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Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten.
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empfinden zu entfremden. Andere monistische „Autoritäten" tun ebenfalls das ihrige, um die klerikalen Einflüsse unbewußt zu stärken. In ruhigen Zeiten wirken auch andere Schlagworte noch als die des Monismus abstoßend und gc genteilig. So standen die Großblockgruppen diesmal dem gut organisierten Seelenfang der Zentrumspolitiker geschwächt und zerfallen gegenüber, und die bekannten inneren Streitigkeiten im Zentrum — die nach außen hin nur wenig gezeigt werden — haben es nicht verhindert, daß der schwarze Heerbann um so viele Tauscude sich vermehrte. Nur drei Mandate fehlen der Rechten noch zu einer Mchrhcitsbildung, und ist recht zweifelhaft, ob die Linke bei den Stichwahlen 1 ic zu verhindern vermag. Baden ist leider auf dem Wege zur Zentrumsherrschaft. In dem oben angeführten Sinne geben die badischen Wahlen auch im übrigen Reiche zu denken.
Der albanische Krater hat seine Ausbrüche glücklicher- 1 weise wieder gemäßigt, und Serbien hat dein entschiedenen Verlangen der Dreibundmächte entsprechend sich angeschickt, dem Zug in Feindesland Einhalt zu tun. Da man den Belgrader Politikern bei der Abmessung ihrer Ansprüche gegenüber Bulgarien in weitgehender Weise entgcgengekommen war, haben es jetzt die Mächte des Dreiverbandes doch nicht gewagt, neue serbische Eroberungsgelüste zu unterstützen. Solche Versuche wären auf den entschiedensten Widerstand der habsburgischen Monarchie gestoßen, die, unterstützt von Deutschland und Italien, Serbien ein förmliches Ultimatum hätte überreichen lassen. Würde Serbien sich nicht getilgt haben, so hätte es ein ähnliches Schicksal gehabt wie Bulgarien unter der unbesonnenen Führung Dr. Danews. Es handelte sich um die Einhaltung alter Abmachungen, zu denen alle Großmächte ihre Zustimmung gegeben hatten, und König Peter hätte weder in Petersburg noch in London auf Unterstützung zu rechnen gehabt. Nur einige französische Prestigepolitiker hatten es sich nicht versagen können, in begreiflichem Aerger gegen den österreichischen „Uebergriff" zu Felde zu ziehen, den die deutsche Regierung nach einer amtlichen Feststellung in Belgrad kräftig gefördert hatte. Aber solche Einwände blieben auf dem Papier stehen; bie franzosi- sche Regierung sah der neuen Entwicklung ebenso untätig zu wie die englische und die russische. ,
Vielleicht haben gerade diese Vorgänge die Drewund- mächte, namentlich Deutschland und Oesterreich, wieder zusammengeführt. Vorher hafte man bekanntlich vielfach von einer Entfremdung der Höfe , und Regierungen in Berlin und Wien gesprochen. In Wien hätte man den großen Gebietszuwachs Serbiens gerne schmälern wollen, aber die deutsche Politik erwählte angesichts der Gefahren schwerer internationaler Verwicklungen den gemeinsamen Weg mit den übriaen Mächten, in der richtigen Erwägung, daß österreichische oder gar deutsche Lebensfragen nicht auf dem Spiele ständen. Danach erhob sich manches Gerede über eine Mißstimmung in Wien, und es war sogar gemeldet worden, der Erzherzog-Thronfolger werde seinen Offizieren bei der Jahrhundertfeier in Leipzig eine besondere Zurückhaltung zur Pflicht machen. Erfreulicherweise sind diese Dinge nun doch nicht bestätigt worden. Es wäre ja auch ziemlich undenkbar, daß Oesterreich künftig auf die Hilfe und Unterstützung des deutschen Reiches verzichten wollte, die es in der nächsten Zeit vielleicht nötiger braucht als Deutschland den österreichischen Beistand. Nach dem neuesten Erfolg der Wiener Politik in der Durchsetzung eines selbständigen Albaniens berührt es nicht mehr überraschend, daß die maßgebenden Für-
Tageskalender aus dem Jahre 1813.
