tSr „Stobra" wandte sich inzwischen abermals an den Hafenkapitän und ersuchte um die Erlaubnis, nach Fiume abzudampsen. Der Hasenkapitän gab die Erlaubnis, doch mußte Blazch eine in serbischer Sprache abgefaßte Erklärung unterschreiben, dcrzufolge ihm in San Giovanni di Mcdua keinerlei Un gerechtigkeit widerfahren und er ganz unbehelligt geblieben sei! Raum war der Erlaubnisschein ausgefertigt, da erschien der Platzkommandant, ein Montenegriner, und nahm den Erlaubnisschein zu sich und verweigerte dessen Herausgabe. Jetzt machte Blaich kurzen Prozeß, ging aus sein Schiff und machte der ganzen Sache dadurch ein Ende, daß er mit Volldampf nach Atuntc abdampfte. Die Dokumente über den Zwischenfall wurden dem ungarischen Handelsministerium und dem Ministerium des Aeußeren zum weiteren Verfahren übermittelt.
Die „Neue Freie Presse" meldet: Nach Meldungen kirchlicher Kreise vollzog sich die Ermordung des Franziskaner-Paters Angelos Palic am 7. März in Tjakowa folgendermaßen:
Palic, der von Geburt Albanese ist und 43 Jahre alt war, erfreute sich großer Beliebtheit. An den, genannten Tage vereinigten sich in Djakowa und Umgebung serbische und monte negrinische Soldaten mit fanatischen orthodoxen Geistlichen, um die Bevölkerung gewaltsam zum lieber tritt zum orthodoxen Glauben zu zwingen 300 Personen, Männer, Frauen und Binder, darunter Pater Palic, wurden mit Stricken geses.se lt und unter Todesdrohungen zum Uebcrtritt aufgefordert. Ein orthodoxer Priester zeigte auf die Soldaten, welche mit ihren Gewehren bereit standen, und sagte: „Entweder ihr unterschreibt, daß ihr übertretet, oocr die militärischen (bottesstreiter werden eure Seele in die Hölle befördern." Äic Gefangenen unterschrieben Als letzter kam Palic: er war der Einzige, der sich ruhig und würdevoll weigerte Trotz dreimaliger Aufforderung beharrte er bei seiner Weigerung. Nun fielen auf einen Wink des orthodoxen. Popen die Soldaten über ihn her, rissen die geistlichen Gewänder von seinem Körper und begannen mit ihren Gewehrkolben auf ihn einzu schlagen. Palic stürzte mit mehreren Knochen und Rivvenbrüchen zu Boden. Darauf richtete man an den 2cl)werverletzten abermals die Frage, ob er nun unterschreiben wolle. Palic antwortete: „Nein! Ich verlasse meinen Glauben nicht." Er erhielt neuerlich zahlreiche Kolbenschläge, .bis ein Baionettstich durch die Lunge feinem Leben ein, Ende bereitete.
Bon Rom werden dem Andenken des Priesters große Ehrungen bereitet. Die zum Ucbcrtritt gezwungenen Albanesen werden nach dem Eintritt geordneter BerhÄtnisfe in Albanien Absolution von der auf dem Ucbcrtritt lastenden Exkommunikation erhalten.
Tic ablehnende Antwort Montenegros.
Wien, 21. März. Wie die „Neue Freie Presse" von maßgebender Seite erfährt, hat die montenegrinische Regierung auf die Demarche Oesterreich-Ungarns betreffend die Untersuchung im Falle Palitsch, ferner betreffend die Beschießung von Skutari und die Bestrafung der Schuldigen in der Angelegenheit des Dampfers „Stobra" eine ablehnende Antwort erteilt. Ter Schritt in Eetinje ist von Oesterreich-Ungarn allein unternommen worden, doch steht die Monarchie mit Italien in ununterbrochenem Gedankenaustausch Der österreichisch- ungarische Gesandte Frhr. v. Giesl begab sich auf seinen Posten nach Eetinje In allernäcl>stcr Zeit ist ein weiterer Schritt Oesterreich-Ungarns zu erwarten. Wie die „Neue Freie Presse" erfährt, wird Oestcrrcich-Ungaru in Eetinje eine b ef r"i stet e Note überreichen lassen.
