Ausgabe 
25.2.1913 Zweites Blatt
 
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rtt. 47

Zweites Blatt

165. Zahrgang

Erscheint tSgttch mit Ausnahme des Sonntags.

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DieLietzener Lamilienblätter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ^Lreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erschemen monatlich zweimal.

Dienstag, 25. Zebruar M3

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen LniversitätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

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* Grand Prix Torl" r

Aus Hessen.

Freie Vereinigung hessischer National- liberaler.

Man schreibt uns: Mit gutem Erfolg hat die Freie Vereinigung hessischer NationaMberaler ihre Agitations­und Orgauisationstätigkcit in den letzten Tagen fortgesetzt. Am SamStag, 22. d. Mts., sprach ihr Geschäftsführer, Dr. Otto Linse-Mainz, in einer vom Nattvuattiberaleu

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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktiom^AI12. Tel.-Adr.: AnzeigerÄleßen.

Kreistag des Kreises Büdingen.

Büdingen, 24. Febr.

Zn der unter bcm' Vorsitz des Kreisrats Boeckmann abge< haltenen Sitzung wurde folgendes beschlossen:

Tie Kreiskasscrcchnung für 1911 soll nach dem An­trag des Kreisausschusses der Oberrechnungskammer zur end­gültigen Revision vorgelegt werden. Sie schließt mit einem) Rechnungsrest von 33 036,78 Mk. ab.

Der Vcrwaltungsbericht des Kreisausschusses für 1911 wurde gutgeheißen. Tas günstige Rechnungsergebnis gründet sich im wesentlichen auf Ersparnisse in der Straßenunterhaltung (14158 Mk.) und in der Kreisarmenpflege (3670 Mk.), sowie auf günstigen Obstcrlös (+ 2883 Mk.). Tie Kilometerlänge der Kreisstraßen betrug rd. 390 mit einem Gesamtkostenauf--' wand von 151170 Mk. 388 Mk. auf den Kilometer. Ter Kreisausschutz hat in 1911 13 Sitzungen mit 262 Gegenständen abgehaltcn (gegen 15 mit 324 in 1910); bei 12 Gegenständen (gegen 18) wurde mündliches kontradiktorisches Verfahren ein­gehalten.

Ter Kreiskassenvoranschlag für 1913 sand Ge^ nehmigung nach dem Entwurf. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 414 424,83 Mk. ab. Tas Kapitalvermögen beträgt 23 818 Mk., die Schulden 158 405 Mk.: diese erfordern 11129 Mark für Zins und Tilgung. Für Besoldungen sind aufzu» wenden: 30 552 Mk., für die Landarmcnpflege 3000 Mk., für freiwillige Kreisuntcrstützungen (Geisteskranke, Idioten, Blinde und Epileptische) 26 745 Mk., wovon 14 105 Mk. ersetzt werden: für 82 Zwangszöglinge 12 000 Mk. (9125 Mk. Ersatzl: für Straßenunterhaltung brutto 182 360 Mk. (der Kreis für seinen Teil 64 635 Mk.): die Baumpflanzungen erfordern 6010 Mk., denen 7000 Mk. Einnahmen gegenübrrstehen: an Provinzialsteuern sind 53 000 Mk. vorgesehen; die Kreissteuern ntüfiten von 170 000 Mark auf 180 000 Mk. erhöht werden (in 1902/03 betrugen sie noch 122000 Mk.). Bei einem Gesamtsteuerkapital von 650 000 Mark ergibt sich ein Zuschlagsprozentsatz von 27,7 Proz. (gegen 537 000 Mk. und 22,7 Proz. in 1902/03), etwa 40 Pro;, der Staatssteuern.

. Der St ra ßen u mb'a u Orleshausen Calbach wurde nachoem ein fehlender Kostend ei trag 'von 4150 Mk. seit der letzten Tagung durch einen Staatszuschuß gedeckt crirfreint 1 endgültig genehmigt. Die Gesamtbaukosten einschließlich der Baum- Pflanzung = 29 000 Mk., wovon auf den Kreis und die Pro­vinz Je 4812 Mk. entfallen werden.

