ltt. 45
Sweites Blatt
165. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
ruar ari dieser langen Reden ist, daß alles
[al ' n6”l®itti । !>erm alten bleibt, da kaum anzunehmen sein luirb, daß
* der ; )ie Regierung durch den Redestrom, den sie über sich ----W ergehen lassen müssen, von ihrem Standpunkt hinweg-
, stspült worden ist. Man kann wohl auch kaum sagen, daß
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Uatie, Geheimerat Dr. Becker, hören. Faustdick zog er s eine Striche durch die utopistischen Malereien der Genossen, die seine Ausführungen fast immer schweigend hin-
orzügliches Tafdb bestens gepflegt m Ansschani
Die ^tehraer §amilienbtätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das ..Krdsirlatl für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. D,e „Landwirtschaftlichen 3elt« fragen" erschemen monatlich zweimal.
Samstag, 22. Februar 1913
Rotationsdruck und -üerlag der Brühl'schen Universiläls - Bilch- und Steinbruderti.
R. Lange, Gießen.
)ie vier Tage geeignet waren, die Regierung von der Notwendigkeit einer Revision des Eisenbahn-Gemeinschafts- . Ertrages zu überzeugen. Denn im großen und ganzen W die Forderung einer derartigeii Revision doch auf lehr schwankender Grundlage — auf einer Grundlage, die ,iu beurteilen den Gegnern des Vertrages zum mindesten hehr schwer sein wird. Wie Kenner der Verhältnisse behaupten — unsere Ausführungen beruhen auf Erkundigungen —, läßt sich dieser schwere Stoff überhaupt nicht front grünen Tisch bearbeiten. Die Eisenbahngemeinschast nst derart eng, daß sich eine Trennung — was wenigstens bitweise zum Zwecke der Materialbeschaffung, die hier go lordert wird, nötig ist — nur mit großen Schlvierigkeiten Lnd nicht ohne Verkehrsstörungen, die sich unter Umständen Mer Jahre hinziehen können, durchführen läßt. Mit □00 000 Mark sind die Kosten keineswegs gedeckt, ganz Mgesehen von anderen Schäden, die nicht außer acht gewissen werden dürftest.
Redaktion, Expedition und Drllckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e=j6> öl. Redaktion:«Ell2. Tel.-Adru AnzeigerGreßen,
— Heber die wahrscheinliche Ursache der -Lis- reit sprach Prof. Penck in der letzten Sitzung dec kgl. preutz. Akademie. i$r verbreitere sich ausführlich über die Formen der Landoberfläche uni) Verschiebungen des Klimagürtels in der Vorzeit und lomnrt zu dem Ergebnisse, daß während der Eisze.it die Klimagürtel der Erde gegen den 'Mcquaror hin verschoben waren, die Schneegrenze war ber abgeb rüdt und die beiden Trockengrenzen in niedere Breiten geroidjen. Die Bewegung der Schneegrenze erscheint bedeutender als die der Trockengrenze, beläuft sie sich doch auf 800—1300 Meter, das ist rund ein Fünftel dec größten Höhe, roeldtc die Schneegrenze auf der Erdoberfläche hat, während die Bewegungen der beiden Trockengrenzen nur 3 oder viel leicht ö Grade der Breite ausmachen. Penck betont, daß die heutigen Klimagürtel bereits währeird der Eiszeit vorhanden waren, wenn mich in etwas äguatvrwärts verschobener Lage. Wir dürfeir daher, nach seiner Ansicht, die Eiszeit nicht mehr einseitig so fassen, wie es Louis Agassiz getan und wie es auch von Neuern vielfad) geschieht, und mir ihr die Vorstellung von riesigen Gletschern auf allen Teilen der Erde verbinden. Nur dort, sagt Penck, wo heute die Schneegrenze schon tief liegt uni) ioo durch ihre Herabdrückung große Flächen