•Oft.
Gieszener Sta-tthcater
Ter G'winenswurm
von Ludwig Anzengruber.
Berlin, 27. Olt. Nach dem in der heutigen Plenarsitzung des Bundesrates der Vertreter der herzoglich brauschweig- lüneburgischen Regierung, Staatsminister Hartwig, unter Vorlegung der Verzichturkunde davon Mitteilung gemacht, das; Se. Königl. Hoheit derHerzogvonCnmbcrlandausden Thron Braunschweigs verzichtet habe, beschloß der Bundesrat einstimmig, dem Antrag Preußens wegen der Thronfolge in Braunschweig z u z u st i m m e n.
Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:
Ter Antrag Preußens zur braunschweigischen Thronfolge, der heute vom Bundesrat einstimmig angenommen worden ist, lautet wie folgt:
Berlin 26. Okt. Tic königlichvreußische Regierung hat durch einen Antrag vom 18. Mai 1885 die Aufmerksamkeit des Bundc^rars daraus gelenkt, daß zwischen Preußen und Braunschweig M i ß h e l l i g k e i t c n voraussichtlich entstehen wurden.
Braunschweig und die Entscheidung des Bundesrats.
Der Bundesrat hat gestern die Entscheidung in Sachen der braunschweigischen Thronfolgefrage gesalbt, eine Entscheidung, von der man i'aum noch sagen kann, daß sie mit Spannung erwartet wurde, da es längst feststand, in welchem Sinne sic fallen werde. In der Tat hat, wie nicht anders zu erwarten war, der Bundesrat einstimmig dem von preußischer Seite eingebrachten Antrag zugestimmt, wonach der Bundesratsbeschluß vom 28. Februar 1907 aufzuhebcn sei. Der Bundesrat hat nach den nachstehenden Meldungen für seinen Beschluß keine anderen Grundlagen gehabt, als die bisher bekannten. Der Herzog von Cumberland hat lediglich auf den Thron Braunschweigs verzichtet, und ein anderer Verzicht ist ja bekanntlich von ihm nicht erwartet worden. PrinzErn st August hat nicht, wie es von einem großen Teil der öffentlichen Meinung erwartet und verlangt worden war, seine Erklärung dahin erweitert, daß er ausdrücklich auf etwaige hannoversche Ansprüche verzichte. Ter Bundesrat hat sich indessen auf den Stand- punkt gestellt, daß dieser Verzicht schon in seinen bisherigen Erklärungen enthalten sei, und es dürste von Seiten der Regierung weiter geltend gemacht werden, daß der Prinz als verzog von Braunschweig den Eid auf die Verfassung des deutschen Reiches leisten wird, in deren Einleitung es heißt, daß die deutschen Fürsten „einen ewigen Bund schließen zum Schutze des Bundesgebiets und des innerhalb desselben gültigen Rechtes".
In der Tat ist nun auch von keiner Seite irgend ein Zweifel in die Aufrichtigkeit der.Erklärungen des Prinzen gesetzt worden, -ebensowenig wN der Gedanke in Frage kommt, daß von den Nachkommen der deutschen Kaisertochter dem deutschen Reiche Schaden zugedacht werden könnte, und auch sonst bürgt die Throns-olgeordnung dafür, daß auf dem braunschweigischen Throne nur deutsche Fürsten sitzen werden. Wenn Bedenken geltend gemacht wurden, so fußten sie darauf, daß die Erlassung des ausdrücklichen Verzichtes auf die hannoverschen Ansprüche die Welsenpartei, die ihre Hoffnungen nicht zu begraben gewillt ist, zu neuer Agitation ermutigen könnte. Der Bundesrat hat den preußischen Standpunkt sich zu eigen gemacht, der diesen Fall für „ausgeschlossen" erklärt, und sicherlich werden alle Deutschgesinnten in dem Wunsche einig sein, daß diese Auffassung sich als die richtige erweisen möge. Wie man jci überhaupt, nachdem jetzt eine vollzogene Tatsache vorliegt, nur der Hoffnung Ausdruck geben kann, daß die aus aufrichtig nationalem Empfinden entsprungenen Besorgnisse sich als unbegründet erweisen und die Thronbesteigung des Prinzen Ernst August dem Lande Braunschweig toie dem deutschen Reiche zum Segen gereichen möge.
