wirtschaftlichen Genossenschaftswesen aus dieser Krise unter tunlichster Minderung der zar erwartenden Verluste heraus- znhclfen und ihr ferneres Zusammenarbeiten iu ermöglichen. In der Annahme, dast der auf eine solche Beihilfe des Staats gestellte Antrag auch die Unterstützung des anderen Hauses findet, ist die Grvßch. Negierung bereit, diesem Verlangen zu entsprechen, insoweit es die Finanzlage des Staats .gestattet und sofern die Nückz-ahlung der darKuleihienden Beträge genügend gesichert werden Tann. Voraussetzung wäre allerdings, daß die Mehrzahl der seither der landwirtschaftlichen Genossenschaftsbant angeschlossenen Genossenschaften der Zentrallasse beitreten und daß, die bereits vorl-andenen Hilfsquellen zunächst und in erster Linie in Anspruch genommen 1 verbeit. Hierfür ist der Zentralkasse bereits durch das Ministerium des Innern der Weg gewiesen worden. Es gehört dazu die Hilfe derjenigen Anstalten, die vor allem als Geldgeber langftistigen Kredits insbesondere Jmmobilienlredits in Betracht kommen, die Sparkassen und die Landeslstipothekenbank. Letzter^ ist zu weitgehender Hilfeleistung bereit. Es müßte daher von der Zentralkasse demnächst der Nachweis verlangt werden, daß durch) diese Hilfeleistung dem vorhandenen Bedürfnis nicht in vollem Umfang genügt werden kann. Nähere Darlegung der gangbaren Wege für Eröffnung eines Staatskredits muß nach Verhandlung mit der Zentralkasse und auf Grund der von dieser zu machenden Vorschläge der etwa einzubringenden Vorlage Vorbehalten werden.
Hierbei ist die Negierung auch bereit, der Frage der Einrichtung einer Staatsaufsicht über die Zentrallasse näl)erzutreten, wenn die mit dieser Kasse einzulciten- ben Verl)andlungen eine rechtlich unanfechtbare und tatsächlich wirksame Grundlage für eine solche Aufsicht ergeben sollten."
Das Plenum der Kanrmer wird am nächsten Dienstag zusammentreten.
Die Erste Kammer der L a n d ft ä n d e wird dem Vernehmen nach spätestens Mitte Juni zur Abhaltung einer Plenarsitzung zusammentreten, um über den voraussichtlich von der Zweiten Kammer zu genehmigenden Ausschuss antrag aus Bewilligung staatlicher Hilfsmittel für die Zentralkasse der Hess. Ian bin. Genossenschaften Beschluß zu fassen.
Hauptversammlung der landwirtschaftlichen Hauptgcnossenfchaft in Friedberg.
F. C. Friedberg, 28. Mai. Unter dem Vorsitz von Schneider- lltphe sand heute hier die Hauptversammlung der ^ndwirtjchaftlichen Hauptgenossenschaft für die Provinz Obcrl^csscn statt. Nach dem Bericht des Revisors Heil betragen die Aktiva 246 876 Mk., die Passiva 283 716 Atari'. Zu der Unterbilanzj von 36 840 Mk. kommen noch 26675 Mk. Verlust von Darmstädter Anteilscheinen, 2000 Mk. Minderlvert des Inventars, 17 200 Mk. Verlust an Direktor Männcl, 2000 Mk. für aussichtslose Prozesse usw., so daß sich die G e s a m t u ii 1 e r b i l a n z au f 85 7 15 M k. stellt. Aus Mveifell)aften Prozessen stehen noch 7300 Mk. aus, die nicht ganz sicheren Außenstände belaufen sich ftuf etwa 11000 Mk. Nach Vorträgen des Direktor Philippi- Wohnback) und Rechtsanwalt Schröder-Friedberg über die Prozesse und Außenstände kam Revisor Keil zu dem Ergebnis, daß die UnterbilMpz etwa 90 000 Mk. ausmache.
