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lumoreske i Herr Lorain, |
ne Grandais I twoche aller Welt nummern
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s E. Zacconi
Zweites Blatt
Ur. U9
163. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
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gebot er dem Regen, der sich anfangs schüchtern einstellte, I straße die Rabenanstraße bis zur Pforte vorgeschlagen worden, un Tarife des Tages Enthält. In Friedberg war zuerst Er halte die>e Linienführung für technisch ausführbar. 1911 habe Station. Im Hotel Trapp wurde das Mittagessen ein- rnan ,den Wagenführern in Krankheitsfällen den Lohn weiter genommen. Um 3 Uhr trennte sich die Gesellschaft in drei t)eäa^lt "nd dafür das Krankengeld eingezogen. Jetzt aber gebe Laaer. Diese Scbeidiina aeschab nicht Nits Nlii-tk-iN'UitUch^n m?n riur noch das blrankengcld, was. abaeseben von der Karcn^
Genoffenschaften
währt werden.
Minister
luilligungstätigkeit selbst zu sehen, so war doch der Wetter^
flott zu Kompromissen geneigt. Gegen das Versprechen, nach Altcn-Vnseck cv die beiden Tage nicht einzig dein Vergnügen z-u weihen, I meister von Wieseck
Zweite Kammer wolle alsbald eine Vorlage
ge- aus
der Regierung kann er sich nicht Korell-Angenrod unterstützt Weisung.
Es wird dann Punkt 3, der Grünewald zuMckgestellt war,
r i ch (fortschr. Volksp.) gestellten Antrag: beschließen, die Regierung zu ersuchen, einzubringen, durch die dei
nen gegründeten Zentralkaffe der Hessischen Landwirtschaftlichen verzinsliche Darlehen aus der
Titel 31, elektrische Straßenbahn. Stadtv. Ur- stadt führt aus, das; sich die Straßenbahn erfreulich entwickelt hübe. Der im Voranschlag stehende Zuschuß werde wohl nickst erforderlich sein, die Straßenbahn werde sich wohl selbst erhalten. Wenn die Linie nach Kckofdorf gebaut werde, werde wohl wieder ein Zuschuß erforderlich sein, denn diese Linie werde sich nicht rentieren. Die Wicsecker Linie werde sich rentieren, deshalb solle man sic möglichst schnell bauen. Der Oberbürgermeister habe gestern mitgeteilt, nian habe sich frittier wegen der Fortfütirung nach Altew-Vuseck geeinigt, aber am 28. April sei Pont Bürger-
........ eine andere Linienführung durch die .Schul-
eines so weittragcndeir Antrages einzutrcten. Der
Die „Gießener Zamlienblätter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „ttreirblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
v. Hombcrgk erklärt, daß die Regierung sich heute nicht fcst- Tcgpu könne, da es sich um große Summen handeln würde. Die Abgg. Ulrich (Soz.) und Tr. Osann intl.) bemerken, daß es sich ja auch gar nicht um eine Festlegung handeln solle. Man will durch einen Beschluß der Kammer nur die Beunruhigung, die angesichts der gegenwärtigen Gcuossenschaftskrise besteht, verscheuchen. Deshalb sei es dringend notwendig, daß die Kammer heute noch beschließe.
Das Haus beschließt, den Antrag dem Finanzausschuß zu üb er weis en, der in der nächsten Woche darüber beraten wird. Tann wird das Plenum nochmals zusammcntrcten.
Um 11.15 Schluß der Sitzung. Die Mitglieder fahren 12.14 Uhr nach Friedberg. *
Der Au Hsing nach Oberhesien.
B a d - N a u h> c i in', 23. Mai.
Wenn man von Ausflügen spricht, beginnt man gewöhnlich mit dem Wetter. Schien auch nicht hell die Sonne, als sich die Landboten aufmachten, die Früchte ihrer Be-
Lager. Diese Scheidung geschah nicht aus parteipolitischen Gründen; denn Sozialdemokrat neben dem Nationalliberalen, Zentrum neben den Anhängern der Simultanschulen.
