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Die heutige Nummer umfahr 12 Seiten.
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— Columbus — ein Korse. Napoleon hat Christoph Columbus als seinen größten Landsmann in ^ürspruch genommen, auf "Die Tradition vertrauend, die in Korsika herrschte, obwohl damals alle Welt Genna als den Geburtsort des Entdeckers Amerikas ansah. Napoleons Annahme wird nun in ihrer Wahrschein lichkeit durch eine große Anzahl von neuen Gründen gestützt, Cho Henri Schoen in einem1 umfassenden Aussah des Mereure de France zuscrmmenträgt. Tie Korsen haben, wie Paoli und Napoleon, immer mit Begeisterung die Ueberliefeinng aufrecht er- halten, daß Columbus in Calvi auf Korsika das Licht der Welt erblickt habe. Vor einigen Jahren wurde nun eine lateinisckze Elegie aufgefnnden, die der große Literaturhistoriker Gaston Paris für ein authentisches Werk vorn Anfang des 16. 'Jahrhunderts erklärte, und die keinen Zweifel darüber läßt, daß auch schon zu Zeiten des Entdeckers die korsische Herkunft ansgesprockzen wurde. Wenn man zudem die Angaben genau prüft, die der Sohn von Columbus hinterlassen hat, so sieht man, daß Christoph weder in Genua noch in einer benachbarten Oertlichkrit geboren worden sein kann. Ton Fernand berichtet, daß sein Baker, ans einer wenig bekannten Familie stammend, der Sohn eines Webers, „aus dem Meere und nicht aus den Palästen",gekommen sei: zwei andere Mitglieder der Familie hätten einen großen Ruhm als Seehekden erworben: er selbst sei bereits mit 14 Jahren zu Schiff gegangen, habe dann in Pavia studiert, um' die Werke der Weltbeschreibung lesen zu können, und sei vom König Rene nach Tunis geschickt worden. Nun hat der Abate Peretti in Calvi Tokumente entdeckt, die erweisen, daß zwei Männer mamens Colmnbus Fregattenkapitäne waren, und daß die Straße, die heute den Namen des Entdeckers trägt, weil die Bewohner von Calvi 'hier das Haus seiner Geburt annehmen, früher die Faden-
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der heutigen bulgarischen Mstenlinie erhalten. Darüber müßte Bulgarien mit sich reden lassen, denn die rumänische Regierung steht einer zum Teil stürmisch drängeirden Volksvertretung gegenüber. Tie gestrigen Anfragen in der rumänischen Kammer wurden zwar in aller Ruhe erledigt und die Regierung erhielt ein Vertrauensvotum, allein dies würde sich ändern, wenn Bulgarien seine bisher anscheinend entgegenkommende Haltung ändern sollte. Rumänien verlungt auch noch allerhand völkische Garantien für die von Bulgarien zu erwerbenden Gebiete. Wenn alle diese Schwierigkeiten endgültig überwunden sein wer- deir, wird der Friede auch mit der Türkei bald hergestellt sei. Tie Pforte irrt sich daher, wenn sie glaubt, aus Verzögerungen diplomatischen Gewinn zu ziehen.
Wir erhalten folgende Meldungen:
Der Text der Note derBalkanverbündeten lautet:
An Ihre Exzellenzen, die Herren Bevollmächtigten Delegierten der Hohen Pforte auf der Friedenskonferenz! Da die Bevollmächtigten der verbündeten Staaten seit der Suspension der Arbeiten der Friedenskonferenz vergeblich während dreier Wochen eine Antwort der ottomanischen Bevollmächtigten auf ihre letzte Forderung erwarteten, und da, wie es scheint, die Ereignisse in Konstant!- nopel die Hoffnung beseitigen, zu einem Friedensschluß zu gelangen, sehen sie sich zu ihrem großen Bedauern, gezwungen, zu erklären, daß die am 16. Dezember 1912 zu London angeknüpften Verhandlungen am 26. Januar 1913 abgebrochen wurden. Tie Urkunde trägt die Unterschriften aller Delogierten der Balkanstaaten, als erste diejenige Dr. Danews.
Die Kündigung des Waffenstillstandes
Sofia, 29. Jan. Laut Beschluß des Ministcrrats ist das Armeehauptquartier angewiesen worden, den Waffen st ill st and mit dem morgigen Tage z u kündige n.
