hafte Beileid und die tiefe Teilnahme der Vertreter der bul garischen Nation ausgesprochen.
Tie Aufnahme der Nachricht in Wien.
Wien, 19 März, sämtliche Blätter »rüden ihre lichte Entrüstung über die (mreueftat in Saloniki aus und geben ihre wärmste Terlnabme kund zu »em Schmerze und der trauer Griechenland- Ti: Blätter heben die glänrenoen Elgemcharten des Röntg 5 hervor, rühmen seine diplomatische Gfr c f rb t rf » Ti Cb feit un» sein organisatori'ches Talent, dem die :Hrnat'>art;c des griednidint Volkes und Landes mm gröfeten Teile zuzm'chrerbcn ist. Die Blätter erinnern an die wieder hol tm Besuche des Königs in Wien, wo der König, welcher mit bm Rwer durch herzliche Freundschaftsgefühle verbunden war, |td) größter Beliebtheit erfreute.
Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" widmet der Ermordung des Königs der Hellenen einen herzlichen Artikel und schreibt u. a.: . .
Die Hellenen werden nicht vergessen, daß mit der Negierung des Königs GeorqioS ihre nationale Wiedergeburt verbunden bleibt, die Europa betmtnbetr. Sie werden sich patriotischen Zinnes um deit König scharen, der ut ictzverer aber großer Zeit das Erbe seines Vaters übernommen hat.
Die weftr- unö Deckungsvorlagen.
Die „Tägliche ^ttundschau" meldet über die Stcuerpläne der Regierung: Bezüglich der dauerndett Abgaben hat der Bundesrat die Vermögenszuwachssteucr fallen gelassen, da ein erheblicher Teil der Bundesregierungen dagegen ist. Tie Erbsch aftssteuer soll dem Reichstag nicht vorgcschlagen werben, weil Dehroorlage und Deckungsvorlage nicht mit verschiedenen Mehrheiten gemacht werden sollen. Ter Bundesrat hat den Befchlus; gefaßt, daß eine auf 80 Millionen geschätzte Besitz st e u e r erhoben werden soll, die dem Bassermann- Erzbergerschen (Gedanken vollkommen gerecht wird und den Besitz des Einzelnen nur eine erträgliche Belastung Minuten soll. Kotierungssteuer, Dividenden und .Kohlen st euer werden nicht ernsthaft beraten. Tic Beibehaltung der Zuckersteuer irnb des Uebertragungsstempels sollen weiter dem Reich eine Einnahme von 10Ö Millionen belassen 10 Mill, soll die .Kaliabgabe bringen. Möglicherweise, werden auch gewisse Stempelabgaben dem Reich überwiesen. Tas gesamte finanzielle Erfordernis zur Bilanzierung des Etats nrirb auf 220 Millionen jährlich angegeben. Tic einmalige Vermögenssteuer wird in drei Iahreszahlungen nach einer über das ganze Reich vorzuttehmettden Vermögensschätznng vorgenommen. Den Bauten soll Teklarationspflicht on die Steuerbehörde zur Pflicht gemacht werden, um der Vertu ö g e n s a b w a n d e r u u "g ins Ausland v o r z u b e u- a e n. (Droste Einnahmen sollen ebenfalls h-erangezogen tver- den. Kunst- und Wertgegenstände sollen aber steuerfrei bleiben. Gegen eine baldige Wiederholung der Vermögensabgabe sind Bürgschaften vorgesehen, n. a. die Bestimmung, daj; eine solche Abgabe innerhalb 100 Jahre, abgeselten von .Kriegszeiten, nicht wiederholt werden darf.
Nach dem „Lolalanzeiger" kommen bezüglich der Ber- .slärkuitg des Grenzschutzes int Rahmen der neuen Militär- noriaßc hauptsächlich die Festungen Posett unb Grau- denz in Betracht. Ferner ist eine Neuorganisation des Pionierkorps rmd eine Scheidung in Festungs- und Feld- Pioniere beabsichtigt.
Wie der Retchstagsabgeordnete Thumann in einer Versammlung in Strastburg mitteilte, werden die reichsländischen klerikalen Abgeordneten gegen di e Rü stu n g s v v r l a g e n stimmen und, falls zu der einmaligen Bermögensabgahe auch die Vermögen von 10000 Mark herangezogen werden sollen, auch gegen die Deckungs- Vorlage.