m?n phk' stoch das Krankengeld, was, abgesehen von der Karenzzeit, taglicy eine Einbuße von 1,20 Mk. bedeute. Ein Gesuch, den früheren Zustand wieder herzustellen, sei abgelehnt worden; nach seiner Ansicht zu Unrecht. Wenn die Wagenführer Bo tienstete sind, sei die Maßnahme aus rechtlichen Gründen nicht angängig. Auch Hobe das Publikum ein Interesse daran, daß nickst Halbkranke als, Magensührer tätig seien, da die Betriebs- Üchbrheit darunter leide. Man gebe den Wagenführern, die doch Bedienstete seien, nur drei Tage Urlaub. Man solle aus Billig- leitsgrunden bis zu acht Tagen geben, damit nicht die Arbeiter IkL. £ r ■ ■ Wagenführer. Die Summe der verhängten Geldstrafen, sei nicht hock;!, aber die Strafbestimmungen teilweise rigoros. Es sei z. B. den Wagenführern gestattet, an den Endstationen im Wagen zu sitzen, wenn noch keine Fahrgäste da seien. Wenn die Wagenführer dann sitzen bleiben, bekommen sie 2 Mk. Ordnungsstrafe. Das System der Geldstrafen sei nicht angebracht. Er habe die Ueberzeugung, daß man auch ohne sie auslommeii könne. Wegen des Krankengeldes beantrage er die Wiederherstellung des früheren Zustandes.
-pcr Vorsitzende betont, daß man die Wagenführer nicht mit den Schreibgehilfen vergleichen könne, da diese nicht in der K^ankenrasse seien. Die Wagenführer hätten keinen Anspruch auf Urlaub, doch sei der Betriebsleiter berechtigt, ihnen bis zu drei ^.agen Urlaub zu geben. Die Straßenbahnbediensteten würden anstandig^behandelt und gut bezahlt, besser als in den meisten anderen Städten. Das System, ihnen statt des Krankengeldes den ganzen Lohn zu zahleii, sei aufgehoben worden, da sich wäh- rend der Zeit der ganzen Lohnzahlung, im 1. Halbjahr 1912, eie Krankheitsfälle außerordentlich gesteigert hätten, nämlich auf
A fache, die durchschnittliche Krankhsttsdauer sei von 10 auf 18 Tage gestiegen. Einer, der sich geäußert habe, unter diesen Umständen könne er ja noch einige Tage krank fein, sei deshalb entlan'en worden.
Währung einer Pension oder Wiederanstellung im Staatsdienst.
Abg. Grünewald (Fortschr. Vp.) bittet, die Sache nochmals an den Ausschuß zu verweisen, weil ihm die heute vorliegenden Gründe bei der Fassung seines Beschlusses noch nicht bekannt waren.
Rach weiteren Ausführungen der Abg. Stöpler (natl.) und E i ß n e r t (Soz.) hierzu wird die Sache wieder an den Ausschuß verwiesen.
Abg. Tr. Osann (ntD verliest folgenden vom Abg. Hen-
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion:S:^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Einzelbcratimg des Voranschlags wird fortgesetzt.
eiirverstanden erklären. Abg. den Antrag auf Zurückver
wegen Abwesenheit des Abg.
..... , besprochen. Abg. Grünewald
ist inzwischen erschienen. Punkt 3 betrifft die Vorstellung des Gendarmen a. D. Emil Freund in Gießen, Ge-
Samstag, 24. Mai M3
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
äklcn Parteien. Nur vom Zentrum hat niemand unterschrieben.
Es kommt zu einer Geschästsordnungsaussprache. Da der Kammer des Ausfluges wegen nur noch kurze Zeit zur Verfügung steht, trägt man Bedenken, jetzt noch in eine Beratung
Staatskasse
Der Antrag trägt 35 Unterschritten
Stadtv. U r st a d t bemerkt, es sei richtig, daß die Straßenbahner drei Tage Urlaub bekommen. Was der Vorsitzende be- züglich der Krankheiten gesagt habe, erkenne er nicht an, eine halbjährige Statistik genüge ihm nicht.
Der Vorsitzende erklärt, er verzichte darauf, sich noch einmal dazu zu äußern, die Mehrheit der Versammlung teile sicher seine Meinung.
Stadtv. Dr. Ebel regt an, auf den Plattformen für die Wagenführer vielleicht Klappsitze anzuschaffen.
. Titel 44, Polizei. Das Polizeiamt wünsche, daß die 120 Mk. betragenden Kosten für zwei Polizeihunde wieder eingesetzt werden. Die Versammlung ist Damit einverstanden.
