Ausgabe 
18.12.1913 Erstes Blatt
 
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Aus Stadt unv LanS.

Gienen. 18. Dezember 1913.

Ein Bürsermnfterftreit in V.lbel.

In Vilbel ist im Juni dieses Jahres ein neuer 'Bürger meister gewählt worden Der frühere Bürgermeister Mühl sch wein mußte dabei zugunsten des bisherigen Bürger- meistereisekrelärs Berg zurücktveten. dRühlfchwein hat aber He Berater eines Ortsgcrichtsvorstehers und Standesbe­amten einstweilen noch inne und beim Gemeinderat den .Antrag gestellt, seine (Gebühren hierfür in zeitgemäßer Weise zu erhöhen Das wurde abgelehnt, und die Begrün düng hierfür ersehen wir aus einer etwas langatmigen Erklärung, die wir offiziell von der B ü r g e r m e i st e- r ei Vilbel erhalten:

Am 23. Juni l. Js. wurde unser langjähriger Bürger­meistereisekretär Berg mit großer Mehrheit gegen den bisherigen Bürgermeister Mühlschwein zum Bürger­meister gewählt und, obwohl gegen die Wahl und Person keinerlei Einspruch erhoben worden war, merkwürdiger­weise erst am 15. Oktober vom Großh. K r e i s a m t Fried­berg und zwar nur als Bürgermeister bestätigt, verpflichtet und in seinen Dienst eingewiesen, während dem früheren Bürgermeister Mühlschwein auf Anordnung des Großh. Ministeriums der Justiz die Aemter eines Ortsgerichtsvor­stehers und Standesbeamten bis auf weiteres ohne ieg= lche Begründung überlassen worden sind. Der Standes­beamte Mühlschwein hat nun um Auszahlung seiner bisher 600 Mk. betragenden Vergütung und um Erhöhung dieser Vergütung bei dem Gemeinderat nachgesucht. Mit Rücksicht darauf, daß unser derzeitiger Bürgermeister fein Amt als Bürgermeistereisekretär, Ortsgerichts- und Standesamts­gehilfe 13 Jahre lang mit ausgezeichnetem Geschick und Gewissenhaftigleit geführt und an der Gesamtarbeits­kraft den Löwenanteil, wie man zu sagen pflegt, zur vollsten Zufriedenheit der vorgesetzten Dienstbehörden betätigt hat, und somit wohl bis zum Ausscheiden den unzwei'deutigenNach- weis darüber erbracht haben dürfte, den Obliegenheiten eines ^Standesbeamten und Ortsgerichtsvorstehers voll und ganz gewachsen zu sein, so wie den weiteren Umstand, daß, wenn Lieser Nachweis erbracht, die neugcwählken Bürgermeister und 'Beigeordneten nach Maßgabe des § 2 der diesbezüglichen Verordnungen vom 12. November 1899 zu Standesbeam- ten bezw. zu Stellvertretern stets bestellt werden sollen und müssen, hat der Geineinderat in seiner Sitzung am 15. lfd. Mts., die unter Vorsitz des ersten Beigeordneten H^erget -stattfand, einstimmig beschlossen, demGesuchdesStan- desbeamten Mühlschwein in keiner Richtung Hin stattzugeben, da in den Fällen, in denen, wie hier geschehen, die höhere Verwaltungsbehörde andere Personen Lu Standesbeamten oder zu Stellvertretern bestellt,, die etwa zu gewährende Entschädigung hierfür, nach Maßgabe des

7 Abs. 4 des Reichsgesetzes vom 6. Februar 1875 der Staatskasse zur Last fallen, während in allen Fällen die fachlichen Kosten für Stellung, Möblierung, Unterhaltung, Heizung und Beleuchtung der Standesamtslokale, sowie die «Kosten der Bürobedürfnisse, u. s. w., unbestritten von den «Gemeinden zu tragen sind. Aus den Ausgang dieses Kom- petenzkonflikls, der zur Klarstellung der den Fall begleiten­den Umstände, höheren Orts unbedingt zum Austrag gebracht Werdau wird und muß, ist man allseitig gespannt."

