Ausgabe 
21.2.1913 Erstes Blatt
 
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Bulgarien und Rumänien.

Wien, 20. Febr. Emer Mitteilung zufolge, welche diePolitische Korrespondenz" von unlerr^chteter Seite aus Sofia erhält, Hal der bulgarisch-rumänische Gegensatz nunmehr durch das vermittelnde Eingreifen der Mächte an Schärfe abgenommen. Man glaub, sogar, scyon ankündigen zu können, daß die Besprechungen von dem Erfolge, zwischen dem beiderseitigen Standpunkt eine mittlere Linie zu finden, nicht mehr sehr entfernt seien. Es ist die Annahme gestattet, daß, die b u l g a r i s ch c ReaierungdieAbtrctungderStadtSiliskria, die sie bis zum Eingreifen der Mächte durchaus verweigert hat, nunmehr unter gewissen Voraussetzungen n i cht mehr als einunmögliches Zugeständnis betrachten werde.

TicPetersburger Telegraphen-Agen'ur" erf hrt von zuständiger Stelle, daß Rumänien und Bulgarien die Ver­mittelung der Großmächte angenommen h den.

Rom, 20. Fi.br. TieAgenzia Stefani" meldet aus Wien: Wie versichert wird, soll die italienische Re­gierung auf die Frage, ob sie bereit sei, sich an dem Schiedsspruch zweier oder dreier Mächte in der ru­mänisch-bulgarischen Frage zu beteiligen, geant­wortet haben, sie glaube, daß eine V e r m i t t tu na a l t er Mächte vorzuziehcn sei. Sie würde sich aber nicht iveigern, an einem Schiedsspruch nur einiger Mächte teil­zunehmen, wenn dies notwendig sein würde, um den Frieden zu sichern.

Die Lage auf Gallipoli.

K o n st a n ti n o p e l, 20. F.br. M a h m u d Sch e f k et Pascha wird nach B u l a i r gehen, um, wie es hecht, die Befestigungen zu besichtigen. Es ist auch möglich, daß em neuer Aktionsplan erörtert werden soll.

Ueber den neuen Landungs versuch erzählt em heute eingetroffener Schiffskapitän, einige Taufend Mann unter Enver Bey seien sieben Kilometer nördlich von Gallipoli gelandet, durch eine List der Bulgaren ins Znnere gelockt, mit heftigem Artillerie euer angegriffen und unter beträchtlichen Verlusten zurückgetrieben worden.

Aus Adrianopel.

Sofia, 20. Febr. Am 17. Februar morgens über­brachte ein bulgarischer Parlamentär dem Festungskomman­danten von Adrianopel die Zuschriften der bulgarischen sowie der fremden Regierungen bezüglich des Abzugs der auswärtigen Staatsangehörigen ausder Stadt. Bis zum 18. Februar abends war leine Ant­wort von türkischer Seite eirmetroffen.

Konstantinopel, 20. Febr. Ern amtlicher Kriegs­bericht besagt: Gestern nach Mitternacht wurde Adria­nopel sehr schwach beschossen. Tie Situa.ion vor Tschataldscha und Gallipoli ist unverändert.

Ein Berichterstatter festgenommen.

TieVossische Zeitung" erhielt aus Konstantinopel ein Telegramm, das; die Türken ihren Kriegsberichterstatter auf Gallipoli fesbgenommen haben. Näheres ist noch un­bekannt.

Da» deutsche und das französische Ansehen in Konstantinopel.

TieDeutsche Tagesz'g." meldet aus Konstantinopel: Tie Regierung bestimmt, dast der französische Un­terricht zu ® ii n ft e n des deutschen ein­geschränkt wird. Osmanischen Studenten an franzö- fischen Universitäten sollen in Zukunft nur Beihilfen für den deutschen Hochschulbesuch gelvährt werden, um sie zu veranlassen, statt der französischen deutsche Hochschulen auf­zusuchen.

Montenegro wieder aus dem Häuschen.

