m. 277
Zweites Blatt
165. Jahrgang
Gießener Aiy eiger
Erscheint ükgllch mft Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Cberhesfen
Tie Lietzener Zamtlicndlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beiqeleot, da» „KrtUblfltt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« tragen" erscheinen monatlich zweimal.
Dienstag. 25. November 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schea Universitäks - Buch- und Sreindruckerei.
R. Lange, Gießern
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul«
straße 7. Expedition und Verlag:
Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen,
Aus Liessen.
Die Lehrer und die Besoldungsreform.
s. Darmstadt, 24. Nov. Am Sonntag, den 23. November, nahm der Vorstand des hessischen Lan - des-LchrervereinS, nachdem am Tage vorher der Vorstand des katholischen Lehrcrvereins in gleichem Sinne sich ausgesprochen hatte, durch folgende Erklärung Stellung zu den Beschlüssen des Finanzausschusses der Zweiten Kammer:
Ter Vorstand des hessischen Landcs-Lehrcrvereins erkennt dankbar das Entgegenkommen des Finanzausschusses den Gleichstcllungswünschen der Lehrer Fegen- über an, muß es aber aufs lebhafteste bedauern, feoA das von dem Ausschuß festgesetzte Endgehalt von 3800 Mark erst im 34. Tienstfahr, als 12. Stufe, gegeben werden soll. Da das dazu nötige Alter, das 56. Lebensjahr, nur von dem zehnten Teil aller Lehrer erreicht wird, so ist es der allerdringendste Wunsch der Lehrerschaft, daß der Betrag von 3800 Mark, wie seither, mit dem Beginn des 31. Dienstjahres, als 11. Stufe, tu Ansatz komme.
Ter Vorstand gibt sich der Hoffnung hin, daß die Regierung und die beiden Kammern der Landstände diesem einmütigen Wunsche der gesamten hessischen Lehrerschaft willfahren, bei der Ausgestaltung der Skala aber auch die seither unzureichend bedachten unteren und mittleren Skufen besser, als das bei dem Vorschlag des Finanzausschusses geschieht, berücksichtigen werden.
Er glaubt, daß der von einem Mitglicde des Finanzausschusses bereits gestellte Antrag eine befriedigende Lösung dieser Wünsche enthält, und stellt darum das Ersuchen an die gesetzgebenden Faktoren, durch Annahme dieses Antrags der Lehrerschaft das im gegenwärtigen Augenblick durchaus Mögliche zu gewähren.
Eine Vorstandssitzung der Landwirtschaftskammer.
rm. Darmstadt, 24. Nov. Die hessische Landwirt s ch a f t s k a m m c r hielt heute unter dem Vorsitz des Oelonomierats Walter eine Vorstandssitzung ab, in der u. a. auch die Errichtung von sechs neu bh Gestütsstationen beschlossen wurde; Ration sollen zwei in Rheinhessen, Sprendlingen oder Oberhilbersheim und Pfeddersheim, drei in Oberhessen: Maar, Lich und Großen-Buseck, sowie eine in Starkenburg: Waldmichelbach, errichtet werden. Der Antrag auf Errichtung einer weiteren Station in Gadernheim fand Ablehnung. Tic endgültige Entscheidung soll 'von der Vorführung der Stuten abhängig gemacht werden, welche die Notwendigkeit der Errichtung der Stationen erweisen soll. — Weiter? wurde die Abhaltung einer großen P f erd e auktii on im Frühjahr in Darmstadt beschlossen und die Kosten dafür bewilligt.
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Zu den Stadtverordnetcnwahlen inDarm- st a d t erhalten wir von dem dortigen Sekretariat der f o r t - fchrittlichen Volkspartei folgende Richtigstellung der Angaben unseres Darmstädter Mitarbeiters:
„Es ist unrichtig, daß die Fortschrittliche Volkspartei ein Zusammengehen mit der Nativ nalliberalen Partei bei den Stadtverordnetenwahlen abgelehnt hat. Tie Fortschrittliche Volkspartci war vielmehr von Anfang an bereit, vier Nmnen aus der Kandidatenliste mit der Nationalliberalen Partei zu tauschen. Schwierigkeiten entstanden nur aus dem Verlangen der Nationalliberalen Partei, sich die von ihr zu übernehmenden Kandidaten anssuchen zu dürfen. Schließlich hat aber die Fortschrittliche Volkspartci sich bereit erklärt, diesem Verlangen nachzugeben. Tie Nationalliberale Partei lehnte indes; trotzdem ein Zusamntengehen ab und sie — nicht wir — ist deshalb für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich."
