Ausgabe 
22.4.1913 Zweites Blatt
 
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AVsicht, uns zu größeren Ausgaben für unser Heer zu zwingen und Uns so beit Ausbau der Flotte zu erschweren.

An diese drei Berichte schloß sich eine längere Aussprüche, bei der vor alle?? Dingen die Ueberzeugung zum Ausdruck kam, daß nach wie vor unser Platz, an Oesterreichs Seite sei. Folgende Entschließung wurde angenommen:

Der Gesanttvorftano des Alldeutschen Verbandes dankt der Regierung für die Einbringung der Wehrvorlage, in der er den Ausdruck des entschlossenen Willens erblickt, die äußere Sicher­heit unseres Vaterlandes allen Möglichkeiten gegenüber zu ge­währleisten: er spricht die Erwartung aus, daß die bürgerlichen Parteien des Reichstags die Vorlage rasch und ungekürzt erledigen.

Der Vorstand hält den Zeitpunkt für gekommen, wo auch für die Veteranen aus de?? großen Kriege?? endlich in einer Weise gesorgt werden soll, die den Notleidenden unter ihnen die verdiente Hilfe verschafft: er geht dabei von der Ueberzeugung aus, daß jetzt, wo gewaltige Mittel für die Heeresverstärkung verlangt werden, der verhältnismäßig geringfügige Betrag zur Verfügung stehen müß, der eine alte Ehrenschuld des Reiches cinlöst.

Der Vorstand hält es auch für geboten, auf das Mißverhält­nis hinzuweisen, das inbezug auf die Rüstung des Deutschen Reiches und der verbündeten österreichisch-ungarischen Monarchie besteht: er betont, daß deren Bevölkerung nicht annähernd die Opfer bringt, die den? Volk im Reiche zugennrtet werden, und hält es bei den großen Vorteilen, die das Bündnis gerade für Oesterreich-Ungar?: hat, für berechtigt, daß unsere Oeffentlich- keit den weiteren Ausbau der österreichischen und ungarisMn Wehrmacht erwartet; die Volksgenossen in Oesterreich bittet der Alldeutsche Verband, nachdrücklich für eine rasche und ausgiebige Hecresverstärkung in ihrem Vaterlande einzutreten.

An vierter Stelle sprach Geh. Hofrat Dr. Rolfs-München über

Deutsche Kampffpkele.

Der Redner führte aus:

Der Gedanke, durch, die Pflege der Körperzucht, unser Volks­tum zu kräftigen, hat seinen Ursprung in den Freiheitskriegen. Er ist aber erst auf dem Wege? über das Ausland wieder bei uns lebendig geworden, indein Frankreich nach 1870 ihn aufgrisf, wie er durch Gutsimits und Jahn in der Zeit nach Jena in Preußen lebendig geworden war. In Frankreich rief Herr von Coubertin, nach)em er sich mit den Methoden der Körperzucht in Europa und Amerika vertraut gemacht hatte, 1894 die inter­nationalen Olympien ins Leben. Sie beruhen, dem volkswirt- schaftlichen Aufbau und der Eigenart des französischen Volkes entsprechend, auf der Pflege der Körperzucht mehr nach sport- lrchen, denn nach turnerischen Gesichtspunkten hin. In demselben Fahre, in dem Herr vor: Coubertin das alte, griechisch durchaus nationale Fest ins international Französische übersetzte, wies der Preisträger eines vom Zentralausschuß für Volks- und Jugcnd- spiele veranstalteten Preisausschreibens, Oberlehrer Dr. Witte in Braunschweig, darauf hin, daß nicht internationale, sondern nationale Olympien für unser Volk notwendig seien. Dies ist der Ursprung einer Bewegung, die im letzte?: Jahrfünft des ver­gangenen Jahrhunderts unter dem Namen ,.Deutsche National­se,te" derartige nationale Olympien für Deutschland schaffen wollte. I?: der richtige?: Erkenntnis von dem Werste solcher vaterländischen Kampfspiele für das gesamte Deutschtum trat sofort der Alldeutsche Verband mit aller Kraft dafür ein.