Ob die Staatskasse Lust hat, den Herrn Mühlschwein ans seiner Klemme, in die er bei den Vilbeler Stadträten unzweifelhaft geraten ist, zu retten, darauf sind auch wir lehr gespannt. Wir möchten ans diesem Anlaß nur wün­schen, daß im Streite der bureaukratisckwn Instanzen auch ein festes Abkommen darüber geschlossen würde, künftig­hin Sätze von mehr als drei Druckzeilen nicht mehr zu ver­fassen. Sachlich scheint der Gemeindevorstand Vilbels in seinem guten Rechte zu sein.

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* * Boni Schuldienste. Der Großherzog verlieh dem Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Mainz Professor Tr August Nies aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhe­stand die .Krone zu dem Ritterkreuz k Klasse des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen. lieb er tragen wurde dem Schnlamtsaspira-nten Karl Bernhard aus Darmstadt die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Sichenhausen, Kreis Schotten. In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der Volksschule zu Mainz- Kastel Katharine Weber auf ihr Nachsuchen, unter An­erkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, vom 1. Jan. 1914 an. Erledigt: Eine Lehrerstelle an der tatholl scheu Schule zu Dieburg. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Trebur.

* I n den Ruhestand versetzt wurde am. 12. De­zember der früher in Gießen angestellte Großh. Finanzamts- gehilse .Hermann £.ö p f n e r zu Worms auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Die Versetzung gilt vom 1. Januar 1914 ab. Aus diesem Anlaß verlieh ihm der Großherzog die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.

* * Z it r Frage von S t i m m e n t h a l t im gen der Stadtverord n e t e n. Wie uns mitgeteilt wird, hat der B ü r g e r a n s s ch u ß , der sich wegen der bekannten Stimm enthaltungen in der Rathausfrage befchwerdeführend an das Kreisarnt gewandt hatte, davon a b g c f e h e n , die Ent­scheidung der setzten Instanz, des Großh. M i n i ft c r ; u m s, anzurusen. Man hat die Sache nicht weiter verfolgen wollen, in der Erwägung, daß der beanstandete Beschluß des Rumpfparlaments doch nicht ausgeführt werde und die alten Stadtverordneten gewillt seien, in einer so wichtigen Angelegenheit die Mitverantwortung ihrer neuen Kollegen hinzuziehen. Es fehlt allerdings noch die prinzipielle und endgültige Entscheidung darüber, ob es rechtlich statthaft ist, dach durch Stimmenthaltungen wichtige Abstimmungen entscheidend beeinflußt werden.

** Von der land und forstwirtschaftlichen B e r u f s g e n o s s e n s ch a f t in Darmstadt wird uns mit­geteilt, daß die neuen Renten Quittungen vom 30. Dez 1913 ab bei den Bürgermeistereien des Wohnorts kostenlos erhältlich sind. Es wird den Rentenempfängern empfohlen, sich rechtzeitig in den Besitz der neuen Formulare zu setzen, damit unnötige Gänge an die Post vermieden werden.

** Stadttheater. Ter nette SchwankDie spanische Flieg c", der morgen hier zum erstenmal gegeben wird, ist nach Mitteilung des Verlags in 299 Theatern zur Aufführung erworben worden oder bereits auf geführt; außerdem ist das Werk bereits ver­geben für Dänemark, Großbritannien und Amerika, Schweden und Norwegen. Nach allen Berichten war feitRaub der Sabinerinnen" undIm wkißen Rößl" kein solch durchschlagender Heitcrkefts- erfola mehr zu verzeichnen.

»* E i n Gießener K ü n ft l e r auf Reifen. In einem Konzert der Ättenaer Singakademie, Dirigent Pros. F. Wovrich, spielte am 12. Dezember der dürfte Sohn des hiesigen Musik lehrers Ehristian Krufe, der Königl. vreuß. Kammervirtuos« Heinrich K r u s c. Wir lesen darüber in einem Hamburger Blatte: Mit reisen iünstlerischen Gaben erfreute Herr Heinrich Nrn. sc Mochte eS sich nut klassische Sätze von Bach'und Boccherini. oder

um romamifche Stücke von Kirchner und dibentbevger handeln, sein Violoneellsviel klang vollendet und tonschön und von inner­licher Empfindung belebt.

