Ausgabe 
26.2.1913 Erstes Blatt
 
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den Friedensliebe" des Kaisers und wünschte, daß die Be- ziehungen zwischen beiden Ländern auch fernerhin sich auf der festen Grundlage gegenseitigen Vertrauens und freund­schaftlicher Verständigung der beiden stammverwandten Völker mit ihren volkstümlichen Eigenarten entwickeln möge Staatssekretär Kuhn

ist am Dienstag vormittag, von Berlin kommend, in Mün­chen eingetroffen. Er stattete dem Staatsminister Frei­herrn von Hertling einen längeren Besuch ab. Am Abend wird der Staatssekretär seine Reise nach Stutt­gart fortsetzen.

Eine Auszeichnung des Prinzen Max v. Baden

DerReichsanzeiger" meldet die Verleihung des Kreu­zes der Großkomture des Königlichen Haus-- ordens der Hohen rollern an den Prinzen Maxi- inilian von Baden. Prinz Mar hat bekanntlich die Ver­söhnung mit den Welfen gefördert.

Der Großherzog von Baden bat dem früheren Minister des Innern Dr. August Eisen­loh, der am 25. d. M. sein 80. Lebensjahr vollendet, in einem Handschreiben seine besten Glückwünsche und gleich­zeitig die goldene Kette zum Großkreuz des Lrdens Bert­holds I. zugehen lassen. Mittags erschien in der Wohnung des Jubilars in Karlsruhe eine Abordnung des Mini­steriums des Innern, mit dem Minister Freiherrn v. Bod- man an der Spitze, um die Glückwünsche des gesamten Staatsminjsteriums darzubringen.

Ausland.

Delcasss in Berlin?

Wie ein Pariser Abendblatt mitteilt, ist cs möglich, daß Delcasse bei der Reise nach Petersburg über Berlin fährt, wo er vielleicht von amtlichen Persönlichkeiten emp­fangen wird. Die Pariser Börse war auf diese Mitteilung hin zum Schluß fest gestimmt.

Im Budgetausschuß der französischen Kammer.

erklärten der Finanzministcr und der Kriegsminister, sie würden am Montag eine Kreditvorlagc im Betrage von 5 00 M illionen cinbringen, die dazu bestimmt sei, ge­wisse für Kriegszwecke erforderliche Arbeiten zu be­schleunigen.

Dienstboten in Frankreich.

Aus Paris meldet man: Wiederholt wurde von nativ- nalistischer Seite verlangt, daß Maßregeln gegen ein-, allzu starke Zuwanderung ausländischer Di nstboten ergriffen werden mögen, da diese den französischen Dren st boten angeblich eine überaus schädliche Konkurrenz bereiten. Infolge einer im Zusammenhang mit dieser Bcsckstverdc an das Arbeitsministerium gerichteten Anfrage veröffentlicht dieses auf Grund der Volkszählung vom Jahre 1906 eine Statistik, wonach die Zahl der Dienst­boten in Frankreich etwa 950 000 betrug, vou welchen 67 000 Ausländer, 8000 männlicl-e und 59 000 weibliche Dienstboten, sind. Von den 207 000 Pariser Dienstboten sind 20000 Ausländer.

Fremde Handelsreisende in Frankreich.

Die französische Kammer nahm durch Handauf- hcben den Zusatz zum Finanzgesetz an, der von der Re­gierung bereits genehmigt worden war. Er unterwirft vom 1. Juli 1913 die fremden Reisenden und aus­wärtigen Handelsvertreter, die ihren Beruf dauernd oder vorübergehend auf französischem Gebiete aus­üben, denselben Bestimmungen und Angaben, denen die französischen Reisenden im Auslande unterworfen sind. Die Zollverwaltung wird nach dem Grundsatz der Gegen­seitigkeit gemäß den Bestimmungen der Zollgesetze von 1892 und 1910 die Abgaben nach der Nationalität der Reisenden und nicht nach der Herkunft ihrer Waren berechnen.

Eine neue Automobil st euer in Frankreich.

Der französische Finanzminister legte dem Budgetaus­schuß der Kammer einen Gesetzentwurf über eine neue Automobilstcucr vor, die je nach den Pferdekräftcn 50 bis 250 Franks jährlich betragen würde. Das Ergebnis dieser neuen Steuer, welche auf acht Millionen geschätzt wird, soll zur Unterhaltung der staatlichen Straßen verwendet werden.

Wechsel im österreichischen Marine-- t o m m a n d o.

