Zweites Blatt
Nr. 70
165. Jahrgang
Erscheint ttgllch rrrrt Ausnahme des Sonntags.
ör Wetnet
Schließlich wird die Entwickelung der Kriegsmarine die
digen.
Aufmerksamkeit des
he
ins
Kalte“
■a'itk
™ft w‘" Ntitt
l^Nalen.iparle
W*
SM 7n Kalten. M unftg
Heev unb Flotte.
Die neuen Kriegsbeorderungen für 1913,14 und der Weltkrieg.
Kurz vor Ostern sind, wie in jeb-em Jahre, gegen Ende März an die Mannschaften des Beurlaubtenstandes neue Kriegsbeorderungen für den Mobilmachungssäll versandt worden, die zum ersten Male eine Neuerung zeigen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51.
Nedaktion:e^I12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
Die „Giehener Zainilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „KceisNatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Did „Landwirtschaftlichen Zeit- frogen" erscheinen monatlich zweimal.
Mittwoch, 26. März 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univcrsitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Meter hoch ist, über die etwa 5 Meter hohe Außenmüuer Freie gelangt sein.
Hessen-Nassau.
Kabinetts in Anspruch nehmen. Das repu
blikanische Frankreich bewies während der letzten Ereignisse eine uneigennützige "Anhänglichkeit an den Frieden der-Welt, aber ohne Verrat an sich selbst kann es nicht auf eine einzige Maßregel verzichten, die geeignet ist, den Schutz seiner Interessen, seine Sicherheit und seine Würde aufrechtzuerhalten. Tie Regierung wird eifrig daran arbeiten, die Einigkeit unter den Republikanern, die jetzt mehr als je notwendig ist, wieder herzustetlcn, da ein längerer Konflikt zwischen den beiden Kammern nur den Feinden der Republik dienen kann. Sie hält es für möglich, eine gerechte Vertretung der Minderheiten — vielleicht durch einen interparlamentarischen Ausschuß — mir dem Mehrheitsprinzip, welches der Senat angenommen, in Einklang zu bringen. Die Regierung wird auch fernerhin für die Laienschulc eintreten, den finanziellen Kredit Frankreichs unversehrt erhalten und dafür sorgen, daß die Einnahmen und Ausgaben des Etats sich das Gleichgewicht halten, ohne daß dabei besonders die der ländlichen Demokratie gemachten Versprechungen unerfüllt bleiben.
Auf der- baldigen Abstimmung über dieEinko m m e n st euer wird die Regierung beharrlich bestehen. Die Erklärung sagt weiter, daß die Regierung sich befleißigen wolle, in den Beratungen mit den europäischen Mächten den Geist der V e r s ö h n - l i ch k c i t und U n p a r t e i l i ch k e i t walten zu lassen. Unbedingt treu den mit unseren Verbündeten und Freunden abgeschlossenen Verträgen, die die äußere Sicherheit Frankreichs erhöhen, .werden mir, heißt cs zum Schluß, mit allen Mächten an der niedlichen Regelung des Balkankonfliktcs arbeiten. Tie Gerechtigkeit, deren wir uns den Rechten Dritter gegenüber befleißigen werden, scheint uns der beste Schutz für die großen wirtschaftlichen, finanziellen und moralischen Interessen zu sein, die Frankreich sich im Orient erworben hat. ,
Die in der Kammer verlesene Erklärung des Mtrn- steriums wurde mit allgemeincnt Beifall ausgenommen. Tas Zentrum und auch die Linke applaudierten besonders bei der Stelle, die von den militärischen Verstärkungen handelt, während auf der äußersten Linken Murren vernehmbar war. Der Radikale Franklin Bouillon kritisierte lebhaft die. Zusammensetzung des Ministeriums, namentlich die Zugehörigkeit des Progressisten Thierry, die wiederum die Verhältnisse wie zuzeiten des Ministeriums Metin c herb ei führe. Der Redner erklärte, er iverde allem für dre nationale Verteidigung unumgänglich nötigen Krediten zustimmen, aber der künstlich im Lande geschaffenen Bewegm g entgegentreten. (Beifall auf der äußersten Linken.)
