Ausgabe 
26.5.1913 Erstes Blatt
 
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Um rege Teilnahme bittet

Der Ausschuß.

Eintritt 20 Pfennig.

Mitglieder frei.

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Wer seinen Körper stählt, pflegt seine Seele." Fräulein Herbert sagte einen Prolog ans und überreichte im Namen der Jungfrauen die Fahne dem Verein und Lehrer Watz hielt tue Festrede. Außer den Ortsvereinen waren 12 auswärtige Turnvereine erschienen, welche in 8 Riegen ihre turnerische:: Leistungen zeigten. Tie Fest­musik stellte die Kroidorfer Kapelle.

nährt und kräftigt, fördert die Verdau­ung, verhütet Darm­krankheiten u. ver­längert so das Le­ben. Zu haben im

Donnerstag, den 29. Mai, 81/, Uhr, Hotel Großherzog

Vortrag

des Generalsekretärs Dr. Linse

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wctteraussichten in Hessen für Tienstag, den 27. Mai 1913: Meist heiter, trocken, warm; Gewitterneigung.

Aenßtag, 27. Mai, Sk U(jr in Steins Karten:

Oeffentlicher Vortrag

Dr. med F. Siebert (München)

Rassengedanke und moderne

Weltanschauung

herein Ober, lnnu§' eine M. ^hrer des Ver- dericht eisiattetc : ^tnehmen wir, "it einer Gesaml- von rund «in hat|3 aller gegen den Aon- u verzeichnen, der nehmen, daß alle ereinS annehmen, verfügbar gemacht ilssverein ein un« Üersammlung dem

Märkte.

fc. Frankfurt g.M. V i e h b o s -Ata r k t b e r i ch t vom 26. Mai. Austrieb: Rinder 1306, darunter Ochsen 481, Bullen 63, Kühe und Färsen 762, Kälber 2518, Schafe 134, Schweine 2331.

Tendenz: Ochsen mäßig rege, erheblicher Ueberstand, Kälber lebhafi, Schafe ruhig, Schweine mäßig, Ueberstand.

außerordentlichen Hauptversammlung des Kölner Männergejang- vcreins wurde nach vierstündiger, zeitweise sehr erregter, bis nachts i Uhr sich hinziehender Debatte, die auf die vorauf- gcgangene Einmischung der Vertreter hoher Behörden zurückzu- führen ist, beschlossen, zukünftig nicht mehr an Gesang- wett st reit en tcilzunchmcn. Der musikalische Leiter des Ver­eins, Prof. Schwarz, wurde angesichts der außerordentlichen Ver­dienste um den Verein und um dem hochgeschätzten Dirigenten einen ganz besonderen Vertraueilsbewcis zu geben, einstimmig zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

* Durch eine Kesselexplosion bei hydraulischen Ar­beiten im Hasen von Buenos Aires wurden am Freitag 12 Personen getötet und 20 verletzt.

* Fünfzig Menschen getötet. Aus Longbeach (Kalifornien), 24. Mai wird gemeldet: Aul dein Municipal Pier, wo die englischen Euuvohner der Stadt den Empire day feierten, stürzte eine 20 Fuß hohe überfüllte Znschancrtribüne ein. Das Unglück verursachte eine furchtbare Panik, der gegenüber die Polizei machtlos war. Nach dein Einsturz war der Strand mit schreienden und sich in Krämpfen windenden Menschen bedeckt, von denen zahlreiche ver­wundet waren. Getötet dürsten 50 bis 60 Personen sein. 35 Leichen sind bereits geborgen, meistens Frauen und Kinder.

Kleine Tageschronik.

Das Befinden des Knaben, der von entern Privatautomobil, in dem sich der Herzog von Etttnberland befand, überfahren wurde, ist zufriedenstellend.

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Gervchtsf-Qorr»

Gießen, 25. Mai. Tas Standgericht in der Zeughauskaserne beschäftigte sich gestern Nachmittag mit dem Musketier H. der nach dem Bezirkskommando Wetzlar abkommandiert ivar und sich der Gehorsamsverweigerung, Bedrohung, Beleidigung schuldig gemacht haben soll. Nach der Vernehmung zweier Zeugen stellte der Anklagevertreter den Antrag, das Standgericht möge sich für un­zuständig erklären und die. Sache an das Kriegsgericht abgeben, iveil der Angeklagte den wiederholt gegebenen Besehlein die Kaserne zu kommen, nicht befolgt habe und Beharren im Ungehorsam nur von dem Kriegsgericht geahndet werden könne. Der Gerichtshof erklärte sich dementsprechend.

