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Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.
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Ein Brief vom Südpol
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land durch seine genaue Kenntnis auch der intimsten österreichischen Rüstungen nicht mehr im Nachteil, ja nmhrschein- lich sogar in einem gewissen Vorteil, der bei etwaigen kriegerischen Verwicklungen für Oesterreich einen unberechenbaren, kaum wieder gut zu machenden Schaden gebracht hätte. Eine Schädigung durch einen eigenen Offizier!
Diese furchtbare Tatsache wäre für die österreichisch>- ungarische Monarchie nicht einmal so peinlich, wenn sie sich nicht einer Kette ähnlicher Affären als neues Glied anschlösse. Gerade im österreichischen Generalstab und in den Kreisen Lerer, die nach Posten darin streben, sind in den letzten Jahren überaus traurige Kriminalfälle vorgekommen. So wurde ein Kriegsschüler, der Oberleutnant Firbas, zugeteilt dem Generalstabe, vor nicht langer Zeit wegen Spionage für Mßft'and zu sieben Jahren schweren Kerkers verurteilt. Ein Offizier des Untersuchungs-Ausschusses soll ilM, wie cs heißt, kurz vor der Verhaftung, einen Revolver zugesteckt haben. Firbas machte davon nicht Gebrauch. Bekannt ist natürlich noch der greuliche Fall .Hof richt er, der, ebenfalls Generalstäbler in spe, aus unbefriedigtem Ehrgeiz zum Giftmörder wurde. Endlich wurde vor einigen Wochen ein Oberleutnant namens Jan d- witsch von Der Kriegsschule weg wegen höchstgefährlicher Spionage verhaftet.
interlogen fönntn r Anstalt (Lichei hne Zechungen) eicht» gegen @r= veiten.
t getrennt, ver- Hlift versehen, s bis zum Er-
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Der Giehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Siehener§amüienblätter: zivennal wöchenll.llreis- blfltt für fcen Kreis (yiefjen (Dienstag und Freitag); zweimal monall. Land- wirtschastliche oeichagen Fernsprcch - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gieren.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnnrmner bis vormittags 9 Uhr.
Anverwandten Redls bestiegen hierauf die wartenden Wagen. Dann wurde das Tor geöffnet und der Leichenwagen fetzte sich in Bewegung. Einige Kränze von bcm' Toten nahestehenden Personen schmückten den Leichenwagen. Militärischer Kondukti ist nicht beigegeben worden. Wie verlautet, war Redl bei allen Spionageprozessen der letzten Zeit als Sachverständiger zugezogen. ।
Im Abgeordnetenhaus ist wegen des Falles eine Anfrage eingcbracht worden.
Wien, 29. Mai. Zum Selbstmorde des Generatstabs- oberstcn Redl schreibt die „M i l i tä r i s ch e R u n d s ch a u": Redl vollführte die Tat, als man im Begriffe war, ihn folgender schwerer, nunmehr außer Zweifel gestellter Verfehlungen zu überfuhren: Erstens homosexueller Verkehr, der ihn in finanzielle Schwierigkeiten brachte; zweitens VerkaufdienstlicherBe- fehle reservierter Natur an Agenten einer fremden Macht.
Äc^^nun die einfache Einsegnung, worauf der Sarg"in cineü ~~ ~ ™ Während der Vorgänge
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Dus Reutersche Bureau erfährt, Last Staatssekretäu Gr eh an alle Delegierten Lie Einladung gerichtet habe, Freitag um 12.30 Uhr im St. Jamespalast zuscrmmenzu- lommen, um den Frieden zu unterzeichnen. Grey habe hinzugefügt, er hoffe selbst zugigen sein und einige Worte an die Delegierten, richten zu können.
Ein neuer bulgarisch-griechischer Kampf.
Athen, 29. Mai. (Agence d'Athenes.) Nachdem die Vulgaren auf Len Höhen von Prawitsch Kanonen aufgestellt hatten, machten sie am 27. Mai von hier aus ohne jede Veranlassung einen Angriff auf eine griechische Kompagnie. Ueber den Verlauf der neuen Angriffe ist noch nichts bekannt.
Athen, 29. Mai. Wie amtlich mit geteilt wird, hat heute zwischen Griechen und Bulgaren kein Ka m v f stattgefunden. Die Bulgaren feuerten nur vier Granaten gegen die griechischen Vorposten bei Elvthera, ohne jedoch zu treffen. Einige griechische Kriegsschiffe kreuzen vor dem Hasen von Elvthera. Der bulgarische Generalstab hat Len griechischen Vorschlag betreffend eine neutrale Zone zuruckgewiesen. Mau hofft jedoch, daß die beiden Regierungen trotzdem diese Frage weiter erörtern werden.
