Ausgabe 
20.12.1913 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Arr^snS.

Verlangt Rußland ,,K o m v e n s-a t i o n cn" ? DasJournal des Debats" er fiert, man müsse die Meldung, wonach Rußtanb »en der Pforte eine Reihe von Kompensa- riouen verlangt habe, als tendenziös ansehen, denn man hobt hiervon weder in Paris noch in London irgendwelche Stennt nis und die ruwfdK Regierung hätte einen so wichtigen Schritt gewiß nicht ohne vorherige Verständigung mit ihren Verbündeten und freunden unternommen. <Vtir den Augen blick sei nur von einem finanziellen'Truck aus Ston- skantinovel die Rede und dieser werde nicht nachlassen, so lange die Pforte die notwendige Bürgschaft nicht gegeben habe.

Aus Stabt und Land.

Gieße n, 20. Tezeinber 1913.

Das Enteignungsversahren von Strastenland in der Lchwarzlach.

Wie im gestrigen Berichte über die Sitzung der Stadt- becoronften am TonuersLag erwähnt wurde, ivandte sich Oberbürgermeister Mec um energisch gegen die Ausführung 'gen des Rechtsanwaltes Spohr über das (Lnteignungsver- ,fahren von Straßenlanb in der Schwarzlach. Herr Ober­bürgermeister Mecnm hat uns nachträglich seine wörtliche Entgegnung Mm Abdruck zur Berfiigung gestellt, ans d?m wir die wesentlichsten Punkte ttnebergebcu:

Herr Rechtsanwalt Spohr hat einen Bries an Sie U>ie Stadtverordneten- gerichtet und auch im Gießener An zeig er vcröffentücht, der sich auf meine Tarlegungen in bed StadtverordnctcN'Sitzung am 20. November über das Ent eiqnungsverfahrcn von Straßenland in der Schwarz lach bezieht.

Es wird behauptet, ich hätte gesagt, die Anlieger hätten durch­schnittlich 7 Mark verlangt und Sachverständige hätten das «Ge­lände der eine auf 4200, der andere aus 2188 Mark geschätzt. Herr Srohr schließt weiter, diese Sachverständigengutachten be zögen sich auf das Grundstück von Pfaif. Tas ist freilich Un- sinn. 3,d) habe in der Sitzung am 20. November folgendes aus­geführt:

?rtii Straßen land zur Verbreiterung der Ederstraße ist bei dem Eckgrundstnck an der Steinstraße von G r ö n i n g e r der Quadratmeter zu 15 Mark, in der Ederstraße selbst oon ver­schiedenen Anliegern der Quadratmeter zu 8 Mart gekauft »vor den. Ta mit den übrigen Anliegern eine Einigung nicht zu erzielen war, wurde das E n t e i g n u n g s v e r f a h r e n ein- geleitet und dabei dem Hubert Heinz für die andere Ecke dcö Steinsttaße 15 Mark, den übrigen Eigentümern 8 Mark und Schwan für das Straßen land aus seiner großen Wiese 5 Mk. für den Quadratmeter geboten, 3m ersten Termin erklärten noch zwei Anlieger, das Gelände für 8 Mark abtrctcn zu wollen, die übrigen machten wlgende Forderungen.

Heinz für den Quadratmeter Straßcnland 30 Mark und für Entwertung des Restgrundstücks 5 Mark für den Quadrat­meter des Nestes, zusammen 4260 Mark. I u g h a r d t erklärte für Kohlermann, das ganze Grundstück zu 8 Mark abtretcn »u wollen. Wagner verlangte ebenfalls Enteignung des ganzen Grundstücks unb 18 Mark für den Quadratmeter. L f a f > ver­langt Enteignung des ganzen Grundstücks und 25 Mark für den Quadratmeter. H e l l m o l d 15_ Mark und Schwan, lvenn das ganze Grundstück Don der Stadt erworben ivürde, für ben Quadratmeter 10 Mark, für das Straßenland allein 12 Mark.

