Ausgabe 
24.10.1913 Zweites Blatt
 
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Es entfallen für da? Vierteljah r an

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das auf

[mb, lütc Hypotheken ihnen gekündigt ivei für sie zu haben sind. Jedes Institut od<r Amt, welches

Schlachtungen:

1913 . . . .

Die Schweineschlachtungen im letzten Quartal stellen die drei Jahre

auem, aber nicht in dem Maße, daß sich gleich eint so hohe Ausgabe rechtfertigt. Man nehme das schon unter Gnauth öfters besprochene und in Aussicht genommene Projekt wieder auf. Man erlasse ein Preisausschreiben für ein neues Stadthaus auf dem je^iflcn Platz. 'JDZtin fange dann an der Wicseck an und erbaue zuerst einen Flügel des vrojettierten neuen Gebäudes für die jetzt notwendigen Räume, setze dann nach Erfordernis das Bauen fort, bis man dann zuletzt das alte) Haus ebreißt und den Bau vollendet.

Run, die Verwendung der alten Klinik. Zunächst soll sie zur Gcwerbcausstettung dienen. Später käme in Frage, ob man nicht das aus dankenswerter Schenkung erftanbcne Museum für Völler künde, welches sicher mit der Zeit größer werden wird, zunächst in den einen Flügel legen soll. Irgend eine geeignete Ver­wendung oder der Verkauf des Ganzen wird einmal möglich sein. Und sollte ein Verlust dadurch entstehen, so buche man ihn als Beitrag zu den Kliniksbauten, den man ja in dieser Form von Seiten des Staates der Stadt zugeinutet hat.

Daß man aber das Anwesen, wie Herr Krumm in seiner nicht einwandfreien Rechnung als Berlustobjekt mit 250 000 Mk. ansetzt, ist unrichtig. D.e alte Klinik und das dazu gehörige eventuell ganz oder auch nur zum Teil zu verwertende Gelände ist ein wertvolles Alcivum der Stadt Gießen.

Tonftniiertcn Zwangslage wird das Wort ,4cibcr" weniger notig sein. Run kommt noch hinzu, daß sich das KUniksgebäude weder seiner Lage nach noch seiner ganzen 9rt und baulichen Tispo sition nach für ein Bürgermeistereigebäude, was doch überall eine besondere Zierde der Stadt bilden soll, eignet. Worum also das viele Geld auSgcbcn .für einen Umbau, der doch immer

Aus Stadt und fand»

Gießen, 24. Oktober 1913.

** Verleihung. Ter Großherzog hat dem Post- agenten Philipp Treu sch in Pfasfen-Beerfurth das M- gcweine Ehrenzeichen mit der InschriftFür tteue Dienste" aiu Bande des 23eibien|torbeu6 Philipps des Großmütigen verliehen.

** Stadttheater. Am Sonntag finden zwei Vor­stellungen bei kleinen Preisen statt, die beide wegen der beliebten Stücke, die sie bringen, große Anziehung aus­üben bür ft en. Am Sonntag nachmittag wird die bekannte GesangsposseP u p p ch c n", am Sonntag abend der tolle SchwankSündenböcke" gegeben. Bei der Nachmittags­vorstellung wirkt die hiesige Regimentskapelle mit. Bei der starken Billetnachfrage für diese Sonntagsvorstellungen dürften sich Vorausbestellungen empfehlen. Äese bittet man der schnellen Erledigung wegen direkt an die Kasse und nicht an die Direktion des Stadttheaters zu richten.

Städtischer Schlachthos. Tie Schlachtungen im Uädtischen Schlachthof vorn Juli bis September der drei letzten Jahre untereinander verglichen, geben den Beweis, daß der Fleischbedarf ivährend dieser Zeit trotz der Vermehrung der

1911

3064 Stuck.

Die Eichener Ratl?ausfrage.

