Nr. 229
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
mit der steigenden Industrialisierung der Auslandsstaaten
die deutsche Industrie ihre Absatzmärkte verlieren würde. Die
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politische Tagesscharr
Von den Reichsfinanzen.
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rs dürfte auch für die Zukunft an der Tatsache nichts geändert werden, daß für die wachsende Industrie Deutsch-
Diffcrenzierung der Welt und durch kommerzielle und technische Uebcrlegenhcit ihren Rang gegenüber den mitbewerbenden Staaten zu behaupten und wenn die deutsche Handelspolitik mehr als bisher bemüht ist, bei Vertragsabschlüssen die deutschen Industrie-Interessen zu wahren.
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Dienstag, 30. September ’913
Rotationsdruck und Vertag der Brühl'schen Universiläts - Buch- und Steinbruckerci.
R. Lange, Gießen.
Zum Erbrecht des Reichs.
Am 1. Oktober wird bereits ein Teil der durch dieWehr«- Vorlage bewilligten Hecrcsverstärkungen zur Ausführung gc langt sein. Auch das zur Beschaffung der ungeheuren Lasten angenommene Wehrbeitrags- und das Besitzsteucrgesctz sowie die Novellen zu den Sleuergefetzen beschäftigen fortgesetzt die weitesten Kreise. Noch wird der Reichstag aber über den Gesetzentwurf über das Erbrecht des Staates zu entscheiden haben, dessen Beratung im Budgctausschuß bekannt lich vertagt wurde, weil die zur Deckung der Wehrvorlage erforderlichen Mittel gefunden waren.
In der neuesten Nummer der „Deutsch. Juristen-Ztg." weist nun Justizrat Bamberger, Aschersleben, Vorkämpfer des Gedankens eines Erbrechts des Reichs, in einem beachtens werten Aufsatz darauf hin, von welch finanzieller Bedeutung eine möglichst rasche Verabschiedung dieses Gesetzes sei. Da das finanzielle Ergebnis auf 20 650 000 Mark jährlich berechnet war, so bedeute, meint Bamberger, jeder Tag der Verzögerung einen Ausfall von 56000 Mark. Wenn diese Einnahmen von jährlich 20 Mill, zur Verringerung der Reichsfchuld verwendet würden, so würden die Steuerzahler im ersten Jahre an Zinsen 3/4 Mill., im folgenden V 2 Millionen und so fort mit steigenden Beträgen sparen. Auch den Stand der Neichsfinanzen müsse es wohltätig beeinflussen, wenn jährlich für 20 Mill, mehr Rcichsanleihe zurück- gckauft würden.
Auch die weiteren Ausführungen des Verfassers, in denen er noch einmal die Gründe, die für eine Beschränkung des gesetzlichen Verwandtenerbrechts zugunsten des Reichs sprechen, zusammenfaßt, sind von hohem Interesse. Justizrat Bamberger betont auch, daß von 5700 Mill. Mark, die jährlich im Deutschen Reich zur Vererbung kommen, noch nicht 21 Mill. Mk. der Gesamtheit überwiesen werden. Das könne man nicht radikal neunen. Auch sollen ja nach dem Entwürfe die Neffen und Nichten, der Typus der lachenden Erben, das testamentlose Erbrecht auch künftig genießen.
Deutschland aus den Märkten der Welt.
