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— Die Eroberung der Universität durch drv japanische 7r r a n. Die japanischen Frauen haben in ihrem Streben nach Bildung einen Sieg errungen, der tm ganzen ilanöc das größte Aussehen hervorruft: drei Japanerinnen haben von der Regierung die Erlaubnis erhalten, an der kaiserlichen Toboku- Universität in Sendai zu studieren. Damit hat die erste Hock- schule im Lande des Mikado den Frauen ihre Pforten geoftnet, und die Regierung gibt selbst in einem Erlas? zu, baß ihnen von nun an auch die anderen kaiserlichen Universitäten zugänglich fein werden. „Es gibt in den Universitötsgesetzen/ so heißt es da, keine Stelle, die den Frauen die Ausnahme in die Umverntaten verwehre, aber nach den konventionellen Anschauungen war das Borrecht bisher auf die Männer beschränkt. Dieser Brauch ift nun wrrch die Nordost-Universität von Sendai aufgehoben, und die andern Universitäten sind verpflichtet, diesem Beispiele zu folgen. Das) es gelang, den Frauen diesen bereits fo lange ersehnten Quq<nm zu den höchsten Bildungsmöglichkeiten Japans zu gewähren ist das Verdienst des neuen Praiidenten der Universität von Kioto Sawayanagi, der früher Präsident dar Univeriitat von Sendai war. Er ist ein ganz nwderner Pädagoge der für das Frauenstudium energisch eintrrtt. Er setzte durch, daß Frauen, die ihr Lehrerinnenexamen bestanden haben, auch bas damit ver- bundene Recht des Besuches der Universität wirllich ausuben dürfen und den männlichen Studenten g-leichgestellt werden.
Kleine Taqerchronik.
In Stettin fand in Gegenwart des Prinzen Eitel Friedrich als Vertreter des Kaisers und zahlreicher Ehrengäste am Freitag vormittag die feierliche Enthüll u n g des von Professor Manzel geschaffenen Kaiser Friedrich-Denkmals auf der Hakenterrasse hinter dem städtischen Museum statt Um V21 Uhr folgte auf dem Hohenzollernplatz die Grundsteinlegung der neuen Garnisonkirche.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gieß.'«.
Wetteraussichten in Hessen für Sonntag, den 26. CH. 191.3 • Wechselnd bewölkt, meist trocken, nachts kalt, stellenweise Nachtfrost, spätere Trübung nicht ausgeschlossen.
vüchertisch.
Jagdartikel haben immer ein großes Publi kum. Bei diesem Tlfema darf man stets auf ein allgemeines Interesse rechnen. Und doch — wie selten findet man einmal einen wirllich guten Jagdartikel, von dem man sagen tarnt, daß der Verfasser es versteht, die Dinge anschaulich und fesselnd zu schildern. Zu den anerkannten und mit Recht beliebten Jagdschriftsiellern der Gegenwart schärt der Oesterreicher Ernst von Dambrowsll. dlus feiner Feder bringt die 'Jhimmcr 37 der „Gartenlaube" euren Aufsatz, der „Der Feisthirsch" betitelt ist und iwch eben zeitgemäß kommt. Der Artikel besitzt alle Vorzüge der Dambrowskischen Arbeiten: wundervolle Paturschllderungen und großartige Darstellung der Jagd.
Luftrchlffahrt.
Ein neues Gesetz in Frankreich.
Paris, 24. Okt. Der angekündigte Erlaß über die v erst otene Luftzvne wird in den nächsten Tagen erscheinen. Wie offiziös verlautet, wird, falls nicht eine besondere ErmSättigung erteilt wird, in einem Umkreis von *10 Kilometern oberhalb aller Befestisungswerke sowie oberhalb aller Uebungsplätze des Landheeres und der Kriegsflotte das Fliegen verboten werden. Tie verbotenen Luftzonen umfassen im wesentlichen die Gebiete von Toulon, Nizza, Besaneon, Pontarlier, Epinal, Belfort, Knnc- Ville, Naneh, Toul, Verdun, Montmedh, Mezieres, Valenciennes, Dünkirchen, Cherbourg, Brest, Lorient, Laroche.lle und Rochefort.