Die albanische Thronsrage.
Der Sonderberichterstatter des „Temps" meldet aus? Vallona, Last zwischen der provisorischen Regierung von Albanien und Essad Pascha Verhandlungen schwebten, wonach beide Teile bis zur enbgiiltigen Organisation Albaniens die Aufrechterhaltung der Ordnung übernehmen und die Machte ersuchen werden, einen Sohn Abdul Hamids zum Fürsteli von Albanien zu machen.
Zmtag, 50. Mai (9(3
Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal!5Pf* auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": K. Neu-
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Da§ verbrechen einer österreichischen Generalstäblers.
lAus Wien wird uns geschrieben:
Das Ungeheuerliche und schier Unsaßliche ist bewiesene Tatsache geworden: der Generalstabsoberst Redl, der in der vorigen Woche Selbstmord beging, hat 14 Jahre lang ferne militärische Stellung mißbraucht, um sein Vaterland Oesterreich zu verraten. Alles Dementieren und Beschönigen, alles Konfiszieren und Zensurieren erscheint über- k flüssig. Eine offizielle Mitteilung gibt bereits offen zu, daß der Grund zu Redls Selbstmord neben unnatürlichen Neigungen der „Verlauf dienstlicher Behelfe geheimer Natur eine fremde Macht" oder vielmehr das Offenbarwerden - Lieser Dinge gewesen ist. Es ist also nicht richtig, daß Oberst Redl nur aus Gewissenhaftigkeit Selbstmord begangen habe, wert er Len Diebstahl von Mobilisierungsplünen des achten Korps nicht verhindern tonnte. Nein, dieser Korps-General stabsches, ein künftiger Korps- oder gar Armeekommaudant, hat sich selbst gerichtet, weil er, Ler -angesehene Sachverständige des Spronagewesens, Landesverrat m einem Um- fange und in einer Gefährlichkeit persönlich betrieben hat wre er in Ler Geschichte Les modernen Kundschafterdienstes | noch nicht vorgekommem ist. Die einzelnen Verbrechen seiner | langjährigen Tätigkeit werden wohl erst im Laufe der Zeit [ bekannt werden. Klar liegt bis jetzt, daß Redl erst ganz I kürzlich Lie österreichischen Mo-bilmachungspläne für Ga- - lizi en an Rußland verschachert Hat, also ungefähr Vas wichtigste, was der russische Generalstäb für seine Maßnahmen während der letzten M'rife brauchte. Die Grenze Rußlands gegen Oesterreich ist bekanntlich fast durchweg assen und meist für die rmssische Strategie außerordentliche e-chwierigleiten auf. Neben der vielfach russenfeindlichen polnischen Bevölkerung ist es vor allem die Gestaltung der Bodenoberfläche, die glatt und eben weit in fremdes Gebiet hineinragt uud dadurch die Möglichkeit gewährt, Lie russischen Truppen üon mehreren Seiten zu gleicher Zeit anzu- ■ greifen. Immer muß RußlanL damit rechnen, daß es | neben gleichzeitigem Eingriff in der Front auch von Süden J hcr Lurch österreichische Heere umfaßt wird.
Und weiter. Der russische Aufmarsch beansprucht bei der LZeitmaschigreit des Dahnnetzes und den gewaltigen Raum Verhältnissen sehr beträchtliche Zeit. Aus diesem Grunde muß. Rü g land seine Heere längst vor Ausspruch einer Krieg?- erklärnug im stillen unter hamr'losen Vorwänden teilweise auf .Kriegsfuß setzen und diesen versteckten Aufmarsch durch ■ s^ue verstärkte Grenzwache schützen, die gegen Oesterreich und an der übrigen europäischen Grenze stets 24 mobile Nngaden stark ist. Um diese hermliche Mobilmachung ohne großes Aussehen und ohne nachträgliche Verschiebungen und auffällende Verftärkurugen ins Werk zu setzen bedarf die ru',fische Strategie der genauesten Kenntnis der öfter» reichlichen Stellungen in Galizien. Hier hat Redls Tätigkeit nngesetzt. Er hat den Rusten alle Vewegungen in den galizischen Festungen Oesterreichs, alte Neuformationeu und ' Verstärkungen, ja auch alle Pläne für einen eventuellen- Kriegsausbruch mitgeteilt. Und so kam es, daß jeder öfter- : .Schachzug, noch ehe er vollständig ausgeführt war, euf russischer Seite einem prompten Gegeuzua gegenüber- i Jan4>, was man sich in Wien so lange nicht erklären konnte, vis die Aufdeckung der Nedlschetr Machinationen des Rätsels Losung brachte. Während also Oesterreichs Aufmarsch ver- -....... —.......-
möge feines guten Bahnnetzes und seiner konzentrierten 3ietr? ,unb tr^9cn m bte Kapelle des Garnisouspitals. -Lgc mtec normalen Verhältnissen bei weitem schnebter als riS™I™Ämto^aebKHSbc'™mnf oeneume. Rnuln^vs r,n in r -uexairuvagen geyooen iruroc.
die Vorbereitung des Sriedsnsvsrtrages.