Auszeichnungen zu Grofstycnoqs (Geburtstag.
Ter Großherzog hat durch Entsch^cßung vom 18. d. Mts. verliehen:
Das Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Generalmajor Cliffvrd Kocg von Breugcl, Kommandeur der 25. Kavallerie-Brigade (Großh. Hess.).
Tas Ehrenkrcuz desselben Ordens: dem Oberstleutnant Frhrn. von Stetten, Komnlandeur des Großh. Hess. Train-Batls. Nr. 18, und dein Oberstleutnant z. D. v. Oheimb, Pferdcmustcrungskom- missar in Darmstadt.
Das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens: dem Hauptmann Polh und dem Hauptmann Schwendp, beide Komp.-Chefs im Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116.
Tas Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Fü^, Verdienste": dem Untcrzahlmeistcr Vogel, dem Feldwebel Metz, den Vizcseldwebeln Müller und Becker .und dem Hoboist Sergeant Spcper, sämtlich im Inf. Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116.
Ter Großherzog hat zum 25. November d. I. verliehen:
Tas Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone: dem Oberstallmeister Moritz Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Exzellenz.
Tas Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Oberkammer-Herrn Volprecht Riedesel Freiherrn zu Eisenbach, Exzellenz.
Das Komturkreuz 1. Klasse desselben Ordens: dem Oberjäger - meistcr Walter Freiherr van der Hoop, Forstnieistcr.
Dem Hofkapellmeister Hofrat Willem de Haan den Charakter als „Geheimer Hofrat".
Tas Komturkreuz 1..Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Direktor der Bank für Handel und Industrie Geheimen Obersinanzrat Maximilian von Klitzing in Berlin.
Das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Ober-Post- sekret är Friedrich Lauckhard in Gietzen, dem Postmeister Rechnungsrat Franz Schmid in Grimberg. '
Das Silberne Kreuz desselben Ordens: dem Postagenten Konrad Stahl in Kailbach. „ . - _ ... ,
Das Mlgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrist „titur langjährige treue Dienste": dem Ober-Postschaffner Adolf Schauermann in Friedberg.
Den Charakter als „Wirklicher Gehermerat" nut dem Pradckat „Exzellenz": dem außerordentlichen Gesandten und beoollmächtig- t'en Minister am Königlich Preußischen Hose Geheimen Staatsrat Tr-Jng Maximilian Freiherrn von Biegclcbcn in Berlin.
Tas Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen- dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Geheimen Forstrat Dr. Karl Wimmen- auer zu Gießen. ,
Die Krone zum Ritterkreuz 1. Klastc des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: Dem Direktor des Realgymnasiums u. bqj Obcrr^iüstchiile. Meßen Mchcimen Schulrat Dr. Emil Rausch.
Tas Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps dr-> Großmüttgcn: dem evangcl. Pfarrer Heinrich Adolph zu Gießen, dem Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen Prosessor Joseph Geyer, dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Dr. Paul Giscvius zu Gießen, dem Vorsitzenden des Bezirksverbandes der Krieger kameradschast Professor Dr. Adolf Krämer zu Büdingen, dem evang. Pfarrer Heinrich Muhl zu Schotten, dem Oberlehrer an der Augustinerschule (Gymnasium und Realsckmle) zu Friedberg Professor Franz Reitz, dem Tirektor der Taubstummeiranstalt zu Friedberg Tr. Adam Ritzert, dem Oberstabsarzt a. T. Dr. Ferdinand Siegert zu Gießen, dem Oberlehrer an der Augustiuerschulc lGym- nasrum und Realschule) zu Friedberg Professor Dr. Eduard Bolv, dem evang. Pfarrer Theodor Weber zu Lang-Göns, dem Kreisrat des Kreises Lmtterbach Leopold von Werner.
