Ausgabe 
27.3.1913 Erstes Blatt
 
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Tic Londoner Börse.

London, 27. März Die Meldung vom Jaffe Adria- nopelS wirkte auf die hiesige Börse befestigend. Man glaubt allgemein, daß diese Wendung den Fricdnisfchluß dtschleunigen werde.

Tschafardscha durch die Bulgaren genommen

London, 26. März Tie Blätter enthalten eine Mit­teilung der bulgarischen Gesandtschaft, daß Tfchatald 1 ch a von de n Bulgaren nach zweitägigen er­bitterten Kämpfen genommen worden sei.

Ä o n st a n t i n o p e l, 26. März Tie letzten Kämpfe vor Tstdalaldjcha nehmen das Interesse des Stnmbulec Publikums in hohem Grade in Anspruch. Tie Nachrechten über den schließlichen Ausgang der Kämpfe werden ungedul­dig erwartet. Nachmittags versammelte sich eine große Menge Muselmanen auf dem Bahnhof, um den Verwun­de t e n t r a n S p o r t vorüberziehen zu sehen. Nach Mel­dungen aus türkischer Quelle seien außer zahlreichen Kranken 75 Verwundete angekommen Fortgesetzt treffen aus Anatolien Reservisten u n d R e k r u t e n e i n, die eilig nach Tfchataldscha transportiert werden. z

Konstantinopel. 26. März fN Uhr vorm.-LfN- üeller .Kriegsbericht Seit vorgestern smelen sich in Adria- liopel blutige Kämpfe ab. Nach heftiger Kanonade griff her Feind unsere Vorposten an, die sich gegen die vaupt- verteidigungslinie zurüctzogen. Tic erbitterten Kämpfe lauern fort.

Ein türkischer Proviantbampser getapert.

Konstantinopel, 26. März. Nach Blättermel- dungen taperte ein griechisches Torpedoboot den türki­schen DampferBurla Kit", der Proviant für die türkischen Truppen nach Smyrna bringen sollte.

Ein neues Bombardement von Lau Giovanni di Mcdua.

Rom, 27. März. Nach einem Telegramm derTri­buna" aus Brindisi hat der türkische KreuzerHamidie" San Giovanni di Mevua bombardiert und die Stadt voll- tommen zerstört.

Ein Unfall Enver Beys.

Ko n st a n tin o pe l, 25. März. Oberst Enver Bey wäre in San Stefano beinahe einer Vergiftung durch Koh­le n o x y d g n S zum Opfer gefallen. Er wurde schon gänz­lich bewußtlos in feinem Schlafzimmer aufgefunden, kam aber nach kurzer Zeit wieder zu sich.

Greys Rede.

London, 26. März. Die Presse beschäftigt sich mit der gestrigen Rede Sir Edward Greys und des Premier­ministers.' TicTimes" schreibt:

Tie (Srfiinntgin Greys werden allgemein Erleichterung und Sefritbigunn hervorrnß n, weil sic das Siegel amtlicher Bestiri- nung aus die optiimüqcbcn B<-richre fet-n, die das Publikum ans weniger zuverlässigen Qu-ellen erreicht l-aben Tas Blatt Dcttmt, daß vor allem die Mäßigung und die Geduld der zunächst beicihgtcn Mächte cs der Diplomatie ermöglicht haben, durch die Krisis l-indurchzusteuern TicTimes" sagt weiter, Serbien und Montenegro müßten sofort das Gebiet räumen, dessen Besitz ihnen Europa nicht lassen wird: vor allem müßte das unnütze Morden vor Slntari aushören. Wenn die Verbündeten die Vermittelung der Mächte annehmcn, so könnten sie das große Ländergebiet, das sie erobert Haden, ohne Inter vemion von außen initereinanbcr teilen. Wenn sie aber eine andere Grenzlinie verlangten oder die Stellung der Türkei i ii Asten bedrohten, so würden eine ober mehrere der Mächte intervenieren. Tie Türkei ihrerseits hätte von einem Aufschub gar nichts zu lwsten und ein sdfleuniger Friedensschluß liege im Interesse alter.