Stadtv. Vetters hat Klagen gehört, daß die Polizei bei Skandalen, die Studenten machen, nicht herbeigingen.
Der Vor sitzende bezweifelt dies, so lange ihm nicht be- ltnnMte Fälle genannt würden.
Titel 46, allgemeine Verwaltung. Stadtv. Simon wünjcht, daß die jetzt im Vermessungsamt befindlichen neuen Flurkarten so aufgehoben werden möchten, daß sie auch dem Orts- gericht zugänglich seien, wohin sie eigentlich gehörten. Man könne sie vielleicht in einem feuerfesten Schrank aufbewahren.
Titel 53, Hundesteuer. Stadtv. Schaffstädt fragt an, warum die Hundeverbotstafeln noch immer ständen.
Der Vorsitzende erwidert, daß das Ministerium des Innern die Anordnung, die Schilder zu entfernen, außer Kraft gesetzt habe.
Stadtv. Dr. WiMmenauer führt aus, daß 100 Meter von erlaubten Verbindungswegen (Straßen, Fußpfaden) die Hunde frei herumlaufen dürsten. Dagegen seien auf Holzabfuhrwegen, Feldwegen usw. die Hunde an der Leine zü führen.
Titel 52, O k t r 0 i. Der Antrag Vetters wegen Aufhebung des Oktrois auf Kohlen wird gegen die Stimmen der Stadtv. Dr. Ebel, Urstadt und Vetters abgelehnt.
Titel 57, Billettsteuer. Stadtv. Winn bemerkt, daß die Bcklcttstener, die im Voranschlag mit 1000 Mk. stehe, wenigstens 6000—8000 Mk. einbringen werde.
Stadtv. Dr. Ebel bemerkt, daß in einem der hiesigen Kinos während der Psingstfeiertage ein Ehebruchsdrama vorgeführt worden sei. Da an solchen Tagen viele Eltern ihre Kinder mitbringen, sei in weitesten Kreisen Unruhe und Unbehagen hervorgerufen worden. Er frage, wer für die Prüfung der Bilder zuständig fei.
Der Vorsitzende erwidert, die Polizei, doch gelte die Zensur durch eine Stelle für ganz Deutschland.
Stadtv. Winn schlägt vor, die .Titel 54, Besetzwech- selabgabe, 55, Wertzuwachsstcuer, 66, Betriebskapital, und 67, Gemeindesteuer, zusammen zu beraten. Dem Vorschlag wird stattgegeben und Stadtm. W i 11 n führt aus, daß nach dem neuen Gcmeindesteuergesctz der Grundbesitz wieder stark belastet werde. Die Lasten, die in den letzten Jahren auf den Grundbesitz gelegt worden seien, Fönnten nicht mehr getragen werden. Der Grundstücksverlehr sei lahmgelegt und das Baugewerbe damit fduver geschädigt, weil es sein Geld in Miethäusern angelegt habe und wegen der hohen Kosten nicht Verläufen könne. Auf einem Haus ruhten jetzt einschließlich des Hypothekenftempels 9 Prozent beim Verkauf. Er halte es nicht für richtig, daß die Spekulationsgruiidstücke besonders belastet seien, denn die Steuer sei doch gleichmäßig nach dem gemeinen Wert besteuert. 'Es sei nach dem Gesetz nicht möglich, den Steuerausschlag für das Kapital zu Guniten des Grundbesitzers zu erhöhen. Man müsse deshalb suchen, den Grundbesitz auf anderem Wege zu entlasten, damit der Umsatz im Grundstückverkehr wieder mehr belebt werde und die Gewerbetreibenden wieder mehr bauen könnten. Damit werde man die drohende Wohnungsnot beseitigen. Es müsse dahin gestrebt werden, daß Leute mit Kapital dieses in Grundbesitz durch Kauf eines Hauses auf egen. Er beantrage deshalb, die von der Stadt erhobene Besitzwechselabgabe, die die Hälfte dos Staats- steMpels betrage, wieder abzuschaffen. Für den Ausfall bitte er das Betriebskapital um 15 000 Mark zu kürzen, dem Stadt- erweiterungssonds 5000 Mark weniger zuzuwciseu und die Billettsteuer mit 5000 ^Mark höher anzusetzen. Gießen erhebe als einzige hessische Stadt einen Zuschlag zur Reichswertziiwachs- steuer, der ebenfalls aufzuhebeu sei. Wieviel dieser Zuschlag einbringe, sei aus demVorauschlag nicht zu ersehen, in dem die Wertzmvachssteucr mit 5000 Mark und nach Abzug der Er- hebnngslostcn und Reklamationen 3700 Mart' Reinertrag blieben. Der Reinertrag werbe aber höher sein, er beantrage daher, ben Zuschlag ohne weiteres aufzuhebeu.