ßu dem Schritte Oesterreich-Ungarns in Eetinje betont das „9?cue Wiener Tagblatt": Es könne hier von einer „Prestigepolitik" keine Rede sein, sondern es handle sich neben der Forderung um Genugtuung für San Giovanni di Medua um die im Namen der Humanität unternommene Rettungsaktion für die durch das Ausrottungsshstcm bedrohten Bewohner Albaniens und d ie schwer leidende Bevöll'evuiig ^-kittaris. Das Blatt zweifelt nicht barmt, daß der Schritt in Eetinje von Erfolg begleitet sein und die Menschlichkeit siegen wird, ohne daß cs nötig lucrben würde, stärkere Mittel anzuwenden.
Serbische Greneltaten.
Die „Albanische Korrespondenz" erhält aus zuverlässigster albanischer Quelle folgenden Bericht aus Uesküb: In der Uingebung von Uesküb begehen serbische Truppen unb Banden Greueltaten an der B e v ö (f c r n n cj der von ihnen besetzten Gebiete. In hiesigen enropäischeii Kreisen haben insbesondere folgende, verläßlich festgcstelltc Vor fälle Entrüstung erregt: Ende ß-ebrnar laut serbisches Mili- lär in das Dorf Schascharc. Nachdem alle Männer und mnaben d s Dorfes entfernt worden waren, vergewaltigten die Soldaten die Frauen und Mädchen des Torfes Dasselbe Vcrfaheru übten serbische Soldaten im Dorse Letmica, Es sei besonders hervorgehoben, daß sowohl Schasckare als auch Letmica,eine rein slawische unb katholische Bevölkerung haben Achaschare ist eine Ansiedlung von über hun den Familien. In 29 Dörfern des Marabag wurden 280 Gehöfte muselmanischer Albaner n i e d ergeb ran ul. Alle männlichen Einwohner, die nicht die Flucht ergriffen, lvurden getötet. In den Dörfern Trstenik, Scuica, Vrbau, Ngubiua und Giuletar wurden 2 88 Männer getötet In Sefer imtrbe eine alte Frau gern ein f a m mit ihrem katholischen Diener lebendig verbrannt. Das Elend der Bevölkerung ist groß. Im Dorfe Ngubina ist die bis zu dem Grade gestiegen, daß muselmanische Albaner Frauen an die überlebenden Mohammedaner um 400 Piaster als Eigentum und gewissermaßen als Sklavinnen bertmifen. In diesem Dorfe haben die Serben einen Manu, eine alte Frau und zwei Kinder lebend verbrannt. In einem anderen Dorfe wurde einer schwangeren Frau mit einem Bajonett der Bauch aufgeschlitzt und sie in nicht wieder - zitgebenber Weise verstümmelt In Presta erfchoß ein Musel man eine Frau, bereu Mann man weggeführt hatte. Die Serben brannten darauf das ganze Dors, '.10 Gehöfte, nieder Die Grausamkeiten der Serben richten sich in gleicher Weise gegen Mohammedaner unb Katholiken.
Ilm Skutari.
Dic Wiener „Reichspost" meldet aus Skutari: Skutari s o l l st u r m r e i s s e i n. Ein seit drei Tagen währcn- bes Bombardement dauert an Der allgemeine Sturm soll unmittelbar bevorstehen König Nikolaus soll erklärt haben „Entweder ziehe ich als Eroberer in Skutari ein ober ich Celjrc nicht als Lebender nach Eetinje zurück!"
Ein bulgarischer Kriegsbericht.