Nach dem Scheiter?: der Deutsche?: Nationalfeste, das insbe­sondere der Kürze der Zeit, dem Mangel art Mitteln und den: Fehlen einer praktischen Unterlage zuzuschreiben ist, ist von mir der Gedanke iit praktischerer Form jetzt wieder aufgcgriffeit mor­de??, ich bin damit nicht eher a?: die Oeffentlichkeit getreten, als bis die Grundlage?? der Durchführung vollkommen gesichert ioare??. Am 23. Februar 1913 ist in Leipzig derDeutsche Kamofspiel- Dund" gegründet worden, der in Verbindung mit den Anlagen des Deutschen Patriotenbundes die Deutsche?: Kampfspiele ins Lebe?? rufen wird unt> ii? Aussicht nimmt, sie. zun? erste??mal in? Jahre 1920 zur 50jährigcn Wiederkehr der glorreiche?? Fahre 70/71 zu begehe??. Der deutsche K'ampssvielbund hat sich die Aufgabe gestellt, Leipzig zu?n Mittelpunkt aller der erwähnte?? Be- strebunge?? zur Kräftigung unseres Volkstu?ns auszugeftalte?? und wird für jede Hilfe dankbar sein, die ihm vom Alldeutsche?: Ver­band geleistet wird, der seine?n ganzen Wesen nach zur Mitarbeit berufe?: erscheint.

Der Vorsitzende empfahl der Versammlung tatkräftigste Unter­stützung der deutschen Kampsspiele. Der nächste Berbandstag soll iit der erste?: Septemberwoche in Br e s l a u statt find en.

Die Nieder-Rodauer Genossenschastrkrise.

bs. Darmstadt, 21. April.

Der heutige Sitzungstag begann mit der Vernehmung eines Darmstädter Arztes, dessen verstorbener Vater vor Fahre?: von Isaak Pfandbriefe der Landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaft zu 99 kaufte. Tast Isaak eine betrügerische Absicht dabei bekundet habe, glaubt der Zeuge nicht.

Ein anderer Zeuge, August Haller, war Bankbeamter bei der. Landwirtschaftliche?: Kreditgesellschrst und später Direktor der Liegatrschasten-Ges'ellschäft", die mir der Vcrwaltungs- und Ver- irwrtmrgsgescllschaft _im' Zusammenhang steht. Ter Zeuge ?viro eingehend über die Transaktionen der Landw. Kreditbank befrag:. Seine Aussührunge?: sind aber rein banktechnischer Art. Als die Landw. Kreditbank in Zählungsschrvierigkeiten geriet, sei Isaak beauftragt worden, Pfandbriefe dieser Bank abzusetzr??. Aus die Frage, warum sich den?: die Bank zur Versilberung ihrer Werte eines Isaak" bediente, antwortete der Zeuge, daß die Bank unmöglich auf eigene Faust ihre Pfandbriese an bei: Mann bringen konnte, um aus Zahlungsschwierigkeiten herauszukommen: das hätte das Älusehen der Bank noch mehr verschstcchtcrt, als es

Bauten gehört. Für zwei Mark erlebt mai: die Verbrüdenrngs- szene zweier alter Recke?: in einer Landschaft, mit Adler und strahleicder Son?:e. Tie Worte:Seid einig, einig, einig" sind Gratisbeigabe. Für drei Mark bekommt ma?: das Kaiser-Wilhelm- Denkmal in Berlin von Begas. Und für fünf Mark endlich sieht Man, wie unser jetziger Kaiser den Reichstag eröffnet mit den Worten:Ein Reich ein Volk ei?: Gott!"