Statt und Lauft.
Gießen, 20. März 1913.
Karfreitag.
Man kann es in Zweifel ziehen, ob die Art, wie innerhalb der evangelischen Kirche der Karfreitag gefeiert wird, die rechte ist. In harmonisch ausgestatteten Kirchenräumen kommen die andächtigen Gemeinbeu zusammen, die Altar- decken weisen kunstvolle Stickereien auf, viele Lichter er» Hellen die weiten Hallen, an den Pfeilern bricht sich der Orgelton, und gutgeschulte Chöre tragen vor, was die größten Tondichter geschaffen haben. Alles ist fein abgetönt und echter Stimmung voll. Hiermit scheint das Ereignis auf Golgatha in scharfem Kontrast zu stehen. Golgatl)a ist so viel wie früher in Deutschland der Rabenstein, der (yalgen- berg. Auf diesem Hügel spielt sich ein Ereignis ab, das wahrlich nichts für Menschen mit empfindlichen Nerven, nichts für Stimnmngsmcnschen ist. Jesus stirbt einen qualvollen Tod, seine Pein ist nicht ,in einem Augenblick ab- ne lau, sondern sie erstreckt sich über mehrere Stunden. ^d)on den Alten, die in dieser Beziehung rauher waren als wir, erschien der Kreuzestod als etwas «schrecklichies. Riemals durfte der .Kreuzestod einen rönrifchen Bürger treffen, er war beschränkt auf Sklaven und Empörer, und die Juden hatten das Sprichwort: Verflucht ist jebennann, der am Holze bangt. Fast scheint cs, als ob die rechte Art, den Karfreitag zu begehen, die sei, die früher in der katholischen Kirche herrschte. Keine Glock? wurde geläutet, die Messe imtrbe mitten abgebrochen, daher der Ausdruck „verstörte Messe", in schwarzen Bus^e wandern warfen sich die Priester an den Stufen des Altares nieder, die Zeit der Buße dauerte bis zum Hahnenschrei am Ostermorqen
Man kann diese Art der .Karfreitagsfeier eindrucksvoll und ergreifend finden und wird doch der zuerst geschilderten größere Berechtigung ^uerkenneii. In feinem quäl - vollen Leiden offenbart Jesus feine Herrlichkeit Auch die gräßlichste Folter vermag nicht die Gemeinschaft zwischen ihm rind seinem himmlischen Vater zu zerstören, in gleicher Weise bleibt seine Liebe zu den Menschen unverändert. Ans feinem Leiden und Sterben fchöpst die Christenheit den stärksten Trost. Die Frömmste^ unb Reinsten zu allen Zeiten haben gesagt: Ta-> ist für mich geschehen Biele Menschen, denen die Verfehlungen vergangener Tage nacfp folgten wie ihr Schatten und die in einsamen Stunden von dem Schuldgefühl, das auf ihnen lastete, säst erdrückt wurden, haben neuen Mut gefaßt, als sie zum >vreuzc Jesu gekonnnen nxircn und aus seinem heiligen Leben und aus feinen' Sterben, das als das größte Opfer und als die reinste Hingabe in der ganzen Weltgeschichte erscheint, die Gewißheit gewonnen hatten, daß ein Gott da ist, der Sünde vergibt. Ein moderner Schriftstellm- hat gesagt: „Religion und Leid gehören zusaimnen wie Blume und Wurzel, wie Meißel und Marmor". Tarum verstehen wir, daß alle die TYmirigen nnb Leidtragenden auf der Welt, die ©leitben nnb die >kranken. die in ihren Hoffnungen Enttäuschten und die Lastträger im '?lnfblici auf Jesu Tod es gelernt haben, nicht nu !jr Lel^ ergetmngs voll zu tragen, fenbeni es- auch jo ufznfafsen, daß es ihnen eine Quelle neuer grast trurb * . tritt a:n meiftcn
an Paulus in die Erscheinung, der i>. - ft ferne ab durch
aus verständliche Wort gesprochen hat: Wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Und Tauferrdc sind im Tode dahingegangen frifl und getrost, weil sic mit Pchtt Gerhardt gelernt hatten zu beten: Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt dann du herfür, wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Vein. Darum haben wir ein Reckt darauf, den .Karfreitag nicht als Bußtag zu feiern, sondern als einen Tag, der uns auf die Höhe des Glaubenslebens führt und unsere Seelen mit Mut, Trost und Gttvißheit erfüllt. H- d.