T a U n Chron icle" betont, daß jedermann ^ir Edward Grey bei stimmen müßte, daß die Türkei start genug bleiben müsse, uni den ihr bleibenden Besitzstand regieren zu können. Man dürfe sie nicht durch Kriegsentschädigungen bankrott machen. Wen» sie Conflaniinopel behielte, müßte sie in unbestrittenem Besitze der liier der Meerenge bleiben: aber die Mächte tooUtni nicht nur dal,in wirken, daß die Türkei stark bleibe, sondern auck in vernünftigen Grenzen ihren Ermahnungen Gehör schenke, Mindestens, wenn die Mächte einig würden.

Reue Schwierigkeiten Rußlands?

TicTcutschc Tageszeitung" meldet aus Wien: Graf Dcrchlold konferierte längere Zeit mit seinen SektionS- chefs. * Mau bat den Eindruck, daß neue Schwierig feiten aufgetauäst siud und vermutet, daß Rußland sich der gemeinsamen Demarche der Mächte nicht a »schließen will. Daß die Krisis noch immer nicht geschwunden ist, geht daraus hervor, daß im KlitegS- ministerium nach wie vor Pcrntancitzdicnst herrscht.

Srlvfsen Taniel Greiners einzuführen und die Brücke zn schlagen zu dieser >'.inß, wollen sie sich nicht belasten mit einer Be sprecl'-ung im Tetail. Tas viel zu sagen wäre über die Gemälde, viel was ite rühmen, maitdico auch, was weniger gelungen, anne-t n tonnic. in aus den Ausführungen, die fick nur mit drei Bildern bt jetästigr haben, dentlich. Und da bliebe noch Greiner- Grapl.il, Blätter, für die es schad wäre, wenn sie .fnmmarisch. bie und do mit einem Wörtlein als armes Etikett der ualalogisiernng zu lieb dem Beschauer vorgcwvrfen würden. So nnvicble ict i esser Sdwpenl.niers Rezept Einen Tiihtirambu» ernst uno klar zu sagen, daß hier ein Künstler eigen und stark um die Mitnft ringt und Werte schasst, die in die 3uhinrt weisen.

Die Werke des Malers Carl Kries, der sich vor kurzem in unserer Stadt niedergelassen Kal. zeigen eine nuemiamc Ent »Helling. Tic .Vieren Bilder seiner Krankfnrter Lehrjahre sind farbig nut Schönheit des Tons in einem relativ dunklen Licht? gestimmt. Wertvoll besonders ist an dieser Schule die genaue wienerische Tnrd . tlbung. die den Anfänger zu idxunTm Seh n zwingt Tic 91h iierftimnumg dieser Erstlingswerke hot dann der ernsthaft üoranimbcubc Künstler vor der grofyn Lehrmeisterin Natur überwunden. Draußen ui der Oberhessischen Einsamkeit ivrrden seine Bilder InHer und beltci. lidkcn sich im ("Vrcilidn die hintMeu 2dxittni auf. In den Bildern der mittleren Penod? klingt tunt) der schone Ton her frühen nach, ringen ^-arbe als dekorativer Werl und die 3rid;mmg nod> mit dem Licht uni das Hauptinteresse, bis in den neuesten cnblid) das Licht een gaiycit weilen Raum erfüllt und beherrscht.

G? ist der konsequente Entwtcllutrgsgang eines I m v r e f f i o nisten, den ,^ric> durchlaufen bat. Ans eigener nrast Und iver sich selbst so zu erziehen verstand, der gibt einen besonders guten Lehrer ab.

Wir hoffen, daß dieser talemvolle innge Maler bet nn> heimisch wird. daß, nwglichst viele 'Hchcttc c nch freuen wer ix : mit seinen durchaus ernsten und guten Biltx'rn ihr .\?eur v.\ idjnuKint, sich mit den Tarstellun.n-n twn Mensch unc Lane 4 . der .veinidt zu umgeben, die btcin ittibdiniicfc .'limitier g

Jahren so crfreulidi cntiptefrti. Sem, -h-an werden kn gro- genug sein, einen solchen 'tiinfüct »u'

Tcuficbc» llcicb.

