Ausgabe 
26.11.1913 Erstes Blatt
 
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bisherigen Versuchen sind wohl beachtenswerte Ergebnisse erzielt worden, was aber fehlt und dringend notwendig ist, dar sind auf breiter Basis aufgetxntte und nach einem ein­heitlichen Plane auHgeführte experimentelle Untcriucbungen Diese du rchzu sichren erscheint in erster Linie das Karferliche Gesundheitsamt berufen, M dessen besonderen Aufgaben pon seiner Begründung her die lleberwachung und Fortbildung des Impfwesens gehört 3u diesem 3roede werden in dem neuen Etat erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, damit auch Versuche angestellt werden in solchen Gegenden, wo die Poeken dauernd herrschen.

Aus dem Wahlkreis Fritzlar-Homberg - Ziegenhain. Eine Bertrauensmännerversammlung der deutsch-sozialen Partei für den Wahlkreis Friplar-Hom bera-Ziegenhain beschloß, den früheren Abgeordneten non Kassel-Melsungen, Amtsgerichtsrat L a t t m an n - Schmal­kalden als Kandidaten der Wirtschaftlichen Vereinigung auszustellen, um den Wahlkreis Fritzlar-Homberg Ziegen­hain zurüch.zugewinnen, den jahrzehntelang der Führer der Wirtschaftlichen Bereinigung Liebermann v. Sonnenberg vertreten hatte. An Stelle Liebermann d. Sonnenbergs kandidierte bei der vorigen Reichstagswahl der Gencral- sclretär der deutsch-sozialen Partei, Henning sen, der den Wahlkreis verlor Er erhielt rm ersten Wahlgang 7453 Stimmen, während sein Gegenkandidat, der bauern- bündlerische Agitator Hestermann 4338, der Kandidat der Fortschrittlichen Volkspartci Dr Laporte-Göttingen 1914, Landwirt Trieschmann hessisch-thüringischer Bauernbund) 1297 und der sozialdemokratische Kandidat, Kassierer Ior- darr-Kasiel 1027 Stimmen erhielten. In der Stichwahl wurde dann der Bauernbündler Hestermann mit 8525 Stim­men gegen Henningsen mit 7963 Stimmen gewählt.

Die bekannten Vorgänge in Zabern haben lautElsässer" die L a n d t a g s f r a kt i o n des elsaß- lothringischen Zentrums zu folgender Entschlie­ßung veranlaßt:Die Landtagsfraktion der elsaß-lothrin­gischen Zentrnmspartei hat in ihrer gestrigen Sitzung zu dem Fall Zabern in der entschiedensten Weise Stellung genommen. Sie hat gegen die Beleidigung des elsaß- lothringischen Volkes und gegen die Behandlung des Falles von feiten der zuständigen Behörden auf das schärfste protestiert. Sie wird dafür Sorge tragen, daß der traurige Fall im Landtag die gebührende Beleuchtung findet." Dem genannten Blatte zufolge werden auch im Reichstage bte elsaß-lothringischen Zentrumsabgeord­neten in gleichem Sinne vorgehen.

Ausland.

Das serbisch-bulgarische Militärabkom­men von 1912. DerMatin" veröffentlicht den Wort­laut des zwischen Serbien und Bulgarien am 19. Juni 1912 in Varna unterzeichneten Militirabkommens, in dem sich die beiden Länder nicht bloß gegen die Türkei, sondern auch ausdrücklich gegen Rumänien und Oe st erreich - Ungarn gegenseitige mili­tärische Unter ft ütznng zusi chern. Es heißt in dem Artikel 2 des Uebereinkommens: Falls Rumänien Bul­garien angreife, sei Serbien verpflichtet, Rumänien sofort den Krieg zu erklären und Artikel 3 bestimmt, daß Bul­garien, falls Oesterreich-Ungarn Serbien angreift, unver­züglich Oesterreich-Ungarn den Krieg erklären soll. Die Zeiten ändern sich. Heute hält sich Bulgarien an andere Bundesgenossen.