*
** Tageskalender Biograp h»L ichtspiele: Täglich Vorstelluna.
Bakofsllammer-Lichtfviele: Täglich Vorstellung.
L i ch t s o i e l h a u s: Täglich Vorstellung.
Lber hessischer kl u n N v e r e i u. Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand. Geöfinet Freitag von 11 bis 3 Uhr.
** Promotionen an der Landes-Universität 1912. 1912 sind an der Landes-Universität in Gießen 3 Ehrenpromotionen und 180 Promotionen vollzogen morden. Einem alten Gießener Doktor, dein Professor Dr. med. et Dr. phil. h. c. Wilh. Kobclt in Schwan- beim, wurde aus Anlaß seines 50 jährigen DoktorjubilänmS das Diplom als Doktor der Medizin erneuert. Die Pro motioncn verteilen sich auf die einzelnen Fakultäten wie folgt: Theologische Fakultät 1 Doktor der Theologie honoris causa Dr. phil. Jak. Schoell, Professor am Prcdigerscminar in Friedberg; ferner 1 Lizentiat der The ologic; Juristische Fakultät 23 Doktoren der Rechtswissenschaft, darunter 11 aus Hessen; Medizinische Fakultät 1 Doktor der Medizin honoris causa Fabrikant Ernst Leitz jr. in Wetzlar; 41 Doktoren der Medizin, darunter 13 aus Hessen, und 45 Doktoren der Tierheilkunde ; Philosophische Fakitltät 1 Doktor der Philosophie honoris causa Geh. Kommerzienrat Wilh. Gail in Gießen; 71 Doktoren der Philosophie, darunter 36 aus Hessen.
* * I n Audienz empfangen wurden vom Großherzog am Mittwoch ii. n. Sanitätsrat Dr. Stoll von Bad-Nauheim, der Geh. Kirchcnrat D. theoL Eger, Direktor des Predigerseminars in Friedberg und Musiklehrer Höcker vom Lehrerseminar in Friedberg.
* * D i e Gemälde-Ausstellung des Ober- hessischen Kunstvereins ist morgen von 11 bis 3 Uhr mittags geöffnet.
* * DieStistungLehrerfrauendank an Vater Backes zum Vesten des Lehrerheims Vogelsberg hat jetzt den Betrag von 1100 Mk. erreicht.
* * Das Patent als Geometer 2. Kl. wurde den Geometergehilfen Gg. Jffland ans Dorheim für den Kreis Friedberg, Emil Döpfcr aus Gießen für den Kreis Gießen, Friedr. H a h n für den Kreis Gießen und Herrn. Mäfer für den Kreis Büdingen verliehen.
Entzogenes Patent. Durch Urteil des Pro- vinzialatlsfchusscs der Provinz Starkenburg wurde dem Johann Gg. Keil, früher zn Dieburg, das Patent als Gco meter I. Klasse entzogen.
* * M ä r z st ü r m c. Heftige Stürme suchen in den letzten Togen Nord -und Mittelciirova beim. Tcv Iw he Luftdruck, der während des ganzen Februars daS Festland bedeckte und ruhiges Wetter brachte, ist im März langsam von westlichen Lustwirbeln verdrängt worden. Bereits vom 4.-6. März wurde unser Küstengebiet von den ersten Stürmen betroffen. Ein zweiter Sturmwirbel erschien am 10. März, während sich seit dem 14. fortgesetzt 'starke Zyklonen folgen. Do die Sturmwirbel in östlicher Richtung vornberziehen, bringen ihre Rückseiten bei iwrdwest- lichen Winden Abkühlung, so daß vielfach Schneefchauer einsetzen. Auch Gewitter treten hierbei strichweise auf. Am 18. rückte die Frostgrenze bis 500 m Höhe herab, so daß die Mittelgebirge vielfach eine g-eschlossene Sckm'-edeckv tränen. In 2000 m herrschten bereite 10 Grad Kälte. Erne Besserung der Wetterlage ist zurzeit iwch nicht augedeutet. In der Höhe wehen Weft- wiirüe von 20 und mehr Sckuudenmeter Geschwindigkeit.