lieber die Verflechtung Deutschlands in die Weltmarkts- intercffen gibt das soeben erschienene statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich sehr instruktive Mitteilungen. Ter deutsche Außenhandel hat im Jayre 1912, soweit der Spezial- Handel in Frage kommt, die Gesamtsumnie von 19 648,2 Millionen Mark erreicht, also nahezu 20Milliarden, wovon 10 691,4 Millionen auf die Einfuhr und 8956,8 aus die Ausfuhr entfallen. Sowohl in der Einfuhr als auch in der .lusfuhr spielt, wie wir der „Deutschen Industrie-Korrespondenz" entnehmen, der europäische Kontinent die Hauptrolle. Die Einfuhr aus europäischen Ländern nach Deutschland beträgt 6 Milliarden Mark, während die Ausfuhr aus Deutschland nach europäischen Ländern 6,74 Milliarden beträgt. Bei weitem der größte Teil der deutschen Ausfuhr bleibt also in Europa, soweit weuigftens die sta- tiltischen Ziffern über den Weg, den die deutschen Erzeugnisse nehmen, Auskunft geben. Innerhalb der europäischen Länder nimmt E n g l an d den größten Teil der deutschen Ausfuhr auf, nämlich für 1161 Millionen Mark. Es folgen dann Oesterreich-Ungarn mit 1035,3 Millionen, dahinter Frankreich mit 689,4 Millionen, Rußland mit 679,8 Millionen Mark. In weiterem Abstande folgen dann die Schweiz, welche für 520,5 Millionen, Belgien, das 493,3 Millionen, Italien, das 401,2 Millionen und Dänemark, das 254,2 Millionen Mark der deutschen Einfuhr aufnimmt. Die B a l k a n st a a t e n sind mit verhältnismäßig kleinen Ziffern vertreten. Am stärksten ist noch Rumänien mit 131,7 Millionen an der Aufnahme der deutschen Ausfuhr beteiligt. Auf Bulgarien entfallen nur 28,6 Millionen, aus Serbien 18,5 Millionen, aus Griechenland 18,9 Millionen ber deutschen Ausfuhr, dagegen hat die Türkei im Jahre 1912 112,8 Millionen der deutschen Ausfuhr ausgenommen.
Die nach Afrika ausgeführten Waren repräsentieren einen Wert von 185,3 Millionen Mark. Der Hauptteil der Ausfuhr geht nach Britisch-Südafrika, an zweiter Stelle steht Aegypten, hinter dem dann in großem Abstande Deutsch- Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika, Britisch-Westafrika und Kamerun folgen. Sehr gering sind die Ziffern unsrer Ausfuhr nach Abessinien, nach Tunis, den portugiesischen Kolonien in Afrika, dem Belgischen Kongo und Marokko. Hier ist noch viel zu tun und mit der Entwicklung der afrikanischen Kolonien dürfte auch dieser Markt der deutschen Industrie für die Zukunft Absatzmöglichkeiten bieten. Bedeutend größer als nach Afrika ist die deutsche Ausfuhr nach A s i c u, die mit 420,2 Millionen Mark zu Buch steht. An der Spitze steht hier Japan, dem dann Britisch-Jndien, China, Nieder- ländisch-Jndien folgen. Persien hat nur 3,6 Millionen, die Philippinen nur 9,3 Millionen, Siam 6,4 Millionen der deutschen Ausfuhr aufzuweiseu. Doch zeigen die Ziffern hier, ein, wenn auch laugsames, so doch stetes Ansteigen. Amerika hat im Jahre 1912 1496,4 Millionen der deutschen Ausfuhr ausgenommen. An der Spitze stehen die Vereinigten Staaten mit 697,6 Millionen Mark; es folgt dann Argentinien mit 239,4 Millionen, Brasilien mit 192,8 Millionen, Chile mit 122 Millionen, in weitem Abstande dann Canada mit 54,3 Millionen, Mexiko mit 45,3 Millionen, Uruguay mit 38,5 Millionen, Cuba mit 28,7 Millionen Mark an Werten deutscher Ausfuhr. Endlich haben A u ft r a l a s i e n und Polynesien 99,9 Millionen der deutschen Ausfuhr konsumiert. An der Spitze steht der Australische Bund, dem dann Neuseeland und Neuguinea folgen.
Diese Ziffern beweisen die oft schon hervorgehobeue Tatsache, daß die besten Kunden eines Industriestaates solche Länder sind, die selbst eine hochentwickelte Kultur und eine weit vorgeschrittene Industrie haben. Ist doch der beste Kunde
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Ausländische Universitätsftudenlen in Deutschland und Frankreich.
