Die heutige Nummer umfatzi 20 Seiten
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nrit seinen niederbayerischen Landsleuten. Eine halb italienische Erscheinung- bat er »ick stets zur romanischen Kunst hingezogen gefüllt. Früh bekritzelte er die Zäune und Scheunen seines Heimatdorfes, versuchte er in Ton zu kneten. Man schickte ihn nach München auf die Kunstgewerbeschule und auf die Akademie, wo Lindenschmit sein Lehrer wurde. Aber Stuck kümmerte sich nicht viel um die akademische Weisheit, sondern fing an, als Kunst- gen-erbler auf eigene Hand zu arbeiten. Wahrend der Zeitgeschmack in der Nachahmung des Barock schwelgte, suchte Stuck sich wie der junge Klinger bei den deutschen Renaissancemcistern Vorbilder
Griffelkunst. In dem 1882—84 erschienenen Sammel-
umfaffenbe Material, das die hessische Negierung nach einem früheren Beschluß der Kammer zur Prüfung der Rcvisions- srage herbeischaffen sollte, war nicht zur Stelle. Der frühere Beschluß, so wehrte sich der Minister, sei nur ein Kompromiß der Parteien gewesen, über die schwierige Frage i einstweilen hinwegzukommen. In der Tat, man hatte da | unserer hessischen Staatsleitung einen schweren Schritt zu- j imrutet. Material; war man denn da nicht auch wieder 1 ruf die Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit der preußischen Au- M raben angewiesen, während man doch wähnte, bei dem M Zisenbahnvertrag übers Ohr gehauen zu sein? Um die ge- ■ wünschten Feststellungen zu beschaffen, müßte Preußen 1 schwierige Berechnungeir anstellen lassen, und wer be- zahlt die Kosten dafür? Einige wesentliche Angaben über die Entwickelung seit Abschluß des Gemein- s Haftsvertrages hat sich der Finanznnnrster indessen
werke „MIegorien und Embleme" findet man Arbeiten dieser Art. Zwei Jahre später gibt er allein „Karten und Vignetten" heraus, zeichnet Monatsallegoricn für die „Fliegenden Blätter" und anderwärts, Karikaturen aus dem Münchener Ausstellungsleben. Schon hat er auf diesem Gebiete einen Namen. Ta erscheinen 1889 auf der Glaspalast-Ausstellung der „Wächter des Paradieses", die „Jnnoeentia", die „Kämpfenden Faune". Es wird ein einmütiger ^Erfolg. Auch im folgenden Jahre der „Luciser" unb zwei Centaurenbilder wirten stark. Stuck wird Professor und bald Lehrer an der Akademie. Teilt er damals mit seiner Zeit die Neigung zu einer Auflösung der «Form' und-der Farbe int Lichte, so hat er dann um und nach 1894 die Wendung zur Lolalfarbe genommen, zur Heraustreibung des Forminhalts, die ihn ost bis zur Schivarzmalerei führte. Seiner Themenwelt ist er treu geblieben: dem Spiel der Wald- und Wiesengötter der Antike, Sagen- und Fabelstoffen wie der Ocdipus, den großen Themen der religiösen Kunst, Allegorien wie der „Krieg" und die „Sünde". Auch Bildnisse hat er gesckmnen, so vom Prinzregenten Luitpold und von seiner Familie — das Bild hängt -in der Brüs- ler Galerie. Immer mehr gewannen antikisierende Anschauungen bei ihm Oberhand. Ter Borraum seines Ateliers in der Münchener Mademie ist mit meist archaischen und bemalten Antiken geschmückt, und derselbe Geist zieht durch das Haus jenseits der Isar, das er sich selbst gebaut hat. Es ist vielleicht sein« originellste Schöpfung, zum Verständnis seiner Art unentbehrlich Eine ntoberne Makart-Natur ist lyier an der Arbeit. Kunstgewerbliche dekorative Schöpfungen, von denen er ausging, hat er nur noch selten versucht: erinnert sei an den großen Figurenfries der „Jagd nach dein Glück",die er in Wallots Auftrag für die Wandelhalle im Reichstagsgebäude malte, und die durch die Kritik eines Abgeordneten 1899 berühmt geworden ist.