** Bücherkolportage. Zu der von uns im Dienstagsblatt gebrachten Warnung vor dem Kolportagevcrtrieb eines religiösen Buches durch eine Berliner Kolportagesirma wird uns heute mitgeteilt, daß der für hier bestellte Agent Künzel erklärt hat, er habe diese Sachlage nicht gekannt, und nach der durch uns erstatteten Aufklärung den Vertrieb des Werkes aufgegeben.
Landkreis Sieben.
— Lollar, 19. März. Tic von verschiedenen Einwohnern der Taubringer und der Hauptsttaße eingereichte Eirrgabe wegen Zlarralisierung beider Straßerr wird vonr Gemernderat als begründet erachtet und hierzu befckrlossen: Sämtliche Straßen, die iroch nirfjt tanolhicrt sind, werden in 4 Lose geteilt unb in vier aufeinander folgende Jahre kamrlisiert. Zrmächst soll ein Projektnusgearbeilet werden und nach dessen genauer Prüfung der Gemeinderat später entscheiden, mit welcl^enr Straft.enteil zuerst begonnen iuerbat soll. Tie erste Ausführung erfolgt 1914. — Das Gesuch der freiwilligen Feuerwehr wegen Ansckvftung von verschiedeirrn Ausrüstmigsgegenständen wird einnckmrig genehmigt, da der Gemeinderat es tfir feine Pflicht hält, die Feuerlöschqeräle trotz der vorhandenen Wofserleitung in gutem Zustande zu erhalten. — Das Stammholz wird an Zimmermetster Nuhn dahier tu den nachstehenden Preisen einschließlich des vorhandeuen Dürrholzes vergeben: Kiefernholz .30 und mehr Meter 24 Mk., 2l>—29 10 Mk , 12—19 11 M, Eichenholz 40 -49 Meter 32 Ml'., 30—39 24 Mk . 25—29 15,50 Mk., 20—24 13 Mk., 12—19 9 Mk., Fichtenholz 30 und mehr Meter 23,50 Mk., 25—29 20 Mk. 20 -24 18 Mk., 12—19 15 W. — Zu der Rechnung der G e m e i n dekran k ender si cke ru n g hat der C'kmteinbe rat nichts zu erinnern, sie schließt ab mit einer Eimrahme von 10176,45 Mk und einer Ausgabe von 9116,17 Mk, so daß ein lieb erschuf- von 1060,28 Mr. twckleibt. — Das Projeki zur Entwässerung des S ch u l k e l l e r S, das nach Angabe des Gemeinderate abgeäirdett wurde, wirs jetzt, nacktem ,'ich der Bor mrschlog Itebmnenb billiger stellt, qenelmngl.
X Hattenrod, 19. März. Heute wurde der älteste Mann unserer Gen,einde, der Landwirt Becht, zu Grabe getragen. Er erreichte ein Alter von 95 Jahren.
X Reiskirchen, 19. Marz. Mit dem Bau des DrtSneheS für die elektrische Leitung soll nächste Woche begonnen werden.
X Harbach, 19.März Von dem gegen 4 Uhr heute nachmittag von hier nach Grunberg fahrenden Zuge der Kleinbahn Lich—Grünberg stürzte bei der Kolbenmuhle der Schaffner ab und blieb sofort tot. Der Verlebte war erst ein Vierteljahr verheiratet.
Kreis Alsfeld.
OK Billertshausen, 19. Marz. Ein hiesiger 5l neck'! -"ui' a. er mit dein Schleifen großer Tannen beschäst'.gt war, von deut ziehendett Pferde an einen Baurn
gedrückt, wodurch der rechte 2lrm deS Knechtes gesplittert wurde.
0L Nieder-Ahnten, 19. März. Wegen der häufigen nächtlichen LluSschreitungen hat das Kreisamt 2llSfeld die Handhabung der Polizeistunde angeordnet.