Wer hat das Fleischextrakt erfunden? All­gemein liest man, das Fleischextrakt sei eine Erfindung des Justus von Liebig, nach bem1 Prometheus zu Unrecht, denn die Idee soll scho?: fast 200 Fahre alt sein. In den in der Königlichen Biblio­thek zu Hannover ausbewahrten Manuskripte?: militärische?: In­halts aus der Feder des Uuiversalgelehrte?: Leibnitz finde?: sich die fogena?mtCT? Utrechter Denkschriften, die Leibnitz zwei Jahre vor seinen: Tode, also 1714, niederschrieb. In einem ihrer Abschnitte erörterte er die Mittel, die Truppe?: auf la?:gen Märschen und bei großen Anstreugungc?: dauernd u?:d leich: zw erhalten. Vor allen? solle mar: sichdes Extraktes aus Fleisch bedienen, desse?? Cornpositivn mir bekannt ist". Ms Erfinder bezeichnet er sich also nicht u?:d mir dürfen bi cf en wohl in der Pefton. des unglück- lickzeu Erfinders der Tampfnmschine, Danis Papin, vermute?:, der ??? seinem 1681 erfuftbenen Tampskochtopf ein bequemes Mittel batte, Da>3 Fleisch zu extrahieren. An einer cuwern Stelle berichtet Le?b?utz uns ja auch von den fi'mtferüen, deren Bereitung Papin erfand. Pap??? bereitete in seinem DampflochtopfKraft-Compv- fttionesf, b. h. Konserve?:durch Ausloclwn und ??achherige?? luft­dichte?: Verschluß". Auch war ihm die Nützlichkeit des Sclnvefelns zur Haltbarmachung der Konserven wohl bekannt. Leibnitz cmp- fahl 1714 tue ihm von Papin bereits u?n 1685 mitget eilte Methode ^iir Berechuia von Konserven besonders zur Verpflegung der Truppe?: im Felde.

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Ehr: st ? a?? ? a , 19. Apr?l, nnrd gemeldet:Tidens Tegn" meldet aus Spitzbergen, daß gestern abend in per Mvcntbai zwei Ma?:n mit fünf ?)i\*??ntieren cintraien. Sie sind von der Hilfsexpeditioi: für Schrvder-Stranz zunickgekehrt. Ter Sturn: der letzten Tage hat dos Eis auf dem Fjord aufgebrochen. Jetzt herrscht bis zur Adventbai klares Wetter Green Harbour ist im Umkreis voi? einigen KilometÜM eisfrei. TieHerllw" ist wegen Sturmes und Eishindernisse zurückgelehrt.

auf Grund ei?rer Zeitungsnotiz so wie so schon gesunken luar.

Ms irächster Zeuge wird Sparkassenrech?rer Regel aus Reiu- hei?n veruommen. Tie Reinheimer Sparkasse hat einen Kauf­brief in Höhe von 69 000 Mark von Nieder-Ästodau übernommen, der, wie sich je$ herausstellte, von Aham 'mit drei Unterschriften gefälscht mürbe.

~ . Ein anberer Zeuge ist der Friseur Schnellbacher, der Teilnehmer an einem Seistgelage war, das im Kölner Hof zu Tarntstadt veranstaltet wurde. Aus die Frage des Zeugen an Adam, wer das denn bezahle, erhielt er zur Antwort: das roerbc er (Adami schon besorgen.

_ Der Glasermeister Philipp Hotz, traf einmal in dem Darm­städter Restaurant .Loreley" Pallrnünn, Nikolaus Roth, Adam ?nw Roßmann. Er mar Zeuge, wie Pallmann zu Roth sagte: We?ßt du Nikolaus, mir haben morgen einen schiveren. Tag, die beide?: Herren hier f gemeint sind Man: und Roßmann) lu erben wieder einmal querschreiben müssen. Adam mrd Ros;rnann haben dan?: Blankowechsel uMerschrieben. Aus die Bemerkung Admns, das die Zahle?? ja noch fehlten, habe Pallma??n gesagt:Die werde ich morgen selber einsetzen." Ter Zeuge hat den Ausdruck Arme Ni^er-Modauer Kasse" gebraucht.

Ein anderer Zeuge ist der frühere Sparkassemechner Volz aus Groß-Bieberau. 9luch seine Kasse ist an der Verwaltungs- unb Verwertungs-Gesellsck-ast mit 30 000 Mark beteiligt. Zu Ihrig habe man ei?? unbeschränktes Vertraue?? gehabt. Gegen diese?? Zeuge?? ist airch ein Straioerfahre.: anhängig, da sich i?? Groß?-Bieberau Fehlbeträge in Höhe von insgesamt 132 000 Mk. herausgestellt habe??. Der Zeuge hat sich ci?m?al in seiner Be­drängnis ä?? den Generalsekretär Haas um Rat gewandt, der ihm aber nichts anderes sage?? .konnte als:Tann macht doch Banke­rott". Ter Angeklagte Ihrig legt eingeheiw die Geschäftsver- binbung dar, die die Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank mit der Sparkasse in Grost-Bieberau Ijatte. .

Gin weiterer Zeuge, der Malermeister Weigert, mürbe hoi? bem Bautonsortiurn Isaak, Pallma??n und Roth als Stroh­mann benutzt. Weigert bekennt offen, diese Rolle gespielt zu haben.