Sofia, 21 März Der gestrige Tag verlief längs der ganzen Tschataldsctm Linie im allgemeinen ruhig. T ü r kisch c Versuche, da unb dort v o rz u d r i n g e n, nmr den sofort zurückgewi esen. Die Türken erlitten große Verluste Auf Gallipoli und vor A d r i a n o p e l unter hielt die bulgarische Artillerie das Geschützfeuer gegen die feindliche West- und Südsront. — In Bn 1 air eröffnete die bulgarische Artillerie das Feuer gegen eine Kolonne des feindlichen linken Flügels die mir Befestigungsarbeiten auf teil Höhen von iSjamilo beschäftigt war. Die Türtcn
gaben die Verschanzungen preis und zogen sich zurück. Gestern kreuzten türkische Torpedoboote außer - halb der Dardanellen. D-er Geist und der Gesundheitszustand der Truppen an der. Tschataldschalinie ist ausgezeichnet. I
Vor Tschataldscha.
Konstantinopel, 21 März Nach privaten Informationen hat die türkische Flotte durch Geschützfeuer den rechten Flügel der Armee vor Tschataldscha unterstützt, von dem ein Teil durch überlegene bulgarische Streitkräfte an der .'lüfte bei Kadikocj angegriffen worden war. Die Türken sollen die Bulgaren zurückgeschlagen haben.
Konstantinopel, 23. Mürz. Gestern abend sind ungefähr IW Verwundete aus Tschataldscha hier eingetroffen.
Der Siegeszug der Griechen.
Athen, 21. März. Eine Depesche des Generals Dang- lis aus Janina vom 20. März gibt amtlich bekannt: Gestern besetzte die achte Division Tepcle Nachdem dic seiudlichc Artillerie einige Schüsse auf unsere »avalleric abgegeben hatte, erbeuteten wir mehrere Geschütze. Die Tevölkerung empfing unsere Armee mit Begeisterung Tic mohammedanischen Bcvöll.rung mehrerer Dörfer forderten unsere Truppen auf, ihre Ortschaften zu besetzen.
Au- Stadt und Land.
Gießen, 22. März 1913.
Ostereier.
Don Arno Marx.
K-Ä Ostern ist ein Festtag für die Kinder, denn da fegt der Osterhase seine Eier. 21 bet man bars nicht etwa glauben, daß das Fabeltier der Kinder den Brauch des Eierlegens im Frühlinge erst erfände. Wer im Februar durch den nächiliärcn Wald wandert, der lann der Palzaric des Waldkauzes lauschen, der langgedehnt und hob! pfeift, wie eine Gütcrzugslokomoiwc, die Pfiffe zu vollen Trillern reiht, der seufzt und stöhnt, heult und ächzt vor Liebessehnsucht. Noch wenn seine Gattin auf den drei oder vier Eiern rm hohlen Eich staut m brütet, heult unb seufzt der Wald la uz allnächtlich, aber wenn Anfang April die Kleinen nach Futter schreien, seufzt er nicht mehr, dann kommt er vor Arden nicht mehr zum Klagen. Schwermütiger noch als der Waldlauz wird die Woldrohrcuie, ivtnn sie verlnbt ist. Stundenlang sitzt sie auf dem Kiefernaste unb heult dumpf mi—du- ju, bis sie sich aufschwingt, und die Flügel unter dem Leibe zuiimmen- schlägt, daß es klatscht. Kaum hat der Waldkauz Eier in seinem Battmloch.e, legt auch Fran Ohrenle in einem alten Krähenhorste inr Fickrenwipsel. 2er Kalte wegen bleibt sie gleich brüt cito sitzen, wenn das erste Ei gelegt ist, deshalb sind die ttinber auch verschieben groß, unb wenn baS älteste ausstiegt, muß das kleinste noch eine lange ;3eit gefüttert werben.
