Ausgabe 
23.6.1913 Zweites Blatt
 
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der Stadtkasse eingelost morden sind, wurden verbrannt.

Die

Mt,

43-46

79-85

49-54

8896

47-00

98-00

55.0057.00

70.00-73 00

55.0057.00

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54.0057.00

70.0073.00

bis 8. Juli d. Js. in Marburgs Mauern ein Sänger

o.

Mr

wird am Konzert- F-moll- folgende Es-dur,

93-97

85-91

58-62

5457

Mk.

51-56 4750

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Tendenz: Ochsen, Kühe und Kälber bleibt ruhig, Schweine bleibt Ueberstand.

Ueberstand, Schake Preis für 100 Psd. Lebend» Schlacht gewicht

98-105

9297

einen etwas mehr, dem andern weniger. Ganz vorzüglich Hoben N der Thimbauer und seine Tochter Liss'l in ihre Nollen gedacht.

ouch die Marqräit von Haoschderbock, ihr halbidiotischer Sohn voitl und der 3od*I Dimn der Rauboch, sowie der Schröpp'r boten achtenswerte Leistungen. Daß dieOi.rewöllcr" Mundart mauch- mal zu wünschen übrig ließ, soll nicht so hoch gewertet werden, aiini -schlich sei noch die ganz vortreffliche Wiedergabe der beiden Odenwaldtänze erwähnt, sowie die Musikbegleitung des Herrn Caipv. die der jeweiligen Situation angepaßt war.

ivenig gut cntroicfeltc Färsen....

ältere ausgemaslete Kühe Mäßig genährte Stühe und Färsen. .

Kälber.

Mittlere Mast- und beste Saugkälber.

Geringere Mast-- und gute Saugkälber Schafe.

Stallmastschafe:

Mastlämmer unb jüngere Masthammel S ch wein e.

Vollfleischige Schweine von 80100 kg Lebendgewicht

Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht

Dollfleischtge Schweine von 100120 kg

Lebendgewicht

Dollfleischige Schweine von 120150 kg Lebendgewicht

ie. Frankfurt n. M., 23. Ium.

f e st gehalten werden. Zahlreiche Gesangvereine haben bereits ihr Erscheinen und ihre Mitwirkung zugesagt.

X Hanau, 21. Juni. Ein hiesiger Rentner erhielt einen Erp res sc rb ri e f, in bem er ersucht wurde, an

Ochsen.

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht­wertes, 47 Jahre alt die nock nicht gezogen haben (nngejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Färse n, K ü h e.

Vollfleischige ausgem. Färsen Höch t. Schlachtw Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlach- wertes bis zu 7 Jahren

Etüde in C-dur von Anton Rubinstein, LiebeStraum Nr. 3 und die berühmte Campanella von Franz Liszt. Die Leitung deS Konzertes liegt in den Händen von Professor HanS Winderstein.

r. Buhbach, 20. Juni. lGemeinderatssihuug.) Anwesend: Bürgermeister Flach, Beigeordneter Heil, die GemeinderatSmit glieder Heil, Tröster, Grauer, Oppenheimer, Braubach, Müller und Hehd. Entschuldigt fehlen: Beigeordneter Hadermann, die Gemeinderatsmitglieder Tr. Vogt und Heinrich Küchel. Die ausgclosten Obligationen und Zinskoupons für 1912, die bei

einigten Staaten Nordamerikas beliebteste Pianist, kommenden Donnerstag als Gast in unserem neuen bause auftreten. Der gefeierte Künstler wird das Konzert von Chopin mit Orchesterbegleitung und Solostücke zum Vortrag .bringen: Romanze in

Märkte.

fc. Frankfurt a.M. Vieh hof-Marktbericht vom 23. Juni. Auftrieb: Rinder 1478, darunter Ochsen 625, Bullen 63, Kühe und Färsen 780, Kälber 322, Schaie 112, Schweine 2370.

liniverfifätssUcMbrictytcn,

Tie 50jährige Toktorinbelleier begeht am 24. d. MtS. der Mathematiker Geheimrat Prof. Tr. Rudolf Stur m in Bicsla u. Von 18721878 war Sturm als ordentlicher Professor für dar­stellende und lynchet. Geometrie und graphische Statik an der Tech­nischen Hochschule zu D a r m st a d t tätig, kam dann an die Akademie zu Münster und 1892 nach Breslau.

