werden soll. Personen, die für daS gemeinnützige Unternehmen Interesse haben und nicht anwesend waren, können noch ihren Beitritt erklären.
Gießener Strafkammer.
Gießen, 19. Februar. Die BriefUnterschlagungen
das Taglöhners K. K. in Gießen, der um Weihnachten und Neujahr bei der Post als Aushclser beschäftigt mar, bilderen den Gegenstand einer Anllagc, die davon ausging, daß St. als Beamter anzusehen sei und sich daher der Unterschlagung im Amte schuldig gemacht habe. Die Strafkammer nahm indessen an, daß sich der Angeklagte zum mindesten der Beamteneigenschaft nicht bewußt gewesen sei, und verurteilte ihn unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft wegen einfacher Unterschlagung tzu 3 Monaten Gefängnis, ^traferschwerend fiel ins Ge wicht, daß der Angeklagte gerade nur solche Briefe erbrochen hatte, in denen Papiergeld oder Wertpapiere vermutet werden tonnten.
Schwerer Diebstahl und Verleumdung.
Der erst 20 Jahre alte, aber tvegen Diebstahls bereits zwci- mial vorbestrafte Arbeiter W. Sch. von Dresden stahl int Januar dieses Jahres aus dem Ladenzimmer des Sattlermeisters Karl Hieronimus mehrere Hundert Marl, gab das Geld aber zurück, als ihn die Ehefrau erwischte. Aus der Polizei verdächtigte er die Frau in gemeinster Weise. Xr wurde wegen Rückfallsdieb stahls und verleumderischer Beleidigung zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt 1 Monat Untersuchungshaft wurde aut die Strafe angerechnet.
Erfolgreiche Berufung.
Der Agent G. Ä- in 'Frankfurt a. M. hatte im Jahre 190? dem Landwirt £>. B. I. zu Ganrerstirchen ein Pferd,zum Preirn von 1050 Mk. verkauft, die Forderung aber alsbald an den Vorschuß und Kreditoernin in Nidda abgetreten. Gleichwohl nahm er von B. 150 Mk als Abzahlung an und veranlaßte iHv auch noch, weitere 150 M* ru zahlen. Auf die Berufung de, Änllagebehördc gegen ein freisprechendes Erkenntnis des Schöffen- gerichts Schotten erkannte die Straffammer auf eine Woche Gefängnis.
Gemeinschaftliche Körperverletzung.
Die Eheleute G. Hr. M. von Jebenstadt sollen über ihren Knecht hergefallen sein und ihn verprügelt haben. Das Schösfen- giwicht Friedberg hatte sie freigesprochen, da es sie für nicht überführt erachtete. Dagegen gelangte die Straslantmer auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin zn einer Verurteilung des Ehemannes M. zu 15 Mk. Geldstrafe. Tie Freisprechung der Ehefrau aber wurde bestätigt, da angenommen wurde, daß sie ihrem Manne habe helfett luoUen.
Freisprechung
erzielte der Versicherungsinspektor CH. 3. in Friedberg, der im August v. I. von dem Schöffengericht Friedberg wegen Körper- verletzung bestraft worden Ivar. Der Angeklagte, der Hauseigentümer' ift, war mit den bei ihm in Miete wohnenden Eheleuten Lau in Streit geraten und hatte bei dieser Gelegenheit mehrere -Straftaten begangen. Er gab diese auch int wesentlichen zu, dagegen bestritt er, die Frau L. geschlagen zu haben. Allein das Schöffengericht erachtete ihn auch dieser Tat für schuldig und erkannte auf eine Geldstrafe. Seine gegen diesen Teil des Urteils eingelegt« Berufung hatte den Erfolg, das; ihm die Strafe megen Körperverletzung abgenommen wurde.
In der Privettlagesache
des Versicherungsinspektors CH. Z. in Friedberg gegen die Ehefrau des Architekten E. L. früher in Friedberg, jetzt in Hanau, verglichen sich die Parteien. Ter Privatlläger über- nahm i/z, die Angellagte % der Kosten.
