E
dc la ti ül ti le ti 9) ü. d
is ii d
r t
c
t t t
r c < c
,1
Jntröfl Dr. Schmitt über bie C rbcn§ frage erörtert wurde Die Traktion des Bauernbundes hatte gestern ebenfalls eme Beratung, in welcher nach den Vorträgen der beiden Mitglieder des Finanzausschusses die Stellungnahme der Negierung Sur Besolbungsreform erörtert und zu den Beschlüssen des Aüs- scvustes Stellung genommen wurde. Der Unterausschuß der Di r t- smastlichen Vereinigung tritt nächsten Samstag zu einer Beratung zusammen.
erwiesen habe. Holländer könne sich nicht auf sein Rücktrittsrecht berufen, das ihm zugestanden worden war, falls die Theater Ak- tiengesellschast nicht gewisse bauliche Veränderungen im Schauspielhause vornehmen lasse, denn durch das schuldhafte Verhalten Holländers könne die Bertragsgegnerin nicht mehr an diese Bedingungen gebunden werden. Tie Vornahme eines Arrestes in der Hohe vertraglich ausbedungenen Konventionalstrafe sei daher berechtigt.
Wien, 23. CTt. Der Kaiser begnadigte den wegen @r- morbimg des Abgeordneten Sch nhmeier zum Tode durch den Strang verurteilten Eisendreher Paul Kunschak. Knnschak wurde barauf vom Gericht zu zwanzig Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gieß. n.
Wetteraussichten in Hessen für Samstag, den 25. Cft. 1913: Zunahme der Bewölkung, zeitweise Regenfälle, weftlichc Wende.
XI. Internationale Cubettulose-ttonserenz.
4 Berlin, den 23. Oktober.
In Anwesenheit der Kaiserin und zahlreicher Vertreter von Reichs» und Staatsbehörden begannen heute die Verhandlungen des XL Internationalen Tuberkulose-Kongresses. Ter Leibarzt der Kaiserm Geh. Rat Prof Tr. Bumm eröffnete die Versammlung und bedauerte, daß der Vorsitzende der Internationalen Vereinigung gegen die Tuberkulose Lson Bourgeois durch Krankheit verhindert sei, zn erscheinen.
Hierauf begrüßte Staatssekretär Staatsminister a. D. Del » brütf die Konferenz im Namen der Reichsregicrung.
„ Ter Chreiwor'itzende des Teutschen Zentralkomitees zur Be- faniviuug der Tuberkulose, der Herzog von Ratibor, erinnerte in seiner Begrüsnmgsansvrache daran, bau er im Jahre 1*99 zusammen mit Ernst v. Leyden die erste Tuberkulose-Konferenz eröffnet habe. Er hieß die Vertreter von 26 Kulturstaaten willkommen, die in der Bereinigung eine Zentralstelle für ihre rastlose Arbeit besitzen. Sladtmedizinali at Weber lBerliit) hieß den Kon- greff im Namen der NeickMauvtstadt willkommen unb rühmte die Tätigkeit Berlins auf bein Gebiete der Tuberkulofebekämt'fung.
Vrostssor Lamdouzy (fL'ariS) verlas darauf ein längeres eebretben, das Präsident L'eon Bourgeois zur Begrüßung der Tagung eingesandt hatte.
Dann begannen die Vortrage. Das erste Hauptthema betraf dre allgemeine Urage: Ter Mensch unb b i c Tuberkulose. Professor Land o n z y (T'OviSi und Vrofesior ©dien nun (Edin- bürg) verlasen hierzu ausführliche Referate, die lediglich fach- wissenschaftliches Interesse boten.
Ausland.
Ein österreichisch-ungarisches Verbot.
Aus Varis wirb gemeldet: Ter nationale Luftschifffahrtsverein würbe vom französischen Ministerium des Aeußern verständigt, baß bie österreichisch-ungarische Regierung dem Flieger Taucourt, der vorgestern seinen Mug nach Kairo angetreten hat unb hierbei über Südungarn nach Belgrad unb Bukarest fliegen will, bie Erlaubnis verweigerte, bie Strecke O f c n p e st - Belgrad zu durchfliegen. Tas französische Ministerium des Aeußern erteilte Taucourt den Rat, sich in Wien an den französischen Botschafter Durnaine fru wenden unb durch dessen Vermittelung im Einvernehmen mit der öfterreichisch- ungarischen Regierung eine andere Flugstrecke festzusetzen, um nach Bul'areft zu gelangen. Ter nationale Luftschiff- fahrtsverband fügt in einer an die Presse gerichteten Mitteilung hinzu, baß Daucourt unter diesen Umständen genötigt sein werde, über die siebenbüvgischen Karpathen zu fliegen. Tie Maßnahme ber österreichisch-ungarischen Regierung zeige von neuem, daß infolge des Verbotes ge- wisfer Luftzonen internationale Flüge in Zulünft überhaupt unmöglich sein würden.