Die Universität zu Königsberg i. P r. zählt in diefem Sommersemester 1646 uninntritulicrte Studierende. Dazu kommen 98 Hörer. Die Gesamtzahl der Berechtigten ist mithin 1744 (gegen 1782 .

Exzellenz Pros. Dr oec pol., phil. et jnr. Gustav von S ch m o l l e r in Berlin, Mitglied des Staatc-rats, des Herren­hauses unb der vreußischeu Akademie der Wissenschaften, Historio- gravh der branoenbiirgischen Geschlchte, vollendet am 24. Juni das 75. Lebensjahr.

Gemeinderatswahl wurde auf Mittwoch, den 2 4. Sep lember 1913, von vormittags 9 bis abends 5 Uhr ohne Unterbrechung festgesetzt. Als Beisitzer wurden gewählt die Fabri­kanten Wilhelm Braubach und Joseph Oppenheimer, als Stellvertreter Gastwirt Friedrich Wilhelm M ü l l e r und frauf- mann Friedrich Jakob Hehd, als Protokollführer Stadtsekretär Ludwig Köhler und als Stellvertreter Kaufmann Jakob Wil­helm Heil. Tie Gemeinde Butzbach soll einen Wahlbezirk bilden. Rach Mitteilnng des Bürgermeisters Flach haben wegen Ablauf der Dienstzeit äuszuscheiden: Gerbereibesitzer Johann Hein­rich KÜchel, Gastwirt F. W. Müller und Medizinalrat Dr. Vogt. Ersatzmänner sind zu wählen für den verstorbenen Werk­meister Dern ein Mitglied auf die Dauer von 9 Jahren, für den Beigeordneten Hadermann ein solches für die Dauer von 6 Jahren und für den verstorbenen Bauunternehmer Arnold. O e h l s ch l ä g e l einer desgleichen auf die Tauer von G Jahren. Tas von Kreisrat Schliephake als Präsident des Oberhes­sischen Obstbauvereins an den Stadtvorstand gerichtete Tank­schreiben, in dem der Stadtverwaltung, sowie den Bewohnern der Stadt der Dank für den überaus herzlichen Empfang gelegentlich der Feier des 25jährigen Bestehens des Oberhessisclren Obstbau Vereins ausgesprochen wird, wurde verlesen. Das Gehalt der Hebamme Frau Da hm er wurde mit Wirkung vom 1. April 1913 nm 50 Mk. erhöht. Das Gesuch des Rudolf H a r d u n g aus Frankfurt a. M. um Erteilung der Wirtschaftsfonzession im Bahnhofsgebäude wurde unter Bejahung der Bedürfnissiage zur Genehmigung befürwortet. Gegen das Aufheben der M ü l l - ab fuhr hat eine Anzahl Belvohner Einspruch erhoben. Ge­meinderat Hehd unterstützte diese Eingabe und beantragte so­fortige Abhilfe. Oppenheimer berichtete über die mit Unter­nehmer Adam in der Sitzung der Finanzkommission geführte Ver­handlung, ebenfalls Gemeinderat Heil. Ter Ausschußbericht vom 20. Mai 1913 wurde hierauf verlesen. Tröster beantragt noch mals mit Unternehmer Adam zu verhandeln. Oppenheimer stellt hierauf den Antrag, der angenommen wurde, dem Unternehmer Adam von jetzt bis zum Ende des Rechnungsjahres, April 1914, eine Entschädigung von 200 Mk. zu bewilligen und die Finanz­kommission zu beauftragen, für die folgenden Jahre bei Aus­stellung des neuen Voranschlags für 1914 diese Angelegenheit neu zu regeln. Hehd schlägt die Anschaffung eines einheitlichen Gesässes für die Aufbewahrung des Mülls vor. Unternehmer Ada in soll nur das Müll von den Bewohnern, die Kehrgebühren bezahlen, mitnehmen und keinen Bauschutt und dergleichen. Dem Antrag Tröster, die Finanzkommission zu beauftragen, für das nächste Jahr ein Projekt auszuarbeiten und mit Vogt wegen Ueber- iaffung eines Platzes für eine Schuttabladestelle in Verbindung zu treten, wurde zugestimmt. Dem Verträge Müller, der erwählten Armenkommission alle vorkommenden Fälle von Familienunter­stützungen zur Erledigung zu überweisen, wurde entsprochen. - Tie Baukommission beantragte, die Beratung des Bebaunngs planes von Flur VIII Blatt 4 heute noch vorzunehmen. Ta von keiner Seite Widerspruch dagegen erhoben worden mar, wurde in die Verhandlung cingetreten. Oppenheimer erstattete namens des Bauausschüsses Bericht und legt den Entwurf des neuen Be lwuungsplanes von Flur VIII Nr. 4 dem Stadtvorstand zur Einsicht vor. Er 'beantragte, dem Beschlüsse des Bauausschüsses zu­zustimmen, nn3 auch geschieht. Hiernach sind die vorgesehenen, mit Blei eingezeichneten Bau- und Straßcnfluchtlinicn der Tau- nnsstratze vom Stabsarzt Dr. Stühlerschen und Griebelschen Hause bis zum Zipfenwald genehmigt. Tie Vorgärten sind in der Breite, nric sie in dem Bebauungsplan eingezeichnet, vorgesehen worden.