Der verdiente frühere Stadtverordnete L) a u b a ch sendet uns die nachstehenden Ausführungen, denen wir um so lieber Aufnahme gewähren, als das Urteil dieses erfahrenen Kom­munalpolitikers allgemein Interesse und Beachtung finden wird. Er schreibt uns:

Geehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie auch mir, dem frühe­ren Stadtverordneten, in der Bürgermeistereifrage einige Worte! Die Sache ist so wichtig und von solcher Bedeutung, daß ich gerne aus der Reserve, die ich mir naturgemäß fest her auferlegte, ein­mal l>eraustrete. i

Kalber Schale

1352 235

Ter Bedarf an Schweinen ist also im Monat gegen Vorjahr um etwa 100 Stück ,zurückgegangen, was nur die hohen Fleischpreise zurückzuführen ist.

Landkreis Gießen.

Zch habe so den Eindruck, daß es noch mehrere der Herren aus dem Stadtvorstand gibt, die sich, wie Herr Krumm sich aus­drückt,leider" bei ihrem Beschluß in einer Zwangslage besüt- den. Im ganzen Verlauf der Angelegenheit und während der vielen Beratungen, die die Sache schon erforderte, habe ich so­wohl öffentlich wie auch in Privatgesprächen mit den Kollegen das Bedauern über dieseZwangslage" aussprechen hören. Nun meine ich, man solle, wenn, man nicht innerlich fest überzeugt ist von der Nichtigkeit dieser Verlegung, doch in seinem Entschluß nicht so sehr von dieser Zwangslage beeinflußt fein. Ich war es nie und war immer, ebenso wie unser leider für Gießen zu früh verstorbener Beigeordneter 0) e o r g i, ein entschiedener Gegner dieses ProjeltS und zwar aus wohlerwogenen Gründen. Ich sehe, wie sich schon seit Jahren, besonders seil Errichtung der großen Zahl von neuen Universitärsbauten^as Schwergewicht der Stadt immer mehr nach Süden, nach dem Seltersberg zu, verschiebt. Das läßt sich oft nicht ändern und ist durch natürliche Verhältnisse bedingt. So war bei der Wahl der Lage für die. neuen Bauten «der Univer­sität möglichste Nälie zuni Bahnhvs ein Erfordernis. Es ist aber ohne Zweifel keine im Interesse der gesamten Innenstadt und noch weniger in dein großer Stadtteile liegende Entwicklung, die sich da vollzieht, und man soll sie nicht nvich künstlich fördern. So groß ist diese Zwangslage nicht, daß man von ihr beeinflußt, sich mit den WortenDas wird ja wohl nichts schaden" über.' solche ernste Erwägungen hinaussetzen darf.

Man kann die Erregung großer Kreise der Bürgerschaft wohl verstehen, wenn die Leute merken, wie ihr Eigemuin im Werte zurückgeht, wie ihre Läden und ihre Wohnungen schwerer ver­mietbar sind, mir Hypotlxcken ihnen gekündigt werden und solche fdnvcrer für sie zu haben sind. Jedes Institut ober Amt, welches Verkehr mit sich bringt, idrobet durch seine Verlegung 'aus der Innenstadt dieser und nur die absolm umngenbitv Notwendigkeit kann sie rechtfertigen, und die liegt hier nidtt vor. Ich kann mir eine umgekehrte Zwangslage denken, wie die von Krumm erwähnte und die besteht für mich. Jcki befinde mich rn der Zwangslage, daß idi den Verlust der Zinsen, wenn nötig auch die ben Verfall schützende Unterhaltung des KlinikSgcbäudes bis zur Verwertung des Objekts auf mich nehme, um nicht einen Beschluß gutzulieißen, den id» für schädlich und nidit int Allgo mcinintercHc der Stadt liegend eraobren kann. Bei dieser so

Bevölkerung sich nicht verstärkt hat, die Fleischmenge ist sogar zurückgegangen. ~

vermischtes.

* Dynamitexplosion während einer Theater^ vorstellung. Aus Colmar (Oberelsaß) wird gemeldet: In sträflichem Leichtsinn wollten in Obercnzen zwei junge Burschen die Gewalt einer Dynamitexplosion erproben und brachten während einer ländlichen Theater Vorstellung eine Dynamitpatrone zur Entzündung. 12 Per sonen wurden lautElsässer Courier", verletzt, darunter ein 23jähriges Mädchen schwer, das den Verlust eines Auges zu beklagen haben wird.