DcrKaifer _

traf am Mittwoch um 1 Uhr 30 Mm im ScebadcAhl- beck ein und besichtigte die B^rutcn des Kinderheims. Um 2 Uhr 35 Min. trat er die Rückreise an.

Ausland

Tic französische Kammer hat dem neuen Ministerium ihr Vertrauen ausgesproctreu. ~ie tiammernicbrbnr seyte sich aus 28 Mitgliedern der republikannchen Vereinigung, einem der Rechten, icd>. der Action Liberale,-8 Progressistcn, 63 der demokratischen Linken, 61 Linh Radikalen, 25 Sozialisti'ch-Rcdikalcn, 3 fozialistüd' n Revubltkanern und 11 Unabhängigen zusammen. Ter Stimmen enthielten Heb 1-) Mitglieder der Rechten. 14 Pvoqressisten, 1 der dcmokratttchcn Linken, einer der rcvubiikanisd.cn Bereinigung, 39 Links Radikale, 56 Sozialistisch-Radikale, 11 sozialistische Republikaner, 8 Un­abhängige und 21 der Action Liberale.

Kirche und Schule.

Born Papste. TerOsservatore Romano" meldet: Ter Gesundheitszustand des Papstes ist in den l.tzten Tagen nicht 'nur zufriedenstellend gewefen, 'andern er bat sich auch andauernd gebessert. Man kann sagen, daß der Papst nunmehr vollständig lviederherge stellt ist. Das bedeutet allerdings nicht, daß der Papst nicht noch einiger Tage der Ruhe benötigt, wozu ihm auch seine Aerztc und seine Umgebung raten. __________

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2«. März 1913.

* Tagcskalender kürToniierstcm, 27.März: O eNeu t l. V e r s a ni m l tt n q der deutsch-sozialen Partei. Reiche- taqsabg. Tr. Werner spricht über »Von der A n 1 h e b n n g der Liebesgabe bis zur netten Ä e h r v o r l a g c". Abe.tds 81/, Uhr in Steins Garten.

SQo tut bei loe tetn. Oeffe.itl. Vortvag deS Herrn Emil Peters ans Berlin: ,'JVte gewinne und erhalte ich gesunde und starke Nerven". MendS 8l/2 Uhr im (5n 6 Vctb.

Der Großherzog hat das Kommandeurkreuz 2. Klasse des Lndewigsorbcns bem Oberst a. D. Ernst Recker in Darmstadt verliehen. Tcv König von Preußen hat dem Eiscnbahndircktor Scholl in Mainz bie Erlaubnis zur Anlegung bcS Ritterkreuzes erster Klasse bes Hessischen VcrbienitordenS Philipps deS Großmistigen erteilt.

* In Audienz empfangen ivnrbc vom Groß- Herzog am Mittwoch u. a. Geh. Iustizrat Prof. De. Leist von Gießen, Mitglied der Ersten Kammer der Landitänbe.

* * Iustizpersonalien. Ter Großherzog hat den Notar mit dem Amtssitz in Gau - Algesheim Dr. Karl Gebhard zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Wimpfen, den Notar mit dem Amtssitz in Bingen Dr. Phil. Adam Gärtner zum Notar mit dem Amtssitz in Gau Algeshciin und den Gerichtsassefsor Herrn. Allwohn in Ortenberg zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg ernannt.

* * Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Reallehrer Ludwig Fel sing in Darmstadt zum Anstalls­lehrer an der Zellenstrafanstalt Butzbach unter Belassung des Amtstitcls Reallehrer.

* * Postpersonalien. Oberpostassiftent Kinzen - ,ach ist zum Postsekretär ernannt worden.

* * Ein G em ei ndestc verbuch hat der Minifterial- regiftrator I ii n g e r an Darmstadt herausgegeben. Das Buch gipfelt in der Anweisung, wie der Steuerpslichtigc seinen Steuerzettel nach dem neuen Gemeindesteuergesetz prüfen kann.