Herstellung der Straße Bellmuth-Ranstadt. Eine größere durch seitliche Geländeschiebung verursachte Her« stellung mit Bachverlegung erforbert einen Kostenaufwand von 6200 Mk., der genehmigt wurde: auch sollen der Gemeinde Bell­muth die Gelänvekosten ersetzt werden.

Der die Neuorganisation der K ra n ken ka s f e rt betreffende Punkt der Tagesordimng wurde nicht verhandelt, da dieser sehr wichtige Gegenstand einer nochmaligen Erwägung im* Versicherungsamt und Kreisausschuß unterzogen werden soll. In einer nochmaligen Tagung im März wird der Kreistag «Entschei­dung treffen.

Nachdem noch einige W a h len für die Flurschadens- und Pferdeaushebungskominissionen stattgefunden hatten, wurde der Kreistag geschlossen.

Verhütung der Doppel b e st eit er uiig.

Abg. Hauck (B!bd.) stellt folgenden Antrag:

Ich beantrage, hohe Kammer wolle Großh. Regierung er­suchen, mit der Königl. Preußischen Regierung Vereinbarungen zu treffen, welche eine Toppelbesteucrung der hessischen in preußi­schen Gemeinden beschäftigten Arbeiter ausschließen.

schreibgebühren bei der Prüfung der Meßbriefe auf denselben zu verstempeln und von den betreffenden deometem zu erheben und Gebühren für die Meßbriefanfertigung zuzusetzen.

i. SCHULZ

Higdtburg-Mcushdi

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Das dänische Königspaar in Berlin.

- Berlin, 24. Februar.

Das danrsche Königspaar ist heute zu einem offiziellen Besuche des Kaiserpaares hier eingetroffen. Als der Zug um S Uhr nachmittags in den Lehrter Bahnhof einlief, prä- j<ntierte auf dem Bahnsteig eine Ehrenkompagnie des 2. Karde-Regiments zu Fuß; die Fahnen senkten sich, die Lpielleute des Bataillons und die Regimentsmusik spielten die dänische Nationalhymne. Auf dem Perron war zum Empfange das K ais.e rp aar erschienen, das die Gäste t'if das herzlichste begrüßte. Bei der Ankunft waren ferner »Agegen die in Berlin und Potsdam anwesenden Prinzen königlichen Hauses, zahlreiche Mitglieder des Haupt- q-liartiers, die Generalität und die Admiralität. Auch etwa 70 Mitglieder der dänischen Kolonie hatten sich zur Begrüßung des Königspaares eingefunden.

Dann begaben sich die Herrschaften in das Fürsten- jimmer d e s Bahnhofes, wo Oberbürger- ei st er Wermuth die Begrüßungsansprache hielt, auf die der König mit Dankesworten erwiderte. Die Fürstlich­keiten fuhren durch das Brandenburger Tor nach dem Schlosse. Bis zum Brandenburger Tor bildeten Innungen und Kriegervereine, von dort bis zum Schlosse Truppen Spalier.

Als die beiden Wagen mit den Majestäten am Denk- Itial Friedrich des Großen sichtbar wurden, erschollen drei durras von den Spalier bildenden Mannschaften der Gar- ison, vermischt mit den Hochrufen des Publikums. Die eibbatterie des Gardefeldartillerie-Regiments schoß, Salut, cber dem Lustgarten kreuzte das LuftschiffHansa", ie Kaiserin und die Königin begaben sich in die erste tage des Schlosses, während der Kaiser und der König unächst die im kleinen Schloßhofe aufgestellte Ehrenkom- agnie des Alexander-Garde-Grenadier-Regiments ab sehr it- en und den Vorbeimarsch entgegennahmen. Alsdann fand im Garde du Corps-Saal Empfang unter großem Vorantritt (kitt. Hiernach begaben sich der Kaiser und der König wiederum in den Lustgarten und nahmen vor dein Portal des Schlosses den Vorbeimarsch der gesamten Garnison von Berlin entgegen. Die Kaiserin und die Königin sahen bent militärischen Schauspiele von dem Balkonfenster aus Izm. Der Kaiser verlieh eine Anzahl Ordensauszeichnungen.