wenn Seine Königliche Hoheit oer Herzog von Cumberland Herzog von Braunschweig würde. Der Herzog von Cumberland habe sich dem Protest seines Herrn Vaters, des Königs Georg, gegen den durch die Reichsverfassuna gewälnlcisteten preußischen Besitz der Provinz Hannover angeschlossen und befinde sich gleich diesem in ideellem Kriegszustand gegen Preußen. Seine Thronbesteigung würde deshalb die unvermeidliche Iolge haben, daß sich- in Braunschweig unter der staatlichen Autorität eines der Teilhaber an der Souveränität der Bundesgewalt ein Stütz punkt für verfassungswidrige B e st r c b u n g e n, bilden würde, deren Spitze gegen die Integrität des preußischen Staates gerichtet wäre. Die engere Sicherheit des Reiches würde dadurch gefährdet. „
Der Bundesrat l>at daraus am 2. Juli 188a (Paragraph 42*- der Protokolle! beschlossen: Die Ueberzeugung der verbündeten Regierung dahin auszusprechcn, daß die Regierung des Herzogs von Cumberland in Braunschweig, da derselbe sich in einem ocm verfassungsmäßig gewährleisteten Frieden unter den Bundcsgl.c- dern widerstreitenden Verhältnis zu dem Bundesstaat Preußen befindet, und im Hinblick auf die von ifom geltend gemachten^ln- sprüchc aus die Gebietsteile dieses Bundesstaates mit den Grundprinzipien der Bundcsverträge und der Reichsvcrfassung nicht vereinbar sei. ~ . -
Im Jahre 1907 hat Braunschweig anläßlich des Todes seines ersten Regenten auf Grund des Regentschastsgesetzes vom 16. Februar 1879 durch seine K. Hoh. den Prinzen Albrecht von Preußen beim Bundesrat eine Nachprüfung der letzteren angeregt- (Nr. 8 und 38 der Drucksachen), nachdem der Herzog von Cumberland am 2. Oktober 1906 erklärt hatte, daß er mit seinem ältesten^Sohnc, dem Prinzen Georg Wilhelm, zu Gunsten seines jüngsten Sohnes, des Prinzen Ernst August, auf den braunschweigischen Thron verzichten werde, sobald die Gewißheit bestehe, daß der Regierungs- Übernahme seines jüngsten Sohnes keine Hindernisse entgcgen- stehen. Die herzoglich braunschweigische Regierung hat hierbei betont, daß, wenn durch diese Erklärung die Sach- und Rechtsfolge, die zu dem Beschlüsse des Bundesrats vom 2. Juli 188a geführt und in ihm Ausdruck gefunden habe, verändert sei, und daß falls die Organe des ^Herzogtums ihre Beschlüsse lediglich von rern braunschweigischen Gesichtspunkten aus zu fassen Hutten, der Ueber- nahme der Regierung durch den Prinzen Ernst August nichts mehr im Wege stehen würde. Der Bundesrat hat aber eine entscheidende Aenderung der Sach-- und Rechtslage nicht anerkennen können und demgemäß am 28. Februar 1907 (§ 153 der Protokolle) den durch den Beschluß vom 2. Juli 1885 geschaffenen Rechts-
Ansprüche auf Gebietsteile Preußens glaubt verfechten zu müssen, eine mit dem inneren Frieden und der Sicherung des Reiches unverträgliche Unterstützung ihrer Bestrebungen erfahren wurde. Die königlich preußische Regierung ist daher der Ueberzeugung, daß die Voraussetzungen, auf denen die Beschlüsse des Bundesrates beruhen, ivcggesallen sind. Nachdem die lserzoglich-braunschweigische Regierung am 11. Oktober 1913 eine Nachprüfung der Angelegenheit angeregt hat, erachtete die preußische Regierung, die zu dem Beschluß des Bundesrats vom 2. Juli 1885 die Veranlassung ccgel.cn' hat, es für ihre Pflicht, den Bundesrat von dieser ihrer Ueberzeugung in Kenntnis zu setzen und den Antrag zu stellen: Der Bundesrat wolle beschlies-en: 1. dre Ueberzeugung der verbündeten Regierungen dahrn auszusprechen, daß die Regierung Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Ernst August, Herzogs von Braunschweia und Lüneburg i" Braunschweig im Hinblick aus die inzwischen cingetrstenen Veränderungen der Sach und Rechtslage mit den Grundprinzipien der Bundesvertragc und der Reichsverssassung vereinbar sein würde: 2. die braunschweigische Landesregierung hiervon zu verständigen, v. Beth- mann-Hollweg. , .