** T i e Fortbildungsschule für 1913 14, die am 1. Oktober begonnen hat und Mitte März ihr Ende er­reicht, wird von 396 Schülern besucht. Die Besucher sind, so­weit sich dies durchführen läßt, in Berufsgruppen eingeteift !und schließen in sich: 1. Gruppe: Kaufleute, Schreiber, Geo­meter, Buchhändler und Telegraphisten; 2. Gruppe: Metall­arbeiter; 3. Gruppe: Bauhandwerker, Holzarbeiter; 4. Gruppe: Im Nahrungs- und Bekleidungsgewerbe beschäf­tigte Schüler: 5. Gruppe: Ungelernte Berufe. Jede der fünf Gruppen zerfällt in drei Klaffen. Unterrichtet roirb,:_ tiefen, Geschäftsaufsatz, Rechnen, Geometrie, einfache Buchführung, Wechfellehrc, Berufskundc, sowie Versassungs- und Gesetzes­kunde. Jede Klasse hat an zwei Nachmittagen wöchentlich fünf Stunden Unterricht.

** Schweres Unglück im Stein bruch. Im Luppeschen Steinbruch zu Nidda wurde der Arbeiter Albus von einer ab stürzenden Eisen schiene schwer verletzt. Er mußte der Gießener Universitäts­klinik zugeführt werden.

Landkreis Gießen.

cf. Wies eck, 17. Dez. Am Freitag abends 8 Uhr findet Gemeinderatsfitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Ernst Drescher zur Erbauung eines Wohnhauses an der Marburger Straße. 2. Festsetzung der B a u s l u ch t l i n i e von der Alteii-Busecker Straße auf die Kirchstraße führend. 3. Setzung eines Schlammfängers bei der Firma Bramm und Haries. 4. Festsetzung des Preises für den aus dem Gemeindegelände entnommenen Sand. 5. Festsetzung des Preises, welchen die Grunb- besitzer zur Errichtung des erhöhten Bürgersteiges zu tragen haben. 6. Verpachtung eines Grundstücks auf der Ursulurn. 7. Die Errichtung emes Drahtzaunes auf der Kirchmauer.

Z). T r o h e, 17. Dez. Im Ziegenzuchtverein hielt M. Schmoll- Gießen im Auftrag des Kreisziegenzuchtvereins einen Vortrag über die Sanerziegen, die Aufzucht der Jungtiere, ihre Pflege und Hal­tung. Der Vortrag war gut besucht, der Redrr/r erntete lebhaften Beifall.

k. Hof-Gull, 16. Dez. Im nächsten April frll die am Hofe vorübergehende Kreis st raße, ein Schmerzens­kind der Kreisstraßeiwerwaltung, mit Kl e i n p f l a st e r ge­pflastert werden. Die Pftastererarbeiten wurden ebenso wie die am Kolnhäuser Hofe und bei Steinbach auf dem Sub­missionswege vergeben. Die Angebote für diese drei Lose bewegten sich zwischen rund 10000 unb 14 000 Mk. Der Zuschlag erfolgt erst innerhalb 3 Wochen.

A D u e d b o r n , 17. Dez. Heute konnte die elektrische Be­leuchtung eröffnet werden. Wir erhalten das Licht von der Zentrale Wölfersheim. Fast sämtliche Ortsbürger haben sich angeschlossen. Gegenwärtig werden die Orts und Hausleitungen in Harbach ge­legt. Im Februar findet dort die Eröffnung statt.

* Stan genrod, 17. Dez. Bald wird auch in unserem Torf das nächtliche Dunkel den Strahlen des elektrischen Lichtes weichen müssen. Tas Dorfnetz ist soweit sertiggestellt, daß Anfang nächster Woche alle Straßenlampen leuchten sollen. Anschlüsse sind im Verhältnis zur Hauserzahl noch wenig her­gestellt. Man will erst sehen, wie cs beim Nachbarnfunk­tioniert^. Einige einsichtsvolle Landwirte wollen den elektrischen Strom für ihre Betriebe nutzbar machen. Tie Arbeiten im Schulhause wurden Leineweber- Grünberg übertragen. Im Januar werden die neugewählten G em e indera ts m i t gl i e- der Schmiedemeister Karl Sauer und Gastwirt Heinrich Schultheiß IV. ihr neues Ehrenamt antreten.

