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Weißbrot 2 Ra. 62 Pfg., Schwarzbrot 2Kg. 54 Pfg.
Meteorologische veobachtungen der Station Gietzen.
Juni
Wetter
1913
Juni
23,
24.
749,6
748,2
22,6
16,1
13,6
22.
22.
Sonnenschein Bew. Himmel Regen
Höchste Temperatur am
Niedrigste „ ,
Liiederschlag: 0,9 nmu
— 4- 22,6 • 0.
=■ + 8,2 ° C.
Weizen 100 Kg. 21.26—21.75 Mk.
Roggen 100 Kg. 17.75-00.00 Mk.
Hessen Ludw. Kußpert. ihm folgt an dritter Stelle Karl Schmidt. Ferner erlnelten in den Klassenkämpfen tm Schwer- gewichtstemmen Friß Bauereis den 2. Preis, (Gerson Isenberg den 6., Georg Staubacb den 13.; im Mittelgewichtstemmen Wich. Wolf den 1. Breis, Karl Hartmann den 16.; im Leichtgewichtstemmcn Ludw. Mpett den 2. Preis, Karl Schmidt den 17.; in Leichtathletik Heinr. Staubach den 4. Preis; int Ringen (Schwergewicht) Heinr. Stanbach den 3. Preis, Georg Staubach den 5.; im Ringen. (Mittelgewicht) Karl Hartmann den 5. Preis.
Die Marktpreise für Biet- und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 23. Juni 1913.
Handel.
W. Lübeck, 21. Juni. In der heutigen Hauptversammlung des Roh eisen verbandes wurde über die Marktlage bcrid)tet. Die Verkaufstätigkeit für das zweite Semester d. Js. im Inlande kann int großen und ganzen als beendet gelten, da für alle Abnehmer der Bedarf gedeckt wurde. Der Auftragseingang ist befriedigend. Auf dem Auslandmarkt, wo die Abnehmer in den letzten Monaten große Zurückhaltung beobachtet haben, ist in der letzte Woche das Geschäft wieder etwas lebhafter geworden. Die Preise des Auslandes sind infolge lder gesunkenen englischen Preise zurückgegangcn. Der Versand int Monat Mai war bc* friedigend und "beträgt 101 Prozent der Beteiligung.
Gietzener Strafkammer.
Gi etz-en, 21. Juni.
Biehseuchevergehen.
Der Schweinchandler W. ,E. von Friedberg hatte im Februar l. I. einen Transport Schweine aus Preußen nach Friedberg' ein geführt, ohne ihn anzumelden unb in Quarantäne zu stellen. Urteil: 2 Geldstr äsen von je 20 Mark.
A u s s echu ng der Verhandlung wurde in der Sträfsiache gegen: 1. Steinbrecher Gg. P., 2. Schäfer K. H., 3. Landwirt G. H., 4. Taglöhner Fr. K. und 5. Landwirt K. St., sämtlich in Arnshain, die wegen .Biebseuckm-ergebens au- gellagt, aber vom Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden sind, befchlvss-en. Tie Men solleit der Stcurtsarrwaltschaft zur ZÜistellung weiterer Ermittelungen ntttgctcüt werden.
Richterschien en trotz ordltungsmäßiger Ladung war der wegen EinbruchÄnebstahls angeklagte Hauderer B. H. von Bieber. Es wurde daher Haftbefehl gegen ihn erlassen. Der ncit-angeklagte Taglöhner £>. I. in Gießen erhielt wegen Diebstahls von Lumpen, begangen dahier hn Sommer 1911 zum Nachteil der Firma H., eine Gefängnisstrafe von einer Woche.
Wegen Bieh.s-e u che he rgehe n s wurde der Landwirt I. S. in Renzendorf, der auf fernen Antrag turnt Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden worden war, mit einer Geldstrafe von 15 Mark bestraft.
Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. 93.: K. Neurath.