** St a d t t hc a t e r. Ta zu der einmaligen Ans führung bau Maria Magdalena am Freitag ein sehr startet'Andrang l>errfcht, null die Tirektion auch noch zu beit Borstellungen am Sonntag abend und Montag die etwa ausstehenden Gutscheine gelten lassen. Ta bie Mvntag- Borstcllung Benefiz ist, so ließ sich dieses weitgehende Ent gegenkonnnen für die Abonnenten nur durch ein beson­deres Abkommen zwischen der TircHion und ben Bene sizianten ermöglichen. Es wäre zu wünschen, daß der Ehrcnabend für Obcrrcgissctir Tworkowski einen guten Besuch aufmeisen würde.

** -Ter Feiertagsverkehr kann wohl mit dem gestrigen Mend, an dem'die Urlauber des Regiments heim- kehrten, in der Hauptsache als beendigt betrachtet werden. Am Karfreitag waren die Fahrkartenschalter am Bahnhof stark in Anspruch genommen, doch flaute der Verkehr am nächsten Tage ftari ab, um am ersten Festtage wieder durch Ausflügler stärker zn werden. Am 2. Ostcrtage war der Verkehr an ben Bahnhöfen ebenfalls sehr stark. Am 3. Fes! tage war es ruhig und auch der gestrige Tag brachte für die Abfahrt von Personen keinen nennenswerten Andrang. Tic Straßenbahn hat an den Tagen seit Karfreitag starken Verkehr gehabt. Gestern abend vcriebrien noch bis Mitter­nacht Wagen, um die aus dem Urlaub zurnckkehrenden Soldaten zu befördern

Landkreis Gießen.

== Burkhards selben, 26, März. Bei der Ver­gebung der 'Ißciöbi überarbeiten am hiesigen Schul- hauS-Neubau kamen folgenbc Angebote heraus: Keßler in Steinbach 3155,55 Mk. und Fink in Hattenrod 1860,40 Mk. Sonach sind bei dieser Arbeit 47 Prozent abgeboten worden. Entweder kann der höchste nicht rechnen ober muß der wenigste Pfuscharbeit liefern.

(?) Lich, 26. März Man bemüht fich hier, daß Lich als Garnisonsort des neuen 3. Bataillons des Inf - Rcgts. Nr. 168 gewählt wird. Eine Erinnerung wird burth die Angelegenheit wieder wach gerufen. Ende der 60 er Fahre des vorigen Fahrynnderts war uiiicrc Stadt als '^rnifonsort des neu errichteten hessischen IägerbataillvnS aiisersche» worden. Hauptsächlich soll die Wahl ben Be­mühungen des damaligen Fürsten Ludwig zu danken ge- wesen sein Tic Sache war schon so weit gediehen, so bnfi man bereits Vorbereitungen traf. Ein Ererzierplatz iwr schon ausgewählt und am Plattenu»aldc waren die Schieß- ftänbe schon gehauetn Aucn für Offizierswohnungeu und naiernengebäubc hatte man die Plätze fcdon geiväylt Aber schließlich erhielt Friedberg das Bataillon. Am Wider- ftanbe einiger Bürger, bie Sonderinteressen vertraten, sollen die Verhandlungen zu Ungunsten unserer Stadt gescheitert sein Tic au? dem Munde älterer Leute heute noch oft zu vernehmende Erzählung, als Ersatz für das ausgebliebene Bataillon habe die Stadr damals von irgendeinem Spaß­vogel eine Sämchlcl Bleisoldaten erhalten, gehört n>ob in bad Bereich der Legende

Kreis Lauterbach.

- Lauterbach, 26. März. Gestern nachmittag starb der ..VlmMbcr der Firmen Herrn. Türdeck i nb

A. Finger u. Co., Fabrikant Hermann Durbeck nach langen schweren Leiden im 53. Lebensjahr. Herr Turbeck war seit der im Jahre 1900 erfolgten Neuorgannatwn bei heiüfchen Handelskammerbezirke Vertreter von Lauterbach in der Gießener Kammer und hat sich an den Arbeiten der Kammer eifrig u erfolg­reich beteiligt. Als Vorsitzender des Handelsver?, .s Lauter­bach hat sich Herr Dürbeck namentlich um bie Entwickelung des Verkehrswesens seiner Vaterstadt verdient gemacht und Cic dortige kaufmännische Fortbildungsschule ver^nft^ ihre Blüte int wesemlichen seiner Fürsorge. Mit Herrn DürbetT ft ein arbcitsfrelidigcr, liebenswürdiger und vornehmer Charakter aus dem Leben geschieden.