Kaiser Franz Josef genehmigte die erbetene Enthebung des Mariuelommauandten Admiral Grafen von Monte- c u c c o l i. Er verlieh ihm das Ewoßkreuz des St. Stephan- ordens. Gleichzeitig ernannte der Kaiser den Vizeadmiral Haus zum Marinet'ommandanten und zum Chef der Ma­rinesektion des Kriegsministeriums bei Belassung in feiner Eigenschaft als Flotteninspekteur.

Heer und Flotte.

Stuttgart, 25. Febr. Der König hat aus Anlaß seines heutigen Geburtstages lautStaatsanzeigcr" den Herzog Philipp von Württemberg, General der Kavallerie, zum Generalobersten befördert und ben Kriegsminister von Marchtaler, General der In­fanterie und Generaladjutant des Königs, ä la suite des Füsilierregiments Kaiser Franz Josef von Oesterreich Nr. 122 gestellt.

Kreistag des Kreises Schotten.

lf0 Schotten, 25. Febr. Dieser Tage fand hier im Rathans- saal unter dem Barsch des KreiSratS Dr. Kranzbühler die ordenll iche Sitzung des K r e i s t a g s d c s K r e i s e s Schot­ten statt. Erschienen nxnai^ 12 Abgeordnete. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden und Feststellung der Beschlußfähigkeit des Kreistags wurde in die Tagesordnung cingetrctcu.

Zur Rechnung für 1911, abschließend mit einem Rest von 25 188,82 Mk. uird zu dem B c r i ch l d e s K r e i s a u s s ch u s- seS über die Verwaltung und den StandderKrcis- perbandsangclegenheiten 1911 wurden Bemerkungen nicht erhoben.

Voranschlag der Kreis kasse für 1913. Ter Vor­sitzende gab zunächst einen allaemrincn Ueberblick über die Finanz­lage des Kreises. Die zu dem Voranschlag vorliegenden vier besonderen Anträge des .Ztzreisausschuises fanden ihre Erledigung. ES wurde bcidiion'en:

al Bewilligung einer ständigen Beihilfe an die Kriegsteil­nehmer des Kreises von je 10 Dick. jährlich aus demFonds zur Unterstützung der bedürftigen Familien zum Dienst einberufener Reserve und Landwehrntannschaften bei einer Mobilmachung oder außergewöhnlichen Zusammenziehung von Truppenteilen Reichs- gesctz v. 28. 2. 1888j", erstmalig zahlbar aus Anlaß der in diesem Jahr statlsindenden Feier des 25 jährigen Regicrungsjubiläums Seiner Maicstät des Kaisers. Die Beihilfe, die unabhängig von der Frage der Bedürftigkeit des eins einen Kri eMeilnehnrers be­willigt wird, ist als ein ..Ehrensold" gedacht, dessen Zahlung auf» hären mutz, sobald 'ich tut den Kreis die Notwendigkeit der Er­füllung der ihnr nach dem Reichsgesetz vom 28. 2. 1888 obliegenden Verpflichtung ergibt^

b) Regelung des bautechnischen Dien ltcs des Personals des KreiSbauinspektorS. Der vom Kreis- ausschuß mit der staatlichen Bauverioaltung getroffenen Verein barung wurde zugestimmt .hiernach wird die Zahl der §breis straßenmeister von 4 auf 5 erhöht. Tie BezeichnungStrafen meifterbejir?" wird inBaubezirk" umgewandelt. Der 5. Bezirk wird einem staatlichen Hochbauaufseher zugeteilt, ber, in feinem Bezirk lediglich das Hochbauwesen des Staats, des Kreises, der Gemeinden, der Kirchen und öffentlichen Stiftungen, ferner die Baupolizei und den Bauarbeiterschuy, besorgt. Gehalt, Wohnungsgeldzuschuß und Ruhegehalt des fünften Beamten blei­ben zu Lasten der Staatskasse, seine Tagegelder, Rcisekoitcn und Uebernachtungsgebühren für auswärtige Dienstgeschäfte übernimmt der Kreis. Ter Staat ersetzt dafür die durch Besorgung von An­gelegenheiten der ftaatlidKn Bauverwaltung erwachsenden Tage­gelder usw. der fünf Kreisstraßenmeister. Die Bauleitungsgebüh­ren für das BauNTesen der Gemeinden, Kirchen- und Stiftungen, sowie die Baupolrzeigebljhren aus iämtüdten fünf Baubezirken verbleiben ungekürzt der Kreiskasse. Tic Vereinbarung tritt am 1. April in Kraft und bleibt in der Erwartung, daß mittlerweile die allgemeine Neuorganisation der Baubehörden durchgcführt werden wird, vorerst bis Ende 1913 in Gültigkeit, falls nicht vorher eine andere gesetzliche Regelung erfolgt. Tie Vereinbarung wurde in Anerkennung der Sclnvierigkeit der Frage der Neurege­lung der staatliä)cn Bauvertvaltung und um den Uebergang zu Den neuen Verhältnissen zu erleichtern, abgeschlossen.