Ein Armeebefehl dcö Generals Sawow.
Sofia, 29. Jan. General Sawow richtete einen Tagesbefehl an die Armee folgenden Inhalts: Aus dem Gange der Friedensverhandlungen geht klar hervor, daß der Feind nicht einen Zoll breit Landes abtreten will, das von unseren siegreichen Armeen erobert worden ist. Sollen die Helden von Kirk Kilisse, Bunar Hissar, Luele Burgas und Tschataldscha diese Beleidigung der ruhmreichen bulgarischen Armee, hinnehmen, ohne sie zu vergelten ? Bereitet Euch deshalb für neue Siege vor! Mit Euerem unwiderstehlichem Vorwärtsstürmen beweiset dem Feinde und der ganzen Welt, daß das bulgarische Vaterland mehr Rücksicht verdient.
Verwirrungen im türkischen Lager.
Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Tas Kabinett Mahmud Schefket Pascha befindet sich in einer üblen Lago, d a i n d e r A r m e e a l l g e m e i n e Unzufriedenheit herrscht, weil die angeblich zufällige Erschießung Nazim Paschas als abstchtlich angesehen wird. Wie im vorigen Jahre ist das Heer von neuem in zwei feindliche Lager für und gegen das Komitee geteilt. Hier erzählt man, nicht nur in den Befestigungen der Dardanellen, im Bosporus bei Bulair und St. Stefano, sondern auch in den Linien bei Tschataldscha und in der Kriegsschule bei Pankaldi sei es zu Zusammenstößen zwischen den beiden Parteien gekommen. In Hademkoei sollen sie seit Sonnabend andauern. Angeblich kommen hier täglich Verwundete dorther. Vorgestern 72, davon 32 Offiziere, gestern 123, davon 21 Offiziere. Die Zahl der Toten sei unbekannt. D e r M i li t ä r b u n d, d er d em Komitee feindlich gesinnt ist, hält Versamm-
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ausschuß des Deutschen Luftfahrerverbandes zu gemeinsamer vaterländischer Arbeit verbündet ist, eine Verdeutschungskarte herausgegeben, die samt einem Flugblatt mit Erläuterungen von der Gesck)äftsstelle des Allgemeinen Toutschen Sprachvereins, Berlin W. 30, Motzstraße 78, unentgeltlich bezogen werden kann. Tie Geschäftsstelle vermittelt auf Wunsch, gleichfalls kostenlos. Sonder abzüge der 4>om Sprachausschuß des Liiftfahrerverbandes neuerdings ausgestellten „Einheitlichen Fachausdrücke im Flugwesen", das Ergebnis mühevoller kaufmännischer und sprachlicher Erwägungen, das auch die flugtechnischen Einzelheiten berücksichtigt.
Deutsche Luftfahrt.
Die mynv Deutschen Lus tfahr verbände ein geführten Fachaus- drücke für Luftfal^rt l-aben sich im Deutschen Reich und den übrigen Ländern deutscher Zunge, besonders auch in Oesterreich, über Erwarten rasch eingebürgert, ein Beweis dafür, wie dringend nicht bloß von den nächstbeteiligten weisen, von Fachschriftstellern von Reichs- und Landesbehörden bei Gesetzen und Verordnungen über den Luftverkehr, sondern auch von der deutschen Presse das Bedürfnis nach Einheitlichkeit diefer Fachausdrucke empfunden worden mar. Bei der Volkstümlichkeit aber, deren sich Luftschisfahrt und Flugwesen in Deutschland erfreuen, ift zu wünschen, daß jene Ausdrücke, wenigstens die allgemeuieren^uMer ihnen, immer mehr Eigentum des ganzen Boltes werdew xarum sei erneut auf sie hingewiesen. Ter Oberbegriff'für jede Bewegung in der Luft ist Luftfahrt. Tiefe zerfällt in zwei große Gebie e:
1 ' Tie Luftschiffahrt mit gasgetragenen Fahrzeugen, leichter als Luft, also mit Freiballonen und mit Lustichiften, die man auch Kraft- oder Lenlballone nennt. Na^ ihrer Bauari sind die Luftschiffe teils Starlschiffe ohne Lnftfack, teils Pia lschipe mit Lustsack. Die Prallschisse sind entweder ol)/ne Hullenver- steisung, unstarr, oder mit Hüllmversteisuiig, Halbs arr.