Die Zahl der an den deutschen Universitäten eingeschriebenen Au S l ä n d e r ist in diesem Sommer aus 4841 angewachsen, gegenüber 4826 im Vorjahr, 3148 vor 5 Jahren und erst eltva 2000 vor zwanzig Jahren; im Verhältnis zum Gesanitbcsuch der Hochschulen stieg der Anteil der Ausländer in den letzten 5 Jahren von 7,5 auf 8,1 v. H. Im Winter 190»; 07, als die Zahl der in Deutschland studierenden Russen sich plötzlich um über 40 Proz. steigerte, belief sich der Prozentsatz auf 9,2, was sofort eine strengere Handhabung der Aufnahmebedingungen zur Folge hatte, die den russischen Zufluß momentan wieder etwas verringerte. Die beträchtliche Steigerung des AuSlänberbesuchs während des letzten Jahrzehnts beruht ausschließlich daraus, daß Rußland, auch Oestcrreiäi-Ungarn und alle osteuropäischen Völker sowie Japan, ganz bedeutend mehr Studierende nach Deutschland senden, als früher.
In Frankreich werden etwa 8000 ausländische Studenten gezählt, gleich 20 Prozent der Gesamtzahl, in der Schweiz etwa 3500, gleich 45 Prozent, loogegen die 21 amerikanischen Universitäten nur von etwa 1500 Angehörigen fremder Nationen besucht sind, von denen der größte Teil aus Asien kommt. Die hohe Ausländerziffer in Frankreich und in der Schweiz erklärt sich zum Teil daraus, daß dort insbesondere viele ausländische Frauen aus Ost- und Südosteuropa studieren, deren Vorbildung für die Immatrikulation in Deutschland nicht zureicht.
Es dürste von Interesse sein, vergleichsloeise aneinander gegenüberzustellen, wie viele Angehörige der einzelnen Länder bezw. Erdteile sich ftubienbalber in Deutschland und Frankreich auslialten, lvobei beim Vergleich der Ziffern zu berücksichtigen ist, daß, wie erwähnt, in Frankreich fast die doppelte Zahl Ausländer studiert als in Deutschland. Angehörige des russischen Reichs findet man in Deutschland diesen Sommer 2164, in Frankreich dagegen etwa 2800, Oesterreicher und Ungarn studieren bei uns 839 (jenseits der Vogesen nur 150), Rumänen 155 (gegen 400 , Bulgaren 68 (220), Griechen 73 (100), Serben 47 (50), Türken 73 (320), Engländer 143 (190), Holländer 46 (?), Belgier 18 (25), Schweden und Norweger 42 (30), Spanier 28 (40', Italiener 33 (120, Dänen 11 (?), Portugiesen 8 (19), Luxemburger 48 (45). Amerika hat diesen Sommer 289 Studierende nach Deutschland gesandt, nach Frankreich nur etwa 220, Afrika ist in Deutschland mit 45 vertreten, in Frankreich mit etwa 250 (worunter etwa 200 Aegypten, Asien hier mit 184 (?) und Australien mit 3 (?)• Franzosen befinden sich an den deutschen Universitäten 41, gegen etwa 300 Reich-.'- angehörige in Frankreich, fast ausschließlich Philologen, die der Sprachstudien wegen nach Frankreich gelten. Die Folgen des erste.: Ballankriegs zeigen sich im Zugang der Angehörigen der an' Kriege beteiligten Balkanstaaten zum deutschen Üniversitätsstudium deutlich: die Grieänn verringerten ihre Ziffer gegenüber dem vorjährigen Sommerhalbjahr um ein Viertel, die Serben um nahezu die Hälfte und die Bulgaren um stark die Hälfte, während der Besuch der Türken, trotz ihrer erheblichen Menschenverluste, keine Verringerung erfahren hat, woraus zu schließen fein dürfte, daß die deutschen Bildungsgelegenheiten von den Türken neuestens wieder in starkem Maße bevorzugt roerben.