Ans Stadt und Cand»
Gießen, 24. Oktober 1913.
** Tageskaleuder für Freilag, 24. Okt. Stadt- lheater: „Majolika». Anfang 8 Uhr.
*
.** Vraktische Meisterkurse für Handwerksmeister unb ältere Gesellen werden im laufenden Winterhalbjahr veranstaltet. Tie Leitung liegt in den Händen der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe.
Eugen Neichsfreiherr Binder-Krieg! st ein hat mit seinem für Donnerstag abend angekündigten Licht- bilder.Vortrage die Besucher recht enttäuscht, indem er etwa 3/a Stunden vor Beginn sein Erscheinen v-n Marburg ans ab sagte. Ob dec Vortrag an einem anderen Tage gehalten ivird, iit noch nicht bekannt. Einen Grund für sein Nichterscheinen soll er nicht angegeben haben.
200 Bergleute verschüttet.
Dawson Meu-Meriko), 23. Okt. In der Hirschschlucht- rohlengrube sind 200 Bergleute durch eine Erplosion verschüttet worden.
, Dawson, 23. Okt. Infolge der gestrigen Erplosion in der Hirschschluchtkohlengrube'sind 130 big 180 Bergleute eingeschlossen worden. Fünf wurdet: bisher gerettet. Starke Abteilungen von Rettungsmannschaften versuchen in das Innere der Grube einzudringen. Man glaubt, daß genügend Luftzufuhr vorhanden ist und daß 'eine große Zahl der Eingeschlossenen gerettet wird. Eine grosse Menge Frauen, Kinder unb Männer umlagert die Schachteingänge.
Die Rettungsmannschaften brachten aus der Hirschschluchtgrube bräiundzwanzig Eingeschloss.'ne lebend ans Tageslicht, einige besinnungslos. Ferner wurden 14 Leichen geborgen. Die ganze Nacht würben große Ventilatoren in Tätigkeit gehalten. Man hofft auf diese Weise bie Gase in ber Grube genügend mit frischer Lust zu durchmengen, um bic noch Eingeschlossenen am Leben zu erhalten. Nach Ansicht der Sachverstänbiqen liegt Kohlenstaubexplosion vor.
Dawson (Neumeiiko, 23. Oktober. Infolge ber gestrigen Erpw'wn ui ber Hinchschlucht-Ko hlengrube sind 130 bis 180 » !^cl”flC'd,lD,',en morden. Fünf wurden bisher gerettet, ötarfe Abteilungen von Rettungsmannschaften versuchen in ba* innere der Grube einzudringen. Man glaubt, daß genügend Luft ^^^.^orhanden ist, unb baß eine große Zahl ber Eingeschlossener gerettet wird.
Ergänzend wird noch gemeldet: In einem alten Bergwerke, dem Schacht ber Hirschkohlengrube in Verbindung steht, brach heute nachmittag Feuer aus, es wird befürchtet, daß die ö-Iammcn auf den Schacht übergreifen werden, in dem 256 Berg leutc emgeschlossen sind. Dach einer Feststellung sind von 284 Bergleuten, bie bei der Explosion eingeschlossen wurden, 22 lebend an das Tageslicht gebracht unb 6 als Leichen geborgen.
Märkte.
L. Friedberg, 23. Okt. Der gestrige Faselmarkk war belebt. 40 Bullen waren aufgetrieben, (eurer schöne Tiere. 15 Fasel wurden verkauft. Für bie Pserbemarktverlosnng wurden 11 Fohlen auf dem Markte angekauft.
Gerichtssaal.
Ter Vertragsbruch Felix Holländers vor Gericht.
