Ausgabe 
30.5.1913 Drittes Blatt
 
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verletzten zu bergen. 34 Menschen waren getötet und über 50 so schwer verletzt, daß Wohl nur ein Teil von ihnen aus Ge­nesung hoffen darf. Tic Zahl der leichter Verletzten beträgt über 200. Ein Glück bei der Katastrophe war cs noch, daß der Einbruch zur Zeit der Ebbe erfolgte; die Unglücksstelle 'teht bei Flut unter Wasser.

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Märkte.

~ Lauterbach. Nächsten Mittwoch findet der dies­jährige Früh fahr smart t statt, mit dem eine Prä­miierung von Rindvieh und Ziegen, sowie eine Verlosung von lebenden und toten Gegenständen stattfindet. Dieser Markt ist der einzige im Fahr, an dem noch kauflustiges Publikum nach Lauterbach strömt und für die hiesigen Ge- schäftsleute, hauptsächlich die Wirte, eine gute Geschäfts- gelegenheit geboten ist. ______________________________

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Versniscbtes.

* Die Katastrophe von Long Beach. Lang Beack, die Perle der berühmten kalifornischen Seebäder, ist, wie schon telegraphisch gemeldet, am Sonnabend von einer Katastrophe heim- gesucht worden, die in mancher Beziehung die Erinnerung an das Unglück von Binz wachruft, tvo bei dem Einsturz der Lan- dungsbruckc so viele festesfreudige Menschen unerwartet einen tragischen Tod sanden. Auch in Long Beach herrschte Festes­freude, die Kalifornier britischer Abkunft feierten denEmpire Dah" in Erinnerung an ihr früheres Vaterland; weither aus der Umgebung waren fröhliche Zuschauer h.'rbeigceilt, um die große Parade der Fcstteilnehmcr mitanzuseh.m, die nach amerikanischem Brauche mit Flaggen und Bannern durch die Sraot zogen. Am Mittag sollten in der Festhalle Aufführungen, Vorträge und Konzerte startfinden. Die Festhalle liegt am Ende der berühmten großen Landungsbrücke von Long Beach, die von der Stadt er­baut wurde und sich von anderen Landungsbrücken dadurch unter­scheidet, daß sie aus zwei Stockwerken besteht. Um die Mittags­stunde begannen die Schaulustigen vom Strande ans über die Landungsbrücke der Festhalle zuzueilen: da die Tore zu dem Zuschaucrraum noch geschlossen gehalten wurden, drängte sich bald über die ganze Länge der Brücke eine unabsehbare dichte Schar von Männern, Frauen und Kindern, die das Schauspiel nicht versäumen wollten. Alles war in fröhlichster Stimmung und harrte geduldig auf den Augenblick, da die Tore der Festhalle sich öffnen würden. Endlich geschah das, und die wunderlichen Klänge einer schottischen Dudelsack-Kapelle klangen aus dem In­neren der Masse entgegen, als plötzlich ein knirschendes Krachen er­tönte und das obere Stockwerk her Lanoimgsbrückc sich in der Mitte

bessern ugsarbeiten ausgeführt.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach, 29. Mai. Dem AusschußOffen­bach im Blumenschmuck" wurden von der Stadt für den in diesem Jahre geplanten Blumenschmuckwettbewerb 300 Mk. bewilligt. Die Zahl der Abnehmer von Aut-b- matengas ist seit dieser Einführung auf 150 gestiegen; etwa 180 Meldungen harren noch der Ausführung. Da das ifür diese Zwecke bereitgeslclltc Anlagekapital von 100 000 Mark fast ausgebraucht ist, wurden weitere 50 000 Mark ! hierfür bewilligt. Der HauS- und Grundbesitzerverein hat eine Eingabe an die Stadtverwaltung und an die Stadt­verordneten gerichtet, in der eine anderweitige Nege-

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achte, während es vor wenigen Monaten der Stadt Sffen- bach bei der Besetzung der Tierarztstelle im Offenbacher Schlachthof die größten Schwierigkeiten bereitet habe. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt, die städtische Schlächterei wird aufrechterlmlten. Hierauf wurde der Voranschlag beraten. Wie der Oberbürgermeister «usführte, sei es möglich ge­wesen, den Voranschlag ohne Neuerhöhung auszugleichen. Tie günstige Entwicklung der Finanzlage Offenbachs sei namentlich auf die städtischen Betriebe zurückzuführen, die steigende Ueberschüsse au die Stadtkasfe abführten. Dabei seien die Voranschläge für die Betriebe keineswegs leicht­innig aufgestellt und lediglich die Beträge vorgesehen, mit denen man tatsächlich rechnen könne. Zur Balanzieimng des Voranschlags sei eine Entnahme aus dem Ausgleichs- ünds nötig gewesen. Das zu späte Erscheinen des Vor­anschlags wird mit der Regelung der Besoldungsfrage und dem neuen Gemeindesteuergesetz begründet. Der Vor­anschlag, der mit 8819 800 Mk. abschließt, wurde gegen die Stimme des Stadtv. Franz Nessel (Ztr.) angenommen.

Hessen-Nassau.

-g. Gladenbach, 30. Mai. In dem Bezirk der Landesbankstelle sind im letzten tzahre 22 Schulsparkassen gegründet worden. Sic hatten am Ende des Geschäftsjahres bei der Landesbank ein Guthaben von insgesamt 7411 Mk. Alle Kassen wurden erst in der letzten Hälfte des JahreS ge­gründet, so daß das Ergebnis um so erfreulicher ist.

