Ausgabe 
24.4.1913 Erstes Blatt
 
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seit vielen Jahren

hingerichtet.

Kleine Tageschronik.

Eintritt 20 Pfennig.

v»L

Mitglieder frei

Anfani

tritt die Lehrerin Ruhestand. Ihre

Dir Eiseill>ahn-Si,malbauaustalt Friedel u. Go. M.-Gcs. in Branns cb mein spendete anläßlick ihres vierzigjährigen Be­stehens 150 000 Mark zu Wohlsahrtseiurichtungen.

Wasserleitung schätzen, wie c§ die hiesige ja auch in vollen! Maste war.

Kreis Lauterbach.

X Schlitz, 22. April. Am 1. Mai Fräulein Pauline Schnecgans in den

ganze Kraft hat sie 35 Jahre lang in den Dienst der Er­ziehung und Belehrung unserer Jugend gestellt. 22 Jahre wirkte sie an der hiesigen Privatschule, bis diese cinging, um der höheren Bürgerschule Platz zu machen. Auch an diese Anstalt wurde sie als Lehrerin übernommen und tat hier noch 13 Jahre lang mit großem Eifer ihren Dienst. Gesund­heitsrücksichten haben sie nunmehr veranlaßt, in den wohl- verdienten Ruhestand zu treten. Ein treues Andenken ist ihr hier gesichert.

beschränken, und eS gelang auch, da? Wohnhaus zu retten. Der Schaden ist bedeutend. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht begannt. Die Fabrik, die etwa 120 Ar­beiter beschäftigt, dürfte eine Betriebsstörung von etwa zwei Monaten zu erwarten haben.

Hessen-Nassau.

[J AuS dem Talsperrengebiet, 23. April. Auf Antrag der Angehörigen der Toten, die auf den Friedhöfen der Dörfer Asel, Beringhausen und Berich ruhen, soll eine Ueberführung von über 4 0 Leichen nach den neuen Friedhöfen erfolgen. Außerdem wird beabsichtigt, die Grabdenkmäler der alten Friedhöfe gemeinsam aufzustellen und in einer Tafel darauf hinzuweisen, daß die Toten auf dem Grunde des Stausees ruhen.

Amtlicher Wetter bei

O e f fe n tl i che r Wetterdienst. Gießen.

Welteraussichten in Lessen für Freitag, den 25. April 1913: Lxüb mit Reqeinälle, mild.

<9crid>tefaaL

Der Prozeß um Oskar Wilde.

London, 22. April. In dem Prozeß von Lord Alfred Douglas gegen den Schriftsteller R a n s o m e wegen Beleidi­gung durch dessen Buch über Oskar Wilde wurde der Kläger Douglas a b g c w i c s c u und in die Kosten verurteilt.

K affet, 24. April. Ter seit Sonntag vermißte Freiballon ,^Fl se" ist ausgege'oen, da iwch keine Spur von ihm gefunden wurde. Man vermutet, daß der Ballon in den Harzwaldern ge­strandet ist. _ , _ , , . r

M und) en, 23. April. Auf dem Flugplatz S ch l e r st - heim verunglückten die beiden F l i e g e r o f f i z i c r e Oberleutnant von Ger Mersheim mm 5. Infanterie-Regi­ment in Baniberg und Leutnant Schirnerer Vvm 11. In­fanterie-Regiment in Regensburg bei einer Gleitfluglandung mit ihrem Ottoflugzeug. Beide wurden bewußtlos ins (Rlrni- sonlazarett gebracht. Leutnant Schirnerer hat das Bewußtsein int Laufe des Abends wiedererlangt.

Med, 23, 91priL Tie beiden FlugzMge, die geftern am dem Wege von Tarmstadt nack) Metz in Zweibrücken^Führer Leutnant Reinhardt, und in Saaralben. Führer Leutnant Sommer, eine Zwischenlandung vorgenommen hatten, sind heute früh zwischen Vs7 und 7 Uhr bei der hiesigen Flugstation gelandet.

Programm 20 Pfg. Sonntags 3'/, Uhr.

Alldeutscher Verband.

Samstag, 26. April, 8V< Uhr, in SteinS Garten:

Oeff entliehet* Vortrag

mit Lichtbildern

Herr I. A. Hoyer (Graz):

Die Bedeutung der Südmark für Deutschlands Zukunft

Kreis Friedberg.