Turnverein hielt ein Schattturnen ab. Des Abends fand ein Festball in der Turnhalle statt.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch Bingen, 22. Juni. Unter sehr starker Beteiligung wurde heute hier das in den Rhein-Anlagen ausgestellte Denkmal kür bett Großherzog Ludwig IV. enthüllt. An der Fe«r beteiligte fid) als Vertreter des Grobherzogs Provinzialdwektor Gehcinterat Dr. Breidert-Mainz. Einleitend trug der Männer- gesattgverein das Lied „Schntzgclst alles Schotten" uttter MnNk- begleitttitg vor, dann hielt Herr Bürgermeister Neff die Begrüßnngs- attsprache. Es folgte der Vortrag des niederländischen Tankgebetcs durch bett unter Leitung seines Dirigenten Mttsikoirektor Knettel stehenden Mänitergesangverein, bann überbrachte Herr Provinzml- direklor Dr. Breidert die Grüße nnb Glückwünsche des letder verhittderten Großherzogs und ntachte anfuqend die Mitteilung, das; Herrn Geheintrat Woog, deut Stifter dieses Denkmals, das Rittcrkretiz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen nnb dem Erbauer des Denkmals, Bildhauer Hans Darmnann, Berlin die silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft verlieben worden sei. Die Festansprache hielt hierauf Herr Bürgermeister Neff, der das Denkntal nantcns der Stadt übernahm. Atts dem Denkmal ist jede Pose verntiedett. Der Herrscher ist ohne jedes dekorative Beiwerk jo hmgestellt, tvie er int Kriegs- und Felddienst seinen Truppen gegenwärtig war und den Veteranen ttoch ist. Ter Sockel besteht atis Muschelkalk, die Figur ist atts Bronze geschassen. Ein Festkonzert imter Mitwirkung des Binger Dtännergejang- vereitts, des Binger Cäcilien-Vereitt? und auswärtiger Soltsten sand am späten Nachntittage statt. 9(m Abend war Höhenbcleuch- tung mit Feuerwerk.
ch. Bingen, 22. Juni. Mit einem Kostenaufwande von säst einer M i l l t o n Mark ist die Binger Festhalle errichtet worden. Trotz besonderer Schwierigkeiten, namentlich bei Fnnda- meittierttngsarbeiten, wttrde das Gebäude in nicht ganz 10 Mottaten hergestellt. Ter ganze Bau steht auf einem Pfahlrost von Eisettbeton. Die Halle liegt dicht am User des Rheines gegenüber dem Nationaldettkmale. Mit einem großen Festmahle, an dem etwa 500 Personen teilnahmen, wurde die Festhalle ein- geweiht. Geheimer Regierungsrat Kreisrat Dr. Steeg »Dingen feierte den Geheimen Kommerzienrat Jules Woog-Berlnr- Grmtewald, der den längft gehegten Festhallengedanken in großzügiger Weise in Erfüllung gebracht habe nnb ben Bürgermeister Neff- Bingen, der zum ©dingen des Werkes so viel, als in feinen Krästeit stand, beigctragen habe. Der Erbauer der Halle ist Regierungsbatmteister L e i b n i tz - Berlin.
Hessen-Nassau.
h Frankfurt a. M., 22. Itmi. Die Zentrale für private Fürsorge hat int abgclanicncm Geschäftsjahr bei einem Etat von 221 240 Mark einett Fehlbetrag von 4915 Mark zu verzeichnen. - Der Kindergarten für sprachgebrechliche und schwachbefähigte Kinder mußte geschlossen werden, da mit dem Tode der Fratt von Meister (Eronberg) die Unterhaltungskosten in Höhe von 2400Mark in Fortfall kamen. - Tie Gottesdienste auf dem Feldberg werden aufAnorbming des Konsistorittrns am29.Jutti wieder ausgenommen. - In einem Haufe des Stadtteils Ginnheim wurde die 38jährige Witwe Lowe von bent Arbeiter Krause überfallen und durch Messerstiche in Brust und Kopf lebensgefährlich verletzt. Der Täter entfloh und konnte bisher nicht ergriffen werden.
Muller'sche Badeanstalt.
Wasserwärme der Lahn am 2 4. Juni: 16° ll.
bis 23.
, 23.
— Die Universität Halle a. S. zählt imflaufenden Sommersemester 2765 immatrikulierte Studierende. Außerdem sind 113 Hörer zugelasseit.