zu plaudern, war allerliebst. Eine feine, scharf umrissene Figur stellte.Herr Volck als Madelaines biederer Vater auf die Bühne. Den Kunstmaler 'Franyois spielte Herr Grosser mit der lebensvollen Selbstverständlichkeit und Sicherheit, die wir so sehr an diesem vielseitigen Künstler schätzen. Eine ganz überraschende Leistling bot Herr Brüdjam als Teddy Kimberley. Ohne jede Ziererei sprach er das sckpvierige Kauderwelsch des Amerikaners mit einer so ursprünglichen Natürlichkeit^ und einem so gut beobachteten und wicdcrgegebenen Tonfall, daß man eine wirk litte Freude an seiner Darstellung Ijcttc. Den angenehmen Schwerenöter. Berlin spielte Herr Jensen mit weltmännischer- Gcwandheit. Als ehrgeizige Expräsidentiu gab Fräulein Scholz eine üb erlegene, intriguengewohnte Weltdame von überzeugender Echtheit. In kleineren Rollen sind die Damen de Bruyn, Iün gli lig und Dagny zu nennen. Auch Herr Gerhardt als Corbett sei nicht vergessen. N.
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doch verschaffen können. Preußen hat es sich etwas! kosten lassen, beit Verkehr auf bem hessischen Netz zu heben,! unb für bie hessische Finanzgebahrung sinb, wie für bie preußische, die Eiscnbahnüberschnsse zu einem Eckpfeiler geworben. Könnte, so lautete jb.ic Warnung vorn Regierungstisch, bie Rechnung am Ende nicht so aufgemacht werben, baß Preuße u für bie Zukunft größere Ansprüche stellt? Eisiges Schweigen verzeichnen bie Berichte. Ter Minister hatte'nüt seinem „nun unb nimmermehr" bas Selbstbewußtsein der von früher her festgelegten Abgeorb- neten etwas hart getroffen. Es ist -aber schwer zu bestreiten, baß er recht hat. Im Reichstag hat bei ber gestrigen Beratung der ReichAeisenbahuangelegenheiten ber Präsibent Wackerzapp die Ausführungen bes Ministers Braun weiblich aus-genutzt, um die Angriffe auf den preußisch-hessischen Vertrag zurückzuweisen. Es wäre wohl zweckmäßiger gewesen, wenn H-err Braun seine Aufklärungen in einer vertraulichen Sitzung gemacht hätte. Was in ber hessischen Kammer gestern aus sozialdemokratischem Munbe noch vorgebracht wurde, baß gegen beit preußischen Fiskalismus grundsätzlich Front gemacht werben müßte, das paßt boch nicht in -den Rahmen sachlicher Erörterungen. Was aber bie Regierung tun kann unb muß, bas ist, daß sie bie berechtigten Verkehrswünsche ber hessischen Bevölkerung nachdrücklich zur Geltung bringt. So dürfte cs ihr, nachdem sie genügend unterrichtet ist, unter keinen Umstänben schwer fallen, bie Frage ber Hinterland bahn in dem Sinne zur Lösung zu bringen, baß bie Abzweigung nach Wetzlar unb Gießen erfolgt. Außerbem hoffen wir auf eine bal- bige Verwirklichung ober zunächst Veröffentlichung ber Automobilv-erkehrspläne, bie unsere Regierung angeblich schon in der Schublabe liegen hat? Wenn wir uns mit ben Staub aufwirbelnben Fahrzeugen schon einmal ab- gefunden ab eit, so s ollen wenigstens auch die minderbemittelten Reisenden davon profitieren.
Wir gehen einer spannenden Zeit entgegen. In ber äußeren Politik sowohl wie in der inneren. Man munkelt sogar immer noch von einer Reichstagsauflösung, auf bie das Zentrum hinstruere. Daran glauben wir (aber nicht recht. Trotz seiner bekannten Nabelstichpolitik geht bas Zentrum vermutlich eher darauf a^is, den Reick)skanzler ganz ins Schlepptau zu nehmen. Man macht ihm feine Abhängigkeit bis zum äußersten fühlbar, um ihn für bie Umstoßung des Jesuitengesetzes auch im Awndesrate zu gemimten, und man lockt ihn von dem vaterlänbischen Boden ber Wehrvorlage schlau ins Dickicht ber Zentrumsfinanzkünste. Tas Zentrum hat in seiner Presse angebeutet, baß ihm eine Ver- mögenSzuwachssteuer genehm sei. Es heißt, baß ber Reichsschatzsekretär eine solche Vorlage in der Tat vorbereite, aber man wisse nicht, ob das neue Gesetz auch bie Erbanfallsteiter einschließe. So werden die alten Gegensätze vermutlich wieder in vollen Aufruhr kommen, unb wer weiß, ob bann ber Reichskanzler angesichts ber internationalen Lage es nicht für bas beste hält, an die Volksmeinung zu appellieren? Um die Spannung zu mindern, wäre es zunächst im höchsten Grade wünschenswert, daß die geheimnisvollen Vorlagen, von denen die obersten Reichsstellen schon mit erhobener Stimme gesprochen haben, endlich einmal aus ber Deckung hinter ben Aktenschränken ans Licht der Oeffent- lichkeit hervorkommen!