Anfang März, wenn jeden Morgen noch dic Wiesen mit Reis überzuckert sind, lommi der Spaßmacher unter den Sumpfvögeln, der Kiebitz aus dem Süden zurück. Er fällt auf seiner Heimat l ich en Wiese ein und klagt: wiiwibt, bis er ein Weibchen hat, mit dem er Singspiele üben länn. Da wird er erst richtig hol), ruh: mit, mit, rit, w lägt sämtlich Purzelbäume in der Lust, gaulelt zum Boden. tanzt empor, fliegt wie im Parademarsch mit lafi- mäsigen ölügelid lägen, taumelt gleich danach reckts und links, fliegt gespenster hast leis? nnd gleich daraus wieder mit laut brum wenden Flügeischl jgen. So treibt ers eine Woche um die andere, und man meint, er dächte nicht an Kindersorgen, da hat er ans einmal Junge, weis der Himmel, woher. Dock nein, nicht nur der Himmel, auch die Eierfuchcr wissen, wo sie hergefontnten sind und in Dciiwtessengcsä ästen kann man die Früchte ihres Sammel eifert? erblicken. Bekannt ists, daß Bismarck stets an feinem Geburtstage am ersten April mit 101 Kiebitzeiern erfreut wurde. Jetzt scheint das Geschäft der Ciersnäier keinen rechten Gen'inn mehr abzuwerfen, in Delikatessengeschäften werden weniger als früher zum Verkauf augeboten. Tas ist recht gut, denn um den luftigen Kiebitz wäre eS schade, wenn er ausgerottet würde, weil seine Eier als Ganmenkitzel geschätzt werden. Es ist mich recht gut, daß viele Kiebitzeier eigentlich aus Krähennestern stainn)en, denn um die schwarzen, grindschnabligen Saatkrähen, dic ihn als Eierlieferanten oft vertreten müssen, ists nicht schade. In ihren Nistkolonien, die nickt selten auf niederen Kiefern stehen, können klettergewandte Eiersucher oft an einem Tage mehr „Kiebitzeier" zusammenbringen, als wenn sie wochenlang Tag für Tag in nassen Wiesen suchten.
Wenn man zur Osterzell das Gestrüpp durchsucht, das Teich ränder umsäumt, oder Backwstr begleitet, wenn man die Kuppen der Kopfweiden durckfpäht und dic alten Grahenncster mustert, die in bei Nähe ber Gewässer stehen, bann sindet man ziemlich große Gelege von Ostereiern, die der März- oder Stockente an gehören Wenn der Vogel im Neste sitzt, dann ists schwer, ibn' im Gestrüpp zu sehen, weil sein erdsarbiges Kleid ihn verbirgt und er meist ausl>älr, bis man ihm greifbar nab? gefonrmen ist. Ist aber dic Ente nickt zu Hause, bann hat sie sicher die Eier mit weichen Daunen und mit Geäst bedeckt, so daß sie erst recht nicht zu finden sind. 3d;eud)r man eine brütende Ente vom Neste, so hat sie eine etwas unangenehme Angewohnheit, die einem das Berühren der Eier verleidet, sic spritzt nämlich ihren übc(riechenb?u Unrat darüber, der jeden zart benervten schnell in die Flucht schlägt Ein Wunder ists, wie die kleinen Entchen, die in einem Baumneste ausgebrütet werden, den Erdbeben erreichen: sie springen einsack auf den Waldboden hinab und folgen der Mutter, die sic zunt nädften Wasser führt.
