Ausgabe 
26.5.1913 Erstes Blatt
 
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wir gehen, du hast Worte des etotaen Friedens." An beides null die Hausbibel Sie mahnen, die ich namens der Dom- gemeinde überreiche. So gehen Sie denn hin, gesegnet nut geistigen und irdischen Gaben!

Veimehmlich und fest klangen die beidenJa" durch die Halle. In dem Augenblick, in welchem das hohe Braute paar' die Ringe wechselte, wurden von der im Lustgarten ausgestellten Leibbatterie des 1. Garde-Feldartillerie-Regi- ments dreimal zwölf Kanonenschüsse gelöst.

Nun begaben sich die Majestäten und die höchsten Herr­schaften in gleich feierlichem Zuge nach dem Ausbau der Bildergalerie, um daselbst den Neuvermählten die Glück­wünsche abzustatten. In ununterbrochener Folge zogen die Gäste an dem Brautpaar und ben Majestäten vorüber.

Die Hochzeitstafel.

Der Oberhofmarschall meldete dann die Zeremonien- kafel an, die gegen 7 Uhr begann. Wiederum ordnete sich der feierliche Zug der Fürstlichkeiten und schritt durch die Merie und die nächsten Prunkräume zum Rittersaal. Bei Tische saß das neuvermählte Paar in der Mitte der Außen­seite der hufeisenförmigen Tafel. Neben der Braut saß der Herzog von Cumberland, die Großherzogin Luise von Baden, der fvconprinz usw., links neben dem Bräutigam die Kaiserin, Der Großherzog von Baden, die Großherzogin von Hessen, Prinz Heinrich und Prinzessin Heinrich usw. Gegenüber dem Brautpaar saß der Kaiser: rechts von Seiner Majestät die Königin von England, der Zar und die Groß­herzogin von Baden, links die Herzogin von Cumberland, der König von England und die Kronprinzessin.

Der Trinkspruch des Kaisers.

Sobald die Suppe gereicht war, brachte der Kaiser das Wohl des hohen neuvermählten Paares in folgendem Trink­spruch aus:

Meine liebe Tochter! Am heutigen Tage, an dem Du unser Haus verläßt, danke ich Dir von ganzem Herzen für die Freude, die Du mir und Deiner Mutter immer bereitet hast, für die lange Zeit strahlenden Sonnenlichts, das Du meinem Hause gewesen bist. Du hast Deine Hand und Tein Herz einem Manne aus einem edlen deutschen Fürstenhause, aus einem deutschen Geschlecht gereicht. Solange die deutsche Zunge erklingen wird und so weit sie erklingen wird, wird sie erzählen von Welsen und Hohenzollern, die eine so markante Rolle in der geschichtlichen Entwicklung gespielt haben. Es ist Dir wie wenigen beschieden gewesen, der Neigung Deines Herzens frei folgen zu können und den Mann zu erhalten, den Du erwählt hattest. Mein lieber Sohn! Ich vertraue Dir hiermit unser Kind an. Wir haben zu Dir das vollste Vertrauen, daß Du es hegen und pflegen wirst und daß dieser Sonnenschein nun in Dein Hans einziehen wird. Mögest Du nach dem bewährten Vorbild Deiner Ahnen Deinen Hansftand führen in echter , alter, einfacher deutscher Art, und auf Gott den Herrn bauen, und, wie es in Eurem Wahl- sprnche heißt:Alles aus seiner Hand empfangen, das Gute und das Böse", bereit, Schweres zu tragen, und die schönen Tage des Glücks und der Freude dankbaren Her­zens anzunehmen. Vor allen Dingen aber, trotz Eurer Jugend, wird es wohl bald Euch beschieden sein, anderen zu dienen und für andere zu sorgen. Möge diese Aufgabe, die schönste, Euer ganzes Leben erfüllen, und möge die Liebe auch zu anderen Menschen Eure Herzen erwärmen. Möget 'Ihr 'betb-c und Du, vor allem, meine liebe Tochter, ein treues Kind im neuen Hause sein. Ich bitte Euch beide (zum Herzog und der Herzogin von Cumberland) von ganzem Herzen, unser Kind gnädigst in Euren Schutz nehmen zu wvllen und in Eure Liebe einzuschließen. Alles übrige fasse ich in den Wunsch zusammen: Gott segne Euch auf Eurem Lebenspfad, den Ihr heute gemeinsam antretet. Das Brautpaar Hurra! hurra! Hurra!