Bei der Verlesung der Erklärung des Ministeriums im Senat applaudierten das Zentrum und die Rechte bei der Stelle der Erklärung, die von militärischen Maßnahmen handelte. Die Erklärung, betreffend die Wahlreform, wurde von allen Bänken mit Lachen entgegengenommen. Cle- menceau zuckte die Achseln. Der Schluß der Erklärung wurde auf verschiedenen Bänken der Linken beifällig begrüßt. Tie Sitzung wurde aufgehoben.
■ .......■■■■_■■"!!_____
Landkreis Gießen.
** Arbeiter-Wohnhaus und Hostor auf beut Guts Hof des Freiherrn Ludwig von Nordeck zur Rabenau, in Großen -Buseck bei Gießen. An Stelle eines kleinen alten, baufälligen Arbeiterwohnhauses wurde, wie wir in der „Heimatlichen Bauweise" lesen, in Groß.en-Buseck 1911 unter Zuziehung des Bauberatungsdienstes der Landwirtschaftskammer ein Neubau errichtet. Es wurde uach dem besonderen Wunsch des Bauherrn hierbei der Versuch unternommen, an die in der Gegend heimische Bauweise zuknüpfen. Der vordere Teil des Obergeschosses und der Straßengiebel zeigen Fachwerk. Tie Ausführung erfolgte unter Verwendung von Kiefernholz. Tie sichtbaren Holzteile haben dunkelbraunen Oelfarbenanstrich erhalten, die Zwischenfelder sind verputzt, mit blauen Linien umzogen und durch Kratzmuster belebt. An den Fenstern sind farbig gestrichene Äußenläden angebracht. Tas Kellergeschoß ist in Bruchsteinen erbaut und enthält nach der Straße zu einen größeren Dickwürzelkeller für den Gutspächter, nach dem Hofe zu für die beiden Arbeiterfamilien zwei kleinere Keller mit getrennten Eingängen. Das Erdgeschoß und das Obergeschoß enthalten, nach der Straße zu gelegen, je eine Zwci- ziminerwohnung mit Küche und abgeschlossenem Vorplatz für zwei verheiratete Arbeiter mit gemeinsamem Eingang. Ein zweiter Eingang führt vom .Hose aus nach der im Erdgeschoß gelegenen Wohnlüche mit Schlafzimmer für unverheiratete Knechte. Gleichfalls besonderen Eingang hat ein im Obergeschoß befindliches großes Zimmer für Sommerarbeiter. Ter Zugang erfolgt über eine ftn das Haus angehängte Freitreppe aus Kiefernholz. Im Dachgeschoß ist ein größeres Zimmer mit Küche für Sommerarbeiterinneu eingerichtet. Ter Zugang zu diesen Räumen führt an der Wohnung der Arbeiterfamilie im Obergeschoß vorbei, die für die Ordnung im Hause zu sorgen hat. Tie Zufahrt zum Gutshof, aber "auch der Zugang zu dem .Arbcitern-ohn- haus erfolgt durch ein mit Biberschwänzen gedecktes Einfahrtstor mit zwei benachbarten kleinen Türchen aus Eichenholz, wie solche besonders in der Gegend zwischen Gießen und Butzbach von Alters her zu Hause sind.
Kreis Alsfeld.
OK. Lcuscl, 24. März. Hier konnte sich die Jugend nicht zum alljährlichen Oster tanz vereinigen, denn das Mr ei Samt halte dessen Ablallung nickt genehmigt. Die jungen Leute haben sich wahrscheinlich durch Unfug oder Ruhestörung den Tanz verscherzt. In dieser Angelegenheit stattete auch kürzlich die Gendarmerie ungefähr 40 Beteiligten beider OKschlechtrr einen Besuch ab. — Fortwährend hört man in der letzten Zeit Ijicr von Holzdieb stähl en. Es ist bis jetzt nicht gelungen, den Dieb zu ermitteln.