2 5. Oktober. Napoleon verbringt die Nacht vom 25.,26. in Eisenach.
rung und Unzufriedenheit, auf der die Sozialdemokratie ihre Segel schwellte, ici seit 1909, den Wahlen nach der Reichsfinanzreform, wieder gesunken, und die Mitläufer des roten Heeres hätten sich wieder in die bürgerlichen Lager verteilt. Zum größten Teil sind diese Stimmen dem Gesamtliberälis- mus zu gute gekommen, denn für den Nationalliberalismus wurden diesmal rund 5000 Stimmen, für die fortschrittliche Volkspartei rund 9000 Stimmen mehr abgegeben als 1909. Die Stimmen des Zentrums sind um rund 25 000 Stimmen gestiegen. Wie ist die überraschende Zunahme des Zentrumsanhanges zu erklären? Selbstverständlich handelt es sich dabei nicht um ausgeprägte Parteianhänger Wackers und Erzbergers, sondern, um auch hier dieses Wort anzuwenden, vielfach um Mitläufer, die der Zentrumsparole „für den gefährdeten gemeinsamen christlichen Glauben" Gefolgschaft geleistet haben. Das Zentrum hat Kräfte mobil zu machen gewußt, die bei der letzten Wahl ferngeblieben waren. So kann man zwischen diesen beiden badischen Landtagswahlen, im Jahre 1909 und 1913, lehrreiche Vergleiche anstellen, 1909 waren materielle Interessen, 1913 ideelle Bedürfnisse ausschlaggebend, und man erkennt deutlich, daß auch im „Musterländle" Baden noch ein machtvolles Verlangen nach Gütern besteht, die nicht materieller Art sind. In einem fortschrittlichen Blatte Badens lasen wir, daß die Jubiläumsstimmung der letzten Wochen zwischen Volk und Sozialdemokratie eine Schöidawand aufgerichtet habe und daß die Sozialdemokraten durch Verletzung des vaterländischen Empfindens, das in dem Grcnzlande Baden stets besonders lebhaft gewesen sei, ihre Niederlage vorbereitet hätten. Da das Blatt die sozialdemokratischen Führer in Baden als „Schuldige" in dieser Hinsicht bezeichnet, darf man an diese Gründe wohl glauben. Der unbestrittene Erfolg der Zentrumstaktik hat aber wohl noch eine andere Ursache. Wir haben hier ein Beispiel dafür, daß manche Uebertreibungen und Auswüchse freigeistiger Bestrebungen das Gegenteil von dem bewirken, was erreicht werden sollte. Wenn man das Zentrum und die Art seiner Agitation kennen gelernt hat, so weiß man, wie unter anderem die Proklamationen m o n i st i s ch e r Führer ausgenützt worden sind. In der Presse ist int allgemeinen die absonderliche neue Botschaft Ernst Haeckels bei dem Naturforscher- und Aerztetag mit Stillschweigen übergangen worden; nur die ultramontanen Blätter haben fast sämtlich Leitartikel darüber gebracht, und es ist ihnen nicht /schwer gefallen, die oberflächliche „Lehre" gründlich abzutun und dem Volks-
die Sammlungsparolc auf
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polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton*, .Vermischtes" uud^Gerichts- sual": Karl Neurath; für .Stadl und Land" .
. e. Kurt Bendt; für den
Redaktion, Expedition und Drudcrei: Zchulstratze *• Anzeigenteil: H. Beck.
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stcn und Staatsmänner der beiden großen Dreibundmächte sich wieder nähern und Richtlinien für bic Zukunft autstellen Die Begegnung von Konopischt und bic Reise Kaiser —rtl- Helms nach Wien sind politisch wohl noch weittragender zu bewerten als die Reise des Präsidenten Pomcare nach Spanien und die Vorbereitung eines problematitchen französisch' spanischen Bündnisses. Wenn dabei keine lauten Reden veröffentlicht werden, so tut das dem Wert der Aussprache keinen Abbruch.
. Gießen, 25. Oft.