— Eine wirtschaftliche Organisation bilden- b er Künstle r. Zur Gründung eines wirtschaftlichen Verbandes der bildenden K ü n st l e r, die in den nächsten Tagen vollzogen werden soll, ergeht an die M ü n ch e n e r K ü n st- l er sck.af t folgender Aufruf: „Tie bildenden Künstler haben die Pflege ihrer wirtschaft! iclzen Lage versäumt. Im Gegensatz zu den allgemeinen Bestrebungen der Zeit, zersplittern sie sich in -zahlreiche Gruppen. Der Grund dieser Zersplitterung waren rein künstlerische Fragen, aber vom wirtschastlickien Standpunkt sind unser aller Interessen die gleichen, und wie bei den anderen 'Berufen, wird ein geschlossenes Zusammengehen auch bei uns die Hebung des Standes, den Ausbau unserer Rechte und die Erleichterung der Lebensbedingungen des Einzelnen zur Folge haben. Nicht länger wollen wir untätig zu sehen, daß Über unsere wichtigsten Interessen fast ohne unsere Milwirlung entschieden wird, daß Gesetz und Handel, Behörden und Gesellschaft vergeblich nach einer Stelle suchen, die in allen wirtschaftlichen Fragen der Künstlerschaft maßgebend ist. Bestrebungen zur Beseitigung dieser Mißstände sind in den deutschen Kunstzentren im Keimen. Möge die Münchener Künstlerschaft als erste an die Lösung dieser Ausgaben herantreten." Der Aufruf trägt die Namen ber bedeutendsten Vertreter ber bildenden Künste.
— Franz v. Stuck, der bekannte Münchener Maler, feiert Sonntag, 23. Februar, seinen 50. Geburtstag. Ein Müllerssohn aus dem niederbaycrischen Tettentveis, hat der schlanke, sckMirzhaarige Mann mit ber niedrigen Stirn nicht viel gemein
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Die ttriegssorge.
Nächst bem Kriege gibt es für bie Völker nichts Schlimmeres als bie Kriegssorge. Europa leidet zurzeit uicker beibem, unter bem Balkankrieg mit all feinen meittragenben lolitischen und wirtschaftlichen Nebenwirkungen und unter )cr Kriegssorge. Unter ber Sorge, baß, es ber bereinigten, aber nicht einigen Diplomatie am Ende doch nicht 9^tn9en könnte, bie so oft und so feierlich als Ziel üerfunbeta Lokalisierung des Balkankrieges zu sichern, daß bie ber- schiebenen Spannungen wie die rumänisch-bulgarische und die österreichisch-russische sich zum Schluß boch als zu stark erweisen könnten. Die Kosten biefer Sorge gehen, wenn man sie auf Heller unb Pfennig — die .Hauptrolls spielen freilich babei Heller und Rubel — berechnen konnte, in die Milliarden. Treten doch zu den direkten Rüstungs- kosten in der Donaumonarchie und im Zarenreiche die ungeheuren Verluste, die bem Wirtschaftsleben nicht nur in diesen beiden Ländern, sondern in allen Staaten Europas zugefügt werben. Die Spannung unb bie Ungewißheit über bie nächste Zukunft wirken lähmend auf ben Unter* nehmungsgeist, unb diese Lähmung setzt sich in bielstellig« Ziffern um.