London, ^9. Mai. Wie Reuters Bureau erfährt, wurde der im Namen der Verbündeten abgefaßte Protokoll e n t w u r f gestern abend sämtlichen Kriegführenden geschickt. Bulgarien wird den Friedensvertrag morgen im Auswärtigen Amt unterzeichnen, Wie es von der englischen Regierung gewünscht wird, doch wird die bulgarische Abordnung nicht art der Versammlung teilnehmen, die von den anderen Verbündeten für heute nachmittag vereinbart wurde, um die Protokolle zu beraten, deren Fassung Bulgarien nicht billigt, und die nach dem Wunsche der anderen Verbündeten g-wichzeitig mit dem Vertrage unterzeichnet werden sollen. Bulgarien meint, daß die Aufwerfung der Protokollverträge im gegenwärtigen Zeitpunkt neuen Debatten Tür und Tor offnen würde. Die serbischen Delegierten erhielten heute mittag Anweisung, den Vertrag zu unterzeichnen. Es ist sicher, daß ihn auch Griechenland unterzeichnen wird. Der Protokollentwurf enthält einen Artikel bezüglich der Konvention, die nach dem Friedensschluß beraten und unterzeichnet werden soll.
Liegt in der merkwürdigen Häufung solcher Fälle bas Geheimnis besonderer Mißstände verborgen? Macht man an den jungen Nachwuck)s des tzleneralftabes allzu große Ansprüche? Oder macht eben dieser Nachwuchs selbst zu große Ansprüche an die Genüsse des Lebens, die er weder au§ dem kargen Sold noch aus den bescheidenen Zuschüssen bürgerlicher Eltern bestreiten kann? Man erzählt sich, daß der Throtcholger Erzherzoa Franz Ferdinand sich bereits mit diesem Generalstabsproblem beschäftige und eine Verbesserung des Standes der Generalstäbler drirch stärkere Heranziehung des Adels erstrebe. Man wird aber doch wohl auf andere und modernere Vorschläge sinnen müssen. Die Entdeckung.
Wien, 29. Mai'. Der gestern beerdigte Generalstabsoberst Redl ist tatsächlich, wie jetzt nickt mehr bestritten wird, her Svwnage zugunsten Rußlands überführt worden. Er ntißbrauchte ferne Stellung als Stabschef des Prager Korps seit 14 Fahren Sinn Landesverrat, zuerst, nnt .aus schwerer Geldklemme zu entkommest und sodann, um seine jährlich bis 150 OOO Kronen erfordernde Lebenshaltung zu bestreiten. Zuletzt itniröe durch 11 ebcriöartjn nn seiner Korrespondenz feine verrate- niQc Haltung festgestellt und er d u r ch L i ft j u einer Unter» ubuitg mit einem Mittelsm anne nach Wien gelockt. Eine Haussuchung in Prag erbrachte die Be- werse völliger U ebe r fü hru n g. Änsck>einend ließen die ihn tn Wien erwartenden Offiziere eine B r own i n gpi sto l e auf letncrn ,3immcr zurück, mit der er sich vorgestern Nacht erschoß Das Begräbnis fand ohne alle militärische Ehren statt
Von andeter Seite tvird gemeldet, daß Alfred Redl, der unverheiratet war, nicht mittels Eisenbahn, fonbern mit feinem eigenen Automobil am Samstag abend ans Prag in Wien eiit- traf. Im Hotel erwarteten ihn bereits drei Offiziere, darunter Maior-Auditor Kunz, der aus dem Hofricksterprozeß bekannt Ot- Redl begab sich mit den drei Offizieren auf sein Zimmer: die Cmsiere verltetzen bald darauf das Hotel. Redl hatte sckwn während dieser Unterredung den geladenen Revolver auf dem Tische liegen. Bei dem Toten wurden mehr als 3000 Kronen vorgefunden. Die Korrespondenzen, welche er in seinem Koffer hatte, wurden von den Militärbehörden besckstagnahmt. Gestern nadnnittag fand das Leichenbegängnis Redls statt: die Stunde desselben wurde geheimoehalten. Besonders auffallend war der Umstaitd, daß bei dem Leickienbegängnis keine offiziellen Persön- lickueiten betwohtrten. Kurz vor ein Uhr brachten Swet Männer den Sarg mit dem Lüchmam des Offi-
