt diesem >;ahre in einem engeren Kreise als sonst stattfinden, um den Meinungs­austausch intensiver gestalten zu können. Am 5. und 6. November tagt der Vorstand, der zu Submission^- und Angestelltennagen Stellung nehmen wird. U. a. wird über den Stand der Beratungen im Reichstagsausschuß für das VerdingungswHen und ube^ dw stiifammensetzung und die Aufgaben eines Reichsfubmissivnsamts berichtet werden Ferner gelangen zur B^Prechung das neue Kartell der schaffenden Stände, die Detailhanbels-Enciuete^die Vorschläge über Einführung einer Dreipfennig-Postkarte im: O^s- verkchr, die Konkurrenzklaufelfrage, die Register- und Ärchfuh- runqspsticht für Minderkaufleute, dre neue Vorlage ulxr die Sonntagsruhe, die Frage der Beschaffung zweiter Hypotheken. Daä Plenum, welches vom 6 bis 8. November m drei Aus­schüssen tagt (Einzelhandelsausschub, Hairdwerkerarisichuß, ^ndu- sirierat) behandelt folgende Materien: a) Errichtung von Em- zichungsämtern, Ausschaltung des Zwischenhandels, Aufhebung

SchEcm^ls vom 31. Dezember 1913 (statt 191^ wrtiger Stand der Bekämpfung des unlauteren Wettbewnbs im Einzelhandel (Erfahrungen mit dem Ausverkaussparagraphen, *. Sraoe 'bes Selbiltoftenbre i=8 Mui.10 Bro,> Mm- l sffinde im kaufmännischen Auskunftswesen, Einführung der ^itg-

ArbecksAt in den Tetailgeschästen der GrMtMe Ver­käuferinnenkurse: b) Rundfragen über das preußische Wahlrecht, über Zuchthaus- und Gesängnisarbeit, FortbrldungSfchulwefen für ' Handwerk, Kreditbeschaffung für das Handwerk, Recht d^ ?8tsetzung von Lehrzeit und Barvergütung der Lehrlingen durch

Zwangsinnungen, Unterstellung der Innungen unter die ' Handwerkskammern als Aufsichtsbehörden Vertretung des Sand- : wirtschaftlichen Ausschuß; c) Schutz der Arbeitswilligen

(Berichterstatter Tr. Stresemann), Verstärkung des Einflusses von : distrie, Handel und Gewerbe im Reichstag, Verlegung des

Kolonialgerichtshofes nach Hamburg.

Die Entscheidung in der Wclfenfrage,

Kreis Büdingen.

Q Nidda, 27. Okt. Die Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Nidda fand heute statt. Sie wurde eröff­net durch den Direktor Oberamtsrichter Römheld, welcher den Kreisrat des Kreises Büdingen begrüßte und denr frühe­ren Direktor, Landtagsabgeordneten Eck, einen Nachruf wid­mete. Aus dem Rechenschafts- und Geschäftsbericht ist. zr entnehmen: Die Summe der Einnah m e n in,1912 betrug 1818483.45 Mk der Ausgaben 1714389.^7 Mk., also Vorrat: 104 093.68 Ml. Dieser besteht in barem Vorrat von 41386 95 Mk., in Vorlagen von 277.80 Mk., in liquidierten ! Ausständen von 62428.93 Mk von letztere find chrs heute eingegangen 36 000 jo daß nur noch 26 428.91 Mk. bleu

Pucischkewitsch (äußere Rechte) erklärte, die dressierten Stare der Jüdenschaft könnten dem christlichen Namen Zamys- lowsky nichts anhaben. (Stürmischer Beifall rechts.) Die Anfrage sei ein verdeckter Versuch, in die Rechte des Gerichts emzugretton. Der erste Arbeitstag der Duma dürfe aber nicht em Sympathie- Meeting für die Juden darstellen, welche in Kiew Spuren eine! Verbrechens zu verwischen suchten das die Aufmerksamkeit Ruß­lands und ganz Europas erregt habe. Die Juden hatten alle Mittel zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung angewandt, hatten| Bestechungen begangen und sogar zum Gift gegriffen Der P r a f i- dent bittet, Einzelheiten eines schwebenden Verfahrens nicht zu erörtern. P u r i s chk e w i t s ch erklärt, trotz der Versuche, die Rechte zu Ausschreitungen herauszufordern, werde sie den Gerichts- spriich schweigend erwarten. Rußland sei nicht Frankreich. Es werde also nickst gelingen, die Dumatribüne auszunutzen wie semer- cit die Deputiertenkammer für Dreyfus ausgenutzt worden sei. Eine Duma, die sich in ein Meeting verwandele, müsse aufgelöst

Graf v. Bennigsen (Oktobrist) erklärte, die Oktobristen würden für die Dringlichkeit 'stimmen, aber in der Aussprache nicht über den Gegenstand der Anfrage hinausgehen, da sie der Duma keine Gerichtsbefugnis beimessen. (Beifall im Zentrum)

Tie Dringlichkeit wurde gegen wenige Stimmen der »n und die Anfrage selbst mit 149 Stimmen der Linken nnd Okto­bristen gegen 106 der Rechten und der Nationalisten angenommen.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Rothschild und merrt) del Val.