Roggenmehl I Mk. 00.00-00.00, Weizenkleie Mk. 10.60-11.80, Weizenschalen Mk. 11.0011,15, Roggenkleie Mk. 11.25-11.50. Malzkeime Mk. 13.0013.25, Biertreber 14.0014.25, RapS Mk, 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

ko. Frankfurt a. M., 26. Mai» (Orig.-Telegr. desGieß. Anzeigers".) Ka rt o s f el m arkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 4.505.00, im Kleinhandel Mk. 5.50-6.00 für je 100 Kg.

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io. Frankfurt a. M., 26. Mai.

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Ochse rt.

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die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete............

Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtiv.

Vollfleischige, jüngere..........

Färsen, K ü h e.

Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw Vollfleischige ausgemästeteKühehöchstenSchlach-

wertes bis zn 7 Jahren........

wenig gut entwickelte Färsen.......

ältere ausgemästete Kühe ........

Mäßig genährte Kühe und Färsen.....

Gering genährte Kühe und Färsen.....

Kälber.

Mittlere Mast- und beste Saugkälber. . . .

Geringere Mast- und gute Saugkälber . . .

Schafe.

Stallmastschase:

Mastlämmer und jüngere Masthammel . . .

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(Orig.-Telegr. desGieß.

Anz.^) Llmlliche Notierungen der heutigen Frucht marktprei se.

Weizen (hiesiger) 21.5000.00, Kurhessischec Mk. 21.5000,60, Wetterauer 2)1 f, 00.0000.00. Roggen (hiesiger) Mk. 17.50 bis 17.75, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.0000.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried 9)1 f. 00.0000.00, Hafer Mk. 17.5019.00, Mais Alk. 15.75 bis 16.00, Weizenmehl 0 Alk. 32.5032.75, Weizenmehl I Alk. 80.5030.75, Weizenmehl III Mk. 27.2527.50, Roggen­mehl 0 Mk. 27,7528.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 26.5036.75,

Gießener Strafkammer.

Gieß, en, 23. Mai. Bern fungs Verwerfung.

Ter in Saasen wohnende verheiratete Korbmacher Gg. Sch. hatte *t November v. I. für einige Tage auf dem Hof Ällbach bei Lich Taglöhncrdicnste angenommen, ohne sich bei der Bürger­meisterei anzumclden. Das Schöffengericht Lich hatte den An­geklagten auf seinen Einspruch gegen den Strafbefehl von Strafe imd Kosten frcigestzrochen, da es davon ausging, daß der An­geklagte nicht als Diensttnecht anzusehen sei. Die Strafkammer schloß sid) dieser Auffassung an und verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft.

Eine Beschädigung der Kreisstraße hatte der Schweinehirte K. W. von Hainbach dadurch verursacht, daß er die Schweine beim Llnstreiben über das Bankett und in den Straßengräben laufen ließ. Das Schöffengericht .Homberg hatte ihn auf seinen Einspruch gegen den Strafbefehl freigesprochen. Die Straflämmer war indessen der Auffassung, daß der Ängeklagre Vor­kehrungen zur Verhütung der Straßenbeschädigungen hätte treffen müssen und daß ihm auch ein Weiderecht leine Befugnis zür Be­schädigung des Eigentumes Dritter gebe. Sie gab der Berufung der Staatsanwaltsck)aft statt und erkannte auf eine Geldstrafe von 3 Mark.

Vorzeitiges Abernten ihrer Wiesen wird den Mäibacker Landwirten I. I. R. XI. und A. M. zum Vorwurf gemacht. DäÄ'Feldgericht Butzbach hatte ihren Einspruch gegen die Strafbefehle verworfen und sie mit Geld­strafen von je 2 Mark 'bestraft. Ihre Berüsting gegen dieses Urteil begründen sie damit, daß der die Erntezeit festsetzende Beschluß des Wiesenvorstandes ungültig gewesen sei. Die Strafkammer maß dem leine Bedeutung bei, gelangte aber zU einem Freispruch, weil die Angeklagten lediglich die Wiesen abgämäht, nicht aber auch die Ernte heintgebracht, und somit sich nicht gegen die Wiesen­polizeiverordnung vergangen hätten.

Vermischter.