Der Urgrund dieser Sorge, ber .Kriegssorge ist der, baß bas Vertrauen wenn nicht zu bem guten Willen, so boch zu bem Können ber „großmächtigen" Diplomatie arg gesunken ist. Muß man sich boch erinnern, wie bie Bemühungen ber Großmächte, ben Ausbruch bes Balkankrieges zu verhinbern, jämmerlich Schiffbruch litten, wie der Bund ber Kleinen, der Balkanbierbund, über bie Worte und Noten ber Großen kaltlächelnd zur Tagesordnung, b. h. in biefem Fall zur Schlachtordnung überging, wie bas stolze Wort bon bem Festhalten am Status qno zu einem Witz bon borgeftern wurde. Und als bann enblich ber Waffenstillstand zustande kam, war dies nicht etwa das Verdienst der Diplomatie, sondern ber Cholera unb ber Kriegsmübigkeit. Aber trotz des großartigen Apparates der 'Friedenskonferenz, die gleichzeitig mit den Balkandelegierten in London tagte, zerschlugen sich bie Verhanb- lungcn, unb als bann der Krieg vor nicht ganz drei Wochen wieder einsetzte, da tröstete sich bie blamierte europäische« Diplomatie damit, baß dieser zweite Waffengang nur bon verschwindend kurzer Dauer sein könne, baß bie Lokalisier rvnq dieses Krieges nunmehr als gesichert erscheine, und baß der österreichisch-russische Gegensatz als behoben gelten dürfe. Und heute heißt es, daß die Herren in London^ sich wieder einmal bertagt hätten, bis zum 27. Februar Was kann bis dahin alles geschehen fein! Es geht Mar das Gerücht, in Konstantinopel fei neuerdings eine starke Friedensströmung borherrfchend, aber darauf bauen kann man nicht. Ebensowenig auf bie schönen Ratschläge, bie in Bukarest angeblich wohlwollenbe Aufnahme gefunden haben. Was die Montengriner und Serben bem Staatssekretär Grey über iljr Vorhaben in Bezug auf Skutari angefünbigt haben, bedeutet ebenfalls keine Stärkung ber Friedenshoffnungen.
Wir erhalten folgende Meldungen:
Die Botschafterkonfercnz vertagt.
London, 21. Febr. Die Botschafter haben bh Besprechungen auf ben 27. Februar vertagt. Die heutige Sitzung war bie längste, welche die Botschafter bisher abgehalten haben.
Der Berliner Korrespondent ber „Neuen Freien Presse" meldet ä, Wie ans diplomatischen Kreisen mitgeteilt wird, vollzog sich in. den letzten Tagen zwischen bem Standpunkt Oesterreich-Un-
Gietzener Stadttheater.
Mein Freund Teddy.
Gießen, 22. Febr.
Mein Freunb Tedby, das ist ein sehr netter Kml, Ausländer ! natürlich, schwerreicher Amerikaner, Solm eures Oelkonigs oder ' ft etwas, prächtiges Hans, sehr gebildet sehr ersahren, lehr energisch, 1 vollendeter Kavallier, kurzum das Ideal eines Mannes, wenn - er auch ein bißchen offenherzig ist., — Aber bei so viel Geld, 1 nicht ivahr? Ta kann man sich,lo was schon mal erlauben. - 91a also! Und wie ber Mann lieb schon einfuhrt. ^Trkennt | ftfort, daß bie schöne Mabelame mit ihrem Esel von Mann, I dem protegierten Abgeordneten, nicht glücklich verheiratet ist, bc-- I shließt sofort, sie zu seinem trauten Ehgemahl zu machen, und ■ ftlirt es aus Und wie! Nackidem er nck den Herrn ^lbgeord- r.ewn durch die Stiftung eines echten Rembrandt verpflichtet Eflt, lädt er ihn mit seiner ganzen Sippe zuffch insmi Landhaus, U ssieht mit Behagen, wie der Herr Abgeordnete immer tiefer in I die Arme der ehrgeizigen „Erpraiidentenwitwe geratz fadeltdie I Scheidung ein und schnappt die schone Madflaim. noch im lebten I Äugenblstt einem etwas lädierten Ncbeiibuhler,weg. den es immer ,| iur nach den Kirschen in Nachbarsgarten gelüstete und ichließlich i jrot) ist, daß er noch einmal ohne Trauring davon kommt.
Stück ist recht sauber gemacht unb offenbart für ctncii « IrnfUnpH (Strirfvcn sind die Perfonen hingeietzt und Mit lararier I Satire werden die Schäden des Pariser
I Les Günsckingswesens in ber republikanilchen Polüst gegeitzell. I <el)r bezeichnend weise, wenn auchl'nußig ubm^ebm, : ffinb die anständigen, ge.wissemhaften Meiilchenbe^ Stucke keine ! pariser, sondern „Provinzler" unb der e^enwe^^^nd Teddy.
