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31.5.1913 Zweites Blatt
 
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Arbeiterbewegung

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W |o mit Arbeitstämpfeii befetzt mir btc gleichen Monate des Vor allen Dingen müsse die akademische fugend die dereinst roiiahres, obgleich cs an Ausständen auch Heuer noch immer genug I berufen sei, das Volk zu führen Md das. Herzblut des Volkes

Studentische Leibespflege. Donnerstag abend nm 8 Uhr hielt Dr. Rissom aus Heidelberg aus Veranlassung der Gießener Studentenschaft int großen Hörsale der Universität einen Vortrag über Studentische Leibespflege. Der Redner mies darauf hin, daß gerade in der gegenwärtigen Zeit alle Kräfte und Tugenden des deutschen Volkes erhalten und gestärkt werden müßten, nm jeden Augenblick zum Wohl und Vorteil unseres Landes eingesetzt werden zu können. Den Vorwärtsstrebenden Mut werde der Deutsche zwar nie verlieren, aber es frage sich, ob die Nation, nicht schließlich zusammenbreche, wenn der Ge­sundheit und KöLperentwickelung nicht mehr Sorge getragen werde

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Ausstände und Aussperrungen und ihre Erfolge.

Die ersten drei Monate dieses Jahres waren erfreulicherweise

Die Aussperrungen waren in derselben Zeit verschwin­dend gering: 24 mit einer Höchstzijscr von 3412 gleichzeitig ^gesperrten in 207 Betrieben (mit 5659 Arbeitern) wurden im ersten Viertel 1913 beendet gegen 139 Aussperrungen von 19 917 Arbeitern in 584 Betrieben. Der Erfolg der Aussperrungen war wr die Arbeitgeber zweifelhafter als Anfang 1912; damals waren /l .lusspcrrungen von vollem und 65 von Teilerfolg begleitet, diesmal nur 4 voll und 16 teilweise erfolgreich. Tie Arbeits- rarnpfe dieser ersten 3 Monate von 1913 betrafen vor allem die Metallindustrie, das Baugewerbe, die Holzindu- it r l e, _ das Berg- und Hüttenwesen und die Textil- tnduprie;- nur in der Metall- und der Holzindustrie aber nahmen die Aussperrungen zeitweilig einmal nennenswerten Um­fang an.

Aus Stadt und Land.

Gieße n, 31. Mai 1913.

DieGießener Famtlienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigclegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.

RedaktiomS:^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen»

Srohzügiger LisenbahnprojektNord - Südöentschland. Kürzeste rS chienenweg Nordseehäfcn, Hamburg, Bremen, Münster, Ha^mm, Gießen, Frankfurt a.M., _. . Schweiz.

Sie sich im westl. Deutschland im Eisenbahnbetriebe, namentliche m den Herbst- und Wintcrmonaten, geltend machenden Ver- v r's st ö l.-u n g c n , die den preußischen Staat große Summen aöl$nn3cn ästeten, sind nicht nur in der allgemeinen Hochkonmnlttir des gewerb- und geschäftlichen Aufschwungs zu luchen, lonbern auch zum großen Teil in mangelnden wichtigen Eisenbahnverbindungen im Eisenbahnnetze selbst.

Während map in. früheren Jahreil bei dem Bau von Eisen­bahnen vielfach die Praxis übte, kostspielige Erdarbeiten, Tunnel- und Brückenbauten zu, vermeiden und so auf Umwegen das Ziel zu erreichen suchte, ist man in der Neuzeit in dieser Hinsicht weniger ängstlich geworden.

e>o ist^bcispielsweise die bestehende kürzeste Eisenbahnverbin­dung von Frankfurt aus in der Richtung nordwärts, von Dillen­burg ab durch das dazwischen gelagerte westfälische Industrie­gebiet, das Bodenerhebungen bis zu 700 Meter aufweist, unter­brochen.

Die jetzt im Bau begriffene Haupteisenbahü von Dillen­burg in der Richtung auf Siegen stellt eine weitere Vervoll­kommnung des direkten Schienenweges in nördlicher Richtung dar. Halt gebietet erst wieder das zwischen Lenne und Ruhr sich erftreckende Gebiet.