Der entschiedene Sieg der Rechten bei den Landtagswahlen in Baden gibt noch zu einigen Betrachtungen Anlaß. Ein Hauptmerkmal dieses Ergebnisses ist der auffallende Rückgang Stimmenzahl, um 12 000
^Woran darf und soll man aber denken? Den Schwissel zum Geheimnis geben gewisse Verlautbarungen der deutschen Regierung in letzter Zeit über bie Besiedelungssahig- feit der — portugiesischen Kolonien. So hat das Reichsamt des Innern kürzlich in den „Berichten über Handel und Industrie" eine Abhandlung über die Verhältnisse in Angola veröffentlicht, worin zur Kolonisierung dieses Gebietes empfehlend geraten wird. Hinter solchen Veröffentlichungen steckt das Geheimnis der derzeitiyen deutsch-englischen Verhandlungen. Man erinnert sich vielleicht noch des vor einiger Zeit viel besP rochenen englisch- deutschen Geheimvertrages von 1898, dessen lvichtigste Bestimmungen waren: Sollte Portugal die Rieseiilast feiner Moionicn (säst so groß wie die Schutzgebiete des Deutschen Reiches) nicht tragen wollen oder tonnen, sollte e^ also zu einer Verteilung ehemaliger portugiesischer Kolonial- besitzungen kommen, so erhält Deutschland: Angola und Mozambique nördlich bis zum Sambesi, Großbritannien: Portuaiesisch-Ostafrika südlich vom Sambesi: hierin sind Beira und die Delegoabai eingeschlossen; Rhodesien erlangt dadurch einen Küstenstrich mit Beira als Haupthafen und Transvaal bekommt einen Anteil an der^See nut dem Hasen Lourenzo Marquez. Der afrikanische Kontinent wiese nach einer solchen Verteilung drei große Reiche ans. ein französisches Nordasrika (mit Marokko), eine gross? deutsche Provinz im Zentrum und im Westen, die sich vom Golf von Guinea bis zum Oraugefluß erstrecken soll, und ein riesiges englisches Südafrika vom Sambesi und dem t Nyassasee bis zum Kap der guten Hoffnuiig.
Jenes Geheim- und Eventualabkommen zwischen Groß- . britannien und dem Deutschen Reiche ist angesichts des Widerstandes der neuen Republik Portugal gegen irgendwelche Kolonialabtretungen gegenst a n dslos geworben. Aber pie beutsche Regierung arbeitet seit etwa zwei Zähren baran, jenes Abkommen zu ändern und auf eine neue Grundlage zu stellen. Tas neue deutsch-englische Abkommen wird großzügige wirtschaftliche Vereinbarungeii über das Verhältnis der beiden Großmächte zu den portw- giesischen Kolonien enthalten und eine Kap i t al b e t e i li - ■ gung zu gleichen Teilen zwischen England und Deutschland ; vorsehen. In dem Vertrage wird zum Ausdruck kommen, : daß sowohl jenes jetzt veraltete deutsch-englische Eventual-
der sozialdemokratischen gegen 1909, während der Rechten zu einem
vollen Erfolg geführt hat. Nun ist von zahlreichen Blättern mit Recht betont worden, die Flut der allgemeinen Verbitte-
— Leipziger Theaterbrief: „Ein Schwankerfolg" Aus Leipzig, 22. Oft., wird uns geschrieben: Im Leipziger Schauspielhaus erlebte der dreiaktige Schwank des Schauspielers Hans Sturm vom Dresdener Albertthcatcr Der ungetreue Eck eh art" einen Erfolg, der erwarten läßt, baß hier der Schlager der Saison aus der Taufe gehoben t|t. Tosende Beifallsstürme riesen den anwesenden Autor bet offener Szene und bei den Aktschlüssen auf die Bühne. Der Erfolg ift zum Teil de rsrischen, fchnelldahinjagendcn Schwankart nach Eulen- bergschcr Manier, zum Teil der wohl angewandten Verwcchslnngs- komik ältester Schule zu banken. Eine Ehebruchsgeicknchte bildet den Kern der Handlung, bei der der eigentlich Schuldige seinen dummen Schwager dazu bringt, als „Stellvertreter" für ihn Spießruten zu lausen. Es lohnt nicht, alle bie komisck>en Verwicklungen auszuzählen, die durch das Dazwischentrcten eines plötzlich auftauchenden Onkels, eines Versicherungsagenten, besonders kompliziert werden. Wenn der Schwank auch manchmal in den alten Strudel der Banalität versinkt, so blieb er doch mit dem geistreichen Spiel seines Dialogs meist auf sehr beachtenswerter Hohe. Fritz Viewegs vorzügliche Regie und die glänzende schauspielerische Gesamtdarstellung dw Abends nmßten diese Feinheiten des Autors noch vortrefflich zu betonen. P- K.
— Ein neuer Fund vorgeschichtlicher Zeichnungen. In der Sitzung der französischen Akademie wurde über einen 'interessanten prähistorischen Fund Bericht erstattet, den Mayet und Pissot in einer Grotte in der Nähe voii Poncin im Departemeiit Ain gemacht haben. Es handelt sich um einen großen Mammuth- knochen, auf deni Zeichnungen eingeschnitzt sind. Der Fund entstammt der Stufe von Aurignac, also den frühesten jnngpaläoli ftschen Kulturschichten. Die Zeichnung zeigt das Profil eines Mannes mit gewölbter Stirn und langem Bart, der durch Einschnitte uMerhalb des Kinns dargestellt ist. Die Nase ist verhältnismamg lang und groß; unter dieser Zeichnung erscheint eine zweite, die Umrisse einer weiblichen Gestalt, von der jedoch nur die nut.- lercu Körperpartien zur Darstellung gekommen sind.