= Friedberg, 23. April. AuS Berlin ist die Nachricht hierher gelangt, daß Friedberg bei der neuen HeereSverstärklmg Garn ison erhält. Wahrscheinlich kommt das neu aufzustellende dritte Bataillon deS 5. Hessischen In­fanterie-Regiments Nr. 168 hierher. Die Freude in Fried­berg, das nach 43 Jahren wieder Garnison erhält, ist be- greifllichecweise sehr groß.

L. Friedberg, 21. April. Die ails Niederbronn i. Els. hierher versetzten barmherzigen Schwestern haben in der Stadt und im Krankenhause ihre Tätigkeit begonnen. Nächste Woche trifft noch eine Schwester ein.

A Butzbach, 23. April. Das Wasserwerk für die Orte O st h c i m und Fauerbach v. d. Höhe ivird jetzt von der Kulturinspektion Friedberg in Angriff genommen werden. Die Quellen liegen in der Gemarkung Metzcnhain und Sauhecke. Die Leitung soll bis zum Spätsommer vollendet sein.

Starkenburg und Rhcinheffen.

rm. Darmstadt, 23. April. Das 9 .Vtiümteter bou Lam­pertheim gelegene Dorf s? ü 11 c n f c I b , das eine Filialgemeinde von Lamptwtheim ist, hat durch die rasche Zunahme der Be­völkerung jetzt eine Einwohnerzahl von über 500 erreicht. Es besteht das Bestreben, eine eigene Gemeinde zu bilde),. Am Diens­tag farid eine Einwohner-Versammlung statt. Es mürbe die Msendnug einer Eingabe an das .streisamt Bensheim in Aussicht genommen. Man hofft, daß von Lampertheim besondere Schwie­rigkeiten nicht gemacht iverben.

rm. Darmstadt, 23. Llpril. Einen Ausbruchsver­such machte heute nacht der Einbrecher Tom sick, der mit einem Genossen int Januar einen hiesigen Goldwaren- und Uljrenlabcn ausgeräumt hat. T. wurde mit seinem Freunde am nächsten Tage in Ludwigshafen sestgenommen: in dem Haftlokal ii^ Lud­wigshafen durchbrachen sie eine Mauer und verschwanden. Tie gc stohlenen Goldwaren hatte man schon vorher ermittelt. T. wurde nach einigen Tagen in Kufstein verhaftet und hier eingeliefert. Er hat auch hier versuckst, die Waud zu durchbrechen. Das Wach- personal würbe aufmerlsam und konnte ben Burschen bei seiner Arbeit erwischen. Er wurde zur Verhinderung weiterer Flucht­versuche an Stetten gelegt.

M. Offenbach, 23. April. Tie Umgehung Offen­bachs durch die Umleitung von 14 Zügen über Frank- furt(Ost)Hanau ist nunmehr trotz des Einspruches der Offenbacher mit Wirktmg vom 1. 9Rai beschlossene Sache. Dadurch werden die Kompensationsverhandlungeu mit der Eisenbahnverwaltung wegen der Aufgabe des Staatsvertrags von 1868 keineswegs abgebrochen, die Eisenbahnverwaltung ist vielmehr bereit, den Wünschen Offenbachs entgegen- zukommen. Nur die Frage des Erwerbes der Lokalbahn will sie nicht als Kompensationsvorschlag gelten lassen, da drese "Angelegenheit für sie lediglich ein Kaufgeschäft bedeute. Beide Städte sollen ersucht werben, mit Vorschlägen über den Er- werb der Lokalbahn an sie heranzutreten.

w Worms, 23. April. Gestern abend 9 Uhr entstand in der Fabrik der Touindustrie Offstein (Albert-Werke) G. in. b. H. in Offstein, ein Großfeuer, daL die Fabeik- räumlichkeiten vollständig zerstörte. Fünf Feuerwehren waren bis gegen 2 Uhr früh damit beschäftigt, das Feuer zu

vermisster.

* Ter DampferI inperator" ist heute früh gegen 4 Nhr vmr Brun s h a u s e u , wo er opferte, elbabwärts nach Brunsbüttel weitergefalwen. Von dort erfolgt um 1 Uhr nach­mittags die Weitersahrt nach der Liegestelle bei Mteubruch.

* Grubenkatastrophe. Pittsburg, 23. April. In der Cineieti-Grube in Fi nlep Wille (PennsylvMtien) erfolgte eine Explosion, welche die Grube in Brand setzte. Zur Zett der Explosion waren 100 Mann in der Grube, von denen bisher nur 20 geborgen iverden konnten. Man fürchtet, daß die übrigen umgekommen sindi.

* Eine abgebrannte Rheinbrücke. Aus Haag wird gemeldet: Die Rheinbrücke der Eisenbalpt chei Ar hem ist Dienstag abend abgebrannt. Der Verkehr wird üder Utrecht geleitet.