- Vont 1. Oktober dieses Jahres ab ist der o. Profettor an der Universität München Geheime Rat Exzellenz Dr. Karl Theodor Ritter von Heiael auf sein Ansuchen von der Verpflichtung ^ur Abbalttmg von Vorlesungen befreit und an feiner Stelle der Geh. Poirot Prof. Dr. Erich Markes in Hamburg zum ordentlichen Professor der Geschichte au der Münchener Universität ernannt.
Deut Privatdozeitteu für Geologie ttnd Paläontologie an der Bonner Universität Dr. Johannes Wanner nnb dem Kaiserlichen Regierungsarzt Dr tneb. Friedrich Otto Ludwig Külz in Ka m er int ist der Professortitel verlieben worden..
Leipzig, 23. Juni. Regierimgsassessor Sctotfertt»%icI, der sich als stellvertretender Polizeipräsident der passiven Sße». stechu n g und des Betruges schuldig gemacht hat, war am: 8. April vom Landgericht Kiel zu drei Jahren Zuchthaus und fünf' Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Gegen daH Urteil hatten der AngeUagte und der Staatsanwalt Revision eingelegt. Das Reichsgericht erachtete mmmehr beide Revisionen als be- gründet und hob das Urteil auf.
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Mättte.
Gießen, 24. Juni. M a rktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,05—1.15 Mk^ Hübnereier 1 Stück 7—8 Pfg., 2 Stück 0 Pfg., Enteneier 1 Stück 8—0 Pfg., Gänseeier ISt. 12 Pf., Käse das Stuck 6—8 Pfg., Kasematte 2 Stuck 5—6 Pfg., Tauben pr Vr. 0,80-1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Halmen pr. Stück 1^0—2,50 Alk., Enten pr. St. 2,00-3,00 Alk., Gänse das Pfd. 00—GO Pfg^ Ochsenfleisch pr. Pfd. 92—100 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 90—94 Psg., Kuhfleisch 80 Psg^ Schweinefleisch pr. Pfund 84—100 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 94—98 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 70—96 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.00 bis 5ch0 Mk., Weißkraut das Stück 00 bis 00 Psg^ Zwiebeln per Ztr. 0,00-0,90 Alk., Alilch das Liter 22 Pfg^ Nüffe 100 Stück 50—60 Pfg^ per Ztr. 0—00 Mk^ Birnen das Pfund 12 bis 15Pfg., Aepfel der Zentner 00 bis 00 Mk., Erdbeeren 1 Pfd. GO bis 80 Psg., Walderdbeeren 1 Liter 1 Alk., Kirschen 1 Pfund 45-50 Pfg., Heidelbeeren 1 Liter 36—40 Psg., Johannisbeeren 1 Pfund 30 Psg. Marktzeit von 7 bis 1 Nhr.
L. Friedberg, 23. Juni. Trotz des Regenwellers war der Wochenmarkt so stark besucht wie noch niemals in diesem Sommer. Stand reihte sich an Stand Butter kostete Mk. 1,35—1,40 per Pfund, Käse 6 Psg. das Stück, Eier 2 Stück 17 Pfg., Käsematten 20 Psg. das Pstuld. Mit vielem Gemüse, namentlich fievnerbfen, Gelbrüben, Kohlraben und Wirsing war der Markt beschickt. Kartoffeln, alte, kostete der Zentner 2,50 Mk., neue das Pfund 8 Pig. Die Gärtner Friedbergs batten viele Blumenstöcke wie Blumensträuße kzum Verkaufe ausgestellt. Kirschen kosteten 60 Psg. nnb Erdbeeren 80 Pfg. das Pfund.
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Gesellschaft zur Bekämpfung der Grschlechtskrankhetten.
Breslau, 22. Juni.