c) K r c i s st r a ß e n b a u P e t c r s h e i m e r Hof Wohn- f cl d: hi^cr die Linien führungdcs 3. (l e tz t e n) T c i l s. Die von Krcisausschuß und Provinzialausschuß beschlossene Linien­führung wurde genehmigt. Hiernach wird für den Anschluß von Wohnfeld an die bereits fertig gestellte Straßenstreckc der bestehende Weg benutzt und mit dieser kürzeren Linienführung für alle Beteiligten eine erhebliche Kostenersparnis erzielt, namentlich auch für Gelündcerwerb, da bei einer anderen Linienführung teuer cd1 Miesengelände zu erwerben wäre.

d) Sägewerkbetrieb der Firma I. Himmelsbach in Eichels­dors: hier unentgeltliche Abtretung einer Strecke der Kreis- straßo nad) Ulfa und Uebernahme von Vs der Kosten der Ver­legung dieser Straßenstreckc.

Der Vorsitzende gab Kenntnis von der Absicht der Firma Himinelsbad) zu Eichelsdorf, ihren Betrieb von da tvcgzunehmen und von den Wirkungen dieser Betriedsvertegung. Er betonte, daß es im Interesse der Arbeiterschaft sowohl als auch im In tercsse der Gemeinde Eichelsdorf und weiterer Gemeinden des Kreises erforberlid) sei, aus den Verbleib des Werkes in Eichels- dorf hiuzuwirken. Tie Firma wolle, falls die angebahnten Ver­handlungen die Belassung des Betriebes in E. ermöglichen, das Werk mit einem erheblichen Kosteltaufwand vergrößern. Dies bedinge die Verlegung einer Strecke der Kreisstraße nach Ulfa. Es sei vereinbart worden, das wegen Vergrößerung des Werkes erforberlidH* Stück Straßengeländc gegen kostenlose Ucbcrweisung dcr für die neue Straßen strecke durch die Firma zu erwerbenden Geländes abzutreten und von den Kosten Der Straßenverlegung Vs auf den Kreis zu übernehmen. Je ein weiteres Tritte! ''er Kosten werde von der Firma Himmelsbad) unD der Gemeinde Eichelsdorf getragen. Ter Kreistag erkannte an, daß aud; dcr Kreis an dem Verbleib des Werkes in E. ein Intereste hat und ge­nehmigte die Anträge des Krcisausschusses.

Abg. K a m mcrdirektor Birnbaum-La ubach fbrad) dem Vorsitzenden den Dank des Kreistags aus für seine Be­mühungen und die Erhaltung des Himmelsbach'schcn Werkes in Eidielsdorf.

Aus dem Voranschlag sind noch besonders folgende neue Ansätze zu erwähnen:

a) Ein Betrag von 2500 Mark für die der Staatskasse zu ersetzende Hälfte für die nach § 66 des Reichsviehseuchcngesctzcs zu gewährenden Entschädigungen für Viehverluste und für Kosten des Feststellungsverfahrens.

Dazu hat der K'reisaussdwß besdstossen, den nicht verbraucht werdenden Teil dieses Kredits jeweils bis zur Höhe ton 1000 Mk. auf das folgende Rechnungsjahr zu übertragen, um Mittel für vorkommende außerordentliche Viehverluste zu erhalten. Der Kreis­tag genehmigte auch diesen Beschluß.

b) Um die Gründung eines Kreis-Hcbammenvereins zu ermöglid)en, ist ein Zuschuß von 60 Mark eingestellt.

c) Für Beiträge zu den,R cp a r a t ur k o ftcn von Pri­vat b a u t e n , deren Erhaltung im Interesse der Denkmalpflege oder des Heimatjdmtzes geboten erscheint, sind 100 Mark zur Ver­fügung gestellt mit der Maßgabe, daß der nicht zur Verwendung ge­langende Betrag verziirslich anzulegen ist.