Berlin. Der „Lokalanzeiger" sckwcibt: Ein Leuchtturrn für Flieger wird bei Liebenwerder errichtet. Er wird mit einem Blinkfeuer von 2000 Kerzenstärke ausgerüstet.
Automobil, das seinen Hund überfahren hatte. Bei der Verhaftung lieferte er der Polizei ein förmliches Feuergesecht, so daß er mit arößter Mühe überwältigt werden konnte. DreiJnsasfen des 1 Automobils wurden schwer verletzt. _ „ ;
* .Ein Liebesdrama auf hoher See. Die „B. J. , meldet aus London: An Bord eines gestern auf der Thne ein- . getroffenen österreiästschen Dampfers wurde auf der Höhe des Kap Trafalgar der Ocsterreicher Muralti gegen eine Frau und deren ; Tochter, Verwandte des Kapitäns, zudringlich. Als der Kaprtan ihm Vorwürfe machte, schoß Muratti auf seine Umgebung und verletzte den ersten Offizier und das junge Mädchen schwer. Der Kapi- pitän wurde leicht verletzt. Muratti erschoß sich dann 1 cl b ft.
* Einen tragischen Au sgang nahm eine Verhandlung, die im Kriminalgerichtsgebäude in B e r l i n stattfand, ^.cr Kaufmann Julius Mraham aus der Gledit,chstraße, der als Zeuge vernommen wurde, geriet bei seinen Aussagen so m Aufregung, daß er vom Schlag gerührt tot zu Boden stürzte. Die Verhandlung wurde sofort abgebrochen.
— Bismarck, einRach ko mmeKarlsdcsG rotz en. In erster Linie auf Bismarcks Betreiben verlor Seifen feine Selbständigkeit. Da ist es nun ein wunderliches Spiel des ^chickial^, daß in seinen Adern das Blut der .Hessenfürsten floß. Er,ist in direkter Linie verwandt mit Philipp dem Großmütigen von veifen. Den genauen Stammbaum teilt Kn et sch in der Zeitschrift ,,'Hef>en^ land". Ter Sohne Philipps des Großmütigen (1504 bis 1567) war Wilhelm IV., Landgraf zu dessen (1533—1592) Desfen^sohn war Philipp Wilhelm von Dornberg (1oo3—1616!, besten ^oa)ter wiederum Anna Sabina von Dornberg <1607 1659) Hant? Ernft v. Witzleben heiratete. Die aus diesem Ehebunde hervorgegangene Tochter Dorothea Katharina von Witzlcbcn.(1640 bis 16,1) vermählte sich mit Hans o. .statte (1633—1684). ^hre Tochter Dorothea Sophia v. Satte (1669—1719) heiratete August von Bismarck und der Sohn dieser Ehe, August <z-riedrich von Bismarck (1695—1742) ist der Urgroßvater un,eres Altreichskanzlers, besonders interessant ist dabei, daß durch die Verwandt! chaftnitt Philipp dem Großmütigen ÄsmarckS Ahnenveihe bis zur heiligen Elisabeth zurückgeht. Dadurch floß in Bismarcks Adern auch em Tröpslein vom Blute Karls des Giro feen.
