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19.3.1913 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

163. Jahrgang

n

eise

Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten.

politischen Teil: August Goetz; fürFeuille­ton",Vermischtes" und

, Voss. Zeitung": Während man in Athen sich allgemach anschickte. Feste vorzuberctten für sein 50 jähriges Regrerungs- jnbiläum, streckte ihn in Salonili die Hand eines JJccucbeb Mörders auf die Bahre. Nach 49 jähriger Herrschaft führte ihn der Fall Salonikis ans den Höhepunkt seines Lebens, und die «tobt, die seine zweite Residenz hätte werden sollen, wurde sein Grab.

Tas weitere Borrücken der griechischen Truppen.

Athen, 18. März. Das Preßbureau erhielt aus Ja­nina ein amtliches Telegramm, daß die Griechen unter dem Jubel der Bevölkerung in Argyroka st r o eingezogen seien und die Türken in der Richtung auf Tepeleni ge­flüchtet wären.

Ein türkischer Kriegsbericht.

K o n st a n t i n o p e l, 18. März. Nach einem hier ein* getroffenen Kriegsbericht fand gestern an der östlichen und der westlichen Front von Adrianopel ein den ganzen Tag und die Nacht andauernder A r t i l l e r i e k a m p f statt. Vor B u l a i r herrschte gestern Ruhe. Bei T s ch a t a l d s ch a schlugen türkische Truppen, welche in der Richtung auf Kalfakoej nnd Akalan vorrückten, unter dem Schutze der türkischen Artillerie die vor ihnen stehenden bulgarischen Truppen zurück. Aus der Gegend von Kabakdscha ist Kanonendonner hörbar. Vermutlich hat der Feind die Eisenbahnlinie und die dortige Stationsanlage zerstört.

Der Kampf um Ltutari.

Eetinje, 18. März. (Amtlich.i Infolge des Be­schlusses der montenegrinischen Regierung, den Konsuln und den in Frage iommenden Staatsangehörigen das Ver­lassen von Skutari zu gestatten, begab sich ein Parlamentär nach Skutari, um diesen Beschluß, Essad Pascha mitzuteilen. Dieser nahm hiervon Kenntnis, ohne eine Antwort zu erteilen. Ter Artilleriekampf, der- mit großen. Zwischenräumen zwei Tage dauerte, ist seit mehreren Tagen nicht wieder ausgenommen worden, da sich die Türken ruhig verhalten und die Montenegriner Vorbereitungen für weitere Operationen treffen. Von Saloniki sind einige Transportschiffe unter der Eskorte griechischer Kriegsschiffe in San Giovanni di M e d u a eingetroffen.

Ein österreichischer Dampfer von Montenegrinern bedroht.

Wien, 18. März. Nhch einer an zuständiger Stelle vorliegenden kurzen. Meldung ist ein ö st er r e i ch i s ch e r Dampfer, welcher am Samstag abend im Hafen von San Giovannidi Med na Waren löschen wollte, durch montenegrinische Truppen daran gehindert worden. Die österreichischen Matrosen wurden bedroht. Die Untersuchung des Vorfalles, über ben Einzelheiten noch fehlen, ist in die Wege geleitet.

Dcr bulgarische Standpunkt.

Das Reutcrsche Bureau erfährt von Bulgarischer Seite, daß dcr Vorschlag der Mächte, die Linie Enos Midia als neue türkisch bulgarische Grenze ein zusetzen, anstatt der von den Balkanverbündeten vvrgeschlageneu , Linie Rodosto-Midia, . sür f a st unmöglich angesehen werde. Als Bulgarien die Linie Rodosto-Midia als neue Grenze vorgeschlagen habe, sei es nicht von politischen Erwägungen beeinflußt worden. Bulgarien habe diese Linie für dringend notwendig gehalten im Hinblick auf den aus­gedehnten Handel Bulgariens mit Konstantinopel und Klein­asien. Es habe sie auch aus militärischen Gründen ge­wühlt wegen der verhältnismäßigen Kürze der Grenze vom Schwarzen Meer zum Marmarameer, deren Verteidigung weniger Truppen erfordern würde als die Linie über Enos. Dcr Hauptgrund sei jedoch, daß die von Europa vor­geschlagene Linie so nahe an der Eisenbahn Adrianopel-,

Der König von Griechenland ermordet!

Saloniki, 17. März. (Reuter-Burean). Ter König von Griechenland ist heute nachmittag hier ermordet worden.

Athen, 19. März. Der Mörder Aleko Sch in ar ist 40 Jahre alt. Er weigert sich, den Grund zur Tat zu nennen und sagt bloß, er sei Sozialist. Der Schuß traf den König mitten ins Herz. Er starb alsbald nach seiner Einlieserung ins Spital. Prinz Nikolaus rief die Offi­ziere zusammen und ließ sie dem neuen König Kon stau- tin, der sich in Janina befindet, den Treueid leisten.

Es sind nur spärliche Worte, die bisher über diesen Königsmord vorlicgen, aber so viel steht fest, daß er neue Schwierigkeiten und neue Spannung in die Balkauwirrnisse hineintragcn wird. Saloniki, wo sich die Tat abgespielt hat, war all diese Monate ein heißer Boden, und vielleicht war es eine große Unvorsichtigkeit von König Georg, nach der Kapitulation der Türken selbst diesen Ein­zug zu bewerkstelligen. Er wurde sogleich als eine politische und diplomatische Demonstration ausgesaßt, und die Bul­garen keuchten vor Wut, denn sie standen mit einer über­legenen Truppenmacht wenige Kilometer von der Stadt und behaupteten, nur vor ihrem Heraurücken habe den Feind die Waffen gestreckt. Amtliche Zeitungsartikel stritten darüber, wem die Ehre gebühre, den Griechen oder den Bulgaren: die beteiligten Truppenführer veröffentlichten mit amtlicher Genehmigung ihre gegensätzlichen Darstel­lungen, und es schien, als sei dcr Baltänduub an dieser Stelle auseinandergesprengt. An Ort und Stelle kam es sogar zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen ben Bul garen und teil Griechen. Als für Bulgarien schließlich die Schmierigkeiten dieses Krieges sich immer höher türm ten, als Rumänien drohend an seine Pforten pochte, gab König Ferdinand scheinbar etwas nach, und die Londoner Botschafterkonferenz suchte nach einem Ausgleich. Aber bis heute ist der bulgarische Groll nicht geschwunden. Herr Geschow hat zwar in seiner letzten großen Rede hervor- gehoben, daß der Balkanbund unerschüttert sei, aber er ließ deutlich erkennen, daß itud) manche Schwierigkeit dr. Lösung harre. Und dazu betrachte man die Bevölkerung von Saloniki, ihre Zusammensetzung und Leidenschaften! Es ist ja bekannt, nric die griechischen und bulgarischen Bandentruppen nach der Einnahme Salonikis gehaust haben. Entsetzliche Gräuel an Gefangenen, ja, auch an unschuldigen Frauen und Kindern, wurden massenhaft be­gangen, und dieses Kapitel ist eines der dunkelsten des ganzen Krieges. Daß nun auch nach ein Königsmord diese Untaten krönt, ist beinahe gar nicht mehr verwunderlich. Gerade an dieser Stelle und in solcher Lage mußte ein politischer Mord in den Bereich der Möglichkeit gezogen werden, und König Georg war sehr unvorsichtig, daß er ohne hinreichende Bedeckung in den Straßen Salonikis sfmziereu ging. Selbstverständlich ist die grauenvolle Tat, aus welchen Motiven sie auch hervorgegangen sein mag, unentschuldbar und höchst verwerflich. Die Ursachen und die Herkunft des Täters bedürfen noch weiterer Aufklärung. Wenn ein Bulgare geglaubt haben sollte, durch einen mörde­rischen Schuß die' Lage zu Gunsten seines Vaterlandes zu wenden, so war er im Irrtum. Der neue König Kon­stantin wird nicht nachgiebiger als sein Vater sein.

Georg I., König dcr Hellenen, war 1845 zu Kopenhagen als zweiter Sohn'des Königs Christian IX. von Dänemark und der

Mittwoch- 19. März 1913

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Königin Luise geboren. Als dänischer Prinz führte er den Namen Wilhelm und widmete sich bent Seedienst. Auf Empfehlung Eng­lands wurde er als Kandidat für ben durch den Sturz Otto I. erledigten griechischen Thron von Frankreich und Rußland günstig ausgenommen und am 30. März 1863 er Haire demnach in wenigen Tagen sein 50jähriges Rcgicrungsjubiläum feiern können von der griechischen Nationalversammlung einstimmig unter dem Namen Georg I. zum Wnig gewählt. Durch ein Protot.nl der drei Schutzmächte «zu London am 5. Juni) wurde die Lhron- frage geregelt; tags daraus nahm Georg I. die Krone an .mb wurde am 27. Juni von der griechischen Nationalversammlung sür volljährig erklärt. Nachdem er durch einen Vertrag seinem jüngeren Vrlldcr Waldenmr den Vorrang in der dänischen Erb­folge eingeräumt hatte, landete er am 30. Oktober im Piräus und hielt seinen feierlichen Einzug in Athen, lvo er tags daraus vor der Nationalversammlung den Eid aus _bic Verfassung leistete und die Regierung übernahm. Die an seine Thronbesteigung sich "knüpsende Vereinigung der Ionischen Inseln mit Grieck)enland, seine am 27. Oktober 1867 erfolgte Vermählung mit der rnssistMu Großfürstin Olga, Tochter des Großfürsten Konstantin Nilolaje- witsch, und die Erziehung seiner Kinder in der griechisch-kaihü sch.n Kirche (während er selbst cvaitgelisch blieb) dienten dazu, seinen Thro^ zu befestigenn. An den nationalen Wünschen, die auf,eine Vereinigung aller unter türkischer Herrschaft befindlichen griechischen Länder mit Grieck>enland hinzielten, hatte er immer lebhaften Anteil genommen und sie zu fördern gesucht. Auch in der Frage der Vereinigung Kretas mit Griechenland tarn er der nationalen Bewegung entgegen, die 1897 zu dein für Griechenland unglücklich verlaufenen Kriege mit der Türkei führte. Die dadurch heroor- gerufcne Mißstimmung gab am 26. Februar 1898 zwei ehemaligen Soldaten Veranlassung zn einem Anschlag auf den König, der erfolglos blieb. Späterhin brach eine antidynastisch? Bewegung aus, die bekanntlich damit endete, daß sämtliche Prinzen mit hem Kronprinzen an der Spitze aus der Armee austreieu mußten. In diesem Kriege übernahm der Kronprinz .das Oberkomma.ldo über die Armee, und die übrigen Prinzen traten ebenfalls wieder xn das Heer ein. , ' . . ..

Der s c i t h e r i g c Kronprinz K onstantiu >st am 21. Juli 1868 geboren. Er vermählte sich 1889 mit der Prin­zessin Sophie von Preußen, einer Schwester des deutschen Kaisers. Dieser Ehe sind fünf Kinder entsprossen. Von den oicr Geschwistern des neuen Königs hat Prinz Andreas eben­falls eine Deutsche zur Frau, nämlich die Prinzessin Alice von Battenberg.

Wir erhalten noch folgende Meldungen:

K o penhagen, 19. März. Dar Kabinetts-Sekretär dcs Königs hak aus Saloniki von dein dänischen ^>ec- oi)i'5ie"r Christmach welcher dort eingetroffen ist, folgendes Don 9 Uhr 9 Min. datiertes Telegramm erhalten: König Georg ist um 5 Uhr 10 Minuten nachmittags, während er mit seinem Adjutanten Frangnli einen Spazier­gang machte, ermordet worden. Der König wurde sofort nach den: Krankenhaus gebracht und- starb dort um 6 Uhr 30 Minuten.

Presscftimmen.

Berlin, 19. März. Die Morgenblätter gedenken mit mav= ment Mitgefühl des dahingemordeten Königs von Griechenland, der, wie dasTageblatt" schreibt, in langen schwierigen Jahren Geduld und Ausdauer besaß. DieKreuz-Zeitung" sagt: Drei Herrscherhäuser trauern mit: das dänische, dem der Ermordete entsprossen ist, das russische, dem seine Gattin ent­stammt und unser deutsches, das dem jetzigen König die Ge­mahlin gegeben hat.

TerLokal anzeig er" schreibt: Die kurze aber inhalts­schwere Nachricht aus Saloniki wird vielleicht eine neue Epoche der nationalen Kämpfe einleiten, von denen die Ge­schichte der Balkanbölker erfüllt ist.

Deutsche T a g e s z e i t un g": Gelangt der Thron­folger Konstantin auf den Thron, so dürfte, falls keine unvorhergesehenen Momente hinzugekommen sind, die Autorität des Herrn Venisclos eine noch größere sein, als sie bisher be­reits gewesen ist.

Nr. 6b

Der Sietzenrr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich HiehenerZamllienblätter; zweimal wöcheml.NreiS' blatt für den Kreis Gießen

(Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse:

General-Anzeiger für Oberhessen

annabme von Jinjeisett Nototionsdruck und Verlag der vnchl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei n. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schulstratze 7. Land": E.Heß; für beit bis vormittags 9'uhr. Südingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

der den lutturhistorischeu Untergrund des talmüdischen Zettalters

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Staatsverlag): bet von bent Haus-- und Staatsarchiv in feiner unb Weltbild und Weltanschauung des alten Judentums eut- EigensckMft als Schriftführer des Histprischen Vereins für das Groß-1 wickelt, durch cm demüächst herauskommendes Schlußheft voll-

zur Verfügung gestellt. .

Von wissenschaftlichen Veröffentlichungen, der Archlvbeamten im .Jahre 1912 sind zu nennen: das von dem Archtvdtrektor nt Gemeinschaft mit Pfarrer O. Schulte herausgegebene 1. Heft des Flurnamenbuchs des Großherzogtums Hessen" (Darmstadt, Grvßh.

Aus dem Geschäftsbericht

des Grotzh. Haus- uud Staatsarchivs.

Seit etwa einem halben Jahrhundert hobett die Staats­archive aufgehört, ausschließlich staatlichen Zwecken zu dienen. Seit sie in immer steigendem Maße der Forschung erlchlosseu werden, bat sich ihre Benutzung in kurzer Frist um das Vielfache gesteigert. Für das Grosch. Haus -md Staatsarchiv laßt uch Has mit einigen wenigen feinem Geschäftsbericht entnommenen Daten beweisen. . . . m

Am fühlbarsten macht >ich die Steigerung der Benutzung in der Benutzung an Archivstelle. Durch die Einführung des elet Irischen Lichtes unb die Herrichtung des früheren Packraumes zu einem Arbeitszimmer sind die Arbeitsbedingungen gegen früher wesentlich verbessert worden. Von der durch die Beleachtmtgs- anlage ermöglichten fakultativen Benutzung des Archivs au Nacy- mittagen und Menden wird von auswärtigen und wlcheu einhei­mischen Benutzern, denen der Besuch des Archivs vormittags un­möglich ist, immer häufiger Gebrauch gemacht, l 912 haben 228 Benutzer an 2367 Tagen im' Archiv gearbeitet. 1905 benutzten das Archiv 66 Personen an 488 .Lagen. 1911 1.16 Perivnen an 1189 Tagen Seit 1905 hat sich somit die Benutzung an Archivstelle nahezu vervierfacht, seit 1911 nahezu verdoppelt.

Schriftlich ober br ch Versendung wurden 1912 o89 Anträge erledig? 1880 warm es 156, 1890 250, 1900 307 und 1910 515 Von diesen Anträgen verfolgten im letzten rnhre 200 praktiiche und 389 wissenschaftliche Zwecke. 179 prakti,che und 269 tmßenschatt ließe zusammen 448 Anträge wurden schriftlich, 21 prattnchc unb 120 wissenschaftliche, zusammen 141 Anträge durch Ver­sendung erledigt. - 1880 betrug btc Zahl der Zugänge <>68, 1890 711. 1900 war sie schon 1556, 1911 aus 2200 gestiegen. Für 1912 betrug sie 2628. r f

Der Ertrag des Jahres 1912 an Ordiiungsarbetten besteht aus einem Verzeichnis der RechniiNgen, einem ^Repertorium der Kopialbückjer und Verzeichnisse der vorhandenen ^legelstempel und der losen Siegel. Ein Beiiutz^r des Archivs hat ein von ihm angefertigtes Repertorium der Urkunden des Klosters Hirzenhain

Herzogtum Hessen herausgegebene 8. Band der neuen Folge des l Archivs für hessische Geschichte und Mterttnnskunde und die von | dem! zum Vorbereitungsdienst am Archiv zugelasseneii Regie­rungsrat a. D. Dr. Würth zuerst in der Vierteljahrsschrist des VereinsHerold" in Berlin, dann als Sonderdruck (Darmstadt bei H. L. Schlapp, veröffentlichte MhandlungUeber die Wohltiter­tafel in der Domini kau er t'irche zu Wimpfen a. B." Außerdem hat Dr. Würth imDeutschen Herold" (1912 Nr. 7) überHe­raldik als Helferin der Kunstgeschichte" gelwndelt und im Heft 3 des 8. Bandes des Archivs für Hess. Gesch. u. Mtert. kleinere heraldische Aufsätze (Nr. 13) veröffentlicht.

Von dcr von bent Archivdirektor geleiteten Inventarisation der Gcineindearchive sind die Inventare der Kreise Darmstadt unb Groß-Gerau im Druck. Der Haus- und Staatsarchivar hat in seiner Eigenschaft als Leiter der Inventarisation der evan­gelischen Pfarrarchive im letzten Jahre 10 weitere Bogen der Pfarrarchiv-Jnventare veröffentlicht.

In ArckTivalien sind 976 NumMern in 392 Ablieferungen, Geschenken unb Ankäufen zugegangen. Tie Archivbibliothcl hat sich 1912 insgesamt um 222 Nummern vermehrt. Unter ben zuge­gangenen Archivalien sind hervorzuheben: die aus dem Nach­lasse des Geh. Baurats Grimm zu Wiesbaden stammenden Ur- iunbcii, Karten und Pläne, das Urkundenarchiv der ausgestorbenen Familie des Frriherrn von tzKoschlag zu Dieburg (116 s)tuniniem), die Schenkung des Oberlandesgerichtsrats Freiherrn Wetzel von Carben zn Prag (5 auch kunsthistorisch wettvolle Inventare der Herren von Croichcrg), ein für die hessisck>e Reformationsgeschichte sowohl wie für die innere Geschichte der Stadt bedentsmucs Butzbacher Kopialbuch saec. XVI. und der Nachlaß des verstorbenen Geh. Obcrdomänenrats F. Schenck.

D i eM onnmenta ö e b r a i c a", die seiner zeit ins Stocken geraten waren, werden nun von dem Orion-Verlag, Ge­sellschaft m. b. H. in Wien mit bcn Herausgebern Dr. S. Funk (Vertreter des Judentums), Univ.-Professor Dr. W. A. Neu- m a n n (Vertreter des Katholizismus) und Prof. A. W ü n s ch c (V'wtrettr des Protestantismus) unter Mitwirkung zahlreick^er Fack>- gelehrter, sott gesetzt. Zunächst sollen dieMmiumenta Talmu- dica" (der erste in sich völlig selbständige Teil des Gesanttunter- nchmcns) erscheinen und, loie wir von der Redaktion erfahren, wird der erste von S. Funk verfaßte Band:Bibel und Babel",

ständig werden. JlM wird bas erste Heft bes zweiten Banbes über den GegenstandRecht" (öon S. Gandz) sofort folgen. Dieser Band wirb bas schwierige und im Gegensätze zum römischen Rechte noch wenig bekannte Gebiet talmudttcher Gesetzgebung unb Rechtsschöpfung behandeln unb wertvolle Einblicke gestatten. Die weiteren Bänbe (im ganzen finb 6 geplant), werben der Theo­logie, bcn Volksüberlieferungen, ber Geschichte unb dem profanen Wissen ber talinübischen Zeit gewidmet sein.

De rKongreß über Volks ernätzrung", der am' 27. März 1913 im großen Saale des Architekteichauses zu Ber­lin ftattfinbet, will anschauliche Zusammenfassung ber wichtigsten Ergebnisse unserer neuzeitlichen Forschung über die beste Er­nährung bieten unb zugleich die sich darcuis ergebenden "Ausblicke für die Bolkswirtscl>aft geben. Ohne für den ausschließlichen Vegetarismus einzritreten oder ihre Teilnehmer darauf festzulegen, soll die Kundgebung auf die immer mehr wachsende Bedeutung der pflanzlichen Nahrungsmittel und auf Steigerung des Gemiise- unb Obstanbaues in zahlreichen Kleinsiedlungen nachdrücllich Hin­weisen. Dr. A. v. Boro si ui wird überLebensgenuß unb Naturgesetz" sprechen; Dr. Lothar M e v e r überUnsere Er- nährungsmöglicl keilen vom land und volkswirtschaftlichem Stand­punkt" : Dr. mcb. Schönenberger überFleischnot unb Krank- heil". Kapitän-Lentllailt a. D. Paasche wirb entert Vortrag überErnährung und Wehrkraft" lialtew Paul Schirrmeister über die FrageWie entrinnen wir der Fleischnot. Praktische Wege zur Selbsthilfe".

Mascagni über seine Musik zuPar isina". Ans Rom wird berichtet: In einem Gespräche mit dem Heraus­geber des Orseo erzählte Mascagni, daß er seineParisina" vollendet Ijabe.Das waren Monate eines einzigen Fiebers ber Begeisterung," äußerte er und rülymlte die Poesie des Librettos von D'Annunzio.Der Herzog Visconti di Rtodrone rvill mit Parisina die Herbstsaison beginnen und hctt bereits bamit an- gefangen, die Entwürfe für die Dekorationen unb die Kostüme Her­stellen zu lassen. Die Chöre haben in dieser Oper eine verant1 wortimgsvolle Stolle aus^ufüllen Das Werk begimtt mit vier Chören von je 40 Stimmen: sie singen Lieder aus bent Trecento, ihr Gesang soll aus den Loggien des Schlosses ertönen, indes bas Orchester sckiweigt. Die ganze Oper wird etwa 3»/a Stunden dauern. Parisina," so schloß Mascagni,ist eine lyrische Tragödie imb bas Publikum wird vor meiner Musik über die neueste Tragödie D'Annunzios richten müssen."