O In Anwesenheit von Vertretern staatlicher und städtischer Behörden trat hier die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten zu ihrer Jahresversammlung zusammen, die von interessierten Persönlichketten aus allen Teilen des Reiches zahlreich besucht war. Rach den osfiziellen Begrüßungsansprachen referierte Dr. M a r c u-s e (Ebenhausen b. München) über daS Thema „Geschlechtskrankheiten nnb Bevöfkernngsproblem". Rach dem Redner hat bie Schwierigkeit ber Lebcnssührung nnb der Daseinsverhältniffe ben Gedanken ber Selbsthilfe attsgelöst nnb ba= mit zur Kleinhaltnng der Familie geführt. Reben dieser gewollten Kinberbeschrättkung kommen als Momente bei sinkender Bevölke- ruugszahl noch bie Kindersterblichkeit nnb bie Geschlechtskrankheiten in Betracht. Die Verhütung ist ohne Anwenditng von Schutzmitteln undurchführbar. — Korreferent Prof. Blaschke (Berlin) betonte, baß Mittel welche geeignet seiet:, bie Geschlechtskrankheiten einzu- dämmen, auch dazu bienten, bie Bevölkerungszahl zu beben. — Professor Heller (Ehcrrlollenburg) sprach über „Geschlechtskrankheiten und Eherecht". Er konstatierte, daß bie beutsche Gesetzgebung genügenb Handhaben biete, um bem gcjmiben Ehegatten bie Lösung der Ehe auch in vermögensrechtlicher Beziehung in befriebtgenber Weise zu lösen. Dasselbe gelte für einen gefnnben Verlobten. — Dasselbe Thema behandelte Landgerichtsbirektor Davi b,(Breslau) vom rechtlichen ©tanbvunft aus. Geschleckstskratikheiten schließen für ben kranken Teil den Ersatzanspruch für Aufwendungen aus, machen ihn aber dem andern Teile gegenüber schadenersatzpflichtig. — Air bie Vorträge schloß sich eine lebhafte Aussprache.
Hausen) mit Sckneßübuugen ant 28. August bei Hitzkirchen, beim Feld-Art.-Regt. 9tr. 61 vom 23. bis 29. August bei Flieden mit Schießübungen am 25. August bei Ulm bad). — Die Brigade- übintgeit finden statt bei ber 49. Jnf.-Brrgade vom 29. Arrgnst bis 2 September bei Schlüchtern, bei der 50. Jnf.-Brigade vom 30. August bis 3. September bei Wittgenborn (Kr. Gelnhausen), bet der 25. Feld-Art.-Brig. vom 30. August bis 2. September bet Ulmbach. Bei den Briqadenbungen werben zttgeteilt ber 50. Inf.- Brigade das Pionicr-Äat. Rr. 25, der 25. Feld-Art.-Brig. die Hälfte des 1. Bataillons Fuß-'Art.-Regts. Nr. 3. — Tie Brigademanöver sinden statt bei der 49. Ins.-Brig. vom 4. bis 6. Sept, zwischen Steiltau und Oppertz (am 8. Sept, hat die 49. Ins.-Brig. KriegSmarfch), bei der 50. Ins.-Brig. vom 5. bis 8. Sept, zwischen Äelnhachen unb Freiensteinau. Zuaeteilt tverben bei den Ärigade- manövern der 49. Ins.-Brig. das Drag.-Regt. Nr. 24, bas Feld- Art.-Rcgt. Nr. 61, bie 1. und 2. Komp, des Pionter-Bataillons Nr. 25, eine Abteilung des Train-Bats. Nr. 18, weiter ber 50. Inf - Brigade das Drag.-Regt. Nr. 23, das Felb-Art.-Regt. Nr. 25, bte 3. und 4. Komp, des Pionier-Bataillons Nr. 25, eine Abteilung des Train-Bataillons Nr. 18. — Tie Tioisionsmanöver der 25. Division werten vom 9. bis 13. Attgust im Gelände zwischen Gelnhausen unb Oppertz (Kr. Fulda) abgehalten, wobei dieser Division zugeteilt werden das Piouier-Bat. Nr. 25, die Halste des Train-Bataillons Nr. 18. — Korpsmanöver finden statt am 15., 16. und 17 Serstember zwischen Steinau und Grebenhain.