— Die Schrecken amerikanischer Gefängnisse. Aus Newyork wird berichtet: Julian .Hawthorne, der Sohn des berühmten amerikanischen Dichters Nathaniel 5)awthorne, ist in diesen Tagen aus dem Bundesgefängnis von Atlanta entlasten worden, wo er eine Strafe von 6 Monaten verbüßte, die ihm wegen Mißbrauches .der Post im Zusammenhang mit unfoltom Mincngrüiidungen auserlegt worden war. Der Bericht, den Haw- thornc über seine GefängniSzeit gibt, erregt das größte Aufsehen und gipfelt in einer leidenschaftlick/en Anllage gegen die Behörden denen vorgeworfeii wird, in den Sti'afanstalten bewußt oder unbewußt die erniedrigendsten Ausschreitungen gegen unglückliche verurteilte Mensclnm zu dulden und zu fordern. ,Tie Sträflinge sind einer Belrandlung ausgesetzt, Die einem langsamen Morde gleichkommt," er Härte der Entlassene und erzählte dann Schreckensdinge von dem sog. „Loch", der Zelle, in der Disziplinarstrafen ausgeführt werden. r,as schlimmste aber ist nach seinen Erfahrungen die menschenunwürdige Art der Er- nährung: „man läßt Menschen verhungern: un Namen der Sparsamkeit " „Die Gefangenen werden wie Tiere behandelt. Wenn die Anstalten besichtigt werden, .betommt man Ballspiele der Sträflinge zu sel-en und hört die Musik^ die bei kn-n Mahlzeiten spielt: aber niemand erfnber von den Schrecken des ,.Loche- und der Einzelhastzelleu." Die wirilichen Berhaltnifie lasten itad) den Angaben .Hawthornes die düstersten Schilderungen aller Rc^ manc weit hinter sich, und die Folge eines folchen öt>ftem^, das unter der Maske der Lrumanität Mensck)im vernichtet und martert, muß unvermeidlich dazu führen, alle Opfer dieser Art der Straf- pslege zu Feinden der Gesellschaft zu machen und zu überzeugten Feinden einer Gesetzgebung, unter der solche Vorkommnisse mog-
db Eine Fallschirm-Landiing aus dem Luftschiff. Die mannigfachen Unglücksfälle, von denen lenkbare Luftschiffe im Laufe der letzten Jahre heimgesucht worden sind, haben innner wieder die Frage erstehen lassen: gibt es keine Möglichkeit, schnell und sicher ein rettungslos dem Verderben preisgegebenes, in den Lüften dahinschwebendes Luftschiff zu verlassen? Denn dem Luftkreuzer fehlt noch immer das Hiltsunttel, das die Meeresschiffe in ihren Rettungslwten mit sich führen Weirn in großer Höhe eine .Katastrophe eintritt, die im Lause kürzester Zell das Fahrzeug vernichten und abstürzen lassen muß, tarnt Die Mannschaft sich nicht retten, ja sie vermag Nicht einmal einen Versuch in dieser Richtung zu unternehmen. Immer wieder haben die Techniker das Problem ertragen, ob es nicht möglich sei, durch geeignete Fallschirme gewissermaßen ein „Rettungsboot der Lüfte" zu schaffen, aber die Sätwierigkeiten, die einer nützlichen Ausführung dieses Gedankens entgegensteben, smd ung.eich großer, als der Laie glaubt. Aber daß auch sie Schritt um -L-chrllt überwunden werden können, zeigt ein interessanter Versuch des englischen Lustschiffoffiziers Major Maitland, der es am Samstag in Farnborough zum erstenmal mll vollem ErfH unternahm, sich aus einem in großer Höhe schwebenden Luftschiffe nut, Hilfe eines Fallschirmes zur Erde herabzulassen. Die „Delta , der Lustkreuzer der englischen Armee, stteg am Samstag bet borgen Mürben bis zu enter Höhe von 700 Metern auf. tim vorderen Rande der Gondel hatte man einen von Caudron konstruierten neuen Fallschirm angebracht. In der Höhe wurde mm der Lauf der Motoren verlangsamt und als die Eigenbewegung des Luftschiffes auf ein Minimum reduziert schien, sprang Maior Mallland aus der Gondel, packte den Griff des Fallschirmes