Hk. Die Expedition des N a t u r h i st o r i s ch c n M u - scums in New York nach dem nordöstlichen Mexiko hat, wir die „Umschau" mitteilt, ein vollständiges Skelett des Ec tot o uns gefunden, des vermutlich ältesten P f l a n z e n s r e i s e r s. Da . Tier, das ungefähr wie ein Wolf misgeschen lfaben mutz, hat na-x einer Schätzung von Professor Osborn vor drei .Millionen -öOtf ren gelebt. Es gibt jetzt keine Verwandte mehr von ihm.
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— D ie Frankfurter Pars isal - Aufführung. Aus Frankfürta. M. wird uns geschrieben: Entgegen früher anders lautenden Nachrichten findet die Erstaufführung von Wagners Parsisal im Opernhause nun doch am 1. Januar statt. Die Leitung des Spiels liegt in den Händen von Dr. Rotten- b e r g. Ten Parsisal singt vorerst Robert Hutt, spater abwechselnd mit Karl Gentner.
Nicht Sansibar und walfischbai, sondern Angola!
Die Reuter-Nachricht einer bevorstehenden Slbtre- titng Sansibars und der Walfischbai an Deutschland wird von der deutschen Regierung dementiert. 2,as Berliner Auswärtige Amt wiederholt, damit nur, was schon enalischerseits crflärt wurde. Sir Edward Grey hat bereite zugegeben, daß zwischen England und Deutschland Verhandlungen über Gebietsverschiebungen in. Afrika schweben, daß man aber nicht an Sansibar oder die Walfrschb-ai denkeii
Sberhessische Zriedhöfe.
Frankfurt a. M., 24. Oft.
Durch die eigenartige Kulturwelt der oberhessischen Friedhöfe führte ein lichtvoller Vortrag, den Pfarrer Schulte-Großen- Linden im hiesigen Bogelsberg-Höhenklich hielt. Die Bezeichnung T-riedbof ist erst in den letzten 50 Jahren entstanden. Sonst hiefcen die Stätten der Toten Kirchhöfe, da sie alle ursprünglich um Äc Kirche lagen; selbst die Filialgemcinden bestatteten ihre D^ien aus dem Mutterkirchhof. Ter Name Friedhof bedeutet euren umfriedeten, zur Sicherung dienenden Hof, ent,wicht seinem Zweck eigentlich nicht, wird aber von poetischen Seelen ccks eine den F-ricden bringende Statte bezeichnet. Friedhöfe Sexten die Begräbnisstätten, als die Regierung deren Entfernung As hvgienMen und räumlichen Gründen von der Kirche, dem Kirchhofe eben, forderte. Heute gibt es nur noch wenige wirkliche Kirchhöfe. Es ist das zu bedauern, da sonst feder Kirch- nnnn mit einem Grabbesuch verbunden war, bei den draußen ^rtPhfcnfen ist das nicht der Fall. Die Kirchhofe waren oft Wunde? herrlichsten Baumschmucks, besonders im Vogels- die Fickte nie fehlte. Dem Volke galt der Kirchhof als ?Qrt weil die Kirche in ilfm steht. Was braunen ist, gehört ^m9T?nfe?' weshalb man Selbstmörder und Verbrecher bis vor Sffi Jahr n Mwrhalb der Kirchhofsmauern beerdigte. Spater
die Gruft — bis ihn der Teufel ruft! ^n
h a s k e r ft eilen gehörten ehedem den einzelnen Famn
Die Graberfreii h Ortsfremden, zu denen man lien. Nur cm kleiner - 'Rfarrcr und Lehrer rechnete. Auf Lig^,f?n?i?ch h^f^?n'Meiches ist dieses Prinzip heute dem Totenkirck^of <BIabmange( cin. Dann sammelte man noch durchgefuhrt Wtta Jnböbrarf)tc fie in Beuch auf ern unter, die ausgegrabenen 0 Die Gräber liegen alle von
so in Alsfeld und Beuern besten, die Berne
Westen nach jpften, und ?w er . PT in rührender
gen Often. Konfirmanden legen
Pietät nut Innern A umenfchm Monfirmattvnstage Kranze ihren verstorbenen Altersgcnonen a ^ man das Grab einer
miss Grab. Im Vogelsberg Säuglings nut einer
Wöchnerrn nut einem Bettuch, hge hain stellt man eme Windel: in Eugen rod uno Sraut schmückt an ihrem Schüssel mit Wasser aul^O ■ m .ab ^it Kränzen.