Gegen den Voranschlag in seiner Gesamtheit wurden Einwen- düngen nicht erhoben. Er schließt ob in Einnahme und Ausgabe mit 292 742,11 Mark.

4. Die Kr eisausschu ßmitglieder Oberamtsrichter Nispcl-Schot- ten, Bürgermeister Rühl Ulrichstein und Bürgermeister- Viehl- Rainrod, deren Dienstzeit Ende dieses Jahres abläuft, wurden durch Zuruf für 1914 bis 1919 wiedergewählt.

5. Zu Mitgliedern der St euer -Einschätzung s- kommission 1. Abteilung wurden für Rendant Keutzer, der fein Amt tocgeii Krankheit niedergelegt bot und für den ver­storbenen Bicrbraucrcibesitzer Duchardt-Schottcn t>urd) Zuruf ge­wählt : Kaufmann Georg Rockemer und Bäckermeister Georg Kon­rad Hostnann II., beide zu Schotten, und als Erfatzmitglied Gast­wirt Ferd. Pfannsnel von Ulridrftern.

6 Zu Taxatoren und Ersatzmännern zur Pserdeaushebungs- konrmission für die Jahre 1913 bis Eirde Les Jahres 1918 lvurden durch Zuruf gewählt: n) a l s Taxatoren Gutsbesitzer Fiickwr, Hof-Zwiefalten, Landwirt Theod. Cellarius, Scholten, Gastwirt Ferd. Psannstiel, Ulrichstein; d) als Ersatz m ä n n c r Gustav Schmidt, Gedern, August Jock)em, Laubach, Bürgermeister Kaiser, Steinberg.

7. Tie vorgenomwcnen Geländeverkäufe wurden genehmigt.

8. Um eine möglichst gleichwästm" Rerteilung der Kosten der nach den §S? 163 und 1(6 der Au sührungstorsch ften des Bunde - tm-j iUm Reichsviel-feuchengeiet ucnuiuj.cn tierärztlichen und amtstierärztlicl-en Untersuchungrm von Viehbeständen herbeizu­führen, beschloß dcr Kreistag den -Erlaß einer Kreissatzung nach S 19 Abi. 3 des Hess. Ausführungsgcsetzos zum Reicüsvichseiichen^ gesetz. Tic vorgenannten Kosten tverben hiernach auf die Vieh­besitzer des Kreises ausgesdrlageit.

9. Die Neuorganisation der Krankenkassen des Kreises nad) der ReichsversicherungSortznung. Es wurde die Errickstung einer allgemeinen Ortskrankenkasse und einer Landkrankenkasse für den Kreis Schotten beschlossen.

10. Die bei Ausscheidung der Kreisstraßen in den G markungen Groß^Ticheu, .Acin-Eidzen, Sellnrod aus Zweckmäßigkeitsgründen vorgenommencn kleinen Gemarkungsgrenzverlegungerr wurden vor­behältlich der Zustimmung der Grundeigentümer und der Orts- vorstände dcr betroffenen Gemcinden genehmigt.

Au- Stadt und Land.

G.eßen, 26. Februar 1913.

** Tageskalender für Mittwoch, 26. Febr. Stadt- theater:hinter Dl ar, er n". Anfang 7 Uhr.

♦♦ In den Gießener Familien blättern be­ginnen wir heute mit dem Abdruck eines neuen Rornanes, dcr aus der Feder Horst Dodemers stammt und sicher ebenso ba£ Gefallen unserer Leser finden wird wie der eben abgeschlossene Roman Von Frühling zu Frühling. Frauen liebe nennt Horst Bodenrer diesen Roman und er versteht es, mit fesselnder Schilderungskunst uns bis zum letzten Wort in Spannung zu halten und unseren herz­lichsten Anteil an den Geschickerl seiner Menschen nicht nur fru erwecken, sondern auch bis zum Schluß festzuhalten. Wir find überzeugt, daß wir unseren Lesern mir diesem Roman eine wiUkommene und unterhaltende Lektüre bieten.

- Mandats Verzicht. Dcr Großherzog hat den Verzicht des ordenll,chen Professors der furistifchen Fakultät

der LandeSunioersttät, Geh. Jusiizrat Dr. Arthur Dcnae Zchinidt in Gießen auf die Rechte eines Mitgliedes itx Ersten Kammer der Stände angenommen.