und ließ sich herabfallen Etwa 40 Met. lang sah dos Experiment selw gefährlich auv, glich rallkommen einem Sturze, dann aber breitete der Fallschirm selbsttätig seine Tragflächen aus, und langsam fchwebte der kühne Offizier dem Erdboden zu. Bei dem herrschenden starken Winde und infolge des plötzlichen Ruckes wurde er zwar bedrohlich hin- und hergeschleudert, pendelte in, großen Bogen durch die Quftc was bei den wenigen Zuschauern tm ersten Augenblick Bestürzung hervorrief, aber es zeigte sich bald, daß die Befürchtungen grundlos waren: Major Maitland landete sicher am Erdboden. Der Offizier hatte das Wagnis imtentommen, um in der Praxis gewisse Fragen zu prüfen, die aus eine wettere Verbesserung dieses Fall ckirms und seiner Anwendbarkeit an Luftkreuzern.zustreben. Er war mit dem Ergebnis seines Wagnisses vollauf zufrieden. Es erhebt sich nun die Frage, ob mit technischen Verbesserungen dev Fallschirmes nicht die Möglichkeit, die Insassen ran Luftkreuzern mit Reinen Fallschirmen auszurüsten, zur Zfveckmaßigkell ent-
Die Manöverkarten sind durch den Hgiidlungsgehilsen Karl Müller, der aber nicht unter Anllage gestellt werden konitte, zur Kenntnis der französischen Behörden gebracht worden. Die An- klage vertritt Reichsauwalt Schweigger. Es sind neun Zeugen !imb zwei Sachverständige erschienen. Die OÖffentlichkeit wurde sofort ausgefchlossen. 2lbends 9 Uhr wurde das Urteil gefällt. Wegen versuchten Verrats milttärischer Geheimnisse und schweren D^b- stahls wurde der ältere, 34jährige Schneider und Bureaugehilfe Paul Biesalski zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurlellt. Drei Monate Untersuchungshaft wurden angerechnet. Der jüngere Bruder, der 18jährige, bereits vorbestrafte Schlosser Karl Biesalski ans Lougwy wurde wegen Beihllfe zum Verraten militärischer Geheimnisse und schweren Einbruchdiebstahls zu insgesamt drei Jahren Gefängnis rarurteilt, wobei ein Monat Untersuchungshaft angerechnet wurde. Mildernde Umstände wurden beiden versagt.
W. Kiew, 24. Okt. Die Inhaberin eines Branntweinmono- Volludens Nvlitzki) und ihr Mann, deren Wohimng sich unter der der Famille Tscherberjak befand, sagte aus, daß sie anfangs 1911 in der Wohnung der Tscherberjak die Schritte eines Knaben und dann Schreie gehört hätte. Aus Furcht vor W e r a hätte sie vor dem Untersuchungsrichter keine wahrheitsgemäßen Zeugenr- aussage abgegeben. Der Polizemnterofsi7ller Ki r i 1 s ch en ko erklärte, er sei bei der Haussuchung in der Wohnung der Wera Tscherberjak zugegen geirasen. Auf feine Frage nach dem Mörder Juschtschniskis sei Jenja Tscherberjak sehr erregt gewesen und habe anscheinend eine Aussage machen wollen, doch habe ihn eine drohende Geste seiner Mutter mutlos gemadrt. Der Zleuge sagt weiter ans, daß ihm sein Bor gesetzter erklärt habe, er halte weder Wera noch Tscherberjak für Mitschuldige des Mordes.
w New <n 0 r f, 24. Okt. Das Gericht geüattete auf Antrag der Vertei >gung d's Priesters Schmidt, daß eine Kommisston ernannt ivird, . e über den Gesundheitszustand Schmidts zur Zeit seincS iNuienthalteS in Frankfurt für die Beweisaufnahme Feststellungen machen soll.
* Eine Sensation. „Ich möchte ein ungewöhnliches Motiv für den Salon haben," sagt der eine Maler - „Etwas Seltenes, nie Dagewesenes!" „Dann male einfach, sagt der andere, „Poincare zu Hause."
* Der Fanatiker. „Wie Sie mich hier sehen, habe ich schon meine 60 Jahre auf dem Buckel und trink dock noch alle Tage mein Gläschen." „Ja, aber wenn Sie Nicht immer getrunken hätten, dann wären Sie jetzt getmß schon siebzig.