7; ^teSBanncr feier in der Walhalla. Anläßlich des 10.0 Geburtstages Richard Wagners fand in der Walhalla bet Regensburg die Aufstellung der Büste des Meisters statt Emgeleiett wurde die Feier durch die Aufführung der „Meister- finrjer durch das Personal des Münchener Hostheaters. Den Prinzen Rupprecht geleitete der Fürst von Thum und Tains. An der Nordfette der Walhalla begrüßten Walhalla-Kommissär Beztrksamtmann Morgist und Pros. Bleker, der Schöpfer der Büste die Gaste Unter den st langen der Huldigungsserenade von Wag- ner erfolgte der Eintritt in die Halle. Prinz Rupprecht gab das Zeichen zur Enthüllung der Büste, die vorläufig neben der Büste Kchsor Wilhelms 1. Aufstellung gefunden hat. Der Kultus-
am ’L. hierauf trug der Liederkranz und
Gesangverem Regensburg den „Wachchaus-Chor auS den
„Meistemsingem" vor. Prinz Rupprecht legte int Namen seines U.ers nnen Kratiz an der Büste nieder. Ihm folgten der stultusminilter, der für das Staatstninisterium einen Kranz nieder- das vostheater Munck)en, die Akademie der Tonkunst München und dte Vertreter der Städte München, Bapreuth, Regensburg und Augsbiirg. Emen vergoldetm Kranz legte der Fürst von Thum und Taxis nieder. Damit endigte die Feier. Frau Cosima Wagner konnte wegen ihres schweren Leidens nicht zu der Ent- hulliingsfeter kommen.
m ~ Die Einweihung des Krüger-Denkmals in ■7 r 0 i 0 r i a ^.ckis Pretoria wird berickstet: Am Souiiabend wurde von General Sck-alk Burger im Prineeß^Zark von Pretoria feierlich das Standbild Ohm Kstügers, des letzten Präsidenten des ehemaligen -vransvaalsreistaates, enthüllt. Das Denkmal ist eine Mtung des Senators Marks. Eine große Menge wohnte der Weche bei, hei der auch Botschaften von Lord Gladstone und General Botha verlesen wurden.
— Geographische Bausteine. Es kann nicht wun- - c^inen, daß m unserer Zeit geographisches Wissen ständig mr Kuffe steigt baut ,ich doch auf ihm das Verständnis weltwirtschaftlicher ^ckwicklnng in gleicher Weise auf wie das tiefere riinbrinnen in die Znsammmhänge weltpolittschen Geschehens Zur Pflege dieses Wissens hat der Verband deutscher Sckwl- geograpl-m einen weiteren bedeutsamen Schritt getan: im An- chlub und als Ergänzung seiner Zeitschrift läßt 'er eine Samm- limg von Abhandlungen erscheinen, für die der Titel „Geographifck« Bausteine" geprägt wurde. Die in zwangloser Folge erschmnm- Hefte sollen bauen helfen am geographischen Unterrickstsgebäude
A^b^ten aus dem Gebiet der Methodik, der praktischen Lelp- aV’m Forschung umfassen. Herausgeber
der Geschaftsstihrer, Les Verbandes Dr. Hermann Haack in Gotl-a. Als Mitarbeiter sind hervori-agende Fachmänner ge^ wonneii. Den Verlag hat Justus Persthes in Gotha
r, T, Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. j,er 4. internationale Kongreß für Schnl-
'ML"1. Buffalo abgehalten werden.
n Kl 0 ßrl st - Auguste- ^iftona -Hans in Berlin findet vom
7", ■ Zhklus von Vorträgen .statt über die Fort -
I u)r 111 c in der ärztliche n und sozialen Versorgung d e s g e s u n d e n u n d kranken Säuglings. — In Krakau ist Mexander v. B a n d r 0 w s k b , der elstunalige Hclden- renor der Frankfnrtep Oper, am 28. Mai gcstorpcn.
nach der andern Seite abzufallm beginnt. Die Hochebene liegt etwa 10 750 Fuß über dem Meeresspiegel.