An die Zeremonientafel schloßt sich

Der histori'che Fackeltan;,

Nach aufgehobener Tafel traten die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften in den Weißen Saal ein und nahmen auf der Thronseite, in der durch das Hofzeremoniell für den Fackeltanz bestimmten Ordnung Aufstellung. Auf Befehl des Kaisers näherte sich der Oberstmarschall Fürst zu Fürstenberg dem Brautpaar und lud es durch eine Ver­beugung züm Beginn des Tanzes ein. Es folgte zunächst ein Rund gang im Saale, bei dem das neuvermählte Paar hinter den vom Oberstmarschall geführten zwölf Pagen mit weißen Wachsfackeln einherschritt. Die Braut trat vor den Kaiser und forderte ihn mit einer Verbeugung zum Tanze auf, während gleichzeitig der Bräutigam dieselbe Ehre von der Kaiserin erbat. Sodann forderte die Braut den Zaren nud den König von England und der Bräutigam die Königin von England und die Kronprinzessin zum Tanz. Unigänge erfolgten, bei denen immer mit der Braut je zwei oder vier fürstliche Herren, mit dem Bräutigam zwei fürstliche Damen den Fackeltanz durchführten. Den Schluß der Festlichkeit bildete die bei Hochzeiten im preußi­schen Königshause übliche Verteilung des Strumpfbandes.

Die Abreise der Neuvermählten.

Berlin, 24. Mai. Abends gegen 91/2 Uhr geleitete der Kaiser im offenen -Slutvmobil das Neuvermählte Paar nach dem Stettiner Bahnhof. Eine ungeheure Menschenmenge jubelte, dem Kaiser, der Tochter und dem Schwiegersöhne zu. Die Abreise nach Schloß Hubertusstock erfolgte um 9.30 Uhr.

Die Abreise de8 Zaren.

Berlin , 21. Mai. Der Zar fuhr gegen 1 Uhr bei der russischen Botschaft vor und besuchte zuerst die Kirche der Botschaft, wo er am Portal vom Botschafter und den Herren der Botschaft empfangen wurde. In der Kirche begrüßte ihn der Propst Malzew durch eine längere Ansprack>e und über­reichte ihm ein Heiligenbild zur Erinnerung an den heutigen Tag sowie für den' Thronfolger ein Porzetlanei mit dem Bildnis dessen Patrons, des St. Alexis. Zur Erinnerung an seine Genesung wurde ein Tedeum gehalten. Bei dem darauffolgenden Frühstück faß der Zar zwischen der Gräfin Pourtalös und der Ctottin des ersten Botschaftersekretärs von Botkin, gegenüber Botschafter v. Swerbejew, zwischen dem Grafen Pourtales Gerier al Moltke. Nach dem Frühstück war Cercle.

Lin serbisch-griechischer vertrag.

DieSüdslawische Korrespondenz" meldet aus Athen: Am 22. Mai wurde zwisck)en Serbien und Griechenland ein Vertrag unterzeichnet. Der Vertrag, der durch eine Militär ko nvcntion ergänzt wird, garantiert den beiden Staaten gegenseitig ihre Gebietsansprriche. Jn- folaÄ>essen hat Griechenland den Wunsch des bulgarischen Kabinetts, durch den früheren Gesandten Sarafow in Athen Sonderverhandlungen zu führen, abgelehnt.

Ein Schifföuntcrgaug im Hafen von Smyrna.

Konstantinopel, 24. Mai. (Agence Havas.) Der unter amerikanischer Flagge fahrende DampferNevada" der Gesellschaft Hadjidaut geriet beim Auslaufen von Smhrna in die Linie der aus gelegten Minen.