Starkenburg und Rlieinhessen.

rin. Darmstadt, 26. Rlärz. Tcr 2lusorecher Richard Pfeil wurde heute durch den Wachtmeister LlßmuS in Geinsheim bei Groß-Gerau festgcnommcn und wieder hier eingclicfert.

Heffen-Nassau.

Wiesbaden, 26. März. Am 1. Mai wird bei Wies­baden die Erönuunq des K a i s e r - W i l b e l in - H e i ui 4 der Teiitkbcn Ge cllicba't für Kau'mcinnS-Erlwlnnq^beiine ftotlfuiben. Handels in iniüer Dr. Sydow wirb der Gröfiiuma beiwohnen, ferner werden ^'erlrcler zahlreicher Körpersdianen teilnehwen. Tas Heim ist das drille, daS die er ft vor zwei Fahren qeqrundkte i^esellschall dein Belricbe übergibt. Es ifl iür llu Betten eingerichtet und ae- ivälnt nimm liehen unh weiblichen Angestellten fanfinönniftber und indnürieller 'betriebe, sowie iventger bcmiltehen selbständigen Kans« leinen nnd deren Familien 'Jluhiahme. Ter Preis für die Ferien- aöfte beträgt für Sion» und Taq für '2'3obnuiig und volle reichliche Vc.v eqiin.z euiichließlich Trinkqeldnl'löjnnq 2.80 Ml Trintzwang befiehl nicht. Tie Nachfrage nach Plätzen in den Heimen ist sehr lebhaft. Älufnahmebedingungen sind von der Geschä'tsftelle in trüesbaden erhältlich Sti'tnngeil laufen audauerud ein. In den lenten Tagen sind Sli'tungen erfolgt u. n. von der Bergbau- Aktien ttlesellichaft, Grube Ilie, TIL 10000.; Kommerzienrat Ludwig i'efmberger, Eprembergt Mk. 5000.;

Koswig, Finsterwalde, Mk.äOOO.: Kommerzienrat 2 ii bi via Evbraim, Kotlbns,JJit. 5000: Rudolf Kovv & Iic., Ccfttidi, l'if. ö600.. Tas fünfte nnd sechs:c veim der Gesclljcha't werden im Riesen- gebirge »nb im sächsischen (meebtrge errichtet, mit diesen zivei Heimen wird da-Z Netz tev Geseilscha t über das ganze Reich aus- gebreitet sein.

Provinzial-Slrroschuß Der Provinz Lbcrhcsicn.

X. Gießen, ben 26. März.

Auwescud: Regierungsrat Weicker ab stellv. Vorsitzen­der, 4 ordentliche und 2 Ersat mitglicocr.

1. Gesuch des Karl Alt ; 'i Lcidhcckeu um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Brannt­wein. Der Vater des Alt betrieb seit 30 Jahren ben Kleinhandel mit Branntwein. Nach seinem lobe kam Alt selbst nm die Erlaubnis ein. Der Okmcinbcrat befürwor­tete das OKyuch, der Kreisausschuß lehnte e? aber mangels Bedürfnisses ab. Ter hiergegen verfolgten Berufung gab der Prvvinzialausfchusi heute statt, indem er entschied, daß die nachgesuchte Erlaiü'iii-.- zu erteilen fei. Tie Kvstrn des Verfahrens hat der (^esuchsteller zu tragen