Hinsichtlich der Verteilung der Ausländer auf die einzel - neu Studienfächer zeigt sich in Deutschland (wie in Frankreich) immer mehr der ungeheure Zudrang zum Studium der Medizin. Ihm widmen sich diesen Sommer 2164, worunter 1635 Russen, für Philosophie, Philologie und OKscbichte sind eingeschrieben 901 (Russen 187j, für Mathematik und Naturwissenschaften 530 (175), für Rechtswissenschaft 409 (130 , für Karne- ralia und Landwirtschaft 598 (182), für evangelische Theologie 157 (7), für katholische Theologie 23 (1), für Zahnheilkunde 20 (5) und für Forstwissenschaft 21 0. Tie Zahl der russischen Mediziner ist diesen Sommer auf 1635 gestiegen gleich 75,5 v. H. aller ausländischen Mediziner; letztere find nm zalstreichsten in Berlin, wo über ein Drittel der (tzefarntzahl (702) sich befindet. In München studieren 327, in Leipzig 239, in Königsberg 199, in Straßburg 134, in Breslau 91, in Halle 73, in Freiburg 66, in Jena 41 uff. Relativ sind in Königsberg die ausländischen Mediziner am stärksten vertreten: dann folgen Straßburg. Berlin, Breslau, Freiburg. Die fremden Mathematiker und Natur- wisfenfchastler bevorzugen Göllingen, Münck-en und Leipzig, die Philologen und Hiswriker Berlin, München unb Jena, während die Kameralisten und Landwirte in Bonn, Halle und Heip-zig zu finden, sind.
Wie sich die ausländischen Studierenden auf 'die einzelnen Universitäten des Reichs absolut wie im Verhältnis zur Gefamtstudentenzahl der einzelnen Hochschulen verteilen, zeigt nachstehende Berechnung.
An den drei großen Universitäten Berlin, Leipzig und München) befinden sich derzeit allein 2719 Ausländer, im Verhältnis zur Gesamtzahl 55,9 Prozent. Berlin hat 1393 ausl.ndiiche Studierende, fast ein ^Drittel aller Ausländer. Münck>en 662, Leipzig 654. Ten Großstädten am nächsten kommt derzeit Heie-el- berg mit 301, dann folgen Halle mit 270, Königsberg zählt 259, Göttingen 185, Straßburg 184, Freiburg 153, Breslau 157, Bonn 136, Kiel 56, Tübingen 53, Gießen 44, Erlangen 36, Würzburg 29 uff. bis herab zu Münster mit 7. Wie absolut, so bat auch Berlin relativ, d. h. im Verhältnis zu feiner eigenen Studenten zahl, derzeit die meisten Ausländer, nämlich 16,6 Proz. Königsberg reiht sich ihm an mit 15,7, dann folgt Leipzig mit 12,6, Heidelberg mit 11,5, München mit 9,9, Halle mit 9,7. Breslau mit 5,6 uff. bis zu 0,2 Pro;, in Münster
Von Interesse wäre noch die genaue Feststellung, wicvi Ke ausländische Frau .■ s
Da indessen nur oic preusnchen Universitäten und Leip . j, kostock, Gießen und Tübingen die Nationalitä. ihrer Fr. neu mitteten, müssen wir uns auf die Besiidarinnen der damach nur in Betracht kommenden 14 Universitäten beschränken. An ihnen sind insgesamt 203 Ausländerinnen eingeschrieben, von denen entstammen: Rußland 88, Amerika 30, Oesterreich-Ungarn 26, Eng-
sich an seine Ausführungen eine lebhafte Auseinander- f e tz n n g mit ber Fortschrittlichen Volkspartei, deren Ansichten die Herren Rechtsanwalt W indisch sowie der Parteisekretär K u h l m a n n - Darmstadt vertraten Deingegen- über nahmen die Herren Germann sowie der Referent Veralt' lassung, erneut die Ziele der Freien Vereinigung banuiegcii und unter Hinweis auf die gegnerische Stellung umt Bund der Land wirte und die ablehnende Häftling gegenüber der Politik der „Wormser Ecke" ebenso bcutlüb auf die grundsätzlichen Unterschiede hinzuweisen, die die nationalliberale Partei und deshalb and) die Freie Vereinigung, die nicht eine nach links gmdxtete Sonder Organisation, sondern eine Arbeitsgemeinscknft auf dem Boden der Bassermannschen Politik fei, von der Fortschrittlichen Vollspartei trennen. Erfreulicherweise brachten die rein sachlichen Ausführungen der Redner in der Aitssprache die Meinung zum Ausdruck, 'daß trotz dieser grundsätzlichen Unterschiede im Interesse eines wahrhaften Liberalismus in Hessen ein friedliches Nebenein - anberarbeiten der beiden liberalen Richtungen aus taftiiäien Gründen erstrebt 1 verben müsse, um im Augenblick der Gefahr ein vereintes, Schlagen nach rechts und liitks zu ermöglichen. Sämtliche Versammlungen bedeuten zweifellos einen Erfolg für die Freie Vereinigung, ber für fie ein Ansporn für ihre weitere Agitationstätigkeit fein wird.