Universitäts-Nachrichten.
ht. Marburg, 19. Febr. Der Oberlehrer an der Oberrealschule vor dem Holstentore in Hamburg, Dr. Hch. Jung, früher Privätdozent in Marburg, ist zum Nachfolger des verstorbenen Prof. G. Landsberg auf dem
Lehrstuhl der Mathematik an der Universität Kiel ausersehen.
Hk. Köln, 19. Febr. Professor Dr. med. Leonhard Jo res, ordentliches Mitglied der Akademie für praktische Medizin und Direktor des pathologischen.Instituts der städtischen Krankenanstalten, hat einen Ruf. an die Universität Marburg als Nachfolger von Prof. Dr. Martin B. Schmidt erhalten.
vermischtes.
z£ Das Begräbnis eines oeröienten Iourna- l i ft e n. Unter bemerkenswerken Ehrungen ist in Müncl'en der Zeitungskorrespondent Josef Ritter zu Grabe getragen worden, der seit länger denn 30 Jahren Milarbeiter der „München Angsburger Abendzeitung" gewesen ist, und für diese die Landtagsberichte angefertigt hat, deren Objektivität und Zuverläss.gkcit das Blatt so,zusagen zum amtlichen Protokoll des Bäuerischen Landtages machten. In dem Trauergefolge befanden sich neben dem Staatsminister v. Frauendorfer die Vertreter der Ministerien, des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes, Oberbürgermeister v. Borscht, sowie zahlreich Vertreter der M ün - chener Zeitungen. Die Bedeutung des Verstorbenen würdigte der Chefredakteur der „München-Augsburger Abendzeitung" Karl Stolz. Das Beispiel Ritters zeige, daß in den sogenannten freien Berufen, und dazu gehöre Gottlob der Journalismus, die natürliche Begabung sich nodi frei entfalten könne. Er hoffe und wünsche, und mit ihm wohl viele andere, das dies immer so bleiben möge! Ritters Gaben seien ein Heller Stopf, ein gesunder Menscheitvcrstaud, ein ehrlicher Wille, eine fast mtde- grenzte Arbeitslust unb Arbeitskraft, eine Energie, die alle Hindernisse überwand und ein fester ctyr(id)er Charakter gewesen. Und noch eine Gabe habe er besessen: die eines vollstäitdigen Mangels an Schüchternheit. Er sei ebenso weit entfernt-von Seibftübend,ät.ung wie von Selbstunterschatzung gewesen. Seine Berichte seien trotz seiner großen Gewissenhaftigkeit and) angefochten worden, aber wer in der Journalistik stehe, der wisse, daß, wenn ein Redner entgleise und Tinge sage, die er nachher nicht gejagt haben wolle, hieran niemals der Redner, sondern immer nur d e r Berichterstatter sdmld sei. Unter solchen Umständen hätten auch die Berichte des Verstorbenen dann und wann Anfechtung erfahren. Aber aus den 35 Jahren, während welcher der Redner Gelegenheit hatte, mit ihm zu arbeiten, sei ihm teilt Fall bekannt, tn dem Josef Ritter ein Irrtum nadr gewieselt werden konnte. In ähnlichen anerkennenden Worten äußerten sich namens des Landesverbandes der baverischen Presse Chefredakteur Dr. Mohr von den „Münchener Neuesten Nach richten", Redakteur Prager als Vertreter der Pensionsanftalt deutscher Journalisten- und Schriftstellervereine, Generaldirektor Schwartz vom Verlage der „München-Angsburger Abendztg." und Redakteur Kunkel vom Verbände baverischer Landtags jonrnaliften. Aus Anlaß des Todesfalles gingen der „München- Augsburger Abendzeitung" Beileidsschreiben zu von dem Staatsminister v. Crailsheim, dem Königl. Präsidenten a. D. Tr. v. Haag, dem Bankdirektor Frhrn. v. Pechmann, der liberalen Arbeitsgemeinschaft Bayerns u. a.