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i .. .. für diese Bestrebungen gewonnen werden. Aus der Uni- l versitat biete sich die letzte Gelegenheit, dem jugendlichen Körper zu )tarnen und zu stärken. Junge, begeisterte akademische Turn- lchrer, so fuhr der Vortragende fort; müssen sich in den Dienst oo?: Sache stellen und die Schäden, die die Schule herbeiführt, möglichst ausbesserir, denn der Hochschulnachwuchs ist eben durchaus schwächlich. Von den Einjährig-Freiwilligen sind nur . Militärdienstfähig, und der Prozentsatz finit auf 48

in 5 wahren nach Entlassung aus der Schule. Die Studierenden sind als träger des kulturellen Fortschritts verpflichtet, für geistige und körperliche. Ausbildung zu sorgen. Die jungen Männer vor 100 Jahren waren.sich dessen wohl bewußt. Fichte und Jahn haben sich nicht vergeblich an sie. gewandt. Die Universität Breslau nahm lebhaften Anteil und bald blühte die Turnerei mächtig empor. Da kam die unselige Tat des Studenten Sand, nr nJl5 patriotischer Begeisterung den in russischen Diensten stehenden Lustspieldichter Kotzebue ermordete. Infolgedessen wur­den die Burschenschaften aufgehoben und somit die ganzen Be­strebungen lahm gelegt. Der Vortragende sprach dann über die Turnfeste zu Koburg (1860) und Sangerhausen (1882) und tarn alsdann kurz auf eine Statistik zu sprechen, nach der von 71000 Studenten nur 11 000 regelmäßig Leibesübungen machen. Kari­katuren, wie sie in den Witzblättern zu finden sind, müssen vcr- schwinden. .(Langer Beifall.) Vielleicht ist, so ging der Vor­trag innrer, an der schwachen Beteiligung auch der Mangel an ge­eigneten. Plätzen und Turnhallen schuld. Es wäre wünschenswert, daß man mehr für derartige Einrichtungen tue und weniger Denkmäler baue.^Das ist wichtiger für ein Volk. -Lebh. Beiß' In Amerika ist Turnen und Spiel obligatorisch und man sorgt in ganz hervorragender Weise für die betreffenden Institute. Sie können vorbildlich für uns sein, unter der Bedingung, daß das alte, freie Burschentum gewahrt wird. Die Vertreter der Hochschulen haben die Richtlinien gefunden, das Ziel ist gesteckt: zu Edelmenschen muß die Heranwachsende Jugend erzogen wer­den, damit sie fähig ist, allen Forderungen gerecht zu werden. Mit einemvivat crescat floreat Acadernia!" schloß der Redner feinen mit ungeheurem Beifall aufgenommenen Vortrag.

" Frost spann er. Traurig, ist der Anblick der Ob st bau ine in vielen Gemeinden. Traurig in mehrfacher Hinsicht. Zunächst ist es ein Zeichen, daß die Besitzer immer noch nicht gelernt haben, die wenigen Vorbeugungsmittel an»

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Samstag, 51. Mai 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersitäls - Buch- und Skeindruckerei.

R. Lange, Gießen.

?in Bad oder in ^Sommerfrische, versäumen Se bl, sich bei An- ?en oder bei »spekteinforder- ;en aut die An­sen im Gießener zeiger zu be­

sehen.'

Kreis Lauterbach.

- Lauterbach, 30. Mai. In dem hiesigen Schlacht­haus wurde gestern bei einem für die Duchardt'sche Wurst- sabrik bestimmten und durch einen hiesigen Viehhändler ein» geführten Vie htranSport aus Nürnberg die Maul- und Klauenseuche sestgestellt. Das Schlachthausgrundstück wurde zum Sperrgebiet und die Stadt Lauterbach zum Beob- achtungSgebiet erklärt. Der auf nächsten Mittwoch fallende Prämienmarkt, zu dem schon alle Vorbereitungen ge- troffen waren, mußte deshalb bis aus weiteres verschoben werden. Der Krämermarkt dagegen wird voraussichtlich ab­gehalten, wenn durch die Stadtverivaltung nicht anders be­stimmt wird.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 30. Mai. Das neu zu bildende dritte Bataillon des Infanterie-Negiments 168, das hierher kommt, wird in das v. Helmolt'sche Gut an der Friedberger Warte (3 Kompagnien) und in das jetzige Empfangsgebäude des Bahnhofs (1 Komp.) gelegt werden.

gab. 312 Ausstände von 22 242 Arbeitern in 548 Verrieben. (die I bilde, V^geiamt 97 000 Arbeiter beschäftigen) wurden im ersten Viertel | lan a, c - ct' rvährend es im Vorjahre im gleichen Zeitraum 420 Ausstände von 44137 Arbeitern waren. 56 und 115 hotten vollen oder teilweisen Erfolg und 141 gar feinen. Der Aus- gang mar für die Arbeiter also ungünstiger als 1912, wo 166 Don 420 Ausständen erfolglos blieben.