Del diesen Forderungen hielt ich es für ausgeschlossen, eine Einigung zu einem angemessenen Preise zu erzielen und schlug der Baudevutation vor, falls die Eigentümer auf ihren ftorberun gen bestehen blieben, die Enteignung gegen Heinz durchzu führen, weil das zur Zeit für die Straßenanlage nötig sei: gegenüber den anderen Eigentümern aber, mit Ausnahme der beiden, die zu 8 Mark verkaufen wollten, den Antrag zurück-- zuzieheu. Fm zweiten Termin richtete ich an die Eigen­tümer die Frage, ob sie auf Vergleichsvorschläge eingehen wolt ten Tas nrurbc verneint, und ich erklärte darauf, die Stadt : habe nochmals den Versuch gemacht, der Schwarzlach zu helfen nnb dort Straßen auszubauen: das scheitere aber an den hohen Fordemngett für das Straßenland: der EntcignungSantrag gegen Heinz werde aufrecht erhalten: bet Antrag gegen die beiden Eigentümer, die zu 8 Mark verkaufen wollen, solle bis zum Abschluß der Verhairdlungen in der Schwebe bleiben, und der Antrag gegen die übrigen Eigentümer werde zurückgezogen. Daraus erklärte Herr Fughardt, ich hätte früher für das ganze (Grund­stück 600U Mark geboten, er scr nunmehr bereit, das ganze Giuudflück für 6000 Mark zu verkaufen. 3rf) habe das An­gebot angenommen. Auflassung des Grundstücks ist bereits er­folgt, der Quadratmeter stellt sich hierbei auf 7,42 Mark.

Man wird mir entgegen Haltern, ich hätte den Antrag nicht zurüctzuziehen brauchen, beim im EnteignungSversahren tverde doch der wirNiche Wett der (Grundstücke festgestellt. Tein muß ich eutgegenlurlten, daß die Enteignungsbehorde zweifellos nach bestem Wissen und Geioffscu den Preis feststellt, daß sie aber nicht selbst sachverständig und daher aus das Gutachten von Sach v e r st ä n d i g e n angewiesen ist. Wcläwu Werl man solcku-n Gut­achten beilegen fami, geht auS folgendem hervor: 3-ür das Straßer: land aus 8ent Grundstück des Heinz mit 92 Quadratmetern luarcn «tfbfvtm 1380 Mark. Ter eine Sachverständige, schätzt die Ent sck'ädigung ans 2389 Mark, der andere aus 4200 Marl. 3cf} mies in der Verhandlung aus diese erheblichen Widersprüche hin, und mit Mcksicht darauf, daß Heinz immer behauptete, er wolle M'S dem Hause ein Geschäftshaus machen, habe ich fol «tendes ansgefübrt: Tie dortige Lage, Ecke der Stein und Eder. straße, ist zurzeit keine Geschäftsgegend. Im Augenblick geht der Turchgana-.'verkehr von der Stadt.nach der Wismarer streisstraße mangels einer anderen Verbindung an diesem Grundstück vorbei ?n Au tunst aber wird der Asterweg nach der Unterführung der Wrsmarer Kreisstraße unter der Gießen -Kasseler Eisenbalm direkt durchgesührr. und der Verkehr aus der Stadt wfrd dann nicht mehr den Hunnen durch die Ederstraße, sondern den direkten Weg »wer den Aitenveg nehmen. 3d) richtete an einen der beiden Sach veniändigen die fvroac, ob der Umbau des Hauses zu einem Ge schaftShau'e mit Rücksicht auf die jetzigen und später zn erwarten

Verkehr.wertilttrisse jetzt ober in absehbarer Jett vom sinan Mdlen rianhtninri aus ernstlich in Betracht kommen könne Scr Sackvetttiudige erklärte, diese Frage nicht beantworten zu können Trete Vorgänge bewtnsen doch klar und deutlich daß man aus G u lachten her Sachverständigen in solchen Verfahren nicht vtel geben kann, und daß es vollständig gerecht- s e r t: g t war, den Antrag z u r ü ck z u z i e h e n.