Tas Vorderschiff stieß gegen eine Mine und Eur$ darauf gegen eine zweite und dritte. Es ereignete sich eine Eix»- pl 0 si 0 n, doch weiß man nicht, ob sie infolge der Be­rührung mit einer Seemine erfolgte oder ob es sich um eine Kesselexplosion handelt. Das Scbiff ging so­gleich unter. Nach einer Erklärung der Schiffsgesell- schaft hatte der Dampfer 2 00 Passagiere an Bord, von denen 80 von dem französischen Kreuzer Bruix" gerettet wurden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 25. Mai 1913.

Landes Universität. Der Großberzog hat den außerordentlichen Professor bei der medizinischen Fakultät der Landesuniversität Dr. Joh. Gg. Mönckeberg in Gießen auf sein Nachsuchen au§ dem Staatsdienste entlassen.

* Lehrerpersonalien. Dem Lehrer Gg. Müller zu Monzernheim wurde eine Lehrerstclle zu Langen; dem Schlilamtsaspiranten Ludw. Rufer aus Nordhausen die er­ledigte zweite Lehrerstelle zu Bönstadt; dem Schulamts­aspiranten Andr. Spieß aus Dieburg die erledigte Lehrer- stelle zu Ludwigshöhe übertragen. Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Lollar.

"Versetzt wurde der Finanzamtsgehilfe bei dem Finanzamt Osthofen Karl Lang, z. Zt. zu Groß-Gerau, in gleicher Diensteigenschaft an das Finanzamt Alsfeld.

* Erledigt ist die Stelle de§ zweiten Beamten (Wasser- bauassessor) bei dem Wasserbauamt Mainz.

** Auf der amtlichen Konferenz der Pfarrer des -evang. Dekanats Gießen wurde allseitig die durch den Prinz-Heinrich-Flug am' 1. Pfingstfeiertage ver­ursachte Störung der Gottesdienste in allen durch den Flug berührten Gemeinden beklagt und der geistliche Abgeordnete d-es Dekanats in per Landessynode beauftragt, die Sache bei der nächsten Tagung der Landessynode öffent­lich zur Sprache zu bringen und oas Bedauern weiter kirch­licher Kreise darüber auszusprechen, daß diese Veranstaltung! an einem hohen christlichen Feste stattgefunden hat.

Die Vereinigung für gerichtliche Psycho­logie und Psychiatrie in Hessen hielt am SamStag, den 24. Mai, in dem Hörsaal der Klinik für psychische und nervöse Krankbeiten ihre gut besuchte 16. Hauptversammlung ab. Im Mittelpunkt der Verhandlung stand der Vortrag des ObermedizinalratcS Dr. Balser-Darmstadt über die Frage der Prostitution. Wollen wir an dieses ungemein wich­tige und schwierige Problem mit Erfolg herantreten, so können wir dies nur, wenn wir mit voller Unbefangenheit die be­stehenden Tatsachen einer kritischen Prüfung unterziehen. Ober­medizinalrat Balser verstand es durch seine exakten Aus­führungen, seine Zuhörer zu fesseln und sie anzuregen, im Kampfe gegen die ungeheueren Schäden sittlicher, krimineller und vor allen Dingen gesundheitlicher Art, die die Prostitution im Gefolge hat, mitzuhelfen. Wer schon Gelegenheit gehabt hat, die schweren, dauernden Schäden, die eine geschlechtliche Infektion für das Individuum, sowie für die Familie hat, zu beobachten, der wird es verstehen, daß die wirksamste Be- kämpfung auf diesem Gebiete in dem Kampfe gegen die Ge­schlechtskrankheiten gipfelt. Wahren Menschenfreunden muß es zur Pflicht gemacht werden, als Helfer im Kampfe gegen die venerischen Krankheiten, die am Marke unseres Volkes zehren, teilzunchmen. In der sehr rege verlaufenen Aus­sprache wurden von medizinisch-juristischer Seite über diese Frage wertvolle Betrachtungen angestellt.