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Ein Blick auf die Eisenbahnkarte des Rheinisch-Westfälischen- ^ndustriegebietes läßt erkennen, daß die von Hamm nach Fin- geplante, als erstklassige Hauptbahn auszubauende Eisenbahn--oerbindimg ein wichtiges Glied der bestehenden Haupt- bahnen zwischen Nord 11 nb Süd ist, da sie kürzeste Verbindung zwischen ten Häfen der Nordsee, Hamburg, Bremen, Münster einerseits und Gießen, Frankfurt, Süddeutschland und der Schweiz andererseits darstellt.

Mit Vollendung dieser Bahnstrecke ist ein hochwichtiger Schienenweg für den Fern-Güterverkehr getoaffen. Aber auch wr die Personenbeförderung von Frankfurt und Süddeutschland iwrdwarts und umgekehrr, bisher führte der Kurs über Köln- ElberfeldHagen, oder über Kassel, ist bei Benutzung dieser neuen Linie größerer Zeitverlust vermieden, was namentlich für die Geschäftswelt nicht zu unterschätzen ist.

Die Vorteste, die dem westfälisck)-en Industriegebiet, besonders benr an Bodenschätzen reich gesegneten Sauerland mit der neuen Dahn erwachsen werden, sind noch höher zu bewerten. Während letzt die Urerzengnisse des Landes, Eisen-, Blei- und Kupfererze und die hieraus geschaffenen Produkte, auf Umircgcn über Hagen, Kabei, Hamm nordwärts geleitet werden müssen, was eine noch stärkere Inanspruchnahme dieser ohnehin schon überlasteten Strecken zur Folge hatte, wird der kurze Schienenweg iit wirtschaftlicher Beziehung für diese Gegend durch Erzielung billigerer Frachten von einfchneidender Bedeutung sein. Dieselben Vorteile genießen aber auch die überseeischen Produkte, die nach dem Sauerlande, Gietzen, Frankfurt, Schweiz ihre Ausfuhr haben.

r -c S?aVnc 'Tisenbahnlinie nun selbst betrifft, so dürften nach­stehende Angaben mtcreffierm. Bahnhof Hamm liegt 65 Meter über dein Meeresspiegel. Ta Bahnhos Finnentrop auf 234 ^bter liegt, hat die Bahn 170 Meter Steigung zu überwinden. Der höchste Punkt wird von ihr in einer Hohe von 4 1 9 M ete. rn über bem Meeresspiegel erreicht. Die Bahn bei Hamm verläßt

Fortsetzung der hier einlaufenden Haiiptbahnen Emden, Seer, Munster, Hamm, sowie Hamburg, Bremen. Osnabrück. Münster, Lamm und Hannover-Hamm den Bahnhof Hamm und fährt in «Micher Richtung. Sie kreuzt zunächst die Hauptbahn Dortmund- Welver und unweit Werl die Linie UnnaSoest. Tas Haar- It r a ng g eb irg e, das sich hier in west-östlicher Richtung hinzieht, wrd mittels eines- Tunnels von über 3100 Metern Länge durchbrochen. Nach Bewältigung dieses Hiiidernisses tritt die Ahn ut das Ruhrtal auf NeheimHüsten, Arnsberg zu. chhr Lauf folgt sodann dem Röhr- und Sorpe-Tal weiter südlich. Das nun vorgelagerte Lennscheidgebirge, dessen Erhebung hier aaO Meter über Normal Null ist, wird untertunnelt. Der Dünn e l erhält eine Länge v-m über 4300 Metern. Dieser Lunnel wird der längste in Deutschland sein (gegenwärtig ist es der Kochemer Tunnel der Moselbahn mit 4200 Metern). Nach ^erwindung dieses letzten größten Hindernisses weiter in süd- ndjer Richtung den Kurs nehmend, mündet die Bahn in den Bahnhof fyimicntrop. Nach dessen Verlassen erreicht man bei Be- nufeung der Vollbahn über Siegen und der von hier nach Tillen- ourg lnngangs erwähnten int Ban begriffenen Hauptbahn (Tunnel out dieser Strecke 2645 Meter) die Städte Wetzlar, Gießen, Frankfurt, Süddeutschland (Schweiz).

