Deritscbes Aeich.
S)cm Reichstag
ist ein von sämtlichen Parteien unterzeichneter Antrag zugegangen, wonach die privat oder einzeln Unterricht erteilenden Lehrer und Erzieher, die an nicht öffentlichen Schulen oder Anstalten wirken, von der Ange st eilte n- Versicherung befreit werden sollen. Das Gesetz soll rückwirkend am 1. Januar d. Js. in Kraft treten. — Ter sozialdemokratische Abgeordnete Brey hat an den Reichskanzler betreffs der Erkrankungen beim Infanterie- Regiment Nr. 7 8 in Osnabrück eine Anfrage gerichtet, ob dem Reichskanzler die Ursache dieser Epidemie bekannt sei und welche Anordnungen er getroffen habe, um einer Wiederholung derartiger Erkrankungen vorzubeugen.
Ausland.
Das Programm
des neuen dänischen Mini ster-ium
In der Sitzung des dänischen Follethings am Dienstag waren sämtliche neuen Minister und fast alle ^Abgeordneten anwesend. Ter Ministerpräsident hielt daraus eine Rede, ui der er ausführte: Tas Ministerium beabsichtigt, den Reichsbag früher als gewöhnlich, sck>on im September, ein* zuberufen. Das Ministerium wünscht die V e r f a s s u n g s -
jedes in grenyer Weise aus der geistigen Kultur und dem wirt- schastlichen Wohlstand des anderen Nutzen ziehen konnte. Das Ergebnis war ein ständiges Wachsen der hohen gegenseitigen Achtung und des guten Willens. Seit der Unterzeichnung der diplomatischen Schriftstücke des Jahres 1904, die in so »freundschaftlicher Werse die zwischen uns bestehenden Fragen regelten, ist es beiden Völkern möglich geworden, in harmonischer und herzlicher Weise in den Angelegenheiten internationaler Bedeutung zusammenzuarbeiten. Sie sind einander näher gekommen durch den wachsenden Sinn für Einigkeit und Gemeinsamkeit ihrer Zwecke. Das Ziel, das unsere beiden Regierungen beständig" int Auge behielten, ist die Sache des Friedens. Das wesentlichste unserer gemeinsamen Interessen liegt in einem geschlossenen Zusammenarbeiten für diesen gesegneten Zweck. Während der verflossenen Monate, als sich schwere internationale Fragen, eme nach der anderen, erhoben, hat sich der Geist des gegenseitigen Vertrauens und der Freimütigkeit, mit dem die Regierungen Frankreichs und Gvostbritanniens in der Lage waren, am die verschiedenen Probleme, die sich ihnen boten, heranzugehen, als cm unschätzbarer Vorzug erwiesen Bei der Behandlung der ernsten Fragen, denen sich Europa gegenüber sah, ist es eine Quelle der höchsten Genugtuung für uns, daran zu denken, daß alle in Betracht kommenden Großmächte miteinander berieten und für den Frieden arbeiteten. Fch erhebe mein Glas und wünsche Ihnen, Herr Präsident, das höchste Glück und Wohlergehen und gebe meiner aufrichtigen Hoffnung Ausdruck, daß der großen franzöNfchen Nation eine glorreiche Zukunft beschieden fern möge und daß die Bc- ziehungen zwischen den beiden Ländern m unvermrnderter Herzlichkeit und Lebendigkeit bestehen bleiben mögen.
Die Antwort Poincarüs.