London, 20. Febr. Wie das Reuter-Bureau erfährt, erschien heute nachmittag der montenegrinische Delegierte P o p o w i t s ch im Auswärtigen Amt und gab eine Er- tlärung in dem Sinne äb, er sei angewiesen, der britischen Regierung kategorisch zu erklären, daß Montenegro auf keinen Fall mit einer Transaktion einverstanden sein könne, welche das Ziel hätte, daß Skutari nicht montenegrinisch werde, selbst wenn der Vorschlag von einer Großmacht kommen sollte. Montenegro sei ent­schlossen, niemals Skutari zu räumen. Wenn es angegriffen würde, so sei es entschlossen, eher Gefahr zu laufen, vernichtet zu werden, als die Stadt aufzngeben.

Die mohamcdauifchc Erregung in Fndieu.

Kalkutta, 19. Febr. (Reuter.) Tie Gärun g, die der Balkankrieg unter der mohammedanischen Be­völkerung verursacht hat, dauert unvermindert fort, und die anglo-indische Presse weist aus die Leiden-

Adventbai einige Männer mit leichter Ausrüstung nach der W i j d e b u ch t abgehen und die Mitteilung überbringen, daß Hilfe sobald als möglich kommen werde. Einige Teilnehmer an der letzten Hilssexpedition sind bereit, an der neuen Expedition teilzunehmen.

Tarrn ftäbter Thcaterbrief. Aus Darmstadt, 19. Februar, wird uns geschrieben: Jaques Tal­er o z e s komische Oper in einem AktO nkel Dazu-- mal" wurde heute am Tarmstadter Hoftheater zum ersten Male gegeben. Tas Publikum nahm die Neuheit nur mit mäst gern Beifall aut. Tic Handlung der Oper ist einfach: der alte Onkel Dazumal spielt die Rolle des guten allen Onkels in Schlafrock und Mütze und verhilft zwei idnidtferncn Menschenkindern, die sich lieben, zu dauernder Vereinigung. Tie Musik ist modern im höchsten Grade, d. h. zum eigentlichen Singen kommen die Darsteller nur selten. Wo sie aber singen können, zeigt sich Dalcroze als ein erfindungsreidter Musiker. In der Instrumen­tierung liegt viel Eigenart, aber audt viel Effekt. An die Künstler stellt der Komponisl große Anforderungen. Wenn der Träger der Titelrolle Herr Weber noch über ein unverbrauchtes Material verfügen würde, hätte er sicherlich besser abgeschnitten. So aber mußte man sich mit einem flotten Spiel allein begnügen Frl. Katharina I ü t r n c r als Iaequline ist eine vorzügliche Sängerin, mit einem gm geschulten und klangschönen Sopran Auch in musikalischer Hinsicht löste sie ihre nicht leidste Aufgabe ohne Rest Ten jungen Liebhaber Cetane fang Herr A lo - berg er recht gut, der sich nun von seiner Unpäßlichkeit erholt zu haben scheint. Als zweites brachte der heutige Abend eine Neueinstu­dierung von Supv 6 sSchöner Galat he c". Das luftige Stückchen- wurde flott gelungen und gespielt von den Damen Kallen see iGalalheel, schänd iGanpmed) und den Herren Z Ü r a a s Mndas) und G l o b e r g et (Pygmalion, Tie musikalische Leitung beider Einakter (und audi die eines den Abend beschließenden BallettsChampagner-Visionen" von Iran Thiele-Leonbardt, Musik von Paul Linckc hatte Herr Kapellmeister Kleiber, der sich wieder als guter und trotz seiner Jugend als sicherer, feinempnndender Musiker bewahrte. Das Vorspiel zur Galatl^ee war ein Kabinettstückchcn.