Tie Silberne Verdienstmedaille für Künst und Wissenschaft: dem Schriststellcr Alfred Bock zu Gießen.
Tie Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Oberlehrer Heinrich Geck zu Vilbel, dem Hauptlehrer Philipp Philipps zu Friedberg, dem bisherigen Mitglied des DckanatSausschufses, der Tekanatssynode und des Kirchenvorstandes Johannes Sandmann zu Lauterbach.
.Tas Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüttgcn: dem Vorsteher der landwirtschaftlichen Wintersckmle zu Büdingen Oekonomicrat Alfred ?lndrac, dem Lehrer Karl Bohl zu Schlitz, dem Rcallchrer an der Taubstummenanstalt zu Friedberg Johannes Platz, dem Lehrer Heinrich Rcuhl zu Trais-Horloff, dem Hauptlehrer Christian Roth zu Lich, dem Rcallchrer an dem Wolsgang-Ernst-Gymn.isium zu Bübingen Georg Ruth, dem Fabrikanten Friedrich Vogel II. zu Nauheim bei Groß-Gerau.
Die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüttgcn: dem Stadtsekretär Kanzleirat Werner Graulich zu Friedberg. . ;
Tas Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß- müttgen mit der Krone: dem Lehrer Albert Boßler zu Kl.-Linden, dem Lehrer Jakob Braunewell zu Weseck, dem Vorsitzenden des Oberhessischen Bienenzü -rvercins Lehrer Heinrich Buß zu Leihgestern, dem Lehrer Konrad Dirlam zu Schwalheim (Kreis Friedberg), dem Lehrer Hermann Hofmann zu Bad-Nauheim, dem Lehrer Ludwig Müller zu Pohl-Göns, dem Vorsitzenden des Krieger-.und Militärvcrcins „Hassia" zu Bad-Nauheim Johann Peter Christian Schäfer, dem Lehrer Johannes Wehrheim zu Bad-Nauheim.
Tic Silberne Verdienstmedaille des Ludcwigsordens: der Hebamme Anna Tahmcr zu Butzbach, der Hebamme Emma Döll zu Langd, der Hebamme Karolinc Euler zu Gießen, der Hebamme Mathilde Filsinger zu Vilbel, der Hebamme Katharina Fink zu Friedberg-Fauerbach, der Hebamme Margarete Magdalene Glück zu Vilbel, der Hebamme Elisabetha Jung zu Klein-Linden.
Das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Bürgermeister, Ortsgcnchtsvorfteher und Standcs- becrnttcn Karl Flach III. zu Butzbach, dem Krcisfcncrwehrin- spcktor Georg Dietrich Hoos zu Alsfeld, dem Garteninspektor Ibci der Obstbau- und landw. Winterschule Kttrl John zu Friedberg, dem Vorsitzenden des Bezirksverbandes der Kriegerkameradschaft Hassia Ferdinand Pfannsttel zu Ulrichstein, dem Bauschätzer Ar- chitett Ludwig Shilling zu Gießen.
Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrist: „Für langjährige treue Dienste": dem Gemeinderatsmitglied Heinrich Becker IV. zu Weickartshain, dem Feldgeschworenen Johann Georg Bipp zu Steinheim (Kr. Gießen), dem Feldgeschworenen Adam Engel II. zu Grüningen, dem Kirchenrechner Karl Flach zu Wenings, denr Gemeinde eichmeister Moritz Grüninger zu Butzbach, dem Gemeinderechner Wilhelm Hofmann zu Klein-Eichen, dem Feldgeschtvorenen Karl Jäger I. zu Münzenberg, dem Kirchenrechner Wilhelm Knickel ;n Eckartshausen, dem Feldgeschworenen Georg Momberger zu Rodheim (Kreis Gießen), dem Gemeinderatsmitglied Kaspar Müller II. zu Birklar, dem Gemeindereckmcr Lndwig Friedrich Nagel zu Büches, dem Gräflich Solrns-Rödel- heimsck>cii Mundkoch Ludwig Karl Heinrich Friedrich Schmidt zu Assenheirn.