* Er hat's gelernt. Brown: „Sie scheinen letzt mit der Kochkunst Ihrer Frau mehr zufrieden zu sein als früher. Sie hat inzwischen wohl viel gelernt?' Stntth: „Nein, sie nicht, aber ich.
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Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber kemerlet
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Gießen, 24. Oktober
Vor einigen Sagen wurde in einem Eingesandt beklagt, daß unser Stadttheater trotz seiner großen Kunftleistungen nickt gc' nirgend von auswärts besucht würde. Bei aller Anertennuna unserer Direktion können wir doch dem Rühmen des Eingesandts nickt ganz zustimmen, nämlich nicht mit Rücksicht auf das R e per - t oir c Wenn nicht die Jahrhundertfeier znrWahl zweier Kleistscheii Drameit gedrängt hätte, so würde das bisherige Repertoire Ute rarisck dock recht dürftig dastetzen und das Dürfttge lockt eben doch nicht, auch wenn es in der Großstadt vielleicht einen Kastew erfolg erzielt. „Kater Lanipe", „Sündenböcke", „Buch der Stau' das unvermeidliche „Püppchen" und bergt, können auch durch das ganz niedliche, aber dramattsch doch nicht bedeutende «stuck „Akaio- lila" nicht glänzender erscheinen. In einer Universitätsstadt, wo Sttidierende der deutschen Sprache und Literatur dock das Bedurtn,/ haben, die Hauptwerke dramatischer Kunst auch durch gute Ausführungen kennen zu lernen, sollte das Theater diesem BedursiiiS in ebenso großem Umfange, wie der bloßen Abendiinterhaltung nach- kommeti. 'Leider sind alle Theater Geschäftsinftttute Aber wenn die Direktton mit Rassischen <31üd'en nicht beit Erfolg erzielt, nnc mit dem „Fidelen Bauer" 11. a„ dann sollte der Theaterverein, der mit großen Kosten Opemvorstelluugen veraiistaltet, die der Sttidentenschaft weniger zugille kommen, einen -«Leil seiner Mittel für literarisch wertvolle Auffüllungen verwenden. Wann wird denn einmal „Faust" gegeben? Es Ivird wohl drei Jahre her sein, daß man ihn hier gesehen, uni) doch tollte er hier jebe& Jahr einmal gegeben werden. Mit Freuden sind die Volks- und Sckülervorstellungen zu begrüßen, an die Studenten fcketnt niemand zu denken. Warum wird „Tasso" niemals aufgeführt?
Egmont" ist zwar versprochen worden und hätte sich betonrars als F-estvorstellung zu Großherzogs Geburtstag geeignet. Man hört aber nichts von der Realisierung dioser Absicht todjiller touimt gleichfalls schlecht trag. Höckistens einmal Wilhelm Tell. Warum nickt einmal ein Stück von „Wallenftein oder statt „Kater Lampe" einmal „Turandot". Grillparzer und Hebbel konnten, von Shakespeare abzusehen, sehr vieles bieten und für Bolksrarftel- lungen wäre 'Jiaimcnb Dem „Fidelen Bauer" üorzuzrehen. Gerbe har man hier noch nie als Dramatiker gesehen. Warum nicht einmal Laubes „Prinz Friedrich", der Gutzkows „Zopf und Schwert doch bedeutend übertrifft. Wir denken nicht daran, der Direktion hier eine Repertoirezusammenstellung zu machen. Die paar aus dem Gedächtnis eillnömmenen Angaben sollten bloß tue lieber» zeugung bekräftigen, daß es eine Fülle vvn Dramen gibt, die auch Auswärtige mehr üt unser Theater ziehen würden, als ,Kater Lampe" und „Puppckien". Man sollte übrigens annehmen, daß nicht zuletzt den cmsübenden Künstlern Sttidtum und Wiedergabe gehaltvoller Atollen mehr zusagen und sie in ihrer Darstellungs- kiuist Mein fördern wird, als die zum Teil bedauerlichen Rollen rar ^Novitäten". Das Publikum unterschätzt vollständig die Nriche und große Arbeit, welche der Schauspieler an die Ausgestaltung jeder Rchle setzen muß. Wer etwas davon kennt kann beit Sclmuspieler nur bedauern, der seine Kraft blolß Mm Zwecke einer Abendimterhaltung an minderwertige Rollen verschwenden muß.
wickelt werden kann.
vermischtes.