* Brand einer K i r cbc. Llus Landeshut (Schlesien!, 22. Oktober, wird gemeldet: Seit heute vormittag 11 Uhr steht die Klosterkirche in Grüssau in Flammen. Einer der beiden Türme ist bereits niedergebrannt. Mehrere Wirtschaften in der nächsten Umgebung der Kirche brennen. Das Feuer scheint durch einen Handwerker verursacht worden zu sein.

*Schatzgräber. Aus Lautenberg ( Schwarzburg-Rudolstadt > wird gemeldet: Beim Graben unter einer Baumwurzel wurde ein Töpfchen mit Brakteaten (Münzen mit nur einseitigem Gepräge aus dem 11. Jahrhundert gesunden. Der größere Teil des Fundes wurde an das Gothaer Münzkabinett verkauft.

* Bilderdieb ft ah l. Aus Bronnen (Donaukreis! wird gemeldet: In dem zurzeit unbewohnten Schlöffe des Frciherrn v. Enzberg wurde cm Einbruch sdieb- tahl verübt. Es wurden vier Oelgemälden von großem historischen Wert aus den Rahmen geschnitten und fori- geschafft. Von den Tätern fehlt jede Spur.

* Abgetriebene Torpedoboote. Aus Tou- lon, 22. Olt., wird gemeldet: Zwei als Zielscheiben die­nende Torpedoboote,Toulon" undMadrid", woraus jc drei Mann waren, trieben ab. Mehrere Torpedojäger und zwei Schleppdampfer waren bemüht, sich an ihre Seite zu legen, wurden aber durch den Sturm gehindert. Ein Torpedojäger, der von einem der Torpedoboote gerammt wurde, ist mit einem Leck in den Hafen zurückgekehrt. Ein Torpedobootszerstörer brachte die beiden Boote zurück.

Kleine Lageschronik.

Aul der Fahrt nach der Kauinhalbmsel wurden nach einer Meldung au§ Mesen ((tioiw. Archangelsk) Fischer von einem Sturme überrascht. Zwei Boote kenterten. Zehn Fischer ertranken.

Im Gouvernement Plozk gab ein Unbekannter, dem ein Feldwächter den Paß ab^orberte, einen R e v o l v e r s ch u ß ab und flüchtete in einen Neubau, eröffnete ein Jener und ver­wundete den Gendarmen. Er wurde von einem Grenzwächter und einem Ortsbewohner schließlich erschossen.

nur ein Provisorium, am Notbehelf, bleiben wird. Das neue Bürgermeistereigebäude, trenn cs einmal nötig wird, gehört in die Innenstadt, es gehört auf ben Platz, wo das jetzige steht. Nach Erwerb des Hames, Lonysttaße 2, ist der Platz für ein dreistöckiges Gebäude groß genug. Man kann die oerschie- bencn_ Räume so legen, daß das daselbst befürchtete Geräusch der Straße möglichst wenig ffcört; auch tonnen die artlitgenben Straßen mit Asphalt versehen und für einzelne Räume Doppel­fenster angebracht werben. Sicher

14 Tage, manchmal auch wöchentlich. Ich habe die Zechen in der Meßzahl bezahll. Bors.: Haben Sie Schleuder bares Geld geschenkt? Brandl: Ich kann mich aus solche Einzel­heiten nicht so genau besinnen.

Iusttzrctt Dr. v. Gor do n: Hat Brandt jemals von Schmidt oder sonst jemand Konkurrenzpreise bekommen, bevor der Zu­schlag erteilt war, so baß noch ein Unterbieten von feiten der ryirma Krupp möglich war? Brandt: Nein, das war ganz unmöglich.