Eulen, Kiebitze, Krähen und Stockente sind große Vögel, denen mau schon getrügend Brutwännc zutraut, um das Belege auch nrährend näd,tlitber Fröste warm zu erhalten. Aber auch kleinere Vögel brüten schon zu Ostern. Schon Mitte. März pappt btc Amiel ihr 1-albkugligcs Nest, um nur ja Ansang oder Mitte April schon Junge zu haben. Auw der Sperling läßt sich von der warmen Märzsonnc gern verleiten, fd)on zu Ostern im Lumpen neftc hinter der Dadwnmc des Wolkenkratzers an Gründung einer Klndcrschar zu denken. Es kümmert ihn wenig, wenn sein Nach Inr, der HausroNcßwanz, singt: „Tsckximst dick nit ober wenn bie Goldammer am Feldranve beteuert: „Sist ist noch zu trübi" Uebrigens, die Goldammer verstellt sich nur, wollte inan genau sehen, fände man nwhl sdwn ihr angefangencs Nest int (Kestrüpp, ia vielleicht gar idwn Eier darin Einer der kleinsten dcutfchen Vögel, die niedliche Srhwanzmcisc, bat sicher schon das Nest fertig und tne ersten Eier darin. Und cIk das winzige Schwanz men'enpärd-en seine kunstvolle Nestkugcl fertig gebaut bat, dauert es wohl einige Wochen. 2nm die kleinen Wichte bauen nnc große, dicke Mugcl ins Fickten geäst oder in eine Baumgabcl und lafien nur ein winziges Sdänpflock an der Seite frei. Wenn das Weib ctaii angefangen bat, sein 2utzend Eier zu legen, so sieht mans ihm meist schon an, das: es Fannltensorgen bat, bann ist sein langer Schwanz äwas krunnii gebogen, >oeil er im Neste nicht reckt Platz Iku Ei» i s^virklick mtauiUid), wie dic Fl cm en Bür ick d-zn ihre große Kindcrsdar fattfriegen, denn um zwölf hungrige Schnäbel vvllzustopfen, nut), eine gewalttg große 3ahl von Infekten eiern und flnnen MLunxfzn gtiammclt werden Wenn das 2utzend derangcioachscn ist, dann benimmt sechs so ungestüm, daß aitd^ das iesteste Nest sahen,"cheinig wird, und wann die muntere Gesellschaft ausgeflogen ist, guckt meist der blute Himmel ins Sckuvanzin eisenn c st Wenn die er ft? Brut ielbn inbia geworden nt. schreiten die Alten mr ztoellnt, nrft zur Zeit, wenn die Pirole und Turmjcgler nut dem Bauen ihrer Neft-w beginnen Die mut ugen Sdiwanzmeisen find ihnen um zwölf Nachkommen voraus
»
* * Tageskalcnder. Stadttheater. Tonntag ieri'ter ocievtag »Andrea- vofer.* Anfang 7" Nhr Montag (2. Feiertag), nadjnuitagg 3^Uhr: .Mcrn Freund Teddi)" : abends 7", Uhr: ,'s Nullerl/
Militärkonzerte: Oster > Sonntag, abenb# 8*/4 Ubr: Mrlitärko.uert in ct ein« harten; Oster-Dienstag, nadnniUa-jS 4 X Uhr, ans der »L i e b i g s h ö h e'.
T he a t er-A«sf ü hr »ln g im Koth. VereinLhauS: »Mathilde. e:n deut'cheS Franenherz" unb »Die Brüder". Öfter- Montag abends 8 Uhr.
B i o a i a o d-L i ch 1 f v i e l e: Täglich Vorftelluna.
B a k o f s K a ,ii in e r - L i ch l f v i e l e: Täglich Por'tellmig. Lichtspielhaus: Täglich Porstellnng.
Oberhessikcher Kiinstvereiu. GemäldeauSstellunq im Turmhaus nm Braud. Geöffnet täglich (mit Autznabme von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, Mittivoch nachmittag von 3—ö Uhr.
Museum des oberhessischen GeschichtsvereinS. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Gcöjfirt an Sonntagei vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich.
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• • L. ü. An der Landes Universität hat sich Dr. med. Walter Snlze au5 Leipzig, Assistent am phnfiologt- scheu Institut zu Gießen, für ba§ Gebiet der Physiologie habilitiert. Als Habilitationsschrift reichte er ein Ein Beitrag zur Kenntnis des Erregungsablaufs im Säugetier- Herzen".