Di e Genfer Soionagefälle. Der schweizerische Bundesrat behandelte am Tienstag die Genfer Spionage^ angelegenbeit. Aus Antrag des schnei-erischen Bundcsanwalts nnirbc beschlossen, die in Genf, Italien und Deutschland gegenüber tätig gewesenen Spione, den Franzosen Car guter und die Ita­liener Menozzi und Rosetti gemäß Artikel 70 der Bundesverfai'suitg auszuweisen, bezw. ihnen den AufeMhalt in der Schweiz zu untersagen. Tie Amtsvflichtverletzung des Genfer Staatsbeamten Iltosselei, der mit den Spionen in Beziehung gestanden habe, zu ahnden, liegt den Genfer Behörden ob.

Französisch-russische Handelsbeziehungen. Aus Paris wird gemeldet: In einer am Dienstag nachmittag aus Veranlassung der Pariser und der hiesigen russischen Handels Tammcr unter dein Vorsitz des UMerstaatssekretärs der Handels-- marine de Manzic stattgehabten Versammlung hielt der Handels- attachee bei der französischen Botsclmft in Petersburg, Bautier, einen Vortrag, in welchem er eingehend die Vorteile darlegte, welche dem französischen .Handel durch die Errichtung direkter und regelmäßiger Schiffahrtsverbindungen zwischen fran­zösischen Häsen namentlich Havre und Tunkirciten und den russischen O st s e e h ä f c n erwachsen würden Unterstaats - fefretär de Monzie hob hervor, daß es für die französischen Schiff-- sahrtsgescllsclmften von großer Bedeutung wäre, zum mindesten einen Teil des russischen Answandererstromes über Frankreich alHnlenken, und ivracb die Ueberzcuguna aus, daß die russische Regierung ein solckx's Unternehmen zweifellos begünstigen würde.

Eine deutsche Bank in Armenien. TieVossische Zeitung" meldet aus Belgrad: Nach Blättermeldungen steht die Gründung einer großen deutschen Bank in Armenien bevor.

Blutige Kämpfe in Mexiko.

El Paso, 25. Nov. Ein allgemeiner Kampf ist zwischen den B u n d es t r u v p e n und den m cr i ka n i s ch e n Rebellen nm Iuarez im Otange 10000 Mann nehmen an dem Kampfe teil. Die Verluste sollen aut beiden Sel< ten bedeutend sein Es wurden bereits 8 Tote und 17 Ver­wundete nach Iucrrez gebracht.

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Aus Stadt und Land.

Gieße n, 26. November 1913.

Zu Großherzogs Geburtstag.

Grobherzogs Geburtstag am.Dienstag hat, wie zu et- warten war, allerorten Gedenkfeiern veranlaßt Alle büraer- lichcn Vereine, die den palriotiscknm Sinn Hochhalten, hielten gestern einen Kummers oder eine Geburtstagsfeier ab.

Die Festrunde, die die Bürgerschaft und die Beamten im GesellschansKaufe beim fröhlichen Mahle zusammenhielt, sandte ein Glückwunschtelegramm an den Großberzog. Die Antwort traf den Absender, den derzeitigen Rektor der Uni öcriität Professor Dr Kört c, erst nach Schluß des Festessens in seiner Wohnung an und hatte folgenden Wortlaut:

Für die mir ausgesprochenen freundlichen Glück wünsche wollen Sie bitte meinem aufrichtigen Dank Aus druck verleihen. E r n st L u d w i g."

Die Festrede ist nicht, wie irrtümlich berichtet, von Herrn Provinzialdirektor Gedetmerat Dr. UH tiger, sondern von Herrn Rektor Professor Dr. tförtc gehalten worden

Auch in der näheren und weiteren Umgebung unserer Stadt wurde des Großherzogs Geburtstag festlich begangen. E'^ gehen uns folgende Berichte darüber zu:

rb) Tarmstadt, 25 Nov. Tex Geburtstag des Groß Herzogs wurde in gewohnter festlicher Weise begangen. Früh mor aens >var großes Wecken von der Kapelle des 11a an' meg:;- und um 10 Uhr Festgottesdienst in den vcriäncdencn