Kurze Nachrichten au3 Kunst und Wissen- schast. Das Hoftheater in Darmstadt engagierte als Kapellmeister und Leiter der Honmffik Paul O 11 c n h c i m e r aus Wien Ter neue Dirigent der Hofooer war früher ist '.Nürn­berg und am Prager Stadtiheater unter Angelo Neumann tätig Lich als Opernkonrponist bat er sich bereits bekannt gemacht.

schast der Reden hin, die hier gehalten werden und auf die Tendenz, einen Boykott zuveran st alten. Ein gemäßigteres Bengalenblatt sagt, die Lage fange an, ernst zu werden, da die Hindus extremster Richtung sich ne Erregung der Mohammedaner Knuste machten, imb er­mahnt die Regierung, die Versammlungen zu ver­bieten, in denen der Krieg erörtert werde. Andernfalls, agt das Blatt, werde die Bewegung dieselbe Entwickelung wie die Bewegung der Hindus nehmen. Ein kürzlicher Versuch Aga Khan's, die Stimmung zu beruhigen, hat nur zu einer Vermehrung der Volksversammlungen geführt, in >enen der Aga Khan als ein schlechter Mohammedaner ge- brandmarkt wurde.

Der Koffer^ellos belogen"!

Tic Rede des Kaisers im deutschen Land­wirtschaftsrat hat noch ein überraschendes Nachspiel gehabt:

Das BerlinerTageblatt" meldet aus Elbing: In einer Versammlung des landwirtschaftliche nLokalve re ins von Elbing und Umgegend, dem zumeist die Gutsnachbarn von (Sabinen angehören, wurde am gestrigen Donnerstag Stellung genommen gegen die zügellose Weise, mit der der Kaiser belogen worden sei. Es müsse dafür geiorgt werden, daß die betreffenden Ohrenbläser mundtot gemacht würden. Ter Pe11kuser Roggen ist irfion vor 20 Jahren, also länger bevor der Kaiser Gutsherr von (Sabinen wurde, von Vereinsmit­gliedern angebaut worden. Dem angeblichuntauglichen kaiserlichen Pächter So Hst wurde einstimmig ein Vertrauensvotum erteilt, das u. a. die Unterschrift des Landrats des Kreffes Elbing, des Sohnes des früheren Staatssekretärs v. Posadowsky trägt. .

Diese Feststellunaen werden.in der Oeffentlichk it em~n ehr eigentümlichen Eindruck machen. Man wird d'm Lokal- verein in Elbing darin recht gckben, daß etwas geschehen tnuß, um den Kaiser besser zu informieren.

2lii» Hessen.

AnS brr Kammer.

bs. Tarrn ft abt, 20. Febr. Bis heute 41 Redner zu dem KapitelStaatseisenbahnen!" Und noch immer ist die Rednerliste nicht am Ende. Möglich ist es, daß auch morgen die Aussprache noch nicht erledigt werden kann Als der Präsident heute dem Abg. Molthan das Wort er­teilte, sagte er nicht ohne Ironie: als 41. Redner zu diesem Thema erteile ich dem AL-g. Molthan das Wort.

Im übrigen drehte es sich in der heutigen Sitzung in der Hauptsache um die Revision des Gcincin- chaftsvertrages und um die L o h n v e r h ä l t n i s s e der Eisenbahnarbetter. Die gestrige Bemerkung des Abg. Raab, daß die Eisenbahnarbeiter auf ihr Streik- und Koali­tionsrecht nicht verzichtet hätten, obwohl sie eine dahrn lautende schriftliche Erklärung abgegeben haben, veranlaßt die Abg. Reh und Osann, die Arbeiter energisch gegen eine derartige Verdächtigung in Schutz zu nehmen. Mit vollem Recht betonen sie, daß eine solche Unterstellung zu- steich eine Verletzung der Ehre der Eisenbahnarbeiter be- )cutc. Der Vor warf der Heuchelei sei ihnen damit ge­macht, und die Arbeiter werden auch nicht unterlassen, dem Herrn Raab die Quittung dafür zu erteilen.