Ein Erfolg des Liberalismus in Württemberg.
Mit einem erfreulichen Erfolg für den württembergi-- sehen Liberalismus hat die Landtagsersatzwahl im württcmbergisch'en Oberamt Rottweil geendet: Der gemeinsame, der nalionalliberalen Partei zugehö rige Kandidat, Gärtnermeister Müller, siegte mit 4551 Stimmen über den Zentrumskandidaten, der 4334 Stimmen erhielt. Die Sozialdemokratie gab für den liberalen Kandidaten den Ausschlag und bestätigte damit, daß die klerikalen Anbiederungsversuche zwecks Wahlhilfe vergeblich geblieben waren. So ist auch diese Wahl ein weiteres Glied in der Kette zentrischer Mißerfolge im Süden geworden.
Beim ersten Wahlgang fehlten dem Zentrumskandidaten 148 Stimmen zur absoluten Mehrheit; im zweiten Wahlgang siegte der nationalliberale Kandidat mit einer Mehrheit von 217 Stimmen. Der Ausfall der Wahl ist insofern von besonderer Bedeutung, als nunmehr die Gleichgewichtslage zwischen Zentrum und konservativem Bauernbund einerseits, Nationalliberalen, Volkspartei und Sozialdemokratie andererseits, die beim Zusammentritt der im Dezember v. I. gewählten Zweiten Kammer mit je 46 Stimmen bestand, eine Veränderung zuungunsten der Rechtsparteien erfahren hat, die, wenn es den liberalen Parteien bei der bevorstehenden Ersatzwahl im Bezirk Gerabronn gelingt, das bisher in liberalem Besitz befindliche, von den Bündlern bedrohte Mandat dieses Wahlkreises zu behaupten, eine uoenn auch nur schwache Mehrheit der Linken im württembergischen Landtag herbeiführen würde. Die Linke hätte dami nrit 47 Stimmen das Uebergewicht über die Rechte mit 45 Stimmen. Eine weitere Ersatzwahl hat im Wahlkreis Stuttgart-Amt für den verzogenen sozialdemokratischen Abg. Hildenbrand stattzufinden. Als Gegenkandidat kommt lediglich ein Nationalliberaler in Betracht. Eine zahlreich besuchte Bertrauensmännerver- sammlung der nationalliberalen Partei in EchterHingcn beschloß einstimmig, den Kandidaten bei der Hauptwahl, Major a. D. Schuster-Degerloch, wieder aufzustellen. Wie man hört, hält sich die Fortschrittliche Volkspartei an das Abkommen von 1912 und unterstützt die nationalliberale Kandidatur.
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Krentplatz 5 em brauchbares Mdheits-Brot!
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Aus Hessen.
Freie Vereinigung hessischer Nationalliberaler.