Eine außerordentliche Landesversammlnng in Braunschweig.
Braunschweig, 27. Okt. Irr der außerordent- lichenLandesversammlunggob der Minister Rad- f au eine Depesche des Staatsministers H a r t w i c g , des Bevollmächtigten zum Bundesrat aus Berlin bekannt, in her der Bundesratsbeschluß bekannt gegeben wird. Minister
zustand aufrecht erhalten.
Seit dieser Zeit sind durch eine Kette von Ereignissen die Beziehungen des braunschweigisch-lüneburgisck)en Hauses zu Preutzen und seinem Königshause derart verändert worden, das; eine er* neute Nachprüfung der Angelegenheit geboten erscheint. Nachdem der Prinz Georg Wilhelm am 20., Mar 1912 gestorben ist, kommt als H-erzog von Braunschweig, sobald Sc. Kgl. Hoh. der Herzog von Cumberland den im Jahre 1906 und jetzt erneut in Aussicht gestellten Verzicht auf den braunschweigischen Thron aus- gcsprochen haben wird, lediglich Se. Kgl. Hoh. Prinz Ernst August in Betracht. Durch die Vermählung des Prinzen mit Ihrer König!. Hoheit der Prinzessin Viktoria Luise und zwisck)en dem preußischen Königshause und dem herzoglich!) rau w- schweigisch-lüneburgischen Hause enge Familienbeziebungen geschaffen worden. Seine König!. Hoheit hat außerdem mit Zustimmung seines Herrn Vaters seine Anstellung als O N i- zier im königlich preußischen Heere nachgesucht und Sr. Maj dem Kaiser und König Treue und Gehorsam eidlich gelobt Er erblickt in diesem Eid, wie er dem unterzeichneten Reichskanzler und königlich preußischen Ministerpräsidenten gegenüber schriftlich erklärt hat, zugleich das Versprechen, daß er nichts tun und nichts unterstützen werde, was darauf gerichtet sei, den beteiligen Besitzstand Preußens zu verändern. An dieses Ver sprechen erachte er sich für immer g c b n n d e n ,^da es eine Verpflichtung enthalte, die sich für einen deutschen Fürsten von selbst ergeben. Unter diesen Umständen kann nicht mehr behauptet werden, daß Se. Kgl. Hoh. der Herzog von Cumberland und jein Sohn sich zu dem Bundesstaat Preußen in einem Verhältnis befinden, das den reichsverfassungsmäß'.g gewährleisteten Frieden unter den Bnndesgtiedern widerstreitet.