Tie Siabtverorhnrtfii Versammlung lwl darauf mein Bor geben "ebilligt intb ben Ankauf des Grundstücks tum Äoblcrmann genevmzgt

Venn Herr Necknsanwalt Svohr als Beweis für die Ange imNenbe" brr Fordernug inne» Mandanten andere Gruudstticks W*'« Q^^?rt,flTnc.-(^fiel,b hrt. so balch ,ch d.mr entgegen, daß die Lokalkmmmstwn in ihrem Gutachten vom 7 November zu dem GrgebmS gekommen ist, daßdort offenbar die Grundlage der flaufhimme verfchlnett nnnHen ist" ferner l>chanv1tt Herr «pobr. bie otnht foefnhnv auch hier aus den Schaden E.n-.eln^ man bonc wobt, bar, Pmn feine Grundstücke m Schleuderpreisen bergeben muffe, wenn man ihn lange genug »»arten läßt. n, I5r 5®c!1JNrt' b(T "bettriei'enen Tsordeniugen Einzelner gegen, über die PNa<1n. anbrvr Anlwaer, die ihre Grundstücke zii an aemertenen Pre,»en hiv-aegeben haben, davor zu schlitzen, daß die Sttaßcnbaukosten zur Bereicherung Einzel,»er eine unangemessene vohe erreichen. Danmter würden nicht die nock» weiter naib aus- Worts liege,iden Grundstücke, darunter auch die der Stadl zn leiben haben, sondern die an dem bereit* bestehenden Teil an der Eder ftrafte; denn es handelt sich jetzt nur darum. die Straße bi- zur crfteit Parollelslraßc zu, Steiustraß- au-iubaucn a d>,em ötraBenteif batte die Stadt bis »nm Ankauf De* Kolüennannschen Grundstücks feinen Besitz. Der weiten- Straßenbau au o**m auch -die 'Stabt mit ihren Grundstücken intneffica ist, wird erst spinn

M Ar

lllnbcfa Lu enlttck

Q V

I unßr Men

sc. A Netensi Bitlteilun

Schulangelegen Heike n Erledigt Zwei , evangelischen Lehrern zu besetzende Stellen zu 'S t a d e ck e Kreis Mainz. Mit einer ber Stellen ist Qrganistendienst n, bunden.

ienü nn i cher de nllW

'bt $ Kindtfete hi Hd)l von .5.

eit fin ytt wftew IlntttmiVti* Itemlichooi luteren Tn' le lh'icmdiq lin Rrüevtl Witte t>it|d kahle etlc(

]U von

Zeile zui ort eint eiche'

j alt gebt

Miste sich -Sunbbiu Äen lvur d « fc erorbi 2 tbeite f sttt- Di wie alle: ii Iber obi tete mit ifbftcn? l ienumeri butbe beü ix c nicht l b lieber a Konnte Ä $öttf 20 ( !t chtöffentk b e; 11 ? ti c d» Vcfarw Bitglteber Vx Lohnvk »n 22 140 I» t* itmrt

f? b e r b e f f i f eh c M ii s enw nnd Ga il' schc Sam,,,, lllnu?,,. Mcoffnet Sonntag vormittags 11 1 Uhr lnrentgeltlich

Museum für B ö l ke r ku n de. Geöffiet an Sonntagen vornuttanO von 11 l Uhr nnentgeltlick).

, b,e rf> e ü ' 1 rf) c r n n fl e c r c i i,. Die Ge»nälbe-A,iSfteNui,a nt täglich von 111 Uhr, Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, und an Sonntag,» von 11-3 Uhr geöffnet.

ie ' " 1 ngemnfik findet Sonntag vormittag 11 Uhr statt (nur bei ,uitcin Wetters. Spielvlan: 1. Unter Ratter! Marsch von ^hv. VnttenberflerRiefte,, >. Unaarifrhe L.'stfchel-e,,ver1>.re von ncier-^äla; 8. «.chaß-'Salzer ans der Lvcrekte .Der haemter- bnron von I. Strauß; 4. S* .....- ~ 1

C- Tchroder.

»yrbc er oeinrich A)lch sie

* Tageskalender für Samstag, den 20., und Sonntag den 21. Dezember: 5 e m i n a v - R i n b c v a o r t e n : SamStag : WeikmaehtStest in Steins Warfen nachmitlaas 4 Uhr.

Stadttheater: Sonntag nach,,,. 3>i Uhr: .Jilmzanber" - abends 7'/. Uhr: .Bisamalion." 6

Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.

N u ion-T Heater: Täglich VorsteNung. (Dienstags und samstags neues Vrogrannn.s

X.IV|||VV Hill UUlll 10. iuniWjrl ntzie

- Der Groß Herzog hat ihm die Goldene MedaiLs ^ckt tef ünehnnc.nrhMtfi

D tze» ^fe uih>d

vorgenommen und für sich abgerechnet, so vaß er mit den über­triebenen Forderungen von Pfasf und Konsor- t c n glicht belastet wird.