* Feuer im Schif f. Nach einer drahtlosen Meldung ist auf dem norwegischen DampferFrosts, von England nach Frederikshavn unterwegs, Feuer entstanden. Ter Dampfer ist verloren. Die Mannschaft verließ'das Wrack rechtzeitig in Booten.

* Schwerer Uufall bei Truppenübungen. Aist dem Truppenübungsplatz Neu Hamm er, wo das niederschle. fische Pionierbataillon Nr. 5 Hebungen abhält, wurde bet einem SPrengversuck Leutnant Katterwe getötet und Ober­leutnant der Reserve Müll e r - Kraneseldt (Stettin) sowie Land- wehrleutnant Regierungs-Assessor Da hm en (Danzig) schlver ver- immdet: außerdem erlitten noch ein Vizefeldwebel und ein Pionier Verletzungen.

* Furcht vor Strafe. Aus Gelsenkirchen wird gemeldet: Aus Furcht vor einer belanglosen Schulsttafe^ e r - schoß sich in Herne ein 10i Übriger Volksschüler mit dem Revolver seines Vaters.

* Hinrichtun g. In Beut Heu wurde im Hofe des Gerichtsgefängnisses der 54iährige Koksmeister Pod- kewa, der am 29. Juli in Falvahütte den Ruthenen Malpwik in den Koksofen warf, wo er völlig verkohlt auf­gefunden wurde, durch den Scharfrichter Schwitz-Breslau

Wasifcertt rind Reisen.

Eine billige Ferien reise im M i t t e l m e e r ver­anstaltet aus dem SalondamplerPrinz Heinrich" des Norddeutschen £'(oi)b Bremen der bekannte Studicn-Relleklub Frankkurt-Berlin. Die Reise, die vom 19.30. Juli gemacht wird, berührt die hervor­ragendsten Stätten des Miltelmeeres: toenita, Blaue Grotte-Capri, Neavel.Pompeji, Messina, Piräns-Atbeu, Jerusalem-Bethlehem, Lairo-Puramiden, Tripolis, Atalta, Palermo und Monte-Carlo. Preis Mk. 575, inkl. Kabine, iur Fahrt, Bervstegung mit Wein, Landausflüge, Wagen, Balmsahrieu, Trinkgelder ?c. Prospekt in Buchform durch F. vll'mthert, Franksnrt a. M., Bleidenstraße 14.

Ans Stafct Land.

Gießen, 24. Avril 1913. j

* * Tageskalender für Donnerstag, 24. April. C e f t. Versa in ui lung der s o r t s ch r. Volkspartei, abends 8J4 Uhr im Cafe Leih. Tie Landtagsaba. 11 r ft übt und | Grünewald sprechen über die politische Lage in Hessen u n b t m N e i ch.

*

Staatsschuldbuch. Die am 15. Mai fälligen Zinsen der in das Hessische Staatsschu ldb nch ein­getragnen Forderungen werden bei allen in Betracht kommenden Hessischen Kassen und bei den Reichsbankanstalten vom 1. Mai ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkasse die durch die Post oder durch Gutschrift auf Reichsbank-Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinsen Überweisen.

* Lehrerpersvnalien. Der Lehrer Hch. Lambert zu Flonheim wurde zmn Reallehrer an der Liebigs-Ober- realschule zu Darmstadt unter Belastung in der Kategorie der Volkssckullehrer ernannt.