" Stadttheater. Zum morgigen Gastspiel der Geschwister Wiesenthal dürüe sotgende Besprechung eines Frankfurter Blatts von besonderem Interesse sein, da sie dasselbe Programm be­handelt, das auch hier gegeben wird. Gesten, waren die Schwestern Elsa und Berta W , e s e n l h a l wieder hier emgekehrt, um ei­nem dankbaren Publikum mit ihrer liebenswürdigen Kunst einige frohe Stunden zu bereiten. Ter Saal des Kaufmännischen Vereins war nahezu ausverkaust, und man brauchte sich darüber nicht zu wunden,, denn das treffstich zusanunengestellte Programm mit seinen wohlerwogenen S eigerungen ließ die Zuschauer nicht aus einem gern getragenen Banne los. Den Abend eröffnete die Gavotte ansManon" von Massenet, in der die beiden Künst­lerinnen (Berta als Kavalier) wie lebende Porzellanfigürchcn aus der Rokokozeit erschienen. Allerliebst war das Haschen und Entrinnen in der Violetta-Polka von Joh. Strauß. Im zweiten Teil bot der WalzerSphärenklänge" vonJoh. Straiiß reizende Bilder, die durch das Rot und Weiß der Geivänder bei blauem Hintergrund sehr belebt wurden. Die Krone des Abends war der am Schluffe gebotene Faiistwalzer (Gounod). Wie weiße Falter im Sommerjonnenlicht selig sich wiegen, so schwebten die beiden Schivestern ganz in W über die Bühne Zierliche, lang­same Pas wechselten mir selbstvergessenem Schweben un Walzertakt, um gegen Ende m einen Taumel überzngehen, als sei der Geist eii,es griechischen Bacchanals wach geworden, b,s selige Ruhe den Tanz beschloß. Der Beifall wollte kein Ende nehmen und das Publikum ging nicht, bis es eine Wiederholung erzwungen hatte.

*'Alice-Frauenverein für Krankenpflege. In der vergangenen Woche fand in dem hiesigen Garnison- Lazarett die Schlußprüfung der Helferinnen vom Roten Kreuz statt. Der praktische Kursus, der sich an den durch Oberarzt Dr. von Homeyer abgehaltenen theoretischen an- schloß, umfaßte einen Zeitraum von 5 Wochen und wurde von Stabsarzt Dr. Budde geleitet. 9 Samariterinnen Hälfte der angemeldeten konnten angenommen werden. Eine Schivester des Alice-Hospitales Darmstadt war als helfende Kraft dem Stabsärzte beigegeben und eine zweite stand durch Entgegenkommen des Professor Dr. Opitz gleich­falls zur Verfügung. Altßer dem Oberstabsärzte Dr. Wiesinger, dem Leiter des Kursus, Stabsarzt Dr. Budde, sowie Oberarzt Dr. Weckerling wohnten der Prüfung die erste Vorsitzende deS Alice-FrauenvereinS mit einer VorstandS- dame, Geheime Mcdizinalrat Dr. Haberkorn, als Vorstand des Kreisgesundheitsamtes, und Landgerichtsrat Wiener als 1. Vorsitzender des Zweigvereins vom Roten Kreuz bei. Sämtliche Samariterinnen bestanden die Prüfung und e5 konnte ihnen die Reife zur Helferin zuerkannt werden. An­fang Oktober d. Js. wird der zweite Kursus abgehalten werden, mit dem zugleich ein Uebungskursus für Helferinnen in Aussicht genommen ist. Ten Helferinnen früherer Kurse wird dadurch Gelegenheit zur Wiederholung, somit weiterer Ausbildung geboten.

"Alldeutscher Verband. Morgen wird in Steins Garten in einem vom Alldeutschen Verba«,d veranstalteten Vortragsabend Herr Dr. med. F. Siebert gus München, der bekannte liberale Politiker und Mitarbeiter des "Archivs für Raffen- und Gesellschafts­biologie, einen Vortrag halten überRassengedanke un b moderne Weltanschauung". Die interessante Frage von einem Redner mit reicher Erfahrung auf national-politischen wie auf biologischen Gebiete behandelt zu hören, wird wohl vielen um so willkommener sein, als in Gießen über die mobernen, rasch auf­

blühenden Bewegungen in der Raffenfrage noch nicht gesprochen wurde.