Ms letzter Zeuge mirb der Inhaber eines Inkassogeschäftes ?n Darmstadt, Gebhardt, heute vernommen. Der Zeuge er- steiaerie einmal in? Auftrage seines früheren Chefs, des ebe­inah gen Rechtsanwalts Siegel, ei?? Haus, das ein? Zeitlang aus seinem Namen sta??p. Besondere Angaben aber macht der Zeuge nicht.

Schluß der heutige?? Sitzung 1 »2 Uhr. Fortsetzung morge?? vormittag 8hz Uhr.

Aus Stadt LaE

Gieße?:, 22. April 1913.

Zur Genoffenschaftökrifis wird uns von: Verband der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften geschrieben:

Zur Richtigstellung falscher Ansichte?? und Früchte über die Folge?? der Krisis der Landw. Genossenschaftsbank sei folgendes bemerkt:

,Die Spareinleger oder sonstigen Gläubiger einer Ge­nossenschaft, die Aktien der Landw. Genossenschaftsbank be­sitzt, 'können Mr Schuldendeckung der Landw. Genossen- schaftsbank oder ihrer Schuldnergenossenschaft nicht heran- gezpigen werden. Ihnen haftet für ihre Forderung an die l^enossenschaft deren gesamtes Ver?nögen, das ist die Be- tzriebSrücklage, der Reservefoirds und die Geschäftsguthaben der Genossen sowie i?n Falle eines Konkurses der Genossen­schaft das gesamte pfändbare Vermögen alter Mitglieder der Schutdnergenossenschaft. .Hat z. B. eine Genossenschaft drei Aktie?: zu je 1000 Mk. und 10 000 Mk. Guthaben bei der Landw. Genoffenschaftsbank, so kam? die Genossenschaft bei einer Unterbilanü der Landw. ^Genossenschaftsbank ihre drei Mtien ---- 3000 Mk. und aUerschlrmmsten Falles, wenn die Aktive?? der Bank gar nichts wert sei?? jollten, das Guthaben boi? 10 OCX) Mk. verlieren. Diese Verluste der Genossensaft berühren die 'Spareinleger ?:icht. Sie habe?? weder für die Verluste der Bank noch ihrer Schuldner­genossenschaft fii? haften, ihre Forderunge?? gegen die Ge­nossenschaft bleiben unberührt; für sie hasten nach nüe vor das eigene Vermöge?? der Genossenschaft und in? Falle eines Konkurses dieser das gesa?nte pfändbare Vermöge?? aller einzelne?? Mitglieder. Tie Sparei??toger können nur dan?? Verluste a?i ihren Forderungen erleide??, wen?? sie sämtlich, oder ein großer Teil von ihnen, auf einmal oder in kurzer Frist ihre Spareinlagen bei der Genossen­schaft kündigen und es dieser hierdurch unmöglich machen, das zur ^Mckzahlung erforderliche Geld zu beschaffen. Es tritt dann für die Genossenschaft Zahlungsunfähigteit ei?? und diese bedi??gt, falls sie nicht behöbe?? nxrbei? kann, die Eröffnung des Konkurses über das Vermöge?? der vGe- nossenschaft. Im Konluifte bekommen die Spareinleger vo?n Tage der Konlurseröffnung a?? keine Zinse?? mehr für ihre Guthaben, sie können sie nicht mehr ab heben und laufe?? Gefahr, unter Umstände?? Verluste an ihren Forderungen zu erleiden. Es empfiehlt sich desliach für die Spareinleger und Gläubiger einer jede?? Genossenschaft, durch unüberlegte Kütrdigungei? ihrer Forderungen die Genosse??s^aft nicht in eine schwierige Lage zu bringen, sonder?? Ruhe zu be­wahren und der Genossenschaft die erforderlichen Betriebs­mittel zu belassen.

*

* Vergebung vor? Dachdeckerarbeiten. Die Baudeputation hatte eine Dachdeckerarbeit, auf die drei Meister ein gleich hohes Angebot abgegeben hatten, diesen drei Ge­schäftsleute?? genicinian? die Arbeit übertragen. Man erfuhr aber, daß die Dachdecker einen Ring geschlossen batten und 20 Prozent mehr verlangten rvie ein anderer Meister, der aber durch das Los sich um die Arbeit nicht bewerbe?? konnte. Die Stadtverordnete»? beschlösse?? deshalb, be?n Vorschlag der Baudeputation ??icht beizutreten.