Im Königlichen Schloß, fand abends Familientafel statt und für das Gefolge Marfchalltafel. Den Tag beschloß ein iftfeatre pars im Opernhause. Gegeben wurdeKerkyra" iunter musikalischer Leitung des' Kapellmeisters Dr. Besl.

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Grand Prix 'eltauiitellung Turin 1911 ro!e Silb Denkmünze irDeutich.Lindeirtechi eesellicheft 1911

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Grand Prix= ettauMtellung Brtssell?!

vereinsnachrlchten.

** Der Verein für Sterben n ter ft ü^ung in Gießen hielt am Sonntag nachmittag seine H a n p t v e r s a m M-- lung ab. Ter 1. Vorsitzende Seide wand erstattete den Ge­schäftsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Verein über 1566 Mitglieder verfügt. Im lebten Jahre war ein Zugang von 51 und ein Abgang von 32 Mitgliedern zu verzeichnen. Mährend seines siebenjährigen Bestehens hatte der Verein 144 Sterbefälle und es wurden hierfür 38 880 Mk. ausgezahlt: der Reservefonds beträgt 15 330 Mk. Ten Kassenbericht gab Beisitzer Beckmann. Tie Revisoren berichteten, daß sie Bücher und Kasse in musterhafter Ordnung befunden hätten, worauf dem Kassierer Entlastung erteilt wurde. Das Sterbegeld wurde auf Antrag des Vorstandes und Aufsichtsrats wieder in der feit- herigen Höhe (270 Mk.l belassen, nachdem ein Antrag, der 280 Mk. verlangte, abgelehnt und ein anderer Antrag, daß vom 25. Sterbe­fall an die Sterbeunterstützung dem Reservefonds entnommen werden sollte, zurückgezogen worden war. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Seidewand, 1. Vorsitzender, Hch. Roll. 2. Vor­sitzender, Bruchhäuser, Kassierer, Diehl. Schriftführer. Beckmann, Müller und Reitz, Beisitzer. Der Aufsichtsrat setzt sich aus den Herren Hch. Fourier, Möbus, Rieß, Wißner und Bonarius zu­sammen.

B. Treis a. L., 24. Febr. Dieser (Tage sprach in der Kirche vor 'zahlreichen Zuhörern der Chinamifsionar M a i e r über feine Beobachtungen aus dem Chinesischen Missionsgebiet und die Ausgaben und Aussichten der Mission in diesem Lande. Er verstand es, hie .Herzen der ''Anwesenden zu begeistern und imr

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Anträge in ver hessischen Zweiten Kammer.

Meliorationen von Hutweid en im Vo gels- b e r g.

Die Abgg. Korell-Angenrod, Dr. Weber, Meiski lind Gen. beantragen, in Kapitel 74 Titel 4, Meliorationen im oberen Vogelsberg, einzusetzen statt 10 000 Mark 15000 Mark.

Die Begründung lautet:

Der die Meliorationen 'im oberen Vogelsberg aus- führende Techniker Kunz hat unter dem 2. Februar 1913 , an den Vorsitzenden der HuUveidenmeliorations-Kommis- lsbon, Herrn Kreisrat von Bechtold, einen Bericht erstattet, ster hier im allgemeinen wiedergegeben sei.

,/Lw. Hochwohlgeboren gestatte ich mir das Folgende vorzu- iregen. Rach Aufstellung der Kostenvoranschläge für die im Rech­nungsjahr 1912 auszuführenden Meliorationen hat sich ergeben, durch schwierige Verebnungsarbeiten und die Ausführung her von der Kommission neu beschlossenen Kalkdüngung eine we­sentliche Steigerung der Ausführungskosten für die Me- Ui»rationsunterneymungen eintritt. Während bei den vorausgegan- Laenen Meliorationen die Kosten durchschnittlich 300 Mark pro ?b ektar betragen, stellen sich nach den Voranschlägen für das Rech­nungsjahr 1912 die Ausführungskosten im Durchschnitt auf etwa & Mark pro Hektar, also um 140 Mark pro Hektar höher wie im den vorausgegangenen Jahren.