Hessen-Nassau.

Marburg, 22. Juni. Der hiesige Männer­gesangverein Liedertafel begeht in diesem Jahre sein goldenes Wiegenfest. AuS diesem Anlaß soll in den Togen vom

(Orig.-Telegr. desGieß.

2(11.1*) Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt vrei se.

einer näher bezeichneten Stelle 2000 Mark nioderzuleg^n, widrigenfalls ihm ein Leid zugefilgt werden mürbe Der Rentner übergab den Brief der Polizei, die den zum Nieder- legen des Geldes bestimmten Platz unauffällig beobachten liest. Bald stellte sich ein junger Mensch ein, der zwar den erhofften Betrag nicht vorfand, d-afiir aber fesdgenommcn wurde. Es war ein 13 Jahre alter Schüler einer lsiesigen höheren Lehranstalt, der angab, durch das Lesen einer No­velle zu dem bedauerlichen Vorgehen verleitet worden zu fein.

X Fulda, 21 Juni. Das beim Di fiel rasen- Tunnelbau benutzte große eiserne Vortriebsschild, das zur Ueberwindung der Tonstrecke in der Nähe des Süd­portals diente, ist jetzt bis an das Mauerwerk der nn- schliestenden fertiggestellten Tunnelstrecke gcckommen So­mit ist die Tunnelstrecke, die bisher so ungeheure Schwierig­keiten gemacht hat unb die Ursache der Verzögerung beim Bau des Tunnels war, überwunden. Nun ist nur noch ein kurzes Stück von 150 Meter Länge am Nordende des Tun­nels zu bauen, doch liegen hier Tone, die von wasserführen­den Braunkohlenschichten durchzogen sind und deshalb dem Tunnelbau wohl noch größere Schwierigkeiten bereiten wer­den, als die jetzt fertiggestellte Tonstrecke.

gen- iteF

Vermachter.

* Opfersinn eines Offizie »s. Aus Aschaffen­burg, 21. Juni, wird gemeldet: Auf dem Truppenübungs- platze .Hammelburg erlrantte der Artillerist Franffnrter aus frliugcnmünflcr bei der 2. Batterie des 11. Feld-Artillerüregi- meuts an allgemeiner Blutvergiftung so schwer, das die Mili­tärärzte erUärten, nur eine Blutübersühriing könne ihn retten. Sofort erliest Oberst Claus; des 9. Infanterieregiments eine Umfrage in seinem Offizierkorps, wer bereit sei, sein Blut für den Artilleristen zu opfern. Es meldeten sich 17 Offiziere. Ein Leutnant Tittmar, der als erster in Betrackst zu kommen wünschte, wurde ausgewählt, und Geh. Hofrat Pros. Dr. Eii beilen entnahm ihm l' _> Liter Blut, die dem Artilleristen zu- gesührt wurden. TaS Befinden des opferwilligen Offiziers ist gut, erfreulicherweise lässt sich auch bei Frankfurter, der in das Juliusspital übergefülyrt wurde, eine kleine Besserung ver­zeichnen.

