Ausgabe 
24.2.1913 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

m. 46

Zweltez Blatt

165. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Nh

Gerung.

uN'chtsrch

e

des

luerbeit. iittern.

werden, gezogen Stunde, von den

Wit des Auischz^ "-und^erlustreL lgcwmns.

Montag. 24. Februar 1913

Rotationsdruck und -6erlag der Brübt'fchen Unwersitäts - Buch- und Stetndruckerei.

N. Lange, Gießen.

^rtsaruvve tiicstn. luskunststelle ir §rauentofe.! 'trauen 11.

teil unciifflcUhm I

Slutfunft für ol uieinialienRaihau dtM U, DienS4 hmitiactb von 6' . 1 : Uhr. y\

imtq.

i'fraluetiatnmlung J **3 bet einer bet rd tintcxlcqen: in c'ter'Äittcibcmd -lr' Nürnberg. W n bet miüclbcntid tcutidicn (trcbitbcl und SliebcrUniind iircoinuintibitc ^arburq & ggl cilnnq Bcckcr & M CU bei der Hank t tuttgart bei bet dingen bei der N die GinirittSIanm i 30 des Ztatuts Pi>

DieLietzener Zamilienblätter" werden dem ,Ameiqer" vtermal wöchentlich beigelegt, das KreisBlütl ffl» den Kreis Eießrn" zweimal wöchentlich. Tic ..Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erfchemen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« (trage 7. Expedition und Verlag: öl.

Redattiom^E 112. Tetz-Adr.: AnzetgerGiesen.

lechKIchotzße"' rauen u. Müknba rhalten unentgeltich iflt und Ausluc- -Hcditvauqcltfltny n alten WnthnuW Irt 14 iiiags von 6','r-y

geradezu unheimliche Dimensionen angenommen habe. Tann be­sprach er die drei großen belgischen Zuchtgebiete, die Ardennen, die Brabanter und die Mandern. Bei der Geburt der Fohlen 11t namentlich die Abbindung des Nabels vorsichtig auszuführen. Zwei dtrankheiten, von denen die Fohlen bewahrt werden müssen, sind der Durchfall und die Fohlenlähmc. Das Fohlen soll den ersten Tag schon auf die Weide undi^es soll dann Beifutter gegeben Um Mast zu erzielen, soll mau tüchtig mit Runke.rübcn Tie Weide soll mit sückstosfhaliigent Dünger gedüngt Mit zwei Jahren soll das Fohlen zur Arbeit heran­werden und zwar vormittags und nachmittags je eine Zum Schluß zeigte der Redner eine Anzahl Lichtbilder besten rheinischen Viehweiden.

bank.

Ig.

0U6r, itattüiibenben

einrich Zi?.< Landschailsliärtiico! -kbiiktüstraßc 3jj pneblt «Hfl Ausschneiden LgfJSgsä