Infolge dieser Erhöhung der Melwratwnskoften muß natur­gemäß für die Folge eine Reduzierung der Flächengröße der m meliorierenden Hutweiden eintreten, wodurch eine wes ent- ! liche Verlangsamung in der Ausführung der noch,der Meliora- tum harrenden, Tausende von Morgen umtassenden Ge- kvttinde-Hutweidenflächen und Oedländereien des Vogelsberges her- [tiwrgerufen wird. . ~ ....

, Von den für das Rechnungsiahr 1912 von der Komminwn hur Ausführung vorgesehenen Meliorationen mußten aus diesem Nmnde die Gemeinden Heisters, Lanzenha^n und Ober- iNo os im Kreise Lauterbach und bte Gemeinde §eld kr ucken, Ibszw. eine andere Gemeinde im Kretse Schotten zuruckgestellt

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesjen

mehrung der Viehbestände zu schaffen und durch diese zur Be­kämpfung der Fleischteuerung beizutragen.

Zur Erreichung dieses Zieles ist es dringend erforderlich, daß ein rascheres Tempo in der Durchführung der Hut­weidenmeliorationen eintritt und zu diesem Zwecke größere Mittel zur Verfügung gestellt werden.

In dem früheren Grundplan zur Hebung der Viehzucht waren 15000 Mark als Staatszuschuß für die Hutweidenmeliorationen im Vogelsberg eingestellt, welche jedoch im Laufe der Zeit auf 10 000 Mark reduziert worden sind.

Der Betrag von 15000 Mark müßte mindestens bei Großh. Regiemmg als Staatszuschuß von. der Hutweidenmelio­rations-Kommission angefordert werden.

In einer außerordentlichen Sitzung des staatlichen Hut­weidenmeliorations-Ausschusses wurde' diese Forderung als durchaus richtig anerkannt und eine Erhöhung der Mittel, sobald als möglich, gefordert. Von einer Forderung für dieses Jahr hat der Ausschuß abgesehen, nachdem der an­wesende Regierungsvertreter dagegen Widerspruch erhoben hat.

Abänderung des Jagdstrafgesetzes.

Der Abg. Grünewald hat der Zweiten Kammer folgenden, von mehreren Abgeordneten seiner Partei unter­schriebenen Anttag vorgelegt:

die Zweite Kammer möge beschließen, an Großh. Staatsregie­rung das Ersuchen zu richten, den Landständen möglichst bald eine Novelle zum Hess. Jagdstrasgesetz zugehen zu lassen, wonach der Artikel 25 Satz 1 etwa folgende Fassung erhalt:

Wer einen Hund in fremdem Jagdgebiet außerhalb der öffent­lichen, zwei Orte miteinander verbindenden Straßen und Wege frei herumlaufen läßt, wird mit einer Geldstrafe von 1 bis 5,20 Mark bestraft.

In der B e g r ü n d u n g heißt es:

Ter Art. 25 des Jagdgesetzes bestimmte seither, daß derjenige bestraft wird, der einen Hund außerhalb dererlaubten Verbin­dungswege" über 100 Schritte von diesen entfernt, frei herum­laufen läßt usw. Man hat unter Verbindungswegen nur diejenigen Wege verstanden, die ausgesteint sind und einen Ort mit dem an­deren verbinden. Es dürfte zweckmäßig sein, den Begriff derer­laubten Verbindungswege" dahin zu präzisieren, daß man an dessen Stelle die Bezeichnung setztöffentliche, zwei Orte mitein­ander verbindende Wege", um jeden weiteren Zweifel auszu­schließen. Unmittelbaren Anlaß zu obigem Antrag gibt aber Folgendes: Durch die Einführung der Feldbereinigung sind neue Wege geschaffen worden und werden noch geschaffen, die alsöffent­liche Wege" anzusehen sind. Es wird nunmehr vom Publikum und hie und da auch von bem Schutzpersonal angenommen, daß diese Wege öffentliche auch im Sinne des Jagdstrafgesetzes seien. Rach Artikel 1 Ziffer 1 des Gesetzes, die Feldbereinigung be­treffend, bezweckt die Feldbereinigung die Förderung der Landes­kultur durch die Anlage von öffentlichen Feldwegen, welche eine freie Bewirtschaftung der Grundstücke zulasten. Die Erschließung der Felder führt naturgenräß dazu, daß die Anlage einer größeren Anzahl von Wegen erforderlich wird. Es wird die weitere Folge die sein, daß nur selten zwischen den einzelnen Wegen ein größerer Abstand als 200 Schritte mehr vorhanden sein wird. Damit wäre aber, wollte man die Oessentlichkeit dieser Wege int Sinne des Jagdstrafgesetzes annehmen, der von dem Art. 25 verfolgte Zweck Ulusorisch, da die Hande alsdann im ganzen Felde.frei herum­laufen dürften.