Stadtv. Vetters bemerkt, loenn der Oberbürgermeister für nächstes Jahr die Befreiung der unteren Einkommen von der Steuer beschlossen habe, es auch jetzt schon geschehen könne.
,^ndlp. L 0 b er führt aus, alle Städte hätten so traurige Verhältnis!e, wie Stadtv. Winn berichtet habe, besonders aber sei dies, lner der <yalL Er habe tatsächlich Bedenken, ob man den 3u,chlag zur Wert zuwachs steuer beibehalten solle Bei der Einführung der ursprünglichen Wertzuwachssteuer hätten die Verhältnisse anders gelegen. Auch die städtische Umsatzsteuer müsse aufgehoben werben. Wenn erst die städtisck-en uitb slaatlickxm Bauten beendet seien, habe der Handwerker nichts mehr zu tun.
Stadtv. Ur stabt erkennt die Notlage des Grundbesitzes an unb halt den hier erhobenen Zuschlag für zu hock; Er hoffe, daß auch für ganz Hessen der Umsatzsteinpel'ausgelwben werde.
Der Vorsitzende bemerkt, diß der Grundbesitz durch das Neue Steuergesetz hier weniger belastet werbe als in den anderen hessischen Städten. Gießen erhebe 21 Proz., Darmstadt 21,6 Pwz.j
Hessische Zweite Kammer.
bs. Dar m st adt, 23. Mai.
Um 9.15 Uhr eröffnete der Präsident Köhler die Sitzung.
Punkt 1, Regierungsvorlage, Berkaus eines Gelände-- streisens des Großherzogl. Landeseigentums an die Stadt Darmstadt wird ohne Aussprache genehmigt.
Punkt 1, Antrag der Abg. Ulrich unb Genossen, das Ginko m m e n - und Vermög ensstenergesetz sowie das Urkunden st em pelgesetz betr. Der Ausschuß beantragt, den Antrag für erledigt zu erklären.
Abg. Ulrich (Soz.) weift die Vorwürfe zurück, die vorgestern gegen seine Partei von Geheimrat Becker gemocht wurden.
Abg. Molt Han (Ztr.ll Man kann den Antrag nicht annehmen: daS würde dazu führen, daß die Einkommensteuer auf das Doppelte und die Vermögenssteuer auf das Fünffache den preußischen Sätzen gegenüber sich steigern würde. Den in diesem Anträge ausgesprochenen Grundsätzen stehen praktische Bedenken gegenüber, die nicht übersehen Werben dürfen. Eine Revision des Stempelgesetzes ist von allen Parteien angestrebt worden.
Abg. Wolf-Stadecken (Bbd.) bespricht die Beurteilung des Vermögens nach dem Gemcinwert und nach bent Ertragswert. Wenn man nach dem Ertragswert beurteilt, würde man zu Ungerechtigkeiten kommen.
Abg. Henrich (Fortschr. Vv.): Bei der Vermögenssteuer handelt es sich um das Bekenntnis zu einem Grundsatz und zu bent wollen wir hier unsere Zustimmung geben.
Geheimrat Dr. Becker: Wir erbeben 95 Pf. Vermögenssteuer, Preußen nur 65 Pf. In Preußen sind Bestrebungen vorhanden, aus 52 Pf. zurückzugehen. Es war recht interessant, daß sich der Abg. Wolf für den Gemeinwert ausgesprochen hat. Es ist nicht richtig, daß wir gegen eine Progression sind. Wir müssen uns an das Maß des Möglichen holten. Soweit als möglich ist eine Progression durchgcführt.
Abg. Korell-Angenrod <Bbd.): Ich hätte gewünscht, daß Kollege Wolf nicht auf den Unterschied zwischen Gemeinwert unb Ertragswert eingegangen wäre. Er hat gesehen, daß Geheimrat Becker das sofort aufgegriffen hat.
Abg. Ulrich (Soz.): Darüber, was wir einbringen wollen, lassen wir uns keine Vorschriften machen.