(Zum Kiewer Ritualmordprozeß.)

Zwischen Lord Rothschild und dem Kardinal-Staatssekretär Merry del Val hat anläßlich des Kielver Ritualmordprozesses cm Briefwechsel stattgefunden. Lord Rothschild ersucht m seinem Schreiben, in dem er ausführt, daß gerade zahlreiche Mitglieder des Heiligen Kollegiums das Ritnalmordmärchen bekämpft hatten, den Kardinal-Staatssekretär, zwei Dokumente die sich rm lAstt- licken Archive befinden sollen, und deren Inhalt Lord Rothschild in seinem Schreiben wiedergibt, auf ihre Echtheit nachzuprufen. Das eine Dokument ist eine vom Papst Jnnoeenz IV. Jahre 1247 erlassene Enzyklika, das andere ein ausführlicher Bericht des Kardinals Ganganelli, des späteren Papstes Clemens XIV. vom Jahre 1758. In der Enzyklika erklärt Papst Jnnoeenz IV. tn in energischen Worten die gegen die Juden gerichtete Nitualmord- beschuldigunq für falsch und die Behauptung, der^Ritualmord fei in der jüdischen Lehre enthalten für Unwahr. Der^Berich dev Kardinals Ganganelli hat einen dem H-alle Beilis sehr ähnlichen I Prozeß zum Gegenstand, der nierfroürbtgerroeue die Geistlichen Behörden von Kiew betraf. In diesem Bericht entscheidet sich der Kardinal gegen die Verfolgung des Falles und»gibt gle«%eittfl eine Uebersicht über viele andere derartige Falle. Ganganelli spricht darin seine Meinung dahin aus, daß rn keinem dieser. $ alle mit Ausnahme von zwei Fällen der Beweis für dieSchuld von Juden erbracht worden sei. Was die Frage des IUtualmordes bei den Juden im allgemeinen anbelangt, halt der Kardmal Die Enzyklika Jnnoeenz IV. und ähnliche Enzykliken Gregors IX. und Gregors X. für maßgebend. Er bezieht sich ferner auf zahl­reiche Bullen und Enzykliken anderer Päpste, tn denen den Juden Schutz gewährt wird, woraus hervorgehe, baß die Kirche niemals daran geglaubt habe, daß Ritualmorde bei den Juden vorkämen.

In seinem Antwortschreiben bestätigt Staatssekretär Merry bei Val die Echtheit der beiden Dokumente, von der er sich im päpstlichen Archive, in dem sie aufbewahrt seien, überzeugt habe.

Mittwoch, 29. Gttober 1913

Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schea Universiläts - Buch- und S'eiudruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L

5Rebaftion:e^U2. Tel.-Adr.: AnzeigerDießen,

bände eine Gegenerklärung erlassen, die in der Hauptsache folgenden Wortlaut hat: . ..

Auf dem gestrigen Mrztetage haben die Aersteorganisationen beschlossen, keine Verträge mehr mit den Krankenkassen ernzu- gehen Sie wollen die ertranHcn Versicherten nur noch als Prroat- Patienten behaudeltt, unb der Vorsitzende des Leipziger Aerztevcr- bandes empfahl sogar, dies nur gegen Vorausbezahlung ZU tun. Dieses Vorgehen bedeutet den allgemeinen Kampf gegen die Kran­kenversicherung und den Generalstreik. ß. . ,

Es entspricht nicht der Walnheit, daß den Aerzten der Kampf von den 5lrankenkassen aufgebrungen worden ist und wenn vc- hauptet wird, daß die Krankenkassen mit den Aerzteorgamsationen nicht verhandeln und den sogenannten Herrenstandpunkt cinnchmeu, so ctitspricht nur das Gegenteil der Wahrheit.