Das Mlgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Verdienste": frcin Vorsitzenden des ^Kriegerocreins Steinbach (Kreis Gießen) Johannes Balser V., dem Vorsitzenden. des KwiegerVereins Lanzenhain Heinrich Boß III., dem 1. Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Heinrich Fink zu Vilbel, dem Vorsitzenden des Kriegkrvereins Holzheim Georg Heinrich Grieb V., dem Vorsitzenden des Kriegervereins Nonncnroth Heinrich Jakob II., dem Vorsitzenden des Kriegcrvereins Freienseen Johannes Heinrich Reichert, dem Vorsitzenden des Kriegervereins Weickartshain Johannes Schmidt IV., dem Vorsitzenden des Veteranen- und Militärvereins Dietzenbach Christian Seid.
Tas Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrist: „Für treue Dienste": dem Gemeindeschäfer Johannes Heinrich Teckmann zu Blcichenbach, dem Felüschützen Heinrich Greb zu Ruppertsburg, dem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Jakob Gripp zu Friedberg, dein Polizeidiener Heinrich Herröder IV. zu Ober-Seemen, dem Kirchendiener Heinrich Jung I. tzu Freienseen, dem Feldschützen Josef Knapp zu Mörlenbach, dem Polizeidiener Wilhelm Löffler zu Stornsels, dem Feldschützen Eduard Loos zu Eichelsachsen, dem Polizeidiener Wilhelm Maus zu Teckenbach, dem Förster Heinrich Sänvarz I. zu Dirlammen, dem Polizeidiener Anton Seibel II. zu Nieder-Rosbach, dem Kirchendiener Louis Wendel zu Ortenberg, dem Polizcidiener Johann Konrad Wolf I. zu Meiches.
Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrist: „Für treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Werkmeister Georg Schnepp zu Steinbach (Kreis Gießen).
Tos Mlgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrist: „Für treue Arbeit": dem Waldarbeiter Konrad Bachmann V. zu Freienseen, dem Waldarbeiter Christian Becht zu .Gonterskirchen, dem Waldarbeiter Konrad Bohnert zu Hamburg (Kreis Ziegenhain), dem Kreisstrastemvart Georg Brück zu Nonnenroth, dem Zimmermann Georg Bücking VI. zu Alsfeld, dem Vorarbeiter Heinrich Diehl zu Gießen, dem Gärtner Johannes Dietrich zu Lindenstruth, der Gartenarbeiterin Marie Barbara Engel Witwe zu Assenlicim, dem Waldarbester Heinrich Konrad Krauß zu Laubach, dem Fabrik- arbeiter Peter Kunz zu Bieber, dem Arbeiter August Heinrich Lohn zu Angersbach, dem Holzhauer Friedrich Müller zu Fauerbach bei Nidda, dem Rottmeister Andreas Oestreich zu Stockhausen (Kreis Lauterbachs dem Waldarbeiter Wilhelm Orth zu Freienseen, dem Kutscher Konrad Schneider zu Leihgestern, dem Holzhauer Karl Schivab I. zu Fauerbach bei Nidda, dem Holzsetzer Konrad Schweizer zu Westen-Gei'äß, dem Rottrncister Franz Sü mon V. zu Nieder-Roden, dem Zigarrenarbeiter Christian Stecker zu AltcnBuscck, dem Kutscher Jalob S t e i n m ü l l c r zu Gießen, dem Kalkbrennmeister Johannes Thorisch zu Butzbach, dem Fuhr- knccht Johannes Velten I. zu Großen-Linden, dem Hausweber Heinrich Wahl III. zu Wernges, dem Waldarbeiter Johannes Walter I. zu Freienseen, dem Kreisstraßenwart Konrad Weber zu Storndorf.
Der G r o ß h e r z o g hat dem Robert Max Hirsch zu Frankfurt a. M. in den erblichen Adels ft and versetzt.