** Stadt theater. Die Abonnenten werden dnrau' aufmerksam gemacht, daß nur noch zwölf Vorstellungen au*. stehen, zu denen Gutsdiciirc gelten. -- In Vor­bereitung stehen zurzeit Nikolai Gogols klassisches rufst sches LustspielDer Revisor"' und ein Drama von Walter LutzAndreas H o fe r", das im Januar an den Hof. theatern zu Stuttgart und Meiningen auBcrorbcnHtdie?? Erfolg erzielte und auch hier lebhaft interessieren dürf-^ zumal das Werk dichterische Werte enthält, die dem bister unbekannten Bersasser sicher bald einen Namen mad^i werden.

** Der Konzertverein veranstaltet am nächsten Sojlv tag sein vorletztes Konzert in diesem Winter, da- gleich der letzte Kammcrmusikabend ist. Tas Prograv^ ist insofern einheitlich gedacht, als in ihm nur österreichis^! Komponisten zu Worte kommen sollen, denn auch Brahms fan als solcher angesprochcn tverdcn, da ihm Wien zur zweiten H j.! mal geworden war. Im allgemeinen nehmen die min'ifaliiden j Aufführungen nur geringe Notiz von der großen £eit, die in nie, I unseren Klassikern liegt. Daß aber vor diesen Meistern nicht blof historisch interessante" sondern and) in sich reife, freundliche unM Durd) Gemeinverständlichkeit und Wohllaut ausgezeichnete ÄmiH blühte, soll diesesmal mit der Sonate für Piano forte und Bwln von Biber gezeigt werden. Heinrich Biber (16441704 war seit 1675 am Hofe des Erzbischofs von Salzburg tätig intf wurde 1688 dort Kapellmeister. Nach den neuesten Forschungcr kommt ihm die Bede,tttmg des größten deutschen Geigenkünftlkr! seiner Zeit für die Entwicklung der Violicnkomvosition zu. g- legtc seinen Sonaten ein bestimmtes Programm zu Grunde un j ist somit einer der frühesten Programmusiker. Für die 29tri schätzung seiner Sonaten spricht die Neuausgabc in Band 5 br Denkmäler der Tonkunst in Lcsterreich. RobertVolkma« ^geb. 1815) war zuerst 1839 in Prag, dann 1842 in Pest tlj Proesssor der Harmonie an der dortigen Musikakademie tätig. Ei machte sich durch eine Reihe ausgezeichncter Kompositionen ett fast allen musikalischen SchaffenSgcbieten bekannt. Namentliä seine Kammermusikwerkc machen in Anlage und Durchfühnir.-> ohne weiteres den Eindruck des Klassischen. Anton Dvorak 1841 zu Mühlhausen geb.) ist neben Smetana der hervorragend!'!! böhmische Meister der Neuzeit. Ursprünglich Bratschist am Nc tionaltheatcr in Prag, lvidmctc er sich später der Komposition «m wurde durch Brahms und Bülow wesentlich gefördert, in; | der Prager Zeit stammen feine besten Werke. 1892 ging DvM nad) New Bork als Direktor des Nationalkonfervatoriums ur kehrte 1895 nad) Prag zurück Er hat auf dem Gebiet der Lvec der Orchesterwerke und der Programmusik bedeutendes geschasser Am hervorragendsten ist er aber in der Kammermusik HierÄ! er immer originell und versteht außerordentliche Wirkungen erzielen. Er starb im Jahre 1904. Von B r a h in s schn Kammermusik seiner eigentlichen Domäne - kommt ba;, H-Dur-Trio zur Ausführung, aber nicht, wie üblich, in der spätere-! Umarbeitung, sondern in der frühen ersten Fassung. Diese Wal. dürfte unseren Musikfreunden einen besonderen Reiz gewähren

** Vorn K inernatographen Bahn Hof skraße 5), wird uns mitgeteilt: J'm Laufe dieser Woche wird eine: der größten SchlagerTer Flug ums Leben", Tranit in 3 Akten, zur Vorführung gebracht. Ein Ingenieur, da> Aviatiker geworden war, rettete unter den schwierigsteI Verhältnissen mit feinem Flugzeug die Tock>ter eines Konsulll aus einem fern in der See stehenden Leuchtturm. Neben! diesem äußerst spannenden Schlager wird daun noch ixul sonstige Programm gezeigt, das ebenfalls hervorragend! Bilder aufweist.

Hessische Vereinigung für Volkskunde. Jil der hessischen Vereinigung für Volkskunde sprach gestern abkii)! Dr. mecE Martin aus Bad-Nauhenn über ba§ Bre

ZE k g s te s UM von vl L allein W i-zuriterttk Windung t kjuftragt, V hffli.