Landes in das nivale Nima rückten, kam cs zu großen Vergletscherungen, während dort, wo sie hoch liegt, und wo durch ihre Herabdrückung nur kleine vereinzelte Erhebungen in ihr Bereich einbezogen mürben, nur kleine Gletsd>er entstanden. Nach Pencks Auffassung ist die Eiszeit Teilerscheinung einer Episode, während welcher das feuditc Tropen gebiet eingeengt und das nivale Klima viel «rusgedehnter war als heute. Die Herabdrückung der Schneegrenze aber könne, wie Penck ausspricht, nicht als 'Folge geänberter Achsenstellung der Erde gedeutet tucrbeit, die Allgenreinheit ihres Auftretens erscheine vielmehr als Wirkung einer Temperaturermäßigung der Erde überhaupt. Hierauf könne auch der geringere Abstand der beiden Passatzonen zurückgeführt werden, der für die Eiszeit anzunehmen sei. Hiernach müßte also für das große erdgeschichtliche Bergins des Eiszeit eine kosmische Ursache anzunehmen sein, sei es, datz die Sonne geraume Zeit hindurch weniger Wärme ansgestrahlt hat als später, sei es, daß zwischerr sie und.die Erde cm wölken oder nebelartiges Medium trat, das ihre Wärmestrahlung für uns verminderte. -Derartige Schlüsse bezüglich der Ursache der Eiszeit hat man and) früher fdpm gezogen, ne lwben aber aus manc^rlei Gründen keinerr allgemeinen Beifall gesunden
Seite wird eine Unterstützung des Berliner Kolonial« Museums durch) das Reich gewünsd>t. Der Ausschuß nimmt einen Besuch des Museums in Aussicht. Von einem Mitglied der Bolkspartei wird die Ausrüstung einer Expedition jur Erforschung des Fischreicht ums in b e n Kolo n i e n und Küstcngewässern angeregt, unter Hinweis auf die lebhafte Tätigkeit der Franzosen und Portugiesen auf diesem Gebiete.
Die Forderung für die Erforschung der Rech t s « Verhältnisse der Eingeborenen ist von 25000 auf 5000 Mk. herabgesetzt. Alle Parteien erheben lebhaften Widerspruch dagegen.
Dienstag Weiterberatung.
wen n. Cmgepi, irünbet 1901 -Telr 2300 MitMr. i*wi(Ä wieblroswerttdkii^ antfle für Familie :cun Serieihmgite-t “ SvarHiolagei eben mitp/sverzinr^ Itucintrittt lönm ch crsolaen.
l 50 ibn. EinliWel) i i DollbettMS-W'
inderfr&uielB.
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Was sonst aus der heutigen Sitzung bernerkensluert lit, ist bald erzählt:
Das gestern begonnene Geplänkel zwischen der Sozial- bemokratie und der Fortschrittlichen Volkspartei — also Wischen den Parteien, die sonst immer ganz gut miteinander auskommen — wurde heute fortgesetzt, fand aber einen unblutigen Ausgang. Dann neckte" der Abg. Bähr ein bischen die Regierung, indem er sich über die Nichtbeantwortung einer von ihm gestellten Frage beschwerte, rras dem Finanzminister eine willkommene Gelegenheit schien, hervorzuheben, daß er nur sehr selten einmal mit dem Abg. Bähr gleicher Meinung sei.
Damit war endlich die Aussprache über die Staatseisenbahnen geschlossen, und die Abstimmung ergab, wie antgeteilt, Annahme des Ausschußantrages.
Das Lotteriekapitel ging glatt.
Kapitel 12, Direkte Steuern, Regalien usw., wird uns tvohl wieder längere Zeit beschäftigen. Hierzu brachten zrimächst die Abaa. Uebel und Lutz ihre Wünsche vor. Dann ließ sich der wohl erfolgreichste Bekämpfcr der Sozialdemo-
Aus Hessen.
Aus der Kammer.
W Darmstadt, 21. Fabr. Nack langen hier Tagen mrrde heute endltch die Beratung über Kapitel 10 zum Abschluß gebracht und der Antrag des Ausschusses ohne Widerspruch angenommen.