Abgesehen von den beiden längeren und einigen kurzen Tunnel- das Gelände der neuen Linie günstig zu nennen.

Nach dem Entwurf ergeben sich für die neue Verbindungs!- oapu, die eine Länge von etwa 65 Kilometern hat, günstige Stei- pmgs-und Krümmungsverhältnisse, die die für erfffTaffige Schnell- mgslimen vorgeschriebenen Höch,stgrenzen nicht überschreiteii. Die Hautosten der neuen Bahn werden etwa 30 000 000 Mark betragen.

** Rationa 1 spende für die Missionen. Der Ertrag der fturn 25jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers gesammelten Nationalspende für die christlichen Missionen in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten beläuft sich in Gießen, soweit die Sammlirng durch die von dem Ortskomitee dafür bestellten Damen geschehen ist, auf 2897.14 M k. Diese Damen haben sich durch chre opfer­willige Arbeit, die ihnen keineswegs überall leicht und angenehm gemacht worden ist, um die gute Sache sehr verdient gemacht und haben Anspruch auf den herzlichsten Dank für ihre Mühe und Eingabe.

** Hundertjahrfeier des Infanterie-Re- giments Nr. 116. Die Festhallen sind jetzt fertiggestellt bis aus die innere Ausstattung. Links vom Eingang be­findet sich zunächst die Bayerische Bierhalle, daran an­schließend die Festhalle des 1. Bataillons, auf dem Grund- stück der Liebigshöhe die des 2. Bataillons und parallel zur Liebigshöhe wieder auf dem eigentlichen Festplatz die des 3. Bataillons. Der Vergnügungspark nimmt den­selben Platz wie auf dem vorjährigen Gauturnfest ein. Die Par ad eaufstellun.g ist in der Weise vorgesehen, daß hinter dem Festplatz entlang der Kirschenallee die Jugend­wehr steht. Es folgen dann die eingeladenen Gäste, die ehemaligen aktiven und Reserveoffiziere, die Offiziere des Landwehrbezirks Gießen, die Vorgesetzten des Regiments, dieses selbst, die Veteranen und die in Regimenter ein­geteilte große Jubiläumsvereinigung ehem. 116er im Viereck. Die Parodetribüne steht mit der Achse hinter dem Defilierpunkt. Direkt nach der Paradeaufstellung formieren ich die Regimenter zum Parademarsch und ziehen dann in )en Festplatz ein. Gelegentlich der Parade werden von dem Großherzog dem Regiment die drei neuen Fahnen ver­liehen. Am Festmontag wird eine.Feier auf dem alten Friedhof unter Teilnahme des Regiments und der Ze­igen Militärvereine mit Schmückung der Gräber statt- inden. Die Huldigungsfahrt nach dem Niederwald am Dienstag fällt aus. Die Sonderzüge werden demnächst belänntgegeben. Sie können nur von den Kameraden benutzt werden. Die Angehörigen derKameraden müssen die vor jedem regelmäßigen Zug laufenden Vor- und Nach­züge benutzen. Am Festsonntag abends gehen Sonderzüqe wieder zurück. Für den Festsamstag haben der Bauersche Gesangverein, die beiden Turnvereine und der Rabfahrer- b er ein von 1885 ihre Unterstützung zugesagt. T4e Fest­teilnehmerliste ist fertig gedruckt und wird nach der Parade an die Vorsitzenden der einzelnen Vereinigungen für ihre Mitglieder ausgegeben werden. Sämtliche zur Uebernach- tung angemeldeten Kameraden konnten in Einzelquartieren untergebracht werden. Die Massenquartiere bleiben für besondere Fälle reserviert. Zu dem am Festmontag statt- indenden Festessen ist eine rege Beteiligung der Bürger­schaft erwünscht. Karten zu 2 Ml. sind bei S. Loeb, Balm­hofstr. 52 A, erhältlich.

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Aus Hessen.