lajieitrtn^

1 w ut ! l>ff? -

die Lage Preußens noch nicht so, daß Friedrich Wilhelm III. kriegerisch gegen Napoleon auftreten konnte. Erst nachdem der preußische König am 22. Januar 1813 Potsdam verlassen hatte und nach Breslau übergesiedelt war, tourde er freier im Handeln, konnte er sich in Gegensatz zu Napoleon stellen. Das erforderte aber jetzt auch die innerpolitischc Laae: denn überall in Preußen regte sich ein Geist des Widerstandes, und Friedrich Wilhelm wäre mit seinem eigenen Volke zerfallen, wenn er nicht versuckch hätte, die napoleonische Herrschaft abzuwersen. Friedrich Wilhelm Ivar ani 25. Januar in Breslau angckommen. Schon einige Tage später wurde dem König ein Brief des russischen Zaren überbracht, in deni dieser ein Schutz- und Trutzbündnis gegen Napoleon vorschlug. Der König war immer noch unentschlossen, aber der Staatskanzler Hardenberg drängte nunmehr zum Abfall tjii Napoleon, und als dann noch der preußische Gesandte in Paris meldete, daß Napoleon sich nicht darauf einlassen wolle, für Preußen irgendwelche Erleichterungen zuzugestehen, kam auch der König zu dem Entschluß, sich mit.Rußland zu verbünden. In einem .äindnisantrag, der wohl hauptsächlich von Stein her- rührtc Stein hielt sich ja damals beim Zaren auf ver­pflichtete sich der russische Kaiser, die Waffen nicht eher nieder­zulegen, bis Preußen wieder die gleiche Machtstellung errungen habe, die es vor der Schlacht von Jena innegehabt hatte. Ter Vündnisantrag des Zaren wurde dem König ain 25. Februar in Breslau überreicht. Nun gab es kein langes Besinnen mehr. Bereits am 27. 'Februar kam das Bündnis' zwischen Rußland und Preußen gegen Napoleon zustande. Es wurde am! 27. Februar in Breslau nnterzeichnet von Hardenberg und Anstatt, am 28. Fe­bruar in Kalisch, dem russischen Hauptquartier, von Scharnhorst und dem russischen Oberbefehlshaber Kutusow. Der Bündnis­vertrag blieb zunächst noch geheim; denn erst am 25. März wurden seine Bestimmungen veröffentlicht. Trotzdem aber war die Kon- venttou von Kalisch die offizielle Einleitung Preußens zum Kriege mit Napoleon.

T i e Erdbebengcfahr am Panama-Kanal. Entgegen den in jüngster Zeit vielfach geäußerten Besorgnissen, daß Erdbeben die Vollendung und die Erhaltung des Panama- Kanals aufhalten und beeinträchtigen würden, macht Tr. Otto L u tz in der Umschau auf Grund der Beobachtungen des ameri­kanischen Geologen Dr. Mac Donald geltend, daß diese Gefahr viel unwahrscheinlicher ist als man bisher anzunchmen geneigt war. In der Tat kommen am Jsthmns stärkere Erderschütterungen verhältnismäßig sehr selten vor; 1621 wurde die Stadt Panama durch ein Beben zerstört und 1882 verzeichnete man an Häusern und Brücken einige Beschädigungen. Aber die aufgeitellten ©erä» mographen verzeichnen seitdem nur geringere Schwankungen, ^s erklärt sich dadurch, daß die Kanalzone von Vulkanen irci ist; bis auf 170 Kilometer Entfernung findet man überhaupt teure Berge

nunmehr besteht die Absicht, die genannte Versuchsgeselb schäft demnächst in eine Aktiengesellschaft mit größerem Kapital nmzuwandeln, um dann den plantagenmäßigcn Anbcnr von Decktabaken in Kamerun in größerem Maßstabe zu betreiben.

Land<§-pserdezuchLvercin.

Friedberg, 23. Febr.

Zum Tode der ttaiserm-Vitwe von China.

Peking, 22. Febr. Bei der Kaiserin-Witwe waren zu­letzt Anzeichen einer Krankheit bemerkt worden. Die Mierung ließ telegraphisch den Vormund des Kaisers kommen, Mr gestern morgen in Peking eintraf. Am Nachmittag erschlim- merte sich der Zustand. Nach ihrein Tode gingen zunächst Ge­rächte um, daß die Kaiserin Selbstmord begangen habe, m?il die kaiserliche Familie in den verbotenen westlichen Stadt- teil übersiedeln und den östlichen Stadtteil der Regierung ab- irtten sollte. Die Kaiserin-Witwe schien mit dem Wechsel ein­verstanden zu sein, da sie selbst den Vorschlag machte. Die Um­stände lassen das Gerücht eines Selbstmordes als gänzlich un- h«ltbar erscheinen.