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zubringen pflegten, fehlt die Lepra dagegen. Dr. Engelbreth nimmt als sicher an, daß die Lepra burd) btc Ziege übertragen wirb, wenn er and) nicht anzugeben weiß, auf welchem Wege, ov burd) den Milchgenuß, ob beim Melken ober rote sonst. Vielleicht, so meint er, ist die Lepra eigen tiid) eine Krankheit der Ziege, die auf den Mensd)en übertragbar ist. Vielleicht ift die Lepra der Siege eine der Tuberkulose ähnliche Krankheit, bic sich bet der Biege burd) die Bildung gelbgrauer, harter nicht käsiger Knoten in den Eingeweiden äußert, Ersd)einungen, die denen der Lepr«^ bnm Menschen an inneren Organen ähneln. Lepra- und -ruder- kulvseerreger ähneln einander bekanntlich außerordentlich.
Tie erkrankten Ziegen können nach Dr. Engelbreth burd) eme biologischc Reaktion, nämlich die auf eine TuberkulmlNiektwn, erkannt werden. So seltsam Dr. Engelbreths Theorie klingt, io verdient sie jedenfalls ernsthafte^ NadMüfung.
- Der gereinigte Wagner. Man schreibt uns ans Dresden: Mit dem Freiwerden der Wagnerschen Werte fangen auch schon einzelne „Nummern" daraus aus, in Form von Ausgaben für Frauen- unb Männerchöre populär zu roerben. Line eigentünilidc Probe gab kürzlich das Konzert eines Dresdener Chorvereins, der das Spinnerlied aus dem „Fliegenden Holländer" in einer puritanisch gcre nigtrn Aufführung darbot. dw nämlich der Wagnersche Tert die Spinnerinnen von ihrem „Schatz plaudern läßt, da fangen sie auf dem Podium von ihrem „Vatm
Tas eröffnet ichiöne Perspektiven, -ler Kritiker bey „a,reSb. Anz " hatte ganz recht, »venu er bar auf btiuoies, da^nürn entsprechend diesem Muster den Pagen in Schumanns ,,^chön-Noh- traut" nicht den Mund der Prinzessin, sondern die Hand inner Großmutter küssen lassen müßte, ober den Becher des Kömgs in Thule als Geschenk einer Tante ausgeben sollte. . .
ks Ein hinterlassenes Werk von S w i n b u r n e. Eine interessante literarische Neuigkeit kommt aus London. Von dort wird nämlich berichtet, daß int Nachlasse von Algernon Charles S w i n b u r n c, dem gefeierten Dichter des viktorianischen Zeitalters, sich ein im Manuskript vollendetes Buch befunden habe. Die Veröffentlichung dieses nachgelassenen Werkes steht bevor. Es dürfte umsomehr Interesse erregen, als den Gegenstand des Buches kein anderer bildet, als Dickens, über den Swinburne in diesem Bande sein lüerarisches Urteil fällt. Der Kontrast dieser beiden großen englischen Dichter hnrb jedenfalls ein merkwürdiges und lehrreiches .Bild geben.
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Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Wendung des Art. 7 des Gesetzes bctr. die Besoldung der Staatsbeamten vom 9. Juni 1898 hervorgerufen wurden und zwar dergestalt, daß der zurzeit günstigste Anrechnungsfall zur Grundlage gemacht und der Gehalt eines jeden der benachteiligten Richter und Staatsanwälte im Verhältnis seiner nach Art. 7 anrechenbaren Vordienstzeit zu der des derz-eit günstigsten Anrechuungsfalles festgestellt wird.
rm. Darmstadt, 21. Febr. Die Abgeordneten Fenchel, Mergell, Kredel und Dr. Heidenreich haben heute bei der 2. Kammer einen Antrag zu Kap. 39 des Hauptvoranschlages, Höhere Bürgerschulen, einen Antrag eingereicht, nach welchem die Großh. Regierung ersucht werden soll, den Dispositionsfonds von 4000 Mk. auf 6000 Mk. zu erhöhen, damit diejenigen Bürgerschulen, welche zurzeit keine staatlichen Unterstützungen erhalten, in geeigneter Weise Hilfe erhalten rönnen.
Politische Tagesicbau.
Zur Reichstagsersatzwahl
in Zauch — Belzig — Jüterbog — Luckeuwllde.