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die Sympa noch etwa einfache t genau so

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mit dem Hub ertuöschlüssel zur Vorbeugung un' Heilung der Tollwut. Er besprach zunächst bte Tok­io ut oder die .Hundswut und führte mehrere Verordnungtn und Rezepte zu ihrer Beseitigung an. Man führte die Hundc- steuer ein, nicht wegen der finanziellen Wirkung, sondern um die Zahl der Hunde z», vermindern. Bei der Bekämpsuf der Tollwut verdient in erster Linie Friedrich der Große g nannt zu werden. AlS Mittel führte er den Maikäfer ein ein Mittel, das sich bald als falsch gewählt herauSstelltk. Weitere Mittel entflammen der eigentlichen Volksmedizin; fit sollten zumeist der Vorbeugung dienen, so z. B. der Ma^ wurm. TaS hauptsächlichste Mittel ist der St. Hilbettu^ schlüssel, der im Hanauer Magazin von 1779 beschrieben ifi Mit dem Schlüssel wird auf den Schädel gebrannt.

Schlüssel ist ein Brenneisen. In einem Falle wird auch-em HubrechtSschlüsscl erwähnt. Auch eine Doktordissertation rourh in Tübingen über den Hubertusschlüffel geschrieben. Wetu sprach dann Dr. Martin über die Foltertröge deS alten DessalierS. Ein Desiauer Trog ist etwas größer »il inanneSgroß und in ihn war die Gestalt eines MonneS auSgehauen. Der zu Folternde wurde hineingelegt und er Kopf, Händen und Füßen gefesselt. Hierauf sprach Pfarar Schulte von Großen--Linden über die Flurnamen« Sammlung und die Kirchen- bezw. Gemeinde-ReL« nun gen. Als der Redner die Flurnamen-Sammlung von Großen-Linden onferliote, fand er die Spuren zweier untn« gegangener Niederlassungen, Zahlbach und Bolgenheim.

Im deutschen Frauenverein für die Kolr- nien spricht, wie schon mitgeteilt wurde, morgen abend Gb. Hofrat Profesior Dr. Hansen über Ceylon und fee: Pflanzenwelt.

Vor dem Schwurgericht, das in der kommentan

M bcs Karl feinen Po vertreten Dr. Gulp

I gegen den I »u Gieße; I Justizrat

I wegen Bel I hat Großl am 26. S< | Der f |20. April 1 | hi Gießen, 1186 Str.G I stnsundzwa y and in die Mimenbigen I öagleich mi Nt\\ die I hn Teil dc H Aufteilung , I Ntn des »fiemlirfj bef Die Ni beqlau

'«'S beschein Tießen,

Woche hier tagt, kommen zwei Meineidsanklagen und nm Duell mit tödlichem AuSgang zur Verhandlung.

* Die Bauten für bte Mafchinengewehs« abteilung an der Kaifcr-Allcc, z>vifchen der fläötifeten Kaserne und dem SchützenhauS find begonnen worden, ft besteht ferner der Plan, 1916 auf der Höhe deS Trieb en: weitere Kaserne zu errichten zur Unterbringung der Main' schäften, die in der ZeughauSkaserne liegen.

Landkreis Gießen.

b. Wies eck, 25 Febr. In "her heutigen Gemeind»' ratsfitzung waren anwesend: Bürgermeister Schombir Beig. Schäfer und sämtlick>e Gemeinderatsmitglieder. 7» Orkssatzung über die A n st e l 1 u n g s- und Besoldung^ Verhältnisse der Gemeindebeamten wurde folgende maßen genehmigt: Die Feldschützen werden angcstellt nii 800 Mk., steigen nach drei Jahren auf 900 Mk. und nri sechs Jahren auf 1000 Mk Polizei di euer: Anfangsgchiil 900 Mk., nach drei Jahren 10.50 Mk, nach sechs 1200 Mk. Der Gemeinderechner: Anfangsgehalt 1800 Dr nach drei Jahren 2000 Mk., nad) ferfK' Jahren 2200 7 ' und nach neun Dienstjahren 2500 Mk. Di, Pflegerin 800 Mk., nach drei Jahren 900 Mk., nach sechs Jahr^ 1000 Mk. Schuldiener: Anfang 1000 Mk., nach drei Johrtt" 1100 Mk , nach seck)s Jahren 1200 Mk. Dem Polizeidler-r ist jährlich eine Uniform zu liefern, deren Geldwert cti 50 Mk. in Anschlag -u bringen, jedoch nicht von der W

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