Kreis Alsfeld.

A Atzenhain, 17. Dez. Der mehrwöchige >H aus Hal­tungskursus her Wanderschule des Kreises Alsfeld fand heute im Beisein der Vertreter der Kreisbehörde und des Ortsvorstandes statt.

Kreis Lauterbach.

~ Lauterbach, 17. Dez. Verflossene Nacht wurden aus dem Schaufenster des Gürtlerschen Schuhwarenlagers in der Lbergasse nach Eindrücken der Erkerscheibe ein Paar Herren- und ein Paar Damenstiesel entwendet. An dem Tatort zurückgelassene Gegenstände lassen vermuten, daß der Einbruch von einem durchreisenden .Handwerksburschen ausgeführt wurde. In dem .Haftlokal hier hat sich in letzter Nacht der 58jährige Gärtner Jvh. Meurer von Ar- noldsweilcr erhängt. Er war am Sonntag vormittag aus Veranlassung der Kgl. Staatsanwaltschast .Hanau wegen Diebstahls durch die hiesige Gendarmerie im Eichhose hier, wo er in der Freiherrlich Riedeselschen Gärtnerei beschäftigt war, festgenommen worden. Bei der heutigen Wahl eines Mitgliedes des Kreistags für den Wahlbezirk Lauterbach durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstände wurde Landtagsabgeordneter Bürgermeister Stöpler von hier wiedergewählt.

Kreis Schotten.

B. Aus dem Vogelsberg, 17. Dez. Die Koch - E u n st «macht in unserer Zeit auch auf dem Lande erhebliche Fortschritte. An Stelle des primitiven, altmodischen tritt eine immer weiter schreitende Verbesserung. Tie Haus­halt n n g s s ch n 1 e n sind hier bahnbrechend geworden und offenbaren hierin ihren fegens reichen Einfluß. So ist man auch auf dem Lande bestrebt, für den Winter Konserven aller Art herzustellen. Die neuzeitlichen Sterilisations­apparate bieten hierzu das erforderliche Mittel Dadurch wird eine Bereicherung der sonst so einfachen, ländlichen Küche erzielt, die geschätzt zu werden verdient.

h. B usen b vr n, 17. Dez. Den Landwirt Nau aus Busenborn verletzte bei der P f e r d e m u st e r u n g ein Pferd durch einen .Huffchlag gegen die Brust. Sein Zustand ist bedenklich.

Kreis Friedberg.

L. Bad -Nauhcim, 17. Dez. In den städtischen Waldungen ist dieses Jahr großer Holzreichtum. Die Ver­steigerung von Bau- und Nutzhölzern findet'in diesen Tagen statt.

h. Vilbel, 17. .Dez. Von den kommunalen Umlagen des Jahres 1912 mußten 3149 Mark als uneinbringlich niedergeschlagen werden. Ter Haushaltsplan wurde um 251 000 Mark überschritten, aber durch Mehreinnahmen in gleicher Höhe gedeckt sind.

i. Butzbach, 17. Dez. Gestern abend hielt H. Kirch­ner, Gießen im hiesigen »bang. Arbeiterverein einen Vortrag über die Krankenversicherung nach derReichsversicherungs ordnung. Nach einer kur­zen Einleitung über die Organisation behandelte der Redner den Kreis der versicherungspflichtigen Personen, die freiwil­lige Versicherung, sowie die Leistungen der Krankenversiche­rung. um dann noch besonders auf die Versicherung der Dienstboten einzugehen. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache.

A Butzbach, 17. Nov. Ein Einbruch hAtrbe beim Uhrmacher Letter verübt. Dem Spitzbuben sind Wert- Gegenstände und Geldbeträge in Höhe von 300 Mk in die Hände gefallen. Der Polizeihund verfolgte die Spur bis zum Hauptbahnhof. Der Dieb muß hier'einen Zug bestiegen haben.

Starkenburg und Rheinhessen.

w. D a r m st a d t, 17. Dez. Der deutsche Botschafter in Paris, Freiherr v. Schoen ist heute früh mit Familie hier cingetroffen und int HotelZur Traube" abgeftiegen.