Und in der Tat hat sich dadurch die Sozialdemokratie als eine gar sonderbare Vertreterin des Arberterftandes ge­zeigt. Es dürfte nicht oft vorkommen, daß ein Abgeprd- neter den Stand, den er im Parlament zu vertreten vor­gibt, so bös verdächtigt. Herr Raab hat hier weit über das Ziel hinausgeschossen und seine Freunde werden ihm wenig Dank dafür wissen. Herr, schütze mick) vor meinen Freunden, dürfen auch die Eisenbahnarbeiter ausrufen.

Wie es um die Lohnverhältnisse bei der Eisenbahn in der Tat steht, das zeigte der Finanz Minister heute an einigen Zahlen. Danach verhält sich die Sache so, daß in Wahrheit die Löhne bei den Eisenbahnen im Durchschnitt um etwa 7080 Pfg. pro Tag höher sind, als bei. den Privatunternehmen. Dazu kommt noch, daß 45 Proz. der Arbeiter Aussicht auf eine Beamtenstellung haben, und daß ferner nicht nur 300 Tage im Jahre bezahlt lverden, son­dern 365. .

Den Eisenbahngemeinschaftsvertrag verteidigte heute Dr. Osann. Ihm entgegen stellte sich wieder Abg. Molthan, der sogar die Drohung aussprach, daß die Revision kommen werde wenn nicht unter dieser, so unter der nächsten Regierung. Der Abg. Bähr sprach unter andauernder Heiterkeit des .Hauses, da er sich bemühte, einige Witzchen zu machen.

Deiiticbcs Reich.

Die Versöhnung der Welfen u Hohenzollern.

TicNorddeutsche Alla. Ztg" schreibt: Die Kaiserin wird mit der Prinzessin Viktoria Luise demnächst zu einem Besuche bei dem Herzog von Cumberland in Gmunden cintveffen. Der Herrog und die Herzogin von Cumberland werden im Laufe des Monats März dem Kaiserpaare einen Besuch in Pots­dam abstatten.

Ausland.

Ein Deutscher in England wegen Spionage­verdachts verhastet.

Die Polizei verhaftete in Portsmouth einen an­geblichen Deutschen oder Holländer Namens Wilhelm Clare wegen Spionageverdachts. Er wurde vor das Zuchtpolizeigericht gebracht. Er soll, nach einer späteren Meldung, ein Zahntechniker und deutscher Untertan sein. Der Angeklagte wurde auf eine Woche in die Unter­suchungshaft zurückgeführt.

Frankreich und die Rüstungspläne.

In der radikalen Presse wird der Widerspruch gegen den Gedanken an die Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit immer lebhafter. So schreibt dasE v e n e m c n t": Die Kammer, die gewiß zu allen Opfern bereit ist und alle Kredite sowie alle Bestimmungen zur Verstärkung der Kavallerie bewilligen wird, wird die Wiederherstellung der dreijährigen Dienstzeit ablcbncn, die das Parlament vor einigen Jahren ein­stimmig abgelehnt hat. TieLanternc" erklärt: Um die Mannschastsbestänbe in Friedenszeiten zu verstärken, gibt es andere weniger brückende Mittel als die Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit. TieAction" meint: Besser als durch jedes andere Mittel wirb Frankreich in einer allmählichen Verwirk­lichung ber Ouatrible-Entente, b. h. in einem engeren A u - sch lu ß an bic Balkan staaten das Gegengewicht gegen das neue schwert bilden, welches Teutschland in bic Wagschale geworfen hat.

Eine Europa reise amerikanischer Ingenieure.

In dienm Sommer werben mehrere Hunbert Mitglieder des größten a in c r r k a n i, ch e n I n g e n i e u r v e r e i n sAmerican S ^"chamcal Engineers", der in allen bedeutenden Ätabten Nordamerikas Zwemvereme besitzt, eine E u r o p a r e i s e zum Beullv ber Jahresversammlung des Verbandes Deutscher Jngenleurvereme unternehmen, bic in Leipzig abgehalten wird Sic ammtanrr nxrhen enC. jun, m ö-mbu-g üH>

über Köln und Frankfurt a M nach Leipzig iu dem Jn-

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Ans Stade nnv Land.