Jeder einsichtige Bürger wird der Stadtverordneten-Versamm- lung darin recht gebeo, daß sic nutz» iür Gattenland, das znr- -.etc noch an Feldwegen liegt, 'Vraic bis zur dovvelten Höhe dkr Wette von bebaniingsfähigcn Grundstücken au ausgebautei» Straßen anleqcn will. Weun die Grundstücksergentümer in her Schwarzlach den Wunsch haben, oaß bald weitere Straßen dort angelegt werden, so sollen sie zunächst dafür sorgen, daß das Straßenland zu an­gemessenen Preisen zur Verfüguwt gestellt wird.

Tas Schreiben des Herrn Rechtsanwalt Spohr beruht somit au» ganz falschen Voraussetzungen und ist daher in seiner Schluß- solgerungcn hinfällig. Auf Herrn Pfaff kann er sich hierbei nicht berufen, denn dieser hat einem Mitglied der Stadtverwaltung er­klärt, daß Herr Tt. Spohr ohne seinen Auftrag und auf eigene Veramwottung gehandelt habe."

Wir freuen uns, daß uns Herr Oberbürgermeister M e c u m seine Rede Mr Verfügung gestellt hat und da.ß auf diese Weise unseren Lesern die einzelnen Forderungen befnnnt gemacht werden Wir selbst konnten die Zahlen nicht genau Wiedersehen, da sie bei dem Lärm, der in der Stadtverordnetensitzung am 20. R-.wemder währe,rd der Beratung des Punktes herrschte, nicht zu verstehen waren. Uno als der Redakteur, der mit der Abfassung der Sitzungs­berichte betraut ist, nwhrend einer Pause, die mit dorn Besichtigen von ausgehangten Plänen ausgefiUlt wurde, den Selretär um die Einsicht in die einzelnen Forderungen bat, wurde ihm diese rundweg verweigert. Wenn also Herr Rechtsanwalt Spohr durch unser nicht voll- ständiges Zahlenmaterialvon s-alschen Voraussetzungen" auSgeyt, so ist das nicht unsere Schuld.

Daß wir gemeint haben sollen, das Urteil der Sachver­ständigen bezöge sich aus das tzlrundstück des Herrn. Psaff, lönnen wir aus unserem Bericht nicht ersehen. Wenn den Bericht doch jemand so verstanden haben will, so müssen wir ihm entaegenhalten, daß wir in dem an demselben Tcrge ver­öffentlichten Stimmungsbilde folgendes geschrieben haben: Der Bebauungsplan für die Schwarzlach wurde etwas aus­führlicher besprochen; große Verwunderung rief dabei die Mitteilung über die einzelnen Forderungen hervor, unter denen Herr I. G. Pfaff mit 25 Mark für den Quadrate mcter genannt wurde. Mit einem stillen Lächeln vernahm man, daß ein Sachverständiger bei der Enteig­nung eines G e l ä n d e st ü ck e s den Wert mit 4200 Mk., ein zweiter mit 2186 Marl angeseht habe. Dieser große Uilterschied war für den Oberbürgermeister mit ein Grund dazu, seine Enteigungsanträge zurü-ckzuziehen.

Dieruhige" Bürgermeisterwahl in Klein-Linden.

Am Donnerstag, 4. Dezember, fand in .Illein-Linden die Bürgermeisterwahl statt, und damit die letzte der Gemeinde­ratswahlen in .ftlein-Linden. Ueber die Wahl herrschte in dem Orte nur eine öffentliche Meinung, daß sie nämlich äußerst ruhig vor sich gegangen sei.'Diese öffentliche Meinung beeinflußte auch unseren dortigen Mitarbeiter, der uns am nächsten Morgen einen Bericht schickte, indem er seiner Ueberzeugunq getreu folgendes schrieb:

Klein Linden, 4. Dez. Mit ber heutigen Bür­ge i in c i st e r w a h l fanden die Gemeindewahlen ihren Ab- 'chlnß Ta bet verdienstvolle Bürgermeister Schaum mit Rücksicht auf fein hohes Alter eine Wiederwahl oblehnte, stan- den zwei neue st'aitbibaicit auf berJÖJabUiftc. Von diesen wurde Philipp 3 n n g 18. mit 219 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Bei der vorausgegangenen Beigeordnetenwahl errang Wilhelm 3 u n g 8. beit .Sieg und bei bet GemiNnderatSwahl wurden Karl Hvi, Heinrich Wahl, Kaiv. Lenz und Georg R c n i a t h gewählt. Sämtliche Gewählten gehörten bisher dem Gerneindevorstanb noch nicht an Tic Beteiligung an den Wahlen war ziemlich stark, die Wahlen selbst nahmen einen x uhigen P erlauf".

