Die Sladi.vcrordnelenin Düsseldorf beschlossen aus Anlaß des Regiemngcjubiläums des Kaisers eine Kaiser-Wilhelm-II.-Stiftung in Höbe von einer halben Million für Zwecke der Jugendpflege zu machen und genehmigte ferner anläßlich der hundertjährigen Zugehörigkeit Düsseldorfs und des Dicinlcurdes zur Krone Preußens im Jahre ,1915 eine große Ausstellung unter der Devise „Aus 100 Jahren Kultur und Kunst" zu veranstalten.
Zur mecklenburgischen Verfassungsfrage wird dem „Rostocker TTnaeiger" von zuständiger Seite mitgetcrlt: In Verfolg der dem Sanne bekannten Bestrebungen der großherzoglichen Negierung, eine Neiorm der bestehenden Landesverfassung, tunlichst im Einvernehmen mu der derzeitigen Landesvertretung, also in Gemeinschaft mit den beiden Ständen, Ritterschaft und Landschaft, zustande zu bringen, fanden in der jüngsten Zeit erneute Besprechungen mit den Mitgliedern der beiden Stände statt, welche die Herbeiführung des vorgedachten Zieles sum Gegenstände haben. Tie Besprechungen werden fortgesetzt und voraussichtlich noch längere Zeit dauern. Alle Pressemittei-- lungert über die bisherigen Ergebnisse und angeblich geplante Maßnahmen sind unrichtig und entbehren jeglicher Begründung.
Der „herausgeschmtfsene Pachter".
Aus Elbing wird berichtet: Auch der Landwirtschaftliche Verein Lenzen trat in einer Entschließung für den kaiserlichen Pächter Sahst ein, der Rehberg so lange bewirtschaftet habe, „wie fein anderer Landwirt". Zu Beginn der Sitzung hatte der Vorsitzende festgestetlt, daß in der Versammlung wohl jeder Landwirt den Petguscr Roggen schon lange angebaut habe. Von den Lenzer Landwirte^ hat noch reiner Petguser Roggen gekauft.
Ein Denkmal für Alexander v. Blomberg.
Aus Anlaß der am vergangenen Donnerstag in Berlin vollzogenen Tenkmalseinweihung für den Freiherrn Alexander von Blomberg, der vor hundert Jahren am Königstor in Berlin gefallen ist, hat zwischen dem Fürsten Leopold zur Lippe und dem Kaiser ein Dcpeschenwechscl stattgefundcn. Das Denkmal ist von Lipper Landsleuten errichtet worden.
Ein sozialdemokratischer Lehrer zur Dienstentlassung verurteilt.
Der Volksfchullehrcr Emil Sonnemann in Bremen ist vom Disziplinargericht wegen sozialdemokratischer Propaganda in den Arbeiterjugendvereinen zur Dienstentlassung verurteilt worden.
Au-lanv.
Aus M exiko wird berichtet: Die genauen Umstände des Todes Matz er os und Suarez' sind noch unbekannt. Huerta erklärt, Madero und Suarez seien zufällig bei einem Zusammenstöße der Wache mit Maderos Anhängern gefallen, die versucht hätten, die Gefangenen zu befreien, de la Barra erklärt, die Gefangenen seien getötet worden, als sie zu entwcici-en versuchten. Keiner von beiden sagte, wer die tödlichen Schüsse abgab, vielleicht sind sie beiden unbekannt. Das Volk steht in der Mehrheit den amtlichen Berichten skeptisch gegenüber. Am Sonntag war die Stadt ruhig. Die Regierung versichert weiter, sie werde die Umstände des Todes Maderos und Suarez untersuchen und die Schuldigen bestrafen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 25. Februar 1913.
Eine Warnung vor Auswanderung.
Es wird auch heute noch vielen in unserem' Vaterland zu entf, teils aus diesen, teils aus jenen Gründen; heute aber hat wohl mehr als je das Wort Geltung:
Ob Osten, ob Westen, Daheim ists am besten!