Es wird über die einzelnen Positionen abgeftimmt. 1. Progression der Einkommensteuer für die Einkommen von 6000 Mk. ab. Die Erhöhung wirb abgelehnt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und gegen die des Aba. Wolf-Stadecken. 2. Vermögenssteuer progressiv zu ^gestalten: Abgelehnt gegen die Stimmen der Sozialdeinolraten und der Freisinnigen und gegen die des Abg. Wolf-Stadecken. 3. Eine Revision des Stempeltarifgesetzes in die Wege zu leiten: Angenommen mit Mehrheit.
Zwei kleinere Vorstellungen werden nach den Ausschußanträgen erledigt. Antrag der Abg. Reh u. Gen., Gehaltsverhältnisse der. Kreisbeamten betr.. wirb für erledigt erklärt.
Punkt 7, Antrag des Abg. So Herr, Gehalt des Lehrer- Personals an den Volksschulen in Bingen betr. Der Antragsteller begründet seinen Standpunkt. Der Ausschuß hatte mit einer Aendcrpng Annahme beantragt.
Geheimrat Süffert: Der Ausschuß hat beantragt, dem Antrag Soherr stattzugeben. Es ist ein Trugschluß, wenn man, wie es in dem Aussckußbericht heißt, von Gründen der Billigkeit spricht. Es ist in einigen Städten gestattet worben, das Regulativ aufzuheben. Das ist geschehen nicht aus Billigkeitsgründen, sondern aus Rechllichkeitsgründen. Heute steht die Re- tperung auf dem Standpunkt, daß sie nicht in der Lage ist, dem Anträge Soherr stattzugeben.
Abg. Adelung (Soz.) bemängelt die Gemeindeverwaltung in Bingen.
Abg. Bach (natl.): Ich muß mich gegen den Ausschußantrag wenden. Nehmen Wir den Antrag an, so wird er nicht verwirklicht werden. Sollte dies aber doch geschehen, so würden die Lehrer nichts davon haben. Der Redner geht dann näher auf die Binger Verhältnisse ein.
Abg. M 0 l t ti a n schließt sich den Ausführungen Soherrs an.
M inister v. Hombergk: Die Regierung wird niemals ohne Grund die Aufhebung des Regulativs verweigern. Auch diesmal tyabeu wir Gründe. Wir sind finanziell dazu außerstande unb dann der Konseguenzen wegen.
Abg. K 0 r e l l -I n g elhe im lFortschr. Vp.) bittet, die Sache an den Ausschuß zurückzuverweisen. Mit den Gründen
Besonderes Interesse brachte man der neuerrichteten staatlichen B l i n de n a n st a l t entgegen. Dorthin wandte sich die stärkste Gruppe. Arn Eingang der Anstalt begpüstte der Direktor seine Gäste. Der nun folgende Rundgang bot ivahrlich des Interessanten viel. Die seh-r geräumige Anstalt ist für etwa 58 Zöglinge eingerichtet. Wir wurden durch die Speisesäle, die Schlafsäle, durch die Schulräume, Werkstätten usw. geführt. In einem Klassenzimmer saßen ein Knabe und ein Mädchen, die in großen Büchern lasen. Das heißt lesen darf man das eigentlich nicht neunen. Mit den Händen befühlten diese Unglücklicheir die Zeichen, die nach Art der Zeitungsmatrizen auf die dicken Blätter geprägt waren. Der Kuabe las uns vor von den Taten Ludwigs XIV. Fließender als er las aber die kleine Blum^, ein Mädchen von etwa 10 Jahren, die Geschichte Napoleons III. Welch sonniges Lächeln lag auf dem hübschen blassen Gesicht der Kleinen! War es Stolz, daß, ihre Kunst heute so viele Bewunderer fand? Freilich sehen tonnte sie die mitleidigen Züge nicht, die sich auf allen Gesichtern widerspiegelten. Aber sie fühlte doch, daß sie Mittelpunkt gespanntester Aufmerksamkeit war. Arme Kleine!
_ Dann wurden die Arbeitssäle besichtigt. Korb- und Stuhlflechter saßen eifrig bei der Arbeit. In einem Neben- raum wurden Seilerarbeiten verrichtet. Eine lange gedeckte Seilerbahn ist auch vorhanden.