Kreis Fricllberg.
v Bad-Naubeim, 19. Mörz. Für die heutige Sitzung der Stadtverordneten ftanb nur ein Punkt, bte Vergebung des städtischen Fuhrwesens zur Beratung. In der Nummer 64 des ,.Gießener Anzeigers" haben wir in einem längeren Artikel über die Vorgeschickcke dieser Angelegenheit beriduet. Neu nxir für heute, dan beide Bewerber, Morler und Meyer, yt nächst wieder eingelegt battet. NTüler aber gestern seine Lffette durch seinen Reckusanwatt/ckurück;ieh?it jicii und verlaargte, daß der Beschluß aus der nubtönnitlidxTt Sitzung, ^ber zu x^unfint Mörters lautete, auiredU erhalten werde. Tic Sradtverordileten waren aber mit dem Bauausschuß der Äniidtt, daß ein Beschluß ihrer .Körverschon für Wörter erst daun bindend gewesen fei, wenn ihm der Zuefchlag erteilt wäre, da dieses aber nicht geschehen ist. konnte die Versanunlimg ihren erften Beschluß kurzerhand aufheben und neue Angebote einfordern Ta Mörler seine Angebote zurück- -,og imb Mever Misterdem billiger wie dieser war. mußte Meyer der viufdlflii erteilt werden. — Ter jtzamvf um das Fuhrwesen ist begreiflich, da der städtisck>? Boronsc^ag für 1913 den Betrag von 18000 Mk. vorsiehl Cb die Sach? mit obengenanntem Beschluß erledigt ist, bleibt, loroeit Morler in Betracht kommt, fraglich, da dieser in einem, au die Stadtverordnetenversammlung gerichteten Schreiben bemerkt, daß er den Rechteweg besckretten wolle.
m. Nieder Mörlen, 19. März. Das neue Pfarrhaus ist soweit fertiggestellt, so das; dessen Einweihung im Sommer stattsinden kann Ter Neubau steht hinter der katholischen Kirche, an deren Stelle in nickt allzu ferner Zeit ebenfalls ein Neubau errichtet werden soll. Zit der EinweihungS- feier wird auch der Bifckof von Mainz ermattet. — Bon dem Messerhelden, der vor 14 Tagen den Installateur Rack überfallen und ihm meiner'* Messerstich* rächt hat, ist noch frirr Spur vorhanden, trotzdem verschiedene Vernehmungen stattfanden. Das Befinden des Verletzten ist zusriedensteNend.
Starkenburg und Rheinhessen.
s. Darrntta dt, 19. März. Ein ehemaliges Mitglied der Universität Gießen, Geh. Bätirat Prosesior i. P. Dr. phil. Dr. ing. ehrenhalber Eduard Schmitt wurde heute zur letzten Ruhe bestattet. Er war in Prag am 5. Mai 1842 geboren, hatte dort unb in Wien studiert und an beiden Orten auch seine Lehrtätigkeit auSgcübt. 1872 folgte er einem Rufe nach Gießen an die Lehrkanzel für Hochbau und Jiigenieurwesen, die nach seinem Weggange infolge einer Berufung an die hiesige damalige polytechnische Schule, jetzt technisch? Hochschule, nicht mehr, besetzt iDiirbe. Beinahe 40 Jahre hat er hier seine Lehrtätigkeit auSgeübt und sich durch feine literarische Betätigung einen Namen gemacht. Die Hochschule in Eharlottenburg ehrte ihn durch Verleihung der Würde eines Doktor-JngenieurS ehrenhalber. An seinem Grabe legten der Prorektor der hiesigen Technischen Hochschule, Geh. Hosrat Tu. Schcnck, der Vorstand der In- genietlr-Abteilung, Prosesior Zkayser, der Prorektor der Universität Gießen und die Studetitenschaft zahlreiche Kranze nieder.