Wie en, 21. Februar 1913, Tie Sorge um die Schule.

Ostern rückt näher und damit auch für manches Vater- und Mutterherz eine stille Sorge. Immer bring'id)cr wird die Frage: Was fangen wir zu Ostern mit unserrn Hänschen, was mit unferm Gretchen an? Da sind zunächst bic lieben Kleinen, denen sich mit ihrem Eintritt in bic Schule eine neue Welt eröffnen soll. Um sie haben bic Eltern vielleicht die größte Sorge, und doch fönntc gerade diese Sorge ihre geringste sein. Die Frage nach der Berufswahl braucht heute und morgen noch nicht entschieden zu werden. Um Bücher und Hefte unb all die andern hvchtvichtigen Dinge fürjunge Gelehrte" braucht man sich noch nicht den Kops zu zerbrechen. Die Anschafiung regelt sich nach den erst Tagen des Schulbesuchs ganz von selbst. Habt ihr Elte eure Kleinen nur gelehrt, ihre Glieder unb ihre Sinn# zu gebrauchen, habt ihr nicht etwa Mißtrauen und Angst, sondern Vertrauen zur Schule und zum Lehrer in ihre kleinen Herzen gesät, dann könnt ihr sie getrost ber Schule übergeben! Tie Volksschule ist die allgemeine Bildung-- anstatt; sie nimmt alle mit offnen Armen auf und will ir. jedem normalen Kinde die Grundlage zu seiner späteren Geistes- und Gcmütsbildung legen. Aber mit Recht be­hauptet das Sprichwört: Je größer die Kinder, desto grösür die Sorgen. Viel ernster müssen darum die Eltern mit

selbst und seiner Eitelkeit? Wessen Verhältnisse es er­möglichen, feinen Kindern eine erweiterte Bildung zu ver­schaffen, der frage zu allererst nach ber natürlichen Ver­anlagung. Sodann gilt es, sich über zweierlei klar zu werdens Welches Ziel verfolge ich? unb weiter: Welcher Weg führt mein Kind am sichersten dorthin? Zwar nrirb man in den meisten Fällen bei einem neun- bis zehnjährigen Kinde nock) feine endgültige Entscheidung über die 'Berufs­wahl treffen können, aber man wird sich darüber klar werden müssen, ob das Kind später einmalstudieren" oder sich einem praktischen Berufe zuwenden soll. Im ersten Falle würde ein Gymnasium oder eine ihm ähnliche Schule ant gecignetften sein, während im andern Fall es richtig ist, eineRealschule" oder eine ihr verwandte Anstalt zu wählen, die mehr fürs praktische Leben vorbereitet. Wer so mit weitschauendem Blick die vorhandenen Bildungsmöglich­keiten ins Auge faßt und für seinen besonderen Fall btt richtige Wahl trifft, der verstopft rechtzeitig eine £-ucflt ewigen Aergers und Verdrusses

* Tageskalender für Freitag, 21. Febr. Stadl 16 e n t e t: , Ui e t n o-1 c u n b Tcbb y". Anfang 8 Ubr.

Ortsgruppe (ließen f fit Franenllinimrechl.

Vortrag von Tr. Anita A ugs p u rg-Münd en: R a lsen- rultitt unb Frauenbewegung. Abends 8M Uhr tu Grobberzog von Heften.

Freie Studentenschaft: Vortrag von Ptarrer 1k Fuchs-RfiftelSöeim: Schteiermacher. Abends Uhr ti StetnS Garten.

" Universitäts-Kinderklinik Gießen. Die vor der Zentrale für Mutter- unb SäuqlingSsursorge in Hefter erbaute und seit 1. Oktober 1912 in Betrieb genommene Kinderklinik wurde von der Zentrale der LandeSunioerfttöt zu Unterrichtszwecken zur Verfügung gestellt und ist von den Ministerium deS Innern der U n iversitätS-Kin der« klinik den übrigen medizinischen Unterrichtsinstituten an« gegliedert worden.