Landtagsabgeordneter Breidenbach--- Dorheim forderte Ausschluß darüber, ob Aufsichtsrat und Vorstand bereit , seien, die 21000 Mk zu zahlen, die sie zur Decklmg der Uirterbitanz von 1911 zu übernehmen sich bereit erklärt hatten. Es wurde weiter die Frage aufgeworfen, ob1 die Erhöhun g der Geschäftsanteile'«^ 3000 Mark allein genüge, um den Konkurs zu vermeiden, oder ob man nicht "auch die Haftsummen erhöhen müsse, da die 1912er Unterbilanz den vierten Teil aller Haftsummen übersteige, ein Umstand, der nach § 140 des Genossenschafts- gcsetzes den Vorstand verpflichtet, den Konkurs anzumelden
Vorstand und Aufsichtsrat erklärten auf die Anfrage Breidenbach, daß sie die 21000 Mk. unter der Bedingung zahlen, daß die Geschäftsanteile auf 3500 Mk. erhöht werden und es zu keinem Konkurse kommt. Die Erregung über diesen Vorstands- und Aufsichtsratsbeschluß zeigte sich in ber Absti mmu u g. Nur eine Stimme fand sich für Er- hölchng der Geschäftsanteile. Damit hatte die Versamm uing ihr Ende erreicht.
sich auch an diesem Wend wieder bewußt werden mußten, in welch hervorragender Weise die Musik in Gießen gepflegt wirb, speziell auch durch den Konzcrtverein, der es als eine schwer zu überbietende Leistung verzeichnen darf, in einer Saison zwei Werke von der Größe und Bedeutung der Missa solenis und des Requiem zu erfolgreicher Aufführung gebracht zu haben.
Lord Avebury f.
London, 38. Mai. Der Naturforscher Lord Avebury, der frühere Sir John Lubbock, ist gestorben.
Wenn bei uns die Rede von Lord Avebury war, meinte man gewöhnlich Sir John Lubbock, den Darwinisten, Entomologen und Anthropologen, kurz den vielseitigen Naturforscher, der im Jahre 1900 als Lord Avebury ins Oberhaus berufen wurde, denn an§ den, Abschnitte seines Lebens vor dieser Zett stammen fast alle wissenschaftlichen Werke Lord Aveburys, die seinen internationalen Rus als Gelehrten begründet haben.
Unter den naturwissenschaftlichen Gegenständen galt Lord Ave buryS Hauptinteresse den Insekten und ihrem Zusan,menleben mit den Blumen. Seine ausgesprochenen Lreblinge aber waren die Ameisen, und zu der Zeit/ als er seine erste große Arbeit über die Ameisen schrieb, hatte er ständig in seiner Wohnung einen Ameisenhaufen zur Beobachtung.
Unter den Hauptwerken Lord Avebury? verdienen außer dem Bnche über Ameisen und Bienen die Bücher über die 'Metamorphose der Infekten, über Sinne, Instinkte, Intelligenz der Tiere nnd aui archäologisch-kultnrgeschichtlichen, Gebiete „bei- Ursprung der Zivil, fation und der primitive Mensch" hervorgehoben zu werden.
Für die Engländer war Lord Avebury weit mehr als der große Gelehrte. Er war der Inhaber des großen Bankhauses „Rabatts, Lubbock & (Sc*.", er war ferner der erste Vorsitzende des „Institute os Bankers", einer der ersten Fachleute in allen Volkswirtschafts-, Münz- und Währungsfragen. Außerdem war er der Schöpfer zahlreicher Gesetze. In den letzten Jahrzehnten seines Lebens hat sich Lord Avebury der Philosophie in größeren, Maße z,«gewandt als früher, und eines seiner letzte«, Werke „lieber Frieden und Glück", das vor vier Jahren erschiene«, ist, kann vielleicht als philosophischer Niederschlag seiner gesamten Lebenserfahrung betrachtet werden.
Berichtigung. In der gestrigen Thcatcrbesprccbung ist der letzte Satz des ersten Abschnitts verstümmelt wiedergegebe.n. Er muß lauten: von dieser schönen imb edlen Kunst ging in Deutschland, Frankreich und England mit der Verbürgerlichung der Gesellschaft alle Melodie und aller Inhalt, soweit nicht boden ständige Volkstänze in Frage kommen, bis auf wenige Airs nahmen verloren, und cs blieb nichts übrig als di- Bewegung der Beine, eine erstarrte Pose und eine nichtssagende, lächelnde Fratze
Die argentinische ZonöerncsaMjchast beim Kaiser.