Präsident Poincare antwortete auf die Rede des Könias mit folgenden Worten: , „
Sire! Der herzliche Empfang durch Ew. Maiestat die Zeichen der Sympathie, die mir in verschwenderischer Weise seit meiner Ankunst seitens der königlichen Regierung zuteil gewor- ben sind und das Bemühen der Bevölkerung Londons den Vertreter Frankreichs zu feiern, werden bei meinen Landsleuten eine allgemeine Bewegung der Freude und Dankbarkeit hervmrusen Indem ich mit Dank die Gelegenheit ergreife, dw Ew. Maiestat mir in so liebenswürdiger Weise geboten haben, Ihnen in die,cm Jahre meinen Besuch abzustatten, habe ich mir gleichzeitig vorgenommen, Ew. Majestät ein Unterpfand meiner persönlichen Gefühle zu geben und der großen englischen Nation das treue Gedenken meines Landes zu überbringen. Die Fr eunbs ch a ft, die die beiden Nationen eint, wurzelt heute bei der einen tote bei her andern tief in der Seele ihrer Bevölkerung. Wahrend der sckaveren Ereignisse, die seit einigen Monaten einander gefügt, sind, die Europa in Atem gehalten haben, und die |td) nicht vollziehen, ohne Europa noch immer ernste Bedenken zu verursachen, haben unsere beiden Regierungen alle Tage die Wohltaten der Entente schätzen .können, die es ihnen erlaubt, untereinander ein beständiges Zusammenarbeiten herzu stellen, und in voller llcbereinftimntung die gestellten Probleme zu studieren und sich leicht über die wünschenswerte Lösung zu verständigen. In diesem täglichen Zusammenarbeiten haben sie nicht aufgehört, sich damit zu befassen, die Ausdehnung oder die Wiederaufnahme Ider 'Feindseligkeiten zu erschweren und Konflikten zwychen beit Großmächten vorzubeugen, deren Folgen unberechenbar sein würden. Wie England, so hat sich Frankreich glücklich gepriesen, daß es an diesem Friedenswerk unter ständiger Mitwirkung sämtlicher Kanzleien Mitarbeiten konnte, und es wird sich auch ferner hm mit demselben Eifer bemühen, daß die Harmonie, von der Europa ein h e ilsames Beispiel gegeben hat, in Zukunft nicht gestört werde.
Preffestimmen.
London, 24. Juni. Die Zeitungen veröffentlichen herzlich gehaltene BagtrüßungÄrrtikel zUm Besuch des Präsidenten der ftanzösisclien Republik. In der münffcerielten Presse wird dabei der Gedanke betont, daß die Entente cordiale Deutschland gegenüber keinen explosiven Charakter habe.
Das „Daily Ehronie le" betont, daß die Triple-Entente Frankreich in Marokko und Rußland in Persien genützt habe, daß es ober schwerer zu erkennen sei, was sie Englaiid genützt und wo sie dem Frieden genützt habe. Das Matt fährt fort: Die erfolgreiche Wiederherstellung des euvopvischen Konzerts angesichts der Gefahren des Balkankrieges ist ein Beweis, daß die Gruppierung der Triple-Entente und des Dreibundes die Erhaltimg einer Harmonie nicht hindern, sondern sie fördern könne. Tie llarere Erkenntnis, daß unsere Freundschaft mit Frankreich die Freundschaft in i t Deutschland nicht ausschließen dürse, sondern der hefte Dienst sei, den wir Frankreich er weifen können, der darin bestcht, die Kluft zwischen ihm und Deutschland zu überbrücken, das sind Entwicklungen, die es für eine ruhige und friedliche Auffassung in England leicht gemacht haben, die Politik der Entente zu unterstützen.
Die „Daily News" betonen, ^daß das herzliche Einvernehmen mit Frankreich von keiner Seite so ausgesaßt werden dürfe, als ob es eine Tür für Feindseligkeiten gegen Deutschland öffne
Ein Rechenfehler des französischen Seneralftabz.
Paris, 24. Juni. Zum Schluß der heutigen Vor- rnittagssitzung der Kammer brachte Iaurös einen Beschluß- antrag ein, daß der Heeresausschust Donnerstag einen Bericht über die richtige Ziffer der Mannschaftsvermehrnng erstatten möge, welche durch das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit erzielt werde. Icrures bemerkte in der Begründung seines Beschlustantrags, dast nach den Ziffern -des Generalstabes diese Vermehrung 143 000 Mann betrage, während sie nach seiner Berechnung nur 70 000 Mann betrage. Der Regierungstommissar General Legrand versuchte die Behauptung Jaures zu entkräften, gab jedoch dabei zu, dast der Generalstab einen Rechenfehler begangen habe. (Bewegung.) Der Obmann des Heeresausschusses 'Leherrisse stinimte' sodann dem Faures'sckwn Beschlustantrag zu. Die Aussprache über die Militärvorlage wird erst morgen ober übermorgen wieder aufgenommen werden. In den Wandelgängen der Kammer wurde der von Jaures erzielte Erfolg lebhaft besprochen.