Es muß daher genauer als bisher der Begriff der Straßen und Wege festgelegt werden, auf denen und in deren Nähe (bis zu 100 Schritt) Hunde frei herumlaufen dürfen; dies geschieht durch Die vorgeschlagene Fassung. Ein Zusatz etwa in dem Wortlaut: Wege werden nicht allein dadurch öffentliche im Sinne dieses Gesetzes (seil, des Jagdstrafgesetzes), daß sie infolge der Feldbereinigung entstanden sind",

wird dann nicht nötig sein, wenn dies bei den Beratungen zum Ausdruck gebracht wird: die Fassungzwei Orte miteinander verbindende Straßen und Wege" dürste genügen.

3um Gerichtskostengesetz haben die Abgg. Damm, Grünewald, Heerdt, Korell-Nieder- Jngelheim und Urstadt in der Zweiteir Kammer folgenden Antrag eingebracht:

Großh. Regierung wolle durch eine Novelle zu deM Gerichts­kostengesetz vom 30. D^ember 1904 dem Art. 9 folgende Fassung geben:

Die Gerichte sind befugt, Gebühren und Auslagen welche durch eine unrichtige Behandlung ohne Schuld der Beteilig­ten erwachsen sind, niederzuschlagen."

Nach dem Wortlaut des Art. 9 steht den Gerichten das Recht der Niederschlagung von Gebühren zu, welche durch unrichtige Sachbehandlung ohne Schuld der Parteien entstanden sind. Nun erwachsen aber in solchen Fällen auch Auslagen, die häufig nicht unerheblich sind. Es ist nun ein Gebot der Gerechtigkeit, daß das NiederschlaaungSrecht des Att. 9 auch auf die Auslagen erstreckt werde, Denn es ist nicht verständlich, warum einem Be­teiligten Kosten erwachsen sollen, wenn solche durch eine unrichtige Behandlung der Sache ohne sein Verschulden verursacht sind. Erhebung der Ab - undZu schreib gebühren bei G r u n d st ü ck s ü b e r t r a g u n g e n.

Der Abg. Wolf-Stadecken (Dbd.) und einige seiner Parteigenossen beantragen:

Zwecks Vereinfachung des bisherigen umständlichen Verfahrens beantragen wir:

Hohe Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, mtzuordnen, daß die Gerichte und Notare bei der Beurkun­dung von Grundstücksübertragungen die 'Slb- und Znschreibgebühren vom Auftraggeber zu erheben und auf der Urkunde zu verftempeln haben. Sind Meßbriefe vorhanden, so haben die Kreiegeometer die Höhe der Ab- und ZuschreibgÄühren bei der Prüfung der Meßbriefe auf der Titelseite derselben mit roter Tinte zu schreiben.

Bei Kulturveränderungsmeßbriefen, die feiner Beurkundung bedürfen, haben die Kreisgeometer den Betrag der Ab- _unb Zu-

Weiter ist noch in Betracht zu Ziehen, daß rn oen letzten L-Hren außer dem lährlichm ^taatskredrt von 10 000 Mark urf) Rückzalstungen von Gemernden als. Staatsmittel fui bie m Rinde stehenden Meliorationen zur Verfügung standen, wodurch G ermöglicht mürbe, Umfangreichere Flachen zu mefforreren. ^er^ lNtige Rückzahlungen sind ledock sur die nächste Zeit ntAk mehr al erwarten, so daß bann nur noch.obenerwähnte 10 000 Mark «38 Staatszuschuß für die HutweidenMelwranonen vertugbar )mb Son diesem Betrage werden etwa 2000 Mark für angememe «Elften benötigt, während für die lachlic^n, eigentliche Me­liorationskosten nur noch 8000 Mark Verrechnt. Unter Hinzurechnung der von beit Gemeinden aufzubringenden Wrungskostm in Höhe von 50 Dozent stehen

lo 000 Mark pro Jahr zur Verfügung, womit etwa lo0 Morgen M Jahr melioriert m-erben können. r-,,+.n