R. B. Darmstadt, 19. März. Die Stadtverord- netenversamml llng hat beftblotfen für die vom Host Heater demnächst zu veranstaltenden Fr ühjahrsfe ft spiele 10000 Mark zu bewilligen. Tie sechs Abende umfassenden ^Festspiel" beginnen am 30. März mit einer Aufführung von „Trift an und Isold e" unter Leitung von Artur Mkisck) imb Reum.: Simons mit Maimnenänger Prof. Dr. v. Batt; und Kammer füitaeriu Rüsch2.Endorf in h?n Tj^rlroUrn Daun folgt Woonei" „Rrng des N i b e l n n g c n", ebisttsalls mit hervorragenden Shräftrn unter Leitung von Hofkavellmeister Leo Bleck Berlrn unb Ckncral direkter Bruno Walter-München. Die 5tabi hat den 'Voiicubeitrait für die Festspiele besonders mit Rücksickst darauf bewilligt, datz das Hoftheaier sich sehr yitgcgentenrmcnb in der Förderung der vott.ckumlicken Knnstbettrebungen zeigt. ES haben in der gegenwärtigen Svielzeit bereits sieben Schüler und Kindervor- ite!luilgen, 22 volkstümliche NachimttagSvorstellungen und neun Vorstellungen besonders für die Arbeiterschaft und beten An- gebörige stattgefunden. Für April unb Mai ist eine Anzahl von ttlassik'rvorstellungen in Aussicht genommen, zu denen den Schülern Eintrittskarten zu besonders errnäßigten Pensen zur Verfügung gestellt werden. „ ,, , . '
! Mainz, 19. März. Der Verein für Luftfahrt in Mainz veranstaltete gestern zu Ehren seines seitherigen Bor sitzenden, des nach Paderborn versetzten Hauptmanns von Selas in sky ein Abschiedsesscu im Kasino Hof zum Guten berg. Außer den Spitzen der staatlicken und städtischen Behörden hatten sich auch die Vertreter der 3 Verbandsvereine Gießen, Darmstadt, Worms der Großherzoglich Hessischen Vereinigung für Luftfahrt, eingefunden. Hauptmann von Selasinsky, der sich um bad Flugwesen in Hessen sehr verdient gemacht hat, und auch an der Gründung der Großh. Hess. Vereinigung für Luftfahrt eifrig mitgcwirkt hat, wurde mit einer Reihe von Auszeichnungen bedacht, darunter auch mit dem Philippsorden. Prinz He inrich hatte in einem sehr herzlich gehaltenen Telegramm sein Ausbleiben entschuldigt.
m Gonsenheim, 20. März. Hier wird am SamS- tag nachmittag die Wahl eines Ber usSbürgerm eistert erfolgen. Als einer der aussichtsreichsten Kandidaten wird Stadtsekretär Mosig-Gießen genannt.
L. Z. 15 zerstört.
Karlsruhe, 19. März. Da8 Luftschiff „L. Z. 15‘ wurde durch den Sturm vollständig zerstört. Ter Rum»' des Luftschiffes barst in zwei Teile; die Spitzt ist abgekuickt
Wiederum ist eins ber stolzen Luftschiffe zerstört, für deren Weiterentwickelnng das beutfehe Volk vor fünf Jahren in so unglaublich kurzer Zeit die Millionenspende zusanrmen- gebrackt hat. Seit dieser Zeit ist an dem Ausbau imb der Vervollkommnung der Lenkluftschiffe rüstig meitergearbritti worden, und wenn sie lieute auch noch mitten in der Entwickelung begriffen sind, so Haden wir doch schon anerkanntermaßen außerordentliche Gr folge erzielt Im Zühtt 1908, bei der großen Rheiitfahrt Zeppelins, glaubte man noch nicht, daß diese schlanken BaNtTne ander- denn auf einer Wasserfläche landen könnten und als dasselbe Älst- schiss im August 1908 auf der Riutsahrt bei Echter dingen durch Feuer zerstört wurde, da gab es Pesfnniften, die dem starren Stiftern alle Fortfchrittsmöglichkeit, ja sogar überhaupt seine ernsthafte Vettvendbarkeit bestritten Dtc Schwarzseher haben wie wir damals schon vorau^sagter . natürlich nicht Recht behalten, wenn sich auch die Ihr fälle rasch vermehrt haben, und nun das jüngste Zeppelin- schiff zerstört wurde Es ist dies die siebte schwere Kala sirephe, die ein Z Schiff trifft Auf Echterbingen folgtt im April 1910 Weilburg, im Juni der Unfall im Teutoburger Wald, dem noch im September desselben Jabre- oe- Brand b- „L. Z. «■" in der Halle zu Badeu-Oos folgte
Mai 1911 wurde „Erian Deutjchlmid" von einem Sturm