Dieserruhige Verlauf" scheint sich jedoch nur vor der Oeflentlichteit abgespielt zu haben. Daß für die näher Be­teiligten die Wahl alles andere als ruhig war, be­weist eine Zuschrift, die uns von den Händen eines der Wahl sehr nahestehenden, wenn auch persönlich am Ausgange der Mahl nicht interessierten Herrn ^gegangen ist. Selbstver­ständlich können wir uns nicht für die unbedingte Richtigkeit jedes Wortes verbürgen; doch können wir dem Schreiben unsere Beachtung nicht versagen, da der Einsender ein in Klein Linden angesehener Herr ist. Er schreibt unS:

Unter Bezugnahme auf den Artikel in der Ausgabe des Gieß Anzeigers vom>. d. M., die Bürgermeisterwaht betreffend, fühlen wir uns veranlagt, noch versckücdenes hinzuzufügen Wie bereits tn öicicm Artikel mitgetei-t wird, ist Herr Philipp Jung XVIII nut 226 stimmen gegen Herrn Wilhelm 3ung VIII mit 156 Stimmen siegreich aus der Wahl hervorgegangen Es ist dies eine erfreuliche Tatiarfie, da hierdurch unsere Gemeinde ein Oberhaupt in der Person eines Mannes erhält, dem man großes Zutrauen entgegeubnugt und der |idi seither wegen feines uneigen­nützigen intelligenten und vornehmen Charakters großer Be­liebtheit erfreut. Richt uiu-rwähnt möchten wir lassen daß die Ab- gabc der 226 Stimmen für bic.cn Derrn aus eigener 3nitiatiüe der betrenenbeit Wähler, also ohne jcghd)e Propaganda seitens des Kandidaten, erfolgte. Als anerkennenswett muß auch (w-rbov- gehoben werden, bar sich unser verdienstvoller seitheriger Bürger meister ^ck)aum, der mit Rücksicht auf sein hohes Alter die Wiederwahl ablehnte, fick, dem Wahlkamvi vollstäiidia fern Dielt. Um so bedauerlicher uf nun die Tatsache-, daß es- trotzdem unter uns Bürger gegeben hüt. öle, von dem Wahlergebnis nickt befriedigt, sich tu bie Wohnung dieses alten nnb ehrwürdigen Herrn begaben und ihm ungcrEcrweise Vorwürfe machten er hätte auf bim dem Ergebnis entsprixlienden Ausgang ber Wahl cinacivirft Richt genug damit, man bedrohte sogar den Herrn mit Tät­lichkeiten, und um dem Unfug die tfronc aufzusetzen »er- t r ü m m c r t e man eine Anzahl F c n st e r s ck) e i b e n seines Hau­ses und warf allerlei Unrat vor die Haustür. Andere glaubten ihrem Mißmut dadurch Ausdruck geben zu müifeit, daß sic harmlose Pas sanken, von denen angenommen wurde, daß sie gegen ihren tfanbi baten geftinuiit hätten, Borwürie und Beleidigungen ins Gesicht warfen. Zu unserem Bedauern können wir also nicht sagen daß die Wahl ruhig verlausen ist, und es wäre sehr zn wünschen wenn ein sichtige Leute diesen lliifugtrcibcnhcn ins Gewissen reden würden damit in Zukunft bei ähnlichen Fällen unser Dörfchen einen solchen Skandal nicht mehr eileben wurde.