2. Gesuch des Karl Reust zu Friedberg »m Genehmigung von Gewe rbcanlngcn gemäß § 25 der Gewerbeordnung Neuß betreibt seit 186'. eine Schlosserei, die sich derartig entwickelt hat, daß big Nachbarschast wegen des damit verbundenen Lärms Be­schwerde führte. Rcnß besaß keine Kvnzefsion nnd mußte, da er auf mehrmalige Aufforderung herum auch nicht nach- suchtc, durch die Strafkammer Gießen wegen Urbcrtrchnig der Gewerbeordnung bestraft werden -(iinm er ein Kvnzesfionsgesnch ein, es wurde offengelegt uni) darauf lief eine Anzahl Einwendungen ein. Tev 'Uri?- ausfchuß des Kreises Friedberg erteilte die erbetene Ge­nehmigung zur Herstellung von Blecl)gefäßcn und von Röhren durch Vernieten unter, einer Anzahl Bedingungen, Versagte aber die itzencifmignng zur Erweiterung der Werk­stätte. Ter Anwalt des Gesuchstellers erhob Einspruch gegen diese Entscheidung. In der heutigen Verhandlung stellte her Anwalt des Gesuchstellers die Vorlage eines anderen Gesuches in Aussicht, weSlfalb bie Verhanblung auf vier Wochen vertagt wurde.

3. Heber den Antrag auf Entziehung des Führerscheins des P. Kronenberg zu Gießen wird in der nächsten Sitzung verhandelt werden

öereinsnadiridjtea

Lick, 26. Mürz. Ter Frühi ahrs Bezirkstag des Bezirks Gießen bc? H cs c n N a f i a u i s ch c n Steno- graphcnverbanbcs wirk) am 20. April hier abgehalten. Ein Wettschreiben, an dem sich voraussichtlich über 200 Personen beteiligen, ist damit verbunden

0 Raubach, 2fi. Mär; ImSchützenboi würbe die Hauptversammlung der ?luSschuf^01esellscha»t abgehallcn. Tie Wahl desSchützcnhauptmanns" fiel auf den Veteranen £btr- bricftrager i. P. Bagger.

Universitäts-Nnchrichten.

Der Vertreter der fiaffifdicn Philologie au bei lliuverntäfr Königsberg > P r , ordentlicher Professor Tr R Wünsch, hat den Ruf nach M u nstcr i. W. als Nachfolger vou Proi K^olk zum Sommerfemestcr angenommen. ]

bk. Marburg, 26 Mär;. Ter Privatdv;ent Projesior Lic, theol. Walter Bauer hier wird dem 'Ruft* als außerordentlicher Professor in die evangelisch theologische Fakultät her llniDenität Brcola u zu Beginn de? bcvorftrhcnbni Sommerseuiesters folgen; er tritt hier an Stelle des NeultAiamentlers mifcrorbciitlidKii Pro­fessor? Hoennicke, der zum Ordinarius ernannt ivurde.

hf Tarntftßbt, 26. März. Der etatsmäßige Profeiior für Wafferlraftniaidiiucn cinfdil. Schwungräder und Regulatoren, sowie Geschichte de- Maschinenwesens an der Technischen Hodnchule zu Hannover, Tr. Ini Ernst Braun, ist oont 1. Avril d. I. au die hiefiqc Tcdmiidie Hochschule berufen worden Prof. Braun ist ein geborener Aürtkember.fer geb. 1878 yi Tdrön- m ün.;ad? Sein» Ausbildung erhielt er au der Technischen Hoch­schule ,u Stuttgart, war 1902 1904 Assistent bei Pros. v. Bach, 1904 1906 Ingenieur der Majchincnfabrck Germania in Chcm- ihr und 1906 1910 der Maschinenfabrik von Escher, Wvß u. ISo^ in Zürich. Im Herbst 1910 erfolgte seine Berufung zum Professor in Hannover.

Landwirtschaft.

3 um Bericht der 8 Bundes-Kaninchen schau in Ä* i n c n * bach fei mitgeteilt, daß Herr Ang. Bock, Gießen, auf Black and tan zwei Ebrenvrelfe und einen 2. Preis bekam. Einen Ehrenpreis bekam er auch iür auf 93 Punkte bewertete Tiere.

Das Unwetter in den vereinigten Staaten.

Tic Unwetter m den Vereinigten Staaten, über bie wie schon mehrfach berichtet haben, nehmen einen immci größeren Umfang an, und eine Schreckensnachricht fütot auf die andere Während in Nc.tyork selbst das fchönsts Scmmerwettcr herrscht, laufen immer neue Hiobsbotschaf­ten von Sturmverheerungen und llcberschmemmungen aus ben einzelnen Staaten ein. So sind etwa zwölf Stäbts