Potsdam, 28. Mai. Di 2 argentinische S o n d e r m i s s i o n, sowie die russische, österreichische und württcmbergische Militärabordnung, welche als Gäste des Kaisers im Hotel Adlon wohnen, begaben sich heute vormittag mittelst Extrazuges nach der Station Wildpart. Der Kaiser empfing in der Uniform des 1. (SkirberegintcntS zu Fuß im Teehäuschen im Parte die argentinischen Herren. Ein argentinischer außerordentlicher Botschafter sprach den Dank für die Glückwünsche des Deutschen Reiches zum 100jährigen Bestehen der Republik Argentinien cms. Der Kaiser dankte.
Hiernach nahm der Kaiser die Meldung der Abordnung des taifcrlid) russischen Leibgardegrcnadierregiments Honig Friedrich Wilhelm III., ferner der Abordnung des Kaiserl. und Königl. Infanterieregiments Wilhelms I., deutscher Kaiser und König von Preußen, Nr. 32, sowie der Abordnung des württember^ischeu Infanterieregiments Kaijer Wilhelm, König von Prcupen, Nr. 120 entgegen. Die Herren sprachen ihre Glückwünsche zum Regierungsjubiläum des Kaisers -aus und überreichten Gescheute. Hierauf empfing der Kaiser sämtliche Herren, die argentinischen und ftemden Offiziere in dem Tressenzimmer des Neuen Palais. Nach den Empfängen fand Jrühstnckstafel bei den Majestäten statt. Die argentinische Sondermission und die fremden Militärabordnungen verließen gegen 3 Uhr das Neue Datais in der gleichen Weise wie auf der Herfahrt nach Berlin. Zu Ehren der argentinischen Souderbotschaft fand abends beim Reichskanzler unb Frau v. Bethmann-Hollweg Diner statt.
Protest aus ber elsatz-lothr. ersten Kammer!
Straßburg, 28. Mai. Die Erste Kammer nahm mit allen gegen die Stimmen des Abg. Blumenthal und bei Stimmenenthaltung des Abg. Ruland das Bes o 1 du. n g s - gc setz nach den Beschlüsse)! der Zweiten Kammer an.
Das größte Interesse erregte in der Sitzung ein Antrag, der sich gegen bic Ausnahmegesetze richtet unb der von 18 Mitgliedern ber Kammer unterzeichnet war. Der Antrag lautet wörtlich:
1. Die Kammer verurteilt aufs schärfste hie die Interessen des Landes schädigende), und die Weiterentwicklung ber Verfassung hemmenden Umtriebe e i n- feiner Politiker und Journalisten, sie kann aber nicht anerkennen, baß in deren Bestrebungen der Meiitungsausdruck ber elsaß lothringischen Bevölkerung ober and) nur eines erheblichen Teils derselben zu finden ist, sie hält vielmehr die Bedeutung, die ihnen vielfach, namentlich außerhalb Elsaß^-Lothringens, beigelegt wird, für übertrieben.
2. Die -.Kammer ist der Ansicht, daß dem gesunden Sinn der großen Mehrheit der Bevölkerung unb bem Statthalter gelingen werde, auch ohne außerordentliche Maßnahmen die von einer kleinen Gruppe ausgehende Störung der fortscyreitenben Entwicklung bes Laubes zu übernrinben.
3. Die Kammer ersucht baher die Regierung, von der Weiterverfolgung ihrer Absicht, Ausnahmebestimmungen bezüglich bes Preß- unb Bereinsgesetzes her- beizuführen, Abstan'b zu nehmen, zumal bieselbe au chiu ber loyal gesinnten Bevölkerung eine große 'Erregung hert'vrgerufen haben.