Bors.: Sie haben dann ferner mit dem Intendantursekretär Vom Kriegsministerium verkehrt. Woher kennen Sie diesen Herrn? Ange kl.: Er war mir feit langer Zeit bekannt. Wir haben zusammen eine Feuerwerkerfchule besucht und ich traf ihn zu­fällig in Berlin wieder, wo wir die alte Freundschaft erneuert Haben. Es ist selbstverstänblich, baß wir beide als alte Artilleristen über fachliche Dinge uns unterhalten haben. Pors.: Sie haben dem Pfeiffer auch manchmal die Zeche erstattet, wenn er bei Familienausflügen dieselbe gezahlt batte? Angekl.: Jawohl: dem Pfeiffer war es unangenehm, daß ich so häufig für ihn bezahlte und er zahlte bann für sich und seine Familie selbst: ich habe ihm aber später das Geld zurückgegebcn, da ich wußte, daß Pfeifser bet seinen vielen Kindern sich nicht viel leisten konnte. Bors.: Weiter haben Sie aber dem Pfeiffer auch Weihnachtsgratifikationen in Höhe von 100 Mark, und zwar im ganzen fünfmal gegeben ? Angekl.: Ich habe dem Zeugen Pfeiffer diese Weihnachtsgratifikation als Weih­nachtsgeschenk, aber nicht als Gratifikation für irgendwelche Lei­stungen gegeben, well ich in der Familie Vieh verkehrte und den Kindern eine Freude machen wollte.

Nach der Mittagspause wurde in der Vernehmung des An­geklagten Brandt fortgefahren. Bors.: Direktor v. Metzen hat seinerzeit eine Italienreise unternommen. Haben Sie ihn während dieser Zeit vertteten? A n ge k l.: Jawohl. Bors: Sie haben damals erklärt, Direktor Muehlon habe Sie damals in Berlin ausgesucht und gefragt, ob Sie in der Lage seien, den Dienst des Herrn v. Metzen mit zu übernehmen, falls dieser nicht mehr auf seinen Berliner Posten zurückkehren würbe? - Ange kl.: Jawohl, das ist richtig. Ich habe damals auch Di­rektor Muehlon crflärt, baß ich schon bisher den größten Teil der Arbeit allein erledigt habe. Bors.: Direktor Muehlon Hal Ihnen aber erklärt, daß Sie kaum offizieller Vertreter der Firma^Krnpp werden können, da Sie als früherer Unteroffizier sicher Schwierigkeiten mit höheren Stellen haben würden. -- A.: Jawohl. Direktor Muehlon sagte aber auch, daß der ständige Wechsel in her Berliner Vertretung unangenehm empfunden werbe und baß man jemand haben wolle, der nicht auf einen Tirektor- Posten reflektiere und der nid)t fortwährend unzufrieden sei. Ich sollte nicht Berliner Vertreter werden, sondern es sollte für mich gewissermaßen eine Sonderstellung geschaffen werben.

Hierauf brachte der Vorfitzende einen BerichtderEssener Direktion zur Verlesung, aus dem hervorgehi, daß alles, was an Bestechung erinnern könnte, zu vermeiden sei. Brandt solle seine Bestehungen einschränken, die irgend einen verdächtigen Schein erwecken könmen, alles, was eine salsche Auf­fassung Hervorrufen könnte, müsse vermieden werden.

Hierauf werden eingehend die Gehaltsverhältnisfe Brandts er- Örtert. Während feiner Tätigkeit in Essen erhielt der Angeklagte zuletzt 5000.9)1 arf, nach seiner Versetzung nach Berlin 5200 Mark tinb 300 Mark Wohnungsgelb. Zur Beschaffung von Nachrichten konnte er die erforderlichen Auslagen liquibiercn, wozu seinem Vor­gesetzten Herrn v. Schütz ein sogen. Tispositionsfonds zur Ll..r- fügung ftanb. Im ersten Halbjahr liquidierte Brandt über 2000 Mk. solcher Auslagen. Im Jahre 1'906 bat Herr v. Schütz, Herrn Brandt wegen seinererfolgreichen Tätigkeit" eine Extragratifikation von 000Markzu bewilligen", da Brandtsehr wertvolle Nachrichten ohne Anwendung irgendwelcher illegaler Mittel erhalle". Tie Firma wies darauf für Brandt eine Extragrattftkation von 1000 Mark an. Sine im nächsten Jahre von Herrn v. Schütz für Brandt erforderte Gehaltszulage von 1000 Mark lehnte die Firma indes ab. Im Jahre 1*909 erhielt Brandt einen neuen fünfjährigen Vertrag mit einem Anfangsgehalt von 6500 Mark und einer sog.Funllions- Mlage" von 3500Mark. Außerdem erhielt der Angeklagte eine Weihnachtsgratifikation von 2000Mark und eine besondere Grati­fikation in Höhe des vollen Jahrcsgehalts. Ferner wurde dem An- Igellagtcn eine besondere Zulage von 1000 Mark pro Jahr be­willigt, die ihm aber erst ausgezahlt werden sollte, wenn er nach zehn Jahren noch bei der Firma Krupp tätig war.