Die Vertreter der Krankenkassen sind tn Anerkennung der hohen Bedeutung des Aerzteberufes den Aerzten sowest entgegen­gekommen, als cs die ihnen auferlegte Verantwortung und die Wahrung der ihnen anvertrauten hochwichtigen Jnchrcssen der öffentlich rechtlichen Krankenversick^rung zulteßen. Die Krankn- I lassen sprechen deshalb die Erwartung aus, daß sich die V^horden I und der Gesetzgeber durch die Aerzteorganisationen nicht einschütt:-' tern lassen und unangemessene Forderungen der Aerzteorgani- sationen ablehnen werden. Es handelt sich um die IrntidKibung, I ob die Interessen eines einzelnen Berufsstandes über das ^>oyl I von Millionen von Versicherten gestellt werben sollen.

Berlin, 27. Oktober 1913. t .

I Hauptverband deutscher Ortskrankcnka ssen, Dresden. Hauptverband I deutscher Betriebskrankenlassen, Essen. Gesamtverband deutfcher Krankenkassen, Essen-Köln. Allgemeiner deutscher Knapp,chaft^ I verband, Berlin. Verband deutscher Jnnungskrankenkassen, I Hannover.

politische Tagesschau.

Ncueintcilung der Reichstagswahlkrcisc.

Wie wir hören, beabsichtigen die liberalen Frak­tionen des Reichstags demnächst einen Antrag einzu- briwgen, der eine Neueinteilung der Reichstagswahlkreife und eine Vermehrung der Mandate fordern wird. Da der Antrag aber kaum Ausficht hat, vorläufig beraten zu wer­den, denn er hat sehr zahlreiche Vorgänger mit Voi^ugs- berechtigung, so soll auch, um die Meinung der Regierung kennen zu lernen, eine kleine Anfrage über die Ma­terie eingebracht werden, die wissen will, ob die Regierung bereits Vorarbeiten in diesem Sinne angeordnet habe.

Alle Reichstagsmandate sind zurzeit besetzt, nachdem die letzten erledigten Mandate im Oktober neue In­haber erhalten haben. Seit der Vertagung am 30. Juni d. <5. haben neun Ersatzwahlen stattgefunden, während seit den Neu­wahlen im Januar 1912 nicht weniger als 25 Mandate neu besetzt werden mußten. Eine solche hohe Zahl ist recht selten im allgemeinen. Bei den 25 Ersatzwahlen sind in 21 Wahl­kreisen Veränderungen in den Parteiverhältnissen nicht vor­gekommen, in 4 Kreisen verloren die Parteien der Rechten ihre Mandate an die Linksparteien, nämlich: Hagenow-Gre- vesmühlen ging den Konservativen an die Freisinnigen ver­loren, in Salzwedel-Gardelegen unterlag der Konservative dem Bauernbundführer, Zauch-Belzig wählte statt desFrer- konservativen einen Sozialdemokraten, in Waldeck ging das Mandat von der wirtschaftlichen Vereinigung in die Hände des Freisinns Über.

Die Neugewählten der Sommerwahlen, die am 20. No­vember mit einer Ausnahme (Dr. Böhme) als neue Männer in den Reichstag eintreten, sind: Ewald lSoz.), Emminger (Zentr.), Gottschalk (Kons.), Frhr. v. Eretin (Zentr.), Neu­haus (Zentr.), Beck (Soz.), Stolten (Soz.), Lederer (Ztr.), Dr. Böhgen (Bauernbund), Gewählt sind sie ui Zauch-Belzig, Weilheim, Ragnit-Pillkallen, Landshut, Buhl-Rastatt,Dres­den-Neustadt, Hamburg-Ost, Neumarkt, Salzwedel-Garve- ^^^^Voraussichtlich sind damit die Ersatzwahlen des Jahres 1913 abgeschlossen. Falls der Reichstag demnächst die vom Wahlprüfungsausschuß angefochtenen Wahlen für ungiltig erklärt, werden zu Beginn 1914 weitere Ersatzwahlen not-

Eine Auseinandersetzung in der russischen Tuma.