Die Entschlafene hat ein Mtcr von 40 Jahren erreicht. Eine sichte der Kaiserin Tsai-Hsü, vermählte sie ihre Tante dem itaifer Kwang-Hsü, als dieser kaum dem Knabenalter entwachsen Mr. Aber der Kaiser mochte die ihm aufgezwungene Gattin iniht leiden, und sic lebten fremd nebeneinander. Die Ehe blieb kinderlos. Als der schwächliche Kaiser und die Kaiserin Tsai- M fast an einem Tage starben, wurde die verwitwete Kaiserin bie Hüterin des künftigen Herrschers Chinas, der damals drei stchre alt und der Sohn des Prinzregenten Tschun, des in Deutschland gewesenen Sühneprinzen, war. So ward ihr, der ilinderlosen, der Titel Kaiserin-Mutter.

Die nunmehr verewigte Kaiserin hat den Sieg der Revolution anerkannt, indem sie als letzte kaiserliche Handlung befahl, das (iljina von nun an eine Republik sein solle. Damit trat sie mit bet kaiserlichen Familie vom politischen Schauplatz ab. Aeußerlich blieben ihr alle Ehren, und noch vor weirigen Tagen meldete der Telegraph, daß an ihrem Geburtstage die höchsten Würden- tcöger der Republik bei ihr erschienen, um ihre Glückwünsche karzubringen. .Aber sonst lebte sie einsam in dem weiten Kaiser- Palast zu Peking, und mehrfach verlautete, daß sie ihn zu rerlanen wünschte, um .in den kleineren Sommerpalast über- i jmiebeln.

KJ ........ ~

Aus und #and.

Gießen, 24 Februar 1913.

**UeberWillensfreiheitund sittlich eVer- antwortlichkeit sprach am Freitag Prof. Dr. Kinkel in der Gießener Freidenker-Vereinigung. Das Problem der Willensfreiheit ist das ureigenste der PH losophie. An dresem' Problem scheiden sich die Geister. Der Mensch ist von Hnus aus Gegner der Willensfreiheit. Er fühlt sich am An- ange der Geschichte abhängig und beherrscht von dämonr- chen Wesen, die aber nichts weiter find als , Wünsche, Phantasien, Hoffnungen, Dinge, die der Mensch selbst ver- innlicht und verdinglicht hat. Das Schicksal ist die Form, wie sich dem Menschen die Notwendigkeit des Geschehens darstellt. Im Epos sehen wir so recht diese Macht des Schicksals walten. Erst «auf einer höheren Stufe, rm 'Trama, inden wir den Menschen im Kampf mit diesem Schicksal, dem er sich nicht mehr bedingungslos ergeben will und noch später kommt ihm das Bewußtsein von der inneren Notwendigkeit des Weltgeschehens. Weil die eignen Wünsche nicht in Erfüllung gehen, weil es dem Menschen nicht möglich ist, alle Dinge unter die Gesetzmäßigkeit der Vernunft zu bringen, erscheinen sie ihm als Schickung. Aber nicht durch ein Gesetz ist der Mensch hier determiniert, sondern durch seine Launen, Selbsttäuschungen und Hoff­nungen. Die innere Einheit des Weltgeschehens müssen wir in uns erleben, indem wir in uns nicht, einen Begriff der Notwendigkeit des Naturgeschehens erzeugen, und die Erscheinungen des sittlichen Lebens müssen sich unter ein. Gesetz der Notwendigkeit fügen. Die Annahme einer abso­luten Notwendigkeit, sei es außerhalb oder innerhalb des Menschen, erweist sich als ein Unsinn. Der Gedanke des Determinismus liefert uns dem blinden Zufall aus. Wer die Natur oder den Menschen als ein in sich abgeschlossenes Ganze auffaßt, der kann keine Freiheit, Sittlichkeit und Verständnis für die Natur gewinnen, der ist noch nicht zum Philosophen reif geworden. Die Erkenntnis erschafft die Notwendigkeit, und die Freiheit des Menschen beruht darin, daß er Notwendigkeiten erzeugt, daß er das problematische Dasein zu einer Wirklichkeit gestaltet, die das Gesetz in sich trägt. Die Freiheit liegt in ihrer Gesetzmäßigkeit, sie ist nicht Notwendigkeit, sie soll es erst werden. Die Freiheit des Menschen liegt darin, diese Notwendigkeit aus sich heraus zu schaffen. 'Durch den Determinismus wird der Mensch zum Zuschauer seines Lebens, er wird zum Stein, der durch irgend einen Anstoß in Bewegung gesetzt ist, um eine Strecke dahinzufliegen und wieder niederzusinken. Unsere Aufgabe liegt in der Erkenntnis unseres inneren: Selbst und der uns umgebenden Natur. Jeder Akt der Erkenntnis der Natur ist eine schöpferische Tat. Der Mensch ist, als ein Teil der Natur, wie diese selbst in keinem Punkte seines Lebens fertig, er ist nirgends voll­endet. Die Welt ist ein werdendes Ganze, und so ist auch die Seele des Menschen. Es ist ein ewiges, lebendiges Werden, das ringt und bildet, sich formt und gestaltet, und in diesem Ringen liegt die Freiheit. Was ich erkennen will, . das muß ich selbst aus mir gebären, aus mir gestylten, darum kann auch die Erziehung nur darin bestehen, den Einzelnen zur Entfaltung seines eigenen Innern, zum

Wietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gbertzejfen

ilbank.

loici Bcckr.

Asrs ßeüen.

Der hessische Richterverein

hat am Samstag eine ungewöhnlich gut besuchte Haupt- cersammlung in Frankfurt gehalten und einstimmig beschlossen:

Wir halten es für dringend notwendig, daß die 0 rganische Hesoldu n gsr eform, die in anderen Staaten schon vor, 5 bis 6 Jahren borgenommen wurde, nun endlich auch in Hessen mstande kommt. Daß nicht nur den unteren und mittleren, son­dern auch den akademisch gebildeten Beamten die preußischen Itzehiltssätze gewährt werden, ist, wie auch die Regierung an- erlennt, ein Gebot der Gerechtigkeit. Wir müssen deshalb an dieser Forderung grundsätzlich festhalten und könnten uns mit einer Zurückstellung nur bann einverstanden erklären, wenn die gegen- iwertige Finanzlage sie rechtfertigen sollte. Wir erachten jedoch [eine durchgreifende Reform der Anrechnung der Besoldungs- bvrdienstzeit auch für die bereits angestellten und eine Ab- Ifiiryjng der Frist, innerhalb deren die beförderten Beamten den ^ndgehalt erreichen, für dringend geboten. Dies um' so mehr, als.gerade in der Justiz, und zwar nicht allein wegen des starken TnbrangS, die Wartezeit fast unerträglich lang ist und die 23 e= s»rderungsverhältnisse ungünstig sind."