Starkenburg und Rheinhessen.
rin. T a r m st a d t, 25. Mörz. Hier wurden das Scbauspieler-' ehepaar Gustav Bertram und Schauspieler Robert Luther, alle aus Leipzig, in einem1 Restaurant unter dem Verdacht verhaftet, die Berliner I uw el e nd i e bc zn sein. Tie Personal-- beschreibungen paßien auf die Verhafteten. Bei der Vernehmung stellte sich heraus, daß der Verdachr unbegründet war, worauf die drei Künstler wieder frcigelassen wurden. — Ein Ein- und Ausbrecher, der 31 Jahre alte Tienstknecht Pfeil, alias Richard Laubinger, ist heute aus dem Provirrzialarresthmrse entwisckst. Mit einem eisernen Haken, der an der Wand zum Aufhängen von Gebrauchsstücken angebracht war, lockerte er während der Feiertage die Steine der Jellcnwand und Machte in der letzten Nacht ein Loch, das groß, genug Ivar, um durchschlüpfen zu können. Er gelangte in den Hof uitb soll mit Hilfe einer eisernen Türe, die
[1 Marburg, 24. März. Der 38 Jahre alte Zirstmer-- mcister Georg Becker hier zog sich vor einigen Tagen durch ein Geschwürchen int Gesicht eine Blutvergiftung zu, die nach kurzer Zeit seinen Tod herbeiführte. — Am Freitag cnt- wendcie ein um Arbeit vorsprechender S chuhma cherg e s el l e bei einem hiesigen^Schuhmacker ein Paar neue Schuhe und an einer anderen Stelle, gleichfalls bei einem Schuhmacher, dessen Taschenuhr. Als die Bestohlenen ihren Verlust merkten, gingen sie aus die Herberte, wo sie ersuhren, daß der Gauner nach Gießen abgedampft sei. Sie reisten nach und es gelang ihnetl, den Dieb zu erwischen und wieder in den Besitz der bereits verkauften Sachen zu kommen.
Es ist ihnen eine Bescheinigung bcigefügk worden, die für den Kriegsfall nach Unterstempelung durch den Truppenteil des zur Fahne Einberufenen die Familienangehörigen der Einberufenen berechtigt, die gesetzlichen Unterstütznngs beihilfen bei den kommunalen Belchrden zu erheben. Tiefe Neuerung hat in den Kreisen der Bevölterung Beunruhi- gung hervorgerufen, weil der Glaube int Volke, ein Krieg tehe nahe bevor, hierdurch neue Nahrung gefunden hat. Man ist der Meinung, die Militärbehörden rechneten mit Sicherheit demnächst auf einen Feldzug und hätten infolgedessen den Kriegsbeorderungen die neuen Enipfangsbercch- tigungen beigefügt. Wie uns aus Berlin geschrieben wird, hat diese Neuerung mit Kriegsvorbereitungen an sich nichts zu tun. Der neue Modus ist schon seit längerer Zeit beschlossen worden und stellt eine Vereinfachung des bisherigen Geschäftsganges dar. Durch den neuen Modus werden die Familienunterstützungsangelegen- .Herten im Falle der Mobilmachung schneller geregelt werben können als bisher, wo int Falle eines Krieges erst ''Nachfragen bei den Truppenteilen notwendig geworden wären, wenn über Unterstützungsanträge zu entscheiden gewesen wäre. In militärischen Kreisen wird entgegen den Kriegsgerüchten irrt Publikum mit kriegerischen Verwickelungen in nächster Zeit nicht gerechnet.
Direkt"
Das Programm der neuen Regierung in Frankreich.
Paris, 25. März. Die programmatische Erklärung des Ministeriums besagt:
Für die Regierung gibt es keine dringendere Aufgabe als die Notwendigkeit, die Verteidigung des Landes durch die dringendsten e r f o r d e r l i ch e ir Maßregeln zu sichern. Die Verstärkung der militärischen Krast, die andere Völker bereits vorgenommen haben, legte dem vorhergehenden Kabinett die Pflicht auf, einen Gesetzentwurf cinzu- bringen, der die dreijährige Dienstzeit für Alle gleichmäßig vorschreibt. Tie Regierung ü b-c rnimmt jede Pflicht über den Gesetzentwurf, ohne sich die schwere Belastung des Landes zu verhehlen, die daraus hervorgehen muß. Während die Verlängerung der Tienstzcit die Friedensstärke der Truppen cchöhen wird, wird die Bewilligung der Militärkreditc die Bewaffnung des Heeres auf einen Stand bringen, der allen Erfordernissen gewachsen ist. Die Annahme der Kadresgesetze für die Genickorps und die Kavallerie wird die Organisation des Heeres, deren Neugestaltung sich als nötig erwieseir hat, vervollstän-
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Cberheffen
r W
LJS, Nichiimiglieder!» sesorbnuna dic Tme
Ermann au§ DarO,, ÄS* Jdggs. Rahnefeld
Landwirtschaft.