D a rmstadt,17. Dez. Ter Aussichtsrat dcr T e u t s ch e ir Bank beschloß die Errichtung von Zweigstellen in Tarmstadt, Hanau und Offenbach und ernannte Hofrat Paul Sander zum Direktor der Zweigstelle in Darmstadt.

Hessen-Nassau.

(j Marburg, 17. Dez. Wie in der gestrigen Unter» verbands-Verfaminlung der Raiffeisen-Vereine des Kreises Marburg mitgeteilt wurde, gehören etwa 2400 Mit- glieder im Kreise den Raiffeisen-Vereinen an. Die Vereine haben ein Vereinsvermögen von 83 440 Mk. und einen Geld- . nrniatz von 5 Millionen Mk. Die Spareinlagen im Jahre 1912 betrugen 690000 Mk., hiervon sind im Rechnungs­jahre 470000 Mk. zurückgezahlt worden. Der Gefarntbezug der Vereine stellte sich auf 336 000 Mk., gegen 275 000 Mk. in 1911. Dem Unter öcrbanb des Kreises Kirchhain, der am Montag im .Hobel Mosebach in Kirchhain tagte, gehören 1331 Mitglieder an. Auch hier bewegt sich der Um­satz in auffteigenber Entwicklung. An Spargeldern waren 1 409 661 Mk. eingelegt.

O Weilburg, 17. Dez. Zu Stade verstarb Geh. Reg.-, Schul- und Konsistorialrat a. D. Theodor Fl ebbe, weicher bis zum verflossenen Frühjahr den Sckpllen unseres t Bezirks Vorstand. Herr Flebbe stand im 67. Lebensjahre.

0 Runkel, 17. Dez. Von dem Fisckwr verein aus Lindau am Bodensee sind hier in Runkel mehrere Fässer : Hechte mit der Bahn eingetroffen, die in die Lahn aus­gesetzt wurden.

0 Merzhausen b. Usingen, 17. Dez. Unter dem Vorsitz von Pfarrer Dr. Michel hat sich hier ein '3weig- verein vom Taumtsklub gebildet. Es ist dies der 54. 3toetg* i verein.

h. Anspach i. T., 17. Dez. Ein Wohnhaus, das l bis vor kurzem im Weihergrund als Jagdhaus diente und dann hier aufgestellt wurde, wnvde am Montag von dem starken Sturme nmgeweht. Meirschen kamen nicht zu Schaden.

h. Griesheim a. M , 17. Dez. In der Chemischen Fabrik brach der glühendheiße Arm eines Schwefel- kiesofens ab und fiel auf ein Gerüst, das brach imä , zwei Arbeiter mit herabriß. Dabei wurde der Arbeiter f Siebe rt von dem glühenden Eisen am Kopf imh an bat Armen verbran n't.

fc. Hachenburg, 17. Dez. lieber das Vermögendes 66jährigen Grafen Alexander von Hachenburg, des früheren Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (bis 1883) wurde durch das hiesige Amtsgericht gestern bas Kon­kursverfahren eröffnet.

Frankfurt, 17. Dez. In Frankfurt a. M. ist gestern der Architekt El). Ludwig Thomas gestorben, der als For­scher auf den Gebieten der römisch-germanischen Ansiedlungen im Taunus einen bedeutenden Ruf genoß. Thomas, der ein Atter von 55 Jahren erreicht hat, gelang die Shstematisierung der Ringwall- anlagen des Altkönigs. Neben anderen wisseuschastlichen Arbeiten beschäftigte sich der Verstorbene auch mit Erfolg an der Erforschung der vorgeschichtlichen Geräte im Maingebiet. Seine Forschungs ' ergebnisse veröffentlichte Thomas zum großen Teil in den Annalen desVereins Wr Nassauische Altertumskunde und Geschichtsfor $ scbung", der ihm einen Ehrenplatz neben v. Cohausen und Jacobi H -anweisen wird.

vereknrnachrichtm.