Für die Auswanderung nach Brasilien wurde von getvisser .Seite in den letzten Jahren und wird auch heute lebhafte Propa- ,ganba gemacht. Verschiedentlich ist in der jüngsten Zeit vor Brasilien gewarnt worden; nun wird in der „Volksst." der Brief Lines vor einem Jahre mit einigen Freunden nach Sao Paulo «rusgeivanderten Frankfurters abgedruckt, der auszugsweise der weitesten Oeffentlichkeit mitgeteilt zu werden verdient. Der Frank- ftirter schreibt:
„ . . . Die Handwerker, die auf das Land gehen, fomimen all« wieder zurück, wenn noch Geld vorhanden ist zur Rückreise, .sonst sind sie gezwungen, auszuhalten. Von S. Paulo sind 7 deutsche Familien auf das Land, kamen aber drei Tage hernach wieder zurück, da das Land zu schlecht und kein Trinkwasser vorhanden war. Mußten auf eigene Kosten (100Milreis—130 Mk.) zurück pro Familie. Nun sind alle hier und suchen Arbeit. Die guten Kolonien sind alle besetzt und auf den schlechten gehen alle Äend zugrunde. Wir hoben alle Deutschen, die auf Kolonie waren befragt, aber alle raten entschieden ab. Habe mir verschiedene Kolonien angesehen, aber wie sehen alle aus. Das ■fann ich nicht niederschreiben. Wenn cm Handwerker nach hier kommt, so muß er mindestens 2000 Mk. haben, damit er die ersten fünf Jahre etwas zum Zusetzen hat. Denn an ein Einkommen ist die ersten 5—6 Jahre (wenn man es so lange aushält) nicht zu denken. Wir sind hiersauf der Sxt'bergc, 10 deutsche Familien. Wären aber alle nicht von Deutschland fort, wenn :iic gewußt hätten, was sie jetzt wissen; selbst ich nicht. Wenn es einigermaßen geht, fahren alle wieder zurück. Wenn man hier 10 Milreis —13 Mk. verdient den Tag, so braucht man alles, hier ist es zu teuer. Die Behandlung geht auf Kommando Und wie. Diejenigen Deutschen, die hier Geschäfte habet, betrügen einem noch mehr als die hiesigen Brasilianer. Da man die Sprache nicht versteift, ist cs sehr sckuver, mit den Leuten zu verkehren. Hier ist alles sehr schmutzig. In den Verkaufsläden und Metzgereien ist alles schwarz vor lauter Fliegen. Man hat keinen Appetit zum Essen. Wir sind alle von den Fliegen nnb Wanzen zerstochen wie ein Reibeisen. Mir wurde mein lieber- zieher vom Gepäck heraus gestohlen auf der Bahn. Gestohlen 'wird in Brasilien sehr viel. Ich rate keinem, nach hier zu kommen ; cs soll ein jeder bleiben, ioorer ist. In Deutschland hat kä der geringste Arbeiter besser als Trier ein guter. Denn hier hat man kein Reckst. . . . Der Liter Milch kostet 600 bis 700 Reis = 78 bis 91 Pfg., eine Flasche Bier (»/* Liter) — 500 Meis, Rindfleisch das Kilogramm 1,60 Mk. (hat aber keine Kraft in sich), Hülsenfrüchte kosten mochmal so viel wie in Frankfurt. Ein Zentner Kartoffeln kostet 35 Mk., ein Kilogramm Kaffee kostet 2 Mk. Kleider, Schuhe, Wäsche kostet: das Doppelte wie bei Euch. Ein Kilogramm Butter kostet 8,40 Mk., eine gewöhnliche Zigarre kostet 28 Psa., Eier kosten das Sttick 13 bis 89 Pfg., ein kleiner Kopf Kraut 80 Pfg.; sämtliches Gemüse ist nochmal so teuer. Steinkohlen und Briketts gibt es nicht bei kleinen Leuten, sondern nur Holz und Holzkohlen, 30 Pfund 8,70 Mk. Ein Liter arüne Bohnenschoten 1,35 .Ml. Das nftire so ziemlich das Wichtigste. Ein Kilogramm Mehl 90 Pfg."
Da muß einem das Fell ganz bedeutend jucken, wenn er dieser eindringlichen Warnung zum Trotz AuSwandernngsgelüsten nach einem Lande nachgibt, über heften Arbeits-, Scbtn« und gesundheitlichen Verhältnisse er sich nicht vorher genau orientiert hat, utnh zwar bei Stellen, die zuverlässige Auskunft urteilen können; eine solche ist u. a. die Zentralauskunftsstelle für Auswanderer zu Berlin, Am Karlsbad.