änderuug besonders zu fördern. Die Erwägungen darüber müssen jedoch erst in der bevorstehenden Reichstags^ fession geschlossen werden. Es müssen, solange die Be- ixttungeir über die Verfassung sfr age geführt werden, alle Fragen, die früher zwischen den drei Parteien Unstimmigkeit hervorriefen, soweit als möglich zurückgestellt werden. Es imrb daher keine neue Frage, die Anlaß zum Streit geben könnte, aufgeworfen werden. In seiner gesetzgebenden Tätigkeit wirb das Ministerium das Hauptgewicht auf die Verfassungsfrage logen und in der Administration an den Grundlagen der 'bestehenden Gesetzgebung festhalten. Das Ministerium hat die Führung nicht gesucht, aber die politischen Umstände haben sie ihm auferlegt. Der Ministerpräsident gab im Landsthing darauf dieselbe Erklärung ab. Die außerordentliche Reichstagssesfipn wurde darauf ge- schLvssen.
Deutsche Atoloirreu.
Der ständige wirtschaftliche Ausschuß der K o l o n i a l v e r lv a l t n n g
trat am Dienstag in seiner erweiterten, Dom Staatssekretär Dr. Sols geschaffenen Gestalt im großen Sitzungssaale des Reichswlonialamtes zusammen. Nachdem der Staatssekretär die aus allen Teilen Deutschlands erschienenen Mitglieder begrüßt hatte, wurde in die Tagesordnung eingetreten, welck>e lautete: „Maßnahmen gegen unsolide koloniale Gründungen." Hierzu lag ein schriftlicher Bericht des wirtschaftlichen Referenten des Reichskolonialamts,' Geh. Regierungsrats Zoepfl, vor. Nach mehrstündiger Beratung konnte man feststellen, daß die vorgeschlagene halbamtliche Zentralstelle für die Prüfung des Gründungsherganges von Kvlonialgesellschaften und die Auskunsterteilung seitens der Versammlung einstimmig als zweckmäßig und notwendig anerkannt worden sei. Zur Förderung der genannten Zentralstelle wie auch zur Herbeiführung einer erleichterten Zulassung kolonialer Wertpapiere an der Börse wurden zwei Ausschüsse gebildet.
Die UnschlWgM in Serbien.
Herr Pasitsch befindet sich noch immer in seinem inneren Konflikt. .Heute heißt es nun schon wieder, er habe es sich mit dem Rücktritt anders überlegt. Nur der Kriegsminister und der Justizminister seien aus dem Kabinett ausgetreten.
Mit Ikücksicht auf die Nachrichten, daß von Rußland an Serbien ein Ultimatum gestellt worden sei, in dem von Serbien die unbedingte Einhaltung des serbisch--bul-> garischen Vertrages und die Räumung der strittigen Gebiete gefordert werde, hat der Minister des Innern die .Krieas- präfekten telegraphisch angewiesen, die Verbreiter solcher Gerüchte sollten ohne Rücksicht darauf, ob sie Zivil- oder Militärpersonen seien, angezeigt werden. Ferner wird erklärt, daß zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Minister des Innern keinerlei Gegensätze in der Beurteilung der serbisch-bulgarischen Streitfragen bestehen.
Sofia, 24. Juni. (Agence Bulgare.) Am 18. Juni abends gingen mehrere bulgarische Soldaten des Postens von Zlatowo zwischen Kvtschana und .Kratovo zum Flusse Zlatowska, um Wasser zu schöpfen, als serbische Soldaten sie zernieren wollten und zu schießen begannen. Zu Hilfe kam ein kleines Detachement. Es entspann sich ein Kampf. Die in dieser Gegend dislozierten serbischen Truppen bezogen mit Mitrailleusen eine Stellung und eröffneten ein heftiges Feuer. Die Bulgaren, die eine Kompagnie Verstärkung erhielten, unternahmen einen Bajonettangriff und zersprengten die Serben, die auf ihrer ungeordneten Flucht eine Anzahl Gewehre und Tornister im Stiche ließen. Neunzehn gefallencSerben blieben am Platze. Auf bulgarischer Seite wurde ein Soldat leicht verwundet.
12 ösien.liche Hinrichtungen in Konstantinopel.
DieHinrichtungderMörderSchefketPaschas.
Aus Konstantinopel wird gemeldet: Am Tienstag vormittag wurden zwölf wegen der Ermordung M a h m u d Schesket Paschas zum Tode Verurteilte durch den Strang hingerichtet.