Nun kam die Druckerei an die Reihe. Ein blinder junger Mann sgß hier an der Setzmaschine. Seine Maschine hat nur wenige Tasten, vielleicht fünf oder sechs. Diese aber beherrscht er mit verblüffender Geschicklichkeit. Die Zeichen werden aus eine Blechplatte gepreßt und von dieser werden tvieder die Leseblätter direkt hergestellt. Die Friedberger Anstalt hat eine reichhaltige Bibliothek, deren Zustandekommen dem Wohltätigkeitssinn einer Mainzer Dame zu danken ist. Tie bedeutendsten Werke der deutschen Literatur sind in die Blindenschrift übersetzt worden.
Eine eingehendere Besichtigung der Anstalt mußte leider wegen der knappen Zeit, die zur Verfügung stand, unterbleiben.
Die anderen beiden Gruppen hatten die Kirche und das Seminar besichtigt. Wie ich hörte, hatte man von beiden einen günstigen Eindruck gewonnen.
Um 4.04 Uhr ging der Zug, der die Teilnehmer nach Bad-Nauheim bringen sollte. Am Bahnhöfe liegt das Elektrizitätswerk, das zunächst als Ziel gewählt wurde. Von dem Werk wurde eine photographische Ausnahme gemacht. Und bei dieser Gelegenheit hätte man erst Gelegenheit, die ungefähre Zähl, der Teilnehmer- festzustellen. Es waren etwa 90 Herren erschienen. Neben den drei Ministern des Landes sah man den Fürst zu Jsenburg-Birstein, den Fürsten zu Isenburg-Büdingen, den Prinzen Viktor zu Erbach-Schönberg, den Grafen zu Stol- berg-Roßla und einige andere Mitglieder der Ersten Kammer. Von der Negierung waren weiter erschienen Ge- heimerat Tr. Becker, Geheimerat Süffert, Oberfinanzrat Rohde, Provinzialdireltor U s i n g e r.
Im Elektrizitätswerk fand man in dem Geheimen Rat Prof. Dr. Kittel er einen gewiß sachkundigen Führer. Tie riesigen Maschinen waren in vollem Gange. Bad-Nau- Heim ist bekanutlich in letzter Zeit auch das Kraftwerk Wölfersheim angeschlossen. Der Strom von dort wird durch einen sogenannten „Umformer" für dtauheimer Zwecke brauchbar gemacht. Dem Elettrizitätswerk angeschlossen ist die mit allen neuen Errungenschaften ausgestattete Wäsch or ei des Bades. Der dort aufgespeicherte Wäschebestand repräsentiert zurzeit einen Wert von mehr als 300 000 Mark. Bis 30 000 Stück Wäsche kann dort täglich gebrauchsfertig gemacht werden! Von dort aus ging es zu ben Badeanlagen selbst. Der Leiter des Bcwes, Geheimerat Dr. Es er, der die Landboten vorher durch einen Vortrag mit den Badeeinrichtungen bekannt gemach-t hatte, war hier Führer. Besichtigt würben die verschiedenen Bäder, darunter ein Fürstenbad. Dann wurde man durch einen etwa 500 Meter langen Tunnel, der der Fernheizung dient, zu anderem, wie dem herrlichen englischen Park, dem Teichhaus, dem tom fort ab len Tenniseasö usw. geführt.
Um Uhr nah in das Essen, zu dem das Finanzininiste-
rium ein gelabert hatte, seinen Anfang. Der Finanzminister Tr. Braun begrüßte als Gastgeber seine Gäste. Die letzte Tagung, führte er aus, habe wieber ernste Arbeit geb rackst. Der Zweck das Ausfluges sei, Umschau zu halten nach dem, was geschaffen wurde. Artf diesem schönen Fleckchen Erde könne man am besten die Schönheit des Hessenlandes bewundern. Hier könne man sich von Sorgen frei machen. Kunst und Natur haben sich hier glücklich vereint. Er schloß seine kurze Rede mit einem Hoch auf das schöne Hessew land. Nach den: Essen zerstreute sich die Gesellschaft, um sich morgen früh wieder zur Fahrt mit einem Extrazuge nach Wölfersheim zusammenzufinden. Br. St.
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Gießen, 23. Mai.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Emmelius und Keller, bie Stadtv. Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Löber, Petri, Plank, Schaffstädt, Simon, Troß, Urftabt, Vetters, Wallenfels, Dr. Wimmcnauer und Winn,
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