** Tageskalender für Dienstag, 25. ftebr.: Stabt- t he ater: .Mein Freund Teddy.' Ankang fi llfjr.
Hess. Vereinigung für Volkskunde. Vorträge: Pr. med. Martin atifl Bad-Nauheim: Das Brennen mit dem HuderttiSschlussel zur Vorbeugung und Heilung der Tollivnt. — Plärrer SD. Schulte-Großen Linden: Die Fluruameu-Sammlung und die Kirchen- bezw. Gemeinde-Rechnungen. Abends 8M Uhr [in Eafe Metropol. .
L. U. Dr. phil. et med. vet. A. R. Walther» der sich an der LandeSuniversitat für das Fach der Land- wirtschaft zu habiltlicren wünscht, wird am Mittwoch,
2 6. Februar, um 6 Uhr in der kleinen Aula feine Probevorlesung über .Die Bedeutung der Mutationen für die HauStterzucht* halten.
** Bahnpersonalien. Das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber erhielten der Eisenbahnlademeister Stier in Marburg und das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze der Eisenbahnmagazinarbeitcr Dül f er in Marburg. Der Aushilfsbahnwärter P a b st in Alsfeld erhielt für Abwendung einer Betriebsgefahr eine Belohnung.
•• Lehrerpersonalien. Uebertragcn wurde dem Lehrer Adam Krug zu Stein-Bockenheirn eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Raunheim.
** Abnahme der Tuberkulose-Sterblichkeit. Rach den Feststellungen der Zentralstelle für Landesstatistik beträgt die Sterblichkeitszrffer an Tuberkulose in Hessen im Jahre 1912 auf 10 000 Lebende berechnet gleich 12,9 gegen 13,8 im Jahre 1911, also wiederum ein Rückgang und zwar von 0,9 Prozent. 1890,1900 und 1910 waren Die entsprechenden Ziffern 30,1, 23,6 und 14,2; dieSterb - lichkeit an Tuberkulose ist also im Zeitraum von 22 Jahren von 30,1 auf 12,9 zurückgegangen. Diese Erscheinung ist überaus erfreulich: sie läßt ersehen, daß die planmäßige Bekämpfung dieser Volksseuche an der die Landesversicherungsanstalt Hessen, der Tuberkulose Fonds der Großherzogin und zahlreiche Gemeinden und Krankenkassen, ferner der Heilstättenverein und die Tuberkulose-Fürsorgestellen beteiligt sind, zu den besten Hoffnungen berechtigt.
•• Folgende Erklärung ist un5 vom Postinspektor von BültzingSl oewen zugegangen: „Die unwahren Behauptungen deS Abg. Zubeil im Reichstag über die Gießener Postverhältnisie werden heute in dem hiesigen sozialdemokratischen Blatte unter Berufung auf „zuverlässige Informationen" aufrecht erhalten. ES bleibt mir daher nur noch übrig, den unbekannten Gewährsmann deS Abg. Zubeil als „Lügner" öffentlich zu brandmarken und zu bitten, ihn, falls er sich verraten oder verraten haben sollte, schonungslos zu nennen.
** Die Ortsgruppe Gießen des „Deutschen Wehr Vereins" hielt in der letzten Woche ihre erste Mitgliederversammlung ab. In einem einstündigen Vortrag zog Staatsanwalt Trümpert einen Vergleich zwischen oem deutschen und französischen Landheer bezüglich der zahlenmäßigen Stärke und der Organisation der verschiedenen Waffen. Unter Beleuchtung der politischen Weltlage und an Hand eines ausführlichen Zahlenmaterials wies er die Dringlichkeit einer erheblichen Heeresverstärkung und der Vornahme organisatorischer Aenderungen nach. Zum Schluß wies er auf die Notwendigkeit des Wehrvereins und die Berechtigung seiner Forderungen hin. An die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine angeregte Besprechung an. Da der seitherrgo Vorsitzende, Professor Frhr. von Gall, eine-Wiederwahl ablehnte, wurde Staatsanwalt Trümpert an seine Stelle gewählt. Der Verkauf von Vereinsabzeichen, Wehrschatzmarken und Postkarten ergab eine erfreuliche Einnahme. Durch die monatlich erscheinende Zeitschrift „Die Wehri' bietet der Wehrverein bei nur 1 Mark Jahresbeitrag seinen Mitgliedern einen vorzüglichen Lesestoff. Die hiesige Ortsgruppe hofft durch Veranstaltung weiterer Vorträge das Interesse und Verständnis für die Bestrebungen des Wehrvereins in immer weiteren Kreisen der Bevölkerung wecken zu können.