Hiernach ist cs aber auch ausgeschlossen, daß durch die U el er nähme der Regierung Braunschweigs durch den Prinzen . Ernst August die Welfenpartei, die trotz aller dieser Ereignisse noch immer für das Haus des Herzogs von Cumberland
würde an dieser Stelle zu weit führen: nur der Kern der Untersuchungen sei kurz berührt. Man hatte sestgesckllt, dap mit S?Ufe auch der feinsten optischen Instrumente keine Ablenkung oder Zer/ heuung der X-Strahlen hervorgerufen werden konnte Als diese Künstliche" Optik versagte, griff man zur „natürlichen und unterwarf die Strahlen der Prüfung durch die Kristalle der Mineralsalze (Steinsalz, Kuvierslittat usw.), unter gleichzeitiger Zuhilfenahme der photographischen Platte. Tie Experimente ergaben die „immaterielle Lichtnatnr" der X-Slrahlen, die übrigens mit staunenerregender Geschwindigkeit den Raum durcheilen. Bahrend das rote Licht des Spekkrums viermillionenmal im milliar- dcsten Teil einer Sekunde schwingt, die ultravioletten Strahlen etwa dreißigmillionenmal im gleichen Zeitraum, sind die X- strahlen noch zehntausendmal rapider und schwingen 300 nulliarbenmal im milliardesten Bruchteil der Sekunde — eine Geschwindigkeit/ bei der uns, trotz der Gewöhnung an unerhörte Auto und Aeroplanrekorde der jüngsten Zeiten, ein wenig schwindlig im «oeje werden könnte. Was die Länge einer einzelnen X-Ltrahlenwelle angeht, so ergaben die Berechnungen, daß sie nickt.mehr ali ein Hundertmillionstel-Millimeter beträgt. Das.ist selbst im
der Strahlen" recht wenig, wenn man bedenkt, bap, z. B. bte sogenannten Hertzschen Wellen etwa zwei Millimeter und die Wellen des roten Lichtes immerhin noch sechs Zehntaus end,tel- Millimeter lang sind. In der Klassifikation, die die Gelehrten über sämtliche bisher bekannten hellen und dunklen Strahlen cm* gerichtet haben, figuriren die X-Strahlen in der achtzehnten Oktave „über" den Wellen des gewöhnlichen sichtbaren Lichtes und begrenzen damit nach „oben" die Region des Bekannten. Vielleicht wird man in dem bisher unerforschten Gebiet senscits der ack^ zehnten Oktave eines Tages weitere noch schnellere und noch kleinere Wellen entdecken, veritable neue „X"-^trahlen, b I lolcge, bereu inneres Wesen uns vorerst geheimnisvoll bleibt b's dann eines Tages die rastlos arbeitende Wissenschast auch ihr Tunke! in Licht verwandelt.
— Das „Deutsche Theater-Adreßb>lch" das der Deutsche Bühnenoerein im Berlage Oester Held Co., Berlin W. 15 zum dritten Male herausgibl, ist pünktlich er- schchnen Es ist wieder em stattlicher Band von nahezu 1200 Ser- Si Umfang, der alles für den Bühnenangehorigen u^st-heackr- fachmann irgendwie in Betracht Kommende enthält.. Leckend war
Radkau fuhr fort:
Tie Erwartung dieses hochbedeutsamen Entschlusses veranlaßte die Einberufung dieses außerordentlichen Landtages. Ersüllt von hoher Freude und tiefbewegt stehen wir somit nach 26jat)rigei Wirksamkeit des Regentschastsgesetzes unmittelbar vor der sthrow besteigung des Prinzen Ernst August. Es muh dein leckenden Minister' Vorbehalten bleiben, in der nächsten Sitzung die einschlägigen Vorgänge, so weit solches zurzeit möglich ist, darzulegen und zu würdigen. Schon heute ist aber hervorziiheben, daß die Landesregierung in formeller und sachlicher Ucbcrcmttimmung mit dem Standpunkte Sr. Kgl. Hoheit es für angezeigt erachtet, die Regelung der l a n d e s f Ü r st l i ch c n Rente tu Vvhe der jetzigen Bezüge des erlauchten Regenten, durch die dem Ausschüsse der Landesversammlung bereits zugegangene Vorlage noch vor dem Regierungsantritt Sr. Kgl. Hoheit herbeizuführen. — eitere sachliche Vorlagen kommen für die Zeit bis zum Regierungswechsel voraussichtlich nicht in Betracht. Für die Zeit nach dem Regierungswechsel muß alles Weitere naturgemäß Vorbehalten bleiben. Hiernach erkläre ich dem höchsten Befehle gemäß den außer- vrdcntlicheit Landtag für eröffnet.