** Großh. Regierungsblatt. Tie Beilage Nr. 8 hat folgenden Inhalt 1. Bekanntmaclning, Vermessungen und Vorarbeiten für eine elektrische^Straßenbahn von Darmstadt über Arheilgen, Egelsbach, Langen, Sprendlingen, Isenburg nach Offen bach bctr. 2. Bekanntmachung, die für das Rechnungsjahr 1913 zur Bestreitung der frommunalbedürmisse der israel. Religionsgemeinde Mainz zu erhebende Umlage betr. 3. Uebersichl der von dem Tragen frember Orden. 7. Narnensveränderiingen. 8. Julah'unq Grosth Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1913 zur Bestreitung der Gemeindebedürsnisse der iiracHhieben Re ligionsgemeinden des Kreises Schotten genehmigten Umlagen. 4. Uebersich.t der von Grosth. Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1913 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitisäien Religionsgemeinoe Worms. 5. Ordensverleihungen. 6. Ermächtigung lur Annahme und zum Tragen fremder Orten. 7. Namensveränderungen. 8. Zulassimg zur Rechtsamvaltschast. 9. Tienstnachrichten.

Kreis Friedberg.

Vad-Rauheim, 22. Jnni. Dritte? Künstler- konzert Donnerstag, 26. Juni. Wilhelm BackhauS, der feit Anton Rubinsteins und Franz LifztS Tode größte lebende Klaviervirtuose, der in England, Rußland und in den Ver-

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Aus Staöt unö Canfc»

Gießen, 23. Juni 1913.

Der VereinHessische Bereinigung für Volkskunde", der uns im vergangenen Winter durch verschiedene, sehr gediegene Bortrage erfreute, hielt gestern nachmittag in Stein? Garten seine diesjährige Jahresversammlung ab. Ter Vorsitzende, Pfarrer Schulte-Großen-Linden, erstattete den Jahresbericht, worin er unter anderem den günstigen Fortgang der für die Erforschung des Volkstums so wichtigen Flnrnamensammlung feststetten konnte, der man seitens der hessischen Behörden ebenfalls großes Entgegen­kommen entgegenbringe. So habe Kreisrat Böckmann-Büdingeii von dem in Vorbereitung befindlichen Seit Schlitz-Büdingen 100 Exemplare beuellt und das Ministerium 100 Ml. zur Verfügung gestellt, so daß das Unternehmen finanziell gefiebert erscheine. ' Für den kommenden Winter stellte er verschiedene Vorträge in Aussicht, die sich den vorhergehenden würdig anreihen werden. Austerdem soll ein deutscher Volksliederabeud stattfinden. Die von Bankier Heuchelheim gestellte und von Landgertchtsrat Schmeckenbecher und Lehrer Valentin Müller geprüfte Rechnung wurde einstimmig ge­nehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Dem "Antrag, in der Provinz Hessen-Nassau neue Ortsgruppen zu gründen und zu diesem Zwecke gelegentlich der benmädiftigen Philologenversammlung in Marburg dementsprechende Schritte zu tun, soll in vorsichtiger Weise, ohne mit einem ähnlichen Unternehmen im Wettbewerb zu treten, entsprochen werden. Einer Verlegung der Pereinsabende auf Mittwoch abend wurde zugeiprochen, da man sich davon einen besseren Besuch seitens der Nachbarorte verspricht.