B. Gi eß e n, 25. März. Die Aus schu ß sitzung d es O b e r h e ss i s ch e n B i e n e n z ü ch t e r v er e i n s fand heute vormittag int Hotel Schütz hier statt. Ter Vorsitzende, Lehrer B n ß - Leihgestern, gab einen llcberblick über das abgclausene Jahr. Die Mitgliederzahl beträgt 1200. Die Zahl der Bienenvölker bat in Hessen um 1763 Stöcke zugcnommen. Ter Honig- ertrag ivar im allgemeinen zufriedenstellend. Die Erhöhung des Beitrags auf 2 Mk. hat keinen Einfluß aus den Mitgliederbestand ausgeübt. Ter Ucberschuß von der 51. Wanderversammlung in Vilbel mit 100 Mk. wurde von dem Vilbeler Zweigverein dem Hauptverein zugewiesen. Die in Hirzenhain abgehaltenen Fortbildungskurse für Bienenzüchler waren gut besucht. Der Verein wurde vorn Landw. Verein für Oberhessen mit 30 Mk. und von der Aachen-Münchener Feucrversickerungsgesellschaft mit 154.07 Mark unterstützt. Zum Schlüsse las der Vorsitzende ein von dem früheren Vorsitzenden, Pfarrer D e i ch e r t, herrührendes Gedicht vor, „die Biene und der Lindenbaum". Sodann erstattete der stellvertretende Rechner, Lehrer Margott-Lich, den Kassenbericht. Tie Einnahmen betrugen 3041.14 Mk., die Ausgaben 2805.95 Mk., der Ucberschuß 235.19 Mk. Auf Antrag des Vör- Ntzeudcn können bei Ausstellungen des Vereins auch andere Eti- guetten als die des Vereins benutzt werden. Ter Voranschlag für 1913 beläuft sich auf 3344.07 Mk. Der Staatsbeitrag für allgemeine Vereinszwecke beträgt zurzeit 600 Mk.; die Versicherung bei Aachen-München und Ceres wird eindringlich empfohlen. Dic Versammlung beschließt, die Reisekosten sür die Teilnehmer am Kursus auch weiterhin zu gewähren. Ueber die Kosten des Versands der „Biene" wird auf der nächsten Wanderversammlung zu Hungen, die voraussichtlich am 20. und 21. Juli stattfiirden wird, eingehend berichtet werden. . Der Kursus für Anfänger wird vorn 13. bis 17. Mai, der für fortgeschrittene Imker vom 23. bis 25. Juni in Hirzenhain abgehaltcn. Mit der Ausarbeitung einer neuen Preisgerichtsordnung sür den Verein wird dar Gießener Zweigverein einstimmig beauftragt. Zu Preisrichtern für die H u n g c u c r Wanderversa m m lung werden gewählt Schimpf- Ostheim, Heidt- Leusel und Funk Sellnrod. Mit der Wanderversammlung wird wie alljährlich eine Verlosung von Bienenvölkern, Honig und bienenwirtschastlichen Gerätschaften Der Kunden sein. Zum stellvertretenden Rechner wird bis zur Neuwahl des .Vorstairdes Lehrer Margott-Lich bestimmt.