* Der Kaiser an Cosima Wagner. Am Freitag hat der deutsche Kaiser anläßlich des 100. Geburtstages Richard Wagners an Frau Cosima Wagner folgendes Telegramm ge­richtet: Den heutigen 100 jähriger: Geburtstag Richard Wagners will ich nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen, gnädige Frau, ein Zeichen seines Gedenkens zu senden. In der ganzen Nation roird der heutige, für die deutsche Kunst und die deutsche Kultur bedeutungsvolle Tag gefeiert und dankbaren Herzens wandern auch meine Gedarrten nach dem füllen Bayreuth, wo der vor 100 Jahren Geborene vom Kampfe seines Lebens ruht, der Stätte, von welcher die Größe und der Ruhm seines unsterblichen Schaffens und Wirkerrs in alle Welt getragen wurde zum Heile und Segen der deutschen .Kunst. Ich hatte in .meinem Opernhause heute mein Lieblingswerk, die Meistersinger, für die Schüler der Ber­liner Gymnasien aufführen zu lassen, um auf die Heranwachsende Generation erzieherisch im Geiste Wagners einzuwirken. Ferner fand eine Gedächtnisfeier in meinem Schauspielhause statt, wo seinerzeitDer fliegende Holländer" zum ersten Male gegeben wurde.

* Nachklänge zum Sängerwettstreit. Aus Köln, 25- Mai, wird gemeldet: In der gestrigen sehr stark besuchten

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Donnerstag, den 29. Mai 1913

Militärkonzert zum Besten des Invalidendankes Anfang 815 abends* IC*7s] Eintritt 50

al Allie von -er e n unfern We­bte, Mrde durch d me« Pracht« serr Jahre hatten 6 obengenannte den. - Mäh- a. Luise mit dem aus bei Terrasse statt. Peim Er­ben sämtliche Le« I heute nachmittag I 5ung bet Ge« B sich der Gesellen, j ten Prüflingen I dlers Seist, die I vermache rin mit I )er ZentMck I ttenk Dieh^ tM, badfcru«.

i MirgernM Der gestern N >ebammenm Tie Regierung user-TarmM,>

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Diensta«, den 27. Mai. abends 9 Uhr, im HotelKaiserhof

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1. Berichterstattung,- 2. Kassenablage; 3. Wahl des Aus- schusies: 4. Antrag auf Aenderung der Geschäftsordnung:

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Die Berliner Fürstenta g'e.

Berlin^ 25. Mai. Ter Kaiser und die Kaiserin wie der König und die Königin von England und die cumb erländischen Herrschaften sind nach 7 Uhr von Potsdam hier wieder eingetroffen. Um 8 Uhr 22 Min. sind der Herzog und die Herzogin vor: Cumber­land und die Prinzessin Olga vom Anhalter Bahnhof ab­gereist. Der Kaiser und die Kaiserin geleiteten ihre Gäste zur Dahn. Um 8 Uhr 30 Min. war im königlichen Schloß bei Ihren Majestäten Tafel, an welcher der König und die .Wniain von England und die hier weilenden Fürstlich­keiten teilnahmen.

Ein Autounglück

Itzehoe, 26. Mai. Auf der Bahnstrecke von Jtzehde nach Wrist in der Nähe der Station Süde durchbrach heute nacht IV2 Uhr ein mit 6 Personen besetztes Auto die Schranke in dem Augenblick, als ein Person enzugz durchfuhr. Das Auto wurde völlig zertrümmert, zwei der Insassen wurden sofort getötet und zwei weitere so schwer verletzt, daß sie gleich daraus starben. Eine weitere Person wurde leichter verletzt.

Großfeuer auf der Weltausstellung in Gent.

Gent, 25. Mai. Im Gelände der Weltausstellung brach heute nachmittag ein großes Schadenfeuer aus, das jedoch dank der schnellen .Hilfe rasch auf seinen Herd beschränkt blieb. Das Cafe Zillertal und der Hinduhavillon sind zerstört. Die Brandstelle ist etwa 150 Quadratmeter groß. Es ereigneten sich keine Unfälle. Der Schaden be- ' trägt 1/4 Million Franken.

Der Schiffs un ter gang int Hafen von Sm y r n a.

Konstantinopel, 25. Mai. Amtlich wird erklärt, daß der DampferNewada" auf eine Mine gestoßen sei. weil er die Fahrrinne verlasse?: hatte. Nack einer andere?: Darstellung ist das Schiff in der Fahrwinne geblieben. Man befürchtet, daß Minen von der Strömung weggetriebe?? Worden sind, so daß große Gefahr für die Schiffahrt be­stehe. Kein Schiff fährt mehr in den Hafen von Smvrna ein und keines fährt niehr heraus. 'Äe hiesige?? Schiffs­agenten werden, wie es heißt, bei den ausländischen Mis­sionen das Ersuchen stellen, daß diese bei der Pforte inter- vemeren, so daß die notwendigen Maßnahmen getrosfe?i! werden. Da ein russisches Schiff in Smyrna zurüekbehalten wlird, hat der russische Botschafter von der Pforte verlangt, daß alle Minen entfernt werden.

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