Der Angeklagte Direktor Eecius erklärt hierzu, daß eine Gratifikation nichts Ausfälliges sei, da Hunderte Kruppscher An­gestellte solche erhallen hätten. Die ungewöhnliche Gratisikaton in Höhe des vollen Jahresgchaltcs sei wegen des Kruppschen ß u b i l ä u m i gezahlt worden.

Hiermit ist die Vernehmung des Angeklagten Brandt beendet und die Sitzung wird darauf auf morgen früh vertagt.

HanSei rrnd verkehr, Volf$ivirtfd?aft.

Zigaretten, Zündwaren, Leuchtmittel.

Tas Kaiserliche Statistische Amt veröffentlicht eine Sta« tistik über die Herstellung und Besteuerung von Zigaretten, Zigarcttentabal und Zigarettenhüllen.

Im deutschen Zollgebiete waren im Rechnungsjahr 1912 in Betrieb: 1006 (1911: 1003) Fabriken, die nur Zigaretten, ferner 314 (1911: 309) Fabriken, die Zigaretten und Zigarettentabak, 46 (1911: 46) Fabriken, die nur ejigarettentabak Herstellen und 26 (1911: 32) Fabriken, die nur Zigarettcnhüllen Herstellen.

Im Laufe des Jahres wurden hergestellt: an Zigaretten 10 995 (1911: 9382) Millionen Stück, an Zigarettentabak 13 186 (1911: 12172) Doppelzentner, an Zigaretrenhüllen (Hülsen und Blättchen) 3920 (1911: 3409) Millionen Stück. In diesen Zahlen sind die Mengen an Z-igarettentabak und Zigaretten hüllen, die in Zigarettenfabriken hergestellt und im eigenen Betrieb auf Ziga» retten weiter verarbeitet wurden, nicht enthalten.

Aus ben Fabriken entfernt unb versteuert nnirben: an Ziga­retten 10 771 (1911: 9164) Millionen Stück, an Zigarettentabak 3270 (1911: 2965) Doppelzentner unb an Zigarettenhüllen (Hülsen unb Blättchen 63 (1911: 52) Millionen Stück.

Außerdem wurden vom Zollausland eingesührt und versteuert 747 (1911 : 689) Millionen Stück Zigaretten, 56 (1911: 63 Doppelzentner Zigarettentabak und 197 1911: 241 Millionen Stück Zigarettenhüllen (Hülsen unb Blättchen».

Der (Gesamtwert ber im Rechnungsjahr 1912 verkauften Ziga r ettenft cu er $ ei dien und Steuerzeichenvordrucke betrug 41,2 Tril­lionen Marl gegen 34,6 Millionen im Vorjahr.

Im deutschen Zollgebiete waren im Rechnungsjahre 1912: 74 (im Vorjahr 76) Betriebe zur Herstellung von Zünd - waren vorhanden, in denen durchschnittlich 1732 (im Vorjahre 17641 männliche und 2336 Em Vorjahre 2171) weibliche Arbeiter beschäftigt wurden. An Zündhölzern wurden 87 049 (1911: *1 190) Millionen,Stück, an Zündspänchen 222 (1911: 138) Millionen Stück hergestellt. Vom Ausland wurden 306 (1911: 2.36, Mill. Zündhölzer und 6 (1911: 6) Millionen Zündkerzen cingesührt. Ter Ertrag an Zündwarenstener ergab für Zündhölzer 22 344 793 im Vorjahr 20 915 839) Mark, für Zündkerzchen 19 561 (im Vorjahr 20 722! Mk., insgesamt 22 364 354 (im Vvnahr 20 936 561) PjT