»* Lupusheim Gießen. In Hessen unb den be« nachbarten Gebieten mangelte es bisher für die nicht reir ambulatorische Behandlung ber an Lupus (.Haut-Tuber kulose^ Erlrankten an einer geeigneten Anstalt Der Heil" stättenverein hat sich daher entschlossen, am Sitze ber Lan- beSuniversität ein Lupusheim zur Unterbringung unb Be­handlung Lupöser Mitteldeutschlands zu erbauen. Einen welch dringenden Bedürfnis dieses Heim entgegenkomm' betoeisen die jetzt schon während des Baues bei bem Dorstan: des Heilstättenvereins und dem Tireftor des Lupus heims Prof. Tr. I e s i o n e k ciulaufcnbcn Ausnahmogesuche. De: Bau des Lupusheims naht seiner Vollendung' ab 1 Ma dieses Jahres soll es mit uranken belegt werden. Br feinen geringen eigenen Mitteln ist nun ber Verein sehr au mildtätige Spenden zugewiesen; manche Gabe wurde den Lupushetm schon zugervandt, so in der letzterr Zeit von be: Firma G. Leitz, Optische Anstalt in Wetzlar die elektrisch! Deckenbeleuchtung des Operationszimmers, von Tr. Mei' rowski in Köln eine Finsen-Rein-Lampe zur Dautbe Handlung gestiftet. Zur Ausstattung und zum Betrick sind weitere Stiftungen und Geldspenden dringend nötig warmherzige Geber finden hier Gelegenheit zu bet

Uns MexNo.

Mexiko, 20. Febr Tie Vorbereitungen zur lieber« führung des früheren Präsiderrten Mader o unb des bis­herigen Unterrichtsministers S u a r e z, die mit ihren Fa­milien nach Europa gehen sollen, waren um Mitter­nacht beendet. Fast zur gleichen Zeit, da ihre Abdan- fungen im Kongreß verlesen wurden, kamen Jic auf her Eisenbahnstation an, wo ein Zug unter Dampf stand Beide waren begleitet von Verwandten und vertrauten Freunden, unter denen sich der chilenische Gesandte unb Der japa- nische Geschäftsträger befanden.

Der Kongreß erwählte in einer besonderen Sitzung- General Huerta zum provisorischen Präsiden-i t en der neuen Regierung. Auch .Huerta steht bereit^ Anschlägen gegenüber. Er ließ den General Francisco Romerö verhaften, der beschuldigt wird, an der Verschwö­rung beteiligt gewesen zu jein.

Mexiko, 20. Febr Heute sind mehr als 300 poli- tische Gefangene freigelassen worden. Nur 5, die bei dem Sturz der Regierung Maderos festgenommen worden waren, unter ihnen der frühere Präsident Madero selbst, sind noch in Haft. Felix Tiax lehnt jede Verantwortung für den Tod Gu sta v o Maoeros und Adolfo Bassos ab. Der Oberintendant des Nationalpalastes erklärte, Gustavo Madero sei getötet worden, als er zu entkommen suchte.

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genieur-Kongreß reifen. Bon dort aus sollen bann noch Berlin, München und Wien besucht nrerben. In Frankfurt a. M. werden bie amerikanischen Ingenieure am 3. Juli eintrefsen.

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sich zu Rate gehen, die beabsichtigen, ihren .'Hubern nad*. erfolgreichem drei- ober vierjährigem Volksschull' such eine erweiterte Bildung zu kommen zu lassen Nicht eindringlich genug tonnen sie davor gewarnt lverden, srch dabei von allerhand Rücksichten leiten zu lassen, bie auf gute Wirkung nach außen hin berechnet sind. Leider soll es noch tnrmcr ungeladen, wieder vorkommen, daß nur deshalb bie Schule gemedifcr wird, weil man sich den bekannten gegenüber bötii nicht» vergeben will: denn sic haben ihr Fritzchen ober ihr Lott doch auch auf dem Gymnasium oder dem Ly.zeum ' bient man dadurch wohl mehr, seinen Kindern ober fi