** Vom Kaufmännischen Verein wird uns ge­schrieben: In Barmen tagten der Deutsche Vor­trag s-VerÜ and und der Deuts cheBerbandKauf- mlännischer Vereine. Ter hiesige Kaufmännische Verein, der beiden Verbänden angeschlossen ist, nxrr durch seinen Vorsitzenden vertreten. Bon der Regierung wohnten den Verhandlungen (M). Regierungsrat Sief art, vortragen­der Rat im pdÄchssamt des Innern, Berlin und Wirkt. Geh. Oberregierunasrat Neumann vom preußischen Mini­sterium für .Handel und Gewerbe, Berlin, bei. Dr. Wilh. O'hr, München, sprach überDeutschland als In­dustrie- und Han d els st aat", Herr Stadtv. Heinrich Ehlers, Frankfurt, berichtete danach überParität undGewerkschaft", worauf Stadtv. Vesper, Barmen überSamstag-Frühschluß" sprach. Außerdem wur­den innere Verbandsangelegenheiten verhandelt.

" Goldene Hochzeit feiern heute Friedrich Heuser und dessen Ehefrau.

Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern nach­mittag auf der Burg Gleiberg. Ein 13jahriger Junge aus Wetzlar, der ohne Aussicht war, kletterte auf der Zwinger­mauer, rutschte aus und stürzte etwa 12 Meter tief ab. Er erlitt schwere innere Verletzungen und wurde hierher in die Klinik gebracht. An dem Unfall trifft niemand eine Schuld, da alle gefährlichen Stellen abgesperrt sind.

Kreis Büdingen.

Nidda, 24. Mai. Der Hilfsverein Ober- Mockstadt hielt im Gasthaus ,Zum GambrinuS" eine Mit- glieder-Versammlung ab, in der der Geschäftsführer deS Ver­eins, Bürgermeister Birkenstock-Ranstadt, Bericht erstattete über die seitherige Tätigkeit. Dem Bericht entnehmen mir, daß der Hilfsverein bis jetzt 600 Gläubiger mit einer Gesamt­forderung von 810 000 Mk. gegen einen Nachlaß von rund 180 000 Mark befriedigt hat. Der Hilfsverein hat/3 aller Gläubiger befriedigt und 2/s der Forderungen gegen den Kon­kurs erworben; er hat damit einen Erfolg zu verzeichnen, der alle Erwartungen übertrifft. Es ist anzunehmen, daß alle Gläubiger das günstige Angebot deS Hilfsvereins annehmen, und deshalb sollen noch weitere Gelder verfügbar gemacht werden. Der Kreis Büdingen hat dem Hilssoerein ein un­verzinsliches Darlehen gegeben, wofür die Versammlung dem anwesenden KreiSrat Boeckmann dankte.

Kreis Friedberg.

r. Bad-Nauheim, 25. Mai. Frau Julie von der Heide aus Dortmund, die seit 25 Jahren unfern Bade­ort in jedem Sommer als Kurgast besuchte, wurde durch Uebersendung eines Blumenstraußes und eines Pracht­albums vom Kurdivektor erfreut. In: vorigen Jahre hatten wir rund ein Dutzend Kurgäste, die durch obengenannte Aufmerksamkeit ausgezeichnet werden konnten. Anläß­lich der Vermählung der Prinzessin Viktoria Luise mit bem Herzog von Cumberland fand gestern abend auf der Terrasse Festkonzert und großes Feuerwerk statt. Beim Er­tönen desHeil dir im Siegerkranz" standen sämtliche Be­sucher auf und sangen die Hymne mit. Heute nachmittag fand in der Turnhalle die Ueberreichung der Ge­sellenbriefe an 16 junge Leute, die sich der Gesellen­prüfung unterzogen hatten, statt. Unter den Prüflingen befand sich auch die Tochter des Bierhändlers Geist, die. ihre Prüfung vor dem Ausschuß als Kleidermacherin mit Gut" bestanden hatte. Als Vertreter der Zentralstelle war Hauptlehrer Scheidt- Friedberg anwesend. Die Hand­werkskammer hatte Syndikus Engelhardt, das Kreis- amt Kreisamtmann Herwegh entsandt. Bürgermeister Dr. Kayser vertrat unsere Stadt. Der gestern abge­haltene Verbandstag der hessischen Hebammen war von über 200 Teilnehmerinnen besucht. Die Regierung war durch Geh. Medizinalrat Dr. Hauser-Darmstadt, das Kreisamt durch Kreisamtmann Dr. Perth-Friedberg, und die Stadt durch Bürgermeister Dr. Kayser vertreten. Außerdem beteiligten sich an der Tagung Vertreter der Zentrale für SäuglingsfüWopge und d.eS hiesigen Aerztc^ standes.