** Vom Lesehallenverein. Seit dem Umzug in das Torhäuschen am Theater ist die Büchersammlung des Lesehallevereins beträchtlich und planmäßig vermehrt worden. Sie umfaßt jetzt über 7000 Bände. Dem Bedürfnis nach gediegener Unterhaltung kommen Werke der schönen Literatur entgegen. Wer über geschichtliche Vorgänge, über Fragen der Naturforschung und der Technik, über Probleme der Gesellschaft in Recht und Staat gemeinverständliche Belehrung sucht, zieht mit Vorteil den jetzt in zweiter Auflage erschienenen Katalog der Bücherhalle zu Rate. Das angehängte Verzeichnis der in der Lesehalle am Selterstor ausliegenden Zeitschriften, Zeitungen, Broschüren, Hand- und Kunstbücher wird den Besuchern gute Dienste tun. Die beiden Anstalten ergänzen einander. Wenn die Bücher- Halle der stillen gesammelten Bildung dient, so will die Lesehalle ein literarischer Sprechsaal sein, in dem' die Strebungen der Gegenwart streitbar oder friedlich zu Worte kommen.
** Der Evang. Arbeiterverein hielt am letzten Samstag seine Hauptversammlung ab. Aus dem vom Vorsitzenden Oberbibliothekar Dr. Heuser erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verein zurzeit 366 Mitglieder zählt. Die Einnahmen betrugen im letzten Jahre 1918,96 Mk., nie Ausgaben 1896,79 Mk. Das Vermögen beträgt 1480,95 Mk., das der Sterbekasse 4885,01 Mk. Die Rechtsberatungs- stelle wurde im letzten Jahre in 103 Fällen in Anspruch genommen (gegen 72 im Voriahr). Neben der Erteilung von Rat und Auskunft wurden 107 Schriftstücke, teilweise auch für minderbemittelte Nichtmitglieder angefcrtigt. Die Baugenossenschaft des Vereins konnte im letzten Jahre keine Bautätigkeit entfallen, weil Nachfragen nach weiteren Häuschen nicht vorhanden waren. Die Sterbekasse konnte den Mitgliedern insofern entgegenkommen, als das Sterbegeld auf 65 Mk. erhöht wurde. Bei der Vorstandswahl wurde Oberbibliothekar Dr. Heuser einstimmig wiedergewählt. Für die Vorstandsmitglieder Keßler und Wagner, die eine Wiederwahl ablehnten, wurden Dachdecker- meister Prang und Straßenaufseher Becker in den Vorstand gewählt. Die übrigen Ausscheidenden wurden sämtlich wiedergewählt. Ein Antrag, ans dem Mittelrh. Verband auszuscheiden, wurde nach lebhafter Aussprache mit 25 gegen 14 Stimmen abgelehnt.
*♦ Wicder mal etwas von unserem „Bieberliesch e n". Ein Freund unseres Blattes schreibt uns • Als ich am Somttag abend mit meiner Frau den fahrplanmäßig um 8,19 Uhr in Bieber abgehenden Zug benutzen wollte, wurde uns von einem Bahnbeamten mitgeteilt, daß der um 7,35 Uhr in Gießen abfahrende und in Bieber 8,15 Uhr eintreffende Zug, mit dem wir die Reise nach Gießen hätten antteten sollen, auf der Endstation Bieber überhaupt nickt ringet reffen sei. Ein Maschinendeseft hätte, wie uns gesagt wurde, die Abfahrt deS Zuges vereitelt. Große Verlegenheit und zum Teil wohl auck Entrüstung konnte man bei vielen, der namentlich zahlreich an wesenden weiblicken Personen bemerken, die bei der großen Kälte eine so unerwartete Ettttäusckiung erfahren mußten. Dock in der großen Not belebte ein Hoffnungsfchimmer die ungeduldig Harrenden, als das feurige Auge (es war ausgerechnet diesmal nur rins^ einer Lokomotive im Hintergründe aus der Maschinenhalle hervorleuchtete und dieselbe mit 3 Wagen nach verhältnismäßig kurzer Zeit schnaubend nach dem Stationsgebäude vorfuhr, um die Passagiere auszunehmen. Wenn sich auch eine empfindliche Kälte und eine mangell)aste Beleuchtung in den natürlich nicht im geringsten geheizten Wagen recht unangenehm bemerkbar machten, so war man doch herzlich froh, in ungewohnt raschem Tempo seinem Wohnorte zugeführt zu werden.