Die neue heerervorlage und die veckungsgesetze werden, wie uns aus Berlin geschrieben wird, am Tonners- tag oder Freitag halbamtlich veröffentlicht werden, nachdem der Büudesrat am Mittwoch und Donnerstag dic Steuergesietze endgültig verabschiedet haben wird. Tie Vorlagen werden am Ende der Woche dem Reichstage zu- gchen und beim Wiederzusammentritt des Reichstages in der nächsten Woche freri Abgeordneten gedruckt vorliegen. Nach den vorläufigen Dispositionen des Reichstags, dic in, der nächsten Woche endgültig vom Acltestenrat festgesetzt werden sollen, werden diese Vorlageit in der zweiten Aprilwvchc zur ersten Beratung gestellt werden, nachdem die Fraktionen sich vorher über dic Behandlung der Vorlagen schlüssig gemacht haben werden. Tic Haushaltsberatung wird nach dem Wiederzusammentritt des Reichstags zunächst fortgesetzt werden und zwar mit dem Militärvoranschlag, dem Voranschlag des. auswärtigen Amts, dem Voranschlag des Reichstags und des Rcichsschatzamts.
Außer der Voranschlagsberatung und der ersten Lesung der Heeres- und Steuergesetze sollen bis zur Pfingstvcrta- ' gnng noch das Staatsangehörigkeitsgesetz und das Postscheckgesetz verabschiedet werden. Außerdem soll versucht werden noch die Heeresvorlage bis Pfingsten endgültig zu verabschieden. Dic P fi n gstf ericu werden zwischen dem 25. und 30. April ihren Anfang nehmen und mit Rücksicht auf die Landtagswahtcn in Preußen bis zum 27. AN a i bauern. Man rechnet damit, daß der Budgetausschuß die Beratung der Steucrgesctze in den Pfingstfcricn so sördern wird, daß diese Gesetze noch in der ersten Hälfte des Juni endgültig verabschiedet werden können.
Der Budgetausschuß des Reichstags wird seine Arbeiten am 3. April wieder auf nehm en und zwar mit dem Voranschlag des auswärtigen Amtes. An. dieser Ausschuß^ sitzung wird der Reichskanzler teilnehmcn und Ausschluß über den gegenwärtigen Stand der auswärtigen Politik hauptsächlich des Balkankrieges geben.
Stadt rrrrd Land.
Gießen, 26. März 1913.
Wohnnngssürsorgc
durch ländliche Spar- und Tarlehnskassen.
Tie Köln. Zeitung hat gelegentlich des droheirden Streiks der Saarbergleute u. a. auck die soziale Fürsorge inbezug aus das Wohnungswesen behandelt, die die Bergverwaltuug in Werbin düng mit öffentlichen Sparkassen entfaltet habe. Dazu veröffentlicht das genannte Blatt unter dem 19. Dezember 1912 eine Zuschrift von der Saar, der wir folgendes enmehmm: „Mchtig ist, daß der staatliche Bergbau au der Saar in ganz eigenartiger Weise in sozialpoliiischer Hinsicht vorbildliches geleistet hat, nam.n lid im Arbeiierwol/Nungswesen, aber daß er hierin in der Hauptsache nur von den Kreis- und Gemeinde spar lassen unterstützt worden ist, bedarf doch einer Ergänzung. Im Saarrevier bestehen drei Kreis- und eine mittlere Gemeindesparkasse, baten etwa 30 genossenschaftliche Spar- und Darlehatskassen gegenüberstehen. Unter letzteren befinden sich die vier größten liudlicheu Kreditgenosfen- schafteu Teutsckstands mit über 40 Millionen Mk. Bilanzkapital. Gerade diese haben nach den Grundsätzen der genossensck;aft- lichen Selbsthilfe die Hebung des Kleiuwohnungswesens der Berg- arbeiterbevölkerung mit Energie und Geschick in die Hand genommen. Ter Bau der Prämienhäuser wäre ohne diese Genossenschaften gar nicht möglich, da diese, nach dem Bergfiskus die zweiten, fast stets uotweitdigat Hhpothekar geben, was den öffentlichen Sparkassen nickt gestattet ist. Tiesan hochentwickelten, einzig dastehenden Genossenschaftswesen steht der BergsiskuS zwar teilweise wohlwollend mit