2. Tas Flugwesen oder der Flug (Nicht Aviatik!) mit Fahr zeugen ohne Gassüllung, schwerer als Luft, also mit H-lugzeugen (nicht Aeroplanen!). , L . . o , ,,
Der Flieger .nicht Aviatiker!) beginnt jeine Laufbahn als Fluggast oder Mitflieger (nicht Passagier!), wird dann Flugschüler oder Führeranwärter (nicht Aspirant!), wenn er sich als Führer ausbilden läßt, erwirbt durch Ablegen einer, Prüfung das Zeug nis (nicht Diplom' oder Patent!) als Flugsuhrer (nicht Pilot!), und wenn er eine zweite Prüfung mit »erhöhten Ansprüchen bestanden hat, als Flugmeister (nicht Chefpilot!),
Die vorläufig bewährten Flugzeuge sind Eindecker (nicht .cono plane!) und Zwei- oder Doppeldecker. Dm Eindecker. werden so genannt, weil sie nur ein Tragdeck oder ^eck (nicht L,ragflache.) haben, an dem man wieder eine obere und eine untere Flache, einen rechten und einen linken Flügel unterscheidet: Doppeldecker haben zwei Decke. Bewegt werden sie durch Triebwerke und Luftschrauben (nicht Propeller-!), deren Geschwindigkeit von der ' Zahl ihrer Pferdestärken oder PS (nicht Horsepower od. HP!) abhangt.
Um die Verbreitung der Fachansdrücke zu erleichtern, Hal der Allgemeine Deutsche Sprachverein, der mit dem Sprach-
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Kl., 40—49 Ztm. Duck Fstni.
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5teht der Krieg wieder bevor?
Zwischeu der Türkei und Griechenland bestand in der setzten Zeit auch ein Waffenstillstand, wenn er auch nicht vertragsmäßig abgeschlossen war. Die Frage: Steht der Krieg wieder bevor? betrifft aber in der Hauptsache die Lage vor den Toren Konstantinopels. Die Balkanstaaten haben die Londoner Verhandlungen abgebrochen:
London, 29. Jan. Heute wurde den türkischen Delegierten eine Note der Balkan delegierten überreicht, in der erklärt wird, die Friedensverhandlungen seien abgebrochen.
Das Reuter-Bureau teilt dazu noch mit: Ter serbische Geschäftsträger Gruitsch erschien um drei Uhr nachmittags int Carlton-Hotel, wo er von dem Sekretär der türkischen Mission empfangen und nach den Zimmern R e s ch i d Paschas geführt wurde. Gruitsch überreichte hierauf formell di,e Note der Verbündeten. Sodann verließ er das Hotel wieder und bsgub sich sogleich in das Auswärtige Amt, um Staatssekretär Grey eine Abschrift der Note zu übermitteln.
Damit ist der Waffenstillstand aber noch nicht gekündigt. Man sucht in London Zeit zu gewinnen — in der Hoffnung, daß Adrianopel endlich fällt — und rasselt wieder ein bißchen mit dem Säbel. General Sawow, der bulgarische Oberkommandierende, feuert in einem Tagesbefehl an seine Truppen die bulgarische Kampfesbegier und Siegeszuversicht an, und von Sofia läßt man verlauten, daß die Kündigung des Waffenstillstandes unmittelbar bevorstehe. Tas scheint festzustehen: lange kann dieser Zustand des Stillstandes und der Spannung nicht mehr dauern. Tie Mächte müssen, ehe sie wieder zur Einigung „raten" können, die türkische Antwort in Händen haben, deren Llbsendung in Konstantinopel auch wieder verzögert wird. Gründe für ein solches längeres Zaudern haben die Türken eigentlich nicht, es sei denn, daß die letzte Meldung der „Köln. Ztg." richtig ist und int eigenen Heere zwei feindliche Lager gegenüberstehen, die vor dem Ausbruch einer etwaigen Schlacht zuerst beschwichtigt werden müssen. Es ist das alte Elend der Parteizerr'issenheit, an der das osmanische Reich auch in diesen schweren Entscheidungstagen wieder krankt. So ist es denn kein