Hk. Möbiuspreis. Ter Preis der Möbiusstiftung kommt Anfang des Jahres 1914 abermals zur Verteilung. Als Aufgabe ist gestellt: Tie Erfolge der operativen Behandlung der Basedowschen Krankheit. Die Preisarbeiten sind bis zum 1. Oft. 1913 in Begleitung eines versiegelten Zettels mit dem Namen des Verfassers und einem auf den Umschlag geschriebenen Motto an den Universitätsprofessor Geh. Med.-Rat Tr. v. Strümpell in Leipzig eingeschrieben einzusenden. Ter Preis besteht aus ungefähr 600 Mk. und einer Bronzeplakette. Den ersten Preis < 1912) haben die Herren Prof. Dr. Alzheimer in Breslau und Dr. E. Reiß in Frankfurt a. M. erhalten.
Hohenzol 1 ern und Welfen. Als Stammburg des Hohenzoilerngeschledstes ist der vielbesuchte schlanke Kegel des Hohenzollern in der Sdnväbischen Alb mit seinem weit in die Lande schauenden 'Prachtbau allbekannt. Eigenartig fügt es sich, daß audt das Geschlecht der Welsen einst aus schwäbischem Boden zu Hause war. Ueber der unweit Friedrichshafen und des Bodensees gelegenen Stadt Ravensburg erhebt sich der jetzt Veitsburg geheißene Stammsitz, wo im Jahre 1088 der Bischof Siegfried von Augsburg von Welf III. gefangen gesetzt und 1129 Heinrich der Löwe geboren wurde. Mit dem Tode Welfs VI. wurde
Burg ünd Stadt Besitz des Hohenltausenkaisers Friedrich (Bar- barossa). In dem nahen Kloster Weingarten befindet sich neben dem Belfendenkmal die Welfengruft, um deren Wiederherstellung König Georg V. von Hannover sich verdient machte. Ein? Drucksache über diese Gegenden ist kostenlos erhältlich im Internationalen öffentlichen Berkehrsbureou, ?lbt. Württemberg, Berlin W. 8, Unter den Linden 14.
Handel.
-L Der Zusammens . luß der Dachziegel- Fabrikanten am Niederrhein ist jetzt zustande aekommen unb wird firmieren „Verband 9li.beirhenüid)er Zieaelwei ke*.
-U Tas Bleiweis-Kartell bat die Preise wiederum um 2 Mk. herabgeient.
4- Preisermäßigung auf H a u s b r a u d k o bl en in Belgien. Durch die augehäusteu Vorräte in Hausbrand- kohlen veranlaßt, haben verschiedene Zechen im Beeke» Charleroi diese Kohlen um Fr. 1 pro Tonne ermäßigt. Dagegen liegen Jndustriekoblen febr test und es werden durch Streikatcsstchten sogar Preissteigerungen hierfür erwartet.
O a r a ii r c n b a cb , 19. Febr. Am Dienstag war hier die erste N u t; h o 1 z - V e r ft e i g e r u n a Jrn Distrikt .Cichenbardt* kamen allem 30 Cichenstämme mit 42,33 Acitmeler zum Ausgebot. Cruklasstges Schnittbolz, für Schreiner und wiaiev geeignet, ko lete burdiidmittlid) 100 Alk. der Acftmeter. Auch Kiiier und Wagner mutzten durchweg höhere Preise zahlen, zumal für ihren Bedar' das Angebot sehr gering war. 9labelboljfiämmc «insgesamt 289 Fest- metet' winden gleichfalls gut bezabli; es stellte sich der Festmeter au« 20—25 Äkk. Die Auswahl in Stangen war wie immer wieder sehr groß und viel begehrt. Gemeuidewald und Jagdnutzung jetjt 10 50 Mk.- sind schon von altersher gute Cinnahmequellen für unser Dort.
Märkte.
fc. Wiesbaden, 20. Febr. £> e u- unb C krohMgrkt. Ange>ahren waren 9 Wagen mit Heu und Stroh. Plan notierte: Hen h.6o—"<.>"0 Pik., Stroh (Richtüroh) 1.60—0.00 Mk. — Fruchtrnarkt. Ha'er lA.OO—-17.0 ■ Pik. 'Alles stir 100 tiilo.
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