Die Hinrichtungen sanden früh um vier Uhr auf dem Bajazid- platze vor bent Kriegsministerium statt, unweit des Ortes beS Attentats. Starke Truppenspaliere umgaben den Galgen, alle Verurteilten benähmen sich kaltblütig. Tie Leichen blieben einige Stunbcn hängen. Die Massenhinrichtung macht großes Aufsehen. Ein zahlreiches Publikum bewegt sich auf bent Platze. Polizei, Genbarmen unb Truppen halten bie Orbnnng aufrecht. Der .Hauptmann Kia z im rief bei feiner Hinrichtung aus: Es lebe bie Gerechtigkeit! Nieder mit der Tyrannei! Niebcr mit den Freimaurern. Ick muß sterben, aber im Lande werden hunberttausend Kiazims erflehen! Tewfik und Damab Salih Pascha sowie ber GeneralstabSchef Oberst Fuad zeigten äußerste Fassung und ruhigen Ernst.
Außer den bereits l)ingerichtcten Angeklagten sind noch elf weitere in contumaciam zum Tobe verurteilt worden, bimintcr Sabal) (Sbbin, Scheris Pascha, Raschid Bey, Kemal Midhat, Oberstleutnant Zeki, Pcrtcw Tetosik und der Erdeputierte Ismael.
Die Leichen der 12 Hingerichteten Mörder SchesketS wurden gegen 10 Uhr von den Galgen genommen. Seit 7 Uhr früh urn- brängte eine riesige Menge, darunter Damen der besten Kreise, die Richtstätte. Nach Abnahme der Leichen stürmte die Menge hinzu, um ein Stückchen von dem Galgenstrick zu «erbitten. Gegen Mittag waren die Galgen entfernt.
Aus Stadt und fand»
Gießen, 25. Juni 1913.
Historische Kommission für Hessen unb Waldeck.
Der 16. Jahresbericht der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck ist soeben erschienen. Er enthält einen Bericht über die am 23. Mai im Senatsaale der Universität Marburg abgehaltene Sitzung, au der etwa 30 Herren von 9Jtarburg unb außerhalb teilnahmen. Aus den Verhandlungen sei erwähnt, daß Oberbürgermeister Dr. Scholz aus Kassel die auf ihn entfallene Wahl in den Vorstand angeno/m men hat. Außerdem ist an Stelle des auAgeschiedc-neu Geh. Archivrars Dr. Könnecke-Marburg dessen Amtsnachfolger Geh. Arckffvrat Dr. Reimer und Professor Dr. Brackmann, beide in Marburg, in den Vorstand eingetreten. Als Stifter ist der Korn Mission bei getreten die Dr. Joh. Friedr. Böhnrer'sche Nachlaß-Expedition in Frankfurt a. M., außerdem hat die Stadt Marburg einen Zuschuß von 1000 Mark für den Band Marburg der „Quellen zur Nechts- und Verfaiffungsgeschichte .der hessischen Städte" bewilligt. Die Jahresrechnung schließ: ab mit 7308.31 Mk. Einnahme und 5913.25 Mk. Ausgabe. Das Gesamtvermögen beträgt 10546.14 Mk., wozu noch der Bestand der zinstragenden Anlagen der Stifterbeiträge in Höhe von 2500 Mk. kommt. Der Bericht enllwlt ferner Mitteilungen über den Stand der wisfenschafttichen Unternehmungen, sowie ein namentliches Verzeichnis der vier Stifter, der 47 Patrone und der runb 100 Mitglieder.