Hochzeitstag der verswr^ en Sitten find, so n11 b'' ' ■" rPT “Äff*» »'« - "
dem Glockenschlag eins verschwindet. Schaurig geht's an besonderen Orten zu. In E n g e n r o d z. B. geht in einer Stube des Pfarrhauses der Geist eines Psarrcrsohnes um, der sich wlbst ent-1 leibte und in einer anderen Gemeinde kehrte erft die Ruhe cm, als die Scheune, in der ein Bauernsohn sich erhängte, nieder- branntc. Um einen Baurn zwischen Rebgeshar n und Ul r i ch- st e i ir macht man einen weiten Bogen, weil dort der Geist eine? Erhängten sein Wesen treibt. Bei Lanz en ha in verstarb erst vor wenigen Jahren noch einjam cin Mann, weil man lieh nicht an ihn herantraute und in ihm einen Geist fah. Der Vortragende hat diesen Unglücklichen selbst beerdigt. , (
Sehr alt sind auch die Grabsteine auf den obcrheisiichen Friedhöfen. Die ältesten dürften in Wenings fern, fie entstammen dem 17. Jahrhundert, auch im Lande Schlitz ßEn bic Friedhöfe schöne alte Steine. Von eigenartigem Reiz ist der Reitergrabstein von 1736 in O b e r s e ib c r t e nr o d. Vornehme Leute fanden in den Kirchen ihre letzte Ruhestätte: drese deckte man mit Platten (Epitaplsten) zu, die heute die Kirchenwändc fchmuckelr. Durch den Pietismus kam das Kreuz als Grabschmuck auf die Kirchhöfe: zunächst das hölzerne, baim das euerne, beide oft in kunstvoller Arbeit. Proben hiervon sind erhalten in Großen- Buseck, Meiches, Helpershain und Eschenrod. So sinnig das Kreuz ist, so unschön sehen die Frredhofe aus, wenn aut ihnen nur Kreuz neben Kreuz aufragt. Schuld hieran tragt aber bie Gemeinde nicht, sondern die Behörde, da diese ferne Baumpflanzungen veranlaßte. „ *
Den Toten standen die Vorfahren naher als beute. In Meiches hält man heute noch am 2. Pfingsttage inmitten der Gräber einen Gottesdienst, um dann allerdings Krrmes zu feiern. Die neuen Friedhöfe fernab der Dörfer haben die Zulammen- gchörigkeit zerrissen, die zwischen den Gräbern und den Familienangehörigen obwaltete. Erft bic neueste Zeit bringt rcieber eine kleine Besserung durch die Schaffung von Familienbegrabnis- stätten.
— WertvolleSchenkungen. Aus F r a n k f u r t a. M., 24 Oktober, wird uns geschrieben: Bankbirektor v. Gwinner (Berlin, schenkte dem Senckenberg-Museum einen Abguß von dem Schädel des Tyrannosaurus, eines riesenhaften Urtiers, das sich im Original im New Yorker Museum befindet. Die Kiefer weisen 56 Zähne auf, darunter Hauer von 15 Zentimeter Länge. Aus dem MiocänvonBudcnheimbeiMainz stellte O. E in m c - r i ch dein Museum ein ausgezeichnet erhaltenes Gabelnashorn zur Verfügung. Endlich wurde die vorweltliche Abteilung durch eine gewaltige Sandsteinplatte ans Obernkirchen bereichert, bic zahlreiche 40 : 50 Zentimeter große Fußeindrückc von dem riesenhaften Jguanodon enthält. Auch die Säugeticrabteilnng erhielt i burch einen mächtigen Gorilla, ein Riesengürtcltier, eine sehr seltene Weißohrantilope und ein Erdferkel wmenschaftlich bedeutsamen Zuwachs, vor allem aber durch einen Secottcr, dessen : kostbarer Pelz den Neid jeder Museumsbesucherm erweckt.
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Samstag, 25. Oktober 1913
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Abholo- iu Ziveigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Aik.2.— viertel# jährt, ausschl. Beüellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Plenniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den
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