** Di e Ju bi4äumsmünzen au§ Anlaß der 25jäh- rigen Wiederkehr des Tages, an dem der Kaiser die 9?cgirrung antrat, sind jetzt in Verkehr gekommen unb zeichnen sich durch ein wochlgelungencs Münz-bild des Monarchen aus. Nicht mir, daß Wilhelm II. auf den neuen Zwei- unb Drei-Mark- slücken porirätähnlich bargestellt ist, es weicht auch diese Darstellung von dem seitherigen Münzbikd insofern ab, als die Jubilämnsstücke den Kaiser tm Brustbild, in Generalsuniform mit der Kette des Schwarzen Adlerordens angetan, wiedergeben. In der Reihe der preußischen Könige ist Wilhelm II., seit Friedrich Wilhelms ITT. Zeiten, also seit 100 Jahren, der erste Hohenzöller, dessen Bild sich auf Münzen, die Geldwert haben, in Uniform zeigt. Wie man hört, sollen für die Folge in der Berliner Münze nur , noch Zwei- und Drei- Markstücke geprägt werden, welche das neue Münzbild des Kaisers in Uniform tragen.
'* Die Heuernte ist in diesem Jahre außerordentlich reich ausgefallen, besonders haben die trockenen Wiesen einen Ertrag, wie er seit langen Jahren nicht so reich war. Aus nassen Wiesen konnte das Wachstum infolge der anfänglich länger andauernden Kälte nicht so gut voran kommen, doch ist auch dort eine gute Mittelernte erzielt. Der Preis für bestes Heu stellt sich auf Mk. 2.40 für den Zentner, während geringeres Futter schon mit Mk. 2 ; angeboten wird. Der größte Teil des Heus ist bereits an den schönen sonnigen Tagen ber letzten Woche eingefahren.
Landkreis Gietzen.
4- Bellersheim, 22. Juni. Begünstigt von dem schönsten Sommerwetter konnte die schon für den 1. Juni festgesetzte, damals aber verschobene Gedächtnisfeier zur Erinnerung an das Jahr 1813 beute abgebalten werden. In geschlossenem Zug, an dem sich die Schuljugend, sowie die Vereine und viele andere Ortsbewohner beteiligten, zog man unter Posaunenschall nach unserem schönen Buchenwald, wo an einer passenden Stelle eine Rednertribüne und Bänke und Tische aufgestellt waren. Nach einem Marsch, ben ber Posannencbor zum Vortrag brachte, würbe die Feier mit dem alt- niederländischen Dankgebet von oem Schülerchor begonnen. Ter Höhepunkt war die Rede von Dr. Strecker aus Bad-Nauheim. In meisterhafter Weife führte er die aufmerksam lauschende Menge, die auch durch viele auswärtige Besucher vermehrt wurde, in die große Zeit vor 100 Jahren zurück; unter der lebhaften Schilderung jener Ereigniffe wurden dieselben selbst lebendig vor unseren Augen. Zum Schluß seines vollständig freien, etwa zweistündigen Vortrags ermahnte der Redner, nicht bloß jener Zeit dankbar zu gedenken, solchem auch aus ihr zu lernen, zu lernen Opfer zu bringen, wo es nötig ist, unb an dem Platz, auf ben man nun einmal gestellt sei, feilte Pflicht zu tun. Ter Tank, ber bem Redner in beredter Weise ansgesproclM wurde unb in einem „Hoch' gipfelte, fam ans aller Herzen. Zwischen ben einzelnen Teilen der Rebe kamen paffende Gedichte von Schulkindern der beiden Klassen sehr hübsch zum Vortrag. Auch ber Mannerchor verschönte bie Feier durch Vortrag einiger Lieder. Gemeinsam gesungen wurde unter Posaunenbegleitung „Deutschland, Deutschland über alles" unb am Schluß der Rede der Ehoral: „Nun danket alle Gott". Die Zeit war inzwischen schon weit vorgeschritten, unb mancher mußte vor Beendigung ber Feier den Festplatz verlassen. Biele aber dursten sich noch an bem Kinderreigen ergötzen, ben eine Anzahl Mädchen unter Leitung ihres Lehrers auffuhrte.