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^Lauterbach, 29. Mai. In der Nähe des Schlosses -Eisenbach wurde gestern durch den Freiherrlich Riedesel- schen Förster Jäger im Walde die Leiche eines Mannes an einem Baume hängend aufgefunden. Nach vorhandenen Aufzeichnungen, die der Lebensmüde über seine Persönlich­keit gemacht hat, handelt es sich um den 40jährigen lebten Schuhmacher Iohs. Krieger aus Zeilbach. Lebensüber­druß, wie aus einem an seinen Meister gerichteten Ab­schiedsbries hervorgeht, soll die Ursache zu

lung der Wassergeldfrage angestrebt wird.

in. Offenbach, 29. Mai. In der heutigen Sitzung /der Stadtverordneten kam es zu einer langen Aus­sprache über das Verhalten der Offenbacher Schwei n e m e tz g c r, die toegen der städtischen Schläch-' terei den Schlachthof boykottiert haben. Stadtv. Bruhns jübte scharfe Kritik an dem Verhalten der Schweinemetzger, die den Kampf selbst heraufbeschworen hätten, da sieden Ver- mitttungsvorschlag devStadtverwaltung aufErrichtung eines Preisfestsetzungsaüsschusses nach dem Muster anderer Städte ab gelehnt hätten. Wenn auch nach dem kreisamtlichen Gut­achten in dem privaten Rumpenheimer Schlachthaus, in dem jetzt die Metzger schlachten, alles in bester Ordnung sei, so'könne er sich doch nicht davon überzeugen, daß in dem überlasteten Schlachthaus Mißstände und Gefährdungen für die öffentliche Sicherheit ausgeschlossen seien. Oberbürger­meister Dr. Düllo bittet, keinen Beschluß herbeizuführen, da neuerdings mit den Schweinemetzgern und Ochsenmetz­gern Verhandlungen eingeleitet seien, die hoffentlich be­friedigend verlaufen werden. In der weiteren Aussprache wurde von allen Rednern mit Ausnahme des Stadtv. Stei­nert das Verhalten der Metzger verurteilt und das Vor- gchen des Offenbacher Kreisamts einer scharfen Kritik unter- jumeit, das den Rumpenheimer Polizeidiener und Fleisch­beschauer als Aufsichtsbeamten dort für ausreichend er

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Handel.

91 u § Kurbelten, 27. Mai. In dem Bericht der kur- hessischen .Handelskammer über die w i r t s ch a s t l i ck e Lage des Detailhandels im Regierungsbezirk Kassel im Jahre 1912 heißt cs u. n.: Mit geringen Ausnahmen geht durch Die sämt­lichen Beantwortungen der Uin'ragen die Klage, daß Warenhäuser, Versandgeschäsle und Meßen häufig schwere Schäden herdeigesührt hätten: nicht minder find es aber auch die Fabrikkonsumvcreine, die von den verschiedenen Branchen als schädigend bezeichnet werden. Es ist schwer, gegen diese Dinge anzukommen, unD es sprechen bet der Errichtung von Fabrikkonsumvereinen und Waren­häusern so v e! besondere Umstände mit, daß mau eine wirkliche Abhilfe kaum schaffen kann. Ohne der Cache im mindesten das Wort 5u reden, muß man gerechterweise dock wohl auch beachten, daß die Fabriken nicht anders können, wollen sie nicht ihre 'Ar­beiter direkt in die bestehenden soziakdemokratischen Einrichtungen gehen lassen. Es soll nicht verkannt werden, und es ist eine ernste Aufgabe, daraus hinzuwirkcn, daß die Fabrikkousumvercine mög­lichst eingeschräitkt iverden. und daß vor allem die Fabriken viel­leicht mit den einzelnen Tetatlqeschäiten'Abkommen treffen, um ihre 'Arbeiter durch Markenzahlnng oder ähitlichcs Den, Heschäiten zu­zuführen. Vielfach wird über das Bestehen der Messen geklagt unö es würde zu ei mögen sein, ob der Klein Handelsausschuß die Aw- Hebung der Blessen nochmals energisch in die Hand nimmt. Be­sonders bedauert ivird in Dem Bericht, daß einzelne (Reinliche als Führer der ländlichen Genosjenscha'tsbewegung in der Agitation für diese den Kaufmann aus Dem Lande iir Mißkredit zu bringen suchten.

stehen, die Balken ächzten, polternd und splitternd zusammen mit den unglücklichen Men­schen in die Tiefe. Sofort wurde der Rettungsdienst organisiert. Acrzte, Krankenpfleger und Zimmerleute hcrbeigcholtt aber cs zeigte sich, daß den ftöhnenden Verwundeten und Sterbenden kAnc Hilfe gebracht werden konnte, so lange nicht die Trümmer und Balken beiseite geräumt waren. Das dauerte üb£r eine Stunde: und dann erst konnte man beginnen, die Schwer-

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zu senken begann. Zwei, drei Sekunden später übertönten Ent­setzensschreie das Bersten des Walzwerkes: und man sah .'Hunderte von Frauen, Mndern und Männern durchweinen mächtigen Spalt, der sich gebildet hatte, hinabstürzen. *"L

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veretnsnachrichten.

= 65ar bentei ri), 28. Mai. Der Gesangverein .Liederblüte" beschloß in seiner letzten Hauvtversamrnlnng, nächstes Jahr an Pfingsten einen G e s a n g s - W e t t st r e i t zu veranstalten.

Der Vertreter der Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Halle a. S. Geh. Regie­rungsrat Prof. Dr. Theodor Lindner begeht am 29. b. M. seinen 7 0. Geburtstag.

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" Der Verband der Rangierbeamten und Anwärter der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft und der Reichseisenbahnen hält heute und morgen seine 4. ordentliche Hauptversammlung hier ab. Hoffentlich wird e§ den versammelten Vertretern gefallen.

Kreis Lauterbach.

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