** Die Zentralkasseder hessischen landw. Ge­nossenschaften ersucht nm Aufnahme des Folgenden: Em Offenbacher Blatt schreibt in seiner gestrigen Nummer, die neu­gegründete Zentralkasse der hessischen landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften sei ein totgeborenes Kind. Ter bereits totgesagten Zentralkasse sind schon 18 0 Ge n o s s e n s ch a f t e n Hessens beigetreten. Und zwar sind dies die besten, grünten und leistungsfähigsten Genossenschaften. Diese Genossenschaften er­ledigen zurzeit ihren ganzen Geschäftsverkehr durch die neue Zen­tralkasse. Tie neue Zentralkasse war schon seither in der Lage, in jeder Beziehung den an sie gestellten Ansprückten zu genügen und ben Genossenschaften nach ihren statutenmäßigen Aufgaben zu dienen. Der beste Beweis hierfür ist her in kaum , Monaten erzielte Umsatz von rund 14 Millionen Mark. Tie neue Zentralkasse kann nach ihrem Statut keine wetteren Ge­schäfte betreiben, als den Geldausgleich der angeschlvftenen Ge­nossenschaften zu besorgen. Sie verkehrt auf der einen Seite nur mit Genossenschaften, auf der anderen Seite mir mit der Preußi­schen Zentralgenossenschaftskasse Berlin. Die Bayerische Zenttal- genossenschaft, e. G. rn. b. 5). zu Regensburg, die sich plötzlich io liebevoll für Hessen interessiert, betreibt neben dem Geldausgleichs­geschäft ein umfangreiches Warengeschäft: ja, das Warengeschäft ist unseres Wissens die Hauptsache. In den Aktiven der Bilanz fallen nackKehenoe Posten auf: Lagerbcstände 1 270 647,68 Mk., Jmmobilienkonto 1813 758 Mk., Güterkonto: Bestand an land­wirtschaftlichen Anwesen 518 097,80 Mk. Wenn unter den Pas­siven auch nachstehende Reserven berechnet werden: Reservefonds 600 598,21 Mk., Betriebsfonds 262134,70 Mk., Schulwnds 354 431,60 Mk., Krüpvelfürsoraefonds 45 087,37 Mk., Lagerhaus reservefonds 35 433,92 Mk., so können wir diese Bilanz nicht ohne Bedenken finden. Es muß auch auffallend erscheinen, baff man den hessischen Genossenschaften eine Zentralkasse empfiehlt, die ihren Sitz in Regensburg hat. Tie Absicht, in Hessen eine Filiale dieser Kasse zu errichten, kann über die Bedenken nicht hinweghelfen. Tie recht verschiedenarttgen Genossenschaften, Oie unseres Wissens in Regensburg zusammengefaßt sind, dürften ein Risiko für die Zentralkasse bedeuten. Nach den anderwärts gemachten Erfahrungen kann die Vermittlung des Verkaufs land­wirtschaftlicher Produkte und des Einkaufs landwirtschaftl^lier Wirtschastsartikel durch die Geldausgleiäfsstelle für die TarlelMs- faneuner eine mit unbeschränkter Haftpflicht als nicht gefahrlos angesehen werden. Die Vermengung von Geld- und Waren­geschäft in derselben Zenttalgenossenschaft gilt als ein über­wundener Standpunkt. Betreibt doch auch das Privatbankgeschäft längst nicht mehr gleich-eittg ein Warengesclstist.

** T i e völkerkundliche Ausstellung der Base­ler Mission ist gestern mit einer schönen und gem'ütlickwu Wendunterhaltung der Mitwirkenden geschlossen worden. Das Ergebnis ist nach allen Rickftuugen hin.sehr befriedigend gewesen. Der rechnerische Wsckluß ergibt, daß insgesamt 16 000 Personen die Abstellung besichtigt haben, was eine EinnalMe von 5000 Mk. ergab. Nach Abzug der nicht unerheblichen Ausgaben können der Missionskaffe rund 2000 Mk. zugeführt werden. 9fber das ist nicht der einzige Erfolg. Kirchenrat D. Schlosser dankte ins­besondere den Missionaren und gab der .UebcryirguiLg Ausdruck, daß durch das treue Zusammenarbeiten alter Beteiligten die Herzen geweckt worden seien und die bisherige Ltrbeitsgemeinschast auch nnnterhin für die Sache der Mission geioonnen worden sei. Besonders sei in Aussicht genommen worden, die bewährte Mit­hilfe der jungen Damen auch für Dienstleistungen zugunsten der Nationalspende ivieder heranzuziehen. In den Dank an die Mit- nürfcnbeit stimmten auch die anwesenden Missionare ein, die noch mancherlei Unterhaltsames von ihren Erlebnissen in der Fremde zu erzählen wußten und die Aufnalune in der Stadt Gießen lobten. Es gab noch manche heiteren Ansprachen, roo- bei sich auch zwei Damen unter großem Bei­fall rednerisch hervortaten, und die Uitterhaltting zog sich bei Tee und Kuchen Tis um 11 Uhr hin. Einige junge Herren, die bei der Ausstellung mitgewirkt hatten, führten einen bmnoristischen Negergesang auf, wobei allerlei Intimitäten aus der Ausstellung verraten mürben. Tie Vorführung mürbe aber noch übertroffen durch ein Quartett junger Damen, dee als Erw- gcborenc der vier Missionsgebiete hinter einem ausgespannten Tuche auftauchten und unter Klavierbegleitung gleichfalls btc Freuden und Leiden des Ausstellungsbetriebes besangen,, mo- bei der RefrainEs ist zum auf dem Kopf zu stehn um so fröhlicher wirkte, als, in der Tat hinter bem erwähnten Tuche plötzlich die verschiedenen bekleideten Füßchen der Sängerinnen hervorzappelten. Viel Heiterkeit meerte auch Pfarrer Ausfeld mit seinen Erfahrungen, die er beim Unter­richt auf der Ausstellung gewonnen hat und man genmnn immer mehr den Eindruck, daß es da oben in der alten Klinik auch viel vergnügte Stunben gegeben hat. Mit einem Schlußwort des Missionars Gsell und einem gemeinsamen Lied endete diese Mend-unterholtting.