Unterzeichnet ist der Antrag von bcm Abgg. Dr. Höf- fcl, Gras, And lau, Dr. Back, Bürst, Bian, Dr. Curtius, ® reiner, Guir, Leh, Miete, Müller, Dr. Rech, v. Rei nach, Dr. Sck;lummberger, Dr. SckM-ander, Ungemach, Dr. Vonberscheer unb Weißmann. '
Abg. Hoffet begrünbete den Antrag. Es gab eine lebhafte Aussprache. 'Die namentliche Mstimmung Über die einzelne), Absätze ha t t e ii das E rg e b n i s b e r Annahme bes ersten Absatzes mit allen gegen bic Stimmen der 9Lvgg. Arnim unb Blumenthal, Absatz, 2 mit allen gegen die Stimmen der Abgg. Lcivanb, von Moßner, v. Arnim unb Fritsch, Absatz 3 mit allen gegen bic Stimmen d. Labanb, v. An,im, Moßner unb Fritsch unb Blumenthal. 'Der ganze Antrag würbe mit allen gegen fünf Stimmen angenommen. Ferner wurde einstimmig ein Antrag angenommen wegen Straferlasses für bic wegen Verletzung der Wehrpflicht bis zum Jahre 1890 Bestraften. Unter ben Zuslimmcuben befinden sich die Generale a. D. v. «Moßner unb v. Arnim. -
Berlin, 29. Mai. Die natioualliberaleFrak- tio it trat am Mittwoch abenb zu einer Besprechung zusammen, um Stellung zu nehmen zu der Anfrage wegen der Ansnahmebcstimmuugcu für Elsaß-Lothringen. Nach der „Post" nimmt man in parlamentarischen Kreisen an, daß ber Antrag ber Straßburger Negierung im Bunbesrat keine Mehrheit finben wirb.
Antimilitarismus in den Lehrervereinigungen in Frankreich.
Paris, 28. Mai. (Sena t.) Bei ber Beratung des Unterrichtsbudgets fragte Lamarzclec (Rechte) den Minister über den Antimilitarismus in ben Lchrcrvcrcinigun- gcn. (Unterbrechungen links, Rufe: 9hir eine kleine Minderheit ber Lehrer ist unpatriotisch!) Der Anfragesteller unterstrich seine Ausführungen und versicherte, die Frcunbschafts- bünde ber Lehrer gehorchten blinb einigen Synbikalisten, die mit bcm Arbeitsverbanbe eine Verbindung unterhielten. — Barthou erkannte an, daß die Lehrersyndikate ungesetzlich seien, und erklärte, es sei eine unzulässige Forderung der Lehrer, sich dem Arbeitsverbanbe anschließen zu dürfen. (Beifall.) Auf Grund des Gefetzes von 1894 sei eine Untersuchung eingeleitet worden. Wenn bas Gesetz als ungenügenb erkannt werbe, so lverbe bic Regierung neue Gesetze fordern. (Beifall.) Uebrigens wiesen bic Freunb- schaftSbünde ber Lehrer ben Antimilitarismus zurück. Der Ministerpräsibent schloß, indem er ausführte, bas Lanb habe auf den Ruf der Regierung gehört, als sie bic Verlängerung der Militärdicnsthcit geforbert hätte, unb bic Lehrer würden ben Notwendigkeiten des Augenblicks Rechnung tragen.
DcutscL^es Neieh.
Der A e l t c st e nr a t des Reichstags 1 ratsam Mittwoch vor der Plenarsitzung, nach -Abschluß der- Sitzimg des Budgetansschusses, zusammen und bcsck)loß, die ganze nächste Woche sitzungsfrei zu lassen. Am Montag und Dienstag der näd)ftcn Woche wird auch ber Bubget emSschuß keine Sitzungen abhalten, und zwar mit Rücksicht auf die preußischen Landtagswcihleii, die die Anwesenheit vieler Lll'geordneter in der H-eimctt erfordern. Die zweite Lesung der W e h r v o r la g e soll erst in der über- nächsten .Woche iwL> zivar am Dienstag, 10. Juni, beginnen. Sollten die Frcrktionen mit diesem Termin nicht
ohne weitere Erörterungen eintierftanben fein unb eine Geschästsordnungsaussprache im Plenum darüber wünschen, so würde diese nm Montag, 9. Juni, am Schlüsse ber Sitzung, durchgeführt werben. In bieser Woche sollen außer bcm Staatsangehörigkeitsgesetz noch bic vorliegenben Heineren Gesetzentwürfe (Weltwechselrecht, literarisches Abkommen mit Rußland) unb am Enbe ber Woche bic Anfrage über die elsaß-lothringischen Ausnahmegesetze aus bic Tagesordnung kommen.
Aus Stnöt usiv Land.