Landkreis Giesten.

h. Garbenteich, 20. April. Tie hiesige, 179 Mit­glieder zählende. Spar- und Da r l e h n s ka s s e e G m. u. H. hielt gestern abeub ihre stark besuchte .Hauptver­sammlung ab. Lehrer Weisel, der seit 14 Jahren Rechner ist, schilderte die Ursachen und de?? Sta??d der Krisis in? hessische?? Genojfenschastswese??, unterzog dabei die Vor gänge ii? verschiedene?? Sparkassen der Umgebung einer Beleuchtu??g und wies a?? der Hand der diesjährigen Bilanz, die die Verteilung einer 6proz. Dividende gestattet, nach', daß solche Zustände i?? unserer Kasse ausgeschlossen sind.' Die Kasse beschränkt sich nur auf die örtliche Kreditgewäh­rung, beleiht 5)ypotheken mir mit 50, in? aklergünstigsten Falle mit 60 Proz. der ortsgerichtliche?? Taxe, gewährt geger? Bürgschaft nur einen Kredit bis zu 200Ö Mark und hält sich Doi? Wechselgeschäftei? fern. Die Uebersicht über den Betrieb kann also nicht verloren gehe?? und die un­beschränkte Haftpflicht birgt unter diesen Umständen keine Gefahr. Durch die Vorgäncfe in der landw. Genossenschafts­bank gewitzigt, wird die Kasse beim Anschluß an eine neue Geldausgleichstelle mit größter Vorsicht zu Werke gehen. Die Stillegung der "Darmstädter Bank nrirö die Kasse kaum be-rühren. Ein allenfaNs entstehender kleiner Verlust ist durch die zur Verfügung stehenden Reserven mehrfach ae deckt. Ter Vorfitzende des Aufsichtsrates, Jak Briegel H dankte dem Redner für seine klare?? Ausführungen und

forderte die Genossen auf, auch fernerhin der Kasse Treue zu halten.

Kreis Büdingen.

4- Nidda, 20. April. Gestern siedelte Forstmeister i. P. E. Ha llwach s von hier nach Darmstadt über, um seine?? Lebensabend ii? seiner Vaterstadt zu verleben. Er war 28 Jahre lang Oberförster in Nidda und erfreute sich crll- gemein großer Beliebtheit.

X Lorbach, 21. April. Gelegentlich einer Tanz­belustigung kam es gestern hier zwischen zwei Burschen z?: Ztreiti gleiten, in deren Verlauf der eine seinen? Gegner das Bierglas gegen das Kinn stieß, daß es in Stücke brach. Der Getroffene mußte alsbald ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und die erhaltenen Verw?lndungen nähen lassen.

Starkenburg und Rheinhessen.

d. Mainz, 21. April. Am Freitag wurde auf der Hauptpost eine Posteinzahlung von 2 Marck an einen ge­wisse?? Riege, Gärtnergasse 16 woh??haft, aufgegeben. Der Geldbriefträger Adam, der an? Freitag nachmittag i?? diesem Bezirke die Bestellu??ge?? vornah?n, hatte 3000 Mk. in seiner Geldtasche und begab sich zuerst in das Haus in der Gärtnergasse. Da ihm der Riege unbekannt war, frug er i?? dem Laden die Fra?: des Gemüsehä??dlers Stolzi", wo der Adressat wohne. Die Fra:: erklärte, daß der Man?? erst vor einigen Stunden bei ihr i?n ersten Stock ein Zimmer gemietet habe. Die Frau holte Riege herunter. Dort zahlte der Postbote dem R. dm? Betrag aus. Der E???pfänger entfernte sich nach Empfang des tz^eldes aus der Wohnung. Ei??e?? Handloffer ließ er zurück. Frau Stolzi schöpfte Ver­dacht und benachrichtigte die Polizei. In dem .Haudtöffer befa??d sich nur ein schwerer Hammer. Tie Polizei Dermutet, daß der Unbekannte die Geldsendung selbst au sich aufgegeben hat, um eine Beraubung des Geldbriefträgers vorzunehmen und daß dies dadurch vereitelt wurde, daß die Frau ihn in den Laden rief. Als Absender war auf der Posteinzahlungslärte der Nan?eRiege", Steingasse, an­gegeben. In der ©teinigaffe wohnt aber kein Riege.