** Gießener St a b t t h c a t c r: Die schöne Helena. Das gestrige, zweite Opcrcttengastfpiel verstärkte den guten Eindruck, den bas Bab-Nauheimcr Kurtheatcr bei seiner ersten Vorstellung hinterlassen hatte, nicht unerheblich. Das Wirken der Regie, die sich mit hingebenbem Eifer ihren Aufgaben unterzogen hatte, die Einzelleistungen und die Darbietungen des Chores waren insgesamt von einem redlichen unb erfolgreichen Streben nach einer schonen Einheit bestell. Die handgreifliche Komik mar ebenso gut ausgearbcitet toie die gesanglichen Teile, und alles machte den Eindruck eines temperamentvollen unb boch sorgfältig erwogenen Stils, dem denn auch die laute unb lebhafte Anerkennung nicht versagt blieb. Ms Paris lernten wir in Herrn Karel Gv t tfricd einen tüchtigen Sänger unb Darsteller kennen, der über achtunggebietende Mittel verfügt, aber doch mehr zur Oper als zur Operette hinznneigen scheint. Eine schärfere Artikulierung dürfte sich als lohnend erweisen. Herr Ähnelt, der auch die Regie führte, toar als Menelaus ganz ausgezeichnet. Sein Spiel toar voll seiner Abtönung unb durchgreifender Wirkung. Eine vortreffliche Helena, die Hoheit, An- imit und Schalkhaftigkeit zu einem hübschen Ganzen verband, Iteilte Fräulein Marie Koppenhöfer dar, die auch als Sängerin allen Anforderungen gerecht wurde. Als gut ausgeblldele Künstlerin erwies sich auch Frl. Winni Fischer, die die Rolle des Orest erst nachträglich übernommen hatte, unb mit ihrer schönen Stimme sehr viel Gefallen erweckte. Ms Kalchas glänzte Herr Georg Schmidt durch seinen trockenen, jeder Lage gewachsenen Humor. Ein feudaler Agamemnon war Herr R o t - teck, der sogar bas Einglas, von Spöttern auch.genannt: Ochsenauge, nicht vergessen hatte. Ihrer Maske wegen sind noch die in Nebenrollen beschäftigten Herren Grosser, Ajax I., Bren- necke, Achilles, unb Paul Gerhardt, Ajax II., zu erwähnen. Tie tlapelle, die von Herrn Karl Nähren zielsicher geleitet wurde, entsprach ebenfalls allen billigen Anforderungen.
** Gottesdienst für Taubstumme. Der auf den 29. Juni angesetzte Gottesdienst für Taubstumme mußte besonderer Umstände halber auf den 6. Juli verlegt werden. Nach dem Gottesdienst am 6. Juki, der vormittag^^ um 11 Uhr stattfindet, ist ein gemeinsames Mittagessen und Spaziergang. Anmeldungen zum Essen und zur Erlangung von Ausweisen zur Fahrpreisermäßigung sind alsbald an Oberpfarrer Müller in Lauterbach zu richten.
•* Besitz wechsel. Das Etablissement Windhvf bei Heuchelheim ist für 56 000 Mk. an den Restaurateur Ehr. Menz aus Chemnitz verkauft ivorden, der das Besitztum bereits übernommen hat.
** Das 1. Reserve-Jnf.-Reg. des 18. Armeekorps trat auf dein neuen Truppenübungsplatz im Spessart bei Bad Orb zu einer 14tägigen Hebung zusammen. Aus dem aktiven Dienststanbc sind zu dein Regiment konunanbiert: Oberstleutnant Trausstlbt uoin Stabe bc5 Regiments 80, als Bataillonsiührer bie Majore Klein vom Regiment 87, Schmierz vom Regiment 115 unb v. Struensee vom Regiment 116, als Konipagnieführer sinb je sechs Hauptleute von ber 21. und 25. Division zu dem Regiment konunanbiert. Aus beiu Beurlaubten-Siaube sind von jeder Division (21. und 25.) je 18 Oberleutnants ober Leutnants, sowie bie entsprechenbe Anzahl Unteroffiziere und'Mannschaften der Reserve unb Lanbivehr einberufen. Tas Res.-Jnf.-Reg. ist ber 41. Jnfanteric- Brigabc in Mainz unb ber 21. Division in Frankfurt a. M. unterstellt. Regiment 80 kleidete die 1.—3. Kompagnie, Regiment 81 bie 4.-6., Regiment 87 die 7.-9., Negiment 88 die 10.—12. Kompagnie ein.
** Der Akademische Dür erbuu d plant für Samstag nachmittag den 5. Juli eine Freilichtaufführung von Goethes „Iphigenie" im Philofophenwald und hat für diefe Veranstaltung hervorragende Kräfte gewonnen. In der Titelrolle wird Frll Frida Eichelsheim vom Kgl. Hof theater zu Wiesbaden gastieren. Es ist müssig, heute noch ein Wort zur Rechtfertigung von Frellichlaussührunigen zu sagen. Wer hätte nicht schon von den Naturtheatern zu Her teuft ein bei Luzern, am 91er oberg zu Wiesbaden u. a. gehört, deren Ruf iveir über die Grenzen des engeren VatellanDcs hinausgedrungen ist? Viel von sich reden machten aucki eine Braunschweiger Ausführung von Wallensteins Lager (1905 s und die Aufführungen zar Köthen i. A. (1909), Veransbal ' hingen, die vom „Dürerbund" ins Leben gerufen w-orden sind. So gedenkt der Mademische Dürerbund auch Gießen ein solches Schauspiel zu bieten, das um so mehr der Beachtung wert ist, als sämtliche ausübende Kräfte tüchtige Künstler sind. Einzelheiten werden noch veröffentlicht.