Wir haben heute mit einem Radius von ackst Kilometern den geographischen Südpol abgegrenzt, die nonvegisckst- Flagge gehißt uiid den Puiikt, auf dem unseren Messungen nach der Südpol liegt, mit gnädiger ZustiniMung nach Ew. Majestät benannt. Die Rückreise wird morgen mit zwei Schlitten, 16 Hunden und mit Proviant wohlversehen angetreten werden.
In Ehrerbietung . Roald Am n n d f e n.
In seinem Buche berichtet Amundsen selbst von diesem Brief: ,,Nachdem unser Festbankett am Südpol fein Ende erreicht hatte, begannen die Vorbereitungen' für die Mreise. Zunächst wurde em kleines Zelt aus biumem Segeltuch von graubrauner Farbe orn 3)tc üch deutlich von der weißen Schneefläche abhob. An die Zeltstange wurde noch eine Widere gebuiiden, so daß die ganze Hohe ettva vier Meter ausmachte. Im Zelte selbst hinterließ ich eine Kassette mit einem Briefe an Ken König, dem ich darin Bericht darüber erstattete, was wir ausgerichtet hatten. Der Weg zurück war lang und vieles konnte geschehen, was uns selbst verhindert hätte, von unseren Entdeckungen Ätel- dung zu machen. Neben diesen Brief deponierte ich einen Hin
ftzr Scott, von dem ich ohne weiteres aimahm, daß er der erste fein würde, den Platz zu erreichen."
Scott fand den Brief wohlerhalten in einem Behälter aus fceWIben Stofs, aus dein das Zelttuch bestand. Er umgab das Do turn ent mit noch einer .zweiten Hülle. Der Brief ist in auäacäadmetem Zustande nach Christiauia gelangt und wird dem Schloßarcknv einverleibt werden.
*
Hierdurch erlaube ich mir mitzuteilen, daß fünf Mann bum der „Fram"-Eppeoitioii, mich eingercd/nct, gestern, ben 14. Dezember 1911, nach einer gut verlaufenen Schlittenreise von unserem Wintergnartier „Fmmheim", in der uu Mittelbaren Nähe des Südpols, nach genauer Observation auf 89 Gr. 57 Min. 30 Sek. südlicher Breite angrfommen sind. Mr verließen „Framheim" am 20. Oktober mit vier Schlitten, -'2 Hunden und Proviant für vier Monate. Airs unserem Wege konnten wir feststellen, daß sich die große Noßbarriere pach Hilden bis zum 86. Gr. südlicher Breite erstreckt, sowie den Nachweis erbringen, daß King-Edward-VII.-Land und Bictoria- ^ond auf demselben Grade zusammenl)ängen. Das Victoria- eand hört dort auf, während King-Edwards-Land sich in süd- Meitlicher Richtung bis etwa zum 87. Grade slidlicher Breite iortsejzt und von einer mächtigen Gebirgskette mit Gipfeln .115 zu 22 000 Fuß und höher durchzogen wird. Diese Berg- j Ute habe ich mir erlaubt — indem ich die Zustimuning Ew.
Wajeftäten vorauSsetzte — Königin-Maud-Gebirgskette zu be-
\Ä?L große ,^landsplateW,i geht wie wir ebenfalls .naner Ariiyetms 1. Aus,, j «'ISr Knuten, auf 88 Gr. südlicher Breite m eine ganz mini-fter hielt die Festrede fl-che Hochebene über, bic bei 89. Gr. südlicher Breite sanft I der Gesangverein RegenÄ
König Haalbn von Norwegen hat dieser Tage eine Anzahl tvn Vertretern der norwegischen Presse in das Schloß zu shnstiania geladen, wo ihnen ein Brief vom Südpol zur Be- mtigunq vorgelegt wurdch nämlich das Dokument mit einem Mzen Bericht über die Entdeckung des Südpols, das Roald llniundsen an „His Majesty the King of Norway" adressiert tnb in dem Zelt zurückgelassen l>atte, das am Südpol errichtet borben war. Der Bries wurde knapp einen Monat später von 8'a|ntän S e 0 11 und seinen Leuten aufgefunden und lieferte ihnen M unumstößlichen Beweis, daß die norwegische Expedition ihnen iUDorgeEommen war. Scott nahm das Schreiben an sich, in («c Absicht, es später dem hohen Adressaten persönlich zuzustellen Nid damit seinerseits den Beweis zu erbringen, daß er auch ckl Südpol erreicht habe. Man fand den Brief später in dem Mt, in dem sich Scott und seine Begleiter, von ihren hengungen und Leiden übermannt, niedergelassen hatten — lchien Schlummer.
Das Schreiben tautet:
15. Dezember 1911. Ew. Majestät!