einzelnen Ausnahmen wenigstens neutral gegenüber, während die aÜgenreine Staatsverwaltung, die nur die öffentlichen Sparkassen protegiert, hier im Westen dieser hochverdieir- ten genossenschaftlichen Arbeit ziemlich unfreundlich und hinderlich begegnet. Etwas nvehr Interesse und Wohlwollar dürfte doch auch hier angebracht sein." Die hier wiedergegebene Klage über die Haltung der Behörden gegenüber den. Genossenschaften steht nickt vereinzelt da. Während die Staatsregierung stets Wohlwollen für die Genossackchaften zeigt, anerkennen die unteren Verwaltungsbehörden vielfach nur die „gemeinnützigen öffentlichen Sparkassen", während sie die genossenschaftliche Arbeit im Spar- und Kreditwesen unterschätzen, ja sie als entbehrlich und überflüssig ansehen, too öffentliche Sparkassen bestehen. Für die soziale und ethische Wirkung genossenschaftlick>er Arbeit fehlt das richtige Verständnis. Andernfalls wäre das Verhalten mancher unteren Verwaltungsbehörde nicht zu erklären. 1 i
*
** Ordensangelegenheit. Der König von Preußen hat den naehbenannteir Offizieren dic Erlaubnis siir Anlegung der ihnen verliel-enen Orden erteilt und zwar des Großkreuzes des Großherzoglich Hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Generalleutnant z. D. Nicki sch von Rosenegk in Bielitz. Reg.-Bez. Liegiritz: des Ritterkreuzes 1. Klasse desselben Ordens dem Major v. Stockhausen, Adjutanten der 17. Division.
** Kr e i s g es u nd h c itsw e s e u. Der G r o ß h e r z o g lyat den Krcisassistenzarzt bei den .KreisgesundheitAämtern Bensheim unb_ Heppenheim Dr. Adolf I a n p zu Heppenheim zum Kreisassistenzarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Offenbach und den praktischen Arzt Tr. Gg. Schäfer zu Hirzenhain zunr Kreisasfistenz- arzt bei bem Kreisgesundheitsamt Mainz ernannt. (Wegen Verstümmelung wiederholt.)
** Lehrcrpcrs ona 1 icu. Ueber br a gen hturbeu den Lehrern Ludw. Braun zu Groß-Hauscn, Ludw. Koch zu Erumstadt, Joh. Hch. Muth zit F-ricdbcrg, Jak. Schmitt an der höh. Bürger- (Mädchen-) Schule ztt Bensheim, den Sckmlamtsaspirantcn Gg. Berg aus Mörlenbach, Lldam 23 o r u auS Frankisch-Erumbach, Hch. Sch er f f iu s ans Rockenberg, Joh. Rohr aus Mainz, Friedr. Aug. Wenzel aus Ober-Ingelheim und Hch. Werner aus Mainz Lehrerstzellen an der Volksschule zu Mainz, sowie den Schlllamtsaspirantinnen Aloysia Bausemcr aus Mainz, Will). Kr e i li n g aus Gieße.n, ©nb. Lambin et, Maria Möll und Henriette Weil aus Mainz Lchrcrinnenstelleu an der Volksschule in Mainz; dem Lehrer Gg. Höchst zu Maar die Lehrerstclle an der Gemcindeschnle zu Oden- hanseu, den Lehrern Friedr. Euler zu Annerod, Jak. Momberger zu Grüningen, den Sckiulamtsaspiranten Ehr. Brcidacker aus Kostltzeim, Friedr. Otter dein aus Lauckerbach, -den Schulamtsaspirantinnen Aug. Hag- g e n m ü l l e r aus Gießen und Emma Weitzel aus Ober- Ingelheim, Lehrer- bezw. Lehrerinstellen an der Volksschule zu Gießen; dem Schulvcrwalter Joh. Jmmel zu Homberg a. d. Ohm eine Lehrerstelle an der höh. Bürgerschule daselbst; dem Schnlverwaltcr Ludw. Schuchardt zu Schotten eine Lehrerstelle an der höh. Bürgerschule daselbst: der Schulverwalteriu Ida Kahn zu Sprendlingen (Rheinhessen) eine Lehrerinstelle an der höh. Bürgerschule daselbst. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Raunheim Joh. Fl o ch auf sein Nachfuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit.
** Erledigt ist die Stelle des Forstwarts der Forstwactei Elpenrod in der Oberförsterei Burg-Ge- mündcn.
?it ' •
1500.- ll
Scbellfi^
Kabila«; $
»««ts