** Wurnung für junge Mädchen. Bewegjliche Klagen sind aus Griechenland an den Verein^der Fremidinnen junger Mädchen gelangt. Eine deutsche Frau spricht die dringende Bitte ans, Stellenvermittlung dort­hin zu widerraten: eine ganze Anzahl junger Mädchen sei schon in nneresuickliche, peinliche Lagen getommeti. Durch­

aus uiigenügende Gehälter, schlechte, oft brutale Behand­lung, Mangel an jeder geistigen Anregung machen die Stel­lungen häiisig ganz unwürdig. Daß auch in Frank- r ei'stch eine Uebersülle an deutschen weiblichen Arbeitskräf­ten vorhanden ist und viel Elend unter ihnen herrscht, ist bekannt: beschäftigte sich doch ein ministerieller Erlaß mit der unnsicheren Lage deutscher Mädchen in Frankreich. Es ist deshalb zu begrüßen, daß das Reichsamt des Innern Sorge getragen hat, ait einer großen Zahl von Bahnhofs- kass-en ein besonders für Frankreich zusammengestetltes Merkblatt des Internationalen Vereins der Freun­dinnen junger Mädchen" verteilen zu lassen. Möchten doch seine Ratschläge auch beherzigt werden!

Landkreis Gießen.

? Lang-Göns, 23. April. Herr I. I u r i n c f von Gießen erwarb das Gasthaus zumNeuen Frankfurter Hof".

-C. Birklar, 23. April. Bei der heute hier vor- genoimnenen Bürgm e i st e rma h l wurde der Landwirt Johann Müller mit 71 Stimmen gewählt. Der seitherige Bürgermeister Konrad Kransch II. erhielt 59 Stimmen.

-R. Hungen, 24. Avril. Infolge eines Schadens an dem Saugwerk der hiesigen Wasserleitung kann seit gestern kein Wasser mehr entnommen werden. Man hofft den Schaden bald ausbessern zu können. Da die meisten Brunnen eit Inbetriebsetzung der Wafferleitung außer Tätigkeit gesetzt ind, ist man in nicht geringer Verlegenheit. Jetzt lernt man erst recht die Annehmlichkeiten und großen Vorteile einer guten

Letzte

Berlin, 24. April. Aus Jaffa wird gemeldet: In Gegenlvart von 200 deutschen Pilgern und melen in Palästina ansässigen Deutschen erfolgte gestern die Grund­stein l e g u n g de s beut f ch e n K r a n kenhause s. Ge­heimer Konsistorialrat Hansi leit er aus Greifswald hielt die Weiherede.

aI Inh.: Karl Ohm.

JEJÜUIÖJL Burggraben. Tel. 586. Best bekanntes Speisehaus Diners, Soupers, ä la Carte. W grob Doppel-W 2 Musikkapellen. 14 Personen.

1. Schrajumel-MnMk. 2. TamboritBo-Kapellc.

ZeppeHn-fahrf

Der unterzeichnete Verein beabsichtigt, am Cage des

Prinz 5einrich-Flugs Fahrten von Sietzen aus mit dem Luftschiff «iVictoria tiuise» oder «Sachsens zu veranstalten. Preis für Mitglieder des Vereins Mk. 100. für Uichtmitglieder Mk. 150.

Meldungen zur Ueilnahme werden baldigst erbeten

Verein für fcuftschiffahrf

in Sietzen (6. V.) Fernsprecher Ur. 203 v.. (

Liebigshohe

Am Sonntag, den 27. April:

Militärkonzert ausgeführt von Mitgliedern der hiesig. Regimentskapelle. (12 Herren, Berliner Besetzung').

Anfang 1V2 Uhr. 103421] Eintritt 25 Pfg. Freitag, den 25. April 1913, abends 9 Uhr, im Saale des HotelGrobherzog v. Hessen": Oeffentlicher Vortrag des Herrn Thal aus Leipzig über.

100 Jahre deutsche Entwickelung

(18131913)

KretSverein Gießen im Verbände Deutscher Handlungsgehilfen, Leipzig.