_ Partie, Stoffe

Ul. allnx irmd

Klierte, k unitioi

* Mädchen- u n d K nabenhor t. Gestern ao waten Nachmittag fand die Weihnachtsfeier des Mädchen- Horts in der Mädchenschule an der Schillersttaße statt Kurz vor 5 Uhr wurde die Durnhatte für die Gäste geöffnet Lehrer Reich hielt die Festrede, die für tyie Kinder rechnet war und mit dem Wunsche schloß, daß der Bau» mit seinem Lichterglanz, der das Gefühl der Freude, der Glücks und des Friedens auslöse, auch über die Festig« hinaus den Kindern, aber auch deren Eltern zu Haus er- strahlen möge. Es wechselten dann Gedichte und Weihnachts tteder miteinander ab. An ein Weihnachtslied schloß sich di< Verteilung ber Gaben. Um 6 Uhr war die große Duri» Halle der S t a d t knab e n s ch u l e an der Nord ?lnlag< überfüllt. Zahlreicher als bei der Feier des Mädchen- Hortes waren die Eltern dorthin gekommen. Haupilehr« Knauß hielt die Feftred?. Er erinnerte daran, daß da Knabenhort heute mit der Weihnachtsfeier die Feier feind 2 Q i ä fj r i g e u Bestehens begeht und kam auf die sozüli Notwendigkeit dieser Einrichtung zu sprechen. Ter Redmi danlte den edlen Gebern, die es erst ermöglicht haben, dei Kindern bei diesem Feste eine Freude zu machen, und roiti barauf hin, daß für diesen Zweck den Lehrern Betrüge voi 1 Mk. bis 50 Mk. von edeldenkenden Männern zur Vev fügung gestellt worden seien. Ter Redner erkannte tut ög^. bie stäbtische Verwaltung, von der Notlvenbigkeit bei Knabenhorte überzeugt, dafür willig und gern ein Geld- opfer bringt, daß aber auf dem Gebiete noch mehr gc fchehen könnte, wenn nicht die leidige Geldfrage dabei eiiu Rolle spielen würde. Es sei zn wünschen, baß |icf>Jr unserer Stabt Bürger jinben, welche üt der -ftikunst erforderlichen Mittel stiften, uni die Horte noch mehr aus­zubauen. Gesang und Teklamation sowie die Aufführung des WeihnachtSfpielS:Waldhüters Weilmachten" wechstl- ten bei der Feier ab. Am Schluß wurden die LSeihnachr-- gaben an die Besucher de- Horts verteilt, die, abgefebc von Gebäck, Rüssen usw., aus nur praktischen Gebrauch­gegenständen bestanden.

** Zum Fall Ries erfahren wir noch, daß ta Schuhfabrikant in Butzbach, für den, wie bereits erwähnt,- in letzter Zeit reifte, bei dem Zusammenbruch der Gewerk' bank auch sein gesamtes Vermögen einbüßt. Er war an Veranlassung von R. nicht nur Mitglied der Bank, sondern gehörte auch dem Aussichtsrat an. R., der als tüchrtzttt Verkaufstalent bekannt ist, verdiente in letzter Zeit 'bti diesem Fabrilanten durchschnittlich 100 Mk Verlaufs- Provision in der Woche. Man erzählt sich, baß fdwv seit etwa 10 Jahren die Bank in Kalamitäten ist. Daß ic wenig in die Ocsscntlichkeit drang, ist hauptsächlich dem Umstande zu verdanken, daß R. vorzugsweise ganz junge Leute auf feinem Bureau beschäftigte und fie niereit warm werden liest", das heißt, er kündigte ihnen jo rechüzeitig, daß sie keinen tieferen Einblick in feinen schästsbetrieb gewinnen konnten. Uebrigens bekleidete % auch 2 Jahre lang das Ehrenamt eines Bürgermeisters Und wenn er nicht freiwillig zurückgetreten wäre, würde er vielleicht heute noch das Szepter in Lollar führen.

Landkreis Gießen.

h. Saasen, 19. Tez. Beim Holzfällen wurden bet Holzhauer Müller durch einen herabstürzendett Ast cht t® und ein Bein gebrochen.

Kreis Alsfeld.