* * Hoftrauer. Wegen des Ablebens des Königs Georg I o n G r i c d, e n l a n d ist eine Hoftrauer vom heutigen bis zum 1. Avril einschließlich ungeordnet worden 2ic 2amen erscheinen in schwarzen seidenen Kleidern mit weißem Kopfputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken Oberarm
* * Aus dem Ministerium des Innern. Ter Großherzog hat den Ministerialfekrctär in dem Ministerium des Innern, Regierungsrat Adolph de. B c a u c l a i r zu Darmstadt aur fein Nachsuchen unter Anerkennung feiner langjährigen treuen tntb eifrigen Dienste und unter Verleidung des Eharaklers als Geb Regierungsrat in den Ruhestailb versetzt und den Kreisamtmann Regierungsrat Herrn. Pfeiffer >um ständigen Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern ernannt.
** Das .Gehalt des Oberbürgermeisters wurde in der nichtöffenUülzen Satzung der Stadtverordneten- Vcrsammlung am Donnerstag nachmittag auf 14 000 Mark erhöht. Davon sind 1000 Mark sür Revrä»>ntationszwerke bffthnmt. Seither bezog Oberbürgermeister M^cum 120»' Mark Gehalt und eine Teuerungszulage.
** D i e allgem ci n c hessische Be n m tensterbc- kasse Sitz Darmstadt) hält ihre diesjährige Hauptversammlung am Sonntag, 6. April, fm Hotel Schütz dahier.
** Stadttheater.- Am Ostrr-Sonwtag und Dienstag abend mird das neue Schauspiel von Walter Lutz „Andreas Hofer" wiederholt, das kürzlich in Gegenwart des Dichters einen so schönen Erfolg errungen fattc Der Montag bringt zwei Derk? heiteren Genres, am Nachmittag „M ein Freund Tedd h". am Abend „s ' N u t 1 e r 1", Volksstück mit Gesang In „Freund Teddy" hat Herr Dri'tdjam noch einmal Gelegenheit, in einer C-llauzroUc sich von lernen Freuuden zu verabschieden. Die Vorstellungen am Sonntag und Montag finden bei kleinen Preisen statt.
** Tie Hauptversammlung des Hefigen Zweigvereins v o nt Noten Kreuz Borsitzendcr Landgericktsrat Wiener, die am Donnerstag im Maücrtioi stattsand, war schlecht besucht. Der Vorsitzende berichtete, daß sür den Kriegsfall unter nn nisterieller Genehmigung mit d'n hiesigen Kliniken cm Vertrag abgeschlossen ist. Für die ErridUung einer Verband und Er frischungsstelle sind Perhandlungcu in Gemcinschast mit dem hiesigen Alice Frauen--Dennn im Gmrge. Tie Rechnung, geführt feit langen Jahren burd, Herrn 'JfTtuan Mann, gab feinen Anlaß zu Bcanstandimgeu Die R^mmg her Sanitäts-Kolonn^ bereu Belege einen stattlichen Band bilden, wurde zur stenntnis gebrockt. Bei Besprechung bei- Verhältnisse bei Ko könne mürbe eine Anzahl Fälle vorgebraciU, die dic Einrichtung einer ft äjr bi gen Rettungswache als dringlich crichcinen l ' 'ine Tätigkeit im .Krankentransport wird immer mehr m '(inyrud, genommen: aud) von auswärts wurde sie dazu verlangt, doch nrußten derartige Gesuche stets nbgclcbnt toerdcn, da es an einem geeigneten Transvorttnittel fehlt. Zum Schluß Imtrbe Herrn Wiener, ber die Geschäfte des Zweigvereins feit Jahren führt. Dank für seine aufopfernde Tätigkeit zum Ausdruck gebracht.