Die Handlung ist witzig und spaunend und
daß sich die Verfasser bemüht Ijabcn, offenbaren l-latt Veiten aus dem Wege zu geheii und lieber cm Paar gut gegebene ücarrikatureii auf die Bühne zu bringen. /%t»inftnettei Die Aufführung, die von Herrn Trrektor S t eingo e t er "chr sein vorbereitet war, hatte auch hier Gi^en emen^vollen : irfolg unb veranlasste die Zuschauer zu sehr lebhaftem Beifall. Äerr Goll spielte ben trottelhaften M^ordneten mcht nur i iner vortrefflickstn Maske, sondern auch nttt eiumkostlichen, Unaufdringlichen Komik, die frlxtrf und fieber fterifierte. tv and ein Rappo gab eine schöne, liebe Madelaine, vollm '-ner Natürlichkeit und gr'aziöser Anmut; ihre Kunst, angenehm
politische wochensehar».
Gießen, 22. Febr.
Die hessische zweite Kammer hat bei ber Haushalts- leratung an Reben nicht gespart. Da bie Finanzlage gegen die Vorjahre sehr günstig basteht, haben bie teilweise okabemischen, Erörterungen der Allgemeinheit kein sonber- liches Interesse mehr abgenötigt. Man ist der Aufforberung Dom Regierungstische gefolgt unb hat bavon abgeselicii, die vielgliebrige Besolbungssrage unserer Beamten unb Staats- diener in bie Erörterungen mit hineinzuziehen. Was unterstrichen werben bars, ist nur bie einmütige Feststellung, vaß wir vorläufig an eine neue Steuererhöhung nicht heranzutreten brauchen, baß aber der Vorschlag bes anbern Hauses, einen Abbau der Steuersätze in Erwägung zu ziehen nicht annehmbar sei. Finanzminister Braun hat benselben Ztanbpunkt vertreten; unb so verlockend auch für Die hessischen Staatsbürger bie Aussicht wäre, ihre Abgaben au den Racker Staat verminbert zu sehen, so neu uni) bcklem- menb würbe bei unserer teueren Zeit, die doch an bew Ztaatshaushalt vermehrte Anforderungen stellt, ber Gedanke fein, Hoffnungen zu nähren, bie später nicht erfüllt werden können. Wir sinb wirklich schon zufrieben, wenn der Steuerzettel nicht weiter belastet wirb. Lange Erörterungen waren sobanu ber Beratung von Verkehrsfragen geimbmet. Wir haben eine Staatseifenbahn, in bereu Verwaltung wir Hessen leider nur wenig hineinzureben haben, sonst wären bie Reben unserer Abgeorbneten noch bedeutungsvoller unb interessanter gewesen. Den Zeitverlust, den diese Erörterungen bet Kammer gekostet hat, bedauern wir jedoch nicht. Es ist kein schlechtes Zeichen für die allgemeinen .Kulturbebürfnisse ber Bewohner un'eres Hessenlcmbes, wenn gerade ber Drang nach neuen Verkehrswegen, nach Verbesserungen unseres Eisenbahnnetzes, sich so lebhaft äußert. Daß wir jetzt schon mit unserem Äsenbahnnetz nicht hin- term Mond bah-eim sind, sondern, was die Zahl ber Eisenbahnkilometer im Verhältnis zur Größe des Lanbes anlangt, in der allervorbersten Reihe der deutschen Staaten unb Provinzen stehen, hat der Finanzminister gewissenhaft vorgerechnet. Aber bie anbere Seite der Medaille, bie gemeinsame Wirtschaft mit Preußen, hat immer noch zu scharfer Kritik herausgesorbert. Die Linke des .Hauses fordert noch heute eine Revision bes Gemeinschaftsvertrages, unb das hessische Zentrum scheint ebenfalls voll Mißtrauen gegen dm preußischen Geschäftsgeist erfüllt. Aber der Finanz- irinifter folgt ben Bahnen seines Vorgängers, unb das
Nk. 45 Erstes Blatt 163. Jahrgang Samstag, 22. zebruar 1915
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erscheint täglich, außer V V monatlich?-)viertel-
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wirtschaftliche Settfragen Mr U W W W VT B W B Chefredakteur: A Goetz.
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für die Redaktion 112, IMF politischen Teil: August
SS General-Anzeiger für Gberhessen MB- ^r^Ä^Taq^esnuminer ^kationrdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerei: Zchulstrahe 7. Land": E.Heß; für den Pt8 vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.
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