** Klagen über Mangel an kleinen Zahlungs Mitteln sind in manchen Orten im November vorigen Jahres bekannt geworden. Es lonnte jedock sestgestellt werden, daß in den Fällen, wo ein joicber Mange gemeldet wurde, verabsäumt worden war, die nächstgelegenen
Reichsbankanstolten für die Deckung des Scharfe in Einspruch zv nehmen, die mit kleinen Zahlungsmitteln stets reichlich versorgt gewesen sind. Tie Liffassung, daß die Reichsbank fern Silber verausgabe, ist leider von gewissenlosen Geschäftsleuten genährt und in selbstsüchttger Wucht verbreitet worden. Geldwechsler haben in manchen Gegenden die kleinen Ortschaften bereist und unter allerl?and falschen Vorspiegelungen von Kriegsgefahr und Zurückhaltung der Gold- und Stlberbestände bei der Reicksbant den betörten Kleinstädtern und Dorfbewohnern Banknoten und Kassensck eine gegen Gold und Kurant mit einem hohen Agio umgewechselt. Durch ein derartiges Vorgehen ist der Zurück- ziehung von Umlaufsmitteln und ihrer Auffpeicherung durch Pr.vate in einem für die Geldmarktverhältnisse höchst schädlichen Umfang Vorschub gdeiftet worden.
" Papier, Früchte, Obsiresie und sonstige Abfälle sollte man nicht auf Bürgersteige und Straßen werfen. Hierdurch werden die Straßen verunreinigt und Gefahren ffc die Passanten heroorgerufen, die durch AuSglciten auf Ole';, reften und dergleichen zu Falle fommen und sich erheblich verletzen können. (Siehe amtliche Bekanntmachung.)
•• Im Eise eingebrochen. Am Sonntag brach ein Z^jahriger Junge auf den EiSteichen bei den Troßschen Ziegelöfen ein. Zwei hiesigen Schülern namens Emst Walther und Friedrich Georg gelang c5, den kleinen Knaben auS dem Wasser zu ziehen. Ta frisch geeist worden war, hatte die neue Eisdecke noch keine Tragkraft und da wohl auch noch weiter geeist werden wird, sollten die Eltern ihre Kinder nachdrücklich verwarnen.
Landkreis Gießen.
— Grün berg, 24. Febr. An der h öheren Bürger- (Real-)Schule fand heilte unter dem Vorsitz des Geh. OberschulrateS Block au5 Darmstadt die Abschluß. (Ei n j ä h rigen-)Prüsling statt. Alle acht Unter- Sekundaner, darunter ein Mädchen, haben die Prüfung bestanden, drei waren von der mündlichen Prüfung ganz, bu übrigen von einzelnen Fächern befreit.
Kreis AlSfeld.
() Vadenrod, 24. Febr. Bürgermeister Kreuder stel in Romrod auf einer Äsplatte hin und zog sich eines Beinbruch zu. Bürgermeister Schmidt ließ den Verun^ glückten sofort nach Hause bringen. Der Arzt stellte einen Gelenkbruch fest.
Kreis Friedberg.
1^. Friedberg, 24. Febr. Ziirzeit haben sich in unserer Feldgemarkung die Mause wieder eingestellt unV sind zur Plage für unsere Landwirte geworden. In den Feldern von Nachbargemeinden hat man Gift gelegt.
r. Reichelsheim, 24. Febr. Ter CrtSgeroerbeoerent hat beschlossen, den Zeichenunterricht der Handwerkerschule, der seither an einem Sonntag abgehalten wurde, Dienstag-Nachmittags erteilen zu lassen. Ihn, soll vom 1. April an ein gewerblicher Fortbildungsunterricht an» gegliedert werden. Die Schüler, die diesen Unterricht besuchen, sind von der obligatorischen Fortbildungsschule befreit. Bis jetzt haben sich 30 Schüler zur Handwerkerschule angemeldet.
Hessen-Nassau.