* Straßenraub am eigenen Vater. Aus Trier, 24 Oktober, wird gemeldet: Gestern abend überftelen am luxem- lbvrgischen Grenzott Wasserbillig fünf^vermummte Personen den Schriftsteller Wolf, der sich hier medergelasten hat, und raubten eine Tasche mit 10000 Mark. Die Räuber stohen nach Trier, wo^fft von dra Polizei in einer Wirtschaft entdeckt und verhaftet wurden Unter ihnen befinden sich zwei Sohne des Wolf und die Fwau des einen der Söhne. Es wurde das sämtliche Gckld bto auf 400Mark bei ihnen vorgefunden.
T * (y i n Automobilgegner. Aus T r 0 yes wird ge- |neIbet. Der Landschaftsmaler Daubigny feuerte auf ern
Letzte Nachrichten.
Solingen, 25. Okt. Ein junges Liebespaar ließ sich heute morgen von einem Zuge der Strecke Remscheid— Solingen über fahren. Beide waren sofort tot. Das 20jährige Mädchen stammt aus Cuppelstein bei Remscheid. Der junge Mann ist der Sohn eines Bäckermeisters. Als Grund wird unglückliche Liebe angegeben.
D a w s 0 n , 25. Okt. Bis M itternacht wurden aus der Hirsch- schlilchtgrube 23 Bergleute lebend und 38 Leichen gefördert. Man besiirchtet, daß die übrigen 271 tot sind.
Die Behebung der Magerkeit und die Entwicklung einer formenschönen Figur.
Magere, schmächtig und hager aussehende Damen, denen die vollen, wohlgerundeten Formen abgehen, welche zu den Reizen der Frauenichönheit so wesentlich beitragen, könnten ganz erstaunliche Resultate in der Entwicklung von Wangen, Hals, Armen, kurz ihrer ganzen Figur zeitigen, wenn sie nur ihrem Nervensystem etwas mehr Aufmerksamkeit schenken würden. Wenn die Nerven nämlich geschwächt sind, dann leiden Magen- und Verdannngs- oraane in erster Linie darunter. Die genossenen Speisen werden nicht in genügender Weise zum Ausbau der Muskelgewebe ans- genutzt, und als natürliche Folge dieser Unterernährung werben sie mager, ausgemergelt und schwächlich. DaS Grundubel aber ist in den Nerven zu suchen, welche die Funktionen der VerdauungS- organe beeinflussen. Diesen muß man durch ein geeignetes Nerven- Nahrungsmittel zuhilfe kommen: das beste Neraenionikum und aewebebildende Mittel ist wohl das oft emviohlene Rezept, bestehend aus 15 gr Cardamommtinktur, 90 gr einfachem Zuckersirup, 60 gr Salrado comp. und 85 ar dest. Wasser. Nehmen Sie einmal davon für eine Weile 1—2 Eßlöffel voll vor jeder Mahlzeit und überzeugen Sie fid), wie schnell dadurch das Allgemeinbennden gehoben und eine stetige (ßewichtszimahnie erzielt wird. Man wiege fick zuvor und in der Folge am Ende jeder Woche^ Iss-4/10
Oie Qualität gibt den Ausschlag!
NIAGGP Suppen enthalten die natürlichen Bestandteile hausgemachter Suppen und schmecken, lediglich mit Wasser kurze Zeit ^7ht. ebensogut wie diese. Man verlange stets ausdrücklich MAGtil6 Suppen und achte auf die Schutzmarke „Kreuzstern“ > c°/„,
(Mehrals4OSorten)