Nachdem die Wahl des Abg. v. Oertzen (Reichspcrrtei) vom Wahlprüfungsausschuß des Reichstags einsttmmig für ungültig erklärt worden ist, hat der genannte Herr sein Mandat niedergelegt. Der Wahlkreis muß sich auf einen Wahlkampf gefaßt machen, wie er in gleicher Schärfe bisher kaum jemals geführt worden ist. Der Kreis befands sich vorübergehend (von 1877 bis 1884) im Besitz der Fortschrittspartei, von 1884 bis 1903 wurde er im Reichstage durch den bekannten Chefredakteur der „Kreuzzeitung" Dr. Kropatscheck, und seit dieser Zeit durch den reichsparteilichen Gutsbesitzer Ulrich v. Oertzen vertreten. Um das Mandat werden jetzt die Reichspartei (voraussichtlich mit ihrem bisherigen Inhaber) sowie die Sozialdemokratie und Fortschrittliche Volkspartei ringen. Innerhalb dreier Jahrzehnte war es der Fortschrittspartei nicht gelungen, ihren Kandidaten auch nur in die Stichwahl zu bringen. Diesmal hält man in ihren Kreisen die Aussichten für besser.
Ein Sieg der mecklenburgischen Ritterschaft.
Als der letzte mecklenburgische Landtag verabschiedet wurde, kündigte der Großherzog eine neue Verfassungs- vorlage in einem außerordentlich einMerufenden Landtage an, und für den Fall ihrer Ablehnung soll eine Auf- oktroy.ieruna erfolgen. Jetzt verlautet mit großer Bestimmtheit, daß die maßgebenden Regierungsstellen vorder Ritterschaft zurückgewichen seien. Seit einiger Zeit seien Verhandlungen zwischen dem Ministerium und der Ritterschaft geführt worben, die zu einem völligen Siege der Ritterschaft geführt hätten.
Es dürfte ein außerordentlicher Landtag für Ende April oder Anfang Mai einberusen werden, dem eine neue Vorlage unterbreitet werden soll, deren Inhalt aber die Bürgermeister zur Ablehnung zwingen müsse. Tann solle aber diese neue Vorlage mit Hilfe der Ritterschaft oktroyiert werden.
Aus Neustrelitz kommt dazu noch folgende Meldung: Zu der Meldung aus Schwerin, daß die mecklenburgische Regierung beabsichtigt, eine neue Verfassungsvorlage mit Hilfe der Ritterschaft zu Ungunsten der Landschaft einzubringen, meldet die Landeszeitung für beide Mecklenburg, daß, soiveit sie an den zuständigen Stellen feststellen konnte, der Regierung von diesem Plane absolut nichts bekannt ist.
Der preußische Eisenbahnmiuisler unb die Fahrkartensteuer.
lieber die Stellung des Ministers der öffentlichen Arbeiten zu einer Aushebung der Fahrkart en st euer schreibt die „Nordd. Allg. Ztg." in Berichtigung unzutreffender Meldungen folgendes: ,r
Turch die Presse geht die Nachricht, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten im Butw et aus schuß deS Abgeordnetenhauses erklärt habe, persönlich einer AufhebungderFabrkarten- (teuer sehr geneigt zu sein, nicht etwa int fiskalischen Interepe der Staatseisenbahnverwaltung, sondern aus verkehrstechnischen Gründen, um eine bessere Verteilung der Reisenden auf die einzelnen Wagenklassen zu erzielen. Diese Mitteilung ist teils ungenau, teils unzutreffend. Unrichtig ist, daß der Minister ttch für Aushebung der Fahrkartensteuer ausgesprochen hat. ^er Minister hat — ebenso wie in früheren Jahren — lediglich erklärt, daß er eine Abänderung der heutigen Fahrkartensteuer sehr erwünscht halte, weil durch deren verfehlten Auchan Abwanderungen von Reisenden in nichtigere Klassen — namentlich aus der 1. in die 2. Klasse — hervorgerusen worden seien, die nur .bnrd) eine mehr gleichmäßige Verteilung der Steuer auf die drei oberen Klassen wieder rückgängig gemacht werden könnten. Tamit ver-
Au; Öen Heid)$tagsausfi)ii{feit.