Frankfurt a. 'DL, 23. Cft. D:e Zivilkammer des Laud- geri.l ts Frankfurt a. M. verlüudete heute uormit ag 11 Uhr das Urteil in der Wider svrnchSklage des früheren Intendanten des Frankfurter S ch a u s v i e l h a n f e S o c 11 x V o llcinder gegen die Reue T h e a t e r - A k t i e n - gesell.schäft, die gegen Holländer wegen Vertragsbruchs einen Virrest tn ^whe der Konventionalstrafe von 80 Ort) Mark auf 2« nnr?r-ud* q.clc9‘ l,at- die er gegen die Verlagsbnchbandlnng von lUlftem & l'_o. au« sckiri'tstellerischen Arbeiten erworben hat. -laß Urteil lautete auf Abweisung der WidersvruchS- töcvid)l€ ^klarte den Arrest für begründet. Hol- laiuer habe z w e i f el l o s einen Vertragsbruch b c - b' 36' l'-h -u längerem -In'«..-
c ^..^egrünbung des Urteils wird ausgeführt, daß Felix Hollander sich »dadurch, da.tz er. feine Frau verlaffen unb mit feiner Geliebten ins Ausland geiahrcn sei, sich für den Posten cmes frankfurter Theater-Intendanten ab nicht sehr geeignet
letzte Kndtricbfcit.
Französisch-türkische Verhandlungen
Konstantinopel, 24. Oft Die Sc^vierigkeiten, die tr den Verhandlungen zwischen F r a n k r e i ch und der T ü r k e i auf- getaucht sind, haben sich bisher nicht beseitigen lassen. Insbesondere ist die tyrage des Baues einer syrischen Bahn noch nicht geregelt, die wie in den Kreisen versichert wirb, bie Rentabilität her Hedschasbahn aufheben würde. Diese Frage bildete nach Mitteilungen aus derselben Quelle bereits zur Zeft des französischen Botschafters Constant einen Streitpunkt zwischen Frankreich und der kurier Frankreich l-abe damals für den Verzicht auf den ÜBau einer Parallel-Linie der Hedschasbahn eine Entschädigung erhalten. Es durste vielleicht noch Wochen dauern, ehe über diese Frage ein vollständiges Einvernehmen erzielt wird.
Internationale Zeit.
Paris, 24 Oft. Tie hier tagende internationale Zeit- Konferenz beschloß die Gründung einer internationalen Vereinigung für die Einheitlichkeit der Zeit, die durch die Sendung eines telegraphischen ober sonstigen Signals den Bedürfnissen der Schiffahrt, der Wetterkunde, des Giienb.ihn , w- unb Tclcgraphenwefens, sowie der öftentlichen Behörden Rechnung tragen solle. Zum Sitz der Bereinigung, welche aus den 15 Delegierten der an ber Konferenz teilnehmenden Staaten besteht, ist Paris ausersehen.
wieder ein vampferungiück.
Heber ein schw-eres Dampfevunglück in den skandinavi» schnt Gewässern, bei dem nur ein einziger Fahrgast gerettet wurde, haben wir folgende Nachrichten erhalten:
H e l s i n g f o r s, 23. Okt. Ter finnische Dampfer „Best- kusten" geriet in der Nähe von Vasa auf Grund, wurde leck und sank mit der gesamten Besatzung. Ein Passagier wurde gerettet
Herrn o es and, 23. CTt. Ter Dampfer „Karl von Linne", Kapitän Söderström, der Sveegesellschast traf heute abend mit dem einzigen Geretteten vom Dampfer „Vestkusten", dem Viehhändler Henrikson aus Sundsvelt ein. — lieber das Unglück teilt Söderström folgendes mit: Als der Dampfer Linn4 gestern mit dem „Bestlüsten" aus Vesa auslief, gerieten sie beide in einen orfanartigen Sturm. „Linne" ging vor Anker, während „Vestkusten" sveiterfuhr. Als „Linus" bei Tagesanbmuh die Anker lichtete, bemerkte Hie Besatzung bei den Veseschären zwei f.Nasten, die aus dem Wasser hervorragten. Söderström ließ sofort stoppen und sandte ein Rettungsboot nach der Unglü-ks- ftätte, es sand Henrikson, der an der Reeling des Wrackes hing und sich seit gestern dort festgehalten hatte, er wurde ganz erschöpft an Bord der „Sinne" gebracht. Nach den Aufklärungen, die er dem Kapitän gab, befanden sich an Bord des Dampfers „Vestkusten" 22 Personen mit der Besatzung und sieben Passagiere.