stirchen unter Deteikigung von Abordnungen des Militärs, 3m R e s i d e n z f ch l o ß fand am Vormittag große Gratickationskur tart, zu^welcher die (Generalität, die Minister, das Präsidium der beiden Ztanoefannnern, der Oberbürgermeister und zahlreiche an« berc behördliche Vertreter erschienen waren. Um 12 Uhr war in cer großen Halle auf dem Ererverplav große Parvleausqabe. Nach erfolgter Aufstellung hielt der Tipiiivnsgeneral^ Erzellenz v Plüskow eine kurze Ansprache und brachte zum Schluß ein dreimaliges Hurra auf den Großherzog au». Eine Batterie des Großh. Artilleriekorps feuerte alsdann 101 Salutschüsse ab; Am Nachmittag und Abend waren verichicdene Feierlichkeiten für die Mannschaften. Die Technische Hochschule, die sonst stets einen Festakt abhielt, wird diesmal die Feier mit einem großen Fest- kornrners im städtischen Saalbau begehen. Im Hostbeater war als Festvorstellung die neucittüitöicrtc C»erHosfmanns Er­zählungen". Als dos Großherzogspaar die Hofloge betrat, brachte Bürgermeister Macklcr ein dreimaliges Hoch auf den (Srost- herzog aus, in das die Anwesenden mit Heller Begeisterung ein- stimmten und darnach stehend die von der Hoskapelle gespielte Nationalhymne anhörten.

L. Friedberg, 25.Nov. Gestern abend fand zur Frier von Großherzogs Geburtstag Zapfenstreich von den Spielleuten des hiesigen Bataillons statt. Die Techniker der hiesigen Ge­werbe-Akademie hielten einen Kommers ab. Heute mor­gen war Wecken, um 9 Uhr Gottesdienst für die Zivilgemeinde und das Militär und um 11 Uhr große Parole. Um 5 Uhr fand im Festsaale des Hotels Trapp cm Festessen statt, an dem sich die Offiziere, Beamten und Bürger beteiligten. Tie Mannschaften hatten in verschieoenen Gastwirtschaften kompagnieweise Feiern.

kh. Watzenborn-Steinberg, 26. Nov. Ter Krieger­verein beging hier gestern abend die Feier von Großherzogs Geburtstag in der Gastwirtschaft Faber Präsident L e i ch t begrüßte die Erschienenen. Tarauf gab Pfarrer Sommeriad eine kurze Lebensschilderung unseres Landessürstcn, welche mit einem Hoch auf den Großherzog schloß Präsident Leicht gedachte in einem Hoch des Kaisers. Zur Verschönerung brr Feier trug eine burch Pfarrer Sommeriad gegebene Schilderung der Schlachtfelder bei Metz und Spichern bei, welche mit einem Hoch auf unser Vater­land endigte.

** Tageskalender für Mittwoch, 26. Nov. Stadt­theater: ,11 n i e r e Käthe'. Anlang 7-6 Uhr.

Verein Lir Frauenstimmrecht: .Frauenstimmrecht und Sittlich'kei t", Hotel Großherzog von Hessen. Anfang 81/« Uhr.

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** Ter Großherzog empfing heute anläßlich seines Geburtstages eine Abordnung des Kgl. Bayerischen 5. Infanterie-RegimentsGroßherzogErn st Ludwig von Hessen" aus Bamberg, die aus dem Kommandeur des Regiments, einem Hauptmann und einem Leutnant be­stand. Tie Abordnung überbrachte dem Großherzog aus Anlaß seiner 20jährigen Inhaberschaft des Regiments als Gescheut eine aus Bronze gegossene Statue eines Offiziers des Regiments aus der Zeit der Befreiungskriege. Die Herren wurden spä.er vvm Großherzog zur Tafel gezogen.