Gießen, 29. Mai 1913.
** Tageskalenber für DonuerSkag, 29. Mai: Vortrag des 65ei«einlicfrctär§ Te. Linse: „Die politischen Parteien." Abends 8V, Uhr im Hole! Großherzog.
*
•• Lehrerpersonolicn. Der SchulamtSaspirantin SOI arg. 91 n t ro e i (e r a««§ Weiher würbe eine Lehrerinstelle an der Gcincinbeschlile zn Viernheim und dem Lehrer 9llex. Zcrban zu Worms eine Lebrerstellc zu Essenheim übertragen. — Erledigt ist die 2. Schulstelle zu Gedern. Mit ihr ist die Hälfte des Crgnniflenbienflt’5 verbunden. Dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode in Gedern steht das PräscntationS- rccht zu.
** Ein neuer Eilzug Gießen-Frankfurt und umgekehrt. Auf Anregung bes Abg. Grünewald wurde folgende neue Eilzugsvcrbinbung geschaffen, auf bic wir befonberd aufmerksam machen, ba bas neue Zngspaar noch nicht genügend bekannt sein bürste.
Auf der Strecke Frankfurt (Maiu) -Gieszen wird vom 1. Mai d. I. ab zunächst für bei« Sommer zur Ausfüllung der Pausr zwischen den schnellsahrenden Zügen am frühen Nachmittag ent neues Eilzugpaar E 107 108 eingelegt. Der Etlzug 107 fährt nach Aufnahme des AuschUlfses vom Zuge E 9 von Basel-Darmstadt, Frankfurt ('Main) au 202 91., um 2" N. in Frankfurt ab und trifft um 319 P. in Gießen ein zum 9lnschluß an ben in der Zeil vom 1 Ma« bis 30. September um 33» 91. in Gießen abführenden Schnellzug D 147 Eobleuz-Easfel-Berlin Pots. Bi. Ter Gegenzug E 108 verläßt Gießen um 3<s 9t, nach 9lusnahme des Anschlusses von^den um 316 N. in Gießen eintteffenden, vom 1. Mai bis 30. Sevtembcr verkehrenden Schnellzuge D 148 Berlin Pots. Bf.- Easscl-Eoblenz und trifft um 4b« N. in Franksurt (Main) ein zum 9lnscl)luß an die Züge D 12 nach Darmstadt-Basel, Frankfurt ab 510 91., E 16 Frankiurt-Basel, Frankfurt ab 516 N. und D 146 nach Mainz-Saarbrücken, Frankfurt ab 5<n N. Der Zug E 107 hält in Friedberg und Bad-Nauheim, der Zug E 108 in Butzbach, Bad-Nauheim und Friedberg.
** Z n ni Reiterfeft in Friedberg, über das wir bereits berichteten, tvirb uns nachträglich vom hiesigen Reiterverein geschrieben: Bei dem R e i t er f c ft des Wette rauer Reitervereins in F r i edb c r g , das bet prachtvollem Wetter am Sonntag 25. Mai, auf ber Seewicse bei Friedberg abgehalten wurde, konnte ber Gießener Reiterverein in säst allen Reit- konkurren,zen bic ersten Preise gewinnen. So errang beim Preisreiten Frl. Küchel ben ersten und Herr Loeber den zweiten Preis. Bei ber Springkonkiirrenz konnte wiederum Frl Küchel mit bcm ersten Preis ausgezeichnet werden, während Herrn E. 9kiemanns „Queen" (Reiter: Hert F. Rufner) unb Herrn F. Schlüters „Lore" (Reiter: Herr Nniv.-Reittehrer Nimme- r i chl her gleicher Punktzahl zwei dritte Preise erringen konnten. Beim Trabreiten konnte sich Herr Frensdorf als Dritter plazieren. Das Jagdrennen hat nicht bas gehalten, was man sich nach ben sehr zahlreichen Meldungen davon versprechen durste. Ein sehr großer Teil der Konkurrenten hatte vorher ihre Meldungen wieder zurückgezogen, bii baS ausgewählte Gelände für eine Jagd vollkomrnen ungeeignet Ivar. Der Boden war bart unb glätt, die Kurven zu klein, so baß es nickü zu verwundern Nmr, daß drei Pferde zu Fall gekonrmen sind. Herr Loeber konnte nach scharfem Kampf bas Jagdrennen für sich entsäreiden. Eine geinütliche Feier im Hotel Trapp beschloß das 3. Reiterfeft Ein Teil ber Gießener Herren hat anschließend an das Reiterfeft eine dreitägige Tour durch die Wetterau und den Vogelsberg geritten, die, begünstigt vom herrlichsten Wetter, zur größten Zufriedenheit der Beteiligten verlaufen ist. Die. Tour führte von Friedberg über Ranstatt, Nidda, durch das Laisbachtal und Eichelsachsen nach Schotten und von dort über ben Hohe« rodskopf unb Laubach nach Gießen. Die burchschnitt« liche Tagesleistung war 70 Klm.