Der Groß Herzog hat erteilt:
den Charakter als „Geheimer Regierungsrat": dem Kreisrat des Kreises Büdingen Ernst Böckmann:
den Charakter als „Geheimer Kirchenrat": dem ordentlichen Professor Tr. Samuel E ck zu Gießen;
den Charakter als „Geheimer Medizinalrat": dem ordentlichen Professor Dr. Julius Geppert zu Gießen;
den Titel „Bürgermeister": dem besoldeten Beigeordnete» der Provinzialhauptstadt Gießen Karl Keller:
den Charakter als „Schulrat": dem Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Büdingen Georg Baldauf:
den Charakter als „Mcdizinalrat": dem Kreisarzt Dr. Wilhelm Zinßcr zu Alsfeld:
den Charakter als „Sanitätsrat": dem praktischen Arzt Dr. Sigurd G r ä u v ii e r zu Bad Nauheim, dem praktischen Arzt. Dr. Karl Heß zu Bad-Nauheim:
den Charakter als „Ockonomierat": dem Vorsteher der landw. Wintcrschule zu Alsfeld Landwirtschaftslehrer Friedrich Heck, dem Inspektor der Arbcitcrkolonic Heinrich Ritte zu Nen-Ulrichstein.
Der G r o ß h e r z o o hat verliehen:
Tas Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Aktuar bei dem Amtsgericht Gießen Jakob D o s ch, dem Ockonomen an der Zellenstrafanstalt Butzbach Karl Lein.
Tie Krone zum Silbernen Kreuz dieses Ordens: dem Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Friedberg Friedrich Wagner.
Tas Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrist: „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Philippsordcns: dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Heinrich Schiel IV. in Langsdorf.
Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste": den Ortsgerichtsmännern Johann 9(bam Schmidt IV. in Falken-Gesäß, Heinrich Georg III. in Rainrod, Heinrich Dippel in Albach, Heinrich Gerich I in Altenschlirf, Jakob Schneider in Wernges, Georg Schmidt III. in Blofeld, Georg Heinrich Sippel in Hartershausen, Heinrich Saft II. in Unter- Seibertenrod, Johannes Krieger in Zeilbach, Tobias Harth II. in Kloppenheim und dem früheren Ortsgerichtsmann Konrad Schmidt in Ermenrod.
Ter Großherzog hat verliehen:
Ten Charakter als „Geheimer Justizrat": dem Obcrantts- richter bei, dem Amtsgericht Friedberg Karl W a r t h o r st.
Ten Charakter als „Oberaktuar": dem Aktuar bei dem Amtsgericht Friedberg Wilhelm Stein, dem Aktuar bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Oberhessen Karl Mann.
Ter Großherzog hat verliehen:
Tas Ebrcnkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Badedirektor Geh. Baurat Dr. Karl Eser zu Bad-Nauheim
Das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Forstmeister Gustav Schneider zu Treis a. d. L.
Tas Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Hockibauaufschcr bei dem Hochbauamt Friedberg, Friedrich Freudenberger.
Tas Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Irena Dienste": dem Stcuerausseber Wilhelm Wetzstein zu Meßen, dem Forstwart der Forstwartei Weickartshain, Förster Georg Tröl- ler zu Weickartshain, dem Forstwart der Forstwartei Bodenrod, Förster Johann Heinrich Salteuberger zu Maibach.
Das Allgemeine Ehrenzeichen mit b?r Inschrift: „Für treue Arbeit": dem Waldarbeiter Heinrich S-hepp zu Steinbach bei Gießen, dem Rottmeister Jost Kaus I. zu Geilshausen, dem Badc- toärter Christoph Horn III. zu Dad-Nauheirn, den Salinenaroeiterw Georg Krauch zu Schwalheim und Konrad Hom V. zu Bad-Nau - beim, den Bergmännkm Leopold Engel zu Dorheim, Friedrich Trüller zu Beienheim, Wilhelm Schmidt zu Melbach, Friedrich Hofmann zu Dorheim, dem Schloßbeschließer Ludwig Debus zu! Münzenberg.
Den Charakter als „Geheimer Finanzrat": dem Direktor der Landes-Hypothekenbank Negierungsrat Emil Bastian.
Den Charakter als „Rechnungsrat": dem Bezirkskassierer Rendant Friedrich Bitsch zu Grünberg.