Hessen-Nassau.

h. Fr an kfn r t a. M., 21. April. Die Fleischerinnung hat die Preise für Schweinefleisch, Schmalz und alle Wurstsorte?? jetzt um 10 Pfennig für das Pfund erniedrigt.

veremrnachrictzten.

co "T ^ouographie. Bei der Frühjahrsverfammlu«g des Bezrrls G:eßen in L:ch wurden tm?? den? lftesigcn Gabelsberger Stcnographen-Berei?? nachstehende Preise errungen. 6 0 S ?'l b e i?: Öd). Künkel, Ber. 1861, 1. und Ehrenpreis; Anna Melior, Damen.-V., 1. und Ehrenpreis: Christian Kaiser, Ges., 1. Preis - Emmy Frees, Damen-V., 1. Preis; Alb. Ranft, Ges., 1 Preis: Wilh. Marker, Ges., 1. Preis: Loth. Buff, Ges., l. Preis: Hch Wagener, Obercealfch., 1. Preis: Karl Hanm?el, Vcr. 1861, 1. Preis: Karl Herjet, Realgym?, 1. Preis: Hedm. Eckard?, Damen-Ver., 1. Preis: Marg. Eise, Damen-Ver., 1. Preis: An??a Kraus topf, Gef., 1. Preis: Liefet Kliffmüller, Damen-Ver.. 2. Preis: Hch. Gelfebach, Ver. 1861, Z. Preis: Wilh. Schmidt, Ges., 3. Preis: Wilh. Volp, Ver. 1861, 3. Preis; Karl Schneid- mülle?-, Ges., 3. Preis: Gg. So?nmer, Ges., 3. Preis. 80 Silbe??: Friedr. Zimmer, Ver. 1861, 1. ??nd Ehrenpreis' Elfe Schmidt, Damen-Ver., 1. Preis; Louis Wagner, Ver. 1861, 1. Pre?s; Fritz Seibel, Ver. 1861, 1. Preis; Hch. Bosold, Vcr. 1861, 1. Preis; Herrn. Duchardt, Reolgym., 1. Preis; Karl So?nmer, Ges., 1. Preis: Feldwebel Bernhardt, Vcr. 1861, L Pre:s: Karl Sommer, Ges., 1. Preis: Luise Sci7n?idt, Da?nen- Vere??? 1. Preis: Hugo Frees, Rcalgym., 1. Preis: Hnao Ruht, Oberrealschule, 1. Preis; Jak. Schmidt, Vcr. 1861, 1. Preis- Karl Freund, Oberrealsch, 1. Preis; Karl Kuhl, Vcr. 1861' 2. Preis: Wrlh. Blank, Ver. 1861, 2. Preis; Karl Rödcr, Ver. 1861, 2. Preis; Unteroffizier Heß, Ver. 1861, 2. Preft' - Paul Breuning, Realgym., 2. Preis: Friedr. Rödcr, Gcf-, 2. Preis: Gg. Häuser, Ges., 3. Preis: Gg. tzftünig, Ver. 1861, 3. Preis. 100 Silben: Gust. Horeyseck, Ver- 1861, 1. und Ehrenpreis: Heim. Jakob Müller, Vcr. 1861, 1. und Ehrenpreis: Wilh. Schlem?n, Schift.-B., O.-Realschule, 1. Preis- Toni Finkernaael, Damen-Ver., 1. Preis: Wilh. Deibel, Ver. 1861, 1. Preis: Unteroffizier Vondran, Ver. 1861, 1. Preis - Ludm. Schultheiß, Ver. 1861, 1. Preis: Aug. Kling, Ver. 1861, 1. Prcrs;). Westecker, Ver. 1861, 1. Preis: Karl Aff, Ver. 1861, 1. Preis; Willy Werner, Vcr. 1861, 1. Preis; Aug. fiebert, Vor. 1861, 1. Preis; Hch. Engelbacb, 93er. 1861, 1. Preis: Karl Müller, Ver. 1861, 2. Preis; Phil. Heinr. Müller, Ber. 1861, 2. Preis: Sergeant Münch, Ver. 1861 2. Preis; Friedr. Schomber, Ver. 1861, 2. Preis: Mart. Korn- dörfer, Ber. 1861, 2. Preis: Ludw. Sch?nidt, Realgym., 2. Preis: Fritz Weiß, Ges., 3. Preis. 12 0 Silben: Else Frees, Damen-Ver., 1. und Ehrenpreis; WUh. Pcppler, Ges., 1. und Ehrenpreis: Edrrmd Rademacher, Ver. 1861, 1. Preis: Friedr. Krauskopf, Ges., 1. Preis. 14 0 Silben: Alnän Wolff, Ver. 1861, 1. und Ehrenpreis: Luise Wink, Damen-Ver., 1. und Ehrenpreis; Lina 9)rasch, Ges., 1. und Ehrenpreis: Ottilie Schmidt, Damen-Bcr., 2. Preis: Will). Straud), Ver. 1861, 2. Preis: Max Sadolvski, Schüler-Vir. Realschule, 2. Preis: Karl Mandler, Ve?'. 1861, 3. Preis: Karl Langsdorf, Ver. 1861, 3. Preis; Fritz Schlicphake, Realgym., 3. Preis; Ludm. Kraen?er. Realgym., 3. Preis. 160 Silben: Herrn. Buff, 9lkad.-Ver., 1. und Ehre?rpreis; Mb. Leonhard, Realgym., 1. und Ehrenpreis. 180 Silben: G. Göttclmann, Ver. 1861, 1. und Ehren­preis; Mart. Jung, Ges., 1. und Ehrenpreis: H. Sd?midt, Ges., 1. Preis: Stent. Scheer, Ges., 1. Preis: Hugo Wallenfels. Schüler-Ve?-., 2. Preis. 200 Silben: Otto Trapp, Gym, 1. und Ehrenpreis; Lina Karnbach, Damen-Ver., 1. und Ehren­preis: Andr. Reining, Ver. 1861, 1. Preis; Alex Katnbacb, Ve?'. 1861, 1. Preis; Wilh. Weller, Realgym., 3. Preis. 240 Silben: Jul. Klipstein, Ges., 1. und Ehrenpreis des Fürsten Karl von Solms-Hohensolms Lick. 26 0 Silben: Louis Lenz, Ges., 1. und Ehrenpreis der Stadt Lich. Fcst- Vortrag: Jul. Klipstein, Ges., 1. Preis außer Konkurreirz.