** Gewerbeaussteliung Gießen 1914! Kaum hat die Kriegsmarineausstellung die'in letzter Zeit fo viel besprocheneAlte Klinik" verlassen, so hat sich die überaus rührige Leitung derGewerbeausstellunz 1914" in volle Tätigleit gesetzt, um mit den örtlichen Bauarbeiten zu be­ginnen, für die nun keine Zeit mehr zu verlieren ist. Wick umfangreich sich die Beteiligung nunmehr gestaltet hat, kann man wohl schon daraus ersehen, daß nicht nur noch die zweite Etage und sämtliche Nebengebäude belegt wurden, sondern auch noch der Dach stock und die ganzen Gänge und Flure mitbenutzt werden müssen. Wenn: man nun hört, daß sich außer den vereinigten und nicht vereinigten Gewerbetreibenden und Fabriken aller Indu­strien auch noch die staatlichen Unternehmungen daran beteiligen, so muß man daraus ersehen, daß dos ganze Werk seine bis jetzt gesetzten Ziele bei weitem übersteigt. Trotz alledem vermißt man immer noch einige Gewerbezweige und gerade die der Einheimischen. Warum? Auf doch, ihr Gießener Handwerker! Tie Wogen der erregten Ge­müter anläßlich der hiesigen Stadtratswahl haben sich doch nunmehr gelegt. Es ist darum nun Zeit genug, um in Ruhe zu beraten, wie man seine Erzeugnisse bei solcher Gelegenheit im schönsten Lichte erglänzen lassen kann. So haben z. B. die hiesigen Maler- und Weißbindermeister für morgen Tonnerstag, den 27. d. M., im Hotel Kaiserhof eine Besprechung unter sich einberufen, um über die Be­stellung der hiesigeit Ausstellung zu beraten. Darum auf, ihr noch Mrckständigen, folgt diesem Beispiel, ehe es zu spät ist und bevor die noch sehr wenigen freien Räume auch nid) vergriffen sind!

** Vorn Stadtthcater. Es sei darauf hingewiesen, baß beim Gastspiel von Friedrich Kayßler und HeleneFehd- m c r in Ibsens ,,R osrnersholm" am Mittwoch, 3. Dezember, für Abonnenten der dritte Ermäßigungskupon gilt. Zur Erst­ausführung von Heinrich IlgcnsteinsK ammermufif" am Freitag dürsten die Aeußerungcn einiger auswärtiger Blätter über das Stück interessieren. Wir verzeichnen solgcnde Preßstimmen: Hier hat Heinrich Ilgcnstcin ein ganz charmante» und graziöses Lustspiel geschrieben, wie wir zurzeit wenige auf den Brettern' haben." Königsberger Hanungsche Zeitung.«IlgensteinsKam­mermusik" gehört zu den amüsantesten und liebenswürbi^sten bei teren Werken der letzten Jahre." (Hamburgischer Korrespondent.) Welche Anmut und Liebenswürdigkeit spricht aus jeder Szene, wie Hitzig graziös ist der Anfbait des Ganzen, wie unterhaltsam wirkt die Satiie der Komödie. Freuen wir uns somit, baß die Unter* haltungsbülmc einen so reizvollen Zuwachs gewonnen hat." (Ham­burger Frcmbenblatt.)

** Ultramontanismus und Wissenschaft Uebcr dieses Thema wird, wie man uns schreibt, im Akademisäien Bis- marckbund der bereits von einem früheren Vortrag her bekannte Koblenzer altlath. Pfarrer, frühere Redakteur derKöln. Volfs- zeitung", Dr. Kirsch, am 27. Nov , abends 8l Uhr, im Hotel Einhorn sprechen. Tie zahlreichen römiscb-kurialen llebergriffe der letzten Zeit in das Gebiet deutschen Wissenschaftsbettiebos lassen das Thema besonders aktuell erscheinen, io daß wohl auf einen recht zahlreichen Besuch aller akademischen Bürger und auch der hiesigen Einivohner gerechnet werden darf, die in der Abwehr der ultra- montanen Bestrebungen eine Verteidigung der VarerlandSinteressen erblicken.

"In derVerHaftung deS Leiters der Gewerbe­bank 511 Lollar, H. Nies, wird uns mitgeteilt: Die ge­samte Emwohnerschast von Lollar und Umgegend hat große Verluste erlitten, ja sogar Vereine sind davon betroffen. Ter Kriegerverein hat über 1000 Mark und seinen Fahnenfonds verloren. Die Anschaffung der neuen Fahne, deren Einweihung 1914 erfolgen sollte, ist unmöglich. Der Gesangverein wollte im nächsten Jahre einen großen Wettstreit mit Sängerfest abhalten. Infolge feiner Verluste und der Verluste seiner Mitglieder kann daS Fest nicht ab- gehalten werden. Einige Einwohner sind von dem Konkurs bedroht.