Man schreibt uns:
Die Geschäftsstelle ber „Freien Vereinigung hessischer Nationalliberaler, die während des verflossenen Winterhalbjahres eine rege Agitations- und Organisationstätigkeit im Bezirk ber fünf ihr angeschlagenen Reichstagswahlkreise entfaltete, hat zu Beginn der numnehr einsetzenden Herbst- und Winterkampagne mit der Veranstaltung der öftentlich-polittschen Versammlungen mieberum begonnen. Am Donnerstag, den 25. September b. I., sprach ihr Geschäftsfühner, Dr. Otto Linse-Mainz, in einer sehr gut besuchten, vom Nationalliberalen Verein Offenbach einberufenen Versammlung über „Reichs politische Tagesfragen". Dasselbe Thema behandelte er, unterstützt von Dr. Keller- Oppenheim! und Lehrer Germann-Darmstadt, am Samstag, den 27. September in Beerfelden und Sonntag, den 28/ September in Hetzbach und Michelstadt. Vornehmlich in Mchelstadt knüpfte
Die Abnahme des Geburtenüberschusses beschäftigt gegenwärtig die weitesten Kreise. Von Interesse ist es daher, zu hören, wie in Frankreich, das ja seit vielen Jahrzehnten weit mehr unter diesem Uebelstande zu leiden hat, hiergegen angekänrpft wird. Nach einem neuen französischen Gesetz vom 14. Juli 1913 steht jedem Familienhaupt in Frankreich, das mehr als brei Kinder hat, ein Rechtsanspruch auf Zuweisung aus öffcntlicheit Mitteln, sofern es nicht über eigene hinreichende Mittel verfügt. Bei vaterlosen Waisen hat die si)hittcr das Recht schon vom zweiten Kinde an. Alle über den Betrag von 90 Frs. hinausgehenden Zuwendungen tragen die Gemeinden.
Mag auch dieses französische Gesetz, das namentlich der Arbeiterbevölkerung zugute kommt, für unsere deutschen Verhältnisse nicht in Betracht kommen, so ist doch immerhin von Interesse, zu sehen, wie in jenem Lande, das unter dieser Krisis zu leiden hat, Maßregeln ergriffen werden, um der Notlage zu steuern.
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«8» der Kurie bisherige Erfahrung hat diese Befürchtungen widerlegt, und
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General-Anzeiger für Oberheßen
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DonncrKag' frcr deutschen Industrie England, der zweitbeste Oesterreich
und sind ferner Frankreich sowie die Vereinigten Staaten, Wir einen Belgien, Niederlande sehr aufnahmefähige Absatzmärkte^ loährend die großen weniger kultivierten Gebiete in den an- fenW dern Erdteilen auch für die deutsche Industrie eine bei wei- Mttwocb,iv lern geringere Rolle spielen. Damit sind die Befürchtungen uq Ubr einen, . -. zerstreut, die gelegentlich dahin geäußert worden sind, als ob WSS&. -.....- ............................-............
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Die Einnahmen der Reichs poft- und Telegra fhen Verwaltung haben in dem bisher abgelaufenen Zeil des Rechmingsjahres 1912 den Etatsansatz nicht er- -reicht. Bei einer bisherigen Einnahme von 328,2 Millionen kiark beträgt das M i nus gegenüber' der auf fünf Monate lallenden etatsmäßigen DurchfchnittScinnahme 22,8 Mill, kiark; da jedoch in der zweiten Hälfte des Rechnungs- jchres die Reichspost- inib Telegraphenverwaltung bessere knräqe abzuwerfen pflegt, wäre zurzeit der Schluß nrcht b.'rechttqt, daß der Etatsansatz zu hoch gegriffen sei. zic ißiinahnien der Reichseisenbahnverwaltung int Betrage von
Millionen, haben den für einen Zeitraum von fünf Senaten sich ergebenden Etatsansatz um 3,6 Millionen ark überschritten. Bei den beiden großen Betriebsverwaltungen des Reiches ergibt sich somit für die bisher versessene Zeit des Rechnungsjahres ein Ausfall gegenüber dm im Etat veranschlagten Einnahme von 1 9,2 M i l l. vt ark Zusammen mit den Ernnahmen aus Zollen, ktieuern und Gebühren, die insgesamt ein Minus tom 1,1 M i l li o n e n M a r k gegenüber dem Etcllsanjatz cußweisen, ergibt sich ein Gesamtausfall in den wichttgsten kinnahmegebieten von 20,3 Millionen Mark gegenüber dem
lindert werden, daß für die wachsende Industrie Deutsch- ; lands auch wachsende Absatzmärkte sich ausbreiten werden, i nifiOflfl Mnn die deutsche Industrie es versteht, durch Qualitäts -