l. G r ü n b e r g, 22. Juni. Zur Feier des Regierungsjubiläums des Kaisers, verbunden mit einer Gedenkfeier an das Jahr 1813, fand heute hier ein großes Volksfest statt. Das sonst am Sedantage alljährlich stattfindenbe Jugeitbsest war diesmal bannt verbunben worben. Um 3 Uhr zog ein stattlicher Festztig, bestehend aus den sämtlichen Schulklassen ber hiesigen Volksschule unb Erweiterten Schule mit ihren Lehrern, ben hiesigen Krieger-, Turn- unb Gesangvereinen mit ihren Fahnen unter Vorantritt ber Musikkapelle zum Festplatz. Dort hielt Lehrer P l o ch die Festrede, worin er die Zustände ber Zeit vor hundert Jahren eingehend erörterte. Auch der 25 Regierungsjahre unseres Kaisers gedachte er dankbar und schloß mit einem Hoch auf baS geeinigte beutsche Vaterlanb und seinen Kaiser. Die einzelnen Schulklaffen erfreuten sich und bie zahlreichen Zuschauer burch Spiele, bie sie unter Leitung ihrer Lehrer ausführten, und darnach würben die Sieger mit Preisen, bie in allerlei nützlichen kleinen Geschenken bestanden, bedacht. Ter Mustkverein nnb die 2 Gesangvereine verschönten die Feier mit ihren Vorträgen, bis um 8 Uhr sämtliche Teflnehmer derselben unter Musikbegleitung zu der Stadt zurückzogen.
Kreis Lauterbach.
-r. L a n t erb a ch, 22. Juni. Das 25-jährige Regierungsjubiläum des Kaisers wurde heute durch ein allgemeines Volksfest hier gefeiert, das auri) viele auswärtige Gäste angelockt hatte. EiTHgeleitet wurde das Fest am Morgen durch einen Ehoral vom Stadtkirch- tnrmc. Um 9 Uhr versammelten sich sämtliche Vereine mit ihren Fahnen im Burghof, von wo sie geschloffen zu dem Festgottesdienst in der Stadtlirche marschierten, in dem Oberpsarrer Müller die Festprcbigt hielt. Am Nachmittag bewegte sich ein schöner Festzug von fäinilicheii Vereinen unb Schulkindern durch die Stabt nach dem Festplatz bei ber Turnhalle. Hanptlehrer Kinkel hielt eine begeisterte Festrebe, bie in ein Hoch auf ben Kaiser ausgnrg. Ein Massenchor ber Schulkinder, des Kirchengesang Vereins unb bcs Gesangvereins Lieberkranz mit Musikbegleitung unter Dirigieruug des Professors Fönues fanb allgemeinen Beifall. Während sich bann die Schulkinder unter Aufsicht der Lehrer mit Spielen beschäftigten, veranstaltete ber Kriegerverem ein allgemeines Preisschießen. Der
Sport.
** Athletik. Erfolgreiche Siege erhielt unter außerordentlicher Konkurrenz ber I. Kraft- unb Sportklub 1893 Gießen (Zum Pfau) auf bem in Wansried abgehaltenen hessischen 9lthleteit- Verbandsfest am 21., 22. und 23. Juni. Es erhielten im Schlver- gewichtsteinmen bie 2. Meisterschaft von Hessen Fritz Bauereis, im Mittelgewichtstemmen bie 3. Meisterschaft von Hessen Wilh. Wolf, die 3. Meisterschaft von Hessen im Ringen Will). Wolf, tm Leichtgewichtstemmen bte 2. Meisterschaft von
Bi®son kräftigt matte Nerven.
Ich gebrauchte Bioson bei Nervosität unb zur allgemeinen Kräftigung. Kraft und Energie hoben sich merklich, beffereö Aussehen zeugt von Bluterneuerlmg; Geschmack unb Bekömmlichkeit finde ich vorzüglich. Alwin Müller, Landbriefträger. Leutersdorf <O.°Laus.). Unterschrift beglaubigt: 21. Febr. 1913, Scholze, Gemeindevorstand. Bioson nur echt in großen Paketen ä M. 3.- in Apotheken, Drog. Verlangen Sie vom Biosomverk Frankfurt <Main)Gratisprobe u. Broschüre. b'nij
iimii n wimiin
23. 2”i 750# " 9“l----
Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 79—97 Mk.
’/, Kg. Schlachtgw. 92-105 Pf.
7, , , 70—73 ,
7, Kg. 92-100 Pfg.
, 94—98 , '/, , 84-100 „
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Reklame-Verkauf!
Von Freitag, den 20. bis Sonntag, den 29. Juni gewähren
wir trotz unserer bekannt billigen
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Sprinsfmann’s Schuhwarenhaus
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