:: Berlin, 21. Februar.
Die Frage der Selbstvkrwaltnug in Südwest.
Unter Teilnahme des Gouverneurs von Südwest-Afrika, Dr. Seitz, setzte der B n d g e t a n s s ch n ß die gestern abgebrochene Besprechung über die Entschließungen fort, bctr. die Selbstverwaltung der .Koloiiian und die Heranziehung eines Ansiedlers ans Südwest zu den Beratungen des Budgetanssd)usses. Verschiedene Redner wenden fick) gegen den letzteren Gedanken: so bezweifelt ein N a t i o n a l l i b e r a l e r, ob ein solcher Ansiedler mit Sicherheit den genügenden Ueberblick über die Gesamtverhält- nisse in den Kolonien und auch die genügende Vorurteilslosigkeit in den wirtschaftlichen Fragen besitzen würde. Auch der Antrag des Zentrums sei verfrüht: man könne in diesem raschen Tempo in *Djer Ausdehnung der Selbstverwaltung nicht vorgehen. Eine Zurückziehung der Sdwtztruppe aus Südwest sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich, unter anderem auch, da sonst ein Zusammenbruch vieler Farmbetriebe erwartet werden müßte. Ein Sozialdemokrat hat den Eindruck, als ob die Inter- essen der Ansiedler beim ReickOtag genügend gewahrt werden. Die Gedanken der Entschließungen seien in den nächsten Jahren kaum durchführbar.
Auch ein konservativer Redner wendet sich gegen beide Entschließungen. Staatssekretär Solf weist daraus hin, daß die berechtigten Gedanken der Entschließungen vielfad) schon praktisd) durchgesührt worden seien. Es haben schon versdstedene Farmer, z. B. Schlettwein, an den Verhandlungen des Budgetausschuffes teilgenommen. Die weitere Dezentralisation, die das Zentrum wünsche, entspreche durchaus ber Marschrichtung, in der man sich befinde. Indessen soweit |ci man doch noch nicht, daß Südivest ganz selbständig gemadit werden könnte. Gouverneur Seitz bemerkt auf eine sozialdemokratische Vorhaltung, wenn oon ihm eine schärfere Vorschrift über die Zu- und Abwanderung von Eingeborenen in einzelnen Bezirken erlassen worden sei, ‘ durch Einführung eines Paßzwanges und Erhebung einer Paßgeibühr von drei Mark, so entspreche diese Vorschrift durchaus den Wünschen der Missionen, die ein Einschreiten gegen das zwecklose Herumwandern verlangt haben.
Die Bolkspartei zieht schließlich ihren Antrag zurück. Es genüge, daß die Sache im Ausschuß zur Sprache gebracht worden sei, im einzelnen würden sich ja manche Schivierig- feiten ergeben. .
Ein Mitglied der Bolkspartei kam aus ben tn der Presse gemachten Vorsdstag des Regierungsrats Zacher zu spreck)en, das- aus K o st e n d e s Reiches eine Anzahl Abgeordne t e r R e i s e n i n d i e K o l o n i e n m a ch e n sollen. Er würde die Durckssührung dieses Planes für sehr wünschenswert halten, damit etwas mehr Sackstenntnis bei der Behandlung kolonialer Fragen im Reichstage sick) ansammeln möge. Gegen diese Anregung wendet sick) mit Schärfe ein Mitglied des Zentrums, unter Hinweis auf die unerfreulichen Ergebnisse der Reue in die Gebiete der Ansiedlungskommission. Man sehe immer wieder ja dock) nur Potemkimsche Dörfer und einzelne Besucher werden in eine zwecklose Begeisterung hineingeraten, die m ihrem Scklußeffekt wieder bem Reiche bedeutende Kosten auserlegen würde. Und das ist in einer Zeit, wo das Reich vor gewaltigen neuen Ausgaben steht, doppelt gefährlick). , , t .