Ter Bericht des einzigen Ueberlebenden, des Viehhändlers Henrikson lautet: Die „Vestkusten" verließ Vesa mittags bei starkem Sturm und Nebel. Ter Kapitän steuerte dicht aus Nönlsberg zu, um dort Anker zu werfen. Während der Fahrt kam er aus dem Kurs und in ganz geringer Entfernung von Rönksberg lief das Schiff auf eine Klippe, die aus dem Wasser ragte. Es war gegen G Uhr abends bei verringerter Fahrt. Aus der Kommandobrücke befanden sich der Kapitän und der erste und zweite Steuermann sowie russische Lotsen. Ter Dampfer lies mittschiffs auf die Klippe auf, geriet aber wieder infolge des hohen Wellenganges wieder ab, worauf sich die Salons und Achter räume mit Wasser füllten Tie Rettungs- boote wurden sofort klar gemacht. Es gelang eines ins Wasser zu bringen, als das zweite von Bord kam, kenterte der „Vestkusten" unb alle an Bord befindlichen Personen stürzten ins Wasser. Es glückte Henri! so n und eini gen Heizern, den aus dem Wasser herausragenden Teil der Masten schwimmend zu erreichen. Gegen 'Mitternacht konnten die Heizer sich nicht mehr halten und e r tranken. Henrikson wurde von einer See bis zum Mastkorbe ge spült und von dem Dampfer „Karl von Linus" gerettet. Er berichtet, der Kapitän imb die Steuerleute hätten ihr bestes getan, um die Ruhe unter den Passagieren herzu stellen. Tiese wurden sämtlich mit Rettungsgürteln versehen, einige der Passagiere erhielten sogar zwei. Das Unglück er eignete sich sehr schnell. Dom Austaufen des Dampfers bis zum Sinken vergingen wenige Minuten. Im ganzen sind bei dem Untergang 34 bis 36 Personen ertrunken Auch 41 Kül)e und 3 Pferde ertranken.
Petersburg, 23. Okt. Nach einem Telegramm aus Helsingsorö befanden sich an Bord des Dampfers „Best tuften,y 20 Mami Besatzung und etwa 25 Passagiere.
Lu-tschisfahrt.
Berlin, 23. Okt. Dem Flieger P c g o u d, der am Samstag unb Sonntag seine Schleifenflüge auch in Johannisthal meinen wird, wurde bei seiner Ankunft gestern ein festlicher Enipfang bereitet.
Vorlefungcn von allgemeinem Interesse. 3u unterer gestrigen Noti; ist zu bemerken, daß bic Vorlesungen Dob unb jenseits im Glauben bc äKtcn Orients und Die Äuf- ilärungs'.cit und ihre führende«, Geister nicht zufammenfallen, wie aus dem Borlefungsver-.cichnis hervorgeht. Lic. Frhr. v. Gall liest Mittwoch von 7—8, Pros. Dr. Krüger Donnerstag von 7—8.
** L a n d e s u n i v c r F i t ä t. Auf sein 25 jähriges Orbinariat an der Xanbcyuniheriität blicke mit diesem Semester ber Geheime Vofrat Prof. Tr. B e h a g h e l, ber ausge eickme e Ölermanist nn- >ercr Lubovieiana, zurück. Der Re'tor Hai Deshalb bie gesamte Dozentenschaft zu einer feierlichen Beglückwünschung eingeladen, bie am Sonntag mittag staitänben wird. — Bc Hag Hel ist am 3. Mai 1854 als Sohn bc? ar. bad. Oberkirchenrates Felix Behaghel in Karlsruhe geboren, stubiecke von 73—76 in Göttinnei unb Paris, unb promovierte am 22. April 1876 zum Dr. phil. 1878 habilitierte er sich als Privatdozent für germanische unb romanische Philologie m öcibetbcra, wo er am 16. Jan. 1882 a. o. Professor würbe. Am rylJni 1883 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor nach Basel unb am 30. Juni 1888 nach Gießen. 1895, 1905 unb 1907 roai er Hleftor. Behaghel, ber wohl ber bcbcntcnbftc Germanist un lerer Zeit ist, hat eine ganze Rn he von gniiiblegenben Arbeiten geschrieben, darunter Die beutsche Sprache, ein Buch, bas ui bic Hanb icbes gebildeten Deutschen gehörte.
Landkreis Giestcn.
* <3? * c 6'. 24. Oft. Gestern abenb fanb im Saale bes Gast< Wirts Wacker eine sehr gut besuchte öffentliche Verfamm- l un g statt. Gemeinderat Wilh. L u h erstattete ben Tätigkeitsbericht >es Gemeinderats während ber letzten brn Jahre, währenb Gemeinderat Friebr. Deibel ben zahlengemäßen Nachweis führte, ban bie Erhöhung der Gemcinbeumlagen nötig geworden sei. Eine fachliche unb anregende Aussprache schloß sich diesen beiden Vorträgen an, cs wurde lebhaft gewünscht, solche Aussprachen auch spater ftattunben zu lassen. Ein Antrag, dem Gemeinderat bie Ancikcnnung für feine Tätigkeit auszusprechen, fand einstimmige Annahme.
Kreis Büdingen.
Schwickartshausen, 22. Okt. Nächsten Sonntag, den 26. Oktober, nachmittags um 1 Uhr, findet die Eiiiwcihung der u ni g c b a u t e ii K i r ch e statt. Der Superintendent ber Pro- rinz Oberhessen. Geheimer Oberkonsistorialrat D. Petersen, wirb ber Einweihung beiwohnen.
Kreis Lauterbach.
z. Völzberg, 23. Okt. Gestern abend um 9i/2 Uhr brach in der Hofreite des August Schultheis XV., als ber Hausbesitzer und Frau bei den zurzeit im Dorfe arbeitenden Dreschmaschinen tätig waren, Feuer aus. Scheuer und Stallungen find völlig niedergebrannt. Vieh ist dabei nicht zu Schad.'n gclommen. Das Wohnhaus konnte durch dae- rasche, tatkräftige Eingreifen der Ortsfeuerwehr den Flammen entrissen werden, lieber die Ursache des Brandes liegen noch keine Erklärungen vor.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 23. Oft. In der heutigen Stabtorr- ordnetens itzung führte Bürgermeister Baurat Stahl den Vointz. Neben Genehmigung einiger kleineren Baugesuche würbe dem Gustav Lind unb Jean Aplanelp je ein Neubau nach ben vorgelegtcn Plänen genehmigt. — Auf ein Gesuch sollen bic Ennahrten in ber Bismarckstraße tiefer gelegt werden, wenn die Eigentümer hierfür bic Kosten tragen. — Tas Staub bindende Oel für bie städtischen Gebäude unb Schulen, welches seither von auswärts bezogen würbe, soll fortan durch offent liebe: Ausschreiben vergeben werden. — Einem Gesuch der Firma Frech u. Lug in .Hassel zur Genehmigung zur Einführung eines Autvdrvschken Betriebs soll stattgegeben werden und der Bürgermeister wird ersucht, hierfür eine Polizeiverorb- nung zu erlassen. Ein Gesuch des Heinrich v. d. Emde um Erlast ter Filialstcuer muß nach § 1 ber Filialstcucr Verrrdnung abgelehnt werden, weil der Gesuchsteller nicht seinen Wohnsitz hier Lat und das Reste-Geschäft, das er hier betreibt, nur als Filiale angesehen werden Tann.
Sport,
** Andern diesjährigen Deutsch-Akademischen Olympia, das unter überaus zahlreicher Beteiligung aller deutscher Universitäten in den Tagen vom 16. bis 19. Oktober in Leipzig abgehalten wurde, beteiligten sich auch zum ersten Male Angehörige der Ludoviciana, und zwar mit gutem Erfolge. Im Zwölftampf konnte stud. Schulte mit 73'4 Punk- eine Lobende Erwähnung" erhalten. In ber Hochschul meister- Ichaft im Weitfprung placierte sich canb. hist. Clarins (Mcman- nia) auf dem dritten Platze mit 6,30 Metern hinter dem deutschem Meister Weinstein. Am besten schnitten wohl bic Schwimmann- schaften der Gießener Universität ab. Im Tcllertauchen errang sind. mcb. D a hl haus den ersten Preis: im Streckentauchen erreichte stud. phil. Walter ^Alemannia) mit 60 Metern bic höchste Leistung. Um die deutsche Hochschulmeisterschaftsstafette im Schwimmen über 400 Meter loier mal 100 Meter, um den „von Schenken- dors-Ehrenschilb" kämpften dje Mannschaften der Universitäten Berlin, Leipzig, Gießen, Jena und ber Hochschule Stutt> gart; sie gestaltete fid) zu einem harten Zkampfe zwischen Stuttgart unb Gießen al ter, Dalhaus , Treibmann Dietrich), das bis 350 Metern die Führung hatte unb schließ iick) im Endkampfe um nur % Sekunden geschlagen wurde Die Gießener Mannschaft erhielt vier silberne Plaketten.
vermischtes.