_ " Verband hessischer Zi m m e r m e i st e r. Am -onniag wurde im ^«nba u« von Worms die Haupt- versammlunq des ^rdandeS hessischer Zimmermetster ob- nebelten, «em v»m Vorsitzenden erstmteten IobreSberrcht ift zu entnehmen, day der V rbanb cm abqctaufenm Jahre sehr crfolo- retd) tut bte vntrre)Kn inner 'Kuqlietkr cmgetitien ist. T-er Jahresbericht brtaßte iüb sodann mit der starken Belastung der <?ant.nrrl(T burdi da» neue *nuinbaim la geynett, unter dem insbesondere die Zimmermnster -u laben hätten, da die Zimmer-

vlätzc gröRtenteil# in der Bmowne liegen. ES wurde verlangt, baß nicht der Ertragswcrt, sondern der (^meintoert bei ber netten Veranlagung in Anrechnung gebracht werden solle. Tic Verfamm- limg erflärte sich damit einverstanden, den Buirdeslag 1914 in Tarmstadt abnihalten. Tie tumusgemäß ausidxibenben Ser- stanbsmttgl ieder Haurn Darm stabt und I. M. K'a t s e r-Otten­bach wurden einstimmig wiedergkwählt und als Ort der nächsten Hauptversammlung Gießen bestimmt.

Tas 25. Tienstjubiläum kann am DvnnerStag der Briefträger M i cke l jumer dem allgemein üabtgnumrttai Namen Hermann bekannt feiern.

DoS Spielen mit einer Schußwaffe. Zu Klein-Linden spielten am Dienstag mehrere Schul­kinder zusammen in einer Hofreite, wobei sie eine Schuß- waffe zur Hand bekamen. Der Sohn des riandwictS Ludwig Schaum nahm die scharf geladene Waffe und hielt sie gegen fernen Bruder. Der Schuß ging los und traf feinen Bruder in den Unterleib. Der Unglückliche mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.

DaS WeihnachkSfest rückt immer näher und die bekannten Vorboten, die Holzfäller, kann man schon jetzt überall in den Gerncindewaldunaen an der Arbeit sehen. Meist sind eS die Frankfurter Großhändler, die in unserer Gegend die Bäume schon vor dem Fällen aufkaufen. Wie unS auS Herchenhain mitgeteilt wird, weilen dort zurzeit zwei Frankfurter Händler und kaffen etn a 4000 junge Fichten- bäume fallen. Bezahlt werden für daS Stück 25 Pfennig.

** Die Oberhessische Kornhausgenossen­schaft blickt auf ein ungünstiges Geschäftsjahr zurück. Der Getreidehandel hatte große Schwierigkeiten, hier an ist das trockene Jahr 1911 und die nasse Erntezeit 1912 in erster Linie schuld, nur das Haferkonto konnte einen Ge winn abwerfen. Das naßgeerntete Getreide muhte meist in den eigenen Wirtschaften verwandt werden, sodaß der Futter­mittelankauf gering war. Ta 24 Mitglieder austraten, so sank die M i t g l i c d e r z a h l auf 798 mit einer Haftsumme von 441 600 M. 3000 M. waren uneinbringlich, die Aktiva und Passiva zeigen 414 082 M. Man gebt mit dem Gedan­ken um, mehrere Filialen eingehen zu lassen, da der Waren­umsatz sehr zuruckgegangen ist. Infolge des Bahnhossum- baus zu Alsfeld muß das Kornhaus abgcrifsen werden. Eine spätere Hauptversammlung soll sich mit der Errichtung des Umbaues befassen.

* Das Wunder kalbM uz zi" ist von beute, Mitt^ woch, ab bis Sonntag in der Gastwirtschaft ,Lum Pfau" »u sehen. Tas Tier wird als ein sehenswertes Naturwunder be­zeichnet, es besitzt zwei Köpfe, fcchs Beine und zwer Schwänze,

Landkreis Giehen.

Wieseck, 25. Nov. Am Donnerstag, abends 8 Uhr, findet Gemeinderatssihung mit folgender Tages­ordnung statt: 1. Die Bildung einer Zählkommisüon zu der am 1. Dezember stattfindenden Viehzählung. 2. Voranschlag über die Ueberdeckung dcr Alicestraße nut Klopfi'tcinen, hier Genehmigung desselben. 3. Neupflasterung einer Rinne in der Altbusecker Straße. 4. Die Vergebung der Kanalisations­reinigung. 5. Nachträgliche Genehmigung verschiedener Arbeiten.