** Fr ü h l i n g s s e h n s u ch t' Dem Deutschen ist eine große Liebe zum Frühling angeboren. Seine Frühlingslieber sind Legion. Ebenso seine Frühlingsfehnsudst und Früblingsbosfnnngen. Er kann den holden Lenz nidjt erwarten. Und je mil/cr dieser vor ber Türe steht, desto größer ist die Spannung der Gefühle, bie sich in Liedern iviederspiegelt, wie: „Momrtf, lieber Mai, und madv die Bäume wieder grün!" Freudig wird jeder Sonnenstrahl, der ins Zimmer fällt, willkommm geheißen. Der tritt Star, dic erste Amsel, dic erste Lerche werfen Begeisterungsstürme. Die Knospen der Sträucher und Bäume werden ordenllid) unter dic Lupe genommen. Der erste Mürfenscbwarm werft sommerliche Phantasien „Lieber Frühling, komm' hoch wieder, lieber Frühling, komni' doch bald!" — Sie alle erwarten den Frühling, der Gesunde wie der Kranke, der Arme wie der Reiche. Kind und Greis. Tauicud Wuitberdinge soll er vollbringen! Tausend neue Freuden sollen durch ihn auserstehen.
Landkreis Gießen.
— A l 1 c n d o r f a d. Lahn, 20. März. Endlicki ist die elektrische Anlage beendet. Ihre Herstellitng hat fast zehn Monate in Anspruch genommen. Unferc Gemeinde wat eine der ersten, die elektrisches Licht -ernführte In der ersten Zeit wnrde viel darüber kritisiert, ater jetzt haben and) die größten Gegner elektrische Belenchtung und machen sröhlichc Gesichter. Nur ganz wenige Häuser sind noch nicht angeschlossen. Es ist zu bemängeln, daß dic Straßen- lampen erst nm tz/,9 Uhr brennen, da es schon eineinhalb Stunden borget dunkel ist. •
() Hattenrod, 21 Marz Die Einweihung einer Ziegeuweide will der hiesige Ziegcnzuchtverein am 18. Mai vornehmen. damit soll eine Verlosung von Zuchttieren verbunden werden.
Kreis Friedberg.
A Butzbach, 21. März. Die Pers on enunter« fü [)cung, die am Bahnhof dic Gleisanlage kreuzt, ist jetzt mit einem Kostenaufwand von 16 000 Mk. vollendet worden.
— Vilbel, 17. März. Einem lang gehegten Bedürs- nisse zu entsprechen versammelte sich heute eine Anzahl Einwohner um einen Vortrag des Herrn W a l l m a n n, Geschäftsführer des VerkehrSoereinS Rad-Nanheim, über Zweck und Ziele ei nesVerkehrS vereinS entgegen zu nehmen. DaS rege Intcresie an der Gründung eines VerkehrSoereinS für Vilbel kam darin zum Ausdruck, daß sofort ein Ausschuß bestimmt wurde, der dic Vorarbeiten zu der demnächst stattsinbenden öffentlichen Versammlung erledigen soll.
Ans der Wetterau, 21. März Die seit beinahe 14 Tagen in den Ctemarfirngnt der Wetterau erfolgte Mäuse- Vergiftung bat den Verlust unzähl iger Vögel pir Folge gehabt, die sich, namentlich morgens, hungrig auf den Giflweireni stürzen unb bald darauf verendet mederfallen. Am Mittwod'- konnte man in der Nieder Morler (temarfung beobachten, wie eine Anzahl bei und überwinternder Singvögel nach ha« Genuß des Giftweizens \tm Teil noch warm auf dem Felde lagat Die trockene Witterung hält bf? Glitkömer tagelang wirksam. 3" den Gemarkungen Nieoei Weisel unb Griedel liegen ;abl rriebe tote rähen und Rebhühner aus den Feldern. Jedenfalls ist die Methode ber Maineverchftting ein erbebhdwr Grund, den ichn-oeben '2;ogefbeftenh in unierei (^aucn noch mehr zu xxx rmgerrt Alle Vogelschutzvereme |ülücnV>aiaui onugeg, das Wach'