Den Charakter als „Förster": dem Forstwart der Forstwartei Homberg Wilhelm Christ zu Homberg (Oberhessen>, dem Forstwart der Forstwartei Kohden Georg Gennebach zu Bad-Salzhonseu, dem Forstwart der Forstwartei Ober-Gleen Peter Harres zu Ober- Gleen.
Aus Anlaß des diesjährigen Allerhöchsten Geburtstages wurden an hessische Beamte und Bedienstete der Staatseisenbabnver- walttmy 71 Erinnerungszeichen für vierzigjährige Dienstzeit und 241 Erinnerungszeichen für fünfundzwanzigjährige Dienstzeit verliehen.
Zu Obersten beförderte der Großherzog den Großh. Hess. Oberstleutnant ä la suite her Infanterie Prinzen Franz Joseph von Battenberg, Durchlaucht, und Großh. Hess. Oberstleutnant ä la suite der Kavallerie und des Leib-Tragoner-Rcgimcuts i2. Großh. Hess.) Nr. 24 Freiherrn von Schoen, Kais. Deutsch. Botschafter in Paris.
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D as Ideal einer Kuran ft alt.
4. Berlin, 23. Nov. Ter sattsam Mannte „LehmPastor" Felke hat einen seiner würdigen Nachfolger erhalten in der Person des wegen Betrugs bereits vorbestraften früheren Friseurs und jetzigen Naturheilkundigen und Homöopathen Wilhelm Moritz aus Caputh, der isich. gemeinsam mit seinem Kompagnon, dem Reisenden Paul Werthofs, vor dem Landgericht I in" rjner r.nf mehrere Tage berechneten Verhandlung neueckich wcgein Bctr gZ zu verantworten hat. Moritz erlangte in seiner Eigenschaft nts Reisender für die bekannten Naturheilbücbar von Bilz und Platen einen flüchtigen Einblick in medizinische Verhältnisse, die er für ausreichend erachtete, um sie zum Heile der Menschheit, mehr aber noch zum Vorteil seines Geldbcutsls zu verwerten'. Zimü^ft brauchte er zur Ausübung seiner „genreinnützigen" Tätigk.nt Geld, das er sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im vorigen Jahr durch Kautionsschwindeleien verschaffte. Mit den ergatterten 400 Mark errichtete er nun eine „homöopathische Kuranstalt „mit einer Filiale" in Lichtenberg. Seine Spezialität waren Lehmkuren, wobei er den Lehm mit Essig usw. vermengte: zur Erhöhung der Wirkung gab er den Leichtgläubigen, die sich an ihn wandten, noch Schwcfellcber, Brechnuß und Eichenrinde. Ta seine Mittel, wie er erklärte, so ziemlich gegen jedes Leidesc halfen, war es nur natürlich, daß er sie sich anständig bezahlen ließ. Daß er aber für ..Mittel", die höchstens 1—2 Mk. wert! traten, 6—7 Mk. bezahlen ließ, faßte die Staatsanwaltschaft als Betrug auf. Ter ärztliche Sachverständige Med.-Rat Dr. Stürmer erklärte die Anwendung einzelner vom' Angeklagten Moritz abgegebenen Mittel als direkt gefährlich. Der Angekalate be=* hauptet, von einer fürstlichen Persönlichkeit, die er des ..Berufsgeheimnisses" wegen nicht nennen dürfe, 35 000 Mark zur Errickv- tung eines homöopathischen Sanatoriums versprochen erhalten zu haben. — Zu der Verhandlung sind über 50 Zeugen geladen.
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Kiew, 24. Nov. Tas Urteil im Ritnalmordprozesr wurde heute in endgültiger Form bekannt gegeben. Nach der Wiedergabe der Fragen, sowie der Antwort der Geschworenen wurden solgende vier Punkte des Urteilssvruchcs verlesen: 1. Beil iß wird sreigesorochen, 2. die Gerichtskosten übernimmt der Staat, 3. die Zivittorderung der Mutter Jnschtschinskys bleibt unbeachtet, 4. über die corpora delicti wird das Gericht noch besonder? beschließen. Beiliß war bei der Verlesung nicht anwesend.