B. Vadenrod, 19. Tez. Ein Wunde r do ktor, dessen Spezialität S ch r ö p s u n g e n zu sein schienen, üktz vor einigen Tagen hier sein einträgliches Handwerk mir Er erzählte den Leuten, gute Heilmittel gegen gewü^ Krankheiten zu besitzen. Das Geld für die Medizin n<ü>CT sich der Schlauberger gleich mit, während er den deinen uorredeke, die Heiltränklein befänden sieb der Einsachhe-' halber im letzten Hause, rin Junge würde sie jedoch ßM bringen. Auf die Trän klein warten die Käufer heute M-

B. Windhausen, 19. Dez. In großer Gefahr fch^ ein hiesiger Landwirt infolge Durchgehens seiner Pchrde. Er war mit einem Pfuhlfaß auf ben Acker gefahren, als öß Pferbe plötzlich scheuten und burchgingen. Der sitzer suchte mit aller Kraft die Zügel zu halten, wurde flb<r zu Boden geworfen und eine Strecke geschleift, bann muflt er die Zügel fahren lassen, und die Pferde rasten weit« Ter Mann erlitt erhebliche Verletzungen.

Kreis Friedberg.

h. Friedberg, 19. Dez. Äffern abend wurde von hier stammende Frau Ettings Haus, als sic xf Frantfurter Hauptbahnhof, wo sie Putzfrau ist, die Gel«^ überschreiten wollte, von einer Maschine ersaßt. Diese nw der 72jährigen Greistn beide Beine Wer den -Kuia glatt ab. Heute früh ist die alte Frau ihren schweren Ster letzungen erlegen.

L. Friedberg, 19. Dez. Die auf den großen Gül"«' in unserer Nachbarichaft beschöstigten landwirtschaftlich«' Arbeiter aus Bayern und Polen kehrten in diesen 2°^ --------- . üneber bis zum Frühjahr in ihre Heimat zuribt- Teulschlauds Ruhm! Maisch von! wird zwischen den Jahren bie Hauptkampagnc der hiesig" Zuckerfabrik geschlossen und 200 Arbeiter entlassc».

tzerwi 'ttib SRetfo bingungei Brunen, b Ane (Inti LDOOOOy Snlbefoni leng der Kmenomi I Iberf Möge ben «ersaww . ,b.£b g*11 llhqtc lltuul « kl bis 41 Wir- mit halten ff £1 Vcbrrr ►t Nustü S labt 220 fi*l> b J( * 11 zuM h-Hflc ttffm rircbh.

* Ter prakt Beteri ttärarzt und TiersUcki^v. spektor Tr. Lud. E o st aus Gießen hat die Prüfung :UP1 ^roßh. Hess. Kreisveterinararzt bestanden.

* * Inden Ruhe st andver setzt wurde der Kanrl-i. drener am Landgericht der Provinz Starkenburg Luäi^, Dubberle auf sein Rachfucheu unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 16. " J914- . y n y c i v y m des Ludewigsordeus verliehen.

* * D i e hessische S ch u tz m a n n s s ch u l e beftMod geitcrn ihren 18. Lehrgang. An der Prüfung nahmen i? Schutzleute teil, darunter fünf aus Darmstadt, zwei Rrauiz und Offenbach und der Schutzmann i^eorg Heil in a n n aus Gießen. Der Unterricht dauerte acht 28«r und der Vorsitzende Regierungsrat Gen n es konnte stellen, daß das Ergebnis der Prüfung günstig war. R mittags fand eine Hebung im Rettungs und Kranken derungsdienst sowie im Turnunterricht statt. Ter S Prüfung^ wohnten auch Vertreter verschiedener Städte . . ** tadttljcatc r. Es sei besonders daraus hingeroi. MR die beiden morgigen Botttelluiigen, ttachmitlags die deli GeiangsponeF i l m z a u b er" und abends Vernarb SbawS h interessante KomödiePygmalion" bei kleinen Preise, gegeben werden. Von Dienstag ab werden die Porbcndttee Karten rür fämtlidjc Feiettagr .ausgegeben.

Herberge zur Heimat. Man schreibt uns: Auch ir d>mem Jahre hat wieder ein unbekannter Wo hltäter 100 Mart für bie Weihnachtsbescherung in der Herberge zur ve: mal griltrtet, Wofür ihm im Namen der armen Wandernden her^. h(ber Tant gebührt. Für die Herberge und für die, ivelckx bot- Den Tuch zu decken haben, wäre cs freilicki noch erwünschter, mau der edle Stifter feinen Namen nennen wollte, und man ihm slm öffentlich, Auge in Auge danken könnte.

»r zwei nfl eine m i

-'tner fif tUTädffbi