Wunder, daß die Wiener Politik sich schon auf neue türkische Niederlagen einzurichten scheint und ihre friedlichen Beziehungen zu den Balkanmächten anzubahnen versucht. Ob man den Stand der rumänisch-bulgarischen Verhandlungen heute noch als einen rettenden Faktor für die Türkei ansehen kann, ist höchst zweifelhaft geworden. Es scheint, als ob man in Bukarest darauf dränge, daß Bulgarien, bevor die neuen Schläge geführt werden, die rumänische Rechnung begleicht. Rumänien nutzt die Lage gegenwärtig freilich nicht im Interesse der Bethmännischen europäischen Einigkeit, nach Kräften für sich aus und spielt zum Aerger der bulgarischen öffentlichen Meinung mit dem Gewicht seiner Kriegsstärke. Was Rumänien übrigens nach einem im beiderseiligen Einverständnis über bt£ bisherigen Verhandlungen hergestellten Protokoll von Bulgarien verlangt, entspricht ungefähr der Hälfte des Gebietszuwachses, bett Bulgarien nach den von den Türken vorgeschlagenen Friedensoedingungen erhalten würde. Rumänien würde ein gutes Stück des unteren Laufes der Donau, von Siliftria bis Turtukai, in seinen alleinigen Besitz bringen. Zwischen diesen beiden Städten war bisher die Donau die Grenzlinie. Ferner würde, wenn nach dem rumänischen Vorschlag die künftigen Grenzlinien in gerader Richtung von Turtukai bis Baltschik am schwarzen Meere gezogen würde, Rumänien etwa den dritten Teil
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l u n gen an verschiedenen Stellen der Stadt ab. Ab u k Pascha, der Kommandeur der Truppen in der Tfchatald- sckhilinie und die dortigen Offiziere waren immer für die Fortsetzung des Krieges, aber sie sind auch die Feinde des Komitees und verlangen den Kopf des Mörders N a s i m Paschas und drohen mit einem Rachezug hierher. Der Großwesir und der Kriegsminister Mahmud Schefket fahren täglich im Automobil von einer Kaserne zur anderen und feuern die Truppen an, besonders die berüchtigten kurdischen Reiter in Skutare, die das besondere Vertrauen der Komiteepartei zu genießen scheinen. Ter Großwesir hat dadurch kein« Zeit, sich um feine allgemeinen Geschäfte zu bekümmern. Man spricht auch von einem Gegensatz zwischen Mahmud Schefket und dem Chef des Generalstabes, Jssed Pascha, der die Stellen des Kriegsministers und Oberbefehlshabers verlange.
Die türkischen Finanzen.
Konstantinopel, 29. Jan. Die Pforte erhielt von einer Finanz gruppe das Anerbieten für die feste Hebernähme türkischer Schatzbonds im Betrage v o n e i n e r Million türkischer Pfund. Tas Finanzministerium verständigte die Ottomanbank, welche statutengemäß zu gleichen Bedingungen das Vorkaufsrecht besitzt.
Der Entwurf der türkischen Antwortnote wurde am Dienstag ins Französische übersetzt: Wie es heißt, erklärt die Pforte in diesem Entwurf, der wahrscheinlich nochmals vom Ministerrat geprüft werden wird, daß sie die von den ottomanischen Bevollmächtigten in der Sitzung vom 3. Januar bereits gemachten Zugeständnisse aunchme, also, was das Wilajet Adrianopel anbetrifft, die Grenzlinie, die der alten Grenze bis zum Flusse Arda folgt, dessen Laufe sic bis zur Einmündung des Socguedlue Tschai folgen wird, um, Guemueldschina östlich liegen lassend, am See Buru Goel zu enden. Ihre Rechte auf die Inseln h a l t e d i e Pforte aufrecht.
Der frühere Großwesir Said Pascha ist zum Präßi- denteu des Staatsratcs ernannt worden. Ter Eintritt SaN Paschas wird als beträchtliche Verstärkung der Stellung des Kabinetts betrachtet.
Die Kämpfe um Janina.