Die 36. ordentliche Mitgliederversammlung des , Laudes-Pserdezuchtvereins fand heute vormittag im Hotel Trapp hier statt. Anwesend mären als behördliche Vertreter Ministerial- . rat Hölzinger und Bürgermeister Stahl. Der Vorsitzende Oeko- nomierat Müller -Neuhof teilte mit, daß int abgelauseuen Jahr der frühere Präsident Paul Freiherr Westerweller von Anthony, Geh. .Negierungsrat Haas und Oekönomi.rat Tettweiler-Winters- heim, sowie aus Oberhessen die Herren Flinsch-Dutzbach, Jakobi- Rodheim v. d. Höhe, Kumpf-Msfeld, Moscherosch-Burggräsenrvde, Phil. Schwan I. und Hch. Simon-Gießen gestorben sind. Nach dem vom Schriftführer Rittmeister Fenner erstatteten Jahres­bericht waren, die Fohlenweiden mit 124 Fohlen beschickt, nämlich Groß-Breidenbach 27, Tiergarten 17, Zcll 6, Lauterbach 13, Wernings 16 und Schloß Nauses 45. Für jedes Fohlen wurden wiederum 20 Mark Zuschuß gegeben, zusammen also 2480 Mark. Tie Mitgliederzahl flieg von 1697 auf 1737; davon waren 854 in Starkenburg, 615 in Ober Hessen, 235 in Rheinhessen, 26 von außerhalb Hessens und 7 lebenslängliche Mitglieder. Der Voransckstag für 1913 schließt mit 10 900 Mark ab. Unter beit iSinnalymcn erscheinen Rest aus bent vorhergegangenen Jahre von 458 Mark, Kapitalzinsen 45 Mark, Mitgliederbesiräge 4800 Mart unb Zuschuß ber Abteilung Pserdemarlt Tarmstadt 5600 Mart ; bic Ausgaben sinb Verwaltungskosten, a) Gehalte 'dem Rechner unb ber Schreib Hilfe ic 375 Mark, 750 Mark», b) Tagegelder und Reisekosten 400 Mark; c) Bureaukosten 400 Mark, Vereins­organ 700 Mark, Fohlenweiden und Tummelplätze 3400 Mark, Preiszuschüsse an die Landwirtschaftskammer, bezw. die Land­wirtschaftskammer-Ausschüsse zu den Kreis- und Bezirksschonen (für Mutterstuten mit den int laufenden Jahr geborenen Fohlen ober mit mehreren Nachkommen beider Schläge, Klasse 1 unb 5 beö Gruubplans ber Laubwirtsclzaftskamnier für bic Pferdezucht) 3000 Mark, an die Pferdemartt-Ausschüsse (außer Tarmstadt) 1750 Mark, verschiedene Ausgaben 500 Mark. Die Landwirt­schaftskammer hat hierzu beantragt, daß die Preiszuschüsse zu den Kreis- und Bezirksschauen auch zu den Sttttenklassen 1 und 5 und zu den Fohlenklassen 3, 5, 7 unb.8 gegeben werden können. Landstallmeister von W i l l i ch beantrag), daß der L an des-Pferde- zuchtvereiit jedem 23exeinsmitglied, das sich bei der von der Land­wirtschaftskammer veranstalteten Einfuhr belgisckrer Fohlen bis zu 100 Mark Zuschuß erhält. Doch sollen nicht mehr als 1200 Mark alljährlich dafür verwendet werden. Wettere Voraussewing ist, daß die Landwirffchaftskammer den seither bezahlten Zuschuß weiter gewährt Oberlandstallmeister von W i l l i ch beantragt weiter, daß der Zusckmß zur Landwirtschaftskammer um 500 Mk. gekürzt wird. Diese 500 Mark sollen den Mitgliedern der Pra- miierungsausschüsse zur Verfügung stehen, um erforderltchemalls auf den Märkten weitere Preise bewilligen zu können, -irr Voranschläge für die Pf er de markte Darmstadt wird wie folgt festgesetzt: Erlös für die verkauften Lose, Stallmieten 1400 Mark, Pflegegeld, 'Futtergeld und Halstergeld für die leben­den Gewinne 250 Mark, Eintrittsgeld am 1. Markttag 300 Mark, Zinsen 850 Mark, Erlös aus der Wirtschaftspacht 2100 Mark, verschiedene Einnahmen 700 Mark, zusammen 55 600 Mark; die Ausgaben betragen für den Ankatff der lebenden Gewinne 19200 Mark, für den Ankauf Der nichtlebenden Gewinne 5100 Mark, Vergütung für ben Loseverkäufer und Stempel 21200 Mark, Preise 4000 Mark, Marktkosten 950 Mark, Unterhaltung ber Gebäube 1000 Mark, Anschaffung unb Unterhaltung bes Inven­tars, Gehälter Der Mcrrktbedicnsteten 1400 Mark, Verschiedenes 1150 Mark, zusammen 54 100 Mark. Ms 1. Schriftführer wird Rittmeister Fenner durch Zuruf wiebergewählt. Tie nächstjährige Hauptversammlung wird in Tarmstadt stattsinden.