Der Zentrumsantrag wird a b g e I e I) n t, dagegen eine Entschließung aller Parteien angenommen, die den Reickiskanzler ersucht, in den nächsten Etat für die Schutzgebiete höhere Ausgaben zu S ch u l z w e ck e n einzustellen.
Hierauf begann die Einzelberatung. Eine größere Erörterung knüpfte sich an die E r h ö h u n g d e s s o g e n a n n t e n Afrikasonds von 150 000 auf 200 000 Mk. Allgemein wurde die Erhöhung begrüßt wegen der großen Bedeutung der kultlirellen und wirtsd-aftlichen Erforschung Afrikas. Von nationalliberaler
leicht aber daß durch diese Anspannung wenigstens soviel erreicht wird, daß der Voranschlag anfangs März, ver- cubschiedet werden kann.
3er Vorstand des Verbandes d'r Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften
bat am Freitag in Darmstadt zusanrmen, um eine Be- sorechuna wegen des Zusamnienbruches abzuhalten, auch i:mrde über bic Wahl eines neuen Vorsitzenden für den verstorbenen Geheimrat Haas verhandelt. Wie wir hier- W erfahren, wurde zunächst die Wahl eines provisorischen Stellvertreters beschlossen.
Anrechnung der Bcsoldungsvordicnstzeit für Richter und Staatsanwälte.
Die Abgg. Dr. Winkler und Dr. Boxheimer beantragen, üt Kapitel 89 Titel 2 des Hauptvoranschlags 6000 Mark »in zu stellen, um solche ungerechtfertigten Ungleichheiten in Um Besoldungsverhältnis,en einer Anzahl jüngerer Richter und Staatsanwälte auszugleichen, die durch die Art der An-
nehmen, da sie gar zu leicht Gefahr laufen, sich durch Zwischenrufe zu blamieren.
Die nächste Woche wird die arbeitsreichste sein. Diel-
Cine reue Theorie der Lepra.
Eine neue, von dem Arzte Dr. P Engelbreth auf- L-stellte Theorie der Lepra wird im ,/Britgh Medical Journal bekrochen. Dr. Engelbreth wlll erkannt, haben, daß du Lepra Durch Ziegen übertragen werde und weiß vermiedene fachen ^tütie dieser mnächst merkwürdig anniutenbcn Anschauung mufübrm Nach stiner Ansicht überträgt sich die Lepra oon Mensch zu Mensch nur sehr 'selten. Auf 512 Ehen in denen nrner der beiden Gatten an Lepra litt, kommen, imecr ber Statistik Mitnimmt, nur 17, in denen der andere Gatte ebenfalls an Lepr S t so wenige, daß die Ansteckungsgefahr als äußerst nettng angesehen werden'muß. Es war al,v nach einem anderen 'leberttäger der Krankheit zu suchen, und die,er foll nach Dr. ,8ng&“§ SÄÄtben Ziegen V°-m°ls waren
Aegypten, Arabien, Kleinasien und Indien die Hauptherde dci ‘Seüra und aleichzeitig die Länder der Ziegenzucht. Zugleid, 'iSber Siege barbic Lepra ihren Einzug in Griechenland, gehalten, wohin K aus 5N°in°sic>r gelangte, and "°n.dort gmg-n d,e iranfbeu roie das Haustier zusammen nach Italien und Spanien. 4 Sä» W’SÄ“-'»»
Ä”: Die ZieMch' rheblid) eingeschränkt, weil die -uere du. B ^naclbrctb was® säWSSs 1848 gab es in Norwegen noch eine bnl&1 "0 n^ncu 1vöü •000 Leprakranke. Heute 5ählt inan e wa 250 000 Ziegen, way lend die Anzahl der Lepratranken 200 betragen mag.
. D°. L-lbr-ih tat feine Untersuchungen »nck ack bu neue lüett onsgebehnt unb heransgesunben, dal. au . . Uweiset' ist
ieziehung^zwischen Ziege unb teÄ
)n den Bereinigten Staaten fallt die Bertn g ot)er nit der der Ziege zusammen. Wo Spanier' P ^c’unb bic ^eger die ersten Ansiedler waren, findet fich di B
-eprg^ Unter bat englischen Mlonisten, die keine Ziegen m
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