0 Marburg, 24. Febr. In dar gestern abgehaltenen Vertreter-Versammlung des Kreiskrieger- Verbandes Marburg wurde an Stelle des Vorsitzenden, Landrat v. Löwenstein, Geh. Rat Prof. Dr. Sch eitck gewählt. Mit der Errichtttng des Kreis-KriegerdenttwaÜ Dürfte es vorangehen, denn die Versammlung war mit dem Entwurf des Münchener Professors v. Hildebrand, der einen adlergekrönten Obelisken vorsieht, einverstanden. Wegen des Planes für das Denkmal ist noch keine Einigung erzielt. I
= Marburg, 24. Frirr. Am 9., 10. und 11. August begeht das K u r h e ss i s ch e I ä g e r b a t a i l l o n Nr. 11 die Feier seines hundertjährigen Bestehens. Bataillon und Bürgerschaft rüsten sich, das Fest glänzend zu gestalten. Außer einem Festkommers, Parade der aktiven und ehemaligen Jäger, Festtafel usw. ist ein Preisschießen vorgesehen, bei dem wertvolle Ehrengaben zur Verteilung gelangen werden. Mit der Feier ist rin Volksfest verbunden. Man erwartet mehrere Tausend alter Jäger, die gerne ihre alte Garnisonstadt einmal wieder aussuchen werden. Anmeldungen zur Teilnahme sind an das Bataillon (Geschäftszimmer) zu richten; für Teilnehmer, die tui| Freiguartier rechnen, ist es besonders ratsam, die AnmclduM recht schnell zu bewirken. Am 9. März, nachmittags 2 Uhr, findet im Saale deS Turnergartens in Marburg eine Vertreterversammlung statt, auf der u. a. auch ine dem Bataillon zu stistendS Ehrengabe beraten werden soll.
W Hanau, 24. Febr. Die TyPhnSkrankheit in Eisenbahn-Regiment Nr. in hat das 20. Opfer gefordert. Gestern mittag ist der Pionier Kuhr au5 Westpreußei^ der der 1. Kompagnie angehörte, gestorben. Sonst ir der Krankheitszustand folgender: 52 Kranke befinden siäi noch im Lazarett, darunter drei Schwerkranke, 157 Genesende auf Urlaub, 35 im Genesungsheim, 7 Beurlaubte sin> bereits wieder in die Kaserne zurückgekehrt.
h. Frankfurt, 24. Febr. Unter dem Vorsitz vv« E. Viehmann (Rumpenheim) hielten tyeute die „bereinigten Landwirte" ihre stark besuchte Hauptversammlung ab. Dem von A. Hensel (Dortelweil) erstattetem Jahresbericht war z>u cntnehnren, da ßdas verflossene Geschäftsjahr in ruhiger Anfwärtsbewegung verlaufen i|- Das Hauptinteresse lenke' sich nach wie vor auf die Milch- zufuhr nach Frankfurt, die infolge erweiterter Absatzgebiet zu einem steigenden Angebote mit fallenden Preisangebote» führe. Die Polizei sei gegen die Milchhändler weit road* funter als sonst. Um diese Mißstände zu verhüten, sei eine straffe Organisation der Landwirte nötig. — Die Jahres- rechnung schließt mit 11248 Mark ab. Das Vermögen beträgt 12 072 Mark. Die ausscheidenden Mitglieder Herbert (Obcrerlenbach) und Henrich (Schwanheim) wurde» wiedergewählt. Tie Organisation umfaßt jetzt 100 Ortsgruppen mit 3000 Mitgliedern aus Starkenburg, Oberhessr» unb Nassau. Um sich gegen Anzeigen wegen MilchfälschunD zu schützen, beschloß man, die Untersuchung der Milch bflB Anlnnft der Züge einzuführert. Weiter soll eine schärfe« Stalliontrvlle durchgeführt iverden. Der Vorstand wurde ermächttgt, der Errichtung einer Milchzentrale füs Frankfurt und Umgebung näher ru treten I» der Zentrale soll die Milch gesammelt und dann durch Händler den Konsumenten zugeführt werden. Durch die Anstalt soll in erster Linie den Landwirten die Garantie füx den regelmäßigen Absatz der gesamten Milch gegeben unN ihm ferner ein gleichbleibender Preis für die Milch gewähf leinet werden.
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— Ter eenior der '.H oü oder theologikcken Fakultät, Pro» >essor der systeinarr chen Theologie, flonfifioriolrat Dr. tbeol et pbu. Ludwig Schulze, feiert am 27. Februar feinen 80. GeburtLta».
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