L Es wirb nun allseitig anerkannt, daß bte nt den lechen |&frrcn durch die wirtschaftlichen Verhallnine bcrdorgerufene a n° gemeine Fleischteuerung nur durch eine vermehrte FlMch- droduktion im Jnlande wittsam beikampft werden kann, ^tere Hängt besondere Maßnahmen zur ^rdemmg und Hebnng der Viehzucht und Viehhaltung und hterbet tst tu «ftei time bte Steigerung der natürlichen Futtermitt^el zu nenn . _ Es sind seit Beginn der Meliorationen tm^ahrr 1896 bis frute in 43 Gemarkungen der Kreise Lauterbach mW schotten £-nb 2675 Morgen Hutweiden meltoriett und hiervon rn elf ^rmarlungen bereits Gemeindeviehweiden mit rationellemewc- »trieb eingerichtet worden. mit Ber-

Dbwohl diese Unternehmungen bererts zwetfello » g,. ,

tzKung und vor allen Dingen

Mtanbc bei getragen haben, gilt es ,edoch die nochunmelim ertert öentcinbehtrirngcn und Oedländereien des Vogelsberge., ^dii Kmngsweise allein in den Kreisen Lauteroach und Schotten ca. 5000 Morgen umfassen, einer ^ldigen Melroratron M ^literziehen, irm hierdurch eine iveiterc Grundlage 3ur Bcrmeh

Verein Schotten einberufenen starkbesuchten öffentlichen! Versammlung in Schotten (Wahlkreis Alsfeld-Lauter­bach), am Sonntag nachmittag in W eick arts h ar n (Wahl­kreis Gießen). Dieser Versammlung war eine geschäftliche Sitzung voraufgegangen, in der ein mehr als 80 Mitglieder zählender, der Freien Vereinigung angeschlossenerNatio- nalliberaler Verein für Weickartshain und Umgegend" aus der Taufe gehoben wurde. Sonntag abend sprach Dr. Linse alsdann in einer gutbesuchten öffentlichen Versamm­lung in L a u b a ch (Wahlkreis Alsfeld-Lauterbach). Ent­sprechend einer aus der Versammlung herausgegcbenen An­regung wurde die Gründung eines nattonalliberalen Vereins Laubach beschlossen, dem noch an demselben Abend 25 Mitglieder beitraten. An den genannten Versamm­lungen nahm der Vertreter des Wahlkreises Alsfeld-Lauter­bach im Reichstage, Abg. Heck- Alsfeld, teil, der seinen Wählern einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Reichstags und die Haltung der nationalliberalen Reichs­tagsfraktion zu den einzelnen zur Beratung gekommenen. Gegenständen erstattete.

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+ Lollar, 24. Febr. Am Sonntag sand hier im Saale Zum Schwanen" eine gut besuchte öffentliche Versammlung des sortschrittl. Volksvereins statt, in der Landtagsabgeordneter Prof. U r ft a b t in Vertretung des erkrankten Referenten, Herrn, Dauemgutsbesitzer Alfred Wolf, Hunspach (Elsaß) über dieWirt­schaftspolitik der Fortschritt!. Volkspartei" sprach. Ter Redner behandelte die hauptsächlich interessierenden Fragen wie: Zölle (von den lanbwirtschaftl. Zöllen nur Beseitigung der Futtermittel­zölle), das Fideikommißwesen und bie damit verknüpften Uebel-- ftänbe, Fleischteuerung (dauernde Hilfe nur möglich durch Förde­rung der Jnlandsproduktion). Am Eingang seiner Rede streifte er bie politischen Ziele ber Fortschritt!. Volkspartei. Am Schluß ging er auf bie gegenwärtige Lage ein und sprach sich bestimmt für Bewilligung ber Militärvorlage aus unter der Bedingung, baß bie Kosten durch eine allgemeine Besitzsteuer aufgebracht werben.