Nach der Vereidigung der neugewahlten Mitglieder lretz der Alterspräsident Lambrecht die Wahl der für den ersten Präsidenten in Vorschlag kommenden Abgeordneten vornehmen. Wahrend der Pause wurde die Liste der Gewählten dem Herzogregenten zur Bestätigung vorgelegt, der den an erster Stelle vorgeschlagenen Abgeordneten Krueger- Wvlsenbüttel als ersten Präsidenten bestätigte.
Der Einzug des Herzogpaares.
Wie die amtlichen Braunschweigischen Anzeigen berichten, findet der Einzug des H er z 0 g s p a a r es tu Braun,chwetg am 3. November statt.
Ter Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen", diese Empfindung hat wohl mancher angesichts der Mitteilung, daß dem Regenten, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, der am 31. Cttobcr Braunschweig verläßt, als Dank für seine Wirksamkeit ein — Ehrengeschenk überreicht, werden soll. Sonst nichts? Einen ehrenvollen und ihn würdigenden „Nachriif" hat dieser Statthalter doch sicher auch verdient. Teiin er hat sich um das Land uiid um die Platzhalterschaft auf dem Welfen- throne zweifellos verdient gemacht, lieber sechs ^ahre währte seine Regentschaft. Unter recht schwierigen Um- bänden trat er im Frühjahr 1907 sein Amt an Voran- gegangen war eine herrschertose Zeit von dreiviertel Jahren. Am 13. September 1903 hatte der frühere Regent, Prinzi Albrecht von Preußen, von einem Schlaganfall betroffen das Zeitliche qefegnet. Am 12. März 1907 beschloß bte . braunschweigische Landesversammlung, bte Wahl eures Re-
Tarsteller der Truppe, spielte den scheinheiliaen Dusterer mit einer sehr seinen tearbeilung Heiner, charakteristischer Zuge und An- aewohnbeiten, so baß ein vortreffliches Btto heraus kam, nur bie qoijtiqc Wesenheit des Mannes war nicht genug betont. xv trck- ner-Lang, der auch die Spielleitung hatte, war cm recht guter Grillhofer, Antonie Lang rinc lebensfrische Horlacherltes, Pauli Giern ein fescher Wastl. Einen besonderen Ersolg errang sich Kritz Fuchs als Bauer an der kahlen Lehnten mit 1 einem Strumpilieb. Auch der Schuhplattler erfreute sich des besonderen Wohlwollens der Zuschauer. Einen tiefen Eindruck machten die musikalischen Vorträge ber Herren Hans R e i t e r, Karl H v l i und Pauli Siem, bie sich, ob des ,turmi,chen Beifalls, zu mehreren Zugaben entschließen mußten.
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Das Geheimnis der X-51rah!en.
Sie haben es lange zu hüten gewußt, ihr „Lebensge^eimnis", diese merkwürdigen dunklen, rätselhaften X-^trahlen ^ett achtzehn Jahren gingen ihnen die Gelehrten aller .Lander mit Hebeln und Schrauben" zu Leibe, aber erst ;ungst ist man ihnen durch bie Gntbecfungen des deutichen Phvnkers Lam, des Engländers Bragg und des französischen Gcsthrlen Maurtce dcBroglie endlich hinter die Schliche gekommen. Wahrend Lane bie Priorität ber Entdeckung für sich in Anspruch nehmen kann, haben die zur ungefähr gleichen Zeit unternommenen Verlache Braggs und Brvglies wichtige Ergänzungen zu dem gefundenen Remltat gebracht. Man kannte früher eine Menge von 'p^rfiichen Eigenschaften der X-Strahlen, aber nicht ihr eigentlickies Wesen Bon den Eigenschaften erlernen als besonders charakteristisch.: Schwärzung der photographischen Platte, Turchdrrngung fester Substanzen, Entladung elektrisch gespannter Körper, Erregung von Fluoreszenz, Heilwirkung bei Krankheiten der Gewebe. Jrn übrigen blieb die große Frage offen, ob die Röntgenstrahlen, almlich >vie die sogenannten Kathodensttahlen oder die Strahlen Alpha und Beta des Radiums, materielle Entladungen (in ungeheuer winzigen Mengen natürlich) darstellen, oder ob sie vielmehr cintad>c Ä et Herschwingungen nach Art des Lichtes sind. Tie heftigen tyepben, die sich die hervorragendsten Physiker der Gegenwart gelietert haben, dürfen nunmehr als beendigt gelten: bie X-Strahlen und als eine spezielle Art von Aetherschwingungen erkannt. Einen wissenschaftlich exakten Begriff von den schwierigen Experimenten zu geben, die zur Erlangung dieses Resultats notwendig waren.