In ber Leucht mittelfabrikation waren 1912: 1 <6 (im Vorjahr 166) Betriebe vorhanden, in denen 21 25 Millionen Stück Kohlensadenlampen, 76 (47) Millionen Stück Metallfaden« glühlampen, 0,08 (0,13) Millionen Stück Nemstbrenner usw, 0,015 (0,012) Millionen Stück Brenner zu Oueckfilberbamvflampen, 135 (126) Millionen Stück Glühkörper für Gaslampen usw , 8 <8i Mill Kilogramm Brennftifte für Bogenlampen aus Rein ko hie, 2,9 (2,6) Millionen Kilogramm Brennstiftc für Bogenlampen mit Leucht zufätzen hergestellt wurden. Die Einnahmen an Leuchtmittelsleue, betrugen für Kohlenfadenglühlampen 1,70 (2,15), für Metallfaden- lampen und Nemstbrenner 7,77 5,84), für Brenner zu O-ueck« silberdampslampen 0,05 (0,03), für Glühkörper zu GasglüblickU lampen 4,64 «4Z0), für Brennstifte zu Bogenlampen aus Rein- kohle 1,67 (1,82), für solche mit Leuchtzusätzen 1,11 1,26) Mill. Mark, insgesamt 17,27 (15,40) Millionen Mark. Ter Steuemach- laß aus Grund des § 28 der Ausfuhmngsbestimm)lnqen belief sich für das Rechnungsjahr 1912 aus 1,12 (Vorjahr 0,82) Millionen Mark, so daß ein Ertrag an Leuchtmittelsteuer von 16,15 (Vorjahr 14,58) Millionen Mark verblieb.

L i ch, 21. Okt. Ein großer Leichenzug bewegte sich heute unter Vorantritt ber Gießener Regiments-Kapelle und des Krieger- Vereins Lich durch unsere Stadt. Man begleitete die Leiche des Mcnrrermeisters und Feuervisitators Heinrich Uhr Han zur letzten ^uhe, der auch über seine Vaterstadt Lich hinaus bekannt, und, wie Stiftsdechant K l i n g e l h ö j f e r in seiner Grabrede erwähnte, durch seine Freundlichkeit und stcre Hilfsbereitschaft allseits beliebt war. Kränze wurden von dem zdriegerverein, dessen Ehren- Präsident der Verstorbene war, von dem Spar-Verein, sowie von dem Gewerbe-Verein am Grabe niedergelegt.

Kreis Friedberg.

ll Friedberg, 22. Olt. i*<an beabsichtigt, hier Auto- droschkeu einznlübreu. Zurzeit wirt) der große Stadt k i r ch e n p l a I) geebnet; er gewinnt dadurch ein ireundliches z'lnieben. feine wurde die hessische M i s s i o u s k o u < e r e nz abgehalten. Tie Bcteiliauna war auch von auswärts groß

, 2- Friedberg, 22. Ott. Ter heutige Vieh markt war außerordentlich stark mit Schweinen befahren, lieber 1500 Schweine waren aufgetrieben. Kleine Ferkel kosteten 30 bis 35 Mk. das Paar, Springer 40 bis 50 Mk., Läufer 60 bis 70 Mk. Viele Käufer waren ersdsienen. Kleine Ferkel wurden ausverkauft. Um die Mittagsitunde wurde der Viehmarkt abgeräumt. Auch der Obst- unb ©cmüfemarft war lebhaft. Ter Krämermarkt mittelmäßig.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 21. Okc. In der üblichen feierlichen Weife wurde heute vormittag * 212 Ufrr die Rektoratsübergabe in der Technischen Hochschule vorgenommen. Deut Alle wohn­ten der Minister des Innern v. H o m b c r g l, der Referent für das Hochschulwesen, Mnisterialrat Dr. Weber, General v. R a n - d ow, (geheim rci t Dr. Preetorius, Provinzialdirellor Fey, Oberbü'-a^rmeister Dr. G l ä s s i n g , Bürgermeister M ü l l e r u. a. bei Geheimrat Dr. Wickop begrüßte die Gäste. In einem Rück­blick gebuchte er vor allem ber Toten, dann beglückwünschte er den Geheimen Hofrac Prof. Dr. Staedel zu seinem 70. Geburts- tage jerner die Geheimen Bau röte Gutcrmut und Weller zu ihrer nunmehr 25jährigen Sehr tätig feit. Dankbar gedachte ber Redner ber unter seinem Rektorat neu errichteten Stiftungen, von benen die V-üel- nnb die zlleyenSttfrung bic bedeutungsvollsten fuw. (geiieimraa W ickop gab dann bie Preisträger ber Müller- Itoi) u * o 11 rtu n fl bekannt: die Sieger des Vorjahres toaren ^obann Mrwer-ttaßburg Elellrvteckuiik unb Ludtoig Iun»- T<irm|tabt ,Ma'ännenbau Das diesiihrige Ergebnft: brachte ben Breis von 1(X*J MU dem Studenten ber Architektur Erich Rei n c cke- Stettin und den Preis von 500 Mk. dem früheren Stuben ten ber Elektrotechnik Diplomingenieur Lars T c r g aus Skien in