l. Butzbach, 24. Mai. Gemeinderatssitzung. Anwesend: Bürgermeister Flach, Beigeordneter Herl, die Gemeinderatsnntglieder Braubach, Grauer, Heil, Heist), Küchel, Müller, Oppenheimer, Tröster. Entschuldigt fehlen: Beigeordneter Hadermann und Dr. Vogt. Das Kon­zessionsgesuch des Herrn C. Groß zum Mrrtschastsbetrieb in dem ehemaligen Kalbfleischschen Haus an der Bahnhof­straße wird unter Bejahung der Bedürfnisfrage rur Ge­nehmigung befürwortet. .Herr Oppenheimer berichtet für den Finanzausschuß über die Eingabe des Spediteurs Adam wegen Erhöhung der Vergütung für die Stra­ßenreinigung und über die Verhandlungen über die Müllabfuhr. Der Ausschuß schlägt vor, Adam eine bc- sondere Vergütung für das Rechnungsjahr 1912 und eine jährliche Vergütung von 200 Mk. für eine Nachreinigung der Straßen an Sonn- und Feiertagen zu bewilligen und eine Bekanntmachung folgenden Inhalts zu erlassen:f)!ach- dem sich herausgestellt bat, daß sich die unentgelt­liche Abfuhr von Müll und sonstigen Abfällen in Verbindung mit der Straßenreinigung nicht aufrecht erhalten läßt, da die von dem Unternehmer hierfür aufzu­bringenden Kosten weitaus das überschreiten, was man billigerweise von ihm verlangen kann, wird vom 1. Ium ab der Unternehmer nur noch den Straßenkehricht abfahren. Den Bewohnern bleibt es überlassen, sich mit dem Unter­nehmer über die Abfuhr der Abfälle auseinanderKusetzen." Herr Müller schlägt vor, die Mllabfuhr auf Kosten der Ztadt ausführen zu lassen und die entstandenen Kosten wieder von den betreffenden Personen zurückzuerheben Nach längerer Aussprache wird der Vorschlag des Finanz- ausschusses angenommen. Für den Bauausschuß berichtet Herr Oppenheimer über die Besichtiguna des Realschul­gebäudes und die Prüfung der vorliegenden Kostenberech­nung über die auszuführenden Unterhaltungsarbeiten tin Realschulgebäude. Es wurde beschlossen, die vorgesehenen Arbeiten nach der vorliegenden Kostenberechnung, die ak notwendig betrachtet worden, ausführen zu lassen und tm nächstjährigen Voranschlag einen Betrag für die äußere Unterhaltung des Gebäudes vorzusehen. Auf Antrag des Beig. Heil sollen im nächsten Voranschlag die Kosten für Fortsetzung der Trottoiranlage in der Ludwigstraße vor­gesehen werden. Dem Obst-^und Gartenbauverern wuroe zur Veranstaltung eines Festes ein Zuschuß zur Be­streitung der Kosten von 100 Mk. bewilligt Hieraus wurde die Beratung des neuen Entwurfs der Ortsbausatzung fort­gesetzt und beendet.

Kreis Wetzlar.

X Dorlar, 25. Mai. Vorn Herrlichsten Wetter bcgimlhgt und unter äußerst refler ^Beteiligung beging unser Turnverew beute das Fell seiner Fahnenweihe. Tas neue Banner von der ^apnen- sabrik Otto Trivan-Hann.-Atünden angefertigt, trägt die ZuMm: