Ausgabe 
24.1.1913 Erstes Blatt
 
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ha S Feuer erwidert, wobei Nazim Pascha fiel. Trotz dieses Zwischenfalles ist die Ordnung jedoch nirgends gestört worden, und in der Hauptstadt herrscht Ruhe. Dieser .Kabinettswechsel ist ein Werk der Ar­mee. Sie wrtt* unbedingt den Krieg und zieht die Fort- setzung des Feldzuges einem unehrenhaften Frieden vor.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Konstantinopel: DiebisherigenMinisterweileninderPforte, die militärisch bewacht wird. Die Redakttonen der libe­ralen Blätter sind polizeilich geschlossen.

Ter tapfere Verteidiger von Adrianopel.

DerBerliner Lokalanzeiger" meldet aus Konstanti­nopel: Wie derTerjeiman" berichtet, telegraphierte Schikri-Pascha, der Kommandant von Adrianopel, an -das zurückgetretene Kabinett, daß im Falle Adrianopel den Bulgaren übergeben werde, er die Festung zer­stören und mit seiner Armee auf Konstanti­nopel marschieren werde.

Ein türkischer Kreuzer im Hafen von Suez.

Suez, 23. Jan. Der türkische KreuzerH a m i d i e h", der aus dem Suezkanal kam, suchte um die Erlaubnis nach, im Hafen bleiben zu können, bis" eine Maschinenhavarie ausgebessert sei. Es wurde ihm gestattet, bis zum Sonntag hier zu bleiben.

Das Urteil der Diplomaten der Großmächte.

London, 24. Jan. In den hiesigen diplomattschen Kreis«! der Großmächte hält man die durch das Vorgehen der Jung- fürfen geschaffene Lage für sehr ernst. Die Großmächte Teten jetzt nicht mehr in der Lage zu inter­venieren.

Die Delegierten des Balkanbuudes über die Lage.

London, 24. Jan. Ter Sturz Kiamil Paschas hat in den Kreisen der Balkandelegietten teilweise Befriedigung Und teilweise Beunruhigung hervorgerufen. Ein bul­garischer Delegierter äußerte, Man habe nunmehr eine klare Situa­tion, da der Friede auf dem Schlachtfeld entschieden werde und nicht durch türkische Winkelzüge verhindett werden könne. Adria- novel werde sich Bulgarien jetzt Mit den Waffen nehmen, anstatt es aus den Händen der Großmächte zu empfangen. Kon­stantinopel Müsse im Sturm genommen und die jung- kürkische Bande verjagt werden. Ter Fttcde werde jetzt die Türkei noch teurer zu stehen kommen. Aehnlich sprachen sich dieMontenegrinischenVertreter aus, während die ser­bischen Delegierten die Enttoi^lung der Dmge bedauern, da damit neues nutzloses Blutvergießen eintreten werde.

Eine Wiener Stimme.

DemBerliner Tageblatt" wird aus Wien telegra­phiert: In Offirierskreisen hält man eine Fortsetzung des 'Krieges für wahrscheinlich. Die Tschataldschaarmee ist jetzt gut ausgerüstet und verproviantiert. Mehr als 200000 Mann stehen in der Tschataldschalinie und bei Gallipoli, meist kleinasiatische Kern­trupp en, die noch nicht im Gefecht waren. Auch die Geistlichen arbeiteten insgeheim und offen gegen den Frieden.

DieMorgenpost meldet dagegen aus Wien: In hiesigen diplomattschen Kreisen hält man den türkischen Regierungswechsel 'für eine gefährliche Kompli­kation der Dinge. Es scheint kaum zweifelhaft, daß der Krieg wieder ausbricht. Miau befürchtet eine radikale «Stellungnahme Rußlands.

Das kricgsmüde Bulgarien. ~

DasBerliner Tageblatt"' meldet aus Sofia: Die Bevölkerung, die an den Beginn der FeldcqrbeiteiN denken muß, ist tt'iegsmüde. Deshalb wurde gestern überall Freude über den Beschluß des türkischen Nationalrats laut.

Berlin, 24. Jan. Von amtlicher Stelle wird bestätigt, daß die Jungtürken unter der Führung Enver Beys die .Hohe Pforte besetzten und das Ministerium Kiamil zum Rücktritt nötigten.

Konstantinopel, 24. Jan. Als Enver Bey der vor der Pforte wartenden Menge die Ernennung Mahmuds zum Großwesir bekannt gab, brach sie in stürmischen Beifall und enthüsiasttsche Kundgebungen aus. Enver Bey erhielt selbst lebhafte Ovationen.

Blätterftimmen über den Umschwung

Aus Berlin werden uns folgende Pressesttmmen tele­graphisch übermittelt:

DieDossische Zeitung schreibt:

Die europäischen Regimenter der Türkei sind zerstoben. Die antiasiatischcn Jungtürten suchten irnb fanden eine Stütze bei den Asiaten. Im Augenblick der tiefsten Demütigimg des otto- manischen Reiches haben die Fungtürken roieber die Macht au sich gezogen. Eine neue Sachlage ist geschaffen. Die Männer, die das Kabinett .Kiamil gestürzt haben, haben die ganze Welt gegen sich.

DieBerliner Neuesten Nachrichten":,

Es ist nicht anzuneymen, daß sich Europa ohne "weiteres durch den Handstreich eines jungen Mannes wie Enver Bay um die Früchte angestrengter Friedensbemühungen bringen lassen wird.

DasBerliner Tageblatt":

Rußland mußte gewinnen wie die Karte auch lag, denn es zog entweder Bulgarien zu sich heran oder es erhielt in Ar­menien die ersehnte Gelegenheit. Deutschland hätte mit einer anderen Tattik, mit dem Widerspruch gegen die einseitige Zwangs­aktion die Führung gemimten und England auf seine Seite bringen können. Mit der Tattik, die es verfolgt, muß es unter allen Umständen der Verlierer sein.

DerBerliner Lokal anzeig er":

Welche Tragweite diese gestrigen Vorgänge gegenüber der weiteren Gestaltung der Balkausrage haben werden, läßt sich im Augenblick noch nicht gut abschätzen.

DieDeutsche Tageszeitung":

Tie seit zwei Jahren vom Unglück heimgesuchte Türkei ist damit an den Rand eines furchtbaren Abgrundes ge­drängt worden.

DieTägliche Rundschau":

Aber selbst, wenn man die gegenwättige Bewegung am Gol­denen Horu keine besonderen Ergebnisse erzielen sollen, sie haben uns rin Stück heldenhafter Romantik in unserer prosaisch flachen vom Mamon und Herdentrieb fast restlos bcherrschleit Zeit ge­bracht, den Sieg der Persönlichkeit gezeigt und das Wort wieder ftirr Erkenntnis geführt: Nichtswürdig ist die Nation, die nicht für alles ireubig, selbst an ihre Ehre. . ."

M o r g e n p o st":

In den tüt fischen Gewässern liegt eine stattliche Flotte europäischerKriegsschiffe. Diese Schiffe und nicht Enver Bey werden über den Vollzug des Friedens, wie die Mächte ihn der Türkei diktiert haben, das entscheidende Wort f brechen.

DerBorwärt s":

Der europäische Friede darf nicht das. Opfer dieser Tesorgani- fation werden: ihn zu bewahren, das ist die Pflicht der Mächte Und muß der einzige Inhalt ihrer Polittk feilt.

Die Nationalversammlung auf Samos.

DieBoss. Ztg" meldet aus Loudon: Die Nattonal- versmumlung auf Sermos h<rt an Sir Edward Grey,

au sämtliche Botschafter in London imb an die griechische Regierung eine Adresse gerichtet, die die Wiederver­einigung der Insel mit Griechenland fordert

Anfragen Baffcrmanns im deutschen Reichstage.

Der nattonatliberale Parteiführer Bass ermann ha im Reichstage drei, die auswärtige Polittk betreffende kurze An fragen cingebracht, von denen die erste lautet

Sind dem Herrn Reichskanzler Mitteilungen darüber ge worden, daß zwischen England, Frankreich und Ruß­land Vereinbarungen über eine Abgrenzung der g eg e n fertig en Interessensphären in den armeniichep syrischen und arabischen Gebietsteilen der Türkei getreuen worden sind und welclre Stellung gedenk, der Herr Reichskanzler gegenüber solchen Vereinbarungen ein- zunehmen? ___________

Deutsches Keid>.

In F) er Sitzung des B undesrats am Donnerstag wurden die Vorlagen betreffend die Aende- rung der Vorschriften über die Strafregister und der Ent­wurf, die Ergänzung der Ausfüln'ungsbesttmmungen zuin Kaligesetz den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Ferner wurde die Wahl eines nichtständigen Reichsversicherungs- amts-Mitgliedes vollzogen. Auch der Vorlage betreffend die Prägung von Silbermünzen und der Vorlage betreffend die Berechnung der Matrikularbeiträge für das Rechnungs­jahr 1913 wurde die Zustimmung erteilt.

Der Staatssekretär des Aeußern v. Jagow ist am Donnerstag abend in Berlin eingetroffen.

Ein Institut für Erforschung der Milch- Wirts cha f t.

Die fortschrittliche Volkspartei des Reichstags bean­tragt zur zweiten Lesung des Voranschlags für das Reichs- nmt des Innern den ReickMkatczler zu ^ersuchen, die Er­richtung eines Instituts für die wissenschaftliche Erforschung der Milchwirtschaft erneut in Erwägung zu ziehen.

Arbeiterbewegung.

Stuttgart, 23. Jan. Bei der auf ihren Werken in Stuttgart und Feuerbach mehr als 5000 Arbeiter beschäftigenden Firma Robert Bosch ist eine Arbeiterbewegung aus- gebrochen. Die Arbeiterschaft hat in einer Massenversammlung beschlossen, über den Betrieb die Sperre zu verhängen, von heute ab keine Überstunden mehr zu machen, Zuzug von Arbeitern fern zu halten und die jungen Arbeiter zum Austritt aus dem Betrieb zu bewegen. Die Bewegung hat ihre Ursache in der wegen Einführung einer neuen Arbeitsmethode erfolgten Ent­lassung von acht Arbeitern In dem Feuerbacher Werk.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 24 Januar 1913.

** Tageskalender für Freitag, 24 Febr. Stadt­theater: i u t e r M a u e r n". Aiffaug 8 Uhr.

Gießener freie Studentenschaft. Vortrag von Proi. Tr. Kinkel: Kant-Schiller. Abends 8H Uhr in Steins Garten.

*

** Lehrerpersonalien. In den Ruhestand wurde versetzt der Lehrer an der Gemeindeschüle zu Bodenheim, Phil. Wilhelm, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen treuen Dienste. Vom Großherzog wurde ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Er­ledigt sind: Tie mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschüle zu Eber stadt (Kreis Gießen). Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Fürsten zu Solms-Lich steht das Präsentationsrecht zu. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kelsterbach. Eine Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Eich.

** Landeshypothekenbank. Nachdem der Oberstaats­anwalt von Hessert bei seinem Ausscheiden aus dem Staats­dienste auch das Amt eines Stellvertteters des Treuhänders bei der Hessischen Landeshypothekenbank niedergelegt hat, wurde durch Entschließung des Ministeriums der' Finanzen der Ober­staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg,.Dr. Otto Schwarz zum Stellvertteter des Treuhänders bei dieser Bank bestellt.

Stadttheater. Nochmals sei auf die heutige Erst­aufführung des Schauspiels .Hinter Mauern' von Henry Nathansen hingewiesen. Der dänische Autor ist zurzeit einer der meistgespielten auf der deutschen Bühne. Es dürste noch einiges aus einer Besprechung derDüsseldorfer Zeitung' in­teressieren:Das Leben hinter den Mauern hat uns gestern ein Dichter reizvoll und kraftvoll zugleich geschildert. Nicht dlos das mit feinem Pinsel ausgemalte Milieu rühmt seinen begabten Schöpfer. Auch Gestalten von Fleisch und Blut sind ihm gelungen, und der wirkliche LeidenSheld deS Stückes, der Greis, dem, an Hebbels Meister Anton gemahnend, eine fremde Welt die starke eigene zerstört, die er hinter Mauern ungreifbar wähnte, darf als Meisterschöpfunq angesprochen werden, würdig umrahmt von den anderen jüdischen Typen. .... Dieses ganze Leben hinter den Mauern ist mit einer schöpferischen Kraft und einer belebenden Liebe gezeichnet, daß es sich dem Fremden kaum minder stark aufdrängt als dem Kenner diese? Wesens.^

** Der Kreisrechnerverband hielt am Mitt­woch in Grüningen eine Versammlung ab, die von 63 Mitgliedern besucht war. Außerdem tyaren als Ver­treter des Kreisamts Regierungsrat Dr. Merck, sowie Land- tagsabg. Uebel-Dieburg anwefend. Dem verstorbenen Ge- meinderechner Weimar-Daubringen widmete der Vorsitzende A r n o l d-Grüniugen einen Nachruf. Der Vorsitzende be­richtete über die 2. Hauptversammlung des hessischen Kom­munalverbandes in Butzbach und wies darauf hin, daß die Teuerung den Kommunalbeamten und -Bediensteten die Notwendigkeit der Verbesserung ihrer Gehalts- und An­stellungsverhältnisse fühlbarer denn je erscheinen lasse. Die Anstellungs- und Gehattsverbältnisse der Gcmeinderechner im Kreise sind in wohlwollender Weise von der Aufsichts­behörde geregelt worden und zwar rückwirkend vom 1. April 1912. Der Kreisverband erachtet die Ausführungen des Regierungsrats Dr. Merck für befriedigend und wünscht, daß die Gemeindevorstände die Vorschläge annehmen. Die Untererhebestellen sollen tvegen Vereinfachung des Rech­nungswesens mit dem Gemeinderechnungswesen zusammen­gelegt werden, um die hauptberuftiche Anstellung der Ge- meinderechner zu erreichen. Unter den Mitgliedern herrscht bis jetzt noch keine Einmütigkeit in der Stellungnahme zur Untercrhebfrage. Die Regelung nmrde dem Laudes- rechnerverband überlassen. Tie Fürsorgekasse bedarf nach dem Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnunq ver­schiedenartiger 'Slbänderungen. Sie sollen der Regierung durch den >iommunalbeamten-Verband unterbreitet wer­den. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Gießen bestimmt.

** D i c Große Gießener K a r n e v a l g e s e l l s ch a f t 1911 schreibt und: Tie gestrige Faimlienntzüng in Steins Garten erbrachte rincn schönen Beweis für die karnevalistische

Stimmung der Gießener Bürgerschaft. Ter große Laal, bet ehr hübsch geziert war, war dicht besetzt und namentlich die Damenwelt war ganz ungewöhnlich zahlreich erschienen. Prä'idenl Hornberger eröffnete Punkt 9 Uhr 11 Minuten die Nutzung mit einer zündenden Begrüßungsansprache, die ebenso wie das humoristische Protokoll einen durchschlagenden Erfolg batte. Als :rster Redner erschien Herr Berlin aus Großen-Buseck als ehr gut charakterisierte Marktfrau und erzielte mit seiner^Glossie­rung Gießener Zustande stürmische Heiterkeit. Herr Tobar, rin bewährter Redner der großen Kölner Karnevalgesellschaft, verstand es mit seinen scharf pointierten Glossen über das Jahr 1912 sich einen ganz außerordentlichen Beifall zu erringen. Als Ungar brachte Herr Otto Neurath mit einem tadel­losen Melodrama, das einen sehr großen Erfolg hatte, etwas iür Gießen durchaus Neues. W. T h i el e von der großen Düssel­dorfer Karnevalgesellscha't weckte mit seinem Vortrag als Rhein- banafe Tusch auf Tusch. Als Weinhändler sicherte sich Herr Reppert aufs neue die Gunst des Publikums. Herr -t o b a r brachte nun einige ernste Vorträge, mit denen er sich als tüch­tiger Deklamator erwies. Nach der Pause erschien Herr Fix als Neuigkeitskrämer und ließ sich uim Ergötzen der Anwesenden über die politische Lage aus. Als Paukenschläger trat Herr Schwedler auf, doch behinderte ihn eine starke Heiserkeit, seine Fähigkeiten voll zu entfalten. Mit seinem Melodrama Gedantenspäne erzielte Herr Thiele wiederum starken Beifall. Heber Gießener Kleinigkeiten berichtete unter großem Beifall Herr Neurath. Mit seinem Bericht über einen Besuch im Zoologischen erzielte Herr Tobar wieder einen durchschlagenden Erfolg. Herr Reppert sprach in Kölner Mundart über die fünf 'Sinnesorgane und erzielte damit sehr starken Beifall. Die einzelnen Lieder, von den Herren Gustav Schmidt, Karl Weidig, Zahnarzt Schwalm, Otto Neurath, August Dickore und Karl Fix fanden sehr starken Beifall. Der anschließende Bohnen­ball hielt die Anwesenden noch ein paar Stündlein in bester Laune beieinander.

"Das Hauptsteueramt Gießen bleibt am Mon­tag aus Anlaß deS Geburtstages deS Kaisers geschlossen.

Postdienst an Kaisers Geburtstag. Am Montag (Kaisers Geburtstag) findet eine einmalige Brief-, Paket- und Geldbestellung statt Die Postschalter sind von 89 üoim. und von 11 vorm. bis l1/, Uhr nachmittags geöffnet.

Kreis Alsfeld.

Groß-Felda, 22. Jan Unser Bürgermeister, Ferd. Bölzing, legte infolge hohen Alters sein Amt nieder. In ihm verliert die Gemeinde ein pslicktgetteues und tüchttges Ober­haupt. Er wurde verschiedene Male einstimmig gewählt.

Kreis Friedberg.

L Friedberg, 23. Jan. Heute mittag entstand in der Apotbekergaffe ein Brand. In dem Holzstalle eines Buchbinders hatte sich Papier entzündet. Durch rasche? Zu< greifen der Hausbewohner und der Nachbarschaft wurde daS Feuer bald gelöscht.

Starkenburg und Rheinhessen.

bs. Darmstadt, 23. Jan. Der große Senat der Technischen Hochschule hat, wie gestern in einem Teil der Auflage mitgeteilt wurde, zur Ausländer" frage folgenden Beschluß gefaßt:

Tie bis einschließlich zum Wintersemester 1909/10 in dic Großberzoglich Technische Hochschule rin getreten en Absolventen der russischen neunklassigen Realschulen lrinskttießlich Eraanzungsslasst oder der diesen aleichwerttgen russischen Schulen können nur no6 spätestens im Oktober 1913 die Divlomvorprüfung frinschließlick Wiederh'olunas- und Erpänzungsprüffmgenj und spätestens im Dezember 1915 die Diplombauptprüfung (einschließlich Wieder, holungs- und Ereränzungsprüfungen) ablegen. Nach diesen Ter­min en finden Zulassungen zur Tiplomvor- und -hmivtvrüttin^ unter keinen Umständen mehr statt, auch werden keinevAusnahniT mehr aenehmigt. v _ r '

Kommerzieittat Dr. inq. h. c. Wilhelm O per zu. Rüsselsbeim a. M. fiat in dankbarer Erinnerung an seine an der Großb. Technisck>en Hochschule zu Darmstadt verbrachte Studienzeit der Abteilung für Maschinenbau an dieser Hochschule einen Betrag von 20000 M k. zur Errichtung einerWilhelm Opel-Sttftunq" zur Verfügung gefteNt, deren Zmsenerträgnis zur Förderung der Luft« schiffafirt, besonders zur Vornckhme von Versuchen auf diesem Gebiete, verwendet werden soll.

in. Offenbach, 23. Jan. In der heuttaen Sitzung der Stadtverordneten kam es über den städwchen Fleisch verkauf >zu 'qiner längeren Aussprache. Eine Eingabe fier Schweine. metzacr-Jnnnnq verlanat die völlige Aufgabe der Einfuhr aus­ländischen Fleisches. Die Schweinemetzger wollen dawr das Fleisch zu den mit der Stadt vereinbarten Preisen verkaufen, and zwar solange, als durch die Notierungen des Frankfurier Viehhofes keine wesentlichen Prrisstrigerungen euitreten Dm Hauptpunkt der Verhandlungen bildete das neue Kanal- vroj ekt, dessen Pläne von dem städtischen Tlefbauinsvektoc Svrengel an Hand von Skizzen eingehend erläutert würben. Die Kosten des abgeänderten Projektes betragen 6 567 000 Mk. Die Anlage wird eine Bauzeit von etwa fünf Jahren erfordern. Die Versammlung bewilligte zur sofortigen Herstellung des Kanals in der Biederer Straße bis zur neuen Kaserne unter Vorbehalt des satzunasmäßigen Rückersatzes 80000 Mk. zu Lasten einer künstiaen Anleihe. Das alte Gebäude der technischen Lekw anstalten soll in eine Volksschule umaewandelt werden nab- zwar mit 10 Bolksscknckklassen und vier Klaffen für die Mittel­schulen. Die Herstellungskosten von 11800 Mk. wurden be­willigt. _

Hessen-Nassau.

sjFrankenberg,23. Jan., Als der in Battenberg Ratio» nierte Gendarmeriewachttnrister auf der sog.Krögri^ an dec Eder eine wegen Landstreicherei gesuchte Zigeuner famiNH die dort Unterfimft gefunden hatte, verhaften wollte, wurde ihm1 heftiger Widerstand geleistet. Der Beamte mußte fi* schließlich noch einige handfeste Männer zu Hilfe holen, worauf man nach Zerstörung der Türe ins Haus drang und die rabtatfc Gesellschaft nach be'tiger Gegenwehr sestnatzm. Man ttansporttette sie ins Dattenberger Gefängnis.

Kleine Tagerchronik.

Am Mittivoch nachmittag wurde der älteste Offizier in Berlin. Oberst Friedrich von Ziegler, der längere 'Zeit Platzmaior vo- Berlin war, und 69 Jahre lang die Uniform des Kaiser-Foa»,« Regiments getragen hat, zur letzten Ruhe bestattet. .

Aus Rheinsberg (Mark) wird gemeldet: Ehret Schul­kinder, rin 10 jähriges Mädchen und zwei 8 jährige Knaben welctt' das Eis des Paelitzsees britutzten, um schneller von b® Schule nach Hause zu kommen, brachen rin. Sic konnten nüft gerettet werden. Zwei Leichen sind geborgen.

In Belgien regnet es seit drei Monaten, einige Tage trni* genommen, unaufhörlich. Die Flüsse sind dermaßen gefhega. daß eine Hochwasserkatastrophc befürchtet wird.

Ein in Argentinien ansässiger Genuarie Ttomens Garn, brr in einer WrihnacÄslotterie das große Los in Höhe vr« 2 300 000 Mk. Franks gewonnen hatte, schenkte den gesamt« Betrag au Wohltätigkeitsanstatten.

Qan&cL

Bom Stahlwerkverbanb.

Düsselborf, 23. Jan. In der heutigen Haupttersama» lang des Stahlwerkverbandcs wurde über die Geschäftslage geteilt: In Halbzeug ist der Abruf der inländischen Verbrauchs recht gut und der Auftragsbestand weseittlich höher als im Po:- :ahr. Der Auslandsmarkt liegt weiter günstig. Die in :leWC Zeü mit Rücksicht auf die politischen Verhältnisse für nei ,e