Ocbsen Vulleii Kühe Rinder

270 72 187 301

Norwegen. Den Preisträgern würbe auch bic Plakette von Parm übergeben, die jetzt fertig gestellt worden ist. Worte ber ^Anerken­nung sand der Redner für bic Tätigkeit des früheren Referenten für das Hochschulwesen, des Geh. Rat Dr. Aug. Weber und be­grüßte den neuen Referenten, ben Ministerialrat Dr. Emst.

mehr übergab er die Amtskette seinem dtachfolger, dem Geh. Nos­rat Ptoß Dr. R. Müller, der sie mit einem Treuegelöbnis an den.großherzog übernahm. Nach T-ankcnswvtten an ben früheren Rektor Wickov hielt Rektor Müller feinen Vortrag. Tas Thema lautete:lieber bic Anfänge und über das Wesen der malerischen Perspettive.^ Ter Vortrag wirb demnächst im Druck erscheinen Die ganze Feier sck)loß mit einem Hoch auf den LandeSherrn.

Hefftn-Nossau.

s. Marburg, 23. Okt. In cmer gestern abend in den Stabtsälen abgehaltenen Versammlung der Vorstände einiger interessierter Ortsgruppen wurde nach einem Vortrag des Professors Dr. Andre einZ en t r a lau ssch u ß'zu r Unterbringung der Kinder von im Ausland lebenden Deutschen in geeigneten Familien des Mutterlandes" gcbilbet. Die Veranlassung zu diesem Schritte bot die Tatsache, daß die Auslanddeutscheu vielfach den Wunsch hegen, rhre Kinder in der alten Heimat erziehen zu lassen, und daß sie ihre Absicht nur unter Schwierigkeiten verwirklichen können, weil ihnen die ein­schlägigen Berhältnifse in den einzelnen deutschen Stüdten fremd sind. Zur weiteren Beratung des Planes wurde ein dreigliedriger Ausschuß gewählt.

1913 1912

30)0 Stück 3342 Stück

_________ ______ wird sich einmal in dem Gebiett Nahrungsberg, Licherstraße, Kaiserallec bis herunter zu den städtischen Wiesen ein neuer fckjöner Stabttcil aufbauen: dann hat die Bürgermeisters eine ganz zentrale Lage. Ich ver­weise noch als Trutze meiner Meinung auf die errichteten Neu­bauten in Frankfurt a. Ml unb Cassel, wo man ebenfalls diese Gebäude in möglichst zentraler Lage im Innern der Städte gelassen hat, obgleich sich das Stadthaus in Frankfurt, begrenzt von engen Straßen, nicht vorteilhaft präsentiert und man mehr außerhalb leicht vorteilhafter hätte bauen können. Mjan hat aber Wert auf die altgewohnte zentrale Latzie gelegt.

Nun die finanzielle Seite. Ich halte die Erbauung eines neuen J8ürgermciftereigc6äubed überhaupt noch nicht für notwendig So ist die Stabt in ben letzten Jahren nicht ge­wachsen,, daß man sich nicht noch Jal/re lang behelfen kann. Gewiß ist das Auseinanderliegen der verschiedenen Aemter unbe-

iitfamnien Großvieh

1912......

261

830

61 172

Kleinvieh 1587 336 1387 228

zusammen Großvieh

1911 ......

337

632

48 169

Kleinvieh 1615 291 1691 199

zusammen Großvieh

84 ö

Kleinvieh 1890