Landkreis Gieszen.
ü. Klein-Linden, 24. Juni. Ein Landwirt stürzte vom Scheunengerüst und zog sich erhebliche Verletzungen zu.
— Wi e s e ck, 23. Juni. Mittwoch, den 25. Juni, abends 9 Uhr, findet Gemeinderatssitzung mit folgender Tagesordnung stall: 1. Die Neuorganisation ber Krankenkassen, hier die Auflösung der Gemeindekrankenversicherungen. 2. Straßenbahn Wieseck—Gießen, hier Schreiben des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. 3. Verkehrswesen. 4. Nachträgliche Genehmigung von Rechnungen über verschiedene Arbeiten. Der übrige Teil ist nicht öffentlidi.
— Mainzlar, 23. Juni. Hier ereignete sich dieser Tage eine empörende Roheit. Als ein Herr aus Gießen, abends um 10 Uhr von ber Jagd iu den Ort zurückkehrtc, horte man einen Schuß unb gleich darauf ein yerzzerreißeubes Huubegejammcr. Als mau zur Stelle eilte, gewahrte inan, baß der tapfere Waid- mmin auf zwei kleine spielenge Hündchen geknallt hatte, unb zwar in bet Nähe zweier Frauen bie glücklicherweise mit den Schrecken bavon kamen Las eine Hünbchen würbe schwer verletzt. Wie ber Herr behauptet hat et sich bent kleinen Hünbchen gegenüber in Notwehr besimben, ba es nach seiner Hose gesprungen sei.
k. Muschenhciui, 24. Juni. Goldene Hochzeit feierte in bester Nüstigceit das Ehepaar Johannes Reif.
Kreis Büdingen.
e. Büdingen, 24. Juni. Wegen andauernder Miß^ erfolge beabsichtigen bie Weinbergbesitzer ihre Neben auS- zuroden und die Bergabhänge mit Ob st bäum en zu be- pstanzen. Damit würden die letzten oberhessischen Wingerten vcrsckwinben.
H. Bübingen, 23. Juni. Die auf heute nachmittag 4 Uhr einbcrufcnc Gemeinberatssitzung war beschlußnnfälng. Aa- wefeitb waren nur Bürgermeister Fendt, BeigeorLmeter Dotter, (hc: meinberat Schulz, Schäfer, Keil, Rullmann, Klein, Mcchfessel unb 'Hinkel. Die übrigen Mitglieder fehlen teils entschuldigt, teile; nnentschuldigt. Um den Geschäftsgang der Bürgermeisterei nicht allzufehr aufzuhalten, wirb beschlossen, wenigstens die brin- genbcn Puntte ber Tagesorbnung zu beraten unb barüber zu bc schließen. Genehmigung soll von den übrigen Mitgliedern nachträglich eingcltolt tocrbcit. Die Pläne zur E r r i ch t u n g_ e i » c r Leichenhalle liegen vor. Ter Bau ist bereits beschloffen. Einigermaßen erstaunt ist man, baß, in ben Plänen auch zugleich bie Errichtung einer Wohnung für ben Friebhossgärtner und Totengräber vorgesehen ist. Der besonbercn Verk^iltnisse halber kann der Gemeinberat hier die O^nchmigimg nicht sofort geben. Tie Lcichenlwllc wirb auf stäbtische Kosten erbaut, der jetzige Friedhof ist aber Eigentum der Prünienz und wirb von dieier Stifhmg verwaltet unb auch ber betreffende Totengräber van biefer angestellt. Tie Stabt kann ihn nicht zwingen, bie Woh nung über ber Leichenhalle zu beziehm ober ständig darin wohnen zn bleiben. Es sollen deshalb mit bet betreffenden Verwaltung Verhanblungen eingeleitet werben, ob die Miete der Wohnung von ber Stiftung übernommen toirb. Gleichzeitig verlangt der Gemeinberat Kostenporanschlägc über ben Bau bet Leicheiihall^ mit unb ohne Wohnung. — Bon ber Ebaussierun g b c 4 JunkernhoswegeS wird abgesehen und mir die Errichtung