P c t e r s b u r g , 28. Okt. In der R e i ch s d u m a hat heute die Lkadettenpartei eine dringliche Anfrage wegen allgemeiner Be­drückung der Presse, besonders anläßlich des Bcilis-Prozesses ein­gebracht. Der Führer der Kadetten, M i l j u k o w, äußerte m 'einer Begründung der Anfrage, die Bcdrückimg der Prepe hatte in diesem Jahr einen Rekord erreicht Der P r a ) i b c n : bittet, den Prozeß nicht zu berühren. M i l 1 ukow erwiderte, du Ab­geordneten Wen das Recht, sich über eine ganztRußland aufregende Fraoe anszusprechen und bat die Duma, gegen die geheimen Kräfte Stellung zu nehmen, deren Wirlung Rußland mit Schnmch bedecke. Der Präsident verwarnte den Redner abermals. Veifell rechts und im Zentrum.' Miljukow fuhr fort: Die enge Verliinduiig zwischen Dieben, Einbrechern und dem Dumaabgeordneteii Zamy^ lowsky erregt allgemeines Erstaunen. (Großer Lärm und Wider­spruch rechts.) Der Präsident ruft den Redner zur Ordnung. Vieler schloß, es sei die höchste Zeit, zu erklären dast seine Partei keine Verantivortung für den Beilis-Prozeß tragen wolle. (Beifall

D°- W i d 5°s" r u ch^zwisch-n 1913 und 1885 ist danach tttrfit ui bereiten Sn noch erhöhtem Maße steht aber die fetzige Scheidung der vL 1907 entgegen. 1907 hat der Bundesrat i re;nc Meinung dahin ausgesprochen, daß, solange der Herzog von

Eumberland oder ein Mitglied seines Hauses sich in einem dem reichsverfassungsmäßig gewährleisteten Frieden unter Bnndes- t roiberftreitenben VerhältNipe zu dem Bundesstaate

Äeußen befindet und Ansprüche auf Gebietsteile dicfes Bundes- : Rats erhebt, auch die Regierung eines anderen Mitgliedes des

Hauses Braunschweig-Lüneburg in Braunsc^verg mit

Grundprinzipien der Bündnisverträge und der Reichsver- snttna n?cht vereinbar sei, selbst wenn dieies Mitglied gleichzeitig N dem Beicht der übrigen Mitglieder des Hames auf Braun- iJTL;« für fich und feine Defzendenz allen Anfpruchen

Miete Königreich Hannover entsagt. Ten eklatanten Hfitwytaas1 saa-is linw-g Damit hat sic selbst dcn eigenen Umlall und zu.

I gleich. ben h^L31mann^^ol^rocTbat' ben Fürsten Bismarck und ! k Serr b. rotdiese Tat zum Ruhm

i den.Durften Bulow dabingestellt sein lassen. Wir fürchten nur, «Ä SsW Kamps-z nicht er. sondern das WelfeMum sein wird.

Aus Heßsfsn»

Qpntralfaffe der hessischen Landwirt- Die Zentral^,'^^Genossenschaften

hat an die Genossenschaftsvorstände folgendes Schreiben ge-

Vorstand hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen vom gn 2 iMs ab an Zinsen zu berechnen: a) Tur den L^rkehr 3O'r?;f7nber Rechn ung für Guthaben 4 Proz., für Schul- Li S Miz.l b> im Wechselverkehr für Wechsel leber Srt

für Tarlehnswechsel und Geschäftstvechsel den Weckfselzinssatz der Reichsbank, zurzeit ö1^ Prvz. Provision wird nach wie vor mir in laufender Rechnung berechnet und zwar /io,4roz. von der jeweils größeren Seite, ober vom mitttcren tschuld- oder Guthabenbetrag. Bei der Diskontierung von Wechseln ivird eine besondere Provision nicht berechnet: wir begnügen uns mit dem Provisionsertrag, den uns das Tiskontgeichaft dadurch bringt, daß wir es über das provisionspstichtige Konto in laufender Rech nung leiten.

(Ein mexikanischer Militärzug in die Lust gesprengt.

New York, 28. Okt. Wie ein Telegramm aus Me­xiko meldet, haben die Aufständischen einen Mili­tär z u g in der 97ähc von S 'an Sa l v a d o r c , in der Pro­vinz Zacatecas, mit Dynamit in die ~ujt ge­sprengt. 115 Soldaten sind tot und zahlreiche verwundet. _______

Der Ritnalmordprozetz.

K i e w , 28. Okt. Auf Ersuchen des Staatsanwalts werden die Aussagen des nicht erschienenen Archimandrsten Ambarfinö verlesen, die er vor dem Untersuchungsrichter machte und dieAb ­sagen, er habe die Schriften über den Ritualmord nicht perionlich tubiert, jedoch sich mit ortl-odoren 'Mönchen, die vom ^uduNtum zum Ehristentum übergetreten sind, darüber unterhalten und bie Ueberzeugung gewonnen, daß bei den ^uben, 6e|onber^ bet btn Ehassiden es gebräuchlich ist, durch Tötung unbeileckter ^unglinge das Blut zu gewinnen, das bei den Pasiahbroten verwandt wird.