Nr. 255 Erster Blatt 165. Jahrgang Dienstag, 28. Moder 1915
~ — -1— Bezugspreis:
zl ittpiflprss ssttSKKUff 1IITUHU,ILv I 4IILILILIV-V sä
^eniiprech-Anschlüsse: Äy Xg” poUr. Teil: Aug. Goetz;
MW General-AnZeiger für Gderheffen -MZ
Annahme von Anzeigen V » 1 . Kurt Ben dl; für den
iS« uornütmgTTii^ Rotationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Bttch- und Steindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Anzeigenteil: H. Beck.
Gießen, 28.
<vQ= Große oberbairiidjc Bauerntheater des Tirektors Michael Tewrn reranstaltele gestern in unserem Stadttheater ein einmalig^ ^5finiel und erfüllte dabei einen an dieser Stelle sckon mehrmals Geäußerten Wunsch, indem es Anzengrubers fofthd:; Meister- KSe1 c i G w ijse n s w u r m" aufführte. Ter außere Er- war'sehr groß, aber man müßte sein literarisches Gewissen Ledcuonen toeÄn man iid) mit i>i=ier ÄnsfÜhrung eines unjeret Mristerwerke cinveiftanbcn erklären wollte, ^urd; tue bekannte Ari der Bauerntheater, starke Schlaglichter amzusetzen, das Kpm.'che rum drastischen zu Überhöhen, ist der Lacherwlg natürlich stets '5 fnnn aber nickst sagen, daß damit auch zugleich gesichert, man kann aoe^ Listige Gehalt eines Werkes wttd"bri ^solchen Aufführungen nicht im entferntesten er,chopst
G'daukenga>ig und der ernste Untergrund bleibt tast der tteten - <aqeqcn ^ird das Lustige durch allerlei Zuiatze herabgedrückt, und man wäre versucht, ichart zu Possenmachei I)eiLclDJCL,.^t -^zlick mit Befremden vernommen Ärt SanÄ Schitl-cs „Wilhelm TÄl" ins hatte, daß em 1. ? übersetzt habe. Bedauerlich aber bleibt es Modern-Natural , ^ck n-1? der G'missenswurm (als Buch
m /o t t a in Stuttgart erschienen' nicht in ferner Ursprung- vch«. Gestatt >nd!m mi- all»hand iRegiecint.lIen aufsewW ».« vorgeführt wird. . . , Dengschen Bauerntheaters
*** ScÄund Gegenrede greifen fest auch man^s Guck au^uwei, Spiel ist flott und sicher.
^eJnan^r'if?bx(1r vcriAiebene Sprechtempo bei eigenen Gedanken Sehr ttt das . { B. der Bibelsprüche, beobachtet,
unb angclcicncii Zckurc Absicht — doch manche
.Uunmöglich, daß ein des Lesens ungeübter Mann &”0 hurtig den sicherlich nicht, sehr leserckch Brief der alten Horlacherin herunterleiern kann. Tie %ipffnt war an sich reckst gut, wenn auch nur bei wenigen von einer durchgeistigten schauspielerischest Leistung Sri^chen Norden kann, Ä Witt, allem Anschein nach der bedeutendste