Nach Erledigung der geschäftlickien Tagesordnung hielt der Geschäftsführer der Rheinischen Pferdezuckstvereine Schumacher aus Köln einen Vortrag über

Deutsche Kolonien.

Tabakbau in Kamerun.

Bremen, 22. Febr. Die Deutsche Tabaksbau- ^esellschäft in Kamerun brachte heute ihre ersten Tabake 150 Zentner in Bremen zum Verkauf. Der 'Durchschnittserlös betrug, dem Bösmannbureau zufolge, iiahezu vier Mark per Pfund. Dieser Preis bedeutet eine ! Keivertung als gutes Deckmaterial für Zigarrenzwecke, Iviederum ein Beweis, daß derartige Tabake, die für die .deutsche Industrie bisher völlig abhängig von den hollän­dischen Märkten waren, in Kamerun gezogen werden können. Dieses für die deutschen Kolonialbestrebungen ihechst erfreuliche Ergebnis ist erreicht worden auf Grund !langjähriger Versuche, die unter der Leitttng eines er- phrenen Sumatratabakpflauzers vorgenommen wurden.

Soll ich von meinen politischen Arbeiten^Reck^enschast ablegen, so möchte ich zunächst an bie Begnabigung Soleillanbs erinnern. Alle Welt hat mir aus biefent Akt ber Milbe einen strick drehen wollen. Aber warum? Was hatte er denn Großes verbrochen? Bloß ein kleines Mädel vergewaltigt unb ermordet! Unb babei

hatte er ein so gutes Herz. Um sein Opfer nicht zu ennüben,

steckte er bie Kleine in einen Sack unb führte sie so eine stunde

lang auf ber Plattform ber Tram spazieren. Das Muster von

einem Mürber! Wer bürste mir nach biefer Erklärung der Affäre noch etwas vorhalten?!

Ich habe während meines Septennats eine mcht zu knappe Anzahl roter Bänder verteilt, unb ich wage zu behaupten, bast alle diese Leute die Ehrenlegion reichlich verdient batten, ^ch dekorierte bie Kleiderhändler, bie Seifenhändler, die Hemden- fabrifanten, die Strumpffabrikanten, die Weinhänbler unb |ogar bisweilen Leute, bie gar kein Metzer hatten. Mau hat mir vor- fgetvorfen, baß es Andere gäbe, die einer solchen Auszeichnung würdiger gewesen wären, z. B. die Gelehrten, die Erflnber, ja sogar 'bie Schriftsteller. Aber was will man? All bte)c Leute trieben keinen Hanbel unb hatten nicht einmal eine Ausstellung beschickt; war also nichts zu machen.

Sprechen wir einen Moment von meinen berühmten Jagden. In der Tat, bas war eine anftrengenbe Arbeit! Ich lud alle feinen Herrsckmftcn ein, sogar bic Senatoren unb bic Minister. "$a, cs gab welche unter ihnen, die.man wegen ihrer tadelloien stlust eher für Marquis, beim für Sozialisten gehalten hätte. Menn ich nach ber Rückkehr von ber Jagd im Elysöe Cercle ab­hielt, fehlte diesen Vertretern beraristokratischen Demokratie' bloß noch bas Kostüm ber Zeit Louis XV. und der stoßdegen an der 'Seite unb bie haute noblesse wäre fix unb fertig geraden.