Bad-Nauheim, 21. April. Einen schönen Erfolg er­zielte der Stenographen vere? ?? auf dem Bezirkswett-- schreibc?? Gabelsbergerscher Stenographie zu Lich. Von 22 Teil- ??ehme?m mangen 18 Preise, darunter 4 Ehrenpreise und viele erste Preise. Unter den Preisträgern befanden sich auch 5 Volks­schüler, die an dem seit dem Winter a?? der Stadtschule eingeführten fakultativen Unterricht in der Ste?wgraphie teilgerrommei? haben; zwei der Bolksschüler erhielte?? Ehrenpreise.

Gießener Strafkammer.

Gießen, den 18. April. Diebstahl vor? Zinkabfällcn.

Tn- vielfach porbeftrafte Arbeiter P. V. von Ober-Mövlerr ftand wegen Rückfalldiebstahls vor der Strafka?n?ner. Er hatte a??, dem Erweiterungsbau des Parkhotcls in Bad-Nauheim Zink­abfälle im Werte vor? 2 Mk. aufgelefe?? ??i?b sic, obwohl ihm von dem Bauführer das Mitnehmen ausdrücklich untersagt morden mar, in seinen Sack gesteckt u??d f?d) damit entfernt. Das Ge- rid>t berücksichtigte den geringen Wert der Abfälle und die An­getrunkenheit des Angettagten u?tb verurteilte ihn zu 5 Monaten Gefängnis.

Unehrlicher Mieter.

Tex Heizer F. L. in Steinfurth hat dort Jahre lang bei der Witnre W. gerrwhnt r?i?d ist tzu ihr ??? näUrc Beziehungen getreten. Ans diesem Grund ivill er sich für berechnet gehalte?? haben, ihr Geld ai?z??greifen. In zlvei Fälle?? ha: er im Vorverfahren bei? Diebstahl von einmal 10 Mk. und dann von 16 Mk. za-