An die Versammlung schloß sich ein Vortrag des Professors Tr. Reis-Main; an überMundarten und Mundartdichtungen des Grostherzogtums Hessen". Ter Vortragende führte aus, daß in der Jetztzeit Kunst und Wissenschaft bestrebt seien, Natur u.Menschenlebcn genau zu studieren und zur Darstellung zu bringen. Auf Grund dieser realistischen Richtung fei eine neue Wissenschaft, die Heimatkunde ent­stände", die als letzte? Ziel die Erforschung der Volksseele erstrebe. Diese Volksseele äußere sich in verschiedener Weise, am tiefsten aber auf drei Gebieten: in den religiösen Vorstellungen, den Sitten und der Sprache. Tie hessische Volkssprache gehöre den mitteldeutschen Mundarten an. Hier wohnte der fränkische Volksstamm, dessen Name nur noch in den aleichlautenden Landschaften Banerns er­halten geblieben sei. Infolge der Verschiebungen, die im Laufe der Jahrhunderte stattgefunden haben, habe besonders in dem links- luainifcheu Gebiete eine Verschmelzung verschi"dener Mundarten, bekonders des Fränkischen und Alemannischen ftattgehmben. Dem mächtig vordrinaenden alemannischen Bolksstamm habe der Sieg Chlodwigs bei Zülpich ein Ziel gefetzt, so daß rechts des Mains alichattisches Gebiet und links desselben fränkische Neusiedlungen tmterschieden werden können. Im allgemeinen könne festgestellt iverbeu. daß in den Grenzgebieten ein zäheres Festhalten der Eigen­tümlichkeiten, eine gewisse Neigung zur Verstärkung der Laute statt­finde, während man im Binnenland nachlässiger sei, weil eben die Gefahr wenig oder gar nickst vorliege, in der Mundart des Nach- bargebietes aufzugehen Der Redner bespricht sodann die Besonder­heiten der einzelnen Sprachgebiete Hessens. Er unterscheidet die Pfalz, wozu ja auch die Wormser, Mainzer und Binger Gegend gehört, den Norden des östlichen Odenwaldes, den Uebergangsstrich von Darmstadt bis Frankfurt unb Wiesbaden, woselbst die Schrift­sprache siegte unb das eigentlich Hessische, das wieder in das Ober- und Niederhcfsifche zerfällt. Von allen diesen Gebieten gab er ent- sprechende Proben mundartlicher Dichtung, so unter anderem:Die Kerb",Der Hannes ans Brasilie" von Briegleb,Kinnerzucht" von Lennig,Vom orme Bu" von Volk. alter Parrer werd" und dieRammcrbärb" von dem oberhefsischen Dichter Geibel. lieber die Zukunft unserer deutschen Mundarten spricht sich der Vortragende dahin ans, daß infolge der kulturellen Einwirkung verschiedenster Art die SvracHentmickelung dahin dränge, daß die mundartlichen Eigen­tümlichkeiten verloren neben, wie sich dies ja heute schon in den Groß­städten und in den Jndustriegegenden, beifvielsw. im Ruhrgebiet, zeige. Clu Festhalten der Volkssprache aber sei bestimmt noch in den Land­wirtschaft treibenden Gebieten wahrzunehmen. Die Mundarten sind aber ein fo wertvoller Besitz, daß kein Mittel unversucht bleiben barf, sie zu erhalten. Mau bemüht sich demgemäß, soviel dies überhaupt möglich ist, sie genau zu erforschen, aber die Erforschung, fo wissenschaftlich und genau sie auch fein möge, kann die lebende Sprache nicht ersetzen. Auch die Dichtung bietet keinen vollen Ersatz. Viel wichtiger dürften die Bemühungen fein, den in weite reife eingedrungenen Glauben zu bekämpfen, als ob die Mundart minderwertig sei. Wir Haben die Aufgabe, nach dieser Rtchtung Hin klärend zu wirken, in den Volks- und in den Höheren Schulen, durch Vorträge und im Vorkehr kann dies geschehen, sodann durch Aufnahme von mundartlichen Lesestücken ins Lesebuch. Es muß immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, da» die Volks­sprache der Born ist, aus dem Goethe und Herder geschöpft haben und der auch für uns nickst nerfiegen darf.