Die Besoldungsvorlage im Finanzausschuß.

bs. Da r m st a d t, 30. Mai.

, Der Finanzausschuß fuhr heute in der Beratung der veioldun^sordnung fort. Es wurde nochmals die Frage der ^eueinführung des WohnungAgeldes als pensionsfähigen teil des Gehaltes besprochen. Hier zeigte sich der Wider- itreit zwischen den Vertretern des Landes und der Stadt, 6on denen die erstere ihre Gegnerschaft gegen die Regie- mngsvorlage bezüglich des Wohuungsgeldes wiederholt be- lonteu. Sodann ging der Finanzausschuß zu dem Besol- dlingstarif über und besprach in einer allgemeinen Erörte­rung dessen Aufbau und dann die einzelnen Positionen', Asbesondere diejenigen, bei welchen Ungleichheiten und men, wie sie früher bereits gerügt worden wären, jetzt mSgeglichen werden sollten. Von verschiedenen Seiten lmrde einer Vereinfachung des gesamten Ta­ck ses, der viel zu viel Klassen enthalte/das Wort geredet. W soll versucht werden, hierin Besserung zu schassen. Dann bmde im allgemeinen über die Gleichstellung der akademisch gebildeten L 0 k a l b e a m t e n mit den Burtften behandelt, und es soll gerade über diese Frage Jil der Regierung in der nächsten Sitzung des Ausschusses Beratung gepflogen werden.

V" Wenn das Plenum der Zweiten Kammer am nächsten Dienstag mit der Beratung fertig wird, soll der Ausschuß mr folgenden Mittwoch zusammentreten, wenn nicht, wird cie nächste Sitzung des Aatsschusses am kommenden Don- ucstag abgehalten werden.

znwenden, oder daß die, die wohl ihre Pflicht erfüllen, durch die Faulheit ihrer Nachbarn geschädigt werden. Tann ist dies traurig in Hinsicht darauf, daß nicht nur die Ernte dieses Jahres, sondern zum mindesten auch die des nächsten JabreS zeritört i|L Gegen die Macht des Hinmtels, wie Fröste, Hagel 2c., können wir wenig tun, aber hier bei diesen voraus­gesehenen Schädlingen könnte der Schaden vermieden werden, denn im vergangenen Herbst wtirde wiederholt auf das An­legen der Klcbgürtel überall in Wort und Schrift aufmerksam geniacht, Jetzt fließen von allsn Seiten die Klagebriefe und Anfragen an die Sammelstclle des Pflanzenschutzes mit der Bitte um Hilfe. Man könnte durch Spritzen mit einer Lösung von 500 Gramm Fettkalk in 100 Liter Wasser, der 200 Gr. Schweinfurter Grün zugesetzt sind, den Raupen zu Leibe gehen, jedoch ist infolge des Giftgesetzes der Bezug des Schweinfurter Grüns erschwert. (Acsenkupserkalk ist erhältlich ohne Giftschein.) Heute schon sei der Mahnruf laut, daß man im Herbst gemeinschaftlich, durch Ortssatzung festgesetzt, Klebgürtel rechtzeitig anbringt. Die diesjährige Frostspaunerplage ist die verdiente Strafe für die Saumselig­keit. Lluskunst über gemeinschastlicheit Bezug des Ratipen- leims usw. erteilt gern die Sammelstelle für Pflanzenschutz an der Obstbauschule zu Friedberg.

Landkreis Gießen.

Klein-L in denj 29. Mai. Der Gesangverein Ein­tracht hier, der unter Leitung des Herrn Harnstch-Sieinberg steht, beteiligte sich, wie wir berichtet, letzten Sonntag am Gcsangs- wettstreit zu Traisa bei Darmstadt und errang in der'l. Land­llasse den 1. und Ehrenpreis. Tie Preise sind im Schaufenster des Herrn Wilh. Weigel, Maiplatz, ausgestellt.