•• Hasstatag. Wie wir nachträglicherfahren, hat sich auch Bübingen für die nächstjährige Tagung der Krieger» kameradschaft „Hassia" gemeldet.
'* S ch u tz d e r 91 n ( a g e n. Don sehr geschätzter Seite wird uns geschrieben: Gießen wird wegeu seiner schönen Anlagen in unmittelbarer Nähe des Zentrums der Stadt von anderen Städten oft beneidet. Tie Verwalmug läßt sich es aber auch sehr viel kosten unb mau ireut sich, daß Jung und Alt Üch darin bewegen können. Nicht dringend genug kann man aber die Anlagen dem Schntze des Publikums empfehlen. Cit sieht man, daß trotz der Anwesenheit Erivachsener Kinder die Bänke beschmutzen, woraus sich andere setzen «vollen, Rasen, Beete und Trähte «verden niedergetreten und besonders die Anlage mit Paprerietzen verschandelt. Zn oft hört man das geflügelte Wort „Teuerung", deshalb spare man und nehme das Papier slets mit nach Hanse, wo es Ver- wendung finden kann. Damit die Polizei und andere Organe, die streng angewiesen sind, Uebertretungen anzuzeigen, nicht einzugreüen brauchen, «verden Eltern und Lehrer dringend gebeten, die Kinder auf Schonung der Anlagen besonders allsinerksam zn machen.
" Radsport. In dein gestrigen Bericht ist «rrtünüich statt „Sauer" Bauer gesetzt (3. Sieger der Senioren I).
Landkreis Gießen. ।
----- Bellersheim, 28. Mai. Am nächsten Sonntag nachmittag ist hier eine patriotische Feier zuin Gedächtnis an die Ereignisse vor 100 Jahren geplant. Bei guter Witterung findet sie im herrlichen Buchenwald an der Straße von Bellersheim nach Tra iS-Münzenberg statt. Oberlehrer Dr. Strecker von Bad-Nauheim wirb einen Vortrag übe« das Jahr 1813 halten, während die Schulkinder patriotisch« Gedichte oortragen. Der Gesangverein .Germania" unb bei Posaunenchor haben ihre Mitivirkung zugesagt. Bei ungünstiger Witterung findet die Feier im Angermüller'schcn Saal statt.
Kreis Friedberg.
1^ Friedberg, 28. Mai. Zurzeit arbeiten über hundert 9lrbciter an ber Kanalisation nach bem neuen Bahnhof. Sie geht von der neuen Post an, der Mainzer-Tor- Anlage entlang nach dem Personei^ahnhos und von dort nach dem Güterbahnhof. Hierauf «vird sie weitergeführt durch ben Stadtteil Fauerbach in die Ufa, um spater daS geklärte Waffer bei Offenheim in die Wetter zu fuhren. Du Gemeinde Offenheim, die eine Brücke über die Wetter nach dem Güterbahnhof bauen mußte, hat von der Bahnvenvaltuna eine Entschädigung erhalten. Der Graf von 9lsienheim erhielt für die abgegebenen Erbmassen 16 000 Mark.
Starkenburg und Rheinhessen.
d. Mainz, 28. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurden für die erste 9lbhattung deS Wein ba«« k on g ress es des deutschen Weinbauverbandes, der uom 6. September 1913 ab auf die Dauer jon zebn Tagen in der Stadthalle abgehaltcn wird unt> mih bcm eine Weinallsstellung verbunden ist, die Kosten übernommen«
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