* Eisenbahnunglück infolge Sturms. Aus W a l-- b c n b u t g_, 23. Oktober, wird gemeldet: Auf dem hiesigen Güler-- bahnhos löste sich infolge des Sturmes ein leerer Kohlenwagen los, ber auf der Strecke Waldenburg—Altwasser entlang getrieben wurde. Bei dem Bahnübergang Neiiwcißstein kam ein elektrischer Wagenzug mit Arbeitern über das Staatsbabngleis. Ter Leerwagen s^hr in die beiden W/igen hinein und zertrüminerte diese. Vierzehn Arbeiter wurden mehr oder weniger schwer verletzt
* Der neue Karlsruher Bahn Hof. (Heftern früh zwischen 2 und 3 Uhr bat die Ueberleitung des gesamten Eisenbahnverkehrs vom alten Bahnhof nach dem neuen Karlsruher Bahnhof ohne besondere Feierlichkeiten stattgefunden. Damit beginnt für die Residenzstadt eine neue Epoche. Ter alte Bahnhof, von Weinbrenner erbaut, der 70Jahre in Benutzung gewesen ist, wird vorerst erhalten bleiben. Tie Bevölkerung nahm an der Inbetriebnahme des neuen Personenbahnhofes, durch den das Stadtbild von Karlsruhe grundlegende Aenderungen erfahren wird, lebhaftesten Anteil.
* Ter 'Dl a n n i in schwarzen Trikot. Leit 25 Jahren iorschte die Pariser Polizei nach einem Individnum, das von verschiedenen Pariser Hotels sowohl, als auch von Polizeiftationen in i'nd außerhalb Frankreichs als gefährlicher Hoteldieb signalisiert worben ist. Niemals gelang c5. des ManneS habhaft zn weiden. Ein Zufall führte nun zur Verhaftung be§ gefährlichen Einbrechers. Em höherer Polizeibeamter erfuhr, daß der langgeinchte Gauner unter dem Namen Leivanl in einem großen Holet in der Näh« bes Panser Nordbahnho'S abgcfliegen sei. Ein Sicherbeitsinsveklor bezog darauf ein neben der Wohnung des Leivant gelegenes Zimmer im selben Holet und beobachtete ben Fremden. In der Nacht zum Sonntag ging plötzlich die Tür seines Zimmer« auf, in bem der Impektor auf der Lauer lag. Der Eindringling tastete stch nach dem Bett. Nun warf sich ber Kommissar auf den Feinden und auf seine Rufe eilten zwei roeitcie -icherbeikS- beanitc herbei, die sich in einem dritten Zimmer bereit gehalten batten. Man drehte daS Licht an und sah nun, daß man einen Tlanii gefaßt hatte, der von oben nach unten in ein Schwarzfeide- ivifot gekleidet war. Tie größte Ueberraschung gab es aber, atS inan die Identität dcS Verba toten feststellte. Der würdige Herr tm weinen Bart heißt Thaust, ist 52 Jahre alt. gebürtig au5 Tlar- ciUc, Ritter der Ehienlegion, angesehener Burger und JRlubmit- aheb, der mit Frau und fünf Kindern im Bois de Eolombes bei 'l'ariö eine elegante Villa bewohnt. Sein Diebeshaudwerk war! naeff dem Aufwand, ben er trieb, 40—50 000 Mark ab.
Kleine Taqeschronik.
Wie aus Newhork gefabelt wirb, schlug ein Blitzstrahl in das 6. Kavallerie-Regiment, bas sich auf bem Marsche zwischen ^exas Cityunb Galveston befand. Drei Mann unb verschiedene Pferde wurden getötet.
In einer Bürgerfckaftssitzung in Hamburg, die vier Stun- den wähtte, wurde die Beratung der Universitätsvorlage, die das Haus bereits in drei Sitzungen beschäftigt hat, nicht zu Ende geführt. Die Abstimmung dürfte am nächsten Mittwoch erfolgen.
UnivcrfitäfstTIad^ridifeit.
Ter bekannte Chirurg Professor Lueas-Ehampion- nie re in Pvrrs starb am Mittwoch abenb infolge rined Handschlages in der Bibliothek des Jnstttuts, als er mehreren Mitglie- bern der Akademie der Wissenschaften seinen Vortrag über vorgeschichtliche Schädel-Trepanation vorlas, den er in der bevorstehenden Festsitzung der fünf Akademien halten wollte.