s. Lollar, 29. Mai. (Gemeinderatssitzung.) Der Turn - verein Lollar feiert am 28., 29. und 30. Juni fein 30jä hr 1 ges Stiftungsfest und bittet um Ueberlassung der Festwiese nebst Abgabe von elektrischem Srrom. Der Ge­meinderat erteilte feine Genehmigung gegen Abgabe von 40 Mk ür die Wiese und 45 Psg. für die Kilowst. Ter Wirtschafts­plan für das.Rechnungsjahr 1914 wird genehmigt mit Ausnahme von der Anpflanzung der Heide (1900 Quadratmeter). Die Be­gründung der Llblehnnng ist folgende: Im ^wühjahr dieses Jahres ist auf der Herde eine Dreispitze mit Kiefern gepflanzt worden, deren Grund und Boden in keiner Weise zur Bepflanzung hergenchtet war. Tie Folge davon ist/, daß das Gras die ganze Pflanzung bedeckt hat und jetzr schon ein großer Teil dürr ge­worden t)t.. Auch empfiehlt es sich nicht, weitere Grundstücke einzupflanzen, da durch die weitere Bepflanzung immer mehr anliegende Grundstücke für die Landwirtsck-ast miirderwertig wer­den. Ter Bürgermeister hatte den Auftrag, von verschiedenen Firmen Preise über Kanalreinigungswagen einzuziehen -solche sind eingegangen von .Advlr Haase, Gotha, C. u G Panse, Wetzlar und August Blödner, Gotha. Da sämtliche Firmen in der Umgebung bereits Wagen geliefert oder dttnnächst liefern, ollen sie zuerst besichtigt uiti) ein endgüttiger Beschluß in einer päteren Versammlung gefaßt werden. Die Erbauung eines Lumdasteges bei der HolznE/Ie wurde abgelehnt, da nach Ansicht des Gemeinderats ein 'Bedürfnis hierfür nicht vorliegt. Der Beitritt zum Kreis ob st- und G art en bau - verein wird mit einem Jahresbeittag von 10 Mk. beschlossen.

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Die endgültige amtliche Statistik der Ausstände und Aus­sperrungen für 1912 liegt jetzt vor -Bd. 269 der Statistik des Deutschen Reiches). Der große Ruhrbergarbeiterausstand im Früh- jabr 1912 und zahllose kleine Ausstände im Baugewerbe verleihen Die)er Statistik den Charatter eines großen Kampfbildes. 2590 Ausstande mit 906 314 Beteiligten in 7255 Betrieben sind 1912 ^Aeichnen gegen 2566 Ausstände mit nur 217 809 Streikenden in 10 640 Betrieben im Jahre 1911. Die Gruppenausständebewe- gunqen kennzeichnen also 1912: 182 4lusstände umfaßten mehr als je a00 Beteiligte. 526 Ausstände mit über 70 000 Beteiligten dauerten länger als' einen Monat. Als Angriffsausstäude zählt die amtliche Statistik 93 v. 16,5 v. H. und 39,3 v. H. aller 2510 Ausstände hat vollen oder teilweisen Erfolg. Wenn man im Hinblick auf die Zahl der Beteiligten den Erfolg berechnet, so bewirkte der Ausgang im Ruhrbergbau eine Kürzung der Erfolg- ziftern auf 4,8 und 26,9 v. H. Die 324 im Jahre 1912 beendeten A u ssper r u n g e n, die in 2558 Betrieben 74 780 Arbeits­kräfte zeitweilig ftUIegten, übertrafen das Vorjahr mit 232 Aus­sperrungen in 1913 Betrieben zwar an Zahl, aber nicht an Nm- fang, da 1912 138 359 Arbeiter ausgesperrt wurden. 30 v. H. und 65,4 v. H. werden als voll oder teilweise erfolgreich gebucht. Am schärfsten wurde die Anssperrwasf^ 1912 in der Metallindustrie gehandhabt. Mit der Zahl von 481 094 Ausständigen und Aus- gesperrten übertrifft das Jahr 1912 alle früheren Jahre mit Ausnahme des Jahres. 1905, das einen noch viel größeren Kamp^ im Ruhrbergbau sah als 1912. Rur in den drei früheren Jahren (1906, 1910 und 1911) überschritt im übrigen die Gesamtzahl der Streikenden und Ausgesperrten die: Grenze von 300 000 Beteiligten, lieber 400 000 Beteiligte kamen außer 1905 und 1912 in keinem Jahre sonst vor. Das neue Jahr 1913 hat sich besser angelassen^ dank den erfolgreichen Tarifverhändlungen im Schneider-, Holz-, Bau-, Stuck- und Steinsetzergewerbe.

Uk. 125 Zweites Blatt 165. ZahrgMg

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Y

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

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