Konstantinopel, 29. Jan. Der Kriegsminister hak ein Telegramm des Kommandanten von Janina erhalten, das besagt, daß die feindliche Armee im Norden von Janina sich seit 20 Tagen untätig in Verteidigungszustand verhalte. Die feindlichen Kolonnen in der Gegend von Aidonat feien zurückgeworfen worden. Westlich von Metsoven hat zwischen türkischen Abteilungen unter bem Kommando des Hauptmanns Bekir und zwei feindlichen Bataillonen ein Kampf stattgefunden. Letztere seien geschlagen worden.
Anfragen und Erklärungen in der rumüuifcheu Kammer.
B u f a r c ft, 29. Jan. In der Kammer stellte der MgeordnetS G r a b i ft e a n u an den Ministerpräsidenten die Anfrage, o b die Winkelzüge Bulgariens mit den Interessen und der Würde Rumäniens vereinbar seien. Der Redner erklärte, die Vorschläge Bulgariens seien nicht e r n ft e r N a t u r. Er fragte, ob die Regierung mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung nicht durch eine energische Handlung den Willen Rumäniens zur Geltung bringen und dadurch die Erklärung der Thronrede, daß die Stimme Rumäniens Gehör finden werde, verwirklichen wolle.
Der Abg. I o r g a, der früher der nationalen Partei angehörte, erklärte, seine Partei enthalte sich ebenso wie im Jahre 1907 jeder Kundgebung, die den Interessen des Landes schaden könnte. Der Redner glaube, die wahre öffentliche Meinung müsse auch eine* wnrdigeRuhe bewahren. Angesichts der Ueberfülle der Wider- Straße hieß, woraus man schließen kann, daß hier die Zunft der Weber ihren Sitz hatte. Also muß auch der Weber Columbus hier gewohnt haben. Nach den Berichten des Sohnes benutzte Columbus für feine Expedition korsische Pferde uird Hunde: er stellte die ersten Häfen und Inseln, die er entdeckte, unter den Schutz von Heiligen, die grade in dem Gebiet von Calvi besonders verehrt wurden; er spricht in seinen Berichten von Fischen, die er „Toninas" nennt, ein in Spanien wie in Italien gleich unbekanntes Wort, das sich nur in Korsika im landläufigen Gebrauch findet. Ueberdies hatten die Bewohner von Calvi sich 1459 unter den Schutz Frankreichs gestellt, es ist also natürlich, daß König Rene Columbus in feine Tienste nahm. Ta-u fn™mt noch, daß Columbus, wenn er in Genua ge oren worden märe, nicht nötig gehabt hätte, in Pavia zu studieren. Alle diese yrmnoe sprechen für die korsische Ucbcriieferung, und wenn sich in Calvi kein bestimmtes Geburtsdokument gefunden hat, so läßt sich dies daraus erklären, daß die Pfarrarchive um 1580 durch Brand zerstört wurden, eine Entschuldigung, die Genua, das ebenfalls leinen bindenden Beweis anführen kann, nicht hat.
— Höhlenmalerei im Sudan. In der Wüste Sahel im Sudan, zwischen KaheS und Timbuktu, fjtat der Archäologe Franz de Seltner zahlreiche mit Malereien geschmückte Höhlen entdeckt, die an ähnliche Denkmäler in der Sahara, in Südafrika und sogar an die Höhlenmalereien von Frankreich und Spanien gemahnen. Tie Grotten, die sich hauptsächlich im' oberen Teil des Senegal finden, zeigen Zeichnungen von Menschen und Pferden, daneben sehr rätselhafte Zeichen, alles mit rotem Ocker ausgemalt. Die menschlichen Darstellungen sind in sehr primitiver Form gehalten: die Wiedergabe der Hände erinnert an die der Grotte von Gargas, die ganze ßinienfiftyrung an die Malereien von Niaux und Altamira, lieber Alter und Bedeutung all dieser Darstellungen weiß man nichts; die Eingeborenen Wen sie für sehr alt.
— Ter Leiter der deutschen Südpol-Expedition Oberleutnant F i l ch n e r ist mit dem Dampfer „Königin Elena" aus Buenos Aires in Genua eingetroffen. Zugleich nut ihm kam Dr. Koenig an, der mit feiner Expedition das Print-- regent-LuitPold-Land und die Wilhelm-II.-Barriere entdeckte. Dßt beiden Forscher setzten die Reise nach Berlin fort.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisfen- schäft. In New York hat sich Weingartner nut der Sängerin Lueile Marcel vermählt.
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