I ni Artillerieverein hielt am Sonntag Lebver Keil aus Klein-Linden einen Vortrag über die Fremden­legion. Außer zahlreichen Mitgliedern waren auch viele Damen erschienen. In sesselnder Weise verstand cs der Vortragende, das traurige Los und die Ausbeutung der Fremdenlegionärc, von bereit Werbung an bis ,wr Heimbcsörderung, bic aber in den meisten Fällen nur ein schöner Traum ist, zu schildern.. Der Redner erntete reichen Beifall. Der gleichzeitig anwesende Bezirksvorsitzende, Lehrer Ta ab (Lollar), begrüßte die Versammlung.

* DieBayeri schc Bereinigung" Gießen feierte am Sonntag imKatholischen Vereinsbmrse" unter sehr .rcoßec Beteiligung ihr Weilmachtsfest. Tie Feier verlief in schöner Weise. Tie beiden Theaterstücke wurden flott gespielt. Einen hübschen Eindruck machte das am Schlüsse des zweiten Theaterstückes von K. Nieder m ahcr zusammengestellte lebende BildVersöhnung unter dem Weihnachtsbaum".

r. Bad-Nauheim, 16. Tez. In den Vorstand des nett gegründeten M K n nerturnvereins wurden penrafilt : Maler­meister Velte erster. Karl Salzmaun zweiter Vorsitzender, Handelsniann Heinrich S ch n e i d e r IV. Rechner, Buchbindev- melfter Wendel Schriftführer, Bernhard W a ck erster, Karl S ch t i ch t i n g zweiter Tnrnwart. Ter Verein zählt zurzeit 51 Mitglieder.

§ Selters (Hessen), 16. Tez. Der Familienabend des Zweigvereins des Evangelischen Bundes nahm bet außer­ordentlich gutem Besuche einen schönen Verlaus. Ter neue Orts­geistliche, Pfarrer H o ch, berichtete an der Hand von alten Auf­zeichnungen über di: Jahre, die SelterS vor.100 Jahren durch- rumacken hatte Der Festredner des Abends, Pfarrer M arguth- Nieder-Beerbach i. O., gab ein Charakterbild des Freiherrn von Stein. 3ur Feststimuruüg trugen noch sehr die Chorlieder des Gesangvereins intb die Musikstücke des neugegründeten Musik- Vereins ^Blasorchester) unter der Leitung des Lehrers Friedrtch Häuser bei. W

Universitäts-Nachrichten.

Die Universität Straßburg i. E. zählt in diesem Winter 2092 immatrikulierte Studierende. Hierzu kommen 37 Hospitanten und 112 Hospitantinnen.

Die Universität Kiel wird in diesem Wintersemester von 1847 immatrikulierten Studierenden besucht, gegen 1797 im Wintersemester 1912/13. Dazu komm en 76 Hörer.

Z u m Streit um den Doktortitel. Diestu* dierendcn der Jahuheilkunde in Berlin haben gestern beühws' sen, daß der Streik an den preußischen und deutsd)en Univerft- täten beendet wird. Am Freitag wird die Arbeit wieder aiir genommen werden. Eine Ausnahme soll nur in ScittW gentatm roerben, weil hier die Professoren alle Forderung^ derA-tu^ diercndeu glatt abgelehnt haben und lautBosrnch- Festung auch in Jena. _

Gcrichtsiaaä.

Der Streit um die päpstliche Gewerkschafts-

Enzyklika.

= Köln, 17. Dez.

Vor dem hiesigen Schössengericht wird am Freftag ein inter­essanter Prozeß beginnen, der m die Halwng der chrittlichen Ge^ werkschaften, zu der sogenanntcii Gewerk!chatts-E^ykllka^ etwas Licht bringen wird. Aus bic Privatklage einiger (jnfthdKJ W' iverkschaftsführer ,vor allem des GencraliekretarS der christlichen Gewerkschaften Deutschlands, Stegcrwald Kvlu>, haben sich me verantworilichcn Redakteure von neun lozialdemokraiitchcn Partei- blättem, sowie der verantwortliche Redakteur der cDangeliltncn ZeckschriftWartburg" unter der Anklage der Beleidigung zu veranlworteu. J

Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zu Grunde AM 24. Septcm-bci 1912 er fdneu die päpstliche Enzyklika^inguurn^