Aliendorf a. d. Lahn, 25. Nov. Die neue Kreis­straße nach Heuchelheim, welche nicht hochwassersrei erbaut worden ift, bat bei dem letzten Hochwasser das Wasser derart geflaut, daß es meit in die Klein Lindener Gemarkung hin eindrang. Ta die Durchlässe sich als zu klein erwiesen, wer­den jetzt drei große Durchlässe von je 5 Meter breit ein­gelegt. Die neue Strafte wird im Frühjahr dem Verkehr übergeben.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 25. Nov Insol^c Kanalisntions- arbeiten stürzte ein Nebengebäude des W. S ch w a r z ein, das Wohnhaus hat sich nach der Kellergasse zu geneigt. Kreis­arzt Dr. Wieftner tritt am 1. Dezember in den Ruhe­stand.

* Hirzenhain, 23. Nov. Dieser Taae land die S! t r i- genten-Derfammlung der Vogelsberger Gänger- Vereinigung unter dem Vorsitz des 1. Vuiidesoräsibeutcn, Lehrers Mohr- Ober-Lais, statt. Als nächstjährige BunbeSchorc wurden belvro-tien: ,Trauh* ift alles so prächtig' von Glichet und .Wer hat dich, du schöner Wald^ von F. MenbelSsodn Dieser letzte Chor wird mit Orchesierdegleitung vorgetragen werben

Kreis Friedberg.

h. Vilbel, 25. Nov. Eine Frau stürzte beim Wasierschöpscn in die Nidda und wurde vom hochgehenden Waffer mit fortgerissen. Schließlich gelang es zwei in der Nähe weilenden Männern, die dem Ertrinken nahe Frau den Fluten zu entreißen und zu retten.

Starkenburg und Rhrinheffen.

rm. Darmstadt, 25. Nov Ern ruchloser Ucberfall ereignete sich heute friU) zwischen 5 und 6 Uhr aus dem hiesigen Infauterie-Ererzicrplatz. Tic 22 Jahre alte Elise Bach, die bei ihrem beim Militär befindlichen Bruder auf dem Truppenübungsplatz einer Großherzogs Geburtstagsfeier beiwohnte, war von ihrem Bruder bis an die Waldgrenze begleitet worden und woNtc den nicht mehr weiten Weg, obwohl fck>on der Tag graute, gllein zurücklegen, da der Bruder wieder zu seinem Truppenteil uirücf mußte. Als der Bruder kaum weg war, schloß fick' dem Mädchen ein anständig gekleideter Mensch in dunklem Anzug und schwarzem weichen Filzhut an, der dem Mäd­chen ivegen des Regens seinen Schirm anbot und es ver­anlaßte, den Weg mit ihm quer über den Exerzierplatz an­statt grade aus zu nehmen, um den Weg ab'zukuryen. Kurz vor dem Eintritt in die Anlage in dcr Elisadethenstraße wurde der Mann aber frech und zudringlich und versuchte das Mädchen zu packen. Tiefes aber setzte sich mit aller Kraft zur Wehr und )ehrte, worauf der Bursche das Messer Log und ihr einige Stiche in den Leid und das Bein bei­brachte. Ter Täter entkam unerkannt Tas schwer ver­letzte Mädchen wurde nach dem städtischen -Krankenhaus gebracht, wo es alsbald einer Operation unterzogen wurde. Ter Zustand ist sehr bedenklich. Tie Staatsamvaltschaft bat jetzt ein Ausschrciben erlassen und fahndet energisch nach dem Täter.

m. Offenbach, 26. Nov. Ter 21jährige Schmied Hermann LaiS geriet gestern abend mit feinem gleichalterigen Kollegen Hermann Schieferdecker nach oorauSgegangcner Aussprache über Seefahrerei in Streit, der damit endete, daß L. dem Sch. fern Taschenmesser in die Brust slicst In bedenklichem Zustande kam der Verletzte in das städtische Krankenhaus. Der Täter ging flüchtig, wurde aber bereit# in Frankfurt ermittelt und verhaftet. In der Wagenachsen- unb Federnfabrik vorm. Dick L Kirschten geriet der ö7jähr. Arbeiter Heinrich Röth au® Bad Orb mit dec linken Hand unter denTampsharnmer, der ihm vier Finger abquetschte.