Als Vermächtnis hinterlasse ich meinem Nachfolgiw bas ^lysoepalais, da bas Palais unb die Möbel mir leider nicht gefrören Zweitens meine Schreibmaschine, Deren ich mich nie be­dient habe Drittens meine berühmte Köchin, die durch ihr Boeuf ä la 'ntobe" unserer Diplomatie wertvolle Dienste geleistet bat Ich bitte, ihr Gehalt um mindestens einen Franken fünfzig pro Monat zu erhöhen die brave Frau hats verdient Da es herzlos von mir wäre, den Armen und Unglücklichen ber Haupt- ftabt nicht wenigstens etwas zu hinterlassen, ivas ilpien Hilfe in ihrer Notlage bringen könnte, so erteile ich hiermit einem jeben von ihnen meinen präsibentschaftlick)en Segen. Das ist mein letzter Wille. Amen!" e

Die Konvention v 0 nKalisckam 2 7./2 8. F e b r. 1813 Tic Konvention, bie Dork am 30. Dezember 1812 in ber Po schau er Mühle bei Tauroggeii mit Diebitsch abgeschlossen batte, hat zwar bic Bewegung eingeleitet, bie zum Abfall Preußens vom Bündnis mit Napoleon führte, aber wie bekannt, war damals

UU *

ekU 25^'

Kaltblutzucht, besonders die Behandlung trächtiger Stuten kowre di Aufzucht ber Fohlen unb ben Weidebetrieb, xer Redner führte aus, daß die Kaltblüterzucht in der letzten Zeil

Das Testament der Präsidenten.

M. G. Paris, im Februar 1913.

,Papa Falliercs" steht im Begriff, sich ins Privatleben zurück- ruiziehen Aus den Boulevards verkaufen-gerissene Kamelots nicht dioa fein Bild (damit ließe sich kein Geschäff machen!), sondern ' rine humoristisch-satirische Darstellung seinesAuszugs aus dem Elstseevalais" einen Postkartenwitz, wie er dummer und dcmo-

[ basischer nicht gedacht werden kann. Auch der röteste Re>publi^ncr bnrf sich sckMunzclnd bic Hande reiben . . . ein <^0^100,0 , im bent bicHumorfreiheit" sich so grenzen os erbrerftet, steht mfien noch nickst in Gefahr, dem

I Movalismus zu verfallen. Eine allerneiiestc Probe biqer <ycc\- Lt-unbzwar biesmal eine wirklich Nntzige-nwge unsere Le,cr «tbührend erheitern- dasTestament bes Präsidenten - Dieser Ketlä cri5 bS »mifcölrbä geißelt bie guten unbJd^cn

I Saenfdwftcn des Scheidenden, natürlich besonders die letzteren... dis W? Opus Tannüi seiner Art.als' Svwgelbckd dtw EAum-

I bischen unb für jebcblague emp,anglichen Pariser Volksseele gelten. Im Nachstehcnben eine Probe barau*.

Seine Mitbürger! Ich verlasse euch und gehe lort. Nach sieben Jahren rastloser Arbeit,' wähEb d^en rch m^rJema Lugenblick Der Ruhe gönnte, glaube ich, mir gr^e ^icuiu

IeSi&Mn5ue Ä=8Cr,,MlW- »or unb am bie I Soften kam es Dabei nicht an; id)i-ging sogar selbst 0u ben JCarn

l^rcn9barülb«tanf^^tCu^ngl^^a^tren'lD^c^7^^^ tHtni^g^/irig^^r^ar^ 'cks Vorrat für bie ganze Woche unb L ften gchomge r.par^ »isie inack>en. In ganz Europa, Asien, ArNka,

--nd selbst in Pantin (Arbeitervorstadt wnXie

fnan von nichts anderem, als .m«nem benU mtm ».^eui

5 ntobe". Von allen Seiten strömten Bosickmtter mW 0 inbten ber fremden Mächte int Elm ec zusammen, um dap Mez p Eon zu verlangen. Natürlich beeilte ich mich, es ihnen fmer^ich ^nd sogar gratis zu debiziereii. Auf diese Weise hab s 'eich die Sympathien Der ganzen Welt erworben.

>< Sebr-1 onflAr Ubr,Q a 'ciiiiienac''S?;. Tiflhreaberiffl1

M«-«- *