O(uf Veranlassung der Hessischen Vereunanng für Völkerkunde sand unter Leitung von Lehrer Seipp durch Mitglieder des Gesang­vereins .Eintracht" Kleinlinden im großen Saale von «tems Garten die Aufführung des Odemvälder Volksstückes; ,,'S Mstlersch Liss'l, vunn Michelbach" statt. Der Dichter fuhrt m3 Akten - Ourewöllcr Lieb, de Handstraich, de-Hochztgzug em Stuck Oden­wälder Volksleben vor. Lisi'l, die Tochter des Muhlbauern von Michelbach, liebt Ehrischd'l. einen änßerst tüchtigen, aber armen Mnllerhurfchen von unbekannter Herkunft. Ihr Vater über­rascht sie bei einem Stelldichein und jagt den jungen Mann nach einer heftigen Auseinandersetzung zum Haus hinaus. Im Grunde genommen hot er ja nichts gegen den Burschen einzuwenden, nur zum Schwiegersohn ist er ihm nickst reckst denn er braucht Geld^um die drückende Schuldenlast, die auf der Muhle ruht, abzutragen. Des­halb will er sein Kind mit dem Sohne der Mvrgrait vunnHaaschder- doch verheiraten, die ihrem Postl 10 000 Gulden nutgibt. Alles ist verabredet. Die Margrast, ihr toohn Pastl und ihr Verwandter Jockl vunn der Rauboch erscheinen beim Muhl­bauern, um Handstraich zu halten. -ta§ anmaßende res der Margräit aber, sowie die Mahnungen von Lm ls Bas l Kathrin, die treu auf der Seite Lissl's stelst, machen den Muhlbauer stutzig, und als die Margräit bei Aussetzung des Akle^ den Nchhlbauern durch spitze Reden aufs äußerste reizt, jagt er fie nebjt Cohn num Hous hinaus. Dem Vorschlag, den Wunsch ~tfi lv zu erfüllen und Ehrischd'l als zukünftigen Schwiegersohn anzunehmen, stmiml der Mühlbauer nach einigem Widerstreben zu, woraus die Hoch­zeit sattfindeu kann, bei der Ehriscbd'ls Großeltern ans dem Schwarzwald erschienen und ihrem Enke das vewatsgut eines in Amerika reichgewordenen Vaters im Betrage von 100000 Gulden fiben$a1eian verschiedenen andern Orten mit Beifall an­genommene Volksfest hatte bei der heutigen Aufführung einen sollen^Eckolg aufzuweisen. Die Charaktere sind lebenswahr gc= zeichnet so reckst aus dem Volksleben heraus, unb wirken um so besser da das Ganze reich an Handlung ist. Die Monologe sind aufs aerinaste Maß beschränkt. Nur am Eingang Zeichnet die MüNerK^ockster mit kurzen Worten den Standpunkt ihres Vater?, gibt aber zugleich den Grund seiner verkehrten Handlungsweise an i nd läßt den Zuschauer schon mit ewiger Sicherheit die Ent­wickelung der zukünftigen Ereignisse ahnen, die durchaus natürlich sich^vollziehen wie denn auch die Lösung in wirksamer We.se ciekhielit ^en Darstellern kann man samt und sonders nur das K.e^ob zollen, um so mehr als mir .mb, bem

Weizen (hiesiger) 21.0000.00, Kurhessischer Mk. 21.0000,00, Wetterauer Alk. 00.0000.00. Roggen (hiesiger! Mk. 17.25 bis 00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.0000.00, Gerste, Frauken, Pfälzer Ried Alk. 00.0000.00, Hafer Mk. 17.0019.00, Mais Mk. 15.00 bis 15.25, V eizenmebl 0 Ml. 82.5032.75, Weizenmehl I Mk. 30.5030.75, Weizenmehl HI TIf. 27.2527.50, Roggen­mehl 0 9)1 f. 27.7528.00, Roggemuehl 0/1 Mk. 26.5026.75, Roggenmehl I Mk. 00.0000.00, Weizenkleie Mk. 10.6011,80, Wcizenfchalen Mk. 11.0011.15, Roggenkleie Alk. 11.2511.50, Malzkeime Mk. 13.0013.25, Biertreber 14.0014.25, Raps Mk.

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fc. Frankfurt a. M., 23. Juni. (Orig.-Tekegr. desGliei. Anzeigers*.) Karto fiel markt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 4.755.50, im Kleinhandel Alk. 6.006.50 für je 100 Kg.

fc. Frankfurt a. M., 20. Juni. H eu- und St roh markt. Am heutigen Älarkte war, wie an dem am vergangenen Dienstag, dem 17. Juni, weder Heu noch Stroh angefahren. Tie Nichtzusuhr bat ihren Grund darin, daß die allen veubestande